Die amtliche Bestätigung. Washington, 17. August. Admiral Neme y telegraphiert aus Tatu von heute früh 1 Uhr: Soeben habe ich aus Tientsin folgendes Telegramm vom 16. August 10 Uhr abends erhalten: " Beting ist am 15. August genommen worden, die Mitglieder der Gesandtschaften find wohlbehalten."
London , 18. Auguft. Das Marine Ministerinm hat folgende Depesche vom Admiral Bruce empfangen: Peking wurde am 15. August genommen; die Gesandtschaften find wohlbehalten.
Am 1. Juli 1899 Man nimmt an, die Kaiserin- Mutter und Prinz Tuan fliehen nicht unwesentlich vermindert. nach Singam, der uralten einstigen Hauptstadt der chinesischen wurden deren 184, am 1. Januar 1900 nur noch 163 gezählt. Herrscher tief im Innern des Reichs, etwa 1000 Kilometer entfernt Mithin stellen die Kaufleute, Händler und Pflanzer zu den von Peking , getrennt von den Küstenprovinzen durch weites Gebirgs- 60 Köpfen, um die fich die Zahl der Deutschen im Schuhgebiet in land. der letzten Hälfte des vergangenen Jahres verringert hat, nicht Will man ihnen dorthin folgen? Will man sie erreichen, weniger als 21. Dafür ist Deutsch Ostafrita nächst Riautschou auch unfre ,, teuerste" Solonie, betragen dafür doch die Ausgaben im laufenden Jahre 6 700 000 M.
wenn sie die Flucht fortsetzen? Will man alle Schuldigen", die fich an den Kämpfen beteiligt haben, fassen?
Wir hoffen, daß der Wahnvit einer militärischen Beruhigung" Chinas uns erspart bleibt. Wenn nicht die Vernunft unsrer Staatsmänner, so würde die Unmöglichkeit des Unternehmens uns davor bewahren; es fragt sich nur, ob das deutsche Volt zuvor ungeheure Tokio , 18. Auguft. Aus Tientsin wird vom 16. August, Opfer an Gut und Blut bringen soll. Selbst die„ Kreuz- Zeitung " Winfe für eine vernünftige Auswanderungspolitik giebt. Zunächst fagt:
Japanischer Bericht.
10 Uhr 15 Minuten nachmittags über Tschifu gemeldet: Folgendes Telegramm vom General Yamaguchi, datiert
Pefing, 15. August, früh ist hier eingetroffen:
Am 14. August griffen die alliierten Truppen Beking von der Ostseite an, zuerst mit Artillerie. Die Wälle wurden vom Feind hartnäckig gehalten. Der Angriff erfolgte durch
Die praktische Nuganwendung aus ihrer gestrigen Lobeshymne auf die italienischen Wanderarbeiter zieht heute die Kreuz- 3tg.", indem sie der italienischen Regierung wohlgemeinte macht das Blatt den deutschen Gutsbesitzern noch einmal den Mund Soviel dürfte sicher sein, daß eine Verwässerig mit der Schilderung der Bedürfnislosigkeit dieser aus folgung der in das Innere des Landes entländischen Proletarier. Der Tagelohn für Landarbeiter schwanke tommenen chinesischen Würdenträger nicht mög- in Süditalien zwischen 53 und 73 Pfennige bei schlechter Rost lich ist." und Unterkunft. Solche Leute können sich doch nicht allzu plöglich Einige andre Blätter versuchen die deutsche Draufgängerlust zu die Begehrlichkeit deutscher Landarbeiter angewöhnen. Wenn die italienische Regierung nicht im stande ist, durch die japanischen und russischen Truppen auf der Nordseite zügeln. Die„ Köln . Boltsztg." bezweifelt den weiteren militä- innere Reformen, namentlich im Agrarwesen und in der Steuerund die fernere Notwendigkeit des Tongchow- Kanals und durch englische und amerikanische rischen Zusammenhalt der Truppen auf der Südseite des Stanats. Während der Nacht sprengten des unter den bisherigen Umständen von ihr gebilligten friegerischen zu der Einsicht kommen müssen, daß es für die italienischen Auspreot von ihr Stiegebiet geſeggebung, die ſtarke Auswanderung einzubännmen, dann wird fie japanische Truppen zwei Thore auf der Ostseite der Tataren Aufwands: wanderer entschieden vorteilhafter ist, wenn sie in Länder ant Leib stadt und drangen in dieselbe ein. Die englischen und amerikani schen Truppen drangen durch das Tumpienthor in die chinesische Etadt ein. Sofort wurden Detachements von beiden Truppenabteilungen nach den Gesandtschaften dirigiert, wo sie zusammentrafen. Japanischer Verlust über 100, darunter 3 Offiziere, chinesischer Verlust über 400 Tote.
bod rh
*
Kämpfe in der Mandschurei . Petersburg, 18. August. Vice- Admiral Alexejew meldet dem Kriegsminister aus Port Arthur vom 13. d. M. über Tschifu vom 14. d. M. Gestern hatte General Fleischer mit dem 11. und Teilen des 1. und 3. Schüßen Regiments, 2 Compagnien und 2 Schwadronen der Schuhwache sowie mit 5 Geschützen Haitschen nach einen Kampf genommen. Die Bewegung begann am 10. August von Da- schi- tsao aus mit drei Kolonnen. Der Feind nahm sieben Werst nördlich von Da- schi- tsao eine Stellung ein und zog fich nach kurzemi Stampf mit einem Verlust von 100 bis 150 Mann zurück. Am 11. August wurde der Angriff mit 2 Kolonnen fortgesetzt. Der Feind verlor 300-400 Mann, 4 Geschütze und eine Fahne und gog fich nach Haitschen zurück. Die Russen hatten 7 Verwundete; eines der russischen Geschütze wurde demontiert. Am 12. August wurden bei Tagesanbruch die Höhenkette vor Haitschen und die Stadt selbst von den Chinesen geräumt. Es befanden sich auf seiten der Chinesen 4000 Mann regulärer Truppen, 1000 Boger mit 8 Geschügen. Der Feind zog sich nach Aissandsian zurück. General Protschitschago erließ in Wladiwostock einen Aufruf, in welchent er in chinesischer und russischer Sprache die Bevölkerung des Küstengebiets auffordert, fich nicht zu beunruhigen und den täglichen Arbeiten nachzugehen.
Politische Weberlicht.
Was nun?
Die Gesandten sind gerettet; ein widerstandsfähiges chinesisches Heer ist nirgends vorhanden; in allen Provinzen des großen Reichs, wo Fremde ansässig sind, herrscht Nuhe. Dennoch haben felbst liberale Blätter wie die Voss. 8tg." fein Wort einzuwenden gegen die Fortführung des Kreuzzugs, die Entsendung neuer Regimenter und des Oberkommandeurs, für den es nichts mehr zu kommandieren giebt.
Man hatte sich den Verlauf der Dinge ganz anders gedacht. Die deutschen Fahnen sollten auf den Mauern Petings flattern und der blutige Ruhm der deutschen Soldaten sollte die Welt erfüllen. Nun ist das Rettungswerk vollbracht, ohne daß Waldersee die faiser liche Gabe des neugefertigten kostbaren Feldherristabs, benutzen durfte, ohne daß wir dabei waren. Die Regierung vermag sich noch nicht in die neue Situation zu finden. In Wilhelmshöhe gab am Sonnabend der Kaiser ein Fest zu Ehren Franz Josefs von Oestreich und das Fest war zugleich ein Abschiedsfest für den„ Oberkommandierenden in Ostasien ". Das Depeschen- Bureau meldet aus Wilhelmshöhe :
" Se. Majestät der Kaiser begrüßte das Oberkommando und überreichte dem Grafen Waldersee einen Feldmarschallstab mit einer Ansprache ,, auf welche Graf Waldersee dankend erwiderte... Der Kaiser brachte während des Mahls einen Trinkspruch auf Kaiser Franz Josef aus, der mit drei Hurras schloß... Nach beendetem Mahle begab sich Se. Majestät der Kaiser mit dem Grafen Waldersee zu Wagen nach dem Bahnhof, wo die Fahnentompagnie des Regiments Nr. 167 Aufstellung genommen hatte. Se. Majestät trug ebenso wie General - Feldmarschall Graf Waldersee lanenuniform. Der Abschied war ein überaus herzlicher. Se. Majestät umarmte und füßte den Grafen und füßte der Gräfin Waldersee die Hand."
Keine Auskunft über China ! Die Regierung schweigt, der Kaiser schweigt. Aber Walderfee wird abreifen! Was soll er noch in China ? Niemand vermag eine flare Antwort auf diese Frage zu geben.
"
Nur in der Kölnischen 8eitung" tauchen Aeußerungen über fernere deutsche Pläne in China auf, die, wenn sie aus offiziöser Quelle fließen, alle Befürchtungen einer verstiegenen Rachepolitif bestätigen und übertreffen. Die Kölnische Zeitung " fagt:
of all eit und eben siger zum Niederschmettern haben? Ein Ausgang nach dem find, und sollte daher die italienische Regierung
סטן
zu
Werden die andren Mächte dann aber noch Lust geleitet werden, wo Willen Amerikas und Ja plans würde nicht danach aussehen, Warnen als habe man den Gegner auf die Knie gezwungen. Japan und nächst vor der Auswanderung nach Argentinien , Brasilien Amerifa machen Halt, und wenn andre Mächte weiter wollen, ist und Nordamerika , denn in diesen Ländern sind, wie die das Konzert zerstört und dem Oberbefehl des Grafen Walderfee Thatsachen nur zu deutlich gelehrt haben, die Italiener vielfach nicht die Basis genommen; denn dessen Vorbedingung ist die ihres Lebens sicher, nahezu rechtlos und müssen zumeist unter den härtesten Bedingungen fümmerlich ihr Dasein fristen." Solidarität des Vorgehens aller beteiligten Mächte... nd Welches Dorado blühe dagegen den Wanderarbeitern in den oſtelbischer Gefilden! Zwar sei das abgetretene italienische Minifterium mindestens sehr unvorsichtig gewesen, als es die italienischen Arbeiter vor der Auswanderung nach dem östlichen Preußen gewarnt habe, doch dürfte man inzwischen in den leitenden italienischen Kreisen erkannt haben, daß man durch antiagrarische Tendenzberichte getäuscht worden sei. Es sei eine Verständigung zwischen der deutschen und italienischen Regierung zwecks Schaffung einer ArbeitsvermittlungsOrganisation dringend zu empfehlen. Und die anarchistische Gefahr, die drohenden Ausweisungen bei Staiserbesuchen?-
Wenn das Deutsche Reich in den ersten Tagen des September weitere 7000 Maun mit fostspieliger Rüstung auf die kostspielige Fahrt nach Ostasien schickt, dann ist dafür die Voraussetzung, daß es in Asien noch zu größeren friegerischen Operationen fommen werde. Nach den Erfolgen, welche die verbündeten Truppen neuerdings gehabt, ist das allerdings nicht wahr- scheinlich..."
"
Noch deutlicher spricht sich die rechtsnationalliberale Rhein . e ft f. 3tg." aus:
Die größte Aufgabe ist mun gelöst. Was nun? Schwimmen die hunderttausend Mann etwa nur noch zum Vergnügen auf hoher See, wird Graf Waldersee etwa nur Oberfeldherr der vereinigten Truppen„ honoris causa"( Ehrenhalber) sein? Natürlich wird China die Rechnung begleichen müssen, und die Hauptaufgabe wird in diplomatischen Erörterungen bestehen. Wenn die Chinesen schon so wenig Widerstandskraft. gegen die geringen Truppen der Verbündeten geleistet haben, wie viel weniger würden sie sich gegen die ungeheuren unterwegs befindlichen Truppenmajien entgegenzustellen wagen! Damit fallen alle Nachereden ins Waffer, denn gegen Soldaten, die gar nicht fämpfen, fann man doch unmöglich den Grundsatz anvenden: Pardon wird nicht gegeben". Außer den diplomatischen Verhandlungen über die von China zu zahlenden Entschädigungen und diese werden so beträchtlich sein, daß man sich fragt, wie China fie wohl bezahlen könnte handelt es sich um die Einsetzung einer festen verläßlichen Regierung. Wir begreifen den Schmerz des zu spät kommenden Helden. Es gleicht einer tragischen Komödie, daß heidnische Japaner den Ruhm des christlichen Kreuzzugs erworben und daß den betenden Striegern kein armseliges Lorbeerblatt vergönnt blieb.
-
-
( Siehe vierte Seite.)
-
Die Knebelung der Protestbewegung gegen den Rache frieg fordern die„ Berliner Neuesten Nachrichten" im Anschluß an den Bericht über die Frauenversammlung, die am Dienstagabend im Gewerkschaftshaus ihren Spruch über die deutsche Chinapolitik gefällt hatte. Das Krupp- Organ liegt in folgender Form seinem Scharfmacherberuf ob:
" Liebknechts China- Politik wird also von den Genossen" weitergeführt. Hoffentlich duldet die Behörde den öffentlichen, ichmählichen Unfug nur bis zu einer ge wissen Grenze."
Die schäbige Denunciation wird feinen Erfolg haben, da der Polizei beim besten Willen zum Eingreifen die Handhabe fehlt.
Eine Verdächtigung der Unparteilichkeit der Gewerbegerichte sucht die" Post" auszustreuen. Der Hinweis des Berichts des Parteivorstands darauf, daß die Gewerbegerichte als Einigungsämter ein wohlthätige Rolle im wirtschaftlichen Klassen die Arbeiter deshalb Ursache hätten, fampfe gespielt und sich an an den Gewerbegerichts Wahlen. - und der Agitation für die obligatorische dez obligatorische Einführung GeWerbegerichts rege zu beteiligen, veranlaßt das Scharfnacherorgan zu der Behauptung, daß die Gewerbegerichte vielfach zu Unrecht für die Arbeitnehmer Partei ergriffen hätten. Wir begreifen, daß Unternehmer vom Schlage der Hintermänner der" Post" ihre absolutistischen Herrschergelüfte und Ausbeutungsmarimen durch unparteiische Gerichte und Einigungsämter schwer bedroht fühlen. Der Fabrikfeudalismus duldet keine Rechtsinstanz, die auch den wirtschaftlich Schwachen zu deren Recht verhilft.- Ueber die Ausweisung italienischer Anarchisten wird geGeheimhaltung von Kaiserreden. Die Veröffentlichung der meldet: Gelegentlich der kürzlich stattgefundenen Kaiserparade in rede hat, wie ein Berliner Blatt erfahren haben will, in maß- Jumern gegen die Anarchisten vorgeht. Am Freitag vor derselben an die Offiziere des ostasiatischen Expeditionscorps gerichteten Kaiser- Mainz konnte man beobachten, in welcher Weise der Minister des gebenden Kreisen sehr verstimnit. Generallieutenant v. Lefsel ist tam nämlich an die Wiesbadener Polizeidirektion seitens des Miniſters von dieser Thatsache in Kenntnis gesezt und veranlaßt worden, eine der telegraphische Befehl, sofort eine Kontrollliste der bei den Untersuchung einzuleiten und den betreffenden Offizier zur Bahnarbeiten daselbst Verwendung findenden dienstlichen Aeußerung aufzufordern. Er ist weiter angewiesen italienischen Arbeiter einzureichen. Dem Befehl worden, den Offizieren und Mannschaften mitzu wurde sofort Folge geleistet. Die Nationale der betreffenden Personen teilen, daß fie sich in ihren Briefen nach der Heimat jeder wurden hierher gesandt und genau geprüft. Die Folge davon war, Mitteilung über dienstliche Fragen zu enthalten und daß aus allgemeinen politischen Grünben" die Areßerungen des Kaisers nicht weiter zu verbeiter Carlo Marlitetti und Romiro Rossi, beide in Mailand ges breiten haben. bürtig, aus dem preußischen Staatsgebiet ausgewiesen wurden Der Wunsch bürgerlicher Blätter, daß es genug sei, wenn die Polizeikommissarius Henning in Wiesbaden hatte erwiesen, daß öffentlichen Ansprachen desKaisers bekannt gegeben werden, daß aber diese Personen sich durch aufreizende anarchistische seine Privatäußerungen und militärisch- dienstlichen Ausführungen Reden lästig gemacht hatten. In ähnlicher Weise der Welt verborgen bleiben mögen, soll also erfüllt werden. joll noch weiter verfahren werden.
Auffallend ist, daß die beiden Ausgewiesenen bei staatlichen Arbeiten noch in Beschäftigung standen, trotzdem sie sich durch„ auf
-
Süddeutsche Chinabegeisterung. Ein süddeutsches Blatt schreibt unter der Marte" Das verbitterte Süddeutschland": Man gehe hinein mitten in das Bolk, man höre die Stim- reizende anarchistische Reden läftig gemacht hatten". mung des Volts, man höre die Urteile über das China - Ein Kulturkampfscharmüßel spielt fich anläßlich der VerUnternehmen, über die Richteinberufung des fügung des Kultusministers betreffs des Verbots des polnischen Reichstags, wo es fich doch um Blut und Gut, des eignen Religionsunterrichts zwischen der ultramontanen und der
Volks handelt, und wo ungezählte Millionen verausgabt ministeriellen Presse ab. So erklärt die" Post" gegenüber den werden müssen. Wo bleibt die Mitbestimmung des heftigen Angriffen der„ Köln . Volkszeitung" gegen Herrn v. Studt, Volks über sein eignes Blut, über feinen daß das Verbot gegen die polnische Propaganda des eignen Geldbeutel? Allenthalben geht nur ein Urteil Selerus gerichtet gewesen sei, bei der der polnische Religionsdahin, was wir Süddeutsche verloren haben und was wir noch zu unterricht mißhandelt worden sei: opfern haben, das verdanken wir den Berliner Zuständen. Die Weltmachtpolitit ist in offenkundigster Weise pro Ilamiert, aber wer ist mit ihr einverstanden? Auch die nicht, welche die Flotte bewilligt haben. Ganz Süddeutschland mit Ausnahme einiger Interessenten und Aldeutschen steht dieser Politik kühl bis and Herz hinan gegenüber. Man faßt all das, was uns die Berliner Politit an Blut- und Gutopfern aufzwingt, unter dem Namen„ moralische Eroberungen Preußens" zu1( him no fanimen.
Also zu lesen im Stuttgarter , Deutschen Volksblatt", dem Organ der Centrumspartei in Württemberg .
Das Blatt vergißt nur, daß das Centrum gerade, bald durch aktive Förderung, bald durch byzantinisches Geschehenlaffen, die Ents fesselung der Weltpolitik ermöglicht hat.
"
GNTI
„ Wenn seither die Erteilung des Religionsunterrichts in nur so ist dies als polnischer Sprache zugelassen war, ein widerruflicher Ausnahme zu st a n d anzusehen. Die Aufhebung dieses Ausnahmezustands aber wurde für den Kultus minister geradezu eine die während des Schulunterpaganda des Kertas e polnische Bro= richts betrieben wurde, zu seiner Renntnis fam. Nicht minder fraglos wie feine Berechtigung zum Widerruf ist auch sein Verhalten gegenüber dem Erzbischof. Seine Verfügung berührte materiell das Mitwirkungsrecht der Kirche am Religionsunterricht nicht im geringsten, also verbot sich eine Verständigung mit dem Erzbischof von Stablewski von selbst, damit nicht durch Präjudicien die kirchlichen Rechte erweitert werden."
Das Blatt fährt dann fort:
Wenn man jemals in China zu annehmbaren Zuständen fommen will, wenn die Wiederholung der Greuelthaten von gestern für die Zukunft ausgeschlossen sein soll, dann ist die Feststellung der Verantwortung nötig und eine harte, unerbittliche Strafe. Mag man im aufgeklärten Europa über die Berechtigung der Abschreckungs Theorie gelehrt ftreiten: wilden Mit der Haranguierung des Staatsministeriums bezwedt Unfre hoffnungsvollen Kolonien. Für die Rückwärts- übrigens das rheinische Centrumsblatt nichts andres als eine AufVölkern gegenüber ist sie die einzige, die unmittel entwickelung Deutsch - Ostafrikas zeugt auch die Verminderung bauschung des Falls. Es soll der Auschein erweckt werden, bare Wirkung verspricht, und nur nachdem man sie zu der europäischen Bevölkerungselemente. als handle es sich um eine große Staatsaktion. Das Centrum hat erst angewandt hat, wird man daran denken, die milde Nach der Deutsch - Ostafr. 8tg." waren in Deutsch- Ostafrika am und belehrende Sprache der Civilisation zu reden. In unserm 1. Juli 1899 an europäischer Bevölkerung, bei bei mehr als ia allerdings vermöge seiner Biffer eine starte Bofition, aber omnipotent ist es gottlob nicht und es wird auch nie so weit kommen, daß es Bertrauen auf die Wirkung der Abschreckung hoffen wir jetzt, daß 6 Millionen Eingeborenen, 1090, am 1. Januar 1900 nur noch den Staat in Dingen, über die es für ihn feine zweite Meinung giebt, unter die Unruhen sich nicht über das ganze Reich ver: 1078 Seelen vorhanden. Von den 1090 Nichteingeborenen waren seinen Willen beugt. Ein sachlicher Grund, diese Angelegenheit zum breiten und uns nicht zwingen werden, auch auf 881 Deutsche , von den 1078 waren nur 821 Deutsche . Während Anlaß einer Kulturkampf- Episode zu machen, liegt also andern Kriegsschauplähen den Chinesen die Wucht der die Gesamtheit alſo um 12 zurückgegangen ist, hat sich die für das Centrum nicht vor. Wenn es aber doch nach einem Stonflitt Zahl der Deutschen um 60 vermindert. Die Zahl der europäischen Waffen fühlen zu lassen. Das ändert nichts deutschen Frauen und Kinder hat sich vom 1. Juli 1899 bis mit der Regierung lechzt, so beweist es damit lediglich, daß es in daran, daß wir auch auf den schlimmsten Fall uns gefaßt machen 1. Januar 1900 nur um 4 Köpfe vermindert, die der männ - nationalen Fragen immer noch nicht die Vorurteile überwunden hat." Nicht ganz unrecht dürfte die" Post" mit der Bemerkung haben, und so handeln müssen, daß wir jeder chinesischen Auflehnung mit lichen deutschen Bevölkerung um 56! Der größte Teil der männlichen daß, sofern es sich bei den Polen um„ häretische" Elemente einem genügenden Truppenaufgebot entgegentreten können." deutschen Bevölkerung besteht aus Beamten, Mitgliedern der SchutzDas ist das offene Bekenntnis zur Roheit und zur Abenteuer- truppe und Missionaren. Die Deutsch- Ostafrikanische Zeitung" zählt gehandelt habe, die Centrumspresse von der Zwangsnationalisierung Inft. Die Abschreckungstheorie wandte Deutschland an, als es die am 1. Januar 1900 371 Angehörige des Gouvernements, der Schuß- schwerlich so viel Aufhebens gemacht haben würde. Landarbeiterfrenden. Am 11. d. M. tamen 9 russinische LandErmordung zweier Missionare mit der„ Pachtung" von Stiautschou truppe und der Bost und 97 Missionare, zufammen 468. Dazu tommen fühnte. Diese Anwendung der Abschreckungstheorie erzeugte den noch 23 Angestellte der Usambarabahn. Der Rückgang der im Ab- arbeiter auf die Redaktion der„ Neuen Reform" in Krakau und erhängigkeitsverhältnis zur Regierung stehenden Personen von 529 auf zählten dort ihre Erlebnisse in der Provinz Posen . Sie waren für Haß der chinesischen Bevölkerung und führte zum Aufstand. Ver- 492 Köpfe entfällt ausschließlich auf die Missionare, deren Zahl fich die Zeit vom 25. April bis zum Herbst für das Gut Groschowiak messen sich nun die deutschen „ Hunnen", die Chinesen als„ wildes um 38 vermindert hat. Die Zahl der Beamten und Mitglieder der bei 8nin engagiert worden. Drei Monate ging alles gut. Boll" zu mißhandeln und von Gewalt zu Gewalt zu schreiten, so Schuztruppe ist unverändert geblieben. Dagegen hat sich die Als sie aber am 5. dieses Monats ihren Lohn für den Monat bedeutet das einen aussichts- und endlosen Krieg in China führen. Gesamtzahl der Kaufleute, Händler und Pflanzer Juli forderten, antwortete ihnen der Verwalter, daß sie nach