Thatsache besteht, daß eine große Anzahl Personen eine vom Straf- fogenannte Leichenkammer", geschafft wurde, von dem andern nach jeder Duellant und Kartelträger mit schlichtem Abschied ents gejet verbotene Handlung für richtig halten. Ich möchte den Kriegs- Offizier fo fchiver durch einen Schlag getroffen worden, daß man lassen wurde. Die Mitteilung hat im Reichsboten" gestanden und minister bitten, weitere Maßnahmen in Erwägung zu ziehen. Bu es im Nebenzimmer hat flatschen hören. Dieser Vorfall spielte ist unividersprochen geblieben. Herr v. Goßler scheint davon einer strengen Bestrafung der Beleidigungen würden wir gern die sich ab in Gegenwart mehrerer fremder Offiziere, Fähnriche, Vice- nichts zu wissen. Nun jedenfalls kann er sich jetzt Aufklärung verHand bieten. Feldwebel und Reserve- Offiziere. Oberlieutenant Hoffmann hat, schaffen. Abg. Haafe( Soc.): nachdem der betrunkene Offizier, nach Hause gebracht worden war, Im Verlaufe der preußischen der preußischen Geschichte ist auch in Der Kriegsminister hat uns hier ersucht, bei der Besprechung sofort einen Kameraden beauftragt, am andren Morgen sich zu dem nachdrücklichster Weise gegen das Duell vorgegangen. Duelle find Mäßigung zu beobachten. Er hat daran eine Erklärung geknüpft, Beleidiger zu begeben. Hoffmann wollte, in der Voraussetzung, wie Mord mit dem Tode bestraft. Auch andre Staaten sind gegen und auch von Beleidigungen des Offiziercorps in der Breffe ge- daß jener in seiner Trunkenheit nicht mehr Herr seiner das Duell vorgegangen. Redner verliest eine Duell Verord sprochen. Ich kenne solche Angriffe auf das Offiziercorps in der Handlung gewesen sei, sich zufrieden geben, wenn der Be- nung Josef II. von Oestreich, worin sich dieser Monarch Presse nicht. Ich werde mich aber durch keine Drohung oder Warnung leidigerin Gegenwart von Zeugen um Entschuldigung als grundsäglicher Gegner des Duells bekennt und die abhalten lassen, das auszusprechen, was ich für notwendig halte. bitte; falls jener aber sich weigere oder absichtlich ge- Grundfäße derjenigen zu verachten erklärt, die das Duell Natürlich liegt es auch mir fern, das Offiziercorps in seiner Gesamt- handelt habe, so sollte der Kamerad eine Forderung über- rechtfertigen und verteidigen. So urteilt Joseph II. vor mehr als heit anzugreifen. Ich würde mich nur freuen, wenn der Kriegs- bringen. Das ist nicht gesagt worden. Hierauf hat der junge 100 Jahren über den Duellumfug. Wenn ein gleiches Urteil vom minister auch in andren Berufsklaffen nicht aus den Exceffen Einzelner Offizier den Oberlieutenant Hoffmann in dessen Wohnung um Ent- obersten deutschen Kriegsherrn gegen das Duell ausgesprochen würde, auf den ganzen Stand schließen möchte und mit dazu beitragen schuldigung gebeten.( Burufe: Na also! bei den Socialdemokraten.) dann kann es keinem Zweifel unterliegen, daß kein Offizier es wagen möchte, daß z. B. nicht die ganze Arbeiterklasse beschimpft wird, wenn warten Sie nur ab! Oberlieutenant Hoffmann hat die ihm dar- würde, komme, was da wolle, zum Duell zu schreiten. einmal nach jauren Wochen harter Arbeit ein Arbeiter über den Durst gebotene Hand der Versöhnung angenommen. Das ist der aften- Von verschiedenen Seiten ist heute behauptet worden, daß die trinkt und einen Erceß verübt.( Lachen rechts.) mäßig festgestellte Thatbestand. Danach hat also Hoffmann die kaiserliche Verordnung auf dem Boden des Ges
fröhnt wird.
bei den rat auch verpflichtet, auf schärfere Bedingungen zu achten,
Abg. Munckel( frs. Bp.):
die wegen einer Be
aufs äußerste erregt haben.
Ich stehe der Trunkenheit nicht allzu günstig gegenüber.( Heiter- Hand nicht angenommen, weil sie fie ihm gar nicht an- setzes stehe. Das ist nach meiner Auffassung nicht der Fall. feit.) Ich wünschte, daß das Trinken eine Einschränkung erführe, aber geboten wurde, sondern er hat hingeschickt und hat um Der Kaiser steht nicht über dem Gesez und hat nicht ich muß doch sagen, daß nicht nur in andren Berufsklassen, sondern die Hand bitten lassen.( Lachen bei den Socialdemokraten.) das Recht, eine Verordnung zu erlassen, die mit Gesetz und VerLeider auch gerade im Offiziercorps dem Alkohol allzusehr ge- on Treitschte nach Leipzig geschickt, der eine ehrengerichtliche weil die Verordnung das Duell unter besonderen Umständen leidet. Die Atten wurden ant den Tommandierenden General fassung im Widerspruch steht. Gesetz und Recht aber wird verlegt, Was die vorliegende Materie anbetrifft, so liegt uns besonders Untersuchung für nötig hielt, weil Oberlieutenant Hoffmann die Ve- Der Kaiser hatte nichts weiter zu thun, als das daran, die Frage principiell zu besprechen. Die Bestimmungen der ſtimmung der kaiserlichen Kabinettsorder verlegt hatte, daß unter Duell zu verbieten. Er müßte hinweisen auf das Militärkaiserlichen Verordnungen über das Duell stehen nach Unterlassung aller weiteren Schritte die Sache dem Ehrenrat zu strafgesez und einfach sagen:„ Demgemäß haben meine Offiziere unfrer Ansicht mit dem Gesetz in Widerspruch, durch welches melden fei. Hoffmann hatte die Schritte selbst unternommen.( Bu- sich nach den flaren Bestimmungen des Gesetzes zu richten, sonst das Duell verboten wird. In der Verordnung heißt es, daß der rufe links: Schrecklich! Entsetzlich!) Der Spruch des Ehren- werden sie mit schlichtem Abschiede entlassen." Ehrenrat die Bedingungen des Zweikampfes je nach der Schwere des gerichts ergab eine große Stimmenzersplitterung; fast die Hälfte Das ist der einzig richtige Standpunkt, den wir als Volksvertreter Falles bemessen soll. Kommt es zum Zweikampf, so hat der der Richter erkannte auf schlichten Abschied, sodaß der General einzunehmen haben. Wenn Sie hier den kleinen Finger reichen wollen Präsident des Ehrenrats sich als Benge auf den Kampfplak zu be- die Sache einem zweiten Regiment, das unparteiisch und un- und meinen, als oberster Kriegsherr könne der Kaiser sich über das geben und darauf zu achten, daß bei Vollziehung des Zwei- beeinflußt war, unterbreitete. Dies erkannte auf schlichten Gesetz hinwegjezen, wo kommen wir dahin? Sanner nicht dastampfes die Standessitten gewahrt bleiben.( Sört! hört! Abschied, und diesen Spruch befürwortete der General, der sich selbe bei jeder andren Gelegenheit thun? Kann er Socialdemokraten). Danach ist also. der Ehren- bei der ganzen Affaire völlig forrett benommen hat. nicht jedes andre Gesez verordnungsweise aufheben? Wir haben und dem Grundsatz zu bengen, daß auch der Kaiser dem wenn der Fall nach seiner Meinung besonders schwer Aus den Feststellungen des Vorredners geht klar hervor, daß es Gefeh unterworfen ist. Als Voltsvertreter müssen wir auf der Tiegt. Wenn ferner der Ehrenrat dafür sorgen soll, daß die Standes- sich um eine Trunkenheitsgeschichte gehandelt hat und daß der Ober- Hut sein. Ich bleibe dabei, daß die Verordnung ungefeßlich ist. fitte gewahrt" bleibt, so bedeutet das doch nichts andres, als daß der lieutenant so verständig war, sich bei dem jungen Lieutenant zu ver- der Kriegsminister zur Verantwortung gezogen werden. Da der Kaiser nicht zur Verantwortung gezogen werden kann, muß Ehrenrat nicht, wie es nach dem Gesetz seine Pflicht wäre, mit allen gewissern, daß dieser ihn im Zustand der Trunkenheit beleidigt hatte.( Herr v. Goßler, der neben dem Redner figt, lächelt.) Leider ist Mitteln den Zweikampf verhindern und unterdrücken soll, sondern Das finde ich sehr vernünftig. Er hat den Lieutenant gefragt, ob das nach der Verfassung nicht möglich. Ich möchte aber sehr gern daß er gerade noch bei dieser ungesetzlichen Handlung mitwirken er Abbitte leisten wolle und dieser hat Abbitte geleistet, Das nennt Sie oder Ihrem Vorgänger, der die Kabinettsorder gegengezeichnet soll. Was das bedeutet, daß die Standessitten gewahrt" werden der Bevollmächtigte zum Bundesrat, er hat um die Hand des hat, auf so und so viel Monate dafür ins Gefängnis schicken. sollen, haben uns ja vielfache Fälle gezeigt. Ich erinnere an den Kamera den angehalten.( Große Heiterkeit.) Beim EhrenFall des Lieutenants Döring. Vom Ehrenrat wurde dort ein Aus- gericht des ersten Regiments hatte sich eine verständnisvolle kleine( Große Heiterkeit.) So lange wir keine Minister. Berantwort gleich für unthunlich erachtet und die schwersten Bedingungen für das Mehrheit gefunden und die Sache hätte erledigt sein können. Aber unfre Rechte auf dem Papier. Das ist die größte Lücke in lichkeit haben, hat der Reichstag teine Macht, stehen alle Duell verlangt. Nach dreimaligem Kugelwechsel waren die Beteiligten der Corpskommandeur gab sich nicht zufrieden, er verwies die Sache der Verfassung. Zwar steht in ihr der Reichskanzler ist verant selbst bereit, sich zu versöhnen. Dennoch wurde verlangt, daß weiter an ein neues unparteiisches, unbefangenes nenes Ehrengericht ich - geschossen werde, bis dann beim fünften Kugelwechsel der Geguer will fein anderes Beiwort mehr hinzusetzen.( Sehr gut! links) und wortlich, aber wie wir es anfangen sollen oder können, diese Berant des Lieutenants tödlich getroffen wurde. wird es flar, was der Paffus aus der Verordnung bedeutet, Interpellation nur zu dieser Klarstellung geführt hätte, so war sie Socialdemokraten.) Daß das Duell in den weitesten Kreifen, auch Durch solche Fälle dieses erkannte auf schlichten Abschied. Wenn die Besprechung der wortlichkeit auch zur Wahrheit zu machen, davon steht in der Reichsverfassung fein Wort.( Sehr richtig! bei den den Herr Baffermann merkwürdigerweise ausgelassen hat.( hört, nicht ohne Frucht. hört! bei den Socialdemokraten.)„ Der Beleidigte muß die zur Versöhnung gebotene Hand annehmen, soweit Standesebre allgemeine. Nur etwas ist noch nicht klar gestellt. Nach Beitungs- in Mißkredit geraten ist, kann niemand leugnen. Gerade in den In dem Insterburger Fall ist die Verurteilung eine da, wo es bisher eine gewisse Anerkennung fand, immer mehr und gute Sitten es zulaffen."( Sört, hört! b. d. Socialdemokraten.) berichten hätte auch einer der beiden von Blaskowig beleidigten Offiziere legten Jahren find Duelle vorgekommen, die die öffentliche Meinung Da liegt eben der Hase im Pfeffer.( Große Heiterfeit.) Sehr die Hand der Versöhnung annehmen wollen, dies sei ihm bezeichnend ist in dieser Beziehung der Fall des Oberlieutenants aber verwehrt worden. Es ist doch für die Armee keine angenehme Sache, daß wir jetzt Hoffmann in Met . Dort wurde bei einem Liebesmahle ein junger wie der Reichstag zum Duell steht, ist ja bekannt, er ist haben, und daß der Herr Kriegsminister immer wieder genötigt ist, Das würde den Fall sehr erschweren. feit fast 10 Jahren, Session für Session, hier solche Duelldebatten Lieutenant, der vollständig betrunken war, in die sogenannte Leichen einmütig, faft einmütig, gegen das Ditell Tammer geschafft. In seiner Trunkenheit stößt er dabei den Ober- Bescheidenheit war ja immer seine Bier, deshalb betrachtete er auch wenn derartige Fälle sich häufen und fortgesetzt von der Presse aller aufgetreten. unsre Anklagen anzuhören und so gut er eben fann, zurückzuweisen. Tieutenant Hoffmann an. Diefer, in richtiger Würdigung des Falls, den Erlaß der Kabinettsorder als einen großen Erfolg. Gerade Parteien in der nachdrücklichsten Weise an gewisse Institutionen nimmt weiter ruhig an dem Liebesmahl teil, macht dem Ehrenrat aber diese Kabinettsorder halte ich für die Hauptveranlassung Anzeige und schickt am nächsten Morgen feinen Kartelträger zu dem zu dem Justerburger Duell. Die Worte, die der Kollege Haaſe läßt das darauf schließen, daß Ehrbegriffen der Armee Kritik geübt wird, so Lieutenant und läßt anfragen, ob er sich an den Vorfall erinnert. angeführt hat und die der Kollege Baffermann vergessen hat an Armee nicht in Ordnung ist. Der ganze Unsinn des Duells vielerlei in der Diefer läuft sofort zu dem Oberlieutenant, beteuert, teine Ahnung zuführen( Heiterkeit), besagen, daß eine Aussöhnung nur erlaubt ist, zu haben und bittet um Entschuldigung. Der Ehrenrat erkennt, daß wenn Standesehre und gute Sitte es zulaffen. Mit der Standes zeigt sich ja schon darin, daß in manchen Fällen gar nicht der Beder Oberlieutenant durchaus richtig gehandelt hat. Darauf erwirkte ehre ist es ein eigenes Ding, die gute Sitte ist aber ein allgemein leidiger, sondern der Beleidigte selbst in dem Duell, zu dem er der kommandierende General eine Order des Königs von gültiger Begriff. Und ich kann mir den Fall nicht ausdenken, daß gezwungen wird, fällt, also grade das Umgekehrte eintritt von dem Sachsen , wodurch diese Entscheidung kassiert und die Sache vor die gute Sitte was geschehen müßte, wenn durch das Duell wirklich entschieden ein Leipziger Regiment gebracht wird. Der Erfolg war, daß Ober- leidigung un Berzeihung bittende Hand zurückzustoßen. Wenn der werden sollte, wer recht und wer unrecht hat. Und wenn wir lieutenant Hoffmann mit schlichtem Abschied entlassen wurde( Hört! Oberst des betreffenden Regiments in Justerburg die Standesebre so immer betonen: wir leben in einem Rechtsstaat, die Geseze hört! bei den Socialdemokraten), weil er zu erkennen gegeben habe, aufgefaßt hat, wie er sie aufgefaßt zu haben scheint, wer will ihm unfug mit diesem Begriffe des Rechtsstaates müssen maßgebend sein. Dann steht ber ganze Duell daß ihm eine friedliche Erledigung der Sache willkommen sei. daraus einen Vorwurf machen nach dieser Kabinettsorder. Der im schärfsten widerspruche, und die Volksvertretung hat ( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Der Oberst des Mezzer Begriff der Standesehre ist ein subjektiver und Ansichtssache. Nein, in erster Linie die Aufgabe, dafür mit aller Energie zu sorgen, daß Artillerieregiments soll dieses Resultat feinen Offizieren mit den so geht die Sache nicht. Entweder oder. Entweder das Duell Worten mitgeteilt haben:" Meine Herren, danach kann ich Ihnen muß sein oder es muß nicht sein. Infame Handlungen werden derartige feſtgeſetzte Hebertretungen der Geſetze nicht vorkommen nur raten, fordern Sie in allen Fällen mindestens auf Säbel." vom Gesetz bestraft, auch in solchen Fällen darf es nicht zum Duell dürfen. Wenn die Majorität des Reichstages nicht bisher immer eine ( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Die sogenannte Standes- fommen. Es werden strengere Strafen für Beleidigungen verlangt. wenn sie fest, energisch rücksichtslos vorgegangen wäre, dann ehre ist eben etwas ganz Eigenartiges, unabhängig von der gemeinen Es ist immer bedenklich, Strafgesetze zu verschärfen. Außerdem bin würde man auch in den entscheidenden Kreisen heute ganz anders Ehre, fie pfeift auf Gesez und Recht. ich überzeugt, auch wenn etwas härtere Minimalstrafen für BeDas Duell ist unter allen Umständen das verkehrteste Mittel, leidigungen im Strafgesetz stehen, so werden sich die Offiziere so meinte Herr Krug zu Nidda , der Oberlieutenant off ber die Dinge denken.- Was den Mezer Fall betrifft, die Ehre eines Menschen wiederherzustellen. Gerade innerlich dadurch nicht vom Duell durchaus verlumpte Menschen haben sich nur deshalb Das Duell gehört bei uns zu den vornehmen Vergehen. Wer ein- ann habe gegen den§ 7 der kaiserlichen Verordnung gehandelt. eine Stellung innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft bewahrt, weil mal wegen Duells eine Festungsstrafe verbüßt hat, der hat sozusagen Hier kommt aber nicht§ 7, sondern§ 1 dieser Verordnung in Befie bereit waren im Duell einen Gegner gegenüberzutreten.( Schr einen halben Adelsbrief in der Tasche.( Große Heiterkeit.) feiten und Beleidigungen vor, die nicht alsbald auf gütlichem Wege tracht. Dieser besagt: Kommen zwischen Offizieren Privatstreitig richtig bei den Socialdemokraten.) Die Anhänger des Duells gehen Jch klage die Kabinettsorder an, daß sie den Begriff des vorstandesgemäß beglichen werden, so ist dem Ehrenrat sofort Anzeige bon einer oberflächlichen und äußerlichen Auffassung der menschlichen nehmen Vergehens noch verstärkt hat.( Sehr gut, links.) Das Ehre aus. Die Ehre ist ein innerliches Gut und beruht auf der Duell wird in ihr durch allerhand ehrenrätliche Beratungen sanktioniert. Oberlieutenant beschritten und deshalb ist er nachher mit schlichtem zu machen." Diesen Weg der gütlichen Verständigung hat der Selbstachtung, die man sich nach seinem inneren Werte zusprechen Hohe und höchste Offiziere kümmern sich um die Ehrenhändel, Abschied entlassen worden. Uebrigens möchte ich Herrn Krug zu Nidda darf. Allerdings muß auch im Zusammenleben der Menschen das muß ja einen jungen Offizier förmlich stolz machen die Ehre äußerlich geschützt werden und die Bildung und er muß denken, was er demn thut, das müsse besonders vornehm fragen, ob es wahr ist, daß nicht nur Oberlieutenant Hoffmann, von Schiedsgerichten zur Schlichtung von Beleidigungen halte sein.( Sehr richtig, links.) Und vornehm wird es verziehen! sondern auch der Oberst des Regiments entlassen ich für eine wohlthätige Einrichtung. der körperlichen Integrität des Menschen haben die Verteidiger wollten, wie sie hinterher begnadigt werden, so würde es sehr wenige find in den Jahren 1899 und 1900 zwei andre Obersten aufgeführt. Auch von dem Werte( Heiterkeit.) Wenn sich die Duellanten so gegenseitig beguadigen worden ist. In der General- Quartierliste des 12. Armeecorps des Duells eine seltsam geringe Auffassung.( Sehr gut! bei den Duelle geben. wenn übrigens diese Entscheidung in Metz auch in weitere Kreise ( Heiterkeit.) Der Ehrenrat schreibt ja das Duell Socialdemokraten.) Wir treten dem Duellunwesen mit aller Ent- nicht direkt vor, er hindert es aber nicht und wer sich nicht duelliert, gedrungen ist, so begreife ich sehr gut den Oberste n schiedenheit entgegen, weil es nicht gleichgültig sein kann, ob die erhält den schlichten Abschied. Ist es da nicht besser, man entlassen sein soll. Er hat sich jedenfalls gefagt: wenn Du des Justerburger Regiments, der neuerdings Behörden mit zweierlei Maß messen, je nachdem es sich duelliert sich, geht auf ein paar Monate auf Festung und um Mitglieder der bevorrechtigten Gesellschaftsklassen handelt, oder avanciert dann fröhlich weiter, als das man fich mit jegt in ähnlicher Weise entscheidest, wie es in Metz geschah, so nicht. Wenn die Behörden den tausendsten Teil des Eifers, den sie schlichtem entlaffen läßt.( Sehr richtig, links.) fannst Du sicher darauf rechnen, daß Du den schlichten Abin der Verfolgung und Drangsalierung von Arbeitern entwickeln, So lange das Duell als ein vornehmes Vergehen anerkannt schied erhäl st. Auf den Insterburger Fall will ich nicht näher gegen das Duellunwesen anwenden würden, so wäre das Duell längst wird, so lange wird es auch Mode bleiben.( Sehr gut!) Die Idee eingehen. Ich frage nur das eine: Ist es denkbar, daß ein junger ist aufgetaucht, man solle das Duell doch bis in die tiefsten Schichten Offizier, der unmittelbar vor seiner Hochzeit steht, mit Ueberlegung, mit Abgeordneter Baffermann hat sich in merkwürdiger Genügsamkeit des Boltes als Sitte einpflanzen.( Seiterkeit.) Wenn es da Boden Bewußtsein etwas begehen wird, das ihm notwendigerweise seine ganze mit den heutigen Verhältnissen beschieden und es als das wünschenswerte finde, werde es vielleicht in den vornehmen Kreisen aufhören.( Heiterfeit.) Existenz ruiniert? Das ist ganz undenkbar und eine ganz oberflächliche Biel hingestellt, wenn die kaiserliche Verordnung zu voller Geltung ge- Nun, das ist ein Scherz: es giebt aber ein sehr einfaches, ernſtes Mittel Psychologische Betrachtung des Vorganges hätte den Ehrenrat zu Tangte. Uns kann es nicht genügen, wenn den Duellen nur vorgebeugt" gegen das Duell. Man laffe die Klausel, die in der Kabinettsorder einem andern Resultat fihren müssen. Nun hören wir ja heute, wird, sondern wir verlangen den Erlaß einer dem Gesetz allein ent- fteht, ganz und gar fort. Man erkläre es für ritterlich, daß auch der oberste Kriegsherr dieser letzteren Anschauung, daß das sprechenden kaiserlichen Verordnung, wonach der Zweikampf unter die aufrichtig dargebotene Hand zur Verzeihung anzunehmen. bentlichste, was es mit der Ausführung solcher Ver Duell zu vermeiden war, gewesen ist. Das beweist aber nur auf das Offizieren unter allen Umständen verboten wird.( Sehr richtig! Und man entferne den aus der Armee, der bei den Socialdemokraten.) Dann würden die Ehrengerichte sich Koder der Ritterlichkeit nicht anerkennen will.( Sehr gut!) ordnungen auf sich hat.( Sehr richtig! bei den Socialwohl erst befinnen, bevor sie ein Duell für unvermeidlich erklären. Das Duell sollte uns nichts weiter sein, als eine Don Quichoterie, demokraten.) Durch solche verschiedenartigen Auslegungen einer VerWährend des Krieges von 1870/71 find keine Duelle vorgekommen,( Sehr gut!) Wenn das Duell aus diesem Stande entfernt wird, ordnung wird ein unleidlicher Zustand der Unruhe und des Zweifels und damit ist der beste Beweis dafür erbracht, daß eine kaiserliche dann werden die anderen Stände schleunig folgen, denen im Punkte in das Offiziercorps getragen. Das wird nicht anders werden, bevor Berordnung, wonach jeder Teilnehmer an einem Duell unweigerlich vornehmer Sitten und Unfitten der Offizierstand maßgebend ist. gründlich mit dem Duellunfug aufgeräumt wird. aus dem Heere ausgestoßen wird, den Zweikampf in der Armee Daß es hat geschehen können, daß um eine solche Lappalie ein vollständig verschwinden lassen würde. Und mit dem Duell in der blühendes Menschenleben hinfinken mußte, daß der Oberlieutenant Armee würde auch der Zweikampf innerhalb der bürgerlichen Gesell- Hildebrandt sich die Genugthuung verschafft hat und das Bewußtsein schaft aufhören. davontrug, den geliebten Kameraden niedergeschoffen zu haben- Wir fönnen uns also nicht mit den Bestimmungen der kaiser- ich möchte eine folche Genugthuung nicht in meiner Brust hegen- Festungshaft, mit einer ehrenhaften Strafe, bestraft sehen. Wenn bevor wir nicht die Institution des Duells weggewischt und weglichen Verordnung bescheiden, wir wollen die Duellanten nicht mit das ist ein Blutfled. Diefen Blutfled tönnen wir nicht wegwischen, man gegen die Offiziere vorgeht, wie noch geräumt haben.( Lebhaftes Bravo! links.) bor Kurzem gegen einen Socialdemokraten und ehrenwerten Redacteur, der in Ketten über
beseitigt.
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Leider spielt ja auch in der bürgerlichen Gesellschaft das Duell heute noch eine große Rolle. Ich erinnere Sie daran, daß der Bemerkungen machte, infolge deren ein Verteidiger sich veranlaßt Oberstaatsanwalt Braut in dem Prozeß Sternberg einige fah, den Staatsanwalt zu fordern, also wegen einer Aeußerung, die Monaten Festung verurteilt. Daß der Duellumfug in Deutschland der Staatsanwalt in feiner amtlichen Stellung ihm gegenüber gemacht hatte. Der betreffende Rechtsanwalt wurde darauf zu einigen einen bedeutenden Umfang angenommen hat, darüber besteht Abg. Bebel( Soc.): tein Zweifel. Universitäten Besonders auf den hat die Straße geschleppt wurde, so wird das möglichste die faiserliche Berordnung von 1897 Gegenstand lebhafter Ergenommen. In dieser Debatte ist wie in der Duelldebatte vom 2. Februar das Mensurwesen eine geradezu verherende Ausdehnung an zur Abschaffung des Duells geschehen sein.( Sehr örterung gewesen. Der Interpellant ist zu seiner recht milden gut! bei den Socialdemokraten.) Ferner möge noch der KriegsBassermann und Bachem erblickten Stellung gegenüber dem Duellunfug wohl hauptsächlich deshalb ge= minister dahin wirken, daß nicht allemal eine Begnadigung eintritt, und behaupteten, daß sie dem Sinne nach auf Abschaffung Offizier in duellfreundlichen Anschauungen aufin jener Verordnung ein großes Entgegenkommen fommen, weil er selbst als Corps student und später als so wird man wenigstens an den ernsten Willen zur Beseitigung der und Beseitigung des Duells hinziele. Ich war und bin entgegengewachsen ist. Ich habe hier den S.- C.- Comment vor mir, die Duelle glauben können.( Beifall bei den Socialdemokraten.) gesezter Anschauung. Die Verordnung geht nur auf mög Statuten der Organisation der vereinigten Corps Deutschlands . Sächsischer Bundesbevollmächtigter Major Krug von Nidda : lichste Einschränkung der Duelle aus, von Beseitigung der Diese Vereinigung nötigt ihre Mitglieder, in bestimmten Fällen im Der Thatbestand, den Abg. Haase über den Fall Hoffmann in Duelle aber ist teine Rede. Der Kaiser hätte ebensogut Widerspruch mit dem Gesez zum Duell zu schreiten; wenn sie diese Mez vorgebracht hat, entspricht im wesentlichen den Zeitungsberichten ja auch eine Verordnung erlassen können, die lautet:" Es darf unter Vorschrift nicht beachten, so werden sie von ihren Corpsgenossen über die Angelegenheit( Sehr wahr! bei den Socialdemokraten), ist keinen Umständen mehr ein Duell in meiner Armee stattfinden." Haase infamiert.
aber nicht richtig. Der Oberlieutenant Hoffmann ist, als er bei dem hat bereits mitgeteilt, daß eine solche Verordnung während des deutsch - In diesem S.- C.- Comment wird z. B. bestimmt, daß jeder Corpsbetreffenden Zusammensein der Offiziere in das Nebenzimmer, die französischen Krieges von Wilhelm I. erlassen wurde, wo- bruder wenigstens eine Mensur schlagen muß. Von den