das Reichs- Gesundheitsamt für nötig, die Gründe farzulegen, aus denen es sich gegen die Schädlichkeit des Fusels und für die Schäclichkeit der Borfäure erklärt hat. Damit schließt die Diskussion. In seinem Schlußwort weist der Berichterstatter Abg. Gamp
Prozeß Sanden und Genossen.
Sechster Tag.
Navy Fröffnung der Sigung durch Landgerichtsdirektor Heidrich wird die Erörterung über die Verhältnisse der Grunderwerbs- Gesellschaft fortgesetzt. Es wird darüber der frühere Bankbeamte Görig
Hat ein konserbatfoer Here diefes Wort erfunden. Ebensowenig zutreffend war das geschmackvolle Gleichnis von dem Rock und der Hose, das Herr v. Rheinbaben andeutete. Jn Wirklichkeit sind es doch die Finanzminister, die dem Volke den Rock ausziehen.( Sehr gut! und Heiterkeit links.) Auf die weiteren Fragen des Finanzministers haben wir ihm die Antwort von vorn herein gegeben mit unsrer fortwährend wiederholten Forde den Vorwurf des Abg. Müller- Sagan gegen das Reichs- Gesundheits- vernommen, der sich ausführlich über das Verhältnis der Geſellſchaft rung der Aufhebung der indirekten Steuern und der Schaffung einer Vermögensstener. Dann werden Sie so viel amit zurück. Wohl noch nie sei eine Angelegenheit in der Kom- zur Aktiengesellschaft, über die von Buchmüller und Ed. Sanden geGeld bekommen, als Ihnen die Herren von der Rechten bewilligen mission unter Beteiligung der Regierungsvertreter so ausführlich be- machten Einzahlungen auf das Grundkapital, über den Wert der von der Gesellschaft erworbenen Grundstücke ze.'ausläßt Auch dieser Zeuge werden. Herr v. Rheinbaben sprach weiter von dem nationalen handelt worden, wie gerade das Vorsäure- Berbot. Interesse an der Vermehrung des Absages des Spiritus. Der Vorwurf voll aufrecht erhalten; gerade bei dem Borfäure- Verbot, Abg. Dr. Müller- Sagan( frs. Vp.)( persönlich): Ich muß meinen ist der Ansicht, daß der Konkurs der Gesellschaft hätte vermieden Spiritus ist gegenüber dem Petroleum aber nur konkurrenzfähig, das so stark die öffentliche Meinung beschäftigt hat, hätte das ReichsHierauf wird genge Siegfried Liebert über die Ver wenn entweder das Petroleum teurer oder der Spiritus der Spiritus Gefundheitsamt nicht in der Kommission hinter verschlossenen Thüren, hältnisse des billiger wird. Man will also dem armen Manne und beMärkischen Immobilienvereins sondern in voller Oeffentlichkeit hier vor dem Reichstag seine Gründe sonders dem Bauer auf dem Lande in der Großstadt darlegen müssen. giebt es ja Gaslicht das Licht auch noch verteuern. Dabei be= Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Mittwoch Haupten Sie Freunde der Bauern zu sein. Diese werden vielmehr 1 Uhr. bald sagen müssen: Gott schütze uns vor den Junkern". Auf keinen Fall darf der ärmsten Bevölkerung die Last dafür auferlegt werden, daß ein Gut dem Großgrundbesitzer nicht genügend Ertrag liefert.( Beifall bei den Socialdemokraten.)
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Abg. Dr. Paafche( natl.): Die ganze parlamentarische Situation, in der die Novelle hergestellt werden mußte, bedingt, daß es gewisse Schwächen enthält. Auf jeden Fall aber ist diese Novelle weniger agrarisch als die früheren Branntweinsteuer- Geseze. Ich begreife daher die heftige Opposition der äußersten Linken gerade gegen diefe Novelle nicht. Es handelt sich nur um eine neue Verteilung der Lasten, wobei die landwirtschaftlichen Brenner direkt Opfer bringen. Der Denaturierungszwang hätte ein wirksames Mittel zur Bekämpfung der Konkurrenz des ausländischen Petroleums geboten. Wir haben uns aber schließlich auch in die Beseitigung dieser Maßnahme gefunden.
Abg. Dr. v. Dziembowski- Pomiau( Pole): Angesichts dieser Vorlage muß ich einige allgemeine Bemerkungen über die Stellung meiner politischen Freunde solchen Vorlagen gegenüber machen. Der polnische Großgrundbesig wird von der preußischen Regierung bedrängt. Das zeigt die Polenvorlage im Abgeordnetenhause
Präsident Graf Ballestrem( unterbrechend):
Herr Abgeordneter, das gehört durchaus nicht zur Brennsteuer. ( Heiterkeit.) Wir sind beim Brennsteuer- Gesetz.
Schluß 6½½ Uhr.
Parlamentarisches.
Die Zuckersteuer- Kommission
werden können.
und der Neuen Berliner Baugesellschaft vernommen. Der Märkische Immobilienverein, der zunächst Attiengesellschaft war, ist aus der im Jahre 1880 mit 100 000 m. Sapital gegründeten Aktiengesellschaft für Verwaltung von Grundeigentum hervors gegangen und verfolgte den Zweck, notleidende Grundstücke, an denen die Spielhagen- Gesellschaften interessiert waren, zu übernehmen. Als sich die Aktiengesellschaft in den Märkischen Immobiliens verein umwandelte, hatte sie ihren Betrieb eingestellt und fich länger als 10 Jahre hindurch lediglich auf die Verwaltung eines des Reichstags nahm am Dienstag zunächst die Abstimmung über Schulhauses in der Weißenburgerstraße, des einzigen ihr gebliebenen die Anträge vor, die sich auf die Höhe der Zudersteuer be- Objekts, beschränkt. Am 17. November 1898 vurde der Verein in ziehen. Der Antrag der Socialdemokraten auf Aufhebung eine Genossenschaft mit beschränkter Haftung mit einem Kapital von der Zuckersteuer wurde gegen 3 Stimmen abgelehnt und mit 12 300 000 M. umgewandelt und auf letzteres die 100 000. Aktien gegen 10 Stimmen der Antrag Paasche angenommen, der die der alten Gesellschaft angerechnet. 200 000 M. find baar eingezahlt Buckersteuer vom 1. September 1903 ab auf 12 M., vom 1. Sep- worden. Direktoren wurden Dr. Siegfried Liebert und Ernst Wilms , tember 1905 ab auf 10 M. festsett. der Mann einer Cousine der Frau Ed. Sanden. Gesellschafter waren Die Beratung wendet sich mun der Frage des Stenerkredits Ed. Sanden, Carl Schmidt, Siegfried Liebert und Ernst Wilms . zu. Hierzu liegt folgender Antrag Müller Fulda( C.) vor: Deren Anteile vereinigten sich schließlich bei der Preußischen " Die Zuckersteuer ist zu entrichten, sobald der Zucker aus der Hypotheken- Aktienbank und gelangten im Januar 1899 für deren Steuerkontrolle in den freien Verkehr tritt. Zur Entrichtung ist der Rechnung an die Kreditgesellschaft für Industrie und Grundbesitz. Die Neue Berliner Bangesellschaft ist im Jahre Juhaber der Zuckerfabrik verpflichtet. Der Zucker haftet für den Betrag der Steuer ohne Rücksicht auf die Rechte dritter. Ju 1893 errichtet worden. Von dem eine Million Mark betragenden Grundgleicher Weise haftet die zuckerhaltige Ware( im Falle der Aus- fapital waren 772 000 m. int Besize der Aktiengesellschaft für Grundfuhr) für die Steuer oder die gezahlte Vergütung. Die Zuckersteuer ist besitz und Hypothekenverkehr und 228 000 m. im Besize des Andem Juhaber der Zuckerfabrik gegen Sicherheitsbestellung für die geklagten Otto Sanden. Die Direktion bestand aus Ernst Wilms Frist von 6 Monaten zu stunden. Die Sicherheit kann durch und Dr. Liebert, der Aufsichtsrat wurde gebildet von Major Hinterlegung von mündelsicheren Wertpapieren zum Sturswerte, 2. Krezschmer, Rechnungsrat Herre und die Angeklagten Otto Sanden oder durch erst stellige Hypothet auf die Zuckerfabrik bis und Hänschke. zur Hälfte ihres durch Sachverständige zu ermittelnden Die Verhandlung wendet sich hierauf dem Anklagepunkte zu, Wertes, oder durch Verpfändung des unter Stenerkontrolle welcher Eduard Sanden, dem Angeklagten Heinr. Schmidt als ( amtlichen Mitverschluß) befindlichen Zuckers zu 3 des Markt- früheren zweiten Direktor, Eduard Schmidt als früheren Vorwertes geleistet werden." fizzenden des Aufsichtsrats der Preußenbank unwahre Darstellungen
Abg. Dr. v. Dziembowski- Pomian( fortfahrend): Ich wollte lediglich die allgemeine Haltung meiner Freunde be= gründen. Wir haben angesichts der Politik der prensischen Regierung um so mehr die Verpflichtung, den Groß- Dr. Paasche( natl.) beantragt, den Schlußjazz dieses Angrundbesitz zu schützen und zu schirmen. Wir müssen trages abzuändern, daß auch Wechsel, deren Sicherheit die oberste in den Uebersichten über den Vermögensstand der Gesellschaft in eine Politik der Selbsterhaltung treiben und deshalb die Hand Landes- Finanzbehörde zu prüfen hat, als genügende Sicherheit idealer Konkurrenz mit Untreue vorwirft. Angeklagter Puchmüller dazu bieten, daß der Großgrundbesitz durch gesetzgeberische gelten. Maßnahmen geschützt wird:( hört, hört! bei den Socialdemokraten.) Schmidt Wanzleben beantragt außer Wechsel auch sonstige Wir stehen deshalb im eignen Juteresse der Selbsterhaltung der Bürgschaften als Bürgschaft gelten zu lassen. Vorlage sympathisch gegenüber.
Damit schließt die Diskussion über§ 1. Der Antrag Wurm( Soc.), der die ersten drei Absätze dieses Paragraphen streichen und damit die Verbrauchsabgabe überhaupt aufheben will, wird abgelehnt; ebenso gegen die beiden freifinnigen Parteien und einige Nationalliberale der Antrag Pachnicke( fri. Vg.). Der gefamte§ 1 wird in der Fassung der Kommission angenommen.
Der
ist der Beihilfe dazu beschuldigt.
Die Preußenbaut hat zwei Abteilungen: die Bankabteilung und Schatzsekretär Frhr. v. Thielmann erklärt sich gern bereit, mit die Hypothekenabteilung. Vorsteher der ersteren war der Angeklagte den Bundesstaaten über die gleichmäßige Behandlung der Steuer- Heinrich Schmidt, Vorsteher der letzteren der Angeklagte Ed. Sanden. tredite im Sinne des Antrages Müller- Fulda zu verhandeln. Es von den Buchhaltereivorstehern dieser Abteilungen wurde am Anfang jedes Jahres das Viaterial für die Bilanzen des Vorjahres, empfehle sich aber nicht, solche Bestimmungen gesetzlich festzulegen. Müller- Fulde( C.) legt den entscheidenden Wert gerade auf die vorbereitet und demnächst dem Angeklagten Buchmüller übergeben, der es zusammenstellte und mit Ed. Sanden durchging. Nachdem gefegliche Festlegung. Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben stellt fest, daß die Bundes- die Bilanz fertiggestellt war, wurde sie mit ihren Anlagen, die die Bestandsaufnahmen und die Auszüge aus den Büchern enthielten, § 2 behandelt die Frage der Kontingentierung. Die Be- staaten für das Aufkommen der Verbrauchssteuern haften. messung des Kontingents erfolgt nach Anhörung zweier Sach- Tendenz nach könne man mit Müllers Antrag einverstanden sein, dem Angeklagten Heinrich Schmidt und 1 bis 2 Tage später dent verständiger. Nach dem geltenden Gesez müssen diese beiden Sach- obwohl auch jetzt kein engherziges Verfahren bei der Kreditierung Bilanzrevisoren des Kuratoriums zur Prüfung vorgelegt. Die verständigen der Brennerei- Berufsgenossenschaft angehören. Nach eingeschlagen werde. Die Verpfändung des Zuckers zu 3/4 des Markt- leyteren nahmen diese Prüfung in der Weise vor, daß einzelne den Kommissiousbeschlüssen sollen sie aus den Kreisen der Besitzer wertes sei zu hoch gegriffen. Bisher seien muir 2/3 üblich gewesen. Mitglieder einzelne Teile der Bilanz mit deren Anlagen verglichen. landwirtschaftlicher Brennereien entnommen werden. Den Wünschen des Abgeordneten Müller könne auf diesem Wege Auf die Bücher selbst wurde im allgemeinen nicht zurückgegangen. Der Sämtliche beteiligte Angeklagte bestreiten, sich der Bilang ohne reichsgesetzliche Regelung entgegengekommen werden. verschleierung schuldig gemacht zu haben. Sie behaupten, Minister erflärt sich bereit, mit den zu verhandeln, um eine einheitliche Regelung der Steuerkreditfrage daß sie die ihnen obliegenden Verpflichtungen bei der Prüfung bezw. Aufstellung der Bilanzen nach ihrem besten Wissen erfüllt Dies erklärt insbesondre auch der Angeklagte Eduard Barth( frf. Bg.) freut sich, daß den Zuckerfabriken ein Steuer- haben. Schmidt. Aus dem Kuratorium sei eine Kommission von drei kredit von 6 Monaten vom Abg. Müller Fulda eingeräumt wird. Bei den Bolkrediten seien die Herren immer andrer Meinung ge- Mitgliedern gewählt, die die Prüfung der Bilanzen vornehmen mußteit. Den einzelnen Mitgliedern dieser Kommission wurde wesen. die Revision besonderer Teile der Bilanz zur Prüfung überwiesen. Ihm als Bantier war die Revision der Kassenverhältnisse Im übertragen und er habe stets alles in Ordnung gefunden. übrigen geht aus den Aussagen der Angeklagten hervor, daß sie sich auf Eduard Sanden verlassen haben.
Abg. Wurm( Soc.) und Dr. Müller- Sagan( fr. Vp.) beantragen in etwas verschiedener Formulierung, daß die beiden Sachverständigen der Brennerei- und der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft entnommen werden sollen.
Abg. Wurm( Soc.):
Auch bei diesem Paragraphen tritt wieder der agrarische Charakter ber Novelle hervor. Das ganze Gesetz ist auf den Großgrundbesitz zugeschnitten. Herr v. Dziembowski- Pomian hat heute endlich einmal gewagt, der Wahrheit die Ehre zu geben und offen zu erklären, daß das Gesetz nur die Interessen des Großgrundbesitzes vertrete. Wir sind ihm für dies Zugeständnis dankbar. Ich bitte, zu§ 2 den von mir gestellten Antrag anzunehmen.
zu erzielen.
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andern Bundesstaaten
Müller Fulda( C.) ändert seinen Antrag so ab, daß er 1. den amtlichen Charakter der Sachverständigen einfegt, 2. statt 3/4, 2/3 des Marktwertes figiert,
3. statt Kurswert"" Nominalbetrag" jeßt, und
einfügt.
die
4. die Hinterlegung sicherer Wechsel im Sinne des Antrags Paasche Angefl. Ed. Sanden erklärt, daß er sich niemals als erster Abg. Dr. Müller- Sagan( frs. Vp.) begründet seinen Antrag. Der so veränderte Antrag Müller Fulda wird einstimmig die Bilanzen mit seinem Mitdirektor Heinr. Schmidt besprochen habe. Direktor ausgespielt habe, sondern alle Dinge, und namentlich auch Unter Ablehnung der Anträge Wurm( Soc.) und Müllerangenommen. Sagan( frf. Vp.) wird die Kommissionsfaffung angenommen. Die Beratung wendet sich der Frage der Zollsätze und des Angell. Heinr. Schmidt: Herr Kommerzienrat Sanden hat Ein Vertagungsantrag Müller Sagan( frf. Bp.) wird gegen Ursprungszeugniffes zu. Unter Zurückziehung eines früheren mit mir niemals über Bilanzen gesprochen. Hätte ich von einer die Stimmen der Freifinnigen und Socialdemokraten abgelehnt. Antrags Müller- Fulda beantragen die Vertreter des Centrums einzigen Inkorrektheit oder von einer einzigen Schiebung die Das Gesetz von 1887 führte den Reinigungszwang für dem§ 80 des geltenden Zuckersteuer- Gesezes als dritten Abfaß hin- Bilanzen unterschrieben haben. Ich weiß nicht, wie Herr Sanden geringste Stenntnis gehabt, ſo würde ich nimmermehr Trinkbranntwein ein. Das Gesetz von 1889 hob ihn zuzufügen: wieder auf. Der Eingangszoll für Zucker, für welchen im Erzeugungs- zu seiner Behauptung kommt. lande keine Prämie gewährt worden ist, beträgt für raffinierten Wer die Suppe eingebrockt, und diesem gleichzustellenden Zucker 4,80 M., für andren Zucker ißt sie doch auch aus!- Ed. Sanden bestreitet auch objektiv, daß 4,40 m. mehr, als die jeweilige Verbrauchsabgabe für in- in den in Frage stehenden Bilanzen von 1896-1899 unrichtigkeiten ländischen Rübenzuder( Buderſteuer). Unter den im Schluß- enthalten sind. protokoll des am 5. März 1902 in Brüssel abgeschlossenen Vertrags festgestellten Voraussetzungen können diese Bollsätze bis zu 80 Bf. erhöht werden. Der Ursprung des Zuckers ist bei der Einfuhr nachzuweisen."
Die Socialdemokraten beantragen, im§ 4 des bestehenden Geseges den Reinigungszwang wieder einzuführen.
Abg. Wurm( Soc.):
Augeki. Bu chmüller: Er habe Herrn Kommerzienrat Sanden immer große Hochachtung entgegengebracht und in geschäftlichen Dingen als Autorität betrachtet. Dieser Autorität folgend, habe er gehandelt, in dem Glauben, daß es dem Kommerzienrat gelingen verde, die Bank zu einer gedeihlichen Entwicklung zu bringen. Diesen Glauben habe er während 30 Jahre bis zuletzt gehabt.
Unser Antrag betrifft den Reinigungszwang für den Spiritus, für den schon Herr v. Miquel als Abgeordneter eintrat. Er wurde dem Volte als Belohnung dafür versprochen, daß man ihm den Branntwein in so hohem Maße verteuerte. Man sagte, wenn auch der Branntwein teurer werde, so werde doch Dr. Barth( fr. Bg.) beantragt die Herabsetzung der Surtage der Spiritus fuſelfrei, gesünder werden. Bald darauf auf 2,80 M. beziv. 2,40 M. aber hat man den beschlossenen Reinigungszwang wieder aufgehoben, Die Socialdemokraten beantragen die gänzliche Aufhebung man sagte, es ginge wohl, aber es geht nicht, und schüßte technische des Ueberzolls. Schwierigkeiten vor. Ob dieser oder jener Brenner noch bestehen Speck ( C.) hält es für nötig, die Surtare mit in das Gesetz fann, wenn erwiesen wird, daß sein Produkt gesundheits- aufzunehmen, da die Brüffeler Konvention nur bestimme, daß sie seits der Deutschen Grundschuldbank 10 651 513 M. schuldig war. schädlich ist, ist ums ganz gleichgültig. Was die Notwendigkeit des Reinigungszwanges betrifft, die bestritten wird, so find wir ja allein auf das Reichs- Gesundheitsamt angewiesen. Wie das Reichs- Gesundheitsamt vorgeht, haben wir ja beim Bor: säureverbot gesehen. Auf Grund von Versuchen an Tieren hat man behauptet, Borfäurezusätze an amerikanischem Fleisch feien für die Gesundheit der Menschen schädlich. Beim Schnaps hat man in Bezug auf die Schädlichkeit des Fusels auch Tierversuche gemacht, aber hier hielt man auf die Ergebnisse nichts. Es ist sehr interessant: Wenn es sich im agrarischen Interesse um Verbot der Einfuhr ausländischer, agrarischer Produkte handelt, dann find die Versuche au Tieren maßgebend, beim Schnaps aber nicht. Wir halten das Borfäureverbot für falsch, aber wir verlangen, daß anan wenigstens konsequent ist und auch die Versuche an Tieren gelten läßt, wenn es sich um die Fuſelfreiheit des Schnapses handelt. Wir halten den Reinigungszwang des Spiritus für dringend notwendig.
Bor allem die kleinen Brennereien auf dem Lande produzieren oft ein ganz nichtswürdiges Zeug, einen stark fuselhaltigen Spiritus. Gerade in dem Dorado der Agrarier in Ostelbien finden sich solche Brennereien, und ihre Produkte müssen vor allem untersucht werden; nicht nur aus den größten Spiritusfabriken, wie das bisher geschehen ist, müssen Proben gemacht werden. Weiter müssen wir eine Auskunft von dem Reichs- Gesundheitsamt verlangen: sollen Tierversuche maß
Jm einzelnen wird die Bilanz per 31. December 1896 erörtert. Ami 31. Dezember 1896 war die Aktiengesellschaft f. G. 1. H. der Preußenbaut 10 302 645 M. schuldig, während die letztere ihrerhöchstens 6 Fr. betragen soll. Der Antrag Barth auf Herabfezung Statt nun mit diesen Beträgen die Aktiengesellschaft unter dem Aktivder Surtage auf 2 M. sei nicht angängig. Sartellierung sei auch bei der Ermäßigung auf 4,80 m. beseitigt ichuldbank unter dem Passivposten Diverse Kreditoren" aufzuführen, Die Gefahr einer posten Guthaben in laufender Rechnung" und die Deutsche Grundund das sei doch des Pudels Kern. ist unter den Aktiven die Schuld der Aktiengesellschaft f. G. 1. H. man nicht in das Gesetz aufzunehmen. Direktor v. Körner: Vertragsmäßige Verpflichtungen pflegt ganz weggelaffen und unter den Passiven der gleiche Betrag abgesezt, Wenn wir nichts über die indem die Deutsche Grundschuldbank statt mit 10 651 513 m. mit nur Bolljätze hineinschreiben, so gilt ein Zoll von 40 M. den Nichtvertrags- 348 867 M. berücksichtigt wurde. Die Folge war, daß in der Bilanz staaten gegenüber. Darunter können wir nicht gehen. die Debitoren mit mur 5 903 292 m. statt mit 16 205 938 M. und Barth( frs. Vg.) hält es doch für gut, die Höhe der Surtare die Kreditoren mit nur 14 027 599. statt mit 24 330 245 M. er= Die Anklage vertritt die Ansicht, daß diese Art Buchung gefeglich festzulegen. Sein Antrag habe nur den Zweck, das Kartell scheinen. unmöglich zu machen. stattgefunden habe, um die Gesamtbeträge der Debitoren und Kredi Bernstein( Soc.) begründet den Antrag seiner Parteifreunde. toren wesentlich herabzumindern und die Aufmerksamkeit von den Deutschland solle andren Längern mit gutem Beispiel vorangehen. fatzungswidrig vorgenommenen umfangreichen Contocorrentgeschäf Die Tendenz des Autrages sei, den freien Verkehr von Land zu abzulenten. Land zu erleichtern. Eventuell würden die Socialdemokraten für den Barthschen Antrag stimmen.
Nachdem einige Angestellte der Bank über die Art und Weise, wie die Bilanzen angefertigt wurden, vernommen worden, sucht Graf zu Limburg- Stirum ( t.) tritt für die Kartelle ein, die Kommerzienrat Eduard Sand en auseinander zu setzen, daß er man doch nicht so unbedingt verdammen solle. Das Kohlensyndikat zu dieser Art Buchung völlig berechtigt gewesen sei und diese keineshabe unstreitig günstig gewirkt. wegs den Zweck verfolgt habe, den Contocorrent- Verkehr zu verLedebour( Soc.): Die Kartellbildung müsse unter allen Umschleiern. Das Verfahren sei durchaus zulässig, ja notwendig geständen verhütet werden. Limburgs Verteidigung der Kartelle stehe wesen. im Widerspruch zu den Ausführungen des Grafen Kanig über das Auf denselben Standpunkt stellt sich mit Nachdruck der AnKohlensyndikat. geklagte Otto Sanden, der die entgegengesezte Ansicht des KommerzienDr. Becker( C.) erklärt sich unbedingt gegen die Kartelle, rats ucas für falsch erklärt. gebend sein oder nicht.( Sehr richtig! bei den Soc.) Der Kartoffel- die nur den einen Zwed hätten, die Inlandspreise zu steigern und Angeklagter Heinr. Schmidt bestreitet, daß er im allgemeinen spiritus, der den Massenkonsum bildet, muß vom Fusel gereinigt werden dem Auslande um so billiger zu liefern. von Bilanzen etwas verstanden habe. Er habe sich im allgemeinen wenn einige kleine Brennereien dabei drauf gehen, so ist Nach weiterer Debatte wird der Antrag der Social- und bei dem hier in Frage stehenden Punkt im besonderen auf die das doch besser, als wenn einige Trinker zu Grunde gehen. Wir bemokraten auf Fortfall der Surtage mit 17 gegen 8 Stimmen Erfahrung des kaufmännisch gebildeten Direktors Ed. Sanden verlassen. müssen den Agrariern Klar machen: Haust Du meine Bor - abgelehnt, ebenso mit demselben Stimmenverhältnis der An- Er selbst sei von Hause aus Jurist, habe in seinem Leben nie eine fäure, fo hau ich Deinen Fuse!!( Heiterkeit und Beifall trag Barth. Angenommen wird der Antrag des Centrums Bilanz gemacht. Hier seien die Bilanzen von den Buchhaltern gemacht,
bei den Socialdemokraten.)
Abg. Dr. Müller- Sagan( frs. Bp.)
schließt sich den Ausführungen des Vorredners an. Im preußischen Abgeordnetenhause bringt Graf Douglas einen Antrag zur Befämpfung des Altoholmißbrauchs ein und hier im Reichstage hält es
mit 18 Stimmen.
Nächste Sigung Mittwoch 10 Uhr.
Ed. Sanden habe sie durchgesehen und er habe sie in wenigen Abendstunden geprüft, soweit es ihm möglich war.
Sachverständiger Kommerzienrat Lucas fetzt des ängeren auseinander, weshalb die bemängelte Bilanzbuchung entschieden unzulässig sei. Seinen Ausführungen wird seitens der Angeklagten