Nr. 230.
Abonnements- Bedingungen:
S
Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnumuner mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitung Breisliste für 1902 unter Nr. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat.
Erscheint täglich außer Montags. blusd and ni dha
1100
Vorwärts
Berliner Volksblatt.
19. Jahrg.
Die Insertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 40 fg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummier müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet.
Redaktion: S. 68, Linderstrasse 69. in do to Fernsprecher: Aut IV, Mr. 1983.
Schleichende Krise.
Während die kapitalistische Presse noch immer den baldigen nenen Aufschwung erhofft, zeigt die Lage der Kohlen- und Eiſenindustrie, wie wenig diesen Hoffnungen die Erfüllung wintt. Der Geschäftsgang in der Sohlen- und Eifenindustrie ist immer ein guter Grad messer zur Beurteilung der wirtschaftlichen Lage überhaupt. Die Lage des Kohlen- und Eisenmarktes aber zeigt, daß wir einem fchlimmen Winter entgegengehen; einem Winter des fortschreitenden Niederganges unsres Wirtschaftslebens, vermehrter Arbeitslosigkeit, vermehrten Hinigers und Ekends der Arbeiterklasse.
dni
Donnerstag, den 2. Oktober 1902.
Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferusprecher: Amt IV, Nr. 1984.
leber die schlimmste Arbeitslosigkeit hat jedoch die Arbeiterklasse gänzlich verleugnen. Dazu erklärt die„ Kreuz- Zeitung ", daß sie es der Maschinenindustrie zu klagen. Hier mehren sich mit jedem Tage lieber gesehen hätte, wenn die Zollkommission in zweiter Lesung die Betriebseinschränkungen, die Lohnreduktionen, die Arbeiter die Eisenzölle herabgesetzt hätte, aber sie verstehe, auf die Stellung entlangen. Die deutsche Maschinenindustrie hat in den Aufschwungs- ihrer Parteigenossen, die anders gehandelt hatten, weil sie die Bejahren die tollste lleberproduktion betrieben und den Markt überfüllt. Dazu schlüsse der ersten Lesung als ein Ganzes betrachtet wissen wolle". leidet diese Industrie noch unter dem Umstande, daß die Eisenindustrie Diese gewundene Erwidering bestätigt mir das konservative Lügenihr Eisen und Halbzeug in patriotischer" Pfiffigkeit im Auslande spiel. Wäre es tein Lügenspiel, so würde anzunehmen sein, daß die billiger als im Inlande verkauft. „ Kreuz- Zeitung " in ihrer Partei gänzlich einflußlos geworden ist und daß das, was sie lieber sieht", ihren Parteigenossen als belanglos gilt.
Vermehrung der Arbeislosen- Armee, das ist die Signatur der wirtschaftlichen Lage am Beginn des Herbstes. Bald werden unsre Großstädte wieder überfüllt sein von arbeitslosen und hungernden Proletariern. Aber keine Hand- nicht des Reiches, nicht des Staates, nicht der Gemeinden rührt sich, Fürsorge zu treffen und den Opfern der Krise und dessen, der sie hervorgerufen: des tapitalistischen Systems zu helfen. Es sind nirgends bisher größere Schritte unternommen worden, dem sicher wiederkehrenden Arbeiter elend dieses Winters zu steuern.
heute mit
-
Die Drohung der Herabsetzung der Industriezölle ist nichts als ein Versuch, noch höhere Agrarzölle zu erpressen. Eine andre Bedeutung ist auch der weiteren Drohung des konservativen Blattes nicht cht beizumeſſen: müssen nochmals betonen, daß das Interesse am Zolltarif in tonservativen Kreisen immer mehr schwindet. Gelingt es nicht, die agrarischen Säße des Tarifs angemessen zu erhöhen oder die industriellen Sätze entsprechend zu ermäßigen, so wird, wie wir bestimmt aunehmen, die konservative Partei in der entscheidenden Abstimmung die Vorlage ganz ablehnen."
Die Kreuz- Zeitung " nimmt bestimmt an", aber ihre Annahme ist nur Erpressungstaktik und die Mehrheit der konservativen Abgeordneten denkt schließlich nicht daran, die gewaltige Zollbeute der Regierungsvorlage aus llebergier zu verschmähen.
Die Macht des Centralverbands. Die„ B. P. N." bringen ein Verzeichnis neuer Mitgliedschaften des Centralverbands und erklären in stolzem Machtbewußtsein:
„ Es gehören munmehr dem Centralverbande deutscher Industrieller, abgesehen von Einzelmitgliedern, 121 Vereine, Verbände, Handelskammern, Syndikate und Berufsgenossenschaften mit ihren Mitgliedern an. Die in demselben vertretenen Induſtrien beschäftigen etwa 31% Millionen Erwerbsthätige. Der Centralverband vertritt somit, da die nach der letzten Berufsstatistik in der Industrie des Deutschen Reiches gezählten Erwerbsthätigen auf rund 5 Millionen anzunehmen sind, sieben Zehntel der ge= samten Industrie."
2
Den Interessen der Arbeitermassen in diesen Industriebetrieben ist Das heißt: Sieben Zehutel des tapitalistischen Ausbeutertums! der Centralverband der brutalste Feind.
freſserische Hamburger Parteitag hat es der" Post" angethan; fie Engen Richter als Liebling der„ Post". Der socialistens schließt den unentwegten Vollstribin an ihren Busen und preiſt ihn
ebenso heftig wie boshaft.
In den Gebieten der deutschen Kohlenindustrie, vor allem an der Ruhr und in Oberschleten herrschte selbst noch im vorigen Jahre am diese Zeit ein lebhafter Geschäftsgang, da die Industrie bis Ende September ihren Bedarf an Winterkohle zu decken sucht. In diesem Jahre aber find die Bestellungen wesentlich später, zögernd und in Um so lauter fordert die Socialdemokratie Maßnahmen zur geringerer Menge eingegangen. Unter dem industriellen Unternehmer Linderung der Arbeitslosigkeit und der Folgen der Krije auf die ann glaubt eben niemand an die baldige Wende der Dinge. Ueberall Arbeiterklasse. sieht man nur Abfazita kungen, gefüllte Lager, Produktionseinschränkungen. Die Zeinm, da das Kohlensyndifat triumphierend verkünden konnte, daß die Abschlüsse der Händler und Industriellen den Zechen bereits für den ganzen Winter Beschäftigung böten, find vorbei. Aus dem Rrhrrevier kommen laute Klagen, daß jetzt, wo die Förderung am lebhaftesten sein sollte, der Absatz in fasting sämtlichen Seohlenforten nicht befriedigend ist. Die Synditatszechen nahm, wie zu erwarten war, am Mittwoch als Minimalzölle Tegen noch fortgesezt Feierschichten ein, eine Erscheinung, die in den die Säße des Antrags Spahn an. Durch diese Festsetzung von Vorjahren wohl in den Frühsommermonaten, nicht aber September- Minimalzöllen soll die Regierung und der fünftige Reichstag verDftober mehr zu verzeichnen war. Das Bild, welches der hindert werden, ohne ein neues die Minimalzölle beseitigendes Gesez deutsche Kohlenbergban bietet, gestaltet sich noch ungünstiger, in der künstlichen Verteuerung der Körnerfrüchte, des Viehs und des wenn man erfährt, daß auch die Taue Beschäftigung nur resultiert Fleisches unter die Grenze dieser Spahnschen Wucherzölle herabzumus der mit Beginn des Herbstes eintretenden stärkeren Nachfrage gehen. Welch außerordentlich hoher Wucher in den Minimal nach Hausbrandtohle. An den westfälischen Zechen stehen die be- 3öllen liegt, ergiebt eine prozentuale Vergleichung dieser Zölle labenen Wagen und können mur spärlich abgefahren werden, weil die mit den zur Zeit bestehenden. Der vorgeschlagene 5,50 M. Mindestgeförderten Mengen nur langsam abgerufen werden. Einzelne Zechen Roggenzoll bedeutet 157 Proz., der vorgeschlagene 6 M. Mindeſthaben auf solche Weise bereits beträchtliche Summen für Straf Weizenzoll 189 Proz, der vorgeschlagene Gersten- Mindestzoll von Wagenmiete bezahlt. Einzig an Coats herrscht im Ruhrrevier eine 5,50 M. 275 Proz., der Mindest- Haferzoll( 5,50 M.) 195 Proz. befriedigende Nachfrage, jedoch nur deshalb, weil sich die westfälischen der Heute geltenden Zollvertrags- Saye. Noch enormer find Unternehmer die Verlegenheit, in welche die amerikanischen Ausbeuter die Mindest- Vieh- und Fleischzölle. Pferde, die heute mit durch den lange andaueraden Arbeiterausstand gekommen sind, zu nuße 10 bis 20 M. 3oll pro Stück belegt sind, sollen künftig auf einen gemacht haben und ihven massenhaften Coatsüberschuß nach Amerika | Wucher- Mindestzoll von 72, 144 und 288 M., d. h. also 720 bis Die" Post" meint, Eugen Richter sei geradezu ein Glücksfall versandten. Aber auch diese Abschlüsse konnten nur erzielt werden 2880 Proz. der bestehenden Säße hinaufgeschraubt werden. für den Bestand der Reaktion; sein Socialistenhaß verhindere das zu ganz niedrigen Preisen, zu welchen das„ patriotische“ und„ nationale" Beim Rindvich wird heute das Stück verzollt, in Zukunft foll Startell der Linfen ", und feine antimilitaristische Haltung die Bildung Syndikat der deutschen Industrie seinen Coats nie abgelassen haben der Zoll nach dem Doppelcentner Lebendgewicht berechnet werden. jener großen liberalen Partei, von der der tote Bennigsen würde. Der inländische Verbrauch geht beständig zurück und an- Bullen( Stiere) und Kühe sind heute mit 9 M. Zoll belegt. Der noch einſt träumte.. Ohne diese antimilitaristische Haltung, wäre gesichts dieser Lage wird die Arbeiterklasse des Bergbaues aufs M in de st zoll des Kommissionsvorschlags beträgt 14,40 M. für den die Befürchtung nicht abzuiveisen, daß sich die Illusion von der schlimmste gedrückt. Sie muß sich Lohnreduktionen gefallen lassen Doppelcentner Lebendgewicht. Ein Bulle wiegt ca. 8 bis 13 Doppel- Möglichkeit, mit einer solchen Partei im Reiche zu regieren, auch innerhalb der Regierung festsetzte und der Versuch unternommen und in wenig Wochen werden wir vielleicht schon von umfangreichen centner. Mithin beträgt der neue Min de st- Rindviehzoll das würde, diese Partei auf ihre objektive und subjektive RegierungsArbeiterentlassungen hören. Gewicht des Bullen mit 10 Doppelzentner angefeht 1600 Bros. fähigkeit zu erproben." Der Eisenmarkt hat dieselbe Geschäftsflaue wie der Kohlenmarkt. des zur Zeit geltenden. Bei diesen enormen Wucher- Eugen Richter hat dies Lob zwar redlich verdient, aber Herr Um überhaupt Beschäftigung zu erhalten, haben die rheinisch- west- sätzen, die die Mehrheit nicht nur gesetzlich sanktionieren, Richter ist doch als Person nur der Vollstrecker des bürgerlichen fälischen Werte der Roheisen- Einkaufsvereinigung eine Preis- sondern gar als für alle Zukunft Zukunft gültige Mindest Spießertums, das den„ liberalen Gedanken" höchstens noch als Fußermäßigung von 2 M. pro Tonne zugestanden, ein Nachlaß, zu dem Normalnorm der Gesetzgebung aufzwingen will, ist es begreiflich, lappen benugt! sie sich nicht verstanden haben würden, wenn sie Aussicht auf größere daß die Mehrheit vorzeitig Schluß der Debatte über die Bestellungen in nächter Zeit hätten. Auch auf dem Eisenmarkt zeigt Mindestzölle herbeiführte. Die Minderheit rächte sich vorläufig dasich dabei jetzt wieder, wie die„ Großen", die es aushalten können, durch, daß sie mit Erfolg dem widersprach, daß ein kleines redaktiodie Zeiten des wirtschaftlichen Niederganges benutzen, um sich„ Bahn nelles Versehen des jo kompromittierenden Kompromißantrages nach frei" zu machen. Die zahlreichen fleinen Firmen des fo- Schluß der Debatte geändert worden. genannten Halbzeugverbandes" haben sich, weil sie voll- Im weiteren Verlaufe der Beratungen kam es zu einer recht über die Kartelle. ständig auf dem Trocknen fizen, mit einer Eingabe um interessanten Debatte Alle Parteien Preisnachlässe an die Verbandsleitung gewandt. Die aber denkt bekundeten ihre Sympathien für eine Bekämpfung der Kartellnicht daran, dem Verlangen zu willfahren und den kleinen Werken Mißbräuche. Der Minister Graf v. Posadowsky verwies aus der Bedrängnis zu helfen. Die Leitung haben die großen auf die Enquete, die von der Regierung über die Kartelle eröffnet Stahlwerke, bentar es ganz recht ist, wenn die fleinen unter der sei. Diese freilich nicht ganz neue Mitteilung wirkte sehr besänftigend Wucht der Krise zusammenbrechen und ihnen so die Konkurrenz vom auf die Wucherzoll- Mehrheit. Der Abg. Spahn hielt die SchubHalfe geschafft wird. So befördert die Strife praktisch die Auf- lade, in der er einen Gefeßentwurf zur Bekämpfung von mißbräuch saugung der Produktionsmittel in immer weniger Hände. ub licher Anwendung der Macht des in Syndikaten zusammengeballten Charakteristisch ist die Klage der Eisenwerke über bas Stocken Sapitals niedergelegt haben will, sorgfältig verschlossen und verriet des Absatzes. Wohl verlangen sie noch weiter die hohen Preise, aber mit teiner Silbe, welch kostbaren Inhalt fein Gesezentivurf Die Mehrheit vertraute darauf, daß die Kartelle niemand bezahlt sie. Die Verbraucher kaufen nur das Notwendigste habe. und deden ihren Bedarf aus zweiter Hand bei jenen Firmen, die schon selbst die Mittel angeben würden, wie der Preisdurch Lieferungsberträge gezwungen waren, die bestellten Mengen treiberei und der Einengung des Koalitionsrechts durch die In dieser Methode, große politische und weltgeschichtliche bei den Werken abzunehmen und nun ihre gefüllten Läger räumen, Syndifate entgegengetreten werden könne. Der socialdemoBrobleme auf die niedrigste persönliche Staunegießerei herabzuziehen, indem sie mit bedeutendem Verlust verkaufen. So haben die kratische Antrag, der ein klein wenig von der durch die Schutz- fennzeichnet sich die blinde Philisterei des Richterschen Liberalismus. offiziellen Preisnotierungen für die Beurteilung der Lage gar leinen zölle vermehrten Macht der Syndikate abbröckeln wollte, wurde ab- Jämmerlichere Selbstschänding konnte der Freisimmsführer an sich Wert. Auch auf den Eisenmarkte steht es schlimm und bereits jetzt gelehut. Das gleiche Schicksal traf den Antrag der Socialdemokraten, und seiner Partei nicht verütben! sind die Eisenwerte zu Arbeiterentlassungen übergegangen. einen Teil der Vorteile aus den Zöllen von einigen Großgrund Nationalliberale Schmerzen. Der" Hannov. Courier" schreibt: Wenn die grundlegenden Industriezweige Kohle und Eisen sich bejizern für die Reichskasse einzufordern. Annahme fanden die Um so größer ist die Spannung, mit der man den kommenden in so schlimmer Lage befinden, kann das Bild der Gesamtindustrie socialdemokratischen Anträge, die auf Zollfreiheit der Säde und auf Wahlen gerade für den preußischen Landtag entgegensieht. Die tein besseres sein. Es wird deshalb auch nirgends von Besserung gefeßliche Festlegung von Behörden gerichtet waren, die mit bindender focialdemokratische Arbeit für dieje Wahlen hat bereits überall einberichtet, vielmehr zeigt sich, wie in den Industriezweigen, die feit Straft über die Mysterien der Zollhöhen Auskunft zu erteilen haben. gefegt; es gilt als nicht ausgefchlossen, daß in Berlin auch in langem bereits von der Krise ergriffen sind, die Stodung andauert, Schluß der Sitzung endlich wurde die Erschwerung des der zweiten Abteilung socialdemokratische Wahlmänner durch bringen. Geschieht das auch nur in einen nennensiverten während andrerseits Industriezweige, die bisher noch nicht zu Verkehrs, die durch das Verlangen von Ursprungszeugnissen die umfange, dann ist die freifinnige Herrschaft in Berlin auch flagen hatten, nun auch von dem Niedergang betroffen werden. Stonimission in erster Lesung dem Gesetz eingefügt hatte, etwas ge- für das preußische Abgeordnetenhaus gestürzt. Die Wahlen in On Umfange, dann ist die freiſinnige Herrschaft in Berlin auch Daß im Baugewerbe die Lage schlechter wird, zeigt sich daran, mildert. Oldenburg geben sehr zu denken; es sind dort in ländlichen Orts Jaß die Ziegeleien früher als sonst ihren Betrieb eingestellt haben, Am Donnerstag gelangt wahrscheinlich der Rest des Gesetzes schaften socialdemokratische Wahlmänner, in denen früher die Socialdaß die Cementindustrie über ihre Neberproduktion flagt und in( darunter: Aufhebung der Kommunalsteuern auf Lebensmittel und demokratie vollkommen machtlos war, gewählt worden; man kann den Hilfsgererben des Baugewerbes zahlreiche Arbeiterentlassungen das Centrums- Feigenblatt des Wucherzolles) zur Verabschiedung. sich auf ähnliche Resultate in zahlreichen Dörfern Preußens gefaßt vorgenommen wurden. Damit hatte die Kommission 110 Sigungen erreicht. Nach der Art machen; die socialdemokratische Landagitation wird leider überall In der Textilindustrie ist die Stockung jest eine faft allgemeine des Handels über die Höhe der Wucherzölle zwischen den Wehrheits- viel zu leicht genommen. Zur Beruhigung aller ängstlichen Gemüter wollen wir verraten, und namentlich wird man auch die Hausindustrie, die in einzelnen parteien geziemt der Kommission der Ehrenname:" Die daß in dem wilden Lande Oldenburg die Abstimmung eine geheime Zweigen bisher von der Krise ganz unberührt geblieben war, wieder in goldene 110". ist und die Einteilung der Wähler in drei Steuerklassen nach Mitleidenjdjaft gezogen. Namentlich in Thüringen , im Vogtlande, preußischem Muster zwar früher bestand, aber bereits durch Gefeß im sächsischen Erzgebirge Herrscht unter den Heimarbeitern eine er- Konservative Zolldrohung. Wir besprachen gestern die trügerische vom 21. Juli 1868 beseitigt wurde. Im übrigen soll die schlotternde schreckliche Not, die bereits zur Abwanderung aus den Dörfern Haltung der Konservativen, welche die Herabsetzung der Industries Angst der Gegner unsern Eifer für die Vorbereitungsarbeiten nur geführt hat. zölle anlündigen, aber in der Zollfommission ihre Ankündigungen verstärken.-
au helfen e vet Die
Die Freifimige Zeitung" des Herrn Eugen Nichter erwidert am Mittwochabend auf unsre Kennzeichnung der Vorgänge auf dem freifinnigen Parteitage in Hamburg . Es genügt, zur Erkenntnis der geistigen Höhe dieser Antwort den Schlußabjaß zu citieren:
Dem Abgeordneten Nichter wird auch zum Vorwurf gemacht, daß er beiläufig bemerkte, die Socialdemokratie nenne fich Proletarierpartei, mehr obgleich viele Führer be= Nun durch häbigen Bourgeois als Proletariern gleichen.
"
den Münchener Parteitag der Socialdemokratie ist festgestellt worden, daß Herr Kautsky für seine Mitarbeiters schaft an der Wochenschrift„ Neue Zeit" aus der Parteikasse jährlich 5000 M. erhält. So viel mag den Socialdemokraten feine Arbeit auch wert sein, aber ein solcher Fünftausend Mart- Mann ist kein Proletarier" und ist auch nicht besonders legitimiert, sich, wie es in seiner von uns bes sprochenen Broschüre„ Am Tage nach der Revolution" der Fall ist, hinzustellen als Wortführer des Proletariats, und über die Zukunft des fiegreichen Proletariats" zu bramarbasieren. Denn ein Einkommen wie Herr Kautsky haben noch nicht zwei Hundertteile der Bevölkerung."