5. Sizung. Donnerstag, den 22. November 1900, 1 Uhr. de
Am Bundesratstische: Reichskanzler Graf Bülow, v. Tirpik, b. Thielmann, Graf Posadowsky.
Eingegangen ist der Etat für 1901.
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Zunächst wird ein schleuniger Antrag Albrecht( Soc.) und Genossen auf Einstellung des gegen den Abg. Fischer Sachsen schwebenden Strafverfahrens debattelos angenommen. Es folgt die Fortsetzung der er sten Lesung des dritten Nachtragsetats 1900( China- Expedition). Abg. Payer( füdd. Bp.):
Freitag, 23. November 1900.
Abg. Fischer- Berlin ; ich rufe den Herrn deshalb zur Ordnung. ( Bu ruf bei den Socialdemokraten.) Jch rufe auch den zweiten Herrn zur Ordnung, der sich dazu gemeldet hat.( Alle!, alle! bei den Socialdemokraten.) v. Hodenberg ( Welfe):
von dem Gedanken der Achtung der Nationalität. Wir freuen uns, daß Deutschland mit solcher Energie für das Recht der Gastfreundschaft ein tritt, das die Chinesen in schmählicher Weise verlegt haben. Leider verlegt aber Preußen dies Recht der Gastfreundschaft durch die Ausweisung der Dänen.( Sehr richtig! bei den Polen und links.) was in China nltur sein soll, muß es auch in Preußen sein. Wir werden für die Ueberweisung der Vorlage an die Budget( Heiterkeit.) Und der Reichskanzler sollte den Kampf gegen das tommission stimmen. Nur ein paar Worte zu dem in der Debatte Borertum in Preußen mit derselben Energie aufnehmen, wie berührten Punkt. Es ist die Schuld der Majorität des den Kampf gegen die chinesischen Boyer.( Heiterkeit.) Vor allem Reichstags selbst, daß die Achtung bor dem aber sollte er dafür sorgen, daß die Fahne der Kultur in Parlamentarismus immer mehr gesunken ist( Sehr China rein bleibt.( Bravo ! bei den Polen .)
Rede seiner
rechts.
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Abg. Stöcker( wildkons.):
genau.
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richtig! bei den Socialdem.), wie sich das bei der Frage der Nichteinberufung wieder gezeigt hat. Ueber die Se den des Kaisers mich näher zu äußern, widerstrebt mir als Umständen zeigt, daß wir fast in Borhältnisse hinein monarchisch und konservativ gesinntem Mann. Der Auszug des Grafen Waldersee mit seinen begleitenden
Ich wundere
nchi. Absolut notwendig war die Einberufung des Die Verlegung des verfassungsmäßigen Rete lament einberufen, weder England, noch Frankreich ( Abg. Singer: Reichstags nicht. Andre Mächte haben ja auch nicht ihr Barverlangt eine weitgehende Sühne. Ich wundere mich, daß kein Redner energisch darauf bestanden hat. Den Taft, der in dem noch Rußland ! Heiterkeit). Nun zu Herrn Bebel. Der„ Vorwärts" hat aus seiner Rede gekommen sind, wie sie bestanden zur Zeit des Ausbruck Indemnität liegt, wollen wir nicht missen.( Sehr richtig! etwas Großes gemacht. Groß gedruckt steht darin: und Bebel alten römischen Reichs mit dem Ruf panem et circenses . Die links.) Der Ausdruck mußte von vornherein in der Vorlage stehen. Und ich stehe nicht an, zu sagen, daß auf uns die gütige Er- sprach". Wer Nietzsche kennt, weiß, daß ein Buch dieses Philosophen ganze Politit des jezigen Herrn Reichskanzlers bis zu dem Vertrage eristiert: Also sprach Zarathustra". Der„ Vorwärts" bemüht sich Seine Bolitit ist überhaupt nichts wie eine Fortsetzung des Bismit England im Oktober bedeutet einen fortwährenden Rückzug. laubnis des Reichskanzlers, das Wort Indemnität nach also, Herrn Bebel als den Uebermenschen hinzustellen.( Gelächter marcschen Programms. Er sagte, er tenne teine andre Nichtschnur, träglich einzufügen, was die andren Parteien faft 3 linte.) Ich halte seine Rede für eine der schwächsten, die er je ge- als das Interesse des Lands. Thränen gerührt hat, gar feinen Eindruck gemacht hat. Nicht aufgeklärt ist, wer eigentlich schuld daran trägt für die Unterhalten hat. Es war gar keine politische Rede, sondern eine vor allem die Ehre des deutschen Namens die Nichtschnur sein wird. Laffung der Einberufung. Wenn selbst Graf Bülow sehr ernste und Freundlichkeit gegen die Borer und deren AnRede boller Haß gegen Deutschland und voller( Beifall.) sehr wichtige Gründe für die Einberufung annahm, so ernste, daß hänger. Während der chinesische Kaiser selbst erklärt, daß Herr Abg. Singer( Soc.): erst die Freisinnige Zeitung" ihn beruhigen konnte, als auch fie für erst die Freisinnige Beitung" ihn beruhigen konnte, als auch fie für b. Ketteler völlig unschuldig ermordet wurde, tritt hier im Reichstag Der bayrische Bevollmächtigte stellt es so dar, als ob es genügte, Nichteinberufung eintrat, dann ist es fast unbegreiflich, daß eine Ein- ein Abgeordneter auf und sucht nachzuweisen, daß er die Ver- wenn der sogenannte diplomatische Ausschuß seiner Zeit berufung nicht erfolgte. Was Graf Bülow als Gründe für die anlaffung für die angeblichen Greuelthaten trägt und schuldig war. zusammenberufen würde. Seine Ausführungen haben in mir den Nichteinberufung borbrachte, find rhetorische Feterstii vaterlandsfeindliche Reden geduldet würden? st id chen. Es bleibt nichts übrig als anzunehmen, daß die Herren Wäre es möglich, daß in irgend einem andren Parlament so Eindruck verstärkt, den ich immer schon hatte, daß dieser sogenannte ( Oho! bei den diplomatische Ausschuß eigentlich nichts weiter wie eine Deloration es unterlassen haben, in der Debatte ausdrücklich zu bekennen, daß Socialdemokraten.) Herr Bebel muß hinter sich eine ist. Auch heute haben wir gehört, daß die Herren nur zu dem, was der Grund, der sie bewogen hat, eine ihnen nicht zur Schuld anzurechnende vis major( ft ärtere Macht) ift.( Sehr gut!) Sehr be- Safherde haben( Gelächter lints), wenn er mit dieser ihnen vorgetragen ist, Ja und Amen gefagt haben. im Bolt den achtenswert ist, geringsten Eindruck was in der Wirkung der sogenannten Kaiserrede zu Tage getreten ist. Gegenüber der algemeinen In einem Punkte hat es Herr Bebel getroffen, als er die Grausamkeiten angehört haben, nicht der Gedanke gekommen ist, man solle boch Verurteilung hat der Herr Kriegsminister fich barauf be- beklagte. Da sind wir zwar nicht seiner Meinung, aber doch alle einmal die Bolksvertretung hören. Denn ich glaube schränken müssen, die menschliche Erregung ins Feld zu so entrüftet wie er. Wir glauben nicht, im Reichstage dazu da zu nicht, daß diese Herren für sich den Namen einer Volksvertretung führen, indem er noch hinzufügte, daß Schäden daraus nicht ent- sein, unsre Truppen zu beschimpfen und die Borer zu verteidigen. ufurpiert hätten. Das wäre auch ganz falsch. Deshalb haben ste Ich weiß nicht, ob die Angaben der Hunnenbriefe wahr sind. also nicht dafür gestimmt, daß das Bolt auch befragt werde. Herr standen seien. Der Herr Reichstanzler hat ja für alle Reden des Sie lassen sich nicht kontrollieren. Da schreibt z. B. ein deutscher Graf Lerchenfeld meinte, die Herren seien überzeugt gewesen, daß Stailers die Verantwortung übernommen, vergangene und zu Soldat von der Fahrt durch das rote Meer:„ Wir sterben wie bie der Reichstag die Weltpolitik schon billigen werde. Sie haben ja fünftige, wenn sie von der großen Mehrheit des Volts nicht miß- Fliegen und werden ins Meer geworfen". So entstehen dann die mit ihrer Ueberzeugung recht gehabt, aber das konnte sie doch nicht verstanden werden. Zum mißauberstehen war diese sogenannten Sunnenbriefe. Der miles gloriosus übertreibt eben von der Verpflichtung entbinden, ihrerseits zu verlangen, was von Kaiserrede nicht. Ich möchte den Kriegsminister bitten, daß die die Dinge, auch wenn es ihm nicht zum Ruhme gereicht. verantwortlicher Stelle verabsäumt worden war. Jedenfalls möchte ich den Kriegsminister bitten, tele= Auf die von Hochmut stroßende Rede des Abg. Stöcker wird Untersuchung sich nicht auf die paar armen Teufel wie die Dinge sich Bebel selbst antwarten. Jedenfalls wird Herrn Stöder nichts gerichte, die der Distretion vertrauten. Der Träger graphisch darüber Nachricht einzuziehen, berhalten. Wenn folche Greuelthaten vorgekommen find, schenkt werden. Eine Bemerkung aber muß ich doch machen. Er des Deutschen Reichs ist nicht der Kaiser, möchte ich noch erwägen, fo müßten sofort Befehle von maßgebender Stelle eingeholt werden, sagte, die Einberufung des Reichstags sei auch deshalb nicht notsondern der Bundesrat, die verbündeten Regierungen. Nun sind in diesem Sommer so wichtige Dinge vorgekommen, die nicht vom um ein für alle Mal ihnen Einhalt zu gebieten. Unser Bolt tann wendig, weil ja auch die andren Regierungen ihre Barlamente nicht Reichskanzler, nicht vom preußischen Kriegsminister, nicht vom ohne daß er jemals fo etwas nicht vertragen. Herr Bebel weiß natürlich, einberufen hätten.( Widerspruch des Abg. Stöcker.) Ich bitte den alles ganz Die Herrn Abgeordneten, sein Stenogramm nachzulesen, dann wir er finden, Militär- Oberkommando allein zu entscheiden waren. Wo war da ohne daß er jemals dort war, Menterer und solche Leute werden daß er darüber gesprochen hat. Die Thatsache, die er hätte wissen müssen, der Bundesrat während des Sommers? Da, wo der Boxer find Rebellen und Ich kann die wenn er darüber spricht, ist, daß sowohl in Frankreich wie in Reichstag auch war, nämlich nicht da. Diejenige Politit, die als immer anders behandelt als gewöhnlich. deutsche Politik der Welt gegenüber gilt, ist die des Grafen Bülow, Sentimentalität des Herrn Bebel den Borern England das Parlament versammelt war und von ihrer Newie er sie in ſeinen schriftlichen Ausführungen niedergelegt hat. einen Widerspruch mit dem sonstigen Verhalten der Socialdemo- bas Gegenteil von dem, was Herr Stöcker behauptet hat!( wie wie er sie in feinen schriftlichen Ausführungen niedergelegt hat. gegenüber absolut nicht begreifen. Ich finde darin gierung auf dem laufenden gehalten wurde. Das ist also gerade Wenn man nicht mehr auf den Bundesrat Rüdsicht nimmt, fratie. Bei den Thaten der Kommune z. B. trat bei Ihnen diese immer! lints). Herr Bebel hat die reine wahrheit ge= dann steht es schlimm. Reichstag und Bundesrat müßten zufammenstehen in dieser Frage und ihr Jahrhundert in die Sentimentalität nicht zu Tage.( Lachen bei den Socialdemokraten.) fagt, und das tann Herr Stöder nicht leiben.( Glode des Präsidenten.) Schranken fordern. Die Vorlage wird je einer Kommission zu marden an die Wand gestellt und niedergeschossen Jawohl, der Erzbischof von Paris , den die Kommu gehen. Ich kann mich heute nicht entscheiden. Denn Präsident Graf Ballestrem: Herr Abgeordneter! Sie haben uns fällt die Entscheidung nicht so leicht, wie vielen Rednern des haben, verdient doch mindestens dasselbe Mitleid wie die Borer. nicht von einem Mitgliede des Hauses zu sagen, daß es die WahrHauses. Handelt es sich doch um eine wichtige Sache. Ich werde Diesen Mord aber haben die Socialdemokraten gepriesen.( Abge- heit nicht leiden tann! Ich rufe Sie deshalb zur Ordnung! Große Unruhe bewilligen, was gut ist, und nicht bewilligen, was ich für schädlich ordneter Fischer Berlin: Das ist erlogen! Abg. Singer( fortfahrend): Herr Stöder hat auch von den halte. Ich muß die Gewähr dafür erhalten, daß sich Dinge nicht Bewußt erlogen! Sehr richtig! links. Glode des Präsidenten. Abgeordneter Fischer Berlin: Sunnenbriefen gesprochen und es getadelt, daß die Briefe so mehr wiederholen, die zu solchen Schwierigkeiten führen können. Ich Rufe rechts: Bur Ordnung! 8ur Ordnung!) Große Unruhe rechts. unversöhnlich abgefaßt seien. Nun, die Soldaten muß auch meine Schlußentscheidung davon abhängig machen, was haben nicht die geit, so vorsichtig zu sein wie der eigentlich die deutsche Politik in China bezweckt. Vicepräsident v. Frege: Ich bitte den Herrn Redner nicht zu verfasser des berühmten Scheiterhaufenbriefs.( Sehr Es flingt geradezu parador, wenn man nach zwei Tagen Berhand unterbrechen.( Große Heiterfeit im ganzen Hauſe.) gut! bei den Socialdemokraten.) Die ganze Rede des Herrn Stöder lung das noch nicht zu wiffen vorgiebt. Aber ich sehe teine Mög- drüben der Vorwurf der Lüge gemacht ist. Es ist mir ganz egal, ben verlorenen Einfluß an Abg. Stöcker( fortfahrend): Ich höre eben, daß mir von da hat auf mich den Eindruck gemacht, als ob er lebhaft bemüht war, lichkeit einer Vereinigung zwischen der Rede des Grafen Bülow und was Sie über mich fagen; wahr bleibt meine Behauptung doch. bestimmter Stelle feiner moralischen Vertretung der Kaiserreden. Beides im selben wiederzugewinnen.( Unruhe rechts.) Wieweit ihm das geAtem zu sagen, erscheint mir als ein Ding der Unmöglichkeit. Ich Nun hat Herr Richter hier eine große Rede gehalten. Der ver- lungen ist, habe ich ja nicht zu untersuchen. kann nur das eine genehmigen, das andre nicht. Sollte sich heraus- ehrte Herr hat oft im einzelnen recht, im großen aber nie.( eiter- Dann hat Herr Stöcker davon gesprochen, wir hätten stellen, daß unsre derzeitige Bolitit nicht so in sich abgeschloffen schon die Erwerbung teit.) Interessant war mir, daß er sagte, er beurteile heute es gebilligt, daß während der Kommune der Erzbleibt, sollte sie als ein Bruchstück der Weltpolitik erscheinen, die wir schon die Erwerbung von Kiautschou biel ungünstiger, als bischof von Paris erschossen wurde. verurteilen, dann werde ich Protest erheben mit meinen Freunden. keinen Grund dafür ein. Ich muß sagen, ich empfinde Genugthuung zum Verbreiter einer ganz gemeinen Lüge gemacht. Kein noch vor zwei Jahren. Ich weiß nicht warum; ich sehe sagen, damit hat er sich, ohne es zu wollen und zu wissen, ( Lebhafter Beifall links.) darüber, daß wir schon jetzt den ganzen Ernst der Weltpolitik tennen socialistisches Blatt, tein socialistisches Buch, fein socialistischer Redner lernen. Es ist gut, daß es sich einmal zeigt, daß solche Dinge nicht hat jemals die Erschießung des Erzbischofs gut geheißen.( bg. In früheren Jahren ist offen darüber Klage geführt worden, so nebenbei beim Frühstück erledigt werden fönnen.( Heiterfeit.) Stöder: Habe ich nicht gesagt!) Das hat Herr Stöder daß der diplomatische Ausschuß des Bundesrats so selten berufen Freilich auch im Volt und auch an hohen maßgebenden Stellen hat gesagt und demgegenüber erkläre ich, wenn er sich von der Unrichtig wird. In diesem Jahre ist er nun berufen worden, aber Herr Bayer eine Romantik Plaz gegriffen, die mich etwas wunderlich berührt; feit seiner Behauptung überzeugt hat, daß es seine Aufgabe sein fagt, was bedeutet das? Man scheint es also in dieser Beziehung fie gemahnt mich an das Wort des Dichters: Nah bei einander wird, dies ebenso feierlich hierzurückzunehmen, wie Herrn Payer niemals recht machen zu können. Als die Ereignisse wohnen die Gedanken, doch hart im Raum stoßen sich die Sachen. er es soeben feierlich verkündet hat. Wenn Herr Stöcker ferner gein China atut wurden, find die hier anwesenden Vertreter der Bundes- Maßhalten ist sehr angebracht; ich habe auch zum neuen fagt hat, daß unsre Parteigenossen, wenn die Heiden nach Europa staaten vom Auswärtigen Amt über alles genau unterrichtet worden. Reichskanzler das Vertrauen, daßer diesen romantischen tämen, in ihren Reihen ein Unterkommen finden würden, so muß Kurze Zeit darauf hielt man es für nüglich, den diplomatischen Aus- Schwärmereien nicht so leicht nachgeben wird. Große Reden halten ins ich sagen: tausendmal lieber bei den Heiden als in schuß zusammen zu berufen. Der jezige Herr Reichstanzler machte dem Blaue hinein schadet uns nur und können nur Mißstimmung hervor- Gesellschaft des Herrn Stöcker.( Sehr gut! links, Unruhe Ausschuß in eingehendster Weise Mitteilung über die Borgeschichte der rufen. Ich bin gewiß tein Flotten- und Kolonialschwärmer, aber rechts.) Die Nichteinberufung des Wirren und die Maßregeln, die die Reichsleitung zu ergreifen beabsichtigte, wir können hinter den andern Völkern in Ostasien nicht zurückstehen. allen Rednern in den Vordergrund gestellt, ohne daß sie sich der auf des Reichstags ist von fast und gab eine genaue Darlegung ihrer Ziele. Im diplomatischen Aus- Wir müssen den Weg gehen, den die andren Völker auch gehen, und Eroberungssucht beruhenden abenteuerlichen Weltpolitik grundsätzlich schuß hat Bayern den Vorfiz, es gehören ihm außerdem Sachsen , ein leiner Sturm darf uns da nicht zurückschrecken, das wäre gegenübergestellt hätten. Auch wir verachten die Mißachtung der Württemberg, Baden und Hessen an. Bald darauf ist ein Schreiben fleinmütig. An den jezigen Wirren hat nicht die Er- Volksvertretung, aber ich kann nicht umbin, zu betonen, daß diese an sämtliche erbündeten Regierungen ergangen, das den wesent- werbung von Kiautschou schuld, sondern ganz andre Dinge mißachtung lediglich von der Majorität des Reichslichen Inhalt der dem diplomatischen Ausschuß gegebenen Mitteilungen sind dafür maßgebend gewesen. China hatte Jahrhunderte tags selbst verschuldet ist.( Sehr richtig! bei den Soc.). Die enthielt. lang starte Monarchen, in den legten 100 Jahren aber schwache Art, wie der Herr Reichskanzler nachträglich zugegeben hat, daß das Wort Monarchen an der Spize. Die Socialdemokratie sollte daraus er-" Indemnität ", wenn der Reichstag es durchaus wolle, in die Vorfemmen, was es ausmacht, wenn ein starker Monarch an der Spize lage täme, beweist, mit welchem Hochmut der Reichstag steht. Unter schwachen Monarchen macht sich bald Raubgesindel und behandelt wird. Das ganze Vorgehen ist der Ausdruck des Spigbüberei breit.( Rufe links: Uhu! Große Heiterkeit.) Geheime abfolutistischen persönlichen Regiments, welches der deutschen Gesellschaften hat es in China feit langer Zeit gegeben; auch die Boger Boltsvertretung als lästiger Zugabe anhaftet. Durch das erlösende gehören zu ihnen, die Herr Bebel so verteidigt hat, daß er Anspruch hätte, Wort von der" Indemnitat " wird dadurch nichts geändert. Herr zum Ehrenmitglied der Borergilde ernannt zu werden.( Heiterkeit.) Lieber, Bassermann und Rickert schienen ja allerdings zu meinen, Noch ein paar Worte über die Indemnität. Das Wort ist zum Die Socialdemokratie hat absolut kein Verständnis für die Welt- nun ist alles gut. Uebrigens finde ich es nicht schön vom Herrn Reichserstenmal in Preußen gebraucht worden und zwar für Ausgaben, politit. Sie will die fremden Lande ausschließlich dem nüchtern er- tanzler, daß er der Majorität des Reichstags sogar die kleinen die der preußische Landtag abgelehnt, die preußische Regierung wägenden Kaufmann überlassen. Die Geschichte lehrt aber, wie Siege wegnimmt. Es wäre doch zu schön gewesen, wenn die aber doch gemacht hatte. Hier handelt es sich um etwas andres. verwüstend die Kaufleute bei Naturvölkern ohne Kontrolle der Majorität im Kampfe gegen den Herrn Reichskanzler die Hier kommen nicht Ausgaben in Frage, die vom Reichstag abgelehnt Missionen wirken. Ein sehr erfahrener Mann hat gesagt: Die Indemnität errungen hätte.( Heiterkeit und sehr gut! worden sind, sondern solche, die, ohne den Reichstag überhaupt zu Missionen bieten den einzigen Lichtpunkt, woraus die Heiden er bei den Socialdemokraten.) Statt dessen bringt er sie ihnen befragen, gemacht worden find. Solche Fälle sind schon sehen können, daß das Christentum die Religion der Liebe auf dem Präsentierteller entgegen. Für uns ist durch die häufig vorgekommen. In einzelnen derselben ist um Indem- ist.( Lachen links; bravo! rechts.) Daß die. Miffionen nicht Indemnitätsbewilligung seitens des Reichskanzlers nichts gethan. nität nachgesucht worden, aber nicht in allen. Man kann die Schuld alt den Wirren tragen, darüber find fich alle Borher mußte der deutsche Reichstag befragt worden, ehe Deutschsagen, in den fleinen Fällen ist es nicht geschehen, in den großen Kenner der Verhältnisse einig.( Abg. Bebel: v. Brandt!) Es land in weltpolitische Abenteuer verwickelt wurde, ehe ja. Aber auch diese Unterscheidung trifft nicht ganz zu. giebt in China selbst eine große Reformströmung, die der westlichen Tausende von Menschen in ein mörderisches Klima geschickt Ich meine, die Ausgaben entbehren so lange der rechtlichen Grund- Kultur dort Bahn brechen will. Dieser Strömung zum Siege zu und ehe das Bolt mit Millionen und Abermillionen belastet wurde. lage, als sie nicht bewilligt, nicht vom Reichstage und Bundesrate verhelfen, ist unsre wichtigste Aufgabe. Dabei sind die Missionen Statt deffen sagt man: Gut, wenn Ihr durchaus wollt, dann erteilt bewilligt worden find. Sie bekommen diese Grundlage durch die von größter Wichtigkeit.( Beifall rechts.) Herr v. Brandt selbst die Indemnität. nachträgliche Genehmigung. Es ist ganz gleich, ob in der Vorlage hat vieles von seinen Angriffen zurüdgenommen. Aufgefordert, spricht jedenfalls nicht dem Ernst der Sachlage. Diese Behandlung der Sache ent. der Ausdrud Indemnität" enthalten ist oder nicht. Im Bundesrat feine ersten Angriffe zu beweisen, hat er zugegeben, daß deutsche( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Der Reichskanzler bestritt, hat man diese Frage eingehend diskutiert, und wenn man dazu und schweizerische Missionare in China niemals Politik getrieben daß unsre Politit eine abenteuerliche genannt werden könne, und gekommen ist, das Wort„ Indemnität " nicht ausdrüdlich in hätten.( hört! hört! rechts.) Ich hoffe also, daß die immer wieder- citierte das Wort Friedrichs II. vom ersten Diener des Staats. die Vorlage hineinzubringen, fo Tag dem Bundesrate holte Behauptung von der Schuld der Missionen endlich verstummen Dieses Wort ist jest ganz veraltet. Bei uns finden die nichts ferner als eine Verlegung der Parlamentsrechte. Eine wird. Es ist nun die Frage, was der Staat für die Missionen zu Wünsche nach dieser Richtung ihren Ausdruck in dem bekannten Ausstantsrechtliche Bedeutung hat dieser Ausdrud jedenfalls in diesem thun habe. Die Miffionen selbst haben mit Begeisterung den Bespruch: Sie volo, sic jubeo; regis voluntas suprema lex. Der Busammenhange nicht. Wenn der Reichstag Wert darauf legt, daß schluß gefaßt, falls ihre Thätigkeit eingeschränkt werden follte, mit Reichstanzler stellt es als Erfolg feiner Politit hin, daß das Wort in die Vorlage hineingeschrieben wird( Lachen links), dann Berzicht auf den Schutz der Regierung in das fremde Land zu gehen zwischen Rußland und Deutschland kein tiefer Gegensatz vor tann es ja geschehen.( Beifall rechts, im Centrum und bei den ohne Rücksicht auf die ihnen drohenden Gefahren. Das sollte aber handen sei. Gewiß, es ist nicht nur fein Gegensatz vorhanden, Nationalliberalen; Lachen lints.) erst recht dazu beitragen, daß die Regierung die Mörder christlicher sondern es besteht überhaupt gar kein Unterschied zwischen Abg. v. Dziembowski- Pomian( Bole): Missionare zur Verantwortung zieht.( Beifall rechts.) der russischen und deutschen Politik. Die deutsche Reichspolitik Deutschland ist darauf angewiesen, Weltpolitik zu treiben, Welt- Vicepräsident b. Frege: Während der Nede des Herrn Abg. ift jest auf das Niveau der russisch - asiatischen Kultur herabpolitit, aber feine Eroberungspolitit. Diese Weltpolitif muß geleitet werden Stöcker ist der laute Zwischenruf„ Lüge" gefallen und zwar von dem gesunken.( Beifall bei den Socialdemokraten. | Unruhe rechts.)
Es kann also nicht gesagt werden, der Bundesrat sei in dieser wichtigen Frage übergangen worden. Ebenso wie die Reichs leitung sich die Zustimmung des Bundesrats versichert halten tonnte, mußte sie auch annehmen, daß der Reichstag im Patriotismus nicht nachstehen und für alle nachträglichen Opfer die nachträgliche Genehmigung erteilen würde. Diese Weberzeugung teilt die Reichsregierung auch heute noch.
Ich muß