lösen...
solchen Wirtschaftsgruppen, die bisher als kabinett ein Gesetz" angenommen, das den oder zu ersetzen in der Lage sind. Alle Führern propagierten Auffassungen eingefür eine Kartellierung nicht geeignet gal- Reichswirtschaftsminister Schmitt zum undiese Probleme werden wir mit un bän- setzt. Sie führen den Nachweis, daß die ten; so erfuhr man kürzlich von der volldiger Entschlossenheit ohne Produktion Deutschlands Wirtschaftsdikumschränkten zogenen oder beabsichtigten KartellgrünEs gibt kaum ein Gebiet unseres nationaRohstoffe nicht ausländische dung bei den Glasermeistern und tator macht. Er ist ermächtigt ,,, alle Maßlen, politischen, wirtschaftlichen und sonbei den Schmieden." nahmen zu treffen, die er zur Förderung der stigen Lebens, auf dem wir nicht Bahn- existieren kann und die gesamte Diese sich immer mehr durchsetzende, deutschen Wirtschaft sowie zur Verhütung brechendes geleistet haben." Wirtschaft bei der Verfolgung Alle ,, unbändige Entschlossenheit" hilft der nationalsozialistischen Eindurch die staatliche Zwangsorganisation ge- und Beseitigung wirtschaftlicher Schädigunstellung zum gänzlichen Erlieförderte Monopolwirtschaft bewirkt, während gen für notwendig hält". In der deutschen über die Tatsache nicht hinweg, daß die Ergen kommen müsse. Nach den Berechsonst in der Welt die Preise der Industrie- Wirtschaft wimmelt es aber von„ Führern". satzstoffe erstens schlechter, zweitens teuerer nungen des Instituts für Konjunkturforschung produkte noch zurückgehen, in Deutschland Der oberste war anscheinend der„ Führer sind als die ausländischen Rohstoffe. Schon die Verarbeitung der Kunstwolle und die einen Preis auftrie b auch auf indu- der Wirtschaft", ein Generaldirektor Philipp werden im Durchschnitt rund 45 Prozent der striellem Gebiet, während gleichzeitig der Keẞler. Thn hatte Schmitt am 13. März Mehrverwendung von Kunstseide haben die in der deutschen Industrie verarbeiteten Rohirrsinnige Agrarprotektionismus die Preise dazu berufen. Jetzt hat er ihn plötzlich ab- Qualität der deutschen Fabrikate verschlech- stoffe aus dem Ausland eingeführt, in der tert. Die Verwendung der sogenannten Stapel- Textilindustrie sogar 99 Prozent. aller Lebensmittel immer höher treibt, berufen. Das erforderliche VertrauensverFleisch und Fett unerschwinglich macht, die hältnis" zu dem Ministerium soll nicht mehr fasern in größerem Umfange scheitert daran, gerung der Eigenversorgung mit industrielEier, die Milch, Kartoffeln und Früchte um bestanden haben, so daß die Zusammenarbeit daß die Preise weit über denen der entspre- len Rohstoffen wird sehr erschwert, weil es an den hierfür erforderlichen Deutschland Jahresfrist verteuert gefährdet war. Doch jetzt muß man den Of- chenden Naturprodukte liegen. Nun wird ja fiziosus wörtlich genießen: Produktionsgrundlagen mangelt. Im» Wirtschaftsdienst<< Nr. 26 ,, Herr Keẞler entwickelte eine gewisse gewöhnen müssen, schlechtere Ware zu erSelbständigkeit in der Wirtschafts- höhtem Preis in Kauf zu nehmen. Aber der wird nachgewiesen, daß, wenn Deutschland politik, die der Grundlinie der Reichsregie- ohnedies außerordentlich gesunkene Export die bisher aus dem Ausland bezogenen Rohrung nicht entsprach. Wie es scheint, hat von Textilwaren wird dann vollends aufhöjetzt mehr als sonst notwendige gei- ren. Und so rechnet man in Kreisen der Tex- stoffe ablösen will, sich die Produktion teuDrosselung der stige Unabhängigkeit zu bewah- tilindustrie mit einer rer und ungünstiger gestaltet. Produktion durch Verkürzung Der Führer mit der gewissen Selbstän- der Arbeitszeit, was zugleich für die neue Sendigkeit“ und ohne geistige Unabhängigkeit" beschäftigten Arbeiter eine
50 bis 100 Prozent in hat. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten, die im April 1933 noch 116,6 betrug, ist ununterbrochen gestiegen und betrug im Juni 121,5. Aber diese Steigerung ist nur ein schwaches Abbild der Wirklichkeit: mit verringertem Lohn muß der Arbeiter alle seine Bedürfnisse weit teuerer bezahlen. Massenentrechtung und Massenverelendung sind die Mittel der Krisenbekämpfung Hitlers . Und auf die verelendeten Massen
sind auch die Kosten der Arbeitsbeschaffung abgewälzt! Die Unternehmer stellen mehr Arbeiter ein, aber die
Gesamtlohnsumme bleibt unverändert oder
sinkt gar noch. Mit der Kürzung der Unter
stützung und der Löhne wird
die
Neube
schäftigung zu einem Teil finanziert, während der andere Teil der Finanzierung mit den in
flationistischen Notenbankkrediten so lange
-
er es auch nicht immer verstanden, die
ren."
der deutsche Konsument sich vielleicht daran
Eine Stei
stoffe möglicherweise durch deutsche Ersatz
endlich haben die Nationalsozialisten das kung ihres Einkommens bedeutet. Ideal ihres Führers und da wird er weg- Die Textilindustrie, die ja bei Baumwolle geschickt! In Wirklichkeit scheint Herr Keẞ- 100 Prozent, bei Wolle 95 Prozent ihres Rohler gewisse planwirtschaftliche Ziele verfolgt zu haben, die der Schwerindustrie nicht paßten und deshalb hat ihn Schmitt fortgeschickt.( Er ist weder eingesperrt, noch erschossen.) Schmitt selbst hat andere Pläne. Er will den Folgen der Rohstoffknappheit dadurch begegnen, daß er die
Wettbewerbsfähigkeit, stoffes vom Ausland bezieht, ist natürlich zuerst und am stärksten von der Wirtschafts
politik des Diktators
betroffen. Aber ihr
erfolgt, bis das Ende mit Schrecken eintritt. Nein, freche Lüge ist es, wenn Hitler davon Wirtschaft auf Kurzarbeit um lung gebracht; zum Teil gaben die anziehen
Textilwirt
stellt, und es ist wahrscheinlich, daß diese spricht, eine chaotische Wirtschaft übernommen zu haben. Wahr ist, daß er ein Umstellung zuerst in der Chaos heraufgeführt hat, dessen Ueber- schaft erfolgen wird. windung mit jedem Tage, den die Diktatur fortdauert, immer schwieriger wird.
Chronische Pleite!
Die
Und vom Chaos kann fürwahr gesprochen werden! Der Reichsbankausweis von 7. Juli zeigt zwar eine ausgeglichene Devisenbilanz; der Gold- und Devisenbestand beträgt fast unverändert 77 Millionen. Reichsbank hat aber nicht mehr Devisen den Importeuren zur Verfügung gestellt, als ihr selbst aus der Ausfuhr zufloß. Aber unterdessen ,, häufen sich inzwischen die nicht bezahlten Devisenforderungen lawinenartig auf allen Seiten an und drohen den zusammengeschrumpften Geschäftsverkehr mit dem Auslande und die Rohstoffversorgung immer weiter zu erschweren", bemerkt zu dem Reichsbankausweis die ,, Neue Züricher Zei
tung”.
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Neue Kurzarbeit neuer Lohndruck! Denn was Hitler über die Rohstoff
Schicksal zeigt nur das Schicksal der deut schen Wirtschaft überhaupt. Noch sind die Rohstoffvorräte vieler Industrien bedeutend. Die letzte Zeit hat eine starke Lagerauffülden Rohstoffpreise Veranlassung zu stärkerer Eindeckung, zum Teil war es auch eine gewisse Flucht in Sachwerte. Man wird also einige Zeit mit den vorhandenen Vorräten wirtschaften können. Aber auf die Dauer wird
frage gesagt hat, ist ja unverantwortliches der Druck, der von der Einfuhrseite kommt, zunehmen und den Beschäftigungsgrad der Geschwätz: Wirtschaft vermindern. Die Scheinkonjunktur, die die maẞlose Wechselreiterei in man
,, Wenn unsere Handelsbilanz durch die wirtschaftliche Sperrung ausländischer Märkte oder durch den politischen Boykott chen Branchen erzeugt hat, wird schwinden eine passive wird, werden wir dank der und die ,, unbändige Entschlossenheit" der Genialität unserer Erfinder und Chemiker Falschspieler und Falschmünzer wird den und durch unsere Tatkraft die Wege finden, Zusammenbruch nicht einen Monat lang veruns vom Import jener Stoffe unabhängig zu machen, die wir selbst zu erzeugen
hindern!
Dr. Richard Kern.
Entlarvter Autarkiewahn
Da Hitler als Reichskanzler es vorzieht, Aus England kommen immer neue nicht so oft über alle Dinge, von denen er Klagen über die Nichtbezahlung fälliger Gut- nichts versteht, zu sprechen, ist er mit Erhaben. Bereits auf eine Million Pfund wird klärungen über wirtschaftliche Fragen etwas der Betrag unbezahlter privater Han- sparsamer geworden. Vor kurzem mußte an delswechsel geschätzt. Die gleichen Be- seiner Stelle der Reichsminister He ẞ, HitDie lers Stellvertreter als Parteiführer, auf der schwerden kommen aus der Schweiz . Schwierigkeiten sind sogar bei Wechseln vor- Tagung der deutschen Außenhangekommen, für die die offizielle Devisenge- delskammern sprechen. nehmigung vorlag. Es ist klar, daß solche Auslande eine furchtbare Drohung entgegenVorfälle allmählich zur gänzlichen Unterbin- geschleudert: dung aller Kreditlieferungen führen müssen.
Der Wirtschaftsdiktator Kein Wunder, daß es bei diesem Zustand auch in den leitenden Kreisen drunter und drüber geht. Anfang Juli wurde vom Reichs
DAS
BERLINER BRIEF
Tat
mit unerhört interessantem sachen- Material, trotz Zensur und Diktatur
Aeusserungen führender Politiker
aller Länder zu den europäischen Problemen
Beiträge hervorragender Dichter
und Gelehrter
Demnächst
Interessantes Preis- Ausschreiben:
14. JAHRE REPUBLIK Grosse Umfrage bei Gelehrten, Publizisten, Staatsmännern:
Die Zukunft der Welt"
Neuer hochaktueller Roman von BALDER OLDEN : ROMAN EINES NAZI Endlich die verschiedenen Sonder- Gebiete
Die moderne Frau
kehr
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Reise und VerSport Technik u. Wirtschaft
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Heß hat dem
dieser » Um die Wettbewerbsfähigkeit deutschen Exportwaren auf dem Weltmarkt aufrecht zu erhalten, muß die Industrie mit den billigsten Rohstoffen versorgt werden. Eine Verteuerung der Rohstoffbasis bedeutet eine weitere Verschlechterung der deutschen die an sich schon durch die Währungspolitik des Auslandes weitgehend untergraben ist. Ein Uebergang von ausländischen Rohstoffen zu heimischen Ersatzstoffen bedeutet aber außerdem, daß ganz erhebliche Störungen in der Binnenwirtschaft eintreten werden. Einmal würden die Wege der Rohstoffbeschaffung ganz andere werden, wodurch der gesamte Handel und das Verkehrsgewerbe in einen chaotischen Zustand geraten würden, andererseits besteht die Gefahr, daß erhebliche Teile der deutschen Industrie überhaupt lahmgelegt werden, wodurch Verluste an Kapital und an Arbeitsmöglichkeiten in unübersehbarem Ausmaß entstehen müssen.<
Eine so gründliche Abfuhr wird den wirtschaftspolitischen Auffassungen der in der Reichsregierung maßgebenden» Führer« zuteil! Von einer anderen Stelle der Wirtschaft, der Han delskammer Hamburg , ist eine außerordentlich scharfe Erklärung gegen das Gerede von der Autarkie in der Rohstoffversorgung veröffentlicht worden. Es heißt darin, daß >> durch derartige Aeußerungen unter den Abnehmern deutscher Waren im Auslande Beunruhigung hervorgerufen und der Ruf der Qualitätserzeugnisse der deutschen Ausfuhrindustrie geschädigt und damit das Gegenteil der so dringend notwendigen Steigerung des deutschen Außenhandels erreicht werde.<<
Daß diese Entschlossenheit unter der Führung eines Adolf Hitlers nicht gerade dürfte der Welt ist, geringer geworden auch bekannt sein. Ebensowenig wird man Natürlich fürchtet sich das Ausland vor den Aber draußen annehmen, daß die Erfindungsgabe deutschen Autarkiedrohungen nicht. des Reichsunserer Gelehrten und die Leistungsfähig- die Reden der Reichsminister, keit unserer Industrie auf dem Gebiete der bankdirektors und anderer nationalsozialistiErsatzstoffbeschaffung heute geringer sei scher Größen für die Unabhängigkeit
einzuschränken.<<
ist auch fähig, solange, bis diese Ersatz- Deutschlands von ausländischen Rohstoffen stoffe vorhanden sind, sich im Verbrauch auf der einen Seite und die Erklärung fachdieser oder jener ausländischen Produkte kundiger und maßgebender Wirtschaftskreise auf der anderen demonstrieren doch recht Der Minister Heß hat sich mit dieser deutlich >> Wenn wir wirklich uns entschließen, der ganzen Welt, mit welch Aus den Kreiuns vom Ausland unabhängig zu machen, Drohung gründlich blamiert. stümperhaftem Dilettantismus dann tun wir es mit der Entschlossenheit, sen der Wirtschaft, die von diesen Fragen in Deutschland jetzt Wirtdie Deutschland von jeher auszeichnet, mehr verstehen, hat ein heftiger Sturmlauf schaftspolitik getrieben wird. in wenn es sich den Grundlagen seiner Existenz bedroht fühlt.
gegen
die von
den nationalsozialistischen
Oranienburg
Erster authentischer Bericht eines aus dem Konzentrationslager Geflüchteten Von Gerhart Seger
Mitglied des Deutschen Reichstags der V., VI., VII. u. VIII. Wahlperiode Mit einem Geleitwort von Heinrich Mann
Die Schrift ist eine Anklage gegen das System der Gewalt, dem Zehntausende unschuldige Menschen in den Konzentrationslagern ausgesetzt sind. Der Verfasser läßt seinem Berichte die Eidesformel vor deutschen Gerichten vorangehen:„ Ich schwöre, daß ich nach bestem Wissen und Gewissen die reine Wahrheit sagen, nichts verschweigen und nichts hinzusetzen werde!" Er hat das Manuskript als Strafanzeige gegen die mit vollem Namen angeführten SA- Verbrecher dem Reichsjustizminister, dem Oberreichsanwalt und dem Stabschef der SA gesandt. Die Antwort darauf war die sofortige Ueberführung der in Deutschland lebenden Frau mit dem neunzehn Monate alten Kindchen des Verfassers in das Konzentrationslager Roßlau, aus dem sie nach drei Monaten unter dem Druck der allgemeinen Empörung besonders in England befreit worden ist.
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Neuer Vorwärts
Sozialdemokratisches Wochenblatt
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