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Brunzlow u. Sohn, Neue Königstr. 84. Wilh. Ermler u. Co., Breitestr. 11. Jakob Doussin u. Co., Auguſtr. 69.

Joseph Dams. Neue Friedrichstr. 72, Schmidt, Annenstraße.

Salzmann, Quisenufer 3.

Aus der Frauenbewegung.

Versammlungen.

=

vom Vorstand Erhebungen über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in den socialdemokratischen Partei­druckereien, die eigne Buchbindereien haben, die Die in der Luxuspapier- Industrie beschäftigten Arbeiter Boykottfreien Nordhäuser Kantabak führen in Berlin für Parteigeschäfte und Arbeiterorganisationen und Arbeiterinnen hielten am Dienstag, den 25. Juni, eine öffents folgende Geschäfte: Der Vertrauensmann teilte mit, daß eine arbeiten, veranstaltet. Diese Erhebungen haben zu feinem Ergebnis liche Versammlung ab. geführt, das ein besonderes Einschreiten seitens der Verbandsleitung Enquete veranstaltet werde zu dem Zweck, welche Schädigungen die Verordnung des Reichs Postsekretärs betreffs des Verbotes der veranlassen könnte. Glimmerpostkarten, in der Luruspapier- Industrie für die mit solchen Arbeiten beschäftigten Kollegen und Kolleginnen gebracht habe. Die Das auszugebenden Fragebogen bitte er sorgfältig auszufüllen. Der Franen- und Mädchen Bildungsverein für Rigdorf Ergebnis dieser Enquete solle einer späteren öffentlichen Versammlung Kollege Sommer, sowie Bogula und Schulz, hält am Dienstag, den 2. Juli, abends 81/2 Uhr, bei Mercier, unterbreitet werden. Steinmeßstr. 113, eine Mitgliederversammlung ab. Tagesordnung: sehen keinen Grund, warum diese Angelegenheit unsre Organisation Ein Blick in das Junere der Frau. Der Vortrag wird zu irgend etwas veranlassen sollte. In den Glimmereien sei Heim­vom prakt. Naturheilkundigen Grundmann an einer lebensgroßen arbeit hauptsächlich vertreten. Auch die gezahlten Löhne seien schr tünstlichen Frau, welche mit herausnehmbaren Organen versehen ist, niedrig. Demgegenüber wiesen Wilhelm und Manz auf die Schädigung volksverständlich erklärt. der Arbeiter hin, welche durch diese Verfügung zum größten Teil arbeitslos geworden sind.

Lettere Firma führt auch Magdeburger Kautabak. Da diese drei Geschäfte auch Tabak aus boykottierten Fabriken führen, so ist ausdrücklich Rautabat von Grimm u. Triepel oder Hendeß u. Schumann zu verlangen.

Arbeiter Berlins ! Sorgt für strenge Durchführung des Boykotts Helft Euren kämpfenden Arbeitsbrüdern in Nordhausen . Die Kommission der Tabalarbeiter Berlins .

Achtung, Stuccateure! Die Kollegen werden nochmals ersucht, ihre alten Verbandsbücher bis 8. Juli zu regeln, da nach diesem Datum das alte Markenmaterial dem Hauptvorstand zugeschickt werden muß. Die Orts- Verwaltung.

Dentsches Reich.

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Gerichts- Beitung.

Friedrichshagen . Am 22. d. M. referierte Genosse Jahn in Ein internationaler Industrieritter beschäftigte gestern die einer öffentlichen Volksversammlung über Errichtung von Gewerbe­neunte Straffammer des Landgerichts I unter dem Vorsiz des gerichten. Nach dem Vortrage nahm die Versammlung einstimmig Landgerichtsrats Traumann in längerer Verhandlung. Im Frühjahr meindevertretung die Errichtung eines gemeinsamen Gewerbegerichts eine Resolution an, welche das Bureau beauftragte, bei der Ge­des Jahres 1899 tauchten in Berlin zwei Herren aus Schweden auf. mit den Orten Köpenick , Adlershof , Alt- Glienicke und Ober- Schöne­Die Breslauer Bäcker streiken. Eine vor einigen Tagen ab- die sich gemeinsam eine Wohnung mieteten und als ver- weide zu beantragen. Ferner wurde beschlossen, eine Betition an gehaltene Meisterversammlung hat die Forderungen der mögende Leute auftraten. Der eine war der Baron Kund Gesellen abgelehnt. Eine Versammlung der Gesellen, die am von Aferhjelm, der Sohn des Hofpredigers v. Akerhjelm den Bundesrat abzusenden, mit dem Ersuchen, derselbe möge die vom Donnerstag, stattfand, beschloß, ehe zum äußersten Mittel, zum Streit, zu Stockholm , der dort früher Landwirt gewesen, aber in Reichstag angenommene Gewerbegerichts- Novelle ebenfalls annehmen. Weißenfce. Am Diestag tagte hier eine öffentliche Gewerkschafts­gegriffen wird, nochmals Verhandlungen mit den Meistern zu ver- Vermögensverfall geraten und darauf einmal in Kopenhagen und fuchen und zwar vor dem Einigungsamt. Dieser Versuch scheint ein einmal in Hamburg wegen Erpressung, mit Gefängnisstrafen belegt Bersammlung. Genosse Stiefel sprach über den Streit der vergeblicher gewesen zu sein. Wie ein uns aus Breslau zugehendes worden war. Sein Begleiter war ein ehemaliger Konditor, der den Tabatarbeiter Nordhausens. Folgende Resolution Die Versammlung erklärt Privat- Telegramm meldet, hat am Sonnabendnachmittag eine Ver- Namen Olsen führte. Beide hatten sich zusammengefunden und wurde einstimmig angenommen: fammlung von 400 Bäckergesellen beschlossen, in den Streit einvereinbart, sich in Zukunft durch Hochstapelei zu ernähren. Sie haben sich mit den kämpfenden Tabakarbeitern in Nordhausen solidarisch autreten. 10 Meister mit 40 Gefellen haben die Forderungen be- diesen Plan in Berlin in bewundernswerter Weise zur Aus- und verpflichtet sich, dieselben materiell und moralisch zu unterstützen. willigt! führung gebracht. Zunächst legte Olsen seinen bürgerlichen Die Versammlung erblickt in der Handlungsweise der dortigen Unter­Namen ab und legte sich, um seinem adeligen Genossen nehmer eine Entrechtung der Arbeiter, und spricht deshalb über die ebenbürtig zu erscheinen, den Namen von Sylseth bei. Dieser dortigen Firmen mit Ausnahme der Firmen Hendiß u. Schumami hinterlegte bald nach seinem Eintreffen in Berlin bei der Deutschen und Grimm u. Triepel den Boykott aus. Hierauf referierte Bank ein versiegeltes Paket, welches nach der Aufschrift 120 000 m. Safer über die Lohnbewegung der Barbiere. enthalten sollte. Die Deutsche Vant stellte hierüber eine Dem Referat folgte eine lebhafte Diskussion, Empfangsbescheinigung aus und dies Papier, mit dessen Vorzeigung sich außer den Gehilfen auch Mitglieder der Freien Ver­feineswegs gefargt wurde, diente dazu, die beiden Schweden mit einigung sowie der Imung beteiligten. Zum Schluß wurde folgende dem Nimbus des Reichtums zu umgeben. Der angebliche v. Sylseth Resolution angenommien: wußte den früheren Rechtsanwalt Lisser zu bewegen, ihm eine Die Versammlung der Gewerkschaften Weißensees verpflichtet, Bescheinigung auszustellen, wonach er sich von dem Vorhandensein sich, die von der Organisation der Barbiere aufgestellten Forderungen C. A. Kneiff, G. A. Hanewader, F. C. Lerche, 5 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die beiden Hachstapler 8 meiden und nur solche Geschäfte zu besuchen, in denen der Ge­der 120 000 M. überzeugt habe. Wegen dieser That ist Liffer derzeit zu durchführen zu helfen, die Geschäfte, welche nicht bewilligt haben, Berlin u. Bona, H. 11. N. Wittig, Rothhardtu. Comi p., verbreiteten muun über ihre Vermögensverhältnisse gegenseitig die hilfe die von der Organisation eingeführte grüne Kontrollkarte auf­Steinert u. Hellmund, Salfeldt u. Stein, Athenabenteuerlichsten Angaben. v. Sylseth erzählte von seinem Freunde, weisen kann." städt 1. Ba chrodt, G. Reddersen.

Zum Ausstand in Nordhausen berichtet uns die Kommission der ausgesperrten Tabatarbeiter, daß am 28. Juni auch die Firma der ausgesperrten Tabakarbeiter, daß am 28. Juni auch die Firma Walter u. Sevin den Schiedsspruch des Einigungsamtes anerkannt und ihre ausgesperrten Arbeiter eingestellt hat. Boykottfrei sind somit die Produkte der Firmen Hendek u. Schumann, Grimm u. Triepel, Walter u. Sevin.

Die folgenden Firmen haben den Schiedsspruch nicht

anerkannt und find deshalb nach wie vor boykottiert:

Ausgesperrt wurden, weil sie sich einer Lohnreduktion nicht fügen wollten, am 27. Juni sämtliche Arbeiter der Frankfurter Maschinenfabrik, Attien- Gesellschaft, Hanauer Landstraße in Frankfurt a. M.( Schlosser, Dreher, Hobler, Fräser, Ladierer usw.), insgesamt etwa 130 Mann.

ant welcher

Samariterkursus für Arbeiter und Arbeiterinnen. Montag abends 9 Uhr, in der Filiale Brunnenstr. 150, Vortrag über Knochenbrüche, Heute, Sonntag­Verrenkungen, Verstauchungen und praktische Uebungen. nachmittag Ausflug nach der Jungfernheide. Treffpunkt 3 Uhr Restaurant Waldfater, am Tegeler Weg, 10 Minuten vom Bahnhof Jungfernheide.

Schluß des italienischen Parlaments.

OP

daß dieser in Schweden ein prachtvolles Gut mit entsprechendem Die Stuccateure in Leipzig sind in Differenzen mit den Schloß befize, daß derselbe an mehreren Dampferlinien beteiligt und Unternehmern geraten und ersuchen deshalb um Fernhaltung des Eigentümer mehrerer Wasserfälle sei, von denen er kürzlich einen für Zuzugs. den Preis von 600 000 m. an eine Londoner Gesellschaft veräußert Die Unterhandlungen in Gunewalde haben bisher noch zu habe. Der Baron v. Akerhjelm schilderte dagegen seinen Begleiter Der Verein der Tischler Berlins und Umgegend( Vertrauens feinem Resultat geführt, gehen aber weiter und sind nicht aussichts- als einen Mann, der in Christiania eine großartige Dampfbäckerei los, wenn sich auch der Fabrikant Große auf nichts einlassen will. besize, die ihm jährlich eine Rente von 30 000 M. einbringe. Nachdem männer- Centralisation) hält am Dienstag, den 2. Juli, abends 8 Uhr, feine Ein großer Fabrikant soll sehr geneigt sein, Frieden zu schließen. der Boden dermaßen vorbereitet war, fingen die beiden Schweden an, ihn Vertrauensmänner- Versammlung bei Franke, Pallisadenstr. 3, ab. Um das Zustandekommen einer Einigung bemühen sich auch ver- zu beackern. Sie setzten sich mit Geldvermittlern und Darlehnsgebern schiedene höhere Beamte und hochangesehene Persönlichkeiten in der Verbindung, ſtellten gemeinschaftlich wechsel aus und erhielten Lehte Nachrichten und Depeschen. mit Rücksicht auf das angebliche Depot bei der Deutschen Bank, die Laufiz. Wechsel, wenn auch mit großen Opfern, diskontiert. Es wurde dabei Arbeitseinstellung. Am Freitag stellten 28 in der Deutschen stets behauptet, daß das Paket Wertpapiere enthalte, die zur Zeit Rom 29. Juni. ( W. T. B.) Deputiertenkammer. In Beanta Kaffee- Rösterei in Hamburg beschäftigte Kaffeeverlejerinnen die nicht ohne großen Verlust zu verkaufen feien. Mit Hilfe der so cr- wortung einer Anfrage von Biffolati und sechs andren Socialisten Arbeit ein, weil der Direktor sich nicht herbeiließ, deren äußerst beworbenen Mittel konnten die beiden Schweden noch flotter leben über den Vorfall in Berra, wobei infolge eines Zusammenstoßes scheiden gehaltene Forderungen anzuerkennen. Der Verdienst der als bisher und dies war nötig, um einen Hauptcoup auszuführen. zwischen Militär und Ausständigen drei Personen getötet und mehrere Arbeiterinnen bewegte sich bisher zwischen 80 Pf. bis 1,50 W. pro v. Akerhjelm trat als Heiratskandidat auf. Natürlich rechnete verwundet wurden, hebt der Minister des Innern Giolitti die unzu Tag; sie fordern dagegen, ihnen jezt einen Lohn von 10 M. pro er auf eine Frau, die ein Vermögen besaß, das dem seinigen entsprach. länglichen Löhne für die Landleute hervor, welche der Grund der Woche zu garantieren. Der Direktor erklärte, auf diese Forderung Eine Heiratsvermittlerin, ein Fräulein R., schlug ihm eine Dame vor, Ausstände in der Provinz Ferrara feien. Der Mehrheit der Große nicht eingehen zu können. von der man munkelte, daß sie 700 000 m. besigen sollte. v. Akerhjelm grundbefizer sei es infolge von Zugeständnissen gelungen, sich mit war Feuer und Flamme. Er kam mit der Dame, die inzwischen den Landleuten zu verständigen. Nur die Bonifications- Gesellschaft von der Vermittlerin genügend vorbereitet war, zusammen und habe versucht, ausländische Arbeiter in der Provinz für die wurde bald mit ihr einig. Da die Eheschließung in Norwegen mit Ernte- Arbeiten zu verwenden. Die Regierung habe ihre guten weniger Umständen verknüpft ist, als in Deutschland , so reiste das Dienste zur Verhinderung dieses Vorganges zur Verfügung gestellt, Baar nach Christiania , wo es so schnell wie möglich heiratete der sicher Unruhen erzeugt hätte; aber die Gesellschaft habe ihr und dann nach Berlin zurückkehrte. Hier sahen Herr v. Akerhjelm Recht geltend gemacht und auf ihrem Beschlusse beharrt; es und seine Ehefrau bald ein, daß sie sich gegenseitig getäuscht sei der Regierung nur übrig geblieben, die Freiheit der Arbeit und hatten. Jeder hatte den andern für reich gehalten. Die jeßige Frau Ordnung zu wahren. Der Offizier, welcher bei dem Bujanunen­Baronin v. Akerhjelm war die Tochter eines Schuhmachers aus stoße die Truppe befehligte, welche die Brücke bewachte, habe den Baußen und ihres wenig rühmlichen Lebenswandels wegen aus Dresden Befehl erhalten, die Ausständigen, welche eine drohende Haltung ausgewiesen worden. Sie hatte nur ein Barvermögen von 6000 m. auf dem Wege zur Besitzung der Bonifications- Gesellschaft ans besessen, das sie bald ihrem Gatten geopfert hatte. Der Genoffe genommen hatten, an ihrem Borhaben zu hindern. Troz wieder­Auch die Staatsanwaltschaft geht mit bekannter v. Aterhjelms, der angebliche v. Sylseth, wurde in Haft genommen, holter Aufforderung auseinanderzugehen, hätten sich die Ausständigen Echneidigkeit gegen vermeintliche Streiksünder" vor. Es ist eine der erstere entging seiner Berhaftung durch die Flucht. Aber auch gegen die Truppe gewandt; dieje hätte nun ihrem Befehl gemäß Untersuchung eingeleitet gegen mehrere Arbeiter und Arbeiterinnen, der frühere Rechtsanwalt Lisser, gegen den noch andre Strafthaten von der Schußivaffe Gebrauch gemacht und so seien zwei Personen die während des Streits die in der Gummifabrik beschäftigten vorlagen, sowie die Ehefrau v. Aferhjelm wurden in Haft ge- sofort getötet und etwa 20 verwundet worden, von denen bald einer Arbeitswilligen" zum Anschluß an den Streit zu bewegen suchten. nommen. Da der Hauptangeklagte v. A. nicht zu ermitteln war, so gestorben sei. Der Vorfall sei zwar sehr betrübend, die Gejeze Mehrere Personen sind aus diesem Aulaß in Haft genommen. wurde vor etwa Jahresfrist gegen die drei übrigen Genannten ver- feien jedoch nicht verlegt worden; er wünsche, daß die Mißlungene Knebelung einer Gewerkschaft. Der Vorstand handelt. Das" Depot" bei der Deutschen Bank hatte keinen Pfennig italienischen Arbeiter in der Ausübung ihres Rechts auch au Wert, es enthielt zumeist nur Privatbriefe. Olfen , alias ihre Pflicht denken.( Lebhafter Beifall.) Bissolati spielt darauf der Filiale M.- Gladbach des Deutschen Textilarbeiter- Verbandes war wurde zu 2 Jahren 6 Monaten, Liffer zu in einer Erwiderung auf das Gerücht an, daß der Offizier, welcher angeklagt, weibliche Mitglieder in den Verband, den die Behörde v. Syljeth, als einen politischen Verein anfieht, aufgenommen zu haben. 5 Monaten und Frau v. Akerhjelm zu 2 Monaten Gefängnis ver- Feuer kommandiert habe, betrunken gewesen sei. Hierauf ents Die Polizei hatte ein umfangreiches Material beigebracht, um den urteilt, die durch die erlittene Untersuchungshaft für ver- gegnet der Kriegsminister lebhaft. Dadurch entsteht ein Zwischenfall, Im April d. J. wurde v. Akerhjelm in der zu heftigem Austausch von Reden und Gegenreden führt. Der politischen Charakter des Verbandes nachzuweisen. Dieser Beweis büßt erachtet wurden. mißlang aber vollständig, das Schöffengericht sprach die Tri est verhaftet. Er hatte ein abenteuerliches Leben geführt, ver- Präsident hebt darum die Sigung zeitweilig auf und bittet um Ruhe. schiedene Hauptstädte Europas besucht und war schließlich auch nach Nach Wiederaufnahme der Sizung führt der Kriegsminister aus, er angeflagten Borstandsmitglieder frei. Capri gekommen. Diese Jusel hatte er heimlich bei Nachtzeit in habe mit seinen früheren Worten die Volksvertretung durchaus nicht einem Fischerboot verlassen, weil er seine Hotelrechnung nicht bezahlen beleidigen wollen, auch nicht Bissolati; er habe lediglich dem tonnte. Man brachte ihn nach seiner Festnahme zunächst nach Berlin , Wunsche Ausdruck geben wollen, daß die Deputierten nicht auf damit er hier sein Konto mit dem Strafrichter begleichen könnte. verleumderische Gerüchte hören, die sich gegen einen Offizier. Der Angeklagte legte auf Bureden seiner Verteidiger, Rechts- wendeten, der eine schmerzliche Pflicht erfüllen mußte. Bissolati anwalte Alfred Ballin und Justizrat Ehrlich, ein Geständnis ab. Er erklärt alsdann, er habe sich darauf beschränkt, die von den gab an, daß seine wohlhabende Familie ihm jährlich 4000 kronen Beitungen veröffentlichte Nachricht wiederzugeben. Hiermit ist der unterhaltungsgelder sende, und dies wurde auch erwiesen. Er habe zwischenfall erledigt. Das Haus geht über zur Beratung des auch gehofft, feinen Verpflichtungen durch eine reiche Heirat nach- Budgets der Staatseinnahmen. tommen zu fönnen.

Die Harburger Gummifabrik jetzt ihre brutalen Maßnahmen gegen die Teilnehmer am Streit nach erfolgtem Friedens fchluß der Vereinbarung zum Trok fort. Neuerdings wird ge­meldet, daß die Fabrikleitung sogar den Austritt aus dem Arbeiter Radfahrer- Verein zur Bedingung der Wieder­einstellung der Arbeiter macht.

Die Breslauer Bierkutscher sind in eine Lohnbewegung ein getreten. Sie haben zunächst bei drei Firmen, die zusammen 200 Arbeiter beschäftigen, ihre Forderungen eingereicht, deren hauptsäch lichste folgende find: 3 M. wöchentliche Lohnzulage, Umfagprovision pro 1000 Flaschen 1 M.( bisher 60 Pf.), Arbeitszeit von 6-7 Uhr einschließlich einer anderthalbstündigen Mittagspause, für Ueber­stunden 50 Bf., alle vier Wochen einen freien Sonntag. Die an der Bewegung beteiligten Stutscher gehören zum größten Teil dem Centralverband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter an. Der deutsche Buchbinder- Verband hat einen Bericht über feine Entwicklung im Jahre 1900 herausgegeben, dem wir folgendes

entnehmen:

Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten in allen Fällen für überführt und beantragte mit Rücksicht darauf, daß derselbe Schimpf und Schande über sein Land und seine angesehenen Verwandten ge­bracht, gegen ihn eine Gefängnisstrafe von vier Jahren. Die Ver­teidiger plädierten für eine niedrigere Strafe. Der Gerichtshof erkannte auf eine Gefängnisstrafe von

Bei der Veratung des Budgets der Staatseinnahmen weist der Berichterstatter Guicciardini , im Namen der Budgetkommission darauf hin, daß die Einnahmen über alle Erwartung günstig seien; der wirkliche Ueberschuß des laufenden Geschäftsjahres werde 30 Millionen überschreiten. Der Finanzminister erklärt, die Regierung werde ibg Programm der Steuerreform nicht aufgeben. Der Schazminister weißt die volle Richtigkeit der Budget- Voranschläge nach. Nachdem das Haus fodann sämtliche Budgets genehmigt hatte, vertagt es sich auf unbestimmte Zeit.

Das Jahr 1900 war bedeutungsvoll für die deutschen Buch­binder durch die Aussperrung in Berlin , Leipzig und Stuttgart , und die Lohnbewegung in verschiedenen Städten, die zu einer nicht unbedeutenden Erhöhung der Minimallöhne, resp. zur Festsetzung drei Jahren. von Minimallöhnen, Aufstellung eines Accordtarifs und, mit Aus- Der Arbeitsanzug. Vor dem Schöffengericht zu Spandau nahme von Berlin , Leipzig und Stuttgart , wo die Arbeitszeit wurde am Mittwoch folgende Sache verhandelt: Der Arbeiter August Luxemburg , 29. Juni. ( Frankf. 3tg.") Die Kammer schloß bereits 1896 auf 9 Stunden festgesetzt wurde, zu einer Verfürzung K. Hatte gegen ein polizeiliches Strafmandat von 3 Mark, welches der Arbeitszeit geführt haben. er erhalten, weil er fein am 24. April cr. geborenes Kind nicht ihre diesjährige Tagung, nachdem sie in 2. Lesung das Gesetz der Die Mitgliederzahl hat sich im Laufe des Jahres be- inuerhalb einer Woche beim Standesamt angemeldet, gerichtliche Arbeiter und Krankenversicherung einstimmig an­deutend vermehrt. Ende 1899 zählte der Verband 6525 männliche Entscheidung beantragt; er begründete in der Verhandlung seinen genommen hatte. Für die nächste Tagung steht die Annahme des und 1881 weibliche, zusammen 8406 Mitglieder; Ende 1900 7958 Antrag damit, daß er am 25. April cr. die Geburt feines dem deutschen nachgebildeten Unfallversicherungs- Gesezes in sicherer Kindes anmelden wollte, dev Standesbeamte habe ihn aber Aussicht. männliche und 3767 weibliche, zusammen 11 725. Petersburg, 28. Juni. ( W. T. B.) Das Feuer in Zarizhn ist An Arbeitslosen Unterstützung wurden insgesamt zurückgewiesen, weil er in seinem beschmugten Arbeits­Da er nun leider bloß jest gelöscht. Es find 24 mit Bauholz beladene Varken, vier größere 18 391,75 M. bezahlt; an Streit Unterstügung wurden anzug erschienen sei. innerhalb des Verbands 83 952, 94 m. verausgabt und an andre diesen einen Anzug habe, so. sei er denn nicht mehr nach und einige kleinere Sägemühlen mit den zugehörigen Holzablade Der als Zeuge vernommene Standes plägen verbrannt. Wie jetzt bekannt wird, sind auch Menschen, Organisationen zur Unterstügung streitender Arbeiter 1300 M. und dem Standesamt gegangen. 500 M. aus der Verbandskasse gegeben. beamte Bischof erklärte, daß er sich für berechtigt gehalten habe, namentlich in den Vorstädten Elschanka und Kuporosnoje, ums Leben Für Gemaßregelten unterstützung wurden 1570,96 M., den Mann, welcher in einem beschmußten Arbeitsanzug vor gekommen. Der Schaden beläuft sich auf etwa 5 Millionen Rubel. Die Regierung zu Potsdam London , 29. Juni. ( W. T. B.) Lord Kitchener telegraphiert für Rechtsschutz 611,50 m. verausgabt. An Umzugstosten ihm erschienen, zurüdzuweisen. wurden vom 1. Juli bis Jahresschluß 385 M. bewilligt. denn sie habe eine hente aus Pretoria : Die Boeren griffen am 26. d. M. nachts bei Brug habe ihm hierin auch zugestimmt, Zur Deckung der dem Verband durch die Lohnbewegung er- Beschwerde des K. als grundlos zurückgewiesen. Das Gericht spruit zwei an der Delagoa- Bahn liegende Blockhäuser an. Ein wachsenen außerordentlichen Unkosten wurde vom Ende Oktober 1900 ist auch der Ansicht, daß der Standesbeamte im Recht war und daß Panzerzug erschien und vertrieb die Boeren. Vier Boren blieben tot bis Ende Juni 1901 eine wöchentliche Extrastener von 10 Pf. K. die Anmeldung in einem sauberen Anzuge zu machen hatte. Das auf dem Blaze, ihre andren Toten, wie es heißt zwanzig an der Zahl, nahmen die Boreren mit fort. Die Engländer erbeuteten 23 Pferde für männliche und 5 Pf. für weibliche Mitglieder eingeführt. Sier Urteil lautet auf 3 Mart Geldstrafe. Ein solches Urteil muß vor allen Dingen vom Unternehmer- und mehrere Wagen; ihr Verlust betrug nur vier Leichtverwundete. durch ist es gelungen, diese Verluste zum größten Teil schon bis Denn der gestrafte Der Felbtornet Depriez in Pietersburg hat sich mit 44 Mann er Ende 1900 wieder zu decken, sodaß das Vermögen des Verbands, standpunkt aus bedenklich genannt werden. ausschließlich der lokalen Kassenbestände am Jahresschluß 133 947,91 Arbeiter fühlt munmehr die Pflicht in sich, einen besseren Lohn geben. New York , 29. Juni. ( W. T. B.) Jnfolge der hier herrschenden Mart, mur 12 345,57 M. weniger als am Schluß des Vorjahrs betrug. anzustreben, der ihn in den Stand setzt, sich so zu kleiden, daß ein Die gesamten Einnahmen des Vorstands beliefen sich im Jahre 1900 auf Aeußerlichkeiten bedachter Standesbeamter ihm nicht wieder die großen Size find viele Fälle von Sonnenstich vorgekommen, von denen mehrere tödlich verliefen. auf 158 538,26 M. Auf Beschluß des letzten Verbandstags wurden Thür weist. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt.

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Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin . Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin . Drud und Berlag von Max Bading in Berlin .