Nr. 175. 17. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt.
Tokales.
China - Postkarten. Ein altes, bekanntes Sprichwort kann man heute wie folgt variieren: Beige mir Deine Ansichtskarten, und ich will Dir sagen, wer Du bist. Die Roheit gewisser Schichten des patriotischen Bürgertums wird durch nichts besser illustriert, als durch die von ihm bevorzugten Ansichtskarten. Auch der jetzige glorreiche Kriegszug gegen China hat auf diesem Gebiet recht fibel duftende Gewächse zur Blüte gebracht. In allen Schaufenstern hängen die China - Karten, die immer die germanische Kraft im hellsten Licht erstrahlen lassen, im günstigen Fall die Chinesen einfach verulfen, wogegen andre den niedrigsten Botenfarten, wie sie von einer gewissen Menschenklasse zu Neujahr verschickt werden, an Gemeinheit nichts nachgeben.
Auf einer Karte lesen wir:
Die Jacke voll.
Echi- ti- uti, der Dredfint, in Thränen zerfließt: Wer hätte gedacht, daß der Stoff so schnell schießt. Schi- ti- nti, es giebt was, paß auf mur, du Biest, Du wirst noch geradert, geköpft und gespießt.
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Die Karte ist im Verlage von Dr. Eysler erschienen, die Zeichnung dazu von F. Jüttner, einem talentvollen Zeichner der Luftigen
Blätter.
Der Tegt einer andern Karte lautet:
Ihr warft die Schweinewirtschaft nieder,
Num teilt Euch in die Wurst, Ihr Brüder! Urgermanische Kraft verkündet die folgende Karte: Deutscher Matrose zum englischen Admiral Schmour: Laß man jut find, Jungeten, mit dem wirst Du nicht fertig, den
müssen wir mal vertobaken."
Auf einer andren Starte heißt es überaus witzig: Wo sich jung Deutschlands Fahnen zeigen, Die Schnurrbarthaare zu Berge steigen!
Dienstag, 31. Juli 1900.
Da ein Arzt in der Nachbarschaft nicht zu finden war, so rief man arbeitern in das Gehöft eingedrungen und hatte fünf Pferde aus gleich einen Koppfchen Rettungswagent. Da gerade ein Wagen an den bereits brennenden Ställen gerettet. Mit unheimlicher Schnelliggespannt war, so befand sich die Unglückliche bereits 10 Minuten teit hatte das Feuer in wenigen Minuten nicht nur den ganzen nach dem Unfall in einem Krankenhause. Trotzdem wird es kaum Schuppen erfaßt, sondern war auch auf die Dachstühle der beiden möglich sein, sie am Leben zu erhalten. Die Haare find ihr vom Pferdeställe und auf mehrere abseits stehende mit Leitern und Stopfe vollständig abgefengt, die Schultern, der Rücken, Arme und Brettern voll beladene Lastwagen übergesprungen, so daß sich die Beine stellenweise so schwer verbrannt, daß das Fleisch in Feßen Feuerwehr vor einem gewaltigen Glutmeer befand. Zum Ueberherabhängt. Die Angehörigen wurden aus Eberswalde telegraphisch fluß wurde auch noch behauptet, daß ein Kutscher samt seiner Frau sich noch in der brennenden Dachwohnung über herbeigerufen. die Schon stand dem einen Pferdestall befänden.
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Wegen versuchten Mords ist die obdachlose Ehefrau des Drehorgelspielers Weigel am Sonnabendabend verhaftet worden. Die der Außenseite nach dem Dachgeschoß führende leichte Holztreppe in Flammen, als Brandmeister Bliesener zwei seiner dem Trunk ergebene, 30 Jahre alte Frau tam am Sonnabend furz Leute beorderte, nach oben vorzubringen. Beide Wehrmänner wurden nach 9 Uhr abends mit ihrem acht Monate alten Knaben nach dem dabei fortwährend unter Waffer gehalten, so daß sie Bahnhof Schönhauser Allee und wartete auf einen Ringbahnzug. sich unbeschädigt ihrer Aufgabe entledigen fomuten. Die angeblich Wieder schwer betrunken, fiel sie durch ihre wirre Reden bald den vermißten Personen hatten sich aber schon gleich bei Ausbruch des übrigen Fahrgästen, deren sich etwa 50 auf dem Bahnsteig befanden, Feuers in Sicherheit gebracht, ohne daß es bekannt geworden war. auf. Das war, wie sich bald zeigte, für den kleinen Knaben ein Da das Feuer von mehreren Seiten aus mit 5 Wehren erfolgreich Glück. Als nämlich um 94 Uhr ein Nordringzug vom Wedding angegriffen werden konnte, wurde ihm auch bald der Weg verlegt. her einlief, packte Frau Weigel ihren Sohn, um ihn vor Immerhin aber dauerte die vollständige Ablöschung über drei die Maschine zu schleudern. Da fie jedoch durch ihr Gebahren die Stunden. Der verursachte Schaden ist beträchtlich, aber durch VerAufmerksamkeit auf sich gelenkt hatte, so nahm man ihr, Borhaben noch rechtzeitig wahr. Ein Arbeiter sprang rasch hinzu und entriß ſicherung gedeckt. Es wird angenommen, daß der Brand auf einen ihr das Kind, während andre die Mutter selbst ergriffen und fest- gemeinen Racheakt zurückzuführen sei. hielten. Der Fahrgäste, die sich in dem Zug und auf dem Bahnsteig Fenernachrichten. Schwere Brandwunden erlitten Montags befanden, bemächtigte sich eine große Aufregung. Unter einem nachmittag zwei Personen bei einem Kellerbrande in der Weberstr. 50. starken Auflauf wurde die Frau von herbeigerüfenen Schutzmännern In dem der Restaurationswitive Walbarth gehörigen Keller war aus nach der Wache des 97. Reviers in der Stargarderstraße gebracht, nicht ermittelter Ursache Feuer ausgebrochen, das Frau M. zu löschen um später der Kriminalpolizei zugeführt zu werden. Ein andrer suchte, weil es noch im Entstehen begriffen war. Hierbei wurden Beamter brachte das Kind mit einer Droschte nach dem St. Josefs- jedoch ihre Kleider von den Flammen erfaßt, die sie zwar noch erheim auf dem Grundstück der St. Hedwigsgemeinde in der Pappel- sticken konnte, sich dabei aber Hände und Arme schwer verbrannte. Sie flüchtete. dann aus dem Keller. worauf auf ihren versuche waren erfolglos, Feuerruf der in der Deftillation anwesende Kutscher Albrecht mit einem Arbeiter gegen das Feuer vordrang. Ihre Löschund Albrecht zog sich dabei sehr die Flamme ein großes gefülltes Spiritusfaß unspielte, zogen fich gefährliche Brandwunden im Gesicht und an den Händen zu. Da beide Männer schleunigst zurück. Kaum hatten sie den Ausgang erreicht, als das Spiritus faß unter heftiger Detonation explodierte, den Brand in furzer Zeit. Borher brannte in der Jagowstr. 18 brand zu beseitigen war. Uebergekochter Teer veranlaßte außerdem ohne aber weitern Schaden anzurichten. Die Feuerwehr dämpfte eine Schuhmacherwertstätte aus, während Zwingliste. 9 ein Wohnungseinen Alarm nach Grünerweg 20.
Allee 110/111.
geselle Neimann zu, welcher mit einem Einspänner nach der MarktErhebliche Verlegungen zog sich am Sonntag der Schlächter, halle fahren wollte. An der Ecke der Weinmeister- und Neuen Mit einem Chinesen, dem die Schnurrbartspitzen nach bekannter Schönhauserstraße wurde das Pferd schen, jagte in die Schönhauser deutscher Barttracht gen Himmel gerichtet sind. ſtraße hinein und, den Wagen hinter sich herschleifend, auf den Eine Nation, die sich an solchen Versen erfreut, hat es wirklich Bürgersteig hinauf. St., der das Pferd nicht zu halten vermochte, dringend nötig, ihre Stultur" nach China zu tragen. suchte sich durch einen Sprung vom Wagen zu retten und zog sich beneidenswerten Leute, die das unrentable Geschäft des Obsthandels Rosenthalerstraße mit einer Droschte und jagte am Hadeschen Markt Sommerwohnung auf dem Hundewagen. Ueber die wenig hierbei erhebliche Verlegungen zu. Das Pferd raste weiter, riß vor dem Hause Nr. 11 eine Straßenlaterne um, farambolierte in der im Umherziehen betreiben, schreibt ein hiesiges Blatt: In der Nähe einer sehr belebten Straßenede waltet tagtäglich gegen den Inselperron. Hierbei wurde der Fleischerwagen zer ein Dugend solcher fliegenden Obst- und Gemüsehändler ihres Amts. trümmert, das Pferd stürzte und konnte nun endlich zum Stehen Ihre Seßhaftigkeit oder vielmehr Standhaftigkeit hat einen Freund gebracht werden. unfres Blatts veranlaßt, doch einmal aufzupassen, wann diese Leute eigentlich das Geschäft schließen. Er mußte sehr lange warten, bis nach Mitternacht. Da löschte der vor seinem Hause haltende Obstprinzipal die Leuchte aus und begab sich unter das Zeltdach des Wagens zur Nachtruhe; seine Leute, ein junger Mann von 18 und ein Mädchen von 10 Jahren trochen mit dem Bierfüßler, der die treibende Kraft des ganzen Geschäfts iſt, in den zweiten Wagen, um dort zu schlafen." Wir müssen gestehen, wir haben noch nicht davon gehört, daß die Straßenhändler auf ihren Hundewagen zu nächtigen pflegen. Sollte die obige Mitteilung aber wirklich auf Wahrheit beruhen, dann würden sich hier herrliche sittliche Zustände enthüllen.
Am Schlaganfall verstarb plöglich am Sonnabendabend im Zoologischen Garten der hier zum Besuch weilende 70 jährige Dr. Pintus aus Marienwerder.
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Für unbemittelte Angenkranke ist im St. Marienstift, Laufigerstr. 41 unter Leitung von Dr. Erzelliger eine Poliklinik errichtet worden. Die Sprechstunden finden werkläglich von 8-10 Uhr vormittags statt.
In der Marienkirche veranstaltet Musikdirektor Otto Dienet MittAufgeklärt ist jetzt der Selbstmord, den am Freitagmittag ein wech, den 1. August, mittags 12 Uhr, eine zweite Bach Feier zum alter Herr in einer Badeanstalt am Alexanderplay verübte. Nach Gedenken an den 150 jährigen Todestag des Meisters. Das aus Bachschen einer Karte, die man bei ihm fand, hielt man, wie wir mitteilten, Stompofitionen bestehende Programm wird ausgeführt von Herrn Dienel, den Selbstmörder zunächst für einen Geschäftsmann aus der Brücken Frau Gertrud Thomas, Frl. Teresina Glaeser, Hrn. 2. C. Breeuws, Hrn. straße. Erst später ermittelte man, daß es der 76 Jahre alte Rentner Hans Buffening, Bionist, Sin. Rob. Schwiesselmann und Hrn. Franz hatte im Dezember vorigen Jahres das Unglück, in der Köpenicker Die Gesellschaft Urania hat angesichts des regen Besuchs ihrer Alexander Joseph aus der Köpenickerstraße 79 ist. Der alte Mann Alter. Der Eintritt ist frei. straße bei der Glätte zu fallen. Seitdem war er kopfleidend und Sternwarte vom Landes- Ausstellungspark aus eine Eintritts- Ermäßigung sehr nervös. Auf Anordnung seines Arztes ließ man ihn nie allein geschaffen, welche darin besteht, daß gegen Guffeine, die au sen sath bie ausgehen. Am Freitagmorgen um 9 1hr aber benugte er einen Berkaufsstellen im Ausstellungspalast unentgeltlich zu haben find, fich die Besichtigung des Instints in der Invalidenstraße auf 30 Pf. ermäßigt; unbewachten Augenblick, um sich über die Hintertreppe zu entfernen. Diese Gutscheine sind überdies noch übertragbar und bis zum 1. Ottober In der Brückenstraße fanfte er sich dann ein Raftermesser und schnitt gültig. Diese Neuerung dürfte unter den Besuchern der Kunstausstellung sich mit diesem in der Badewanne den Hals durch. Im Kranken- um so mehr Anklang finden, als der Sternhimmel augenblicklich eine seltene Die Direktion der Berlin Charlottenburger Straßenbahn, haus am Friedrichshain starb er einige Stunden nach der Auf- Fülle interessanter Objekte bietet. welche durch Personalunion mit der Direktion der Großen Berliner name. Straßenbahn- Gesellschaft vereinigt find, siedelt bereits am Große Savarie erlitt gestern, Montagnachmittag, der Omnibus nächsten Mittwoch, den 1. August, nach Berlin über. Nr. 23 der Linie Schönhauser Adee- Kottbuser Brücke. An der Ecke Sie sind in den Räumen der Berliner Direktion im Hause des der Beuth- und Leipzigerstraße brach ihm das linke Hinterrad. Die Apollo- Theaters, Friedrichsir. 218, so lange untergebracht, bis das Fahrgäste im Innern und auf Ded wurden bei dem heftigen Rud, neue Direktionsgebäude der Großen Straßenbahn am Leipziger mit dem er liegen blieb, start durch einander geschüttelt, tamen aber Play fertig gestellt ist. In Charlottenburg verbleibt lediglich die ohne Schaden davon. Betriebsinspektion und Bahnhof- Verwaltung. Der Betrieb der
Fürst Peter Krapotkin, einer der befähigtsten Vertreter des Anarchismus, wird in nächster Zeit im Verlage von Dietz in EStutt gart seine Memoiren herausgeben.
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Aus den Nachbarorten. Arbeiterinnen für Pankow Niederschönhausen . Heute, Dienstag, abends 82 hr, Berjammlung bei Gettelorn in Nieder schönhausen , Bortrag. Referent wird in der Versammlung bekannt gegeben. Ausgabe der Fadel" an die Mitglieder. Gäste willfommen.
Charlottenburger Linien wird vorläufig in der alten Weise weiter- In seinem Bett tot aufgefunden wurde am Sonntagmorgen Ans Rigdorf. Unter einen Wagen der elektrischen Straßens geführt. Erst allmählich sollen die Einrichtungen der kleinen der 31 Jahre alte Stuccateur Albert Krause, der feit zwei Jahren bahn Dönhoffplatz- Sefebeckstraße geriet Sonnabendabend der Gesellschaft deren der großen angepast werden. Ez bei der Witwe Brandt in der Lankwißstraße 5 wohnte. Stranje war sjährige Sohn des Arbeiters Stelze aus der Steinnesstr. 59. Glück haben jedoch schon seit einiger Zeit die Betriebsbeamten seit dem Anfang März d. J. halsleidend und konnte nur wenig licherweise kam der sinabe, dem in der Unfallstation XII die erste der Charlottenburger Straßenbahn die Uniform der Großen arbeiten. Am Sonnabend fühlte er sich, als er um 10 Uhr zu Bett Hilfe zu teil wurde, mit leichten Quetschungen und HautAm andern Morgen um 9 1hr fand abschürfungen davon.Berliner , dunkelgrau mit grünem Sragen 2c., gegen ihre ging, verhältnismäßig wohl. Die früher von den Amtsgerichten in frühere impraktische hellgraue vertauscht. Nachdem die Große Ber- ihn ein Arbeitsgenosse, der mit ihm das Zimmer teilte, tot im Bett den Vororten geführten Handels- und Firmenregister sind bekanntliner die ehemalige Neue Pferdebahngesellschaft, die Westliche und liegen. lich seit Anfang dieses Jahres mit dem Berliner Handelsregister verSüdliche Vorortbahn und jetzt auch die Charlottenburger Gesellschaft Zum Krüppel gefahren wurde am Sonnabendabend der einigt worden und werden num von dem Amtsgericht I Berlin geaufgejogen hat, bleibt an Straßenbahnen in Berlin nur noch wenig 32 Jahre alte verheiratete Kutscher Valentin Piesnack aus der Berg- führt. Da die Geschäftswelt in den Vororten hierdurch große übrig, was nicht zu ihrem Bereich gehört: die beiden Linien von straße 9 zu Niydorf, der bei Nicolai in der Mühlenstraße beschäftigt Nachteile hat, beantragte der Rigdorfer Magistrat, die Zurückverlegung Der Justizminister Siemens u. Halste nach Pankow und nach Treptow , die Straßen- war. Biesnad war vermutlich unter der Einwirkung der Hize auf der Register nach dem Nigdorfer Amtsgericht. bahn nach Hohenschönhausen der Continentalen Gesellschaft für seinent beladenen Sohlemvagen eingeschlafen. In der Hannoverschen hat jeyt im Einverständnis mit dem Kammergerichts- Präsidenten das elektrische Unternehmungen in Nürnberg , sowie endlich die Deftliche Straße fiel er um 8 Uhr abends so unglücklich herab, daß er unter Gesuch unsres Magistrats abgelehnt. Vorortbahu mit dem Spreetumet. die Näder geriet. Die schwere Last zermalmte ihm beide Ober- Ju der letzten Sihung der Briher Gemeindevertretung Der Turnverein Fichte", Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes, schenkel. Ein Schutzmann des 5. Reviers brachte den Berunglückten wurde beschlossen, den projektierten Schulhausbau in der Rudowerhielt am vorigen Sonntagnachmittag anläßlich seines zehnjährigen nach der Charité. straße zunächst mit 16 Klassen und allen Nebenbauten( Turn Bestehens in der Turnhalle, Brinzenstr. 70, ein Schauturnen ab. Es Eine fchreckliche Ueberraschung wurde vorgestern morgen halle ufiv.) zur Ausführung zu bringen. Die Kosten des Baus find begann um 4 Uhr mit dem Einmarsch der Männer- und Lehrlings- dem Arbeiter Meeguleit in der Wilhelmshavenerstraße 49 bereitet. auf rund 200 000 Wt. veranschlagt, von welcher Summe die Gemitglieder in einer Vierer- Stirnfäule. Nach den ersten Egercitien Als er umt 6 Uhr zur Arbeit gehen wollte, vermiste er den Kaffee, meinde 66 000 W. übernehmen will, während die übrigen 134 000 m. hielt der Vereinsvorsitzende eine kurze martige Ansprache, in der er den ihm sonst seine Mutter regelmäßig zurecht machte. Mit der als staatliche Beihilfe aus dem im nächsten Jahre zur Ausschüttung den zahlreich erschienenen Zuschauern für ihr Erscheinen dankte: Frage:„ Mutter, bekomme ich denn heute feinen Kaffee?" öffnete er gelangenden Zehn- Millionen- Fonds erbeten werden sollen. er führte dann weiter aus, wie nüglich das Turnen gerade die Stubenthür und sah nun die Mutter als Leiche an der Thür- Berhandlung über den Anlauf des Schulgrundstücks ward für die arbeitende Klaffe, die unter so ungünstigen Verhältnissen angel hängen. Die 55 Jahre alte Frau litt an epileptischen Kommission eingesetzt. existieren müsse, sei. Das Turnen erhalte nicht nur den Körper ge- Strämpfen und hat wahrscheinlich in geistiger Verwirrung Hand an fund, fondern auch den Geist, und das sei in unsrer Zeit, des Servis fich gelegt. lismus der Geistestnechtschaft, besonders notwendig. Das Programm bestand aus 14 Nummern. Besonderen Beifall fand der von zwei Ein langjähriges Leiden hat den früheren Schneidermeister Damen - Abteilungen ausgeführte Reigen. Auch die Stabübungen der Morig Feder veranlaßt, Hand an fich zu legen. Feder, ein Mann Männer- Mitglieder machten einen guten Eindruck, wie überhaupt das von 78 Jahren, lebte jeit 7 Jahren als Hofpitalit in der städtischen ganze Arrangement trefflich gelungen war. Altersversorgungs- Anstalt in der Schönhauser Allee . Seit fünf Jahren innerlich leidend, war er in den letzten Wochen sehr niedergefchlagen. Vorgestern morgen fand ihn ein Mädchen, das zum einmachen tam, erhängt auf.
Zur
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Lebensgefährliche Zustände herrschen in Treptow an der Endhaltestelle der Großen Berliner Straßenbahn- Gesellschaft. Die beiden Fabrigeleise Laufen dortselbst in vier Paar dicht an einander gelegenen Schienenfträngen aus, die durch zahlreiche Weichen untereinander verbunden sind. Hier halten die Wagen, um Passagiere aufzunehmen und gleichzeitig zu rangieren. Das Publikum ist gezwungen, die Geleise zu überschreiten und sich durch das Gewirr der hin- und her Ein schwerer Zufammenstoß des Ningbahn- Motorwagens 1127 die Geenen, die sich hier Sonntags abspielen. Während sich die fahrenden Waggons hindurchzuwinden. Geradezu beängstigend sind mit einer Droschte rief Sonntagabend 11 1hr große Erregung unter den Passanten der Andreasstraße hervor. Der Führer des Baffagiere dem eben vorgefahrenen Wagen zudrängen, Frauen und Motorwagens hatte zu spät die Bremse angezogen, sonst wäre die Bestrafter Leichtfinn. Der 20 Jahre alte Sohn Bernhard der Kinder ihre Füße eben auf das Trittbrett gesetzt haben, Droschke noch glücklich passiert. So aber traf der mit voller Fahrt Witwe Ulrich aus der Bergstraße 1, der in einer Töpferei als Abschießt der Koloj plöglich vorwärts, so daß sich die im Aufdahersausende Motorivagen das Hinterrad und warf die Droiche in träger beschäftigt war, verbrachte den Sonnabendabend in Gesellschaft steigen Begriffenen gewöhnlich nur mit Mühe vor der Gefahr einem weiten Halbkreis herum, der Droschfenkutscher wurde herab- von Bekannten, mit denen er um Mitternacht den Landwehrkanal des Serabstürzens retten fönnen. Gleichzeitig wird auf dem Nebengeschleudert und trug eine schwere Stopfwunde und anscheinend auch entlang nach Hause zu ging. Auf dem Heimwege tam er auf den geleise ein Anhängewagen rangiert und das nun nach dem dritten innerliche Verlegungen davon. Von der Wucht des Stoßes zeugte Gedanken, noch ein Bad zu nehmen. Zwischen der Tempelherren Geleise flüchtende Bublifum vernag sich nur mit Mühe davor der Umstand, daß der Motorwagen erst ca. 15 Meter von der Un- und der Bärwaldstraße entledigte er sich auf dem Rasen am Blaus zu schüßen, von den Rädern eines gerade abfahrenden Motorwagens glüdsstätte( Langestraßenecke) entfernt zum Stehen gebracht werden fer seiner Kleider und sprang, auf seine Schwimmkunst vertrauend, germalmt zu werden. in den Kanal. Zu ihrem Schrecken aber fahen seine Begleiter, daß Im vorigen Jahre wurden an dieser Stelle einer Dame beide er unterging und nicht wieder zum Vorschein fam. Alles Suchen Füße abgefahren. Der Unglücksfall hat aber die Direktion der war umsonst. Der junge Mann war, vermutlich vom Herzschlag Straßenbahn- Gesellschaft keineswegs veranlaßt, den Uebelstand zu gerührt, ertrunken und blieb verschwunden. Die Leiche wurde erit beseitigen, was durch Verzweigung der Geleise nach der rechten und gestern, Montagvormittag an der Möckernbrücke gelandet und nach linken Seite der Chaussee geschehen könnte. bem Schauhaufe gebracht.
tonnte.
Entschlich zugerichtet wurde gestern vormittag um 91/2 Uhr die 22 Jahre alte Frau Luise Anterbach geb. Hoppe, die bei ihrer Echwester, der Frau Bureauvorsteher Maßmussen, in der Elsasser straße 45/46 wohnt. Frau Anterbach, die von ihrem Mann, einem Charlottenburg . Infolge des steigenben Mangels Friseur, getrennt lebt und die Scheidungsklage eingeleitet hat, bes fand sich allein in der Wohnung, während sich ihre Schwester mit Ein großes Schadenfeuer, dessen Entstehung auf böswillige an tleinen Wohnungen hat das Statistische Amt der Stadt ihrem Manue bei Eberswalde in der Sommerfrische befindet. Um Brandstiftung zurüdgeführt wird, witete Sonntag früh Danziger bei denjenigen Grundeigentümern, die seit dem Jahre 1996 ihre Staffee zu lochen, benugte sie eine Spiritusmaschine und goß, obwohl straße 48, gegenüber der städtischen Gasanstalt. Auf der großen Grundstücke bebaut haben, eine Enquete veranstaltet, deren Ergebnis bor diejer gefährlichen Unfitte schon so oft gewarnt ist, aus der als Lagerplatz dienenden Gelände hatte die Firma G. Wesenhagen flipp und flor den Betveis dafür liefert, daß die Tendenz dabin geht, Flasche Epiritus in die brennende Flamme nach. Die zwei Pferdeställe und mehrere Schuppen aufgeführt. Einer der nur noch größere Wohnungen zu banen J Jahre 1896 fantent Flasche explodierte. und ihr brennender Inhalt setzte leztern, der eine Länge von etwa 30 Metern hatte und rait Gerüft- auf eine nenerbaute Wohnung noch 2.72 heizbare Zimmer im Durch die ganze Kleidung der Frau sofort in Flammen. Auf leitern, Brettern und Stangen( zu Baugerüften) angefüllt war. schnitt, im Jahre 1897 bereits 3,29, im nächsten Jahre 3,45 und im Jahre Das Feuer wurde früh 1/23 11hr zuerft 1899 jogar 4,02. Auf je 1000 neue Wohnungen entfielen im ihr Hilfegefchrei eiita der Reisende Lappe, der ein Zimmer ab ist total eingeäschert. und gemietet hat, herbei, goß der Frau einige Eimer Wasser über den von der Gasanstalt aus bemerkt dann mehrfach ge- Jahre 1896 noch 542, die bis zu zwei heizbaren Zimmern hatten, im Kopf und löschte so die Flammen. Nachbarn wideften die am ganzen meldet, jo daß vier Löschzüge, darunter zwei Dampfsprigen, Jahre 1897 mur noch 418, und im Jahre 1899 fant diefe Bahl bis Körper Verbrannte su nasse Tücher, um ihre Schmerzen zu lindern. Herbeteilten. Noch vor ihrer Aufunft war ein Schugmann mit Gas auf 342. Dagegen ist die Zahl der Wohnungen von 7 und mehr