Tokales.
starck und vier Kindern im Alter von 2 bis 8 Jahren. Es fiel den der Koblankstr. 11 ein kleiner Dachstuhlbrand abgelöscht werden, Nachbarn auf, daß viele Mädchen mit Reisekoffern zu Winckler kamen. während in der Dunckerstraße 18 Gerümpel und Packmaterial in dem Scheunenviertel, Stadt und Wohnungenot. Magistrats. Der Frau des Hausverwalters, die deshalb nachfragte, gaben Lichtschachte eines Kellers Feuer gefangen hatte. Ein ähnlicher Scheunenviertel, Stadt und Wohnungsnot. Magistrats Windler und seine Frau die Auskunft, sie hätten eine aus- Brand mußte Sonnabendabend gegen 11 Uhr in der Elisabethstr. 49 offiziös wird berichtet:„ Die Beseitigung des Scheunenviertels und die Verlängerung der Kaiser Wilhelmstraße bis zum Prenzlauer Aedehnte Verwandtschaft und Freundschaft, besonders in Warschau , beseitigt werden. Vorher gingen in der Cuvrystraße 20 Gardinen, und Schönhauserthor ist im Princip von den den höheren Staatsund befämen viel Besuch. Nachdem das Dienstmädchen vor Vorhänge und Kleidungsstücke in Flammen auf, die jedoch noch im behörden nach den Plänen des Stadtbaurats Krause genehmigt hielt sich eine Schwester Winklers bei ihm auf, angeblich zu Besuch. gleichzeitig ein Schornsteinbrand beobachtet werden, während in der drei Wochen als geistestrant nach Dalldorf gebracht worden war, Seime erstickt werden konnten. In der Manteuffelstraße 55 mußte werden. Es wurde dabei die Frage aufgeworfen, ob für die Die Kriminalpolizei ermittelte unterdessen, daß Winckler durch Blumenstraße 16 Lumpen, Säcke und andres in einer Küche brannten. Unterbringung der Bewohner dieses Stadtviertels 23 gesorgt werden könnte. Die Frage tann dahin beantwortet Inserate junge Mädchen für Stellen im Auslande suchte. Windler Außerdem hatte die Wehr noch Alarmierungen von der Birkenstr. 78 werden, daß die vollständige Beseitigung des Scheunenscheint Wind bekommen zu haben, denn seit Freitagmorgen ist er und Kaiser Wilhelmsplatz zu verzeichnen. In beiden Fällen handelte viertels noch sehr viel Zeit in Anspruch nehmen wird und nur abgereist". Frau und Kinder hat er hier zurückgelassen, feine es sich indes nur um geringfügige Anlässe. nach Maßgabe der Mittel ins Werk gesetzt werden kann. Der Schwester dagegen ist ebenfalls verschwunden. Dagegen nahm die städtischen Baudeputation II und dem Magistrat liegen zur Beit Sriminalpolizei am Sonnabend in der Wincklerschen Wohnung eine Pläne vor, die geeignet erscheinen, die Frage der Wohnungsnot" Frauensperson fest, die mit einem Mädchen zum Bejuch" gekommen sehr bald zu beseitigen. Mehr als ein Dugend neuer Straßen war. Diese Frauensperson, die viel Geld bei sich hatte, ist eine sollen allein im Nordwesten, Moabit 2c. in dem städtischen Bebauungs- gefängnis gebracht, das Mädchen, das sie von Warschau über Berlin Sie wurde auch alsbald in das Untersuchungsplan aufgeworfen werden. Die großen Gelände der Schwarzkopffichen Maschinenfabrik in der Chausseestraße, der Borsigschen Fabrit in nach Buenos Aires verkaufen wollte, in die Obhut der Polizei geMoabit, der Judenwiese und das Gelände an der Jungfern- Von hier wurde die„ Ware" über Berlin und London nach Südamerika heide sollen jezt der Bebauung erschlossen werden. Die Bau gesellschaft, die das Terrain zwischen der Stromstraße, der Straße Alt- Moabit, der Straße 30, der Levezzowstraße und der Spree erworben hat, beabsichtigt fieben neue Straßen und eine neue Brücke im Zuge der Flensburgerstraße und der Straße 30a auf eigne Kosten anzulegen, bezw. erbauen zu laffen.
Der Inhalt dieser Notiz ist natürlich, daß die Stadt Berlin auch später nicht die geringste Lust zeigen will, der Wohnungsnot zu begegnen. Bei der Bekundung dieses antisocialen Empfindens macht sich der Hinweis auf die Bebauung des Borsigschen Grundstücks besonders hübsch. Die Aktiengesellschaft, welche das Gelände erworben hat, brennt förmlich darauf, hart am Tiergarten Arbeiterwohnungen zu errichten. Ist es Thorheit oder Frevelmut, die solche Meldungen in die Deffentlichkeit lanciert?
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Schlepperin.
nommen. Die Hauptstation dieser Mädchenhändler war Warschau . geliefert.
Ein schwerer Unfall traf am Sonntagmittag auf dem Schlesi fchen Bahnhofe die Witwe des Spediteurs Reigelin aus Rigdorf, Saaleſtr. 3. Als die ziemlich bejahrte Dame den Wagen verließ, glitt sie auf dem Trittbrett aus und fiel so unglücklich auf den Bahnsteig, daß sie befimungslos liegen blieb. Man brachte die Bedauernswerte sofort nach der nächstgelegenen Unfallstation, wo eine schwere Gehirnerschütterung festgestellt wurde. Der Arzt ordnete sogleich die Einlieferung in das Krankenhaus Friedrichshain an, wo sie zur Zeit die Besinnung noch nicht wiedererlangt hat.
Aus den Nachbarorten. Eine Erhöhung der Preise für chirurgische Leistungen für Innung einberufen geweſenen allgemeinen Versammlung der Barbiere Krankenkassen ist in einer vom Vorstande der Köpenicker BarbierGrünau, Alt- Glienice, Johannisihal und Rudow beschlossen worden. und Heilgehilfen von Köpenick , Adlershof , Nieder- Schöneweide , Der getroffenen Vereinbarung gemäß sollen fernerhin gefordert werden: für Zahnziehen 0,75 M., für Schröpfen bis zu 10 Köpfen 1 M., von 10 bis 15 Köpfen 1,50 M. und bis zu 20 Köpfen 2 M. Für alle übrigen chirurgischen Verrichtungen soll die Tage der Gebührenordnung für Heilgehilfen der Stadtkreise Berlin und Char lottenburg als Norm für die Forderungen betrachtet werden.
Friedrichsfelde . Der Gemeinde- Etat für das Jahr 1902 balanciert in Einnahme und Ausgabe mit 230 150 m. gegen 164 600 Mart im Vorjahre. Es tommen zur Erhebung 240 Proz. Zuschlag zur staatlich veranlagten Grund- und Gebäudestener und 120. Proz. zur Einkommensteuer( im Vorjahr 150 und 100 Broz.). Die Kreishoben. Die Gebäudesteuer ist infolge Verdoppelung der Zuschläge stener, welche im Vorjahre 331/3 Proz. betrug, wird nicht mehr er( früher 1/2 Broz.) von 34 350 M. auf 58 950 m. gestiegen. Hier werden die Mieter wieder bluten müssen; daß letzteres geschehe, wurde bei der Beratung der neuen Steuerordnung vom Vorstandstisch auch gleich befürwortet.
len Gerichts- Beitung.
Ein unverbefferlicher Einbrecher und Gelegenheitsdieb ist in der Person eines ehemaligen Hausdieners Albert Nickel, der erst am 16. Januar das Zuchthaus verlassen hatte, von der KriminalEin Kulturbild. Die Gesundbeter" treten wieder an polizei wieder festgenommen worden. Der 28 Jahre alte Mann die Oeffentlichkeit. Die Anhänger der Mrs. Eddy und ihrer Lehren nahm gleich nach seiner Entlassung sein verbrecherisches Treiben haben, aus der Aula des Falf- Realgymnasiums vertrieben, sich ein wieder auf und legte auch zum Teil ein Geständnis ab. Zu einigen eignes Lokal in der Stegligerstr. 35 für ihre Versammlungen Sachen, die man bei ihm fand, sind die Eigentümer noch nicht begemietet, deren erste am Sonntag stattfand. Etwa 50 Personen, tannt, so zu einem ledernen Cigarrenetui mit Blumenstickerei und meist elegant gekleidete Damen, einige alte Herren und einem verschlungenen doppelten und einer schwarzen ledernen einzelne Reugierige hatten sich zu der Gemeinde- Andacht" Brieftasche, die ebenfalls mit Stickerei geschmückt ist. Außerdem vereingefunden. Am Eingang zum Lokal, einen Tanzfalon, setzte Nickel schon am 18. Januar einen gestohlenen Sommerüberzieher, Menschen niedergestochen. Die Anklage lautete auf vorbekam jeder Besucher von einem„ dienenden Mitgliede" ein am 22. einen blauen und am 25. einen schwarzen Winterüberzieher, Gesangbuch der Scientisten Gemeinde geliehen. Lieder mit am 27. Januar eine Remontoiruhr mit der Nr. 72 096, am 8. Februar Harmoniumbegleitung leiteten die Feier ein. Ein älterer Mann eine silberne Herren- Remontoiruhr Nr. 3120 und am 28. Februar bestieg eine improvisierte Kanzel und verlas eine Anzahl von Stellen eine silberne Cylinderuhr Nr. 26 171. aus dem Alten und Neuen Testament, die zum Teil auf Gebets- Auf der Lokomotive gestorben ist am Sonnabendabend der heilungen Bezug hatten. Darauf verherrlichte ein Fräulein Bruns 25 Jahre alte Hilfsheizer Richard Bieberstein aus der Liebigstr. 16. die werkthätige Liebe, wie sie sich besonders in der Christian science Als der Zug Nr. 1791 sich um Mitternacht zivischen den Bahnhöfen offenbare. Eine Solistin trug dann ein geistliches Lied vor. Vom Friedrichstraße und Börse befand und sich diesem näherte, fiel Geſundbeten war, wohl nicht ohne Absicht, bei der Feier fast gar Bieberstein neben dem Lokomotivführer plößlich um und blieb nicht die Rede. Dagegen hatte man das Einsammeln freiwilliger regungslos liegen. Der Führer, der nun die Heizung mit zu beGaben nicht vergessen. Nicht bloß Nickel, sondern auch Thalerstücke forgen hatte, bewahrte seine Ruhe und sorgte für Hilfe, sobald der floffen in das Samtförbchen, welches vom„ dienenden Mitgliede" Bug auf dem Bahnhofe hielt. Mehrere Beamte trugen den bewußt herumgereicht wurde. lofen Heizer in die Wartehalle und zwei Aerzte bemühten sich eine halbe Stunde lang, ihn ins Leben zurückzurufen. Ihre Bemühungen hatten jedoch keinen Erfolg, ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende gemacht.
Um cine Bagatelle hat der Tischler Rudolf Wulff, der gestern vor den Geschworenen des Landgerichts I stand, einen fägliche Körperverlegung mit tödlichem Erfolge. Der Angeflagte, ein Familienvater in nicht mehr jugendlichem Alter, kam in der Nacht zum 20. Januar in angeheitertem Zustand die Badstraße entlang. Er hatte längere Zeit gefneipt und wollte am nächsten Morgen nach außerhalb auf Arbeit gehen. Als er einen Nachtwächter suchte, tam er att dem Tanzlokal Marienbad " gerade in der Zeit vorbei, als dort der Tanz zu Ende gegangen war und die Tänzer und Tänzerinnen herausströmten. Da trat er in dreister Weise an einen der herauskommenden jungen Männer heran und verlangte von ihm eine Cigarette und als dieser ihn verwundert fragte, wie er zu einem solchen Verlangen komme, gab er ihm einen Schlag auf den Hut. Der junge Mann war gutmütig genug, die Sache scherzhaft aufzufaffen; er riet aber dem Angeklagten, ruhig nach Hause zu Bezüglich der Schulunterhaltungskosten wurde in der letzten gehen, da er wohl angezecht sei. Ein andrer junger Mann ging dem Sigung des Etats- Ausschusses an den Stämmerer Ma az die Frage fich entfernenden Angeklagten nach, um ihn zur Rebe zu stellen; es war gerichtet, ob die Zeitungsnachricht richtig sei, nach welcher die Stadt dies der 21 Jahre alte Former Bruno Wiltert, der bis dahin der Gemeinde Weißensee einen Zuschuß von 15 000 m. habe lebensluftig mit den Genossen gezecht und getanzt hatte. Als er Ein schwerer Einbruchsdiebstahl, bei welchem die Diebe mit nicht wiederkam, sahen die andren nach seinem Verbleib und fanden zahlen müssen. Stadtrat Maaß erwiderte darauf, daß unsre Vorort- ungewöhnlichem Raffinement vorgingen, ist in der Nacht zum Sonn- ihn in den letzten Zügen am Boden liegen. Er flüsterte den andern gemeinden zwar Klage gegen die Stadt Berlin wegen Erstattung von tag in dem an der Ecke der Kulm- und Göbenstraße belegenen nur noch zu:" Mit mir ist es aus!", dann verschied er. Man holte Schulunterhaltungskosten erhoben hätten, daß die Gemeinde Rig- Warenhause von May Meier verübt worden. Um ihre Beute im Schußleute herbei und brachte den Toten zunächst nach der Unfall dorf aber mit ihren Forderungen abgewiesen worden sei. Der Werte von ca. 4000 M. fortschaffen zu können, ohne daß die in der station, wo festgestellt wurde, daß er einen Messerstich mitten Prozeß mit Adlershof schwebe noch, wie es mit weißensee Nähe am Mansteinplatz postierten Schuyleute hiervon etwas be- ins Herz erhalten hatte. ftehe, könne heute noch nicht gesagt werden, soviel stehe indes fest, merkten, wandten die Einbrecher einen ganz eigenartigen Sniff an, um nach Hause gegangen und hatte sich schlafen gelegt, er wurde jedoch Der Angeklagte war inzwischen daß ein Betrag von 15 000 Mart nicht gezahlt die Beamten aus der Nähe des Hauses fortzulocken. Die Einbrecher bald von Schußleuten herausgeholt und auf die Revierwache ge worden fei".- Das letztere ist etwas dunkel! bande, welche aus etwa sechs bis acht Personen bestand, erbrach mit bracht. In seiner Wohnung fand man noch ein ganz blutiges spiges Die Eröffnung des Hochbahnbetriebes auf der Weststrecke einem Stemmeisen die vom Hausflur nach den Geschäftsräumen Messer vor. Er behauptete, daß er sich in der Notwehr ift am heutigen Dienstag früh mit den beiden Zügen 5 Uhr 55 Min. führende Seitenthür, eigneten sich das Transport- Dreirad der Firma befunden habe, da er angegriffen worden sei; au ſeiner zu ab Potsdamer Platz und 5 Uhr 42 Min. ab Zoologischer Garten an und beluden es mit Stoffballen, Wäschepaketen usw., während sie Berteidigung habe er das Messer gezogen und blindlings erfolgt. Zunächst ist ein 3 ehn- Minuten- Verkehr vorgesehen, später wertvollere Gegenstände in ihren Taschen versteckten. Um die um fich herumgeschlagen, ohne eine Ahnung davon zu haben, soll die Zugfolge in den verkehrsreicheren Stunden verdichtet werden. Polizeibeamten und Straßenpassanten aus der Nähe des Waren- daß er feinem Gegner eine lebensgefährliche Verlegung Die im Betriebe befindlichen Hoch- und Untergrundbahn- Streden hauses fortzulocken und die Aufmerksamkeit auf sich zu lenten, beigebracht habe. Die Darstellung des Angeklagten wurde haben jetzt eine Gesamtlänge von rund 10 1/2 Kilometer, auf nahmen drei Teilnehmer, die sich angetrunken stellten, in einiger von den Belastungszeugen als eine künstlich zurecht welche 1,7 Kilometer Tunnelfahrt( Nollendorfplay- zoologischer Entfernung Aufstellung, gerieten dort scheinbar mit einander in gemachte geschildert. Eine recht böse Charakteristit des Angeklagten Garten) entfallen. Die östliche Teilstrecke( Potsdamer Platz einen lauten Wortwechsel, der in Thätlichkeiten überzugehen drohte. lieferte der Umstand, daß dieser vor Jahren schon einmal wegen ge= Stralauer Thor) ist etwas über 6 kilometer, die westliche etwas Natürlich entstand fofort eine große Menschenansammlung, Schutzfährlicher Körperverlegung zu 4 Jahren verurteilt worden ist. Er über 44 Kilometer lang. Die Fahrpreise auf der Weststrecke leute und Wächter schritten ein und versuchten die Bankenden aus hatte damals einen Gegner mit einer Eisenstange derartig bearbeitet, betragen für die ganze Tour in III. Atlasse 10 Pf., in II. Slaffe einander zu bringen, was ihnen auch nach einigen Bemühungen ge- daß dessen Leben aufs äußerste gefährdet war. Die Geschworenen lang. Inzwischen hatten die in den Meyerschen Geschäftsräumen gaben auf Grund der Beweisaufnahme ihren Spruch auf schuldig befindlichen Komplicen die Rolljaloufte des Haupteingangs empor im Sinne der Anklage ab, bewilligten dem Angeklagten aber gezogen und konnten durch diesen mit ihrer reichen Beute unbemerkt mildernde Umstände. Das Urteil lautete auf 2 Jahre 6 Monate entkommen. Gefängnis.
15 Pf.
und mit
eines Bohrers
Im Kriminalgerichts- Gebäude gelang es gestern einem gefährlichen Diebe, der aus der Strafhaft in Blößensee der dritten Giraffammer vorgeführt worden war, die Freiheit zu erlangen. Der Arbeiter& idk, der eine längere Freiheitsstrafe zu verbüßen hatte, des Hauses Ackerstr. 16 und die Nachbarschaft in Schrecken und ver- Gesundbeten", tam gestern bei einer Verhandlung vor der Eine gewaltige Gasexplosion versetzte gestern die Bewohner Das Gesundbohren". Ein kleines Seitenstück zu dem war aus Plößensee ohne Gefangenenkleidung, mit Stiefeln und Kopf- leyte mehrere Personen. Im ersten Stock wohnt die bedeckung vorgeführt worden, um ein noch schwebendes Strafconto Straffammer des Landgerichts II zur Sprache. Wegen Sachs zu begleichen. Er erhielt eine Bufasstrafe von acht Monaten Ge- Hauswirtin Witwe Lübeke mit ihrer Schwester, einer Witwe Tie beschädigung an einer öffentlichen Anlage stand der Bauer Julius fängnis. Nach Erledigung seiner Straffache wurde ein andrer Häft- und einer Tochter, deren Mann sich augenblicklich in London aufhält Günther aus Glienid bei 3offen vor der Straffammer." Gines und die ein fünfjähriges Kind bei sich hat. Gestern morgen um ling vorgeführt und Lück hatte auf seine Abführung im Raume der 73/4 Uhr wollte die betagte Fran Thiele in der Küche auf der Tages wurde auf der Kreischaussee Bossen- Glienic ein AlleeAnklagebant so lange zu warten, bis der einzige Gerichtsdiener die Zeugen für die nächste Sache aufgerufen hatte. Gleich darauf hatte Maschine auf einem Gaskocher Wasser zum Staffee fochen. Sie baum, der dicht an der Einfahrtspforte des Gehöfts des Angeklagten Das mittels drehte den Hahn auf und hielt ein brennendes Streichholz an die steht, angebohrt vorgefunden. der Gerichtsdieuer einem Kollegen einen Stoß Akten auf den Flur Oeffnung. In demselben Augenblick gab es einen furchtbaren Knall verursachte Loch war mit einer teerartigen. Flüssigkeit vollhinaus zu reichen; nunmittelbar neben der Thür stehend wandte er und Feuersäulen schoffen zu den Fenstern hinaus. Eine Menge einem Holzstöpfel zugepfropft. Der diefer den Rücken zu. In diesem Augenblick batte Lück die Thür Gas, das sich in der Küche angesammelt hatte, war explodiert. Angeklagte bestritt ganz entschieden, ant dem Baume irgend zum Anklageraum geöffnet und den Schritt zur Flurthür in ruhiger Frau Thiele war anfangs wie gelähmt. Das Kopfhadr war ihr etwas vorgenommen zu haben, das etwaige Motiv des An Weise zurückgelegt. Als er dann den Flur betrat, bemerkte er, daß der Gerichtsdiener ihm den Rücken zudrehte; er wandte sich nach der versengt, das Gesicht, beide Arme und Hände schwer verbrannt. Die geklagten lag auch ziemlich im Dunkel, das Schöffengericht kam aber Wandelgange harrenden Menschenmenge verschwunden. Bisher ist es Lüdeke brach im 3. Zimmer mit dem Bett zusammen, ohne ernstlichen gefunden worden war, der in die im Baum befindliche Oeffnung passen entgegengesetzten Richtung und war gleich darauf in der auf dem Tochter der Wirtin, die mit ihrem Kinde im Rebenzimmer schlief, doch zu der Ueberzeugung, daß er der Thäter sei, und verurteilte ihn blieb unversehrt, während dem Kinde das Haar verbrannte. Frau 3 30 M. Geldstrafe. Das Schöffengericht war zu diesem Urteil gekommen, weil in der Behausung des Angeklagten ein Bohrer vor nicht gelungen, des Flüchtigen habhaft zu werden. Schaden zu nehmen. Die Hausbewohner eilten zum Teil in ihrer Zum Leichenfund im Franzosenpfuhl. Die Leiche des er- Nachtkleidung hinaus. Alle hatten das Gefühl gehabt, daß das fonnte, weil man ferner eine Quantität Karbolineum vorfand und ans schlagenen Dieners wurde gestern vormittag von dem Kreisarzt Haus sich hob, und glaubten, es werde in sich zusammenstürzen. nahm, daß der Angeklagte den Baum, der seine Einfahrt beengte, Medizinalrat Dr. Elten und Dr. Magnussen geöffnet. Die Der Gewalt des Luftdrucs entsprachen die Verwüstungen. In der habe zum Absterben bringen wollen. Der Angeklagte legte Aerzte stellteir feft, daß die Schädelhiebe entweder von einem Säbel Wohnung der Hauswirtin flogen die Thüren aus dem Mauer gegen das schöffengerichtliche Urteil Berufung ein und Rechtsanwalt oder einem Faschinenmesser herrührten. Welche von diesen Waffen wert heraus, sämtliche Fensterscheiben wurden zertrümmert. Jedem, der mit ländlichen Verhältnissen vertraut sei, müsse der Be Dr. Flatau machte zu seinen Gunsten folgende Ausführungen: der Thäter gebraucht hat, darüber wurden sich die Aerzte nicht Die Möbel, selbst ein schweres Büffett stürzten um. Die einig; daher trennte man den Schädel des Toten ab, um ihn durch Decke hob sich um zehn Centimeter und wurde durchschlagen. Attentat auf den Bestand des Baumes, sondern um die Bethätigung fund am Baume sofort flar machen, daß es sich gar nicht um ein eine gerichtsärztliche Kommission noch genauer untersuchen zu lassen. Selbst im 3. und 4. Stock sprangen die Thüren aus den Rahmen. eines uralten, in dortiger Gegend weitverbreiteten Aberglaubens Die Obduktion ergab, daß der Tod nicht durch Ertrinken, sondern Im Steller wurden die Fensterscheiben ebenso eingeschlagen wie am durch die Siebe herbeigeführt worden ist. Anderweitig ist unter ganzen übrigen Hause. Auch an den neben und gegenüberliegenden bedacht sei, werde so operieren, wie es hier geschehen. dessen ermittelt worden, daß der 9. Februar der Todestag sein muß, Häusern wurden viele Laden- und Fensterscheiben zertrümmert. Fünf alle charakteristischen Merkmale jenes Aberglaubens vorhanden, den denn Kinder haben schon am 10. morgens auf dem Eise Blut- Minuten nach dem Unfall erschien die Feuerwehr. Während die und Gehirnspuren und Feßen des Ueberziehers liegen sehen. Die Samariter und Aerzte aus der Nachbarschaft sich nach den Verletzten sei ein in der Mark start verbreiteter Glaube, daß man eine lang man mit Verbohren von Krankheiten" bezeichne. Es Thäter sind noch nicht ermittelt. Zwei Garde- Dragoner, die am umfahen, räumten die übrigen Mannschaften die Trümmer auf und währende Strankheit, insbesondere offene Schäden am Körper, da Sonnabend in Gewahrsam genommen wurden, der Gefreite Schulz sicherten das schwer beschädigte Haus durch Absteifungen gegen Nachund der Brigadeschreiber Schirmer, haben ihr Alibi für den 9. Februar stürze. Das Haus wurde polizeilich gesperrt. Die Eigentümerin durch heilen könne, daß man ein mit der franken Stelle während nachgewiesen. Schulz, der belastet schien, wurde auch zur Leichen mußte mit ihren Angehörigen ihre Wohnung räumen und eine Hof- frisch gebohrtes Baumloch stecke. Man nehme an, daß, wenn die Säfte einer bestimmten Zeit in Berührung gebrachtes Stück Holz in ein öffnung herangezogen. Er sab sich die Leiche mit Schaudern an, er wohnung beziehen. des Baumes, der besonders mächtig sein muß, mit dem Stück Holz flärte aber, daß er den Toten nicht wiedererkenne. Er bestreitet nicht, Feuerbericht. Montag früh 61/2 Uhr wurde die Wehr nach der in Berührung kommen und der Baum weiter gedeiht, auch die mit Gaudin verkehrt zu haben. Aufgefallen war, daß seine Briefe an diesen mit dem 8. Februar aufhörten. Er erklärt das jedoch ba Prenzlauerstr. 18 gerufen, wo in einem Keller Gerümpel und Ber- Krankheit schivinde. Namentlich wohnen in dortiger Gegend vers mit, daß er nicht mehr geschrieben habe, weil auf seinen Tegten padungsmaterial Feuer gefangen hatte. Sturz vorher war in der schiedene Perfonen, an denen zur fraglichen Zeit fortwährend aberDann seien auch durch die Sebastianstr. 2 Müll und eine Holzwand von einem Bretterschuppen gläubische Operationen und Kuren versucht worden seien. Bezeichnend Brief die Antwort ausgeblieben sei. Aciminalpolizei und Herrn Friedeberg in der Kaferne Nachfragen in Brand geraten. In der Nacht zum Montag brannten in der für die Macht des Aberglaubens fei es, daß der Angeklagte fich offenAdalbertstr. 99 Tische, Immoblien und Kleidungsstücke in einer Küche. bar fürchte, diese Personen zu nennen. nach dem Verschwundenen gehalten worden. Er habe daher gewußt, Es gelang jedoch, das Feuer noch im Entstehen zu unterdrücken. flagten eine Schuld nicht nachgewiesen und ein Motiv zur That bei Jedenfalls sei dem Augedaß Gaudin auf seiner Stelle nicht mehr sei. Sonntagabend furz nach 8 Uhr kam in der Schillingstr. 30 in einer demselben nicht erkennbar. Der Verteidiger hatte sich zur BekräfMädchenhandel. In dem Hause Schönhauser Allee Nr. 50 Mansardenwohnung ein größeres Feuer aus. Die Wehr hatte tigung seiner Mitteilungen auf mehrere Zeugen berufen, das Gericht wohnten im zweiten Stod im Hofe seit dem 1. Juni v. J. ein hier längere Zeit mit einem Rohre Waffer zu geben, um den verzichtete aber auf deren Vernehmung, hob das erste Urteil auf und Cigarettenarbeiter Paul Windler mit seiner Ehefrau Lene geb. Eisen- Brand auf seinen Herd zu beschränken. Bormittags 5 Uhr mußte in sprach den Angetlagten frei.
handle. Kein Bauer, der auf das Eingehen eines Baumes