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1. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt.

Nr. 69.

Parlamentsberichte.

Deutscher Reichstag .

199. Sigung vom 21. März, 1 Uhr.

Dienstag, den 22. März 1892.

9. Jahrg.

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oder Kommunalbeamten gehört. Der Anspruch auf Unterstützung Rechte verlustig zu werden. Der Staatssekretär hat auch ist bei der Gemeindebehörde des Drts anzubringen, wo der der finanziellen Belastung gedacht. Man wird diesen Unterstützungsberechtigte zur Zeit des Beginnens des Unter- Einwand nicht begreifen in einem Moment, wo der größte stügungsanspruchs seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Bundesstaat, Preußen, für den Dombau in Berlin 10 Millionen Der Referent bemerkt, daß die Vorlage von der Kom- aus den Taschen der Steuerzahler bewilligt hat, wo man eine Am Tische des Bundesraths: von Bötticher, von mission im einzelnen erheblich geändert worden ist; die Aende- beträchtliche Anzahl von Millionen zur Ablösung der Rechte der Marschall, v. Goßler, Bosse. rungen und die ganze Vorlage sind einstimmig von der Kom- Standesherren und 11/ 2-22 Millionen zur Ablösung der Stol­Zur dritten Berathung steht der Gesetzentwurf betr. die Gemiffion angenommen, von der Regierung aber fellschaften mit beschränkter Haftung. lebhaft gebühren bewilligt hat und zur Herstellung eines Dampfers, dessen bekämpft worden, zumal die beschlossene Erhöhung der Zweck wir richtiger bezeichnen, wenn wir von seiner Kaiseryacht In der Generaldiskussion führt Abg. Brömel aus, daß an Unterstüßungsgegenfäße. Gestrichen worden ist auch die Besprechen, ebenfalls größere Ausgaben gemacht haben und wo den Kommissionsbeschlüssen Ausstellungen in zwei Richtungen ge- ftimmung, daß die Unterstüßung die Bedürftigkeit des zu Unter- immer wieder Millionen für unsere kolonialen Zwecke verwendet macht werden könnten. Einmal sind die Vorschriften über die ftüßenden zur Voraussetzung haben sollte. Die Kommission hat werden. Geschieht dies, dann muß doch auch diesem Wunsche Begründung und Verwaltung der Gesellschaften zu schematisch dafür gesagt: auf Verlangen"; dadurch wurde denn die Ein- des ganzen Wolfes, der alle Parteien einig sieht, seitens der Re­geblieben, da die Kommission in der Gestattung von Abweichungen schiebung einer Präklusivfrist nöthig, welche auf vier Wochen gierungen so viel Entgegenkommen gezeigt werden, daß sie die im gesellschaftlichen Vertrage nicht weit genug gegangen ist; angesetzt wurde. Die Erstattung der Mittel soll gang, statt zur finanzielle Verantwortlichkeit übernehmen. Die Frage, anderseits lassen die Bürgschaften, welche für eine ordentliche Be Hälfte auf die Reichstaffe übernommen werden. die Unterstüßungen für die Angehörigen im Kriegsfall gründung und Verwaltung den Gläubigern gegenüber getroffen Staatssekretär v. Bötticher: Die Beschlüsse der Kommission erhöht werden sollen, sollen, steht gar nicht nicht zur Entschei find, zu wünschen übrig. Es liegt die Gefahr vor, daß von find von großem Wohlwollen und großer Menschenfreundlichkeit dung; sollten aber die kolossalen Mehrausgaben, welche diesen Bestimmungen ein Gebrauch gemacht wird, der sowohl für diftirt und alle Barteien haben sich gleichmäßig um fie bemüht. diese' Erhöhung im Kriegsfall nach sich ziehen würde, zirr die Gesellschafter als für die Gläubiger schwere Nachtheile im Aber darauf allein kommt es nicht an; es handelt sich vor allem Folge haben, daß man vorsichtiger würde mit der Herbeiführung Gefolge haben kann. Sollte man die bezüglichen Bestimmungen auch um die finanziellen Konsequenzen. Die verbündeten Re- des Kriegsfalles überhaupt, so tönnten wir zu diesem Erfolge des Entwurfs etwas verschärfen, so könnte man wohl schon jetzt gjerungen find nach dem Erlaß des Gesetzes von 1888, welches uns nur gratuliren. Die Befürchtung, daß die verbündeten Re­manchen Auswuchs abschneiden, der sich nach dem Inkrafttreten eine ähnliche Unterstützung für den Fall der Mobilmachung vor- gierungen die Verantwortung für die von der Kommission vor­des Gesetzes, wenn sich an dasselbe eine neue Gründungsära an- sieht, gern darauf eingegangen, auch für die Friedensübungen geschlagenen Säße nicht übernehmen können, hege ich nicht schließt, zweifellos zeigen wird. Da ohnedies der Entwurf keine die gleiche Vorsorge zu treffen. Normirt man aber in diesem würden mit der Nichtbewilligung den Interessen des Volkes in Gile hat, so sei zu hoffen, daß es bei einer nochmaligen gründ- leyteren Geseze die Säße anders und höher, dann werden auch einer Weise entgegentceten, daß auch hier ein gegen den lichen Erörterung der Materie in einer nächsten Seffion gelingen diese Säße erhöht werden müssen für die Unterstützung der Strom Schwimmen Schwimmen auf die Dauer Dauer nicht durchgeführt wird, eine befriedigendere Form zu finden. Redner beantragt, Familien der mobil gemachten Mannschaften. 1888 haben ton- werden könnte. Die verbündeten Regierungen haben ja die dritte Lesung von der Tagesordnung abzusehen. servative und Zentrumsredner sehr eindringlich davor gewarnt, auch ein großes Interesse an der Wehrhaftigkeit des Heeres, und Abg. v. Bar( dfr.) schließt sich diesen Ausführungen und in der Unterstüßung zu weit zu gehen. Jetzt ist die Kommission diese würde durch Ablehnung der Kommissionsvorschläge dem Antrage auf Absetzung an. einstimmig auf viel höhere Sätze gekommen. Die jährliche Be- leiden; denn Leute, die wissen, daß ihre Familien zu Hause Staatssekretär Bosse kann nicht finden, daß die vor lastung der Reichskasse würde nach dem Entwurf 275 000 m. betragen; hungern, werden nicht mit der nöthigen Freudigkeit in die Militär­getragenen Bedenken so schwer wiegen, um eine Absetzung in nach der Kommission würde sie 1/2 bis 2 Millionen betragen. übung eintreten. Ich bitte Sie also, den Kommissionsvorschlägen diesem Stadium zu rechtfertigen. Seit September liege der Werden die Säge auf den Kriegsfall übertragen, so würde sich beizutreten und damit die berechtigten Wünsche des Volkes zu Entwurf der öffentlichen Meinung vor; die letzten Be- die Belastung bei einem Kriege von der Dauer desjenigen von erfüllen. denken seien in der sehr gründlichen Kommissionsberathung ge- 1870/71 auf 4-500 Millionen belaufen. Diese Zahlen lassen Staatssekretär v. Bötticher: Nicht die Gewährung der hoben worden. doch die Kommissionsbeschlüsse als sehr bedenklich erscheinen. Von Unterstüßung, sondern das Maß der Unterstügung ist es, worüber Abg. Hammacher ersucht um Ablehnung des Antrages den anderen Abweichungen sind wir mit derjenigen einverstanden, wir streiten, und ich fürchte, wenn man das Maß überspannt, auf Absetzung, da in der That eine vollständige Klärung statt- welche auch die Erfahreserve einbezieht, aber der Ersatz der gefährdet man die Vorlage. Das Maß des Bedürfnisses müssen gefunden habe und allseitig die Meinung getheilt werde daß die Voraussetzung der Bedürftigkeit durch das Verlangen macht uns die verbündeten Regierungen untersuchen, weil es bereits durch neue Gesellschaftsform befriedigend funktioniren werde. wiederum bedenklich. Sehen Sie die Sache in das Belieben der Vorkehrungen von anderen Instanzen gänzlich gedeckt ist. Dieses Abg. Bamberger ( dfr.) hält zwar die Unverbesserlichkeit Betheiligten, dann wird die Belastung sehr viel höher sein, als Maß des Bedürfnisses hat 1888 auch der Abg. Singer als das des Gesetzes nicht für erwiesen, kann aber doch die Anschauung wenn nur die Bedürftigkeit berücksichtigt wird. Ich bin nicht im richtige anerkannt. Die Unterstützung ist keine Almosenunter­feiner Parteifreunde Brömel und v. Bar nicht theilen, daß die Zweifel, daß eine Vorlage wie die der Kommission schwerlich die stüßung und wird kein Almosen dadurch, daß die Bedürftigkeit Materie noch nicht reif zur Verabschiedung sei. In der Kom- Zustimmung des Bundesrathes finden wird. Die Oberpräsidenten festgestellt werden soll; der Rechtsanspruch auf Grund des Gesetzes mission hätten neben vielen Theoretikern auch zahlreiche Männer haben sich in dem Sinne geäußert, daß ein Bedürfniß in diesem tann niemals eine Armenunterstüßung sein. mit praktischer Erfahrung auf diesem Gebiete gesessen und die Umfange überhaupt nicht vorliegt, da für den Fall der Einziehung Abg. v. Schalscha( Zentr.): Die hier ausgesprochene Korrektur der begangenen Fehler müsse ebenso wie beim Attien- schon seitens der Gemeinde, der Gutsbezirke u. s. w. in aus Kompetenz der Einberufenen und ihrer Angehörigen fann auch gesetz von der Praxis erwartet werden. Die Befürchtung von reichendem Maße gesorgt sei. nach meiner Meinung nimmermehr eine Armenunterstützung sein. großen Uebervortheilungen des Publikums durch Mißbrauch der Abg. Hahn( df.) empfiehlt einen Antrag, welcher die Aus- Der Hinweis des Herrn Singer auf die anderen durch den neuen Bestimmungen werde übertrieben, da auch in dieser Be- nahmebestimmung für die Beamten auf diejenigen Reichs, Reichstag erfolgten Bewilligungen hat keine Beweiskraft; es fragt ziehung genügend Vorsorge getroffen sei. Staats- und Kommunalbeamten einschränken will, denen nach sich in dem vorliegenden Falle nur, ob das von der Vorlage Abg. Schenck( dfr.) hält ebenfalls eine weitere Verzögerung dem Militärgeseze in der Zeit ihrer Einberufung zum Militär- Gebotene genügend ist. Ich glaube dies und sehe die Beschlüſſe des Beschlusses der Angelegenheit für nicht angezeigt und bittet dienste ihr persönliches Diensteinkommen gewahrt ist."- Für die der Kommission als solche an, welche über das Ziel hinaus­um en bloc- Annahme. Abänderung des§ 1 hinsichtlich der Bedürftigkeitsfrage sei auch schießen. Die Ersetzung des gewöhnlichen Aufenthaltsorts durch Abg. v. Strombeck( 3.) erklärt, daß er und das Zentrum am er eingetreten; es habe sich darum gehandelt, der Unterstützung den Wohnort habe ich aus zahlreichen Erwägungen vorgeschlagen. Liebsten gegen das Gesez stimmen würde, weil es doch noch er- den Charakter des Almosens zu nehmen und die Weiterungen Der Aufenthaltsort vieler Leute wechselt zuweilen alle Wochen, hebliche Mängel enthält; da aber der en bloc- Annahme auch und Umständlichkeiten zu vermeiden, welche sich an die Fest- den gewöhnlichen Aufenthaltsort festzustellen, würde also erhebliche das Zentrum nicht widersprechen wollte, so würde es sich der stellung der Bedürftigteit ganz von selbst knüpfen. Schwierigkeiten haben. Deshalb soll man die Kompetenz beziehen Abstimmung enthalten. Abg. v. Schalfcha( 3.) beantragt, in§ 1 zu sagen statt nach den Lohnverhältnissen des Wohnorts. In den allermeisten Geh. Rath Hoffmann: Der Vorwurf, daß die Vorlage zu Aufenthaltsorte Wohnorte". Fällen werden dabei auch die Familien nicht zu kurz kommen. Schablonenhaft verfahre, muß überraschen, da dem Individualismus Abg. Singer( Soz.) ist mit dem Antrage Hahn einver: Die Festsetzung der täglichen Unterstützung nach Prozenten des in derselben ein sehr weiter Spielraum gewährt ist. Was die standen, widerspricht aber dem Antrage v. Schalscha, da durch ortsüblichen Tagelohns, 30 pet. für die Frau, 10 pet. für jedes erwähnten Bürgschaften den Gläubigern gegenüber bei der br- denselben der Einberufene leicht schlechter gestellt werden kann, Kind, im ganzen aber nicht über 60 pct. in Verbindung mit der schränkten Haftung betrifft, so find von sehr beachtenswerther wenn die Lohnverhältnisse an dein Wohnorte schlechter sind als Bestimmung des§ 4, wonach die ganze Unterstügung aus Seite grade nach der andern Seite Bedenken erhoben worden, ob an dem Aufenthaltsorte. Die Einwände des Staatssekretärs Reichsmitteln erstattet werden soll, wird eine gewisse Larheit in nicht die bezüglichen Vorschriften des Entwurfs zu rigorose feien. tönnen uns nicht abhalten, die Fürsorge für die Angehörigen der der Bewilligung der Unterstützung herbeiführen, da man Abg. Brömel sucht unter Bezugnahme auf verschiedene Mannschaften, welche zu Friedensübungen einberufen werden, fahrungsmäßig aus fremden Taschen sehr leicht Gelder bewilligt. Einzelheiten der Vorlage und der Kommissionsbeschlüsse das möglichst weit auszudehnen. Auf eine Anregung aus unseren Abg. Buhl( nl.) tritt für die Kommissionsbeschlüsse ein. Die Gegentheil nachzuweisen und hält den Hinweis darauf, daß das Reihen hat man diese ganze Sache in Angriff genommen, und Mehrbelastung wolle er gern tragen. Die Kommission sei ein­Attiengeset feiner Zeit ebenfalls en bloc angenommen worden vier bis fünf Jahre hat es bedurft, ehe diese Vorlage gekommen stimmig darüber gewesen, daß diese Beschlüsse für das Gesetz be= fei, für nicht stichhaltig, zieht aber seinen Antrag wegen der Aus- ist. Wenn der Staatssekretär dem Beschluß der Kommission treffend die Kriegsleistungen nach feiner Richtung präjudizirlich fichtslosigkeit desselben zurück. Wohlwollen und Menschenfreundlichkeit vindizirt, so muß ich seien. Im Kriege würden außerdem alle Kräfte der Nation so Abg. Klemm( dt.) verzichtet nach der Zurückziehung des An- dies zurückweisen. Die Kommission hat nichts weiter gethan als scharf angespannt, daß eine nicht ausreichende Unterstützung der trags Brömel auf das Wort. ihre Pflicht und Schuldigkeit, indem sie statt der von der in Rede stehenden Kategorie von Angehörigen eher zu ver­Damit schließt die Generaldiskussion. In der Spezial- Regierungsvorlage verlangten Bettelpfennige für die Unterstützung antworten sein würde. Den Antrag von Schalscha bittet Redner diskussion wird der Entwurf wiederum auf Antrag der Familien( Bizepräsident Graf von Ballestrem rügt diesen abzulehnen. v. Bennigsen en bloc angenommen. Ausdruck.) Sätze vorgeschlagen hat, welche als Mindestanspruch Abg. Orterer( 3.) hält die Erweiterung, welche die Vorlage Es folgt die zweite Berathung der Vorlage betreffend die zu bezeichnen sind. Die Frage der Bedürftigkeit ist auf diesem in der Kommission erfahren hat, für im allgemeinen unbedenklich Unterstützung von Familien der zu Friedensübungen einberufenen Gebiete nicht anwendbar. In den meisten Fällen ist die Ein- und wird für den§ 1 stimmen. Die Mehrbelastung, welche die Mannschaften. Die Budgetkommission erstattet durch den Abg. berufung des Familienvaters gleichbedeutend mit Arbeitslosigkeit Beseitigung der Bedürftigkeitsfrage mit sich bringt, werde aller­Hartmann( Plauen ) darüber mündlichen Bericht. und damit Hilflosigkeit der Familie und Preisgabe an die öffent dings nicht unbedeutend sein, denn die Neigung, dem Fiskus § 1 lautet nach den Kommissionsbeschlüssen: Die Familien liche Armenpflege. Ich bin überzeugt, daß ein großer Theil etwas zu schenken, sei in den betheiligten Kreisen nicht sehr ver­der aus der Reserve, Landwehr oder Seewehr zu Friedens Derer, die auf diese Unterstüßung Anspruch haben, lieber auf die breitet. Die Erhöhung der Säße in§ 2 nach den Beschlüssen der übungen einberufenen Mannschaften erhalten auf Verlangen aus Unterstüßung verzichten, als daß sie sich zu Almofenempfängern Kommission ist nothwendig, denn die von der Regierung vor­öffentlichen Mitteln Unterstützung. Das Gleiche gilt bezüglich degradiren laffen. Als neulich in Leipzig infolge des augenblick geschlagenen Säße sind überhaupt keine Unterstügungen. Die der Familien der aus der Erfahreserve für die zweite oder dritte lichen Nothstandes für die Arbeiter die öffentliche Armenpflege Ersetzung des Aufenthaltsorts durch den Wohnort könne er nicht Uebung einberufenen Mannschaften. Vorstehendes findet nicht nutzbar gemacht wurde, erklärten die Arbeiter: Wir ver- empfehlen; man müsse den effektiven Lohnverhältnissen des Ar­Anwendung, wenn der Uebungspflichtige zu den Reichs, Staats- zichten auf diese Unterstützung, um nicht unserer politischen beiters möglichst Rechnung tragen.

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fein lebhaftes Interesse für die soziale Frage besaß: die erste Professor avanzirter Physiologie Privatdozent( Herr Sauer), fozialistische Schrift, bie er, nicht ohne davon gepackt, aber Freund der Familie, ist Konversations- Lexifon für Emmy , liebt Lessing - Theater. Zum ersten Male: Wahrheit? Schauspiel natürlich ohne dadurch in seiner gefesteten Auffassung der Dinge fie, macht Heirathsantrag, bekommt Korb, erfährt, daß sie den Herrn in drei Alten von Paul Heyse. - Zwar eifert Heyse in seinem beirrt zu werden, kennen lernte, ist Bebel's Buch:" Die Frau" Schwager liebt, enthüllt mit bewundernswerthem Taft dies Dieser Biedermann ist Heyse der Typus Drama gegen jene, welche rücksichtslos im Leben und in der gewesen, das er in München 1883 zum ersten Male gelesen hat. der Familie. Dies vorausgefchickt, wird es einleuchten, weshalb das der von ihm gegeißelten Wahrheits" Fanatiker. Kunst die Wahrheit und nur die Wahrheit sagen. Aber die Wahrheit ist es denn doch, daß der feinsinnige Lyriker, der moderne Leben von Heyse wie in einem Sohlspiegel geschaut Verzweiflung, Katastrophchen. As dea ex machina eine Groß­glänzende Stilist, dessen Novellen Kabinetsstücke sind, mag man wird, weshalb er gegen parodirte Widersacher streitet, weshalb mutter( Frau von Böllnik), in deren Hände Heyse das Schicksal Die Episode großbürgerlicher der bürgerlichen Gesellschaft gelegt hat, die als Gesellschaftsretterin auch das künstlerische Bekenntniß des Dichters für ein veraltetes, seine Polemit scheitern muß.

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längst überwundenes halten, nie und nimmer ein Dramatiker Familientragit, wie sie das Schauspiel: Wahrheit? bietet, beweift, auftritt. Vermittelnd, helfend, die Zungen bindend und lösend. gewesen ist. Sein jüngstes Schauspiel zeugt nur zu beredt von was Niemand bestreitet, daß Indiskretion taktlos und daß eine Zu allem Unglück ein neues. Die Mutter der Bankiersfrau und seinem Mangel an Gestaltungstraft. Die Geschöpfe feiner Nothlüge erlaubt ist. Aber nicht ein Jota mehr! Die Philosophie des Emmy's hat im Konflikt mit ungeliebtem, gemeinem Kerl von Gatten Phantasie sind Schemen, sind nach der Schablone zurechtgeschnittene Stückes wird durch die Großmutter des Hauses vorgetragen, und fich jungem Künstler hingegeben. Emmy ist die Frucht dieses Figuren, Menschen von Fleisch und Blut sind es nicht. Seine worauf reduzirt sie sich? Auf ein Plaidoyer für die bürgerliche Ghe, Verhältnisses, die mit dem Kolophoniummuth der Theater­Beweisführung mißlingt ihm, statt des schlagenden Arguments bie bürgerliche Normalehe, die nicht aus Neigung, fondern aus jungfrau beschlossen hat, ins Wasser au springen, weil sie erscheint der Trugschluß und es gelingt dem Poeten nicht, aus Grwägungen des Verstandes, der Rechenkunst geschlossen wird. den Schwager, der Schwager nicht sie liebt, erfährt jezt, daß sie dem fehlerhaften Zirkel sich zu lösen, in den er verstrickt ist. Nicht die Unfittlichkeit dieser Ehe wird aufgezeigt, ihre Noth- des Künstlers, der nun Malprofessor ist( Herr Molenar), wild­Edle Sprache, geistreiche Gedanken in Hülle und Fülle, liebens- wendigkeit wird behauptet, die Degradation des Weibes, gezeugtes Kind ist. Sie bricht zusammen, will ihn nicht sehen. dem Manne unterwürfig sein und die gefell- Unter dem hypnotischen Einfluß der Großmutter durch eine würdige Einfälle, die Heyse sich aus dem Aermel schüttelt, daß das so mancher Jüngste" ihn darum beneiden könnte, verstehen sich schaftliche Lüge mitlügen foll, gilt als leitender Grundsay. Thür hindurch- Sinnesänderung, allgemeine Aussöhnung. Emmy Geräth das Weib in Konflikt mit der skandalösen Rechts- geht mit Papa, den sie für den Adoptivvater ausgiebt, nach Rom. bei Heyse von selbst. Daß ein altes Weib die bürgerliche Moral, das bürgerliche Aber wie übt er Kritik? Erschafft sich einen Gegner, der ein Popanz ordnung, so ist das Wichtigste, zu schweigen nnd zu vertuschen. ift und er verzerrt die Grundsäge, die er bekämpft. Daß Heyse so Die Fabel des Stücks? Ein junges Mädchen Emmy ( Frl. Reich des Schönen vertheidigt, ist charakteristisch für die tarifirt, ist nichts zufälliges und nichts Absichtliches, es entspringt viel Minow), von der Dichter und Mitwirkende behaupten, sie sei Greisenhaftigkeit der Weltanschauung, die das Drama verficht. man bedente, sie steht vor der Selbst ein Talent wie Heyse muß versagen, da wo es sich um mehr folgerichtig aus dem gesellschaftlichen Mittel, welchem Heyse seine flug, bedeutend, tief,- Weltanschauung, seine fünstlerischen Erfolge und seine Fehler Lehrerinnen- Prüfung, die aber in nichts sich von dem die Austragung fozialpolitischer Streitfragen handelt, wenn dies Schuldet. der Musterbackfisch Die Welt, in welcher er lebt, ist die Welt des üblichen Talent kraft seiner ganzen Entwickelung mit feinem Tropfen ästhetischen Moralprinzips, dieser Nachblüthe des Götheanismus, deutschen Lustspiele unterscheidet, verliebt sich in ihren sozialen Dels gesalbt ist. Heyse's Drama ist das letzte unter deffen machtvollem Einfluß Form und Richtung Heyse's Schwager, in deffen Hause sie lebt. Schwager Bantier und in Waldlied bürgerlicher Poesie, der Protest der alten Poeten­gegen den Naturalismus in der Kunst, den fich herausgebildet haben. Heyse wandelt wie ein Träumender seinen Mußestunden Philosoph( Herr Brandt)- ob Heyse das schule

erzkeuschen, unbedeutenden

durch die gesellschaftlichen Rämpfe unserer Epoche. Aristokrat vom Modell dazu in der Thiergartenstraße oder in München in der Sozialismus im Leben. Daß aber der Dichter der Kinder der Wirbel bis zur Behe ist ihm der betrübende Untergrund, auf dem die Kaufingerstraße gefunden hat?- plaudert gerne mit seiner Schwägerin- Welt", dieses hohen Liedes auf den Atheismus, den lieben Gott Herrlichkeit des bürgerlichen Daseins sich aufrichtet, nothwendige Examinandin. Seine Frau, hohle, oberflächliche, hübsche Welt- in seinem neuesten Werk so fleißig walten läßt, ist das auch Voraussetzung, der Klassenkampf ist ihm ein Räthsel, und fremd dame( Frl. Reisenhofer), die sich gern mit eignen Brillanten und ein Zeichen der Zeit? Unsere Bourgeoisie ist freilich fromm, steht er den unsere Zeit bewegenden sozialen Problemen gegen- fremden Federn schmückt, ein Bischen eifersüchtig auf Schwester. sehr fromm geworden. über. Wir wissen es aus des Dichters eigenem Munde, daß er Der Naturbursch von grandioser Rüpelhaftigkeit, eben zum

Bs.