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Mr. 143. 19. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts  " Berliner Volksblatt. Sonntag, 22. Juni 1902,

Prozeß Jacobi- Bernhard.

8 weiter Tag.

Oberbürgermeister Kirschner

mit der Frage, ob er das Haus verkaufen wolle. Der Zeuge habe Gelegenheit gewechselt zu werden pflegen, keinen Anstand zu erklären, zuerst abgelehnt, später sei das Geschäft aber durch Vermittelung daß ihn als Anwalt die Haltung seiner Kollegen in dieser Ver­Moslers zu stande gekommen und das Haus an die Versicherungs- handlung erfreut habe und ihnen für die loyale Erklärung danke, Gesellschaft Friedrich Wilhelm" verkauft worden. daß der Privatkläger aus dieser Verhandlung als Ehrenmann hervor gegangen sei. Das Urteil.

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zur Erörterung.

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Vorsitzender Affeffor Geißler eröffnet die Sigung um 9 Uhr Der folgende Zeuge, Bantier Mosler, bestätigt die Angaben des Die Verhandlung wendet sich den Angriffen des inkriminierten Vorzeugen und erörtert, daß er im Auftrage der Firma v. Koenen u. Co. Artikels in Bezug auf die Stellung des Privatklägers zu der elef- zwischen der Siemens- Bahn und der Charlottenburger   Straßenbahn trischen Bahn und dessen Abstimmung über diese Anvermittelt habe. Der Vorsitzende, Assessor Geisler, verkündete das Urteil dahin, Justizrat Cassel: Haben Sie je bei einem daß der Angeklagte Bernhard zu 600, der Angeklagte e- gelegenheit in der Stadtverordneten Bersammlung. Geschäfte das Haus in der Behrenstraße berüidsichtigt? 8euge: winsti zu 60 m. Geldstrafe, im Nichtzahlungsfalle zu einem In dem Artikel wurde behauptet, daß Herr Jacobi dabei von selbst- Niemals. Rechtsanwalt Caro: Wir erklären hierdurch, daß nach Tage Gefängnis für 15 M. zu verurteilen seien. Bernhard habe füchtigen Motiven geleitet worden sei. Es handelte sich dabei um den Ergebnissen der Beweisaufnahme nicht der Schatten neun Zehntel, Lewinski ein Zehntel der Kosten zu tragen. Dem Be­die Thatsache, daß bei der Weiterführung der Bahn über die eines Verdachts mehr auf die Handlungsweise des leidigten sei die Publikationsbefugnis in der Welt am Montag" Behrenstraße der Ankauf eines Hauses nötig gewesen seien würde, Herrn Jacobi fällt, wir möchten nur noch gern feststellen, zugesprochen worden. das dem Bankier Josef   Stern gehörte. Miteigentümer des Sternschen wie Herr Daniel dazu gekommen ist, derartige Mitteilungen an Bankgeschäfts sei der Bankier Gustav Mosler, und dieser sei Herrn Bernhard zu machen. Der Vorsigende erklärt, daß der Zeuge merkmale der Beleidigung erfülle, und ob nicht erweislich wahre Es fomme lediglich darauf an, ob der Artikel die Thatbestands, wieder ein Verwandter des Privatklägers und daraus erkläre sich der hierüber noch vernommen werden wird. Wechsel der Ansicht des Herrn Jacobi gegenüber der Uebernahme Thatsachen verbreitet worden seien, in der Absicht, den Hierauf wird der frühere Vorsitzende der Verkehrsdeputation, läger int der von Straßenbahnen in eigener Regie. öffentlichen Meinung Dies Herabzusetzen. jetziger Ober- Verwaltungsgerichtsrat Meubrink vernommen. Er sei bejaht worden. Erwiesen sei es, daß nachteilige Gerüchte über Hierüber wird macht ähnliche Bekundungen wie der Oberbürgermeister Kirschner. Jacobi in einem kleinen Streise verbreitet waren. Die Verhandlung Er bejabe es ohne weiteres, daß Herr Jacobi für das Wohl der habe aber insofern ein besonderes Interesse gewährt, als man dabei als Beuge vernommen. Daß Herr Jacobi früher gegen den An- Stadt sehr fleißig arbeite, ohne je selbstsüchtige Absichten befundet erfahren habe, wie mitunter Gerüchte entstehen. Er wolle dabei nur kauf dieser Bahn gewesen ist, sei ihm bekannt, er halte es aber zu haben. Er selbst habe seinen gesellschaftlichen Verkehr mit Herrn die Gerüchte über die angeblichen unreellen Geschäftsmanipulationen nicht für richtig. Eines Tages habe der Privatkläger dem Magiftrat Jacobi bis in die neueste Zeit unbeirrt durch die Gerüchte fort- des Privatflägers hervorheben. Man habe gesehen, daß ein mitgeteilt, daß der Bautier Mosler beauftragt worden sei, Attien der gesetzt. Mann, der an einer gewissen firen Jdee litt, später aber selbst Siemens u. Halsteschen Bahn zu verkaufen, daß er dieserhalb mit Ver­Der Privatkläger erklärt, daß er nun feinen Wert mehr auf nicht mehr behauptete, übervorteilt zu sein, einem andren handlungen an die Große Straßenbahn herangetreten sei, daß sich die Ver- weitere Beweisaufnahme in dieser Angelegenheit lege. Filialisten als leuchtendes Beispiel erschien und ihn zu dem handlungen zerschlagen haben und daß Herr Mosler nun an die Stadt Der Borsigende stellt nun die Frage der Vereidigung der Gedankenfluge veranlaßten, daß er vielleicht auch etwas von dem herantreten wolle. Herr Jacobi habe dabei sofort gefagt, daß Herr Beugen Brivatkläger herausschlagen könnte. Man habe gesehen, daß dieser Mosler sein Schwager sei! An den Aukauf der Bahn sei im Marggraff und Baumann Mann seinem Verteidiger ganz genaue Informationen gegeben hatte Magistrat schon längere Zeit vorher gedacht und auch darüber ge­und nun doch im Termine zugeben mußte, daß an der ganzen In­sprochen worden. Die erste Registratur darüber datiere schon vom Justizrat Cassel widerspricht dieser Bereidigung. formation fein wahres Wort sei. Ueberflüssig seien weitere Worte 9. November 1900 und zeige, daß der damalige Stadtrat Der Gerichtshof beschließt, den Rechtsanwalt Marggraff über den Wahrheitsbeweis; die fämtlichen Vorwürfe des Artikels Meubrint über diesen Punkt mit Stadtbaurat Krause konferiert und den Bezirksvorsteher Baumann wegen er feien in Nichts zusammengefallen. Die Absicht der Beleidigung habe. Das war ehe Herr Jacobi die beregte Mitteilung dachts der Mitthäterschaft nicht zu vereidigen. erhelle aus der Form des Artikels. Was das Strafmaß machte. Am 18. Oftober 1900 habe die Stadtverordneten- Bersamm­Es wird sodann die Anklage gegen den Angeklagten bezüglich des Angeklagten Bernhard betrifft, so habe das lung den Beschluß gefaßt, daß die Stadt Straßenbahnen selbst bauen Lewinski Gericht mit Rücksicht auf dessen bisherige Unbescholtenheit wolle und da lag der Gedanke nahe, ob nicht bestehende Linien er verhandelt. Eine ganze Reihe von Zeugen bekundet, daß Lewinski von der Verhängung einer Freiheitsstrafe Abstand genommen. worben werden könnten. Rechtsanwalt Heine: Dieser Beschluß mit den Nummern der Welt am Montag", in welcher der Artikel Wenn es zweifellos eine vornehme Pflicht der Presse sei, moralische war das Resultat schon früher stattgefundener Verhandlungen. stand, gewissermaßen hausieren gegangen sei. Er hat die Zeitungs- Schäden, namentlich wenn es sich um öffentliche Dinge handle, Benge: Jawohl, es war schon lange darüber verhandelt worden. nummer in den verschiedensten Konfektionsgeschäften an die Au- schonungslos aufzudecken; aber ebenso sei es, wenn derartige ehren­Rechtsanwalt Heine: War nicht Herr Jacobi früher gegen die gestellten verteilt, soll dabei häßliche Ausdrücke über Jacobi gebraucht rührige Artikel veröffentlicht werden, Pflicht des Verfassers, sich vorher lebernahme von Straßenbahnen in eigne Regie? Beuge: haben. Ein Zeuge bekundet, daß Lewinski kurz vor der Stadt- aufs genaueste zu erkundigen. Der Gerichtshof könne dem Angeklagten Ja, das ist richtig. Die Situation hatte sich aber durch den Be- verordnetenwahl ihm gesagt habe: er arbeite schon zwei Tage lang Bernhard den Vorwurf nicht ersparen, daß er nicht mit der schluß der Versammlung geändert. Die Verkehrsdeputation hat den nicht, sondern beschäftige sich damit, die Zeitungsnummern gegen nötigen Gewissenhaftigkeit verfahren ist. Er lönne sich auch nicht Siemens u. Halskeschen Bahn, Jacobi zu verteilen. damit entschuldigen, daß er seine Mitteilungen von einem Rechts­anwalt und Stadtverordneten habe. Wie wenig mitunter darauf zu geben ist, daß eine Mitteilung von einem Rechtsanwalt und Stadt­verordneten herrührt, habe gerade die gegenwärtige Verhandlung ergeben. Auch bei Lewinski habe die Absicht der Beleidigung vor gelegen, ihn habe aber das Gericht milder angesehen. Somit sei, wie geschehen, erkannt. Damit endeten die zweitägigen Verhandlungen, die, dank der ge schickten Leitung des Vorsitzenden, einen ruhigen, sachlichen Verlauf nahmen, wenn es auch schien, als wollten die Geister mitunter sehr scharf aufeinander playzen. Der Vorsitzende verstand es vortrefflich, im gegebenen Momente einzugreifen und dafür zu sorgen, daß die Bahnen ruhiger Erörterung nicht verlassen wurden.

Ankauf der

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Linden folgen würde?

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Rechtsanwalt Morris sucht in jedem einzelnen Falle nachzu­weisen, daß Lewinski die Behauptungen des Artikels gar nicht zu verbreiten brauchte, man vielmehr in den betreffenden Geschäften den Artikel schon fannte.

Rechtsanwalt Morris: Nachdem Herr Marggraff in dem wesentlichsten Punkte, der zur Grundlage der Widerklage diente, in unbegreiflicher Weise mißverstanden worden sein muß, wird die Widerklage zurüdgezogen.

Plaidoyers.

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Der   Leipziger Bankprozeß.

Bom Sonnabend wird aus   Leipzig berichtet: Der Vorsitzende giebt bekannt, daß der Zeuge Justizrat Fries Kaffel am Donnerstag erscheinen werde.

so weit er sich erinnere, einstimmig gefaßt, da man diesen Ankauf für eine außerordentlich glückliche Konjunktur hielt. Er erinnere fich nicht, daß jemand diesem Projekt ernstlich widersprochen hätte, auch diejenigen, die bis dahin grundsäglich gegen die eigne Regie waren, feien für den Ankauf dieser Linie gewesen. Schließlich wird die Widerklage des Lewinski gegen Jacobi Rechtsanwalt verhandelt. Sie stützt sich darauf, daß Jacobi gesagt haben soll: Heine: Der Preis war doch ein außerordentlich hoher.-8 enge: das Material zu dem Artikel rühre jedenfalls von einem Manne Richtig sei, daß der außerordentlich hohe Preis bemängelt wurde her, der wegen Unterschlagung von ihm entlassen worden sei. und nur dadurch sich rechtfertigen ließ, daß eben die Hoffnung obivaltete, daß eine Ueberschreitung der Der Angeklagte berief sich für diese Widerklage auf den Rechts­Straße anwalt Marggraff, dieser aber ließ in völlig im Stich, indem er Unter den   Linden hergestellt werden konnte. Nechts behauptete, daß er gelegentlich nur etwas vom Hörensagen ans anwalt Seine: Ist Ihnen nicht mitgeteilt worden, gedeutet, aber keineswegs behauptet habe, daß er selbst eine solche daß, als Mosler die Aktien zum Verkauf aubot, diese bei Mitteilung von Herrn Jacobi erhalten habe. Mosler lombardiert waren? Benge: Nein, die Thatsache, daß Aftien im Lombard waren, ist erst später zur Sprache gekommen, soweit seine Erinnerung reicht. Rechtsanwalt Heine: Ist es nicht richtig, daß die Kurse sehr niedrig standen und nach der Vorlage des Magistrats an die Versammlung plöglich in die Höhe gingen?- Der Gerichtshof beschließt die Einstellung des Wider­8euge: Das liege in der ganzen Situation, daß man unter tlage Verfahrens auf Kosten des Angeklagten den obwaltenden Umständen Breife zahlen muß, die Lewinsti. über den normalen Preis hinausgehen. Rechtsanwalt Es folgen die Es gelangt ein Brief Egners an Gentsch über eine zwischen Heine: Sind Vermittelungsgebühren an Herrn Mosler Kassel und der bosnischen Gesellschaft vollführte gezahlt worden? Beuge: Nein. Erst war die Rede von Ber­mittlergebühren, fie sind aber nicht gezahlt worden. Rechtsanwalt Sachlage durch die gestrigen Ehrenerklärungen der Gegenpartei Rechtsanwalt Senff beginnt mit der Bemerkung, daß die Transaktion zur Berlesung, wonach diese zurückdatiert werden foll. Genzich erklärt, daß er vom juristischen Standpunkt Seine: Darüber war doch wohl kein Zweifel, daß, wenn die wesentlich vereinfacht worden sei. Die Berhandlung habe zu einem aus die Rückbuchung genehmigt habe. Es feien derartige Rüc Siemens- Bahn angekauft würde, auch die Verbindung über die vollständigen Fiasto der Angeklagten bezüglich ihres Wahrheits- buchungen öfter vorgekommen. In einem späteren Briefe an Schmidt Zenge: Diese Verbindung war natürlich beweises" geführt. Zu den größten Seltenheiten in den deutschen erbietet sich Erner angesichts des moralischen Engagements der Bank das treibende Motiv für den Ankauf der Bahn selbst. Gerichtshöfen gehöre wohl, daß ein Hauptbelastungsfall, der Fall zum finanziellen Berater der Trebergesellschaft, da seitens Beratungen im Magistrat und in der Verkehrsdeputation vorher schweren Vorwürfen fei nichts, absolut nichts übrig geblieben, fein Justizrat Caffel: Dem schließlichen Beschluß sind doch lange I adit, jo ettatant Schiffbruch erlitten habe. Von allen feines Aufsichtsrats seinem Eintritt in den Kasseler Aufsichtsrat Bedenken entgegengehalten wurden. In einem Schreiben gegangen? anwalt Caro: War nicht schon 1896/97 irgendwie von autoritativer flägers zu seinen Filialisten sei in bengalischer Beleuchtung Tochtergesellschaften ab, weil es Finanzwechsel seien. Er giebt aber Oberbürgermeister St irschner: Jawohl.- Rechts- Titelchen sei als wahr erwiesen. Das Verhältnis des Privat- vom 17. September 1898 lehnt Eruer gegenüber Schmidt die Hereinnahme von Accepten der Trebertrocknung und ihrer Stelle darauf hingewiesen, daß die Ueberquerung der Linden bis in den fernsten Winkel untersucht worden und Herr Jacobi persönlich zu, daß die Bank auf auswärtige Tochterunternehmungen, in der Nähe des Lustgartens, bei der Charlottenstraße sei als durchaus makellos erkannt worden. Und nun der Glanz die durch Kaffel accrediert seien, und auf die Aufsichtsrats- Mitglieder nicht gestattet werden würde, daß man vielmehr auf eine Fort punkt der Verteidigung: die städtischen Fragen, in denen Herr in Stassel trassiert habe. In einem vertraulichen Briefe der   Leipziger führung durch die Kanonierstraße denken solle? 8euge: Die Jacobi so furchtbar gefündigt haben sollte! Eine Geldstrafe genüge Bauf vom 27. Oftober 1898 an Echmidt, unterzeichnet von Genzsch Daten find mir nicht in der Erinnerung. Richtig ist, daß eine solche nicht, bem Angeklagten müffe vielmehr ein Denkzettel in Gestalt und Erner, wird Schmidt ersucht, das Debet der Trebergesell Mitteilung gemacht worden ist. Nechtsanw. Caro: Satte Jacobi, einer Freiheitsstrafe gegeben werden. der Mitglied der Verkehrsdeputation und der Subfommission war, schaft, das sich auf 6 Millionen in laufender Rechnung, worunter nicht Gelegenheit gehabt, von solchen Projekten früher Kunde zu er Rechtsanwalt Heine: über 3 Millionen in Blanco, belaufe und wofür viele Tochteraktien halten, ehe sie in der Oeffentlichkeit bekannt wurden? Beuge: Die Ehre des Privatklägers sei gestern und heute in ellatantester deponiert seien, baldigst herabzumindern. Wie Erner am Eine solche Möglichkeit liegt natürlich vor. Angell. Bernhard: Weise wieder hergestellt worden und es hätte nicht noch großer 18. November 1898 an Schmidt schreibt, liefen damals über sechs Wie hat sich Herr Jacobi in der Plaidoyers und so heftiger Angriffe des Rechtsanwalts Seuff Millionen Accepte der Trebergesellschaft. Egner befürchtete, daß die bedurft. Nach seinem Geschmack hätte die Verhandlung dadurch dislontierenden Banken die Trebertratten zurückweisen würden. beendet werden tönnen, verhalten, als es sich um den Ankauf der Siemens- Bahn handelte? daß Angeklagter Bernhard offen Staatsanwalt Dr. Weber fragt, Benge: Meines Wissens hat er dafür gestimmt, wie auch alle Ehrenmann in einer Weise angegriffen, die sich nicht rechtfertigen der Trebergesellschaft gekommen seien. Keine Million und loyal erklärt: Ich habe mich geirrt, ich habe einen wohin die vielen Millionen übrigen Mitglieder dafür stimmten. Justizrat Cassel: läßt und muß die Folgen tragen! Statt dessen habe der Vorredner Der Beschluß in der   Stadtverordneten- Versammlung ist mit 118 nochmals die ganze Geschichte vorgetragen und an allen Ecken und fei in   Leipzig geblieben und weder die Trebercentrale noch ihre gegen 9 Stimmen erfolgt; dafür haben auch die Socialdemokraten Enden Angriffspunkte gegen den Angeklagten zusammengesucht. Da Tochtergesellschaften hätten Geld. Es werde daher die Befürchtung gestimmt. Rechtsanwalt Senff: Dem Zeugen ist wohl auch be- müsse er denn doch darauf hinweisen, daß thatsächlich solche Ges laut, daß die Trebergesellschaft mit deren Geldern der Leipziger Bank kannt, daß bei den Erörterungen über die Erbauung von Straßen- rüchte umherschwirrten, daß schon 1896 Artikel erschienen waren, die operiert habe. bahnen in eigner Regie, gegen die sich bis dahin Herr Jacobi prin- fich offenbar auf Herrn Jacobi bezogen und auf die dieser gar nicht Egner hatte 1898 eine Unterredung mit dem damaligen cipiell erklärt hatte, vorher von der lebernahme von Straßenbahnen, reagiert hatte und daß dem Angeklagten die von ihm besprochenen Vorsitzenden feines Aufsichtsrats, Sachsenröder. Wie er erklärt, die in in fremdem Besiz waren, noch nicht die Nede war? Dinge von Personen mitgeteilt worden waren, die für ihn hegte er zwar kein Mißtrauen, sei aber wegen der all zu großen 8 enge: Mir ist nicht erinnerlich, daß irgend ein Antrag auf Ueber doch ehrenwerte Leute waren. Die Verteidigung nimmt keinen Dispofition in Kaffel ängstlich geworden. Nun wollte er auch mit nahme andrer Straßenbahnen bis dahin gestellt worden war. Austand zu erklären, daß auch in Bezug auf seine Thätigkeit in den dem Hause   Bleichröder in   Berlin wegen einer der Treber­Auf weitere Fragen des Juftigrats Caffel bestätigt der Ober- städtischen Körperschaften der Privatkläger glänzend gerecht gesellschaft zu leistenden Hilfe Rüdsprache nehmen, um das Unter bürgermeister, daß der Zwischenfall der einseitigen Stonzeffions- fertigt worden ist, es sei auch zuzugeben, daß das, was hier nehmen weiter auszubauen und in Betrieb zu setzen. Erner dachte verlängerung für die Große Straßenbahn für viele Mitglieder der Herrn Jacobi vorgeworfen, das schlimmsie fei, was man einem damals in keiner Weise daran, daß die Leipziger Bank zu Falle  Stadtverordneten- Bersammlung ein Motiv war, für den Ankauf der Politiker nachfagen fann. Gewiß sei es tief bedauerlich, wenn ein Sachsenröder habe ihm aufs strengfte untersagt, mit der Firma Bleich kommen fönne. Er sei für übernervös erklärt worden, und Siemens u. Halskeschen Bahn zu stimmen. Auf Anfrage des Rechtsanwalts Senff erklärt Oberbürgermeister andrerseits müsse man doch sagen: die Korruption sei doch etwas, Wahlkampf durch persönliche Verunglimpfungen geführt werde, röder zu verhandeln. Kirschner: Ihm sei die Thätigkeit des Privatlägers in was nicht als wesenloses Ding in der Luft schwebt. Egner sagt alsdann über die Besichtigung der Treberunter­der Versammlung und insbesondere in der Verkehrsdeputation feit wenn die politische Jutegrität das Objekt des langer Zeit bekannt und fönne bestätigen, daß er zu den eifrigsten ist, so dürfe man nehmungen durch die Direktoren und die Aufsichtsräte der Bank aus, Kampfes und thätigsten Mitgliedern gehört. Es liege für ihn nicht der in der Oeffentlichkeit stehenden Mann persönlich anzugreifen. Dies auch nicht davor auridschreden, einen esgleichen über die zahlreichen Gutachten der Sachverständigen. zurückschrecken, Diese Besuche wurden mindeste Anlaß zu dem leisesten Verdacht vor, daß Herr Jacobi sei hier geschehen. andre Interessen mit seiner Wirtsamkeit für die Allgemein- Juteressen Korruption, deren Vorhandensein er nach den ihm gewordenen Mit­Der Angeklagte Bernhard habe gegen eine vorher angesagt. Man hatte vermischt hat. Anläßlich der Gerüchte habe er in seinem Verkehr teilungen annehmen mußte, Front machen zu müffen geglaubt. Es niffen der Gutachten und hatte einen günftigen Eindruck von den Ergeba mit dem Privatkläger eine Aenderung nicht stattfinden lassen.sei gar keine Rede davon, daß er sich durch den Artikel die politischen durch zuverlässige Revisoren den Revisionen der Wücher empfangen. Das Beuge feien die Sporen verdienen wollte. Das sei nicht mehr nötig gewesen, weil es Motive gewesen, mit der Trebergesellschaft weiter zu arbeiten. Alle Bankier Joseph Stern schon längst gefchehen sei. Der Angeklagte Bernhard sei beispielsweise Wahrnehmungen aus solchen Besuchen seien von der Direktion und erklärt, daß das Haus Behren- und Kanonierstraßen- Ede etwa seit Jahren der Verfasser der allseitig anerkannten voltswirtschaftlichen dem Aufsichtsrate ausgetauscht worden. Nach einem Briefe von Tyner 80 Jahre in seinem Besitz gewesen sei und zwar in feinem allein, Auffäße, die in der Zukunft" unter dem Pseudonym" Plutus" cr- und Dr. Genzsch au Schmidt vom 29. November 1898 liefen damals denn Mosler sei lediglich Socius der Banffirma gewesen. Im scheinen. Er bedauere, daß der Angeklagte sich habe täuschen lassen 4 912 250 M. Tratten der Trebergesellschaft auf die Bank. Es wurde April 1900 habe er das Haus an die Versicherungs- Gesellschaft durch Gerüchte, die zum Teil auf Schwindel und Lügen beruhten. angeregt, den Sekretär Wuthe von   Leipzig zur Einsicht der " Friedrich Wilhelm" verkauft. Rechtsanwalt Caro: Ist Ihnen Er frene fich. daß einem Ehrenmanne durch die Verhandlung die Bücher nach   Kassel als angeblichen Revisor im Namen bekannt gewesen, daß damals Aussicht vorhanden war, daß gewünschte Genugthung gegeben worden sei, bitte aber, an- Sumpf und Schulze- Dellwig, aber nicht als Bankbeamten, zu senden. Siemens u.   Halske das Grundstück aukaufen würde? 8euge zuerkennen, daß das Motiv des Angeklagten Bernhard kein un- Nach Crners Aussage ist diese beabsichtigte Revision durch Wuthe Nein, wenn ich das gewußt hätte, würde ich das Haus wohl lauteres und gehässiges gewesen sei und danach die Strafe milde zu wiederholt mit dem Aufsichtsrat besprochen worden. Schmidt hat sich nicht turz vorher verkauft haben.- Rechtsanwalt Caro: ermessen. aber nicht darauf eingelassen. In einem späteren Briefe drückt Schmidt Haben Sie Aktien der Gesellschaft b. Koenen u. Co. gehabt?-8euge: Rechtsanwalt Morris plädiert für Lewinsti auf eine jedoch sein Einverständnis damit aus, daß Wuthe unter gewissen Be­Am 1. Juli 1899 hatten wir für 60 000 M. Attien, diefelben find Geldstraße und legt dem Privatkläger nahe, den Strafantrag zurüd bingungen nach Kaffel fomme. aber bis zum 8. September 1890 in kleinen Posten wieder verkauft zuziehen.

Verkehrodeputation

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und

worden. Ueber den Verkauf des Hauses giebt der Zeuge noch an, Stadtv. Cassel erklärt das letztere nicht für möglich. Im daß zuerst der Kommerzienrat Fromberg an ihn herangetreten feil übrigen nehme er, trog der manchmal heftigen Worte, die bei solcher

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Nach kurzer Mittagspause macht der Vorsitzende bekannt, daß am kommenden Montag, dem Tage der Beifegung König Alberts, die Sigung ausfallen wird.