Bt. 50. 18. Jabrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt, Donnerstag, 28. februar 1901.
Abg. Kunert( Soc.):
Generallieutenant v. Vicbahn:
derselben Absicht an den Zeugentisch heran, nämlich so auszusagen, Reichstag. hörten, daß dieser die Wahrheit gefagt hatte, gaben fie tungen habe sich vermehrt, ist falsch.( Sört! hört! rechts) 1800 And hot to do wie der Mißhandelte zuerst ausgesagt hatte. Erst als sie Die Behauptung des Herrn Vorredners, die Zahl der Mizhand57. Sigung vom Mittwoch, den 27. februar 1901, auch der Wahrheit die Ehre. Hier lag also offenbar war der Prozentsatz der Mißhandlungen 1,10, im Jahre 1899 nur nachmittags 1 Uhr. ein Bertuschungsmanöver bor.( Sehr richtig bei noch 0,63 Broz. Auf die einzelnen Fälle des Herrn Vorredners kann Am Bundesratstische: v. Gogler. 296 gildand idden Socialdemokraten.) Bu Bu Mißhandlungen gehört nicht ich ausführlich nicht eingehen. Der Unteroffizier Strauſe iſt zu acht Die zweite Beratung des Militäretats wird fortgefeßt.( Titel immer, daß der Unteroffizier mit der Faust oder mit dem Kolben Monaten und 1 Tag Gefängnis verurteilt worden. In dem Bres Kriegsminister.) dreinstößt. Er kann feinen Untergebenen auch einfach dadurch hin- lauer Fall ist der betreffende Unteroffizier wegen der leider recht friegen, daß er ihn zwingt, bestimmte Griffübungen, Marschübungen, erheblichen Mißhandlung zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Bei der ganzen Duelldebatte ist immer nur von der Ehre der llebung fortzusetzen( sehr richtig I bei den Socialdemokraten.) Darin liegt zu falschen Aussagen verleiten, muß ich entschieden zurückweisen. ja fogar Stillſtehen so zu machen, daß er alle Kraft verliert, die Die allgemeine Behauptung, daß die Unteroffiziere ihre Untergebenen Chargierten die Nede gewesen, niemals aber von der Ehre der eine außerordentliche Grausamkeit. So ist militärgerichtlich festgestellt s Gemeinen.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Wir verurteilen worden, daß der Gefreite Krause vom Lauenburgichen Jägerbataillon Material über fann fich nur 11117 eine Ausnahme handeln. Das das Duell principiell, nicht wie das Centrum vom christlichen Stand- als Refrutengefreiter den Refruten Schwarz in der schwersten Weise Borrebner der Militärverwaltung zu übergeben. Der Vorredner hat den Fall Baning bitte ich bitte ich den den Herrn punkt aus, sondern vom Standpunkt einer modernen Moral. Herr mißhandelt hat. Er berührte den Mann nicht mit einem Finger, den Rittmeister Krosigk einen Leutes chinder genannt. Bachem hat sich auf ein angebliches Wort von Christus berufen: bon aber veranlaßte Uebungen, wonach Schwarz 2 bis 300 mal hinter Ich muß entschieden dagegen Einspruch erheben und überlasse es dem meiner Lehre lasse ich kein Jota abhandeln". Ich bitte ihn, mir zu einander mit erhobenen Fersen das Gewehr strecken mußte. Urteil des Hauses, wie es darüber denkt, daß hier gegen einen auf fagen, in welchem Evangelium dies Wort steht.( Seiterkeit bei den Social- Er ließ den Mann ferner am Kletterbaum in der Weise alle Fälle pflichttreuen Offizier, der durch einen unglüdsfall demokraten.) Herr Bachem meinte, Bebel beurteile die Berordnung emporsteigen, daß die Füße sich in der Nähe der Hände ums Leben gelommen ist, derartige Beleidigungen vor dem bon 1897 falsch. Thatsache ist aber, daß der Inhalt dieser Verbefanden. ordmung fich mit der von 1848 inhaltlich deckt und beide sprechen sich werden, daß dem Manne schließlich die Haut in Feßen von den bes Vorrebners haben mich umsomehr gewundert, als seit dem Diese Uebungen mußten so lange wiederholt ganzen Lande erhoben werden. Die letzten Ausführungen nicht principiell gegen das Duell aus. und Tobiucht verfiel und wegen afuter Geistesstörung in die Landes- höhte Garantien für eine unparteiische Rechtsprechung gewährt. Händen herunterhing. Das Ende war, daß der Mann in Wahnsinn 1. Oftober die neue Militär- Strafgerichts- Ordnung besteht, die er anstalt Sachsenberg in Mecklenburg gebracht werden mußte. legung im Dienst angesehen. Wenn das in einem Fall nicht ge Verlegungen in Folge von Mißhandlungen werden stets als Verschehen ist, so ist das eine Ausnahme. Sollte der Fall zur Kenntnis des Kriegsministeriums gebracht werden, so wird unbedingt Remedur eintreten.( Bravo ! rechts.)
Wir halten das Duell für einen verbrecherischen Unfug Herr Oertel hat sich gegen meinen Parteigenoffen in ganz unge hörigen und gröblichen Scherzen ergangen, die zu machen ein Spaßmacher aus Kalau sich genieren würde..
Präsident Graf Ballestrem:
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Abg. Werner( Antis.):
In Erinnerung dürfte Ihnen der Rittmeister Krosigk sein. Der Mann fand ein fürchterliches Ende. Das erklärt sich aber daraus, daß Krosigk ein Soldatenschinder ersten Range war. Herr Abgeordneter, Ihre letzten Bemerkungen einem Kollegen Den Wachtmeister Mertens, der vom Erholungsurlaub zurückkehrte, aus dem Reichstag gegenüber waren unzulässig und der Ordnung bes vang er solange Stehrt zu machen, bis er umfiel und sofort ins Reichstags nicht entsprechend. Garnisonlazareit getragen werden mußte. Krosigt war so grausam, Abg. Kunert( Soc.)[ fortfahrend]: sid igidisha daß seine Borgesezten schließlich ein Einsehen hatten und ihm das Herr Bebel hat das Milizheer verteidigt. Wie weit man mit 1. Strafbuch 1898 entzogen. hil einem Milizheer tommt, das haben die Erfahrungen im BoerenDer Vorwärts" hat Herrn Oertel mit ein paar Zeilen Noch ein weiterer Fall. Er betrifft einen Soldaten der fünften friege gezeigt( Abg. Bebel: Davon verstehen Sie nichts! Heiterkeit), abgethan und hat ihn als das behandelt, als was er behandelt Kompagnie des in Danzig garnisonierenden Infanterie- Regiments gewiß, die Engländer haben ein Milizheer und haben doch werden muß, als quantité négligeable. old me Nr. 105 Ramens Reiste, Sohn des Maurers Reiste in Berlin . von den Boeren Siebe bekommen.( Lachen bei den SocialDieser meldete sich am Morgen des 24. Juli 1899 frant. Der Feld- demokraten.) Das Duell verurteilen auch meine politischen Freunde. foffen, Sie haben den Dienst mitzumachen. webel herrschte ihn an: Man tennt Ihre Krankheit, Sie find be- Wir halten uns streng an das christliche Gebot: Du sollst nicht wußte nichts Besseres zu thun, als dem Reiste eine Stunde Straf- allem berücksichtigt werden. Im Interesse der kleinen Landwirte Der Compagniechef töten. Bei den Militärlieferungen sollten die kleinen Fabriken vor egerzieren mit gepacktem Tornister zuzudiktieren. Der Mann war weiter liegt es, daß die Flurschäden- Regulierungen möglichst befchwerkrank. Mit stieren Augen schleppte er sich schließlich noch zum schleunigt werden. Die Lieferungen nach England verlegen... Compagniechef und bittet um die Gnade, wenigstens einige Momente( Glocke des Präsidenten.) ausruhen zu dürfen.
Präs. Graf Ballestrem:
Auch diese Aeußerung einem Kollegen gegenüber war nicht zu lässig und der Ordnung nicht entsprechend. Da dies zum zweiten Wale vorfällt, rufe ich den Herrn Abg. Kunert zur Ordnung. ( Bravo ! rechts.) Abg. Kunert( fortfahrend): Wenn man sonst noch etwa zweifelhaft in Bezug auf die Auffassung betreffs der Duellfrage, die an höchster Stelle taltet, sein sollte, so wird man am besten aufgeklärt durch die Menge von Begnadigungen. Wir haben heute wieder von einer neuen Begnadigung gehört. Aus Mörchingen Tommit eine Nachricht, die das
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dt ind subPräsident Graf v. Ballestrem: Herr Abgeordneter, diese Materie gehört nicht zum Militäretat, höchstens zum Etat des Auswärtigen Amts. Abg. Werner( fortfahrend):
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Abg. Fürst v. Bismarck ( t.) bestreitet gegenüber dem Abg. v. Jazdzewski, daß der frühere Reichstanzler Bismard zum Kampf gegen die Polen aufgerufen habe. Fürst Bismarck habe stets nur gegenüber dem Zurückdrängen des Deutschen Elements durch die Polen die Abwehr solcher polnischer lebergriffe für geboten erklärt.
Abg. Dr. v. Jazdzewski( Bole):
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Der Compagniechef diltiert ihm eine weitere Stunde Straf egerzieren. Da ist es allerdings kein Wunder, wenn am folgenden Tage zur Nachmittagszeit der Mann eine Leiche war.( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Dieser Fall ist nicht in die Oeffentlichkeit Bocholder Volfsblatt" mits gedrungen, vielleicht können doch noch die Schuldigen gefaßt werden. Ich werde dann bei dieser Gelegenheit darauf zurückkommen. teilt, wonach die vom Kriegsgericht des 15. Armeecorps über den Wie wird die Schädigung der katholischen Offiziers Afpiranten in Sehr bedauerlich ist es, daß Herr Bebel hier wieder angebliche Oberlieutenant Rüger verhängte 12jährige Zuchthausstrafe in Köln gegenüber folchen Thatsachen eine bloße Bagatelle! Veranlaßt Soldatenbriefe aus China vorgebracht, die ganz offenbar fich diese mit in erfunden erfunden charakterisieren.( Sehr richtig! rechts.) Wir hat versprochen, wenn der Spruch gefallen fei, sich selbst zur Sache drud von oben bis herunter auf erster Linie durch den Hoch- als den Compagniechef, den Feld- find Deutsche und follten zu äußern. Er kann heute sein Wort einlösen. Der Kriegsminister webel und auf unsre Kultur stolz sein. die Unteroffiziere. Das alleräußerste foll aus Solche Briefe müssen uns im Auslande als fulturell sehr hob gestern hervor, man habe auch über die Ehre des Nächsten den Leuten herausgeholt werden. Nebenbei gestatte ich mir tief stehend hinstellen. Daher sollte man derartige Mitteilungen zu wachen. Dazu rechne ich auch die gute dienstliche Beziehung zu die Bemerkung, daß diese Mißhandlungen nicht nur in der erst vorbringen, wenn man ihre Wahrheit genau tonden Chargierten und Mannschaften. Auf diesem Gebiet aber hapert Armee vorkommen, sondern auch in der Marine. Dazu treten trollieren kann.( Beifall rechts.) es noch sehr. Die Soldatenmikhandlungen scheinen leider zu die Beleidigungen, denen die Mannschaften häufig ausgesetzt sind, genommen zu haben. Gestatten Sie, daß ich einige Fälle dafür während die Chargierten außerordentlich zartfühlend und empfindlich anführe. Zunächst handelt es sich um den Grenadier Helmuth Witte. sein können. Ich erinnere nur an den Fall des Lieutenants aus Derfelbe diente 1897/99 in der 4. Compagnie des 1. Branden- Spandau, der jüngst durch die Blätter gegangen ist. Und wie hat burgischen Grenadier Regiments Nr. 8. Wegen einer fleinen Ver- sich der Herzog- Regent Johann Albrecht von Medlenburg spätung wurde er von seinem Unteroffizier Kutscher in schwerster zu den Volksschullehrern feines Lands, die ihrer Dienst Weise mißhandelt. Er kommandierte ihn zum Niederwerfen auf die pflicht genügten, ausgesprochen! Er hat ihnen vorgeworfen, daß sie Erde und wiederholte dieses Kommando sehr oft. Der Untergebene in ihrem Civilverhältnis schlechten Geist, Frechheit und unverschämt fam dem Befehl nach, und der Unteroffizier, ein Mann von heit zeigen, daß sie sich durch Großspurigkeit und unverschämtes Der verstorbene Fürst Bismard hat allerdings die Offensive 11/2 Centner Gewicht, sprang mit beiden Filßen auf den Betragen hervorthun, er buzt und ihrzt fie. Solche Schuhriegeleien gegen die Polen gefordert. Er sagte einmal:„ Wir müssen eine Rücken des Liegenden. Er verletzte ihn dabei an der Leber, so daß müssen sich gebildete Lente gefallen lassen. Gewiß werden sie eine geschlossene Phalang bilden gegen die Polen " und wir müssen sie der Mann ohnmächtig wurde und ins Lazarett gefchafft wurde. Revision ihrer monarchischen Gefühle vorgenommen haben. auf Tod und Leben bekämpfen." Wollen Sie bestreiten, daß Der Mann konnte dienstlich nicht mehr verwendet werden, er wurde Zn den Mißhandlungen sind auch die überanstrengenden solche Worte die Aufforderung zur Offensive bedeuten? Fürst Bismard Offiziersbursche, das Regiment leitete ein Strafverfahren gegen den Uebungen, Märsche und Manöver zu rechnen. Ich erinnere an den hat in der inneren Bolitit große Fehler begangen durch seine Missethäter nicht ein, dagegen gelang es der Energie des Vaters, nach Sommer 1900, erinnere an die ungeheuren Märsche und Par- Ausnahmegeseze gegen die Polen , die Katholiken und auch 13/4 Jahren wenigstens eine Antwort vom kommandierenden General von forcetouren bei den Kaisermanövern. Bis 50 Kilometer Marich- gegen die Socialdemokratie. Diese seine Bolitit mußte uns Liegnig zu erzielen, worin ihm diefer mitteilte, daß ein Verfahren leistung am Tage ist verlangt worden. Das ist veranlassen und so lange diese bereits eingeleitet sei. Schließlich wurde der Unteroffizier, der in- fährdung der Gesundheit. Besondere Klagen find mir aus Köln vom Angriffe fortdauern, werden uns zu wehren wissen. zwischen Sergeant geworden war, vom Kriegsgericht wegen Mißhand- Infanterie- Regiment Nr. 16 und aus Bochum vom Infanterie- Es ist uns ganz gleichgültig, ob wir siegen oder unterliegen. Die lung zu fünf Wochen verurteilt. Der Vater und der Verlegte drangen Regiment Nr. 81 zugegangen, ja, es haben die Anstrengungen zu Sig- ewige Gerechtigkeit wird uns doch recht geben.( Bravo ! bei den nun darauf, daß dem Witte eine kleine Pension bewilligt würde. fchlag nnd Tod in wiederholten Fällen geführt. Solche Todesmärsche Polen .) Trozdem der Nervenarzt Munter in Berlin am 26. Juni 1900 in sind durchaus zu verhindern. Es besteht ja der Grundsatz, daß bei Abg. Herzfeld( Soc.): seinem Gutachten bekundet hatte, daß die heftige Neuralgie, woran sehr hoher Temperatur anstrengende Märsche überhaupt zu unter- Der Ausdruck Leutefchinder gegenüber dem Rittmeister der Mann leidet, in ursächlichem Zusammenhange mit der während lassen sind, aber er wird nicht befolgt. Es müßten die v. Krofigt war durchaus berechtigt. Ist doch diesem Herrn im der Dienstzeit erlittenen Verlegung stände, blieben sowohl dieser als jenigen unerbittlich bestraft werden, die diese Bor Jahre 1898 von der Militärverwaltung selbst das Strafauch erneute Versuche um Penfion erfolglos. Pensions- Ablehnungen schriften berlegen, Dann fönnten die Manöver auch recht entzogen worden.( hört! hört! bei den Socialdemokraten.)- tommen überhaupt sehr leicht zu stande. Es wäre doch ein Gebot rubig in die kühlere Herbstzeit berlegt werden. Für Herr Werner hat sich über die Veröffentlichung der Hunnenbriefe beklagt. der Klugheit, in solchen Fällen entgegenkommender zu sein; haben den Krieg nutzen diefe Barforcetouren ja doch nichts, wie Ich kann heute einen neuen, äußerst bezeichnenden Brief mitteilen, der wir doch in den Jahren 1878-98 680 Millionen an Benfionen auch die Erfahrungen im jezigen Chinafeldzug nach den Angaben diesmal von einem Offizier ausgeht und an seine Cousine gerichtet ist. ausgegeben, die hauptsächlich den Offizieren zu gute gekommen sind. des Grafen Naychause im Berliner Tageblatt" beweisen. Er- Sedner verliest den in Nr. 49 des Vorwärts" vom 27. Februar verEin weiterer Fall ist folgender: Der Füselier Wilhelm Baning forderlich wäre es, eine Reichs.Militärstatistit herauszugeben. Die öffentlichten Brief. Ich habe mich zum Wort gemeldet, um einen vom 4. Garderegiment 3. F. 12. Compagnie wurde zwischen Weih- ungeheure Mehrzahl der Mißhandlungen tommt Fall aus Mecklenburg anzuführen, der beweist, wie sich die Militärnachten und Neujahr in so brutaler Weise durch Kolbenstöße eines überhaupt nicht zur Anzeige, und die ungeheure verwaltung in die Dienste des Unternehmertums Gefreiten mißhandelt, daß er ohnmächtig zusammenbrach, und als Mehrzahl der zur Anzeige getommenen bringt gegen die Arbeiter stellt. In Wismar giebt es einen Ver er wieder zum Bewußtsein gekommen war, sich mühselig ins Hospital wieder nicht in die Oeffentlichkeit. Wir verlangen band der Hafenarbeiter. Diese betamen im Jahre 1900 für das schleppte. Hier wurde eine Bellengewebs- Entzündung der unteren Brust anstatt der unwürdigen, unmenschlichen und zum Teil mörderischen Löschen und Laden von 400 Centner 12 M., was bei 6 stündiger festgestellt. Der Gefreite, der ihn mißhandelt hatte, hieß Karl Haas. Auch Behandlung eine Behandlung, die den humanen Anschauungen ent- Arbeitszeit einen Verdienst von 3,33 M. ausmacht. Da diese Arbeiter hier erfolgte nicht, was sofort hätte geschehen sollen, eine Unter- spricht. Wir verlangen Achtung vor dem Individuum, Achtung vor höchstens 200 Arbeitstage im Jahre haben, so verdienen sie 660 M. fuchung, während der Verlegte noch lebte. Am 10. Januar starb er. dem Menschen, Achtung vor dem Volt. Alle kaiserlichen, töniglichen höchstens im Jahre. Die Unternehmer in Wismar dagegen, namentDas Regiment stellte nicht freiwillig eine Untersuchung an, es war und fürstlichen Erlasse gegen die Soldatenmißhandlungen haben lich die Kohlenhändler verdienten 1900 ganz besonders viel.( Glocke hierzu erst der Antrag der Angehörigen des Verlegten notwendig. nur platonische Bedeutung. Hatte der letzte Grlaß des Kaisers des Präsidenten.) ( Hört, hört! links.) darin irgend etwas geändert? Die Durchführung ist eben Jm friegsgerichtlichen Urteil werden die Aussagen des Sterben schwieriger als die Verleihung des schwarzen Bogels an den als unrichtig bezeichnet. Er soll also in den letzten Minuten einen Ritter vom roten Hahn, usw., an einen englischen Ritter. Der Kohlenhändler mit dem Militäretat zu vera Ich möchte den Herrn Redner bitten, nicht die Verdienst e feines Lebens feinen alten Water, feine schwergeprüfte Mutter und Man fagt mit Vorliebe, die Soldaten hätten ja den Beschwerde- wechseln und hier nicht auf fremde Gebiete einzugehen. Heiterkeit.) feinen Stiefbruder belogen und betrogen haben, denen er seine Aus- weg. Nun, der Mann weiß es eben besser, als die Herren vom fagen gemacht hat. grünen Tisch. Er weiß, daß er nur aus dem Regen in die Traufe Abg. Herzfeld( fortfahrend): Offenbar handelt es sich hier um eine Vertuschung, die gar nicht kommit. Im Kriege kann der Soldat den Beschwerdeweg so gut wie Ich komme nicht auf fremde Gebiete, sondern führe diesen Fall so selten ist. Ich erinnere nur an das kriegsgerichtliche Urteil vom gar nicht betreten. Es liegt mir aber ein Brief aus Beting an, um zu zeigen, wie die Militärverwaltung sich zu diesen Arbeitern, Jahre 1891, dessen Kopf die Bemertung trägt: Sergeant Heitmann, vom 27. November 1900 bor, der das deutlich beweist. deren Lage ich eben beschrieben habe, gestellt hat. Unteroffizier Dombrowski, Unteroffizier Neumann von der 5. Com Was ist denn aus dem Militär Strafprozeß geworden? pagnie des Infanterie Regiments Nr. 151. Aus diesem Urteil geht Das befte Stück ist herausgeschnitten dadurch, daß Vicepräsident v. Frege: hervor, daß die Genannten einen Meineid vorbereitet hatten, daß militärgerichtliche Oeffentlichkeit so gut wie aufgehoben ist. Nur Dann bitte ich Sie, bald zu dem Militäretat zu kommen, von fie das Zuchthaus mit dem Aermel gestreift haben und daß nicht Bagatellfachen werden noch öffentlich verhandelt. Die Urteile zeigen, dem Sie abgewichen sind. 300 sie allein an der Vertuschung der Sache, an der Verdunkelung wie leicht die Militärgerichte geneigt sind, mildernde UmAbg. Herzfeld( fortfahrend): 6 der Wahrheit beteiligt waren, sondern auch der damalige Stände bei Soldatenmißhandlungen anzunehmen. Diese Lage der Arbeiter veranlaßte fie nun, eine Lohnerhöhung Compagniechef von Reese, der so weit gegangen ist, daß Daß die Richter bei diefen Dingen zum Teil eine merkwürdige Rolle von 50 Pf. zu fordern. Die meisten dieser Unternehmer standen eine Fälschung des Thatberichts vorgenommen hat, spielen, geht hervor aus dem einwandsfreien Zeugnis des General- diese Lohnerhöhung ohne weiteres zu, nicht aber die Firma Dredrichs. indem er ein Schuldbekenntnis unterschlug und die wahr tommandos von Dresden . Es ist der Prinz Georg, der darin sagt, Die Firma hatte nun am 15. Juli v. J. den Dampfer Marie, der heitsgemäßen Angaben des Hauptzeugen in den Thatbestand daß die Richter, die zur Aburteilung von Soldatenmißhandlungen mit Kohlen beladen antam, laut Vertrag zu löschen. Der Dampfer nicht mit aufnahm. Ein ganz ähnlicher Fall wird unterm berufen sind, sehr oft nur zu geneigt sind, strafmildernde Rücksichten sollte dann nach China gehen. Die Hafenarbeiter waren bereit, den heutigen Tage von einer Berliner Korrespondenz mitgeteilt. Es walten zu lassen". Will man durch die Militärgerichtsbarkeit die Dampfer zu löschen, aber nur nach Bewilligung der 50 Pf. Dies handelt sich da um das zweite Kriegsgericht der 2. Garde- Infanterie- Soldatenmißhandlungen eindämmen, dann muß man dem wurde von der Firma nicht gewährt und die Firma depeschierte Division. Angeklagt war der Unteroffizier Strohwisch von der Militär Strafprozeß ein andres Aussehen geben, zum mindesten an das Militärkommando nach Altona und an den Kriegs5. Compagnie des Königin Elisabeth Garde Grenadier- Regiments, muß die vollste Oeffentlichkeit wieder hergestellt werden. Das minister. Vom Kriegsminister tam teine Antwort und vom und zwar wegen Mißhandlung eines Untergebenen. Als der Miß- Militär- Strafgesetzbuch, der Militär- Strafvollzug, sie müssen reformiert Militärfonimando in Altona wurden Soldaten in Wismar handelte als Hauptzeuge vor dem Striegsgericht befragt wurde, wie werden. Gerade der Militärftrafvollzug mit seinen strengen Strafen abkommandiert, die den Dampfer löschen mußten. Während die Dinge feien, fagte er gerade so aus, wie der vorher ver- ist das barbarischte und mittelalterlichste, was man sich nur denten der Löscharbeiten wurden 20-25 Soldaten mit scharf genommene angeschuldigte Unteroffizier ausgesagt hatte." Beide tann. Im Militär- Strafgesetzbuch aber müssen die veralteten dras la denem Gewehr auf die kommandobrüde gestellt. Aussagen stimmten genau überein: es handle fich um tonischen Bestimmungen gegen die Mannschaften ganz beseitigt Diese Maßregel war vollkommen unnötig. Die organisierten Arbeiter eine harmloje Spielerei mit dem Kolben vor dem Geficht. werden, ebenso die mildernden Umstände für die Soldatenschinder. wissen, daß die Soldaten ihre Brüder, ihre Klassengenossen sind und, Erst als er auf die Bedeutung des Eides auf Der Militärstrafprozeß müßte sich dem bürgerlichen Prozeß anpassen, wenn auch mit tiefstem Schmerz, nur das thun, was ihnen befohlen mertiam gemacht wurde, tam er zur Besinnung er muß in ihm aufgehen. Wir fordern das gleiche Recht. Der beste wird. Das Militärkommando hätte, anstatt die Soldaten zum und gestand, daß der Unteroffizier ihn mitkolben und bleibendste Schutz gegen die Militärmißhandlungen aber wäre Streifbruch zu kommandieren, was stößen in das Gesichtschwer mißhandelt habe.( Sört! bie Einrichtung der Boltswehr und die Aufhebung widerwillig thaten, die Firma anhalten hört 1 bei den Socialdemokraten.) Die andren Zeugen treten mit bes stehenden Heers.( Bravo ! bei den Socialdemokraten.) Bertrag unter allen Umständen zu erfüllen,
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Bicepräsident v. Frege:
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