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Neuer Vorwärts

Sozialdemokratisches Wochenblatt

Verlag: Karlsbad, Haus, Graphia" Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite

Nr. 55

SONNTAG, 1. Juli 1934

Aus dem Inhalt:

1. Der Fall Göring

2. Neue Blutpropaganda

3. Mißerfolg der Reichsanleihe

4. Neuer deutscher Imperialismus

Der deutsche Staatsbankrott

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Das System kämpft um seine Existenz

Nicht nachdrücklich genug kann gesagt| schaft ständig anstieg, zeitweise die 3- Mil-| scheidende Punkt in dem ,, Krieg gegen das| jene faule Wechselreiterei, jene Infla­werden, daß es sich bei dem Staatsbank- liarden- Grenze erreichte und daß die No- internationale Finanz- und Leihkapital<. tionspolitik, in deren Dienst Schacht ge­rott Hitler- Deutschlands nicht um das pri- tendeckung 60 Prozent überstieg. Schacht hat die Zahlungseinstellung sy- wissen- und hemmungslos die Reichsbank

vate Gläubiger- Schuldner- Verhältnis, um Aber wozu sich mit Schacht auseinan- stematisch vorbereitet, als er im gestellt hat, die alle faulen Wechsel auf­eine rein kapitalistische Angelegenheit han- dersetzen? Der sehr deutschfreundliche Frühling 1933 ohne Not die internationalen nimmt, alle faulen Wertpapiere stützt. Es delt! Wäre dem so, dann könnten wir ruhig» Economist<< bezeichnet mit einer bei ihm Kredite, die Luther für die Reichsbank und ist aber klar: wenn man in eine Wirt­den Bemühungen um eine Regelung nach ganz ungewöhnlichen Schärfe die Erklärun- Golddiskontbank in der Bankenkrise 1931 schaft künstlich durch Noten­Herabsetzung der Schuldenlast Erfolg wün- gen Schachts als» frivol, sophi- erhalten hatte, zurückzahlte. Er vermin- druck oder durch Wechsel,

der kühne Versuch, die Milliardenexpro­

Schacht ist in dieser Politik auch nur

ausführendes Organ der offen verkündeten

Hitler will Tribute!

die

schen. Aber es handelt sich nicht um ein stisch und den Tatsachen wi- derte so absichtlich die Goldreserven. Eben- von der Notenbank garantiert sind, Milliar­Geschäft, sondern um Politik. Ein hohes dersprechend. Das Entscheidende so war er es, der als Reichsbankpräsident den hineinpumpt, so schafft man damit eine Spiel wird gespielt um die Existenz der ist allein, daß, wenn Schacht jetzt die Be- die Fundierung der gefährlichen kurzfristi- künstliche Nachfrage, eine Ausdehnung Diktatur, um die Fortdauer des Systems. hauptung aufstellt, alle deutschen Aus- gen Schulden unter nichtigen Vorwänden des Verbrauchs jeder Art und bewirkt da­Die Diktatur steht finanziell vor dem Ab- landsschulden seien politische Schulden, er verhindert und dadurch erst die Gefähr- mit zugleich eine Steigerung der Einfuhr. grund, sie braucht Geld. Im Innern ist damit zugleich ankündigt, daß politische lichkeit der Bankenkrise von 1931 so stark Und wenn diese Schuldenproduktion im nichts mehr zu holen. Deshalb der Ent- Schulden nicht gezahlt werden können. gesteigert hatte, daß das erste Moratorium großen Maßstab noch dazu dient, unpro­schluß, sich der dem Ausland gehörenden Der Vorschlag des Zahlungsaufschubs ist für die kurzfristigen Schulden des Still- duktive Arbeiten in Gang zu setzen, Milliarden zu bemächtigen. Gelingt die An- nichts weiter als eine Tarnung der Zah- halteabkommens schwer vermeidbar wurde. eine Millionen armee zu kleiden eignung, so sind fürs erste die ihre Existenz lungsverweigerung! und zu unterhalten, Rüstungsgegen­gefährdenden Nöte überwunden. Gelingt stände herzustellen, strategische Bah­Mit der nationalsozialistischen Diktatur nen und Autostraßen zu bauen, hundert­priation des Auslandes- vielleicht die nationalsozialistischen Absichten. Die Zah- beginnt nun jene» Kreditauswei- tausende überflüssiger Parteileute zu ver­größte der Geschichte durchzuführen, so lungsverweigerung erscheint in dem natio- tung« , jenes Aufgeben der» Deflations- sorgen, so steht der ansteigenden Ein­hat Hitler gesiegt. Der Sieg hängt von dem nalsozialistischen Programm als der ent- politike, jene Pumpwirtschaft Krosigks, fuhr keine Vermehrung der Ausfuhr gegen­Verhalten der auswärtigen Regierungen ab, die zu Gegenmaßnahmen entschlossen sind. Sozialistische Parteien, die aus völliger Ver­kennung der Tatsachen diesen Maßnahmen entgegentreten wollten, würden das Spiel Hitlers treiben und die deutsche Dikta­tur in ihrem kritischsten Augenblick stüt­zen. Wir möchten deshalb erwarten, daß sich nicht wiederholt, was sich in der Rü­stungsfrage ereignet hat. Macdonald redakteur des» Vorwärts« und Wilhelm ner in den roten Talaren saßen unbeweglich erst, als er auf Verlangen der Verteidigung und Henderson, Regierung und Arbeiter- Krüger, der frühere preußische Abgeord- und hörten zu. Sie bewegten sich nicht, als den Eid ablegen sollte, wurde er ein wenig partei,> Times<< und»> Daily Herald<< sind- nete, wurden, wie aus der Tagespresse schon Klühs erklärte, daß seine Erklärungen, ab- unsicher. Ein Meineid verjährt in Deutsch­ohne Absicht, aber in der Wirkung-ZU bekannt, am 20. Juni vom Reichsgericht in gelegt vor der Geheimen Staatspolizei im land erst nach zwanzig Jahren!<< Stützen der Außenpolitik der Hitlerdiktatur Leipzig wegen angeblicher>> Vorbereitung zum Columbia- Haus, nichts bedeuten könnten, da und ihrer Aufrüstung geworden. Jetzt han- Hochverrat« zu je 2 Jahren und 9 Monaten sie abgelegt worden seien unter geistigem auf den Berichterstatter der Angeklagte Wil­delt es sich um die finanzielle Rettung Hit­

Franz Klühs vor Gericht Mutiges

Verhalten des sozialdemokratischen Kämpfers

Franz Klühs, der frühere zweite Chef- Stimme den Richtern in die Ohren. Die Män- Beamte blieb bei seinen Erklärungen und

Gefängnis verurteilt. Einem Prozeßbericht und vor allem

lers, und wir möchten dringend wünschen, des Amsterdamer>> Het Volk«< entnehmen wir: daß das begriffen wird!

Schacht hatte früher stets zwischen den

> Klühs machte vor Gericht als sozialisti­scher Kämpfer einen prächtigen Eindruck. Er erklärte, daß er seit vielen Jahrzehnten

Einen schlechten Eindruck hat dagegen

helm Krüger gemacht. Von ihm sagt er, daß sein schwächliches Verhalten auf seine körperlichen Gebrechen zurückzuführen sein

möge.

auch unter körperlichem Druck, über dessen Einzelheiten er hier lieber nicht sprechen wolle. Sie bewegten sich nicht, als der Beamte der Geheimen Staatspolizei, der bei dem peinlichen Verhör von Klühs anwe­seine Ueberzeugung nicht geändert send gewesen war, erklärte, sich an nichts dann fort:

Sozialdemokrat sei und

Das Urteil

Der Berichterstatter von> Het Volk< fährt

> Der Gerichtshof erklärte, von den Ver­

rein politischen Reparationsschul­den und den privaten Wirtschafts­schulden unterschieden. So sehr er für die Streichung der ersteren plädierte, so habe. Das Gefängnis, und was diesem vor- erinnern zu können; alles sei sehr ruhig ver­manne, daß die privaten Wirtschaftsschul- anging, haben aus dem dunkelblonden kräf- laufen. Und so stand es natürlich auch in den heilig seien und bis aufs letzte zurück- tigen 57jährigen Mann wohl einen Greis ge- den Akten. Es half Klühs nichts, daß er gezahlt würden. Seitdem aber Deutschland macht, aber sein Geist hat nicht gelitten. ihm zurief: er wisse doch, was geschah, als nach dem Hoovermoratorium der Repara- Ruhig und sicher, mit dem fühlbaren Ueber- er, Klühs, während des Verhörs in ein an­tionszahlungen ledig geworden war, machte gewicht eines starken Charakters klang seine grenzendes Zimmer gebracht worden sei. Der ger Emigranten als seine besten Freunde an­

Schacht die Entdeckung, daß auch die Wirtschaftsschulden poli­

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Mißerfolg der Reichsanleihe

sicherungen der Angeklagten nichts zu glau­ben, ja er nahm dafür selbst als Beweis die ritterliche Erklärung von Klühs, daß er, trotz taktischer Meinungsverschiedenheiten, die Pra­

sehe. Klühs hat nach den Erklärungen des Gerichts

tische sind und politische Schulden braucht man oder kann man nicht bezah­len! Nun ist Schachts Behauptung einfach unwahr. Nach seinen eigenen( zweifelhaf-| und mit gehörigem Druck auf die Zeichner zahlung von 23% Mark in bar 100 Mark des Unruhen geschützt werden müsse, müßten zahlungen auf 10% Mililarden. Nach den aufgelegte 4prozentige Reichsanleihe hat mit neuen 4% Titels. Von den zirka 600 Millionen darum die beiden Angeklagten auf, längere offiziellen Angaben erreichten die deut- einem vollen Fiasko geendet. Es sollen 300 Neubesitz sind aber nur 480 bis 490 Millionen Zeit aus der Gesellschaft ausge schen Auslandsschulden ihren höchsten Millionen gezeichnet worden sein. Die An­Stand Mitte 1930 mit 26 bis 27 Milliarden leihe, die in einem nach oben nicht begrenz- ausstehende Umlauf des zeitweise fast wert- den darauf zu zwei Jahren, neun Monaten Ge­ten Betrag aufgelegt worden war, diente losen und deshalb wenig sorgsam behandelten fängnis verurteilt, unter Abzug der neun Mo­16 Milliarden würden also selbst nach erstens zur Rückzahlung der 6prozentigen Papiers überhaupt überschätzt.) Aus diesem nate Untersuchungshaft, Neubecker wurde dieser Rechnung für rein wirtschaftliche steuerfreien Anleihe von 1929. Aber nur In- Umtausch hat das Reich zirka 39 Millionen freigesprochen. Zwecke verbraucht worden sein.

den» Neuen Vorwärts« verbreiten wollen, obwohl er im ganzen nur acht Exemplare mitgebracht hatte. Angesichts der Tatsache, Die mit großem Tamtam angekündigte der Neubesitzanleihe bekam man gegen Zu- daß Deutschland vor dem Entstehen neuer

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umgetauscht worden.( Vielleicht war der noch schlossen werden. Klühs und Krüger wur­

amten ließen zu, daß unser Parteigenosse, der An Barzahlungen allein sind ca. eben zu einer langen Freiheitsstrafe verur­

haber von 75 Millionen von rund 160 haben in bar erhalten. Für diese 39 Millionen zahlt Nach der Verkündung des Urteils drang die thre Anleihe umgetauscht, der Rest hat bare es jetzt jährlich 4 Prozent auf 130 Millionen die Frau von Klühs nach vorn und warf bekannten Tatsachen, daß die Reichsbank Rückzahlung vorgezogen, wozu das Reich Anleihe Zinsen und 13 Millionen jährlich Til- sich in die Arme ihres Mannes. Das Gericht selbst durch die Dawes- Anleihe, die ihr 85 Millionen benötigt. Man kann ohne wei- gung, also 18 Millionen durch 10 Jahre. Fi- verhielt sich lautlos, und die bewaffneten Be­restlos in Gold zufloß, daß die deutsche teres annehmen, daß es sich bei dem Um- nanzwirtschaft der Diktatur! Schiffahrt, die Eisen-, Kali- und Elektri- tausch um die im Besitz öffentlicher Körper­zitätsindustrie und viele andere, aber auch schaften befindlichen Stücke handelt. Die Pri- 75 Millionen eingegangen, sicher haupt- teilt worden war, seine Frau tröstete. Plötz­die deutsche Landwirtschaft mittels auslän- vaten werden kaum Neigung haben, Papiere sächlich von Sparkassen, öffentlichen Ver- lich stand ein unbekannter Parteigenosse, ein discher Kredite wieder aufgebaut worden der bankrotten Diktatur zu kaufen. sind. Daß dabei, volkswirtschaftlich be­

Zweitens diente die Anleihe zum Umtausch

sicherungsanstalten etc. Das Reich hat also junger forscher Kerl, mitten im Saal und rief ca. 114 Millionen bar eingenommen und hat Klühs zu:

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29 Millionen

trachtet; trotz den Reparationszahlungen der Neubesitzanleihe, wodurch den Spekulan- davon 85 Millionen an die Besitzer der alten Ueberschüsse erzielt wurden, beweist die ten ein Gewinn von zirka 150 Millionen von Anleihen zu zahlen. Bleiben­Tatsache, daß der Goldschatz der Reichs - Hitler, Schacht und Krosigk beschert wurde. Reichsmark!! Die gleichgeschaltete Presse bank, der am Ende der Inflation auf etwa Die früher fast wertlose, weil zinslose Neu- verkündet einen großen Erfolg! Wie beschei­400 Millionen zusamemngeschmolzen war, besitzanleihe wurde zum Kurs von 23% in den die Lumpen werden können! vor der nationalsozialistischen Miẞwirt- Zahlung genommen. Für 300 Mark Nominale

R. K.

» Ich hoffe, daß Du die zwei Jahre nicht absitzen mußt, Kamerad! Dafür wollen wir sorgen!<

Im nächsten Augenblick war der Mann in dem allgemeinen Durcheinander wieder ver­schwunden.<