Deutsche Streiflichter
Jahren
ein
Diplomunbe
kannter kleiner Geflügelzüchter in einem Dorf
Kapitulation des Völkerbundes gefordert geprügelt werden Der Kampf der Gewerkschaften
vor
dem| Reich
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Deutschland Ortsteilung
Kapitulation des Völkerbundes ernannte Schumann, der von Hitler die Verbindung dem Mutterland und den abSA und war eine Truppe von nur wenigen Dritten Reich , Auslieferung Danzigs an den beauftragte Leiter der deutschen Arbeiter- gerissenen Landesteilen aufrechterhielt. Demdas ist die verbände, den Danziger Nationalsozialisten zufolge blieben die Danziger freien Gewerktausend Mann. Jetzt ist der noch nicht 36- hemmungslosen braunen Terror jährige, der vor 20 Jahren von der Schulbank Forderung, die der Gauleiter Forster Kendzia zum Beauftragten der NSBO für die schaften Ortsgruppen der in an die Front ging, Chef der größten Polizei- in seinem Artikel gegen den Völkerbunds- freien Gewerkschaften in Danzig . Kendzia er- wirkenden Hauptverbände, die macht in der ganzen Welt. Er selbst bezif- kommissar Lester erhoben hat. Forster ver- wirkte eine einstweilige Verfügung, wonach der Gewerkschaften unterstellte sich dem ihn Vorstand des ADGB. fert die SS auf 200.000 Mann, und zu Ueber- spricht, Danzig vor dem Bolschewismus zu alles Eigentum der Gewerkschaften an und den bisherigen Ge Hier ist der Haken, an dem die Paragratreibungen scheint er, im Reden wenigstens, retten, wenn Lester ihm dabei nicht auszufolgen war nicht zu neigen. Dazu treten die Polizei- in den Arm fällt. Der Bolschewismus werkschaftsleitern verboten wurde, Geschäfte phenschlinge aufgehängt werden kann. In mannschaften aller Grade, die Gendarmerie wird in diesem Falle repräsentiert durch die irgendwelcher Art für die Gewerkschaften zu Deutschland sind die Gewerkschaften totgeschlagen und ausgeplündert worden; die Danund das Feldjägerkorps im ganzen Reiche: Deutschnationale Partei das Zen- besorgen. Das ist trum und die Sozialdemokratie, mindestens weitere 200.000 Mann. Dieser Gewaltakt bildet den Gegenstand ziger Gewerkschaften sind aber nur Gliedein dem jetzt das rungen der reichsdeutschen Gewerkschaften, ein Heer von 400.000 unter seinem die sich in einer Notgemeinschaft der Oppo- des Rechtsstreites, Kommando. Hitler wird wissen, warum sition gegen die Gewaltherrschaft zusam- Obergericht seine Entscheidung gefällt also können sie sich dem gleichen Verfahren hat. Das Gericht geht davon aus, daß die nicht entziehen. Was in Deutschland » kraft er eine solche Riesenmacht in der Hand des mengefunden haben. Der Vorstoß gegen den Völkerbund wird reichsdeutsche Aktion vom 2. Mai 1933 ein revolutionären Rechts< geschieht, müssen sich Mannes vereinigt, der am 30. Juni 1934 durch von einem revolutionärer Akt gewesen sei, auch die Danziger Gewerkschaften im gedas Niederknallen der SA- Führer nicht nur charakteristischerweise begleitet seine eigenen Rivalen beseitigte, sondern da- Rückzug vor Polen . In Danzig sind bei der neues Recht geschaffen habe. ordneten Verfahren mit Genehmigung des mit zugleich die einzige Opposition innerhalb den letzten nationalsozialistischen Exzessen Dies erhelle gerade daraus, daß Hitler , die Obergerichts gefallen lassen. und seinen auch Polen mißhandelt worden. Der polnische den Akt sanktionierende Verfügung vom 10. Die Reichstreue ist den Danziger GewerkFür Generalkommissar Pappé hat dagegen ener- Mal nicht als Reichskanzler, sondern als Füh- schaften zum Verhängnis geworden. Das Urblutige Gewaltarbeit ist Himmler zu brau- gische Vorstellungen erhoben. Egebnisse: der rer der NSDAP erlassen habe und die Ver- teil des Obergerichts spricht das mit zynichen. Das hat er bewiesen. Er selber nannte Danziger Senat entschuldigte sich offiziell fügung selbst nicht im Reichsgesetzblatt, scher Offenheit aus, indem es erklärt: auf dem Goslarer Bauerntag sein Schwarzes und versprach Besserung. Den mißhandelten sondern im» Völkischen Beobachter< erschieRicht- Polen wurden hohe Geldentschädigungen be- nen sei.» Damit, daß die Kundgebung in dieKorps das> gnadenlose schwert. Nach den Olympiatagen wird willigt. Führer der SA erschienen beim pol- ser Form erfolgte, wurde besonders hervorum Entschuldi- gekehrt, daß es sich nicht um einen Akt der zunächst es nieder- nischen Generalkommissar, sich zeigen, auf wen wiederho- ordentlichen Gesetzgebung, sondern um einen sausen wird. Die Ernennung Himmlers gung und Besserungsgelöbnis zu len. Ein paar Burschen der Hitlerjugend revolutionären Akt handelte, der letzspricht nicht gerade für die von so vielen im wurden im Schnellverfahren zu Gefängnis- ten Endes auf den Führer der RevoluAusland ersehnte» Normalisierung«. Was strafen verurteilt, und der Senatspräsident| tion selbst zurückzuführen war.<< Streicher in der Rassen- Pornographie ist, das Greiser gab Order, daß kein Pole mehr geder Brutalität gegen bedeutet Himmler in alles>> Niederrassige<. Juden, Marxisten und zwungen werden dürfe, die Hakenkreuzflagge zu grüßen. Katholiken sind beiden untermenschliche Volksschädlinge, die, wenn nicht ausgerottet, werden doch niedergehalten müssen. Himmler betrachtet seine schwarze Miliz als einen Männerorden, als einen neuen deutschen > Schwertadel«, als eine nordische Zuchtwahl und Auslese Hochrassiger, die für Jahrhunderte in ihren Nachkommen Deutschland beherrschen sollen, wie es das Junkertum bis in die jüngste Vergangenheit getan hat. Nicht umsonst heißt der Führer- Nachwuchs in den Ordensburgen> Junker<. Daß Himmler zu Kompromissen neige, hat ihm noch niemand vorgeworfen.
So
Es dürfen also in Danzig zwecks Wahrung der nationalen Ehre nur noch Deutsche um so geprügelt werden, die aber dafür gründlicher. Der Völkerbund , der Garant der freiheitlichen Verfassung der Freien Stadt, soll daneben stehen und zusehen.
Bestrafte Reichstreue
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>> Die veränderte Zielsetzung in Deutsch land wirkte sich auch für Danzig dahin aus, daß ein Recht der Danziger Gewerkschaften auf ein Eigenleben entgegen den veränderten Zielen der deutschen Verbände ebensowenig anzuerkennen ist, wie ein Recht der Gewerkschaftsführer, auf ihre Faust innerhalb ihres kleinen Bereiches die alten Ziele mit den alten Mitteln weiter zu verfolgen. Wenn sich die Danziger Gewerkschaften durch ihre Eingliede rung in die deutsche Gewerkschaftsorganisation von Anfang an deren Zielsetzung unterworfen hatten und wenn sie während der ganzen Jahre der bisherigen Eigenstaatlichkeit Danzigs diesen Zustand aufrechterhalten haben, so ist es eine unvermeidliche Folge ihres eigenen freien Entschlusses, wenn sie jetzt in das Schicksal der deutschen Gewerkschaftsbewegung mit hineingerissen worden sind.<<
Hat auch die gerichtliche Feststellung, daß Hitler der Führer der» Revolution< gegen die Rechte der Arbeiter gewesen ist, ihr pikantes Interesse, so ist die Sache soweit doch Nun hat aber die verhältnismäßig einfach. in > Revolution< nicht in Danzig , sondern Deutschland stattgefunden, und Danzig besitzt noch immer wenigstens auf dem Paeine freiheitliche Verfassung, in der pier das Recht der Gewerkschaften verankert ist. Hätten sich die Danziger Gewerkschaften was in Deutschland in den Schutz der polnischen Regierung Also mußte doch das, verbrecherische durch Gewaltanwendung begeben, hätte niemand ihnen etwas antun Rechte geworden war, in Danzig blutiges können. Daß sie jetzt gegen einen erbarUnrecht geblieben sein? Wie hilft sich da das mungslosen Gegner und die ihm willfährigen gute Obergericht? einen schweren Kampf um ihr Das Obergericht bestätigt durch dieses Ein Glücksfall kommt ihm zu Hilfe. Als Recht führen müssen, verdanken sie einzig Urteil vorher ergangene Entscheidungen, durch den Vertrag von Versailles Stücke von und allein ihrer Reichstreue! nach denen der Raub der Danziger Gewerk- Deutschland abgerissen wurden, da entschlosschaften durch die Nationalsozialisten Recht erfolgt ist. Am 12. Mai 1933 Handstreich
Das Urteil des Obergerichts der Freien Stadt Danzig im Gewerkschaftsstreit liegt jetzt in schriftlicher Ausfertigung vor. Es ist in mehr als einer Beziehung ein bemerkenswertes Dokument zur Zeitgeschichte.
gegen
Gerichte
zu sen sich die Gewerkschaften, über die neuen Die Danziger Volksstimmer erscheint ab blutenden Reichsgrenzen hinaus ihre Organt- 1. Juli wieder. Durch Entscheidung des zehn Tage nach dem sation aufrechtzuerhalten. Die gewerkschaft- Preßgerichts ist die Verbotszeit von zwei die Gewerkschaften im liche Organisation sollte ein Glied sein, das Monaten auf einen Monat abgekürzt worden.
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Durch Himmler hält nun Hitler eine einheitliche bewaffnete Reichsexekutive in der Hand, die, so lange sie zuverlässig ist, jeden Widerstand brechen kann, ohne daß die Wehrmacht sich zu exponieren braucht. Im an zwei Reiche erinnern jetzt Wissende Cäsarenworte Hitlers aus diesem Jahre: An die Drohung in Nürnberg , daß er die Partei gesetzlich mit der Durchführung von Maßnahmen betrauen werde, wenn» die Bürokraten< versagen, und an den Aufschrei in Det mold am 15. Januar: Sie kennen mich noch lange nicht! Der NationalAdolf Hitlers Verbrechen an der deutschen Minderheit in Ostoberschlesien sozialismus regiert nach seinen Ideen, und die anderen werden Nach fast dreiwöchiger Dauer ist am 20.| Nachrichtendienst, der bei der Beuthener aber sie waren nur für die polnische Polizei im sogenannten Polizeibüro bestimmt, damit diese die geheime NSDAP sich fügen müssen.< Nun stehen vier- Juni vor dem Kattowitzer Bezirksgericht der Gestapo hunderttausend Bewaffnete für diesen Zwang Prozeß gegen 119 Angehörige einer geheimen endete und die Gestapo nicht nur über den beseitige, die der Einigung des Deutschtums aber im bereit. Eine Macht, die um so größer ist, Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter- Stand der gleichgeschalteten Verbände Adolf unter Adolf Hitler schädlich sei, daß er mit als unzähligen jungen Menschen Stellung und bewegung zu Ende gegangen, der mit der Hitlers innerhalb der deutschen Minderheit Prozeßverlauf ergab es sich, Vorrechte in der riesigen Polizeiarmee er- Verurteilung von 105 deutschen» Volksgenos- unterrichtete, sondern nebenbei auch die pol- Stellen der Gestapo in Gleiwitz und Beuthen strebenswert sein beschimpfte und in Verbindung stand und auch den deutschen werden. Dazu gehören sen« Hitlerschen Couleurs zu etwa 300 Jah- nischen Organisationen
300 Jahre Gefängnis im Kattowitzer Naziprozeß
ihre Abberufung
einwandfrei eraus die
nicht zuletzt auch viele Soldaten, die nach ren Gefängnis abgeschlossen wurde. Die unter anderem zum Ergebnis kam, daß es Generalkonsul als unzuverlässig denunzierte, ihrer Dienstzeit Versorgung suchen. Scharf sieben Hauptangeklagten, die zu 10, 8 und 7 hier nur» Schweinspolen gebe, die der Natio- da er den Nazis nicht freie Räume im Konabgegrenzt bleibt gegen Hitler- Himmlers Jahren Gefängnis erhielten, waren die Tra- nalsozialistischen Deutschen Arbeiterbewe- sulat zur Verfügung stelle und außerdem die Hausmacht das Offizierskorps der Reichs- ger der Geheimorganisation, die gung schädlich seien. Zwar behauptet der Führer des Systemdeutschtums als unzuverwehr, aber der deutsche Polizeidiktator ist mit reichsdeutschen Stellen in Hauptspitzel Pilorz, der sowohl für lässig bezüglich der nationalsozialistischen bestrebt, seine eigene Offizierskaste derjeni- Verbindung standen und als Ziel der Organi - die polnische, als auch für die deutsche poli- Gesinnung hinstellte und die Abtrennung Ostober- tische Polizei Informationen lieferte, daß er forderte. gen der Wehrmacht gesellschaftlich gleich- sation Der Prozeßverlauf hat zustellen. Für seine ganze SS gilt der schlesiens von Polen anstrebten. Ein zwar seine gefärbten Berichter so abgefaßt Ehrenkodex des Offizierskorps. Ein Befehl weiterer Angeklagter organisierte einen habe, als wenn sie nach Deutschland gingen, wiesen, daß, während von Berlin vom 9. November 1935 verfügte, daß jeder SS- Mann Recht und Pflicht habe, seine Ehre mit der Waffe zu verteidigen. praktisch die Verfolgung jeder Bluttat SS den ordentlichen Gerichten entzogen. Immer gigantischer und furchtbarer wird der Gewaltapparat des Dritten Reiches . Das zeugt für die Machtbesessenheit, aber nicht für das Sicherheitsgefühl der Diktatoren. Fanatismus
Damit
Steuern
ist mehren, daß nicht endlich ein Bischof wagt oder Banditen, die gegen entsprechende Be-| sekretär Reinhardt einen Vortrag halder oder es für klug oder richtig hält, der staat- zahlung Fanatismus vortäuschen, Deutschland ten:» Warum müssen wir lichen Anmaßung als Märtyrer gegenüber- terrorisiert und ruiniert. zahlen?<< Die Antwort darauf bestand in In der Urteilsbegründung des Hüben und drüben folgenden Weisheiten:» Jede Steuerzahlung zutreten. Frankfurter Gerichts sind übrigens zwei hübVor dem Schwurgericht in Krems in geschieht durch den einzelnen Volksgenossen sche Sätze. Der eine verrät, wie es mit der Oesterreich sind eine Reihe von SA - Leuten zu nicht fremder Interessen wegen, sondern unVolksbegeisterung für das Flaggen steht: Strafen bis zu 16 Monaten schweren Kerkers mittelbar in jedem Fall > Wenn der Angeklagte an Tagen, verurteilt worden. Sie wurden beschuldigt, willen. Steuern zahlen, heißt nicht Opfer an einer Unterstützungsaktion für notleidende bringen, sondern einzig und allein seine
an denen zu flaggen sei, nicht
um seiner selbst
gemeingefährlich? flaggte, dann sagten sich seine Nationalsozialisten beteiligt gewesen zu sein. Pflicht tun, die die Natur dem einzelnen
sie es Item:
Das Schöffengericht in Frankfurt a. Main Gemeindemitglieder, daß tun hätten.< verurteilte den 46jährigen katholischen Pfar- auch nicht zu rer Alois Eckert zu drei Monaten Ge- Freiwillig würde niemand die Fahne heraus
Darum große sittliche Entrüstung in der um seiner selbst willen auferlegt und deren deutschen Nazipresse:» Oesterreich be- Merkmale geregelt sind durch Gesetze des straft Nächstenliebe.< Und Deutsch - Staates. << naturgesetzliche Steuer
Diese
fängnis und 1000 Mark Geldstrafe, weil er hängen! Noch schöner ist der andere Satz: land im Dritten Reich ? Es bestraft sogar die- theorie bedarf nun immerhin zu ihrer Praksich geweigert hat, am 9. November als dem> Der Angeklagte ist ein Fanatiker und jenigen, die zur Unterstützung der Frauen tizierung bekanntlich der Steuereintreibung. diesem Grunde gefährlich Erinnerungstag des Münchener Hitlerput- a us und Kinder von Opfern des Nationalsozialis- Reinhardt verkündete, daß in Zukunft jeder sches zu flaggen. Der Priester bekannte sich für das Allgemeinwohl!« Das Gemus sammeln und mit zwei Monaten Gefäng- Finanzanwärter das SA- Sportabzeichen erzu seiner Tat, gestand, daß er mit voller Abricht hält mithin alle Fanatiker für gemein- nis, wie in Oesterreich einige der Nazi- Ange- worben haben müsse, ehe er eingestellt werso gehandelt gefährlich, und man wird ihm nicht wider- klagten, kommt in Deutschland niemand den könne. Man darf vermuten, daß für den habe, lennte auch ab, zu erklären, ob er in sprechen wollen. Der stärkste Beweis für davon. Zukunft an jenem Tage flaggen werde. Sein die Wahrheit der richterlichen Feststellung Die Athletik
sicht aus Gewissensbedenken
Außendienst vor allem Wert auf Boxer gelegt werden wird, die dem Naturgesetz des der Finanzanwärter Steuerzahlens durch ihre Fäuste dem für die
wünschenswerten Nachdruck Hannes Wink.
Beispiel wird zwar kaum Nachahmung fin- ist Adolf Hitler selbst, der in» Mein Kampf << den, wird aber der katholischen Opposition und in seinen Reden sich zum Fanatismus beneuerdings zeigen, daß noch Männer im kennt, ihn predigt und schürt und rühmt und In einem Lehrgang der Reichsfinanzschule Finanzkassen Klerus sind, freilich auch das Bedauern ver- mit Horden gemeingefährlicher Fanatiker in Ilmenau sollte der Reichsfinanz- Staats- verleihen.