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Br. 50. 19. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt.

Reichstag .

152. Sigung vom Donnerstag, 27. februar 1902, 103 nachmittags 1 Uhr.

Am Bundesratstische niemand.

tönnen.

wiefen.

Freitag, 28. februar 1902.

Eine Petition des Bundes deutscher Gastwirte zu von Krankheiten durch die Impfung nachgewiesen. Die Lymphe ist Leipzig , betr. Abänderung des§ 365 Abs. 2 des Strafgesetzbuchs, ein ekelhaftes Eitergift des Tieres. Es handelt sich hier nicht um wird dem Reichskanzler als Material überwiesen. den Gegensatz zwischen Wissenschaft und Laientum, sondern ein­Eine Petition, betr. Abänderung des Viehfeuchenfach um das Urteil des gesunden Menschenverstandes. Wenn gefezes, wird dem Reichskanzler zur Berücksichtigung über die Impfung with ſchützt- nun gut, fo mag man nur die Auf der Tagesordnung stehen zunächst Wahlprüfungen. impfen, die geimpft sein wollen. Die Zwangsimpfung ist ein Die Beschlußfassung über die Gültigkeit der Wahl des Abg. leber 20 Petitionen, betr. Einleitung von Friedens ungeheurer Eingriff in die persönliche Freiheit, beruhend auf einem Pricke- Saarbrücken ( natl.) beantragt die Kommission auszusetzen, berhandlungen im südafrikanischen Kriege, be- medizinischen Aberglauben. Die Regierung aber thut nichts in dieser damit weitere Beweiserhebungen vorgenommen werden antragt die Kommission zur Tagesordnung überzugehen. Angelegenheit, trotzdem der Reichstag ihr Jahr für Jahr Petitionen gegen den Impfawang als Material überwiesen hat. Wenn alle Abg. Dr. Haffe( natl.): Abg. Baffermann( natl.)( zur Geschäftsordnung): Jch beantrage Impffreunde, die im Reichstag sigen, gezwungen würden, fich impfen die Absetzung dieses Gegenstandes von der Tagesordnung. Die Es muß mit Bedauern festgestellt werden, daß trotz der Haager zu lassen, würden sie gewiß sofort zu Impfgegnern werden. Wir Wahlprüfungs- Kommission hat den§ 4 der Geschäftsordnung da- Abmachungen die europäischen Großmächte auf eine Intervention im beantragen, die Petition zur Berücksichtigung zu überweisen. durch verlegt, daß sie Proteste berücksichtigt hat, die verspätet füdafrikanischen Kriege verzichten. Aber es fönnte doch vielleicht Abg. Dr. Endemann( natl.): Eine solche Impfung hätte nur eingegangen waren. Es handelt sich um eine principiell be- wenigstens dafür gesorgt werden, daß die Engländer den Werken der dann Zived, wenn wir eine Blatternepidemie hätten im Reichstage. deutungsvolle Frage, und ich bitte Sie daher, meinen Antrag deutungsvolle Frage, und ich bitte Sie daher, meinen Antrag Barmherzigkeit und Wohlthätigkeit keine Schwierigkeiten in den Weg Sollte eine solche einmal ausbrechen, so würde ich dafür sorgen, anzunehmen. Im andren Fall würde ich die Beschlußfähigkeit des legen. Im Abgeordnetenhaus ist nun mitgeteilt worden, daß die daß wir alle uns rasch impfen lassen. Ich bin ein Freund der Hauses bezweifeln. Engländer es abgelehnt haben, einer vom deutschen Boeren- Hilfs Bwangsimpfung. Bei der Gewinnung der Lymphe werden die bund geplanten Sanitätsexpedition für die Boeren freies Geleit zu größten Vorsichtsmaßregeln beobachtet, dabei lann nichts passieren. gewähren. Es war eine beschämende Feststellung, daß es einer Groß- Freilich giebt es auch unter den Aerzten Impfgegner, aber die Be­Herr Baffermann hat gewiß geschäftsordnungsmäßig das Recht, macht wie Deutschland nicht gelungen ist, auf dem Weg der fried hauptung, daß Prof. Stoch dazu gehöre, ist mir ganz neu. Wozu einen solchen Antrag zu stellen, ich mache Sie aber doch darauf auflichen Verständigung mit einer befreundeten Großmacht diefe eigentlich ist die wissenschaft denn eigentlich da, wenn in solchen Fragen merksam, daß es eine alte Gewohnheit des Hauses ist, 23 a hl- selbstverständliche Konzession zu erreichen. Ich wundere mich auch der sogenannte gesunde Menschenverstand" entscheiden prüfungen möglichst zu beschleunigen. Da es sich nun über das Verhalten der Organisation des Roten Kreuzes. foll? Die Arbeiten des Reichs- Gesundheitsamts auf diesem Gebiete hier nur um weitere Beweiserhebungen und nicht um die Gültigkeits. Dieses hat in dem erklärung der Wahl handelt, so glaube ich doch, könnte Herr den Krieg für Augenblick, England nominell find durchaus überzeugend. Von einer Uebertragung von Syphilis, Baffermann seinen Widerspruch für heute zurückziehen. Wenn er die Südafrika für beendet erklärte, feine Ambulanzen aus Tuberkulose usw. durch die Impfung kann keine Rede mehr fein; es zurückgezogen. Das ist ein Beschlußfähigkeit des Hauses bezweifelt, so werden die Beweis die Verpflichtungen des Roten Kreuzes; dieses hat sich nicht darum Verstoß gegen wird heutzutage nur Kälberlymphe verwandt. erhebungen auf unbestimmte 8eit vertagt, denn zu fümmern, wie der Wind in der Wilhelmstraße weht. England auf ein beschlußfähiges Haus wird er wohl in dieser Seffion lange scheint sich zu schämen, der Welt einen Einblick in die traurigen, warten können. Wenn er etwa glaubt, daß aus Anlaß der zweiten skandalösen Verhältnisse der Konzentrationslager zu gestatten. Daher Lesung der Bolltarif- Vorlage das Haus beschlußfähig sein würde, so feine Ablehnung der deutschen Sanitätsexpedition. weiß er ja so gut wie ich, daß heute der Zeitpunkt dieser zweiten Lesung wirklich nicht festgestellt werden kann. Uebrigens hat die Wahlprüfungs- Kommiffion häufig auch verspätet eingegangene Nachrichten mit in den Bereich ihrer Erwägungen gezogen. Schon im Interesse der Wähler dürfen wir die Wahl­prüfungen nicht unnötig verschleppen.( Sehr richtig! bei den Social­

demokraten.)

Abg. Singer( Soc.):

Abg. Dr. Spahn( C.): Die Mehrheit der Wahlprüfungs­Kommission war der Ansicht, daß in den verspätet eingegangenen Nachträgen nur Thatsachen enthalten waren, die sich auf Borgänge im ursprünglichen Protest bezogen.

Abg. Baffermann( natl.): Auf die Materie selbst will ich nicht eingehen. Die Beschlußfähigkeit des Reichstages herbeizuführen haben ja die Fraktionen in der Hand. Ich muß bei meinem Antrag bleiben.

Der Antrag Baffermann auf Absetzung des Gegenstandes von der Tagesordnung wird gegen die Stimmen der Nationalliberalen abgelehnt.

Abg. Baffermann( zur Geschäftsordnung): Ich bezweifle nun­mehr die Beschlußfähigkeit des Hauses.

Präs. Graf Ballestrem: Ein solcher Zweifel ist nur zu lässig, wenn eine Abstimmung bevorsteht, das ist jetzt nicht der Fall.( Heiterkeit.) Wir tommen nunmehr zur Verhandlung über den ersten Punkt der Tagesordnung. Der Herr Berichterstatter verzichtet. Es meldet sich niemand zum Wort...

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Abg. Baffermann( zur Geschäftsordnung): Herr Präfident, ich beztveifle die Beschlußfähigkeit des Hauses.

Präsident Graf Ballestrem: Die Diskussion ist noch nicht ge­schlossen.( Große Heiterkeit)... Es meldet sich niemand weiter zum Wort, die Diskussion ist geschlossen.

Abg. Baffermann( zur Geschäftsordnung): Ich bezweifle die Beschlußfähigkeit des Hauses.( Heiterkeit.) Präsident Graf Ballestrem: Das Bureau ist einig, daß der Zweifel berechtigt ist; wir müssen daher unsre jezige Sizung abbrechen.

Ich schlage Ihnen vor, die nächste Sigung zu halten heute 2 Uhr 15 Minuten.( Tagesordnung: Petitionen.) Schluß der Sitzung 1/2 Uhr.

153. Sigung vom Donnerstag, 27. februar, 214 Uhr nachmittags.

Am Bundesratstische niemand.

Auf der Tagesordnung stehen Petitionen.

Eine Petition der Handelskammer zu Bielefeld betreffend Ab­änderung des Börsengesezes beantragt die Kommission, dem Reichskanzler zur Erwägung zu überweisen.

Abg. Werner( Antis.): Ich bedaure ebenfalls, daß eine Groß­macht wie Deutschland nicht ihren Einfluß ausüben kann, um der englischen Kriegführung in Südafrika ein Ende zu bereiten. Die Neutralität Deutschlands gegenüber den Boeren ist mehr als einmal verlegt worden; ich erinnere mur an die Pferde Ankäufe in - Westpreußen , gegen die die preußische Regierung nicht eingeschritten ift. Hoffentlich werden die Boeren ohne Hilfe andrer Völker schließ lich den Sieg erringen. England aber möge für seine Missethaten die gebührende Strafe erhalten.

gegenüber den Blattern bezwecken; man dürfte also die Impfung Abg. Reißhaus( Soc.): Die Impfung soll doch eine Vorbeugung nicht, wie Dr. Endemann es will, erst dann vornehmen, wenn eine Epidemie bereits ausgebrochen ist. Profeffor Robert Roch hat vor mehreren Jahren gelegentlich einer Impfpetition hier im Reichstag erklärt, daß der Impfius nur zehn Jahre orhalte. Die Herren hier im Reichstag, die beim Militär zum letztenmal geimpft sind, würden also nicht mehr geschützt sein. Die Arbeiten des Reichs- Gesundheitsamtes zur Impffrage sind nicht als gewissenhaft zu bezeichnen. Heutzutage werden Kinder, mögen die Eltern wollen oder nicht, a wangsweise aus der Schule geholt, geimpft zu werden. Das widerspricht den Tendenzen des Impf­gefeßes, worin für die Veriveigerung der Impfung eine verhältnis­mäßig geringe Geldstrafe festgesetzt war, durch die man sich gewisser­Abg. Dr. Arendt( Rp.) beantragt, die Petitionen, die doch ein maßen von der Impfung sollte freitaufen können. beachtenswertes Symptom der Volksstimmung seien, dem Reichs- von Sachverständigen im Reichs- Gesundheitsamt mit der Sache be­Geheimrat Bufum: Im Jahre 1899 hat sich eine Kommission kanzler als Material zu überweisen. Die Art der Kriegführung gegen die Boeren sei beschämend für das große christliche England, schäftigt und hat neue Vorschläge zur Vermeidung von Impfschäden das selbst die Hilfeleistungen der Humanität und die Entfendung von verständigen ist auch heute noch der Ueberzeugung, daß der Die überwiegende Mehrzahl der Sach­herzien auf den Kriegsschauplatz zurüdweise. Impf zwang notwendig Abg. Schrempf( f.) spricht sich für den Antrag Arendt aus. ift. Auch Professor Koch auch nach zehn Jahren der Auf der rechten Seite des Hauses herrscht volle Sympathie für die der Ansicht, daß wenn Boeren. Impfschutz erloschen ist, doch immerhin der Verlauf der Abg. Spahn( C.) bittet dringend, es bei dem Kommissions- Krankheit ein viel weniger schädlicher bei geimpften als bei nicht beschluß zu belassen. geimpften Personen ist. Die Gefahr der Uebertragung von Syphilis Der Antrag Arendt auf leberweisung der Petition als Material durch Lymphe ist heutzutage ganz ausgeschlossen, weil unr die wird hierauf gegen die Stimmen des Centrums angenommen. Lymphe von Kälbern benutzt wird, die bekanntlich gegen Syphilis Eine Betition betreffend Erlaß eines Verbots der Ver- Ginzelne geschädigt würde, fönnte man ja darüber reden, immun sind. Wenn durch das Unterbleiben der Impfung nur der anstaltung öffentlicher Theater Vorstellungen aber es wird auch seine Umgebung gefährdet, und daher muß von Vereinen wird gemäß dem Kommissionsbeschluß durch im Interesse des Gemeinwohls der Impfzwang bei Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Für erledigt erklärt wird eine Betition betreffend Gin- behalten werden. führung einer deutschen Reichs Orthographie. Abg. Thiele( Soc.): Die große Masse des Volkes will nichts Einrichtung einer amtlichen Stelle für die telegraphische Impfgegner. Die Vorsicht, die jetzt geübt werden mag, ist nur dem Eine Petition des Chefredacteurs O. Tippel in Schweidnig, die von der Impfung wissen. Herr Dr. Endemann beruft sich auf die Wissenschaft; aber auch hervorragende Vertreter der Wissenschaft sind e bermittelung bon amtlichen Kundgebungen Drängen der Impfgegner zuzuschreiben; erst ihre Opposition hat in Erwägung zu ziehen, wird dem Reichskanzler zur Erwägung bewirkt, daß heute keine Menschenlymphe mehr verwendet wird. überwiesen.

laften.

#

Eine weitere Petition, betreffend Abänderung der Nach weiteren furzen Bemerkungen des Abg. Reißhaus( Soz.) Konkursordnung, wird durch Uebergang zur Tagesordnung und des Geheimrats Bumm wird der socialdemokratische Antrag erledigt; ebenso eine Petition, betreffend Verminderung von Manöver gegen die Stimmen der Socialdemokraten und der Abgg. Werner, Dr. Oertel und Schrempf abgelehnt und der Kommissionsantrag Eine Petition der Handelskammer zu Reutlingen , angenommen. betreffend Einführung des Post- Checkverfahrens, beantragt die Bereins- und Versammlungsrechtes wird auf Antrag Eine Betition betr. Schaffung eines einheitlichen deutschen Kommission( Referent: Abg. Ledebour) dem Reichskanzler zur des Abg. Wattendorf( E.) von der Tagesordnung abgesetzt. Kenntnisnahme zu überweisen. Abg. Dr. Hieber( natl.) beantragt, die Betition dem Reichs­Eine Petition betr. Unterstützung der Entschädigungs­der ansprüche fanzler zur Erwägung zu überweisen. Es hätten sich der Petition aus Transvaal ausgewiesenen noch weitere württembergische Handelskammern sowie viele Gewerbe- Reichs angehörigen beantragt die Kommission dem Reichs­treibende in Süddeutschland angeschlossen. Gewerbe- fangler zur Erwägung zu fiberweisen. Das Haus beschließt deni­Abg. Dr. Bachem( C.): Der Wunsch nach Einführung des gemäß. Abg. Büfing( natt.) beantragt, diese Petition von der Tages- Post- Checkverkehrs ist allgemein, der Reichstag sollte also der Strafe der törperlichen Büchtigung durch frühere Weiter beantragt die Kommission, Petitionen betr. Einführung ordnung abzusetzen, da eine Novelle zum Börsengesetz innerhalb der ber Postverwaltung Mut machen, die Sache wieder aufzunehmen. Beschliffe des Reichstags für erledigt zu erachten. Auch hier tritt Regierung in Vorbereitung sei. Hoffentlich werde diese Vorlage dem Das will auch der Beschluß der Kommission, und ich sehe keinen das Haus ohne Debatte dem Kommissionsbeschluß bei. Reichstage bald vorgelegt werden. Grund ein, von diesem Beschluß abzugehen. Das Haus beschließt gemäß dem Antrage der Kommission. der Gewerbe- Ordnung wird durch Uebergang zur Tagesordnung er Eine Petition der Handelskanımer zu Minden betr. Abänderung Eine Petition betr. den Bau eines Postdienstgebändes Eine Petition betr. den Bau eines Postdienstgebäudes Apolda beantragt die Kommission, dem Reichskanzler zur Erledigt, soweit sie Ausscheidung der Lohnzahlungs Bücher aus wägung zu überweisen. Gewerbe- Ordnung verlangt. Soweit die Petition Er Abg. Baudert( Soc.) befürwortet einen Antrag, die Petition fie dent Reichskanzler als Material überwiesen. Als Material über­leichterung der Führung der Lohnzahlungs Bücher verlangt, wird zur Berücksichtigung zu überweisen. Der Antrag Baudert wird gegen die Stimmen der Frei- infall wiesen wird auch eine Petition betreffend Ausdehnung der finnigen und Socialdemokraten abgelehnt und der Kommissionsantrag unfall fürforge auf die Polizeibeamten. Mehrere Petitionen betreffend Beseitigung von Mißständen auf dem Gebiete der Wohnungsfrage werden dem Reichskanzler ebenfalls als Material überwiesen. Desgleichen eine Petition betr. die Sonntagsruhe in den Shankstätten. Zur Erwägung wird überwiesen eine Petition betr. Einführung des Neumuhr- Geschäftsschlusses für die Apotheken. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sigung: Freitag 1 Uhr.( Etat der Reichs- Eisenbahnen, der Zölle und der Zuderſteuer in zweiter Lefung.) Schluß 6/2 Uhr.

Abg. Dr. Barth( frs. Vg.) widerspricht diesem Antrag. Es sei schon oft vorgekommen, daß von der Regierung in Aussicht gestellte Borlagen oft Monate, ja Jahre lang hätten auf sich warten laffen. Es sei daher angebracht, der Entschließung der Regierung etwas nach zuhelfen.

Abgg. Dr. Arendt( Np.), Dr. Oertel( f.) und Dr. Spahn( C.) stimmen dem Antrag Büsing zu, während die Abgg. Dr. Pachnicke ( frf. Bg.). Singer( Soc.) und Dr. Crüger( frs. Wp.) ihm wider

sprechen.

in

angenommen.

Der Antrag Büsing wird angenommen, die Petition also von Eine Betition betreffend anderweitige Regelung der der Tagesordnung abgesezt. Oberlehrer- Gehälter in Elsaß- Lothringen beantragt Eine Petition des Alois Delle in Glasehaufen wegen Be- die Kommission dem Reichskanzler zur Berücksichtigung zu über­willigung von Juvalidenwohlthaten durch die weitere Gewährung weisen. der dem Petenten früher zugebilligten Unterstützung wird nach dem Abg. Hasse( natl.) wünscht eine Erklärung der Regierung, daß Kommissionsantrag für durch die Entschließungen der zuständigen diese Erhöhung der Gehälter nicht dadurch kompensiert werden Behörde erledigt erklärt. würde, daß man eine Anzahl Lehranstalten einzöge. die gewünschte Erklärung ab. Bundesbevollmächtigter für Elsaß- Lothringen v. Halley giebt

Eine Petition des Deutschen Droguistenverbandes wegen Regelung der Rechtsverhältnisse der Droguisten, ins­besondere Freigabe von unschädlichen Heilmitteln für den Droguen Kleinhandel, beantragt die Stommiffion dem Reichskanzler als Material zu überweisen.

Der Antrag der Kommission wird angenommen. Eine weitere Petition betr. Erlag eines Verbots der Her stellung von Phosphorzündhölzern beantragt die Kom­mission dem Reichskanzler als Material zu überweisen.

N

Parlamentarisches.

Kolonialetat.

Die Budgettommission des Reichstages beschäftigte

=

Abg. v. Cahendly( C.) spricht sich für den Kommissionsbeschluß aus und fragt an, ob die in Aussicht gestellte Verordmmg bereits Abg. Wurm( Soc.): Meine Freunde wünschen diese Betition nicht erlaffen sei, wodurch die Verordnung vom 27. Januar 1890, durch als Material, sondern zur Berücksichtigung zu überweisen; wir stellen sich am Donnerstag mit dem Kolonialetat. Bor Eintritt in welche die dem ausschließlichen Vertrieb in den Apotheken vor- aber bei dieser Gelegenheit feinen besonderen Antrag, da die Materie die Tagesordnung wurden Proben einer Neu Guinea Cigarre behaltenen Arzneizubereitungen, Droguen und chemischen Präparater bei Gelegenheit eines Initiativantrags, den wir eingebracht in Werte von 25 Pfg. herumgereicht. Die Brüfung des Tabaks festgesetzt sind, abgeändert und ergänzt wird. haben, ausführlich behandelt werden wird. Es wäre aber sehr wurde sofort vorgenommen. Die gleichzeitig überreichte Kamerun­Ein Regierungskommissar erflärt, daß diese Verordnung wünschenswert, wenn die Regierung uns etwas mehr Chokolade soll den besseren Hälften der Kommissionsmitglieder zur bereits erschienen und im Reichs- Gesegblatt veröffentlicht fei. Material an die Hand gäbe. Die letzte Verhandlung der Begutachtung übergeben werden. Abg. Naab( Antis.) beantragt, die Petition dem Reichskanzler Betition hat im März vorigen Jahres stattgefunden, und Die Beratung beginnt bei der Forderung von 1 550 000 Mark zur Berücksichtigung zu überweisen. Im Gegensatz zu dem privile- seitdem haben sich die Verhältnisse doch verändert. Die als erste Rate für den Bahnbau Tanga- Muhever- Korogwe bis gierten und in den Apothekerkammern organisierten Stande der Schweiz und die Niederlande haben bereits das Verbot der Mombo. Kolonialdirektor Dr. Stübel schilderte die günstigen Aus­Apotheker seien die Droguenhändler durch die heutige Gesetzgebung Verwendung weißen Phosphors ausgesprochen. Die kleine Bündholz- fichten, die die Landschaft Usambara , die durch die Bahn erschlossen vielfach benachteiligt. Sie dürften viele ganz harmlose Mittel nicht Industrie Thüringens würde durch ein solches Verbot nicht ruiniert werden solle, in wirtschaftlicher Beziehung biete. Insbesondere lasse führen. Das erzeuge eine Umgehung der Gesetze und eine un- werden, wenn die Regierung nach einem besonnenen Plan vorginge. die Kaffeekultur gute Ergebnisse erhoffen. vermeidliche Storruption. Durch genossenschaftliche Organisation mit Staatshilfe könnte der Plantagenbefizer F. Wismahl aus Usambara berichtet über in Betracht kommenden Industrie wohl geholfen werden. feine eigne Staffeeplantage. Nach sechsjährigem Betriebe erhalte sie Geimrat Dr. Sprenger: Ich kann nur erklären, daß die Re- sich jetzt selbst. gierung die Sache im Auge behalten hat, weitere Mitteilungen zu machen bin ich zur Zeit nicht in der Lage.

Das Haus beschloß gemäß dem Kommissionsantrag. Eine Petition der Weberinnung zu Meerane ( Sachfen) wegen Abänderung des Invalidenversicherungs- Gesezes wird gemäß dem Beschluß der Kommission dem Reichskanzler als Material zur Abänderung der Gesetzgebung insoweit über­wiesen, als fie die Uebertragung der Rente eines Rentenempfängers ant dessen Witwe erstrebt. Im übrigen wird sie durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt.

Weiterhin geht das Haus zur Tagesordnung über über eine Petition, betr. die Einführung des Befähigungsnachweises für Staufleute.

Als Material wird dem Reichskanzler überwiesen eine Petition, betr. Abänderung des Krantenversicherungs­Gesezes.

Der Antrag der Kommission, die Petition dem Reichskanzler als Material zu überweisen, wird hierauf angenommen.

Kolonialdirektor Dr. Stübel: Die Kolonialverwaltung denke nicht daran, die Bahn über Mombo hinaus weiter zu bauen.

Abg. Richter( frs. Bp.) hebt hervor, daß es Herr Wismahl für unbedingt erforderlich erklärt habe, die Bahn über Mombo bis Eine Petition betr. Aufhebung des Impfgefeges zum Kilimandscharo weiter zu bauen. Auch die amtliche Denkschrift beantragt die Kommission, als Material zu überweisen. stehe im Widerspruch mit der heutigen Erklärung des Kolonialdirektors. Abg. Thiele( Soc.): Der Impfztvang ist wissenschaftlich nicht wie wenig rentabel afrikanische Bahnen seien, beweise der Ueber­begründet. Auch ärztliche Autoritäten, wie Prof. Se o ch, haben sich schuß von 30 m." der bisherigen Bahnstrecke. dagegen ausgefprochen. Das Jmpfgesetz ist zu stande gekommen Kolonialdirektor Dr. Stübel: Die Betriebskosten ließen sich unter dem Einfluß der Furcht vor großen Epidemien. Seit dem heute noch nicht schätzen. Jukrafttreten des Gesetzes ist die Opposition gegen den Impfzwang Abg. Richter: Es sei ein sonderbarer Irrtum der amtlichen niemals verstummt. In zahlreichen Fällen ist die Uebertragung Begründung, daß das Usambaragebirge von den Beamten zu Urlaubs­