Lohnlügen- Lohnraub
Bisher 40 Proz. Lohnsenkung
Lohnabbau stehen bevor!
Der deutsche Großkapitalismus, der es Nach den amtlichen Veröffentlichungen vorher für nützlich gefunden hatte, sich die hat aber 1930 das Arbeitseinkommen 39,6 braune Toga der Nazia rbeiterpartei um- Milliarden
Weitere 15 Proz.
ein weiterer Lohnraub von 15 Prozent und mehr verübt.
Als objektive Chronisten wollen wir unseren Lesern auch eine durch die ,, Braunschweigische Landeszeitung" bekanntgewor dene Lohne rhöhung nicht vorenthalten. Das Blatt ist begeistert, daß die Arbeiter an der Reichsautobahn künftig neben ihrem Lohn ein Liter Essen aus der Gulaschkanone erhalten und es gibt in seiner Verzük
Der Gesamtrückgang seit 1930 beträgt kung genaue Aufrechnung, was diese Arbeitsdemnach 21+ 20= 41 Prozent. Die Lohn- sklaven eigentlich verdienen. abzüge müssen aber heute mit mindestens Familienstand betragen, d. h. vierteljährlich Es gehört 5 Prozent höher eingesetzt werden als im ledig Jahre 1930, sodaß sich selbst nach der fri- verheiratet sierten Lohnstatistik eine Lohnsenkung von mit einem Kinde 46 Prozent ergibt. mit zwei Kindern
zuwerfen, hat nach dem 30. Juni seine Hoff- durchschnittlich 9,9 Milliarden. nungen auf Erhaltung der Massengläubigkeit also ein besonderer Rechenschieber dazu, um ziemlich aufgegeben. Die antikapitalistischen festzustellen, daß das Arbeitseinkommen, Illusionen in SA und NSBO sind blutig zer- selbst wenn man so summarisch verfährt, stört, die Arbeitsfront ist aller sozialpoliti- wie es im Dritten Reich geschieht, gestiegen schen Tätigkeit gewaltsam enthoben und ihr sei! Vermögen zugunsten der Parteikasse enteignet worden, die Bahn für weiteren brutalen Lohnabbau ist frei.
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•
bisher RM. 78.17
in Zukunft
RM. 101.32
33
33
78.17 78.17 78.17
13
99
"
mit drei Kindern
33
78.17
"
mit vier Kindern mit fünf Kindern Ein Familienvater
29
93
78.17 78.17
"
29
mit demnach ein ganzes Jahr
fünf
107.56 113.30 120.04 126.28 132.52 138.76 Kindern
ge
Der Abbau der Nominallöhne fällt zusammen mit einer dauernden PreissteiEntscheidend aber ist, daß im Gegensatz gerung. Die Entwertung der Reallöhne ist früheren Veröffentlichungen nur demnach noch ungleich stärker. In dieser Sisummarische Ziffern gegeben wer- tuation wird auch die deutsche Arbeiterschaft war
zu
den
Das Institut für Konjunktur- den und auf die Ausrechnung pro beschäftig- unter Hinweis auf den wachsenden Rohstoff- zwungen, zudem Schundlohn von 78.17 RM schreckt allerdings vor der brutalen Offen- ten Arbeitnehmer verzichtet wird. Der Be- mangel ein neuer Anschlag verübt. In der pro Monat schuften zu müssen, während die helt der Kapitalisten noch zurück. Es glaubt, richt des Institutes bezeichnet allerdings Textilindustrie ist die 36s tunden- Wohlfahrtsunterstützung 112.- RM betragen die bevorstehende Lohnabbau- Aktion in sei- vorsichtig die eingetretene„ Besserung" als woche mit entsprechendem Lohnausfall hätte. Die jetzt vorgenommene Lohnerhöhung nem Vierteljahrsbericht mit Enthüllungen eine mengenmäßige. Es kommt aber eingeführt worden, die Lederindustrie soll als- ist, wie die begeisterte Landeszeitung in einer liber eine günstige Entwicklung von schließlich darauf an, wieviel Personen bald folgen. Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Arbeits- sich in diese Lohnsumme teilen und wie einkommen im ersten Halbjahr 1934 einlei- lange sie abeiten. Bei der vorgenommeten zu sollen! Die Beschäftigung wird nach nen Arbeitsstreckung werden bekanntlich die den Schätzungen des Institutes auf 15,8 MilNeueingetretenen aus der Lohnsumme der lionen Arbeiter und Angestellte beziffert, alten Belegschaften mitbezahlt. Es werden soll also angeblich den Stand von 1930 junge Arbeiter herausgeworfen, um Platz für wieder erreicht haben. Diese ,, exakt wissen- alte zu machen. Diese erhalten aber die schaftlichen" Forscher machen bei diesem Löhne der Jugendlichen, die hinter Vergleich den kleinen Trick, die Beschäftig- den Unterstützungssummen eines Familien
tenzahl vom Dezember 1930 mit den
Saisonmonaten 1934 in Vergleich zu setzen. Nach dem Statistischen Jahrbuch war der Beschäftigtenstand 1930 in den ersten sechs Monaten folgender: Januar 16,159,000
Februar 15,934.000
März
16,293.000
April
16,794.000
Mai
17,120.000
17.030.000
Juni
Auch der Jahresdurchschnitt
vaters zurückbleiben. Die summarische Be
Fußnote bekannt gibt, durch eine Veränderung des Stundenlohnes von bisher 48 Pfg. Nachdem also die Reallöhne abgebaut sind, abzüglich Soziallasten und Fahrkosten in wird nun auf dem dritten Weg einer grup- künftig 50 Pfg. abzüglich Soziallasten, zupenweise geregelten Arbeitszeitverkürzung züglich Kosten für Mittagessen und der Sozialzulage für Familienangehörige entstanden. Die wirkliche Lohnerhöhung ist 2 Pfg. pro Stunde oder 4.32 RM im Monat, alles andere ist Spiegelfechterei. Arbeiter"
Bombenspiele
für die Jugend
>> Blut und Ehre« lautet die Inschrift auf
rechnung von der Steigerung des Arbeitsein- den Fahrtmessern der Hitlerjugend . Das kommenз in den Jahren 1933 und 1934 ent- Fahrtmesser ist aber noch eine verhältnishüllt sich so als aufgelegter Schwindel.
mäßig harmlose Angelegenheit gegenüber den Ein Einblick in die wirkliche Lohnhöhe Miniatur- Fliegerbomben, für die sollte nun angeblich durch eine
Statistik der Deutschen Arbeitsfront über die Schichtung der Arbeitseinkommen im Februar 1934 gebracht werden. Es wurden 15,6 Millionen Wochenverdienste erfaßt mit einer Lohnsumme von 412 Millionen RM, sodaß ein Bruttowochenlohn
von
2 6,2 2 RM ausgerechnet worden ist. Wäre diese Zahl richtig, so würden bei den üblichen Abzügen der Nettolohn RM 20. betragen.
von 1930 war wesentlich höher als 15,8 Millionen! Der Vergleich ist aber auch darum irreführend, weil die für die Ermittlung der Beschäftigtenzahl maßgebende Krankenkassenstatistik unter der Regierung der Systemparteien" 1930 nur die regulären Lohn- und Diese Statistik der Arbeitsfront beruht aber Gehaltsempfänger umfaßt hat. Im Dritten überhaupt nicht auf einer Erhebung wirkliReich dagegen wird, wie die ,, Frankfurter lich ausgezahlter Löhne, sondern man hat Zeitung" verrät, neben der regulären Be- nach der Beitragszahlung in elf Reichsbeschäftigung eine Gruppe zusätzli- triebsgruppen der Arbeitsfront fiktive Löhne cher Beschäftigung mitgezählt. errechnet. Die erste Beitragsklasse reicht Dazu gehört das Heer der Arbeitsdienstskla- bis bum Bruttowochenlohn von 9.60 RM, die ven, Landhelfer, Notstandsarbeiter, Fürsor- zweite von 9,60 bis 14,40 RM, die dritte von In dieser sogenannten gearbeiter und anderer Unterstützungsemp- 14,40 bis 19,20 usw. wiegt also zum Beispiel fänger. Es kann also keine Rede davon sein, Lohnstatistik der wöchentlich daß der Stand des Arbeitsmarktes von 1930 der Lohn eines Arbeiters, erreicht ist! 14,40 verdient, gleich mit dem Lohn von 19,20 Noch lustiger aber liest sich in dem Be- RM. Es kommt aber hinzu, daß von den 5,8 richt des Konjunkturinstitutes:
Das Arbeitseinkommen ist nach den Schätzungen des Institutes weiter
Millionen Mitgliedern der Arbeitsfront nur 3,9 Millionen erfaßt worden sind. Unberücksichtigt sind geblieben die Berufe der Landhin gestiegen..."„ Im ersten Vier- arbeiter, Heimarbeiter, Hausgehilfen, also die teljahr 1934 erreichte das Einkommen der niedrigsten Löhne. Auch das graphische GeArbeiter, Angestellten und Beamten 6,9 Milliarden RM, im zweiten Vierteljahr 1934 werbe hat man
7,5 Milliarden."
DAS
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unberücksichtigt gelassen. Dort wird heute durch den Zusammenbruch der Zeitungen fast nur noch Kurzarbeit geleistet, sodaß die hohen Beitragsklassen ausfallen. Man hat also allge mein die ungünstigen Arbeitseinkommen nicht miterfaßt, um zu einem höheren Durchschnittslohn zu gelangen. Bei den Bau-, Holz- und Steinarbeitern, deren Verbände ihre sonBeiträge nicht nach dem Wochenlohn dern nach dem Stundenlohn gestaffelt haben, hat der Statistiker der Arbeitsfront der Einfachheit halber den Stundenlohn durch entsprechende Multiplikation in ein volles Wochenverdienst umgerechnet, obwohl nach den amtlichen Veröffentlichungen im Februar 1934
als neuestes Kinderspielzeug die nationalsozialistische Presse jetzt Reklame macht. In der> Pommerschen Zeitung< z. B. sieht das
so aus:
Ein Hitlerjunge mit den fleinen Bomben, die der Reichsluftschutzbund jezt vertreibt. Sie werden in allen Farben von der Spielzeug industrie im Erzgebirge hergestellt. Biele ars beitslose Bolksgenossen erhalten durch die Het ftellung dieser Bomben wieder Arbeit und Brot. Die Bomben sind zum Preise von 0,50 RM in der Ortsgruppe des Reichsluftschutz bandes( Bürobaraden an der Bismardstraße) zu haben. Sie können mit Zündplättchen ges laben werden, so daß sie vor allem für die Jungen ein willkommenes Spielzeug sind.
nicht weniger als 53 Prozent der Holz-, 76,4 Prozent der Bau- und 92,5 Prozent der Steinarbeiter verkürzt gearbeitet haben. Der so Früher verfertigte man im Erzgebirge errechnete Durchschnittslohn für den Februar 1934 ist also mit 26,22 RM nichts als Lü- kleine Engel für den Weihnachtsbaum ge. Nur bei den Tabakarbeitern, von denen jetzt hat die Bombe alles andere verdrängt. 84 Prozent Mitglieder der zwei untersten Und die Welt kann sich von dem echt liebensBeitragsklassen sind, konnte selbst diese Me- würdigen und friedlichen Charakter des Hitthode der Statistik nicht verheimlichen, daß lerregimes noch einmal überzeugen. der durchschnittliche Bruttowochen
wochenlohn 13,53 RM betragen hat. Die niedlichen Mörder Eine Lohnerhebung des Stati- Aus einer Nürnberg - Werbung des Nürnstischen Reichsamtes vom September berger Oberbürgermeisters: 1933 für die Textilindustrie ergibt einen Rückgang der Bruttostundenverdienste von 1930 bis 1933 von durchschnitt
lich 21 Prozent. Das durchschnittliche Wocheneinkommen wird mit 26,53 RM ermittelt. Nach der Statistik der Arbeitsfront hat es aber im Februar 1934 in der Textilindustrie nur noch 21,47 RM betragen, ist also vom September 1933 bis zum Februar 1934 um weitere 20 Prozent gesunken!
und Thr ist das
,, Ehret den könnt ihn ausbeuten! Hier Bild der Neuordnung vom 1. Mai 1934, wonach die Unternehmer als Herren ihrer Gefolgschaft selbstherrlich Arbeits- und Lohnbedingungen festsetzen. Der katastrophale Lohnabbau, wie er sich mit der Durchführung der 36stundenwoche und dem weiteren Ansteigen der Preise ergeben muß, ist eines der Zeichen für die Krise der faschistischen Diktatur, die von der Krise des kapitalistischen Systems nicht zu trennen ist. Wieder einmal soll das System auf Kosten der Massen saniert werden! Aber die politische Haltbarkeit des Systems beginnt zu versagen. Es kommt alles darauf an, die Kräfte zu sammeln und zu organisieren, um den Sturz der Diktatur mit dem gleichzeitigen sozialistischem Aufbau als einheitliche Aufgabe einer geeinten Arbeiterklasse bewältigen zu können!
Front des Geistes
Neue bemerkenswerte Veröffentlichungen.
Nr. 16 der ,, Europäischen Hefte" ist den Vorgängen in Oesterreich gewidmet. Es enthält eine Reihe enthüllender und inWilli Schlamm struktiver Aufsätze. analysiert unter der Ueberschrift ,, Europas eiternde Wunde" die österreichische Situation. In einem anderen Aufsatz wird der Fey des Einverständnisses mit den Putschisten beschuldigt und ein Beweis für diese Behaup tung geführt.
Anfang August erscheint im Verlag des Simplicus eine Karikaturensammlung ,, Das III. Reich in der Karikatur" einem Vorwort von Heinrich Mann .
Neuer Vormärts
Sozialdemokratisches Wochenblatt
mit
Herausgeber: Ernst Sattler; verantwortlicher Redakteur: Wenzel Horn; Druck: Graphia"; alle in Karlsbad . Zeitungstarif bew. m. P. D. ZI. 159.334/ VII- 1933.
Der Neue Vorwärts" kostet im Einzelverkauf innerhalb der ČSR . Kč 1.40( für ein Quartal bei freier Zustellung Kč 18.-). Preis der Einzelnummer im Ausland Kč 2.-( Kč 24.- für das Quartal) oder deren Gegenwert in der Landeswährung:( die Bezugspreise für das Quartal stehen in Klammern): Argentinien Pes. 0.30( 3.60). Belgien Frs. 2.-( 24.-), Bul garien Lew 8.( 96.-), Danzig Guld. 0.30 ( 3.60), Deutschland Mk. 0.25( 3.-), Estland E. 4.Kr. 0.22( 2.64). Finnland Fmk. 4( 48.), Frankreich Frs. 1.50( 18.-). Großbritannien d. 4.( Sh. 4.-). Holland Gld. 0.15( 1.80). Italien Lir. 1.10( 13.20). Jugoslawien Din. 4.50( 54.), Lettland Lat. 0.30( 3.60). Litauen Lit. 0.55( 6.60), Luxemburg B. Frs. 2( 24-), Norwegen Kr. 0.35( 4.20). Oesterreich Sch. 0.40( 4.90). Palästina P. Pf. 0.018( 0.216), Polen Zloty 0.50 ( 6.-), Portugal Esc. 2.-( 24.-). Rumänien Lei 10( 120.-), Saargebiet F. Fr. 1.50( 18.), Schweden Kr. 0.35( 4.20), Schweiz Frs. 0.30 ( 3.60), Spanien Pes. 0.70( 8.40), Ungarn Pengö 0.35( 4.20). USA . 0.08( 0.96).
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