li�cher diesem»Gott schöfe bis ters Adolf Hitler

ihrer Hirtenbriefe das natfo»- nalsozialistische Regime grundsätzlich verworfen, wie sie das immer wieder gegen­über dem Bolschewismus ge­tan haben. Die Brücke zum Staate und auch zur nationalsozialistischen Staats parted wurde nie abgebrochen und die Gebete für den deutschen Führer und Reichskanzler erlahmten nicht. Allerdings jetzt erst in dem neuesten Fuldaer Hir­tenbriefe wird er zum ersten Male»Unser Führer« genannt, und er erhält für seinen antibolschewistischen Kreuzzug den Segen des gesamten deutschen Episkopats. Das kann ein Ereignis von Bedeutung werden. Die deutschen Kirchenfürsten machen sich in Wendungen, die sehr dem Stile von »Mein Kampf « ähneln, die»Idee« Hitlers zu eigen, daß er das göttliche Instrument sei, um Deutschland vor dem Bolschewis mus zu erretten, ja sogar Europa vom Bolschewismus zu»säubern«. Dieses mili­tärisch-polizeiliche Wort in einem kirch­lichen Dokument, das den Geist der Berg­predigt atmen sollte, ist besonders deut- Ijch. Es zeigt, wie die Barbarei unserer Tage auch Geist und Seele derjenigen ver­wüstet hat, die zur Nahrung höchster see- Werte berufen sein sollten. Von will es!« der deutschen Bi zur Salbung des Kreuzzugsrit- und zur Segnung seiner Mordmaschinen für den Religionskrieg gegen den Teufel in Moskau ist nur noch ein Schritt. Wenn Hitler ihn tut: daß dann alle deutschen Dome läuten und die Bischöfe aufrufen zum heiligen, zum ge­rechten, zum gottgewollten Krieg, ist nach diesem Hirtenbriefe gewiß, war allerdings auch schon vorher für keinen Wissenden zweifelhaft. Nur scheinbar haben che Begleiterschei­nungen des spanischen Krieges diesen Hir­tenbrief entscheidend beeinflußt. Spanien hat nur die in wirklichem Hetzton gehal­tene antibolschewistische Einlage veran­laßt. Von Hetze muß hier gesprochen werden, denn auch die Bischöfe wissen, daß Dutzende»Kommunisten« in Deutsch­ land auf Grund justizmörderischer Urteile auf die Blutgerüste geschickt wurden, nur ihrer Ueberzeugung und geistigen Betäti­gung willen. Hetze muß man diesen Teil des Bischofsbriefes nennen, weil er außer den Kommunisten auch Sozialdemokraten und christliche Arbeiter noch mehr in Ge­fähr bringt als bisher, als»bolschewi­stische Staatsfeinde« eingekerkert und ge­martert zu werden. Die Bischöfe rufen zur Ausrottung des Bol­schewismus auf, haben aber nie ein Wort gegen die Bestia­litäten des deutschen Natio­nal f as c hi smu s gefunden! Schon vor dem Faschistenaufstand ge­gen die Republik Spanien war die tak­tische Schwenkung der deutschen Bischöfe festgelegt. Sie ist ein Triumph der Na­tionalkatholiken um Franz yon Papen und wurde durch die deutsch -österrei­chische Verständigung vorbereitet, an der die päpstliche Diplomatie nicht unbeteiligt ist. Der Vatikan sieht die Ab­wehr des Bolschewismus und der westeuropäischen»frei­maurerischen« Volksfronten für brennender und wichtiger an, als die sofortige Rück­eroberung verlorener kirch­lich e r P o s it i on e n in Deutsch­ land . Daher die auf vatikanische Wei­sung erfolgte internationale katholische Predigt und Presseoffensive gegen alles, was bolschewistisch ist oder sich mit Kom­munisten taktisch verbündet. Die Kom­munisten sind schlecht beraten, wenn sie glauben, diesem Sturm dadurch begegnen zu können, daß sie ihren notorischen Atheismus und ihre radikale Kirchenfeind­schaft, die doch wahrhaftig in Bergen von Material bezeugt sind, bußfertig ableug­nen, Die seit längerer Zeit dauernden inof­fiziellen Verhandlungen zwischen den Bi­schöfen und der Reichsregierung sollen nun offiziell in Gang kommen. Auf bei­den Seiten gibt es Optimisten, die sich insbesondere auch von einer persönlichen Begegnung zwischen Adolf Hitler und dem einen oder anderen Kardinal oder Bischof etwas versprechen. Soviel dürfte aber gewiß sein, daß der Nationalsozialismus von den vielen der Kirche abgenom­menen Bastionen nichts preis­geben wird. Es ist durchaus mög­lich, daß Hitler versöhnliche und gnaden­reiche Gesten auf dem Justizgebiet macht, aber der»politische Katholizis­mus«, worunter das letzte Kirchenblatt

Polens neuer Kurs

Die Erneuerung des französisch­polnischen Militärbündnisses be­deutet für das Hitlerreich nicht weniger als den Zusammenbruch seiner ganzen blsherl gen Außenpolitik. Denn ihr einziges Aktl- vum, das ziemlich allgemein für sicher gehal­ten wurde, war der deutsch -polnische Freund­schaftsvertrag. Er war mit dem Verzicht auf die Grenzrevision im Osten und mit der Preisgabe der deutsch -russischen Freund schalt teuer genug erkauft. Kein Minister der Republik hätte ein solches»O s t- 1 o c a r n o« riskieren können, ohne In Gefahr zu geraten, erschossen zu werden. Hitler ris­kierte es, weil er den nationalistischen Meu chelmord nicht zu fürchten brauchte, und well er die Notwendigkeit fühlte, den Ring des Mißtrauens, der sich noch seinem Macht­antritt um Deutschland legte, wenigstens an einer Stelle zu durchstoßen. Das Opfer Ist umsonst gebracht, der Ring Ist wieder ge schlössen. Warschau hat sich gegenüber Berlin als der überlegene Spieler gezeigt- Es hat von der nationalistischsten Regierung, die Deutsch­ land je gehabt hat, den Verzicht auf den Korridor, Posen und Oberschlesien , erreicht, ohne von den Vorteilen, die ihm das Bündnis mit Frankreich sicherte, auch nur das geringste aufzugeben. Ja, er hat sich sogar auch vor dem Vorwurf der Untreue ge­schützt, Indem er nie aufhörte zu versichern, daß sein Bündnis mit Frankreich unverän­dert fortbestehe. Die Erneuerung dieses Bündnisses wirft alle Südostpläne Hitlers über den Haufen. Ein polnisch- tschechoslowakisch- rumänisch- Jugoslawischer Bund, hinter dem im Osten Sowjetrußland stünde, und der sich südlich im Balkanbund fortsetzte, müßte die deut­ sche Außenpolitik auch nach dem Südosten hin unbeweglich machen. Daran könnten auch wirtschaftliche Abmachungen mit Ru­ mänien und Jugoslawien wenig ändern. Diese beiden Staaten wissen ohnehin, daß die deut­sche SUdostpolitik mit dem ungarischen Re­visionismus untrennbar verbunden ist. Das Gerede von einem deutsch-italienisch-öster- reichisch-ungarischen Block war gar nicht

mehr notwendig, um sie auf diese Tatsache aufmerksam zu machen. Im ganzen lief Hitler « Außenpolitik dar­auf hinaus, durch militärische Machtanhäu­fung einschüchternd zu wirken und von den schwächeren Nachbarn im Osten Unter­werfungsverträge zu erzwingen. Der Vertrag mit Polen sollte der erste dieser Art«ein, der mit Oesterreich der zweite, ein dritter war mit der Tschechoslowakei geplant. Das alles fällt nun wie ein Kartenhaus zu­sammen. Was bleibt Hitler übrig als der Versuch, wieder dort anzufangen, wo die Republik aufgehört hat? Je weiter sich Polen von ihm entfernt, desto mehr Ist er genötigt, die Wiederannäherung an die Sowjetunion zu suchen. Aber den Weg dabin hat er sich mit seinem antibolschewlstischen Geschwätz und den unsinnigen Ukraineplänen selbst verbar­rikadiert.

ÜMlgarieB im Schatten Hltters Eine Kundgebung der bulgarischen Sozialdemokratie. Wir haben vor kurzem über die Lage In Bulgarien berichtet, wo durch den Vorstoß der faschistischen Gruppe um Z a n k o w eine Entscheidung nahegerückt ist. Der Zentral- Ausschuß der sozialde­mokratischen Partei hat zu dieser kriti­schen Situation In folgender Erklärung Stellung genommen. Die Art und Welse, in welcher die Regie­rungskrise am 4. Juli 1936 ihre Lösung fand, wobei das Kabinett Kiosselwanoff nach lang­wierigen Verhandlungen und unzähligen Be­sprechungen teilweise abgeändert wurde, stellt an sich ein« Ueberr&scbung dar. Da« neue Kabinett, In welche« zwei Ver­treter der Zankow-Partel berufen worden sind, kann nicht zur Normalisierung und Be­friedung des Landes, sondern nur zur Be­festigung und Le g al i s i e r u ng d e r Diktatur beitragen. Ein solches Kabinett kann keine freien Parlamentawahlen durch­führen. Durch die Dekretierung eines reaktionären Wahlgesetzes soll

der freie Wille der Wähler vergewaltigt wer­den. Durch die Abänderung der Verfassung in einer nicht festgesetzten Art und Weise wird sich die Diktatur schlimmer und gefähr­licher als die jetzige endgültig zu festigen trachten. Es ist nicht diese Regierung, die das bul­garische Volk wünscht. Es ist nicht die Regie­rung, die die Not des Landes augenblicklich erheischt. Es ist eine verwegene Heraus­forderung im Angesicht des ganzen Volkes. Wir protestleren gegen diese Herausforde­rung. Die Wiederherstellung der Verfassung und der Freiheiten obliegt jenen, welche immer für sie gekämpft und sie unausgesetzt ver­teidigt haben. Dies bleibt auch heute die Auf­gabe, die große und wichtige Aufgabe des Soziallsmus und der Demokratie in unserem Lande. Indem wir unseren Weg zur Schaffung einer mächtigen Bewegung für große Umge­staltungen in unserem Lande und für die Verteidigung der Interessen der Arbeiter­massen verfolgen, meinen wir, daß der Front der Diktatur, der Reaktion und des Faschis­mus eine Volks-Verfassungsfront sämtlicher Kräfte der Verfassungsmäßigkeit, der Frei­heit und der Demokratie gegenübergestellt werden muß. In dieser Front muß die Ar­beiter- und sozialistische Bewegung die Zen­tral-, bezw. die Führerstellung einnehmen, die Ihr die augenblickliche Lage der Arbeiter­massen zuweist. Wir rufen zum Kampf für die Wiederher­stellung der Verfassung und der Freiheit der Bürger, sowie zur Errichtung einer Volks­macht, alle diejenigen auf, denen die Ruhe und die Zukunft des Volkes und des Landes ans Herz gelegen Ist. Nach der Regierungserklärung sollen die Wahlen Ende Oktober stattfinden; es wird jedoch befürchtet, daß sie vertagt werden. Einstweilen sind die politischen Freiheits- rechte noch Immer nicht wiederhergestellt, die Partelen immer noch verboten und die Pressezensur wird brutal und rücksichtslos ausgeübt.

und der letzte dörfliche Theaterverein zu verstehen ist, hat keine Konzessionen zu erwarten. In den hohen Regionen des Nationalsozi aliamua möchte man ange­sichts der an den Krieg streifenden außen­politischen Spannimg und der ökonomi­schen Schwierigkeiten durchaus so etwas wie eine Befriedung mit der katholischen Kirche , deren Einwirkung auf die grollen­den Massen auch von Hitler hoch einge­schätzt wird; aber die eigentlichen Welt­anschauung s-Nationalsozialisten hal­ten eine tiefere Versöhnung für unmög­lich. Ihr Mißtrauen gegen den Klerus ist unvermindert. Vom Weltanschaulichen ab­gesehen, halten sie den Katholizismus auch national für unzuverlässig, da den Kleri­kern in ihrer Masse die nationale Beses­senheit für das unbedingte Durchhalten mit allen Mitteln im Kriegsfalle fehle. Es gibt aber kirchlich sowohl wie na­tionalsozialistisch sehr einflußreiche Männer, die einen Verständigungsfrieden auch auf dem umstrittensten Gebiete, dem Erziehungswesen für nicht so schwer zu verwirklichen halten. Ein führender Je­suit formulierte das so:»Es werden sich Wege finden lassen, die Interessen der Erziehung, wie die Kirche als die Hü­terin und Mittlerin der Religion zu wahren hat, mit jenen, die dem Staat aus seiner konkreten Situa­tion rechtmäßig erwachsen, in Einklang zu bringen. Staat und Kirche stammen von demselben Gott und stehen in keinem grundsätzlichen Gegensatz zu­einander.« Warum sollte da ein Friede ganz ausgeschlossen sein? Es werden ihn freilich beide Partner nur als einen Waffenstillstand betrachten. Aber das war und ist bei den meisten Frie­densschlüssen so. Der Nationalsozialismus in seinen Rosenbergern mag träumen, den Katholizismus besiegen und auflösen zu können. Die Kirche aber rechnet nicht mit den»tausend Jahren« Adolf Hitlers , sondern mit Ewigkeiten, und sie leitet aus ihrer kirchenpolitischen Erfahrung mit vielen Revolutionen und Diktatoren die Erfahrung her, daß der Fels Petri macht­voll aus den sinkenden Fluten des Zeit­geschehens sich erheben wird, wenn längst die Zäsaren darin ertrunken sind. H 1 1- 1 e r sucht Frieden mit der Kirche, um auf den errungenen Positionen, seine Macht zu stabilisieren; die Kirche will den Frieden, um von dem mühsam Behaupte­

ten aus allmählich zu ihren alten Einfluß­sphären möglichst weit wieder vordringen zu können. Wer sich dabei verrechnet es können auch beide Partner sein wird die Zukunft lehren. Diese Zukunft birgt für den Katholizis­mus in Deutschland schwere Probleme. Verständigt er sich mit dem Faschismus, so geschieht es mit einem Staate, auf des­sen äußere und inneren Politik die Kirche keinen Einfluß hat. Es fehlt jedes selb­ständige geistige und organisatorische ka­tholische Leben, wie es in der Republik und im Kaiserreich blühte und die Verbindung zwischen der Staatspolitik und der Kir­chenpolitik herstellte. Die Massen der katholischen Arbeiter, Bauern und Mittelständler sind aber nicht nur als Kirch­gänger, sondern auch als Staats- und Wirtschaftsbur- ger von dem Hitlersystem ab­gestoßen. So bleibt von der sozialen Seite ihre Opposition gegen den Hitleris­mus, und ihre Sorgen, ja ihr Zorn und ihr Haß werden nicht dadurch gemindert, daß aus der Enzyclica Quadragesimo anno und aus zahllosen Kommentaren Verbindungs­linien zu den vollkommen unausgegorenen und verworrenen nationalsozialistischen Sozialideen hergeleitet werden können. Kein katholischer Standesverein und auch kein katholischer Kleriker auf der Kanzel wird die päpstliche Soziallehre frei erör­tern und mit der nationalsozialistischen Wirklichkeit kenfrontieren können. So werden die katholischen Massen auch im Kirchenfrieden politisch und sozial fuhrer­los bleiben, wie sie es niemals in der deut­ schen Vergangenheit gewesen sind. Für eine antihitlerische und klar soziali­stische Politik bleiben die Katholiken Deutschlands ein großes Eroberungsfeld, ganz gleich wie die Bischöfe sich zum herrschenden Regime stellen, aber man wird ihnen eine sozialistische deutsche Zukunft zeigen müssen und eine große Sache nicht an kleine Ta­gesschläue preisgeben dürfen. Hannes Wink.

gen Friedens ablehnen, der unserer Doktrin und unserem Temperament fremd ist, wünschen wir solange wie möglich mU allen In Frieden zu leben...« Für den Faschismus, der darin dem deut­ schen Nationalsozialismus gleich ist, hat nur der ewige Krieg, der durch ge­legentliche Frledensperiodeo unterbrochen wird, einen Sinn. Der neue Ausbruch Ist ihm eine Frage nicht des Ob, sondern nur des Wann. Mit solchen Doktrinen und Temperamen­ten kann es für den echten Friedensfreund keinen Ausgleich geben. Nur im Kampfe gegen sie kann Europa vor der Vernichtung durch einen aweiten Weltkrieg bewahrt wer­den.

Krieg nur Zeitfrage In seiner Rede zum Abschluß der großen italienischen Manöver leistete sich Mussolini folgende Aufrichtigkeit: »Obwohl wir den Unsinn des ewi-

Die spanische Tragödie Immer noch»schändliche Komödie der einseitigen Nentralität«. Die Konvention über die Nlchtbellcfc- rung der spanischen Regierung wie der faschistischen Bebellen mit Waffen and Kriegsmaterial ist immer noch nicht voll in Kraft gesetzt. Das Streben der faschi­stischen Mächte ist offenbar, diese Kon­vention zu einem der schändlichsten Kapi­tel der politischen Geschichte zu machen. Noch am Tage des formellen Inkrafttretens bat Italien 24 Flugzeuge für die meutern­den Generale In Vigo abgeliefert. Seitdem aber weigert sich die portugiesische Difctatarregierung mit synlseher Zähigkeit, die Konseqnenzen ans der Kon­vention zu ziehen. Portugal Ist noch wie vor der politische und militärische Sam­melplatz der Rebellen, der Rückhalt für ihre Operationen. Als eine der ersten Taten des geplan­ten KontroUansschnsses zur Durchführung der Konvention ist das Ve'rbot der Freiwilli genwerbnng für Spanien Ins Auge gefaßt. Aber Franco führt stän­dig neue farbige Trappen ans Marokko gegen die Verteidiger der spani­ schen Freiheit. In diesem schreienden Gegensatz zwi­schen Recht und»Völkerrecht« spiegelt sich die heutige Machtlage in Europa . Das, was angesichts dieser Machtlage als Völ­kerrecht gilt, hemmt und schwächt das Recht und stärkt und bewaffnet das Un­recht!