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Nr. 63. 20. Jahrgang.

Reichstag .

1. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt.

284. Sigung. Sonnabend, den 14. März 1903, nachmittags 1 Uhr.

Am Bundesraistische: v. Tirpit. Auf der Tagesordnung steht zunächst die zweite Lesung Etats für Kiautschou .

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Sonntag, 15. März 1903.

werden. Das ist dieselbe Politik, die im preußischen Abgeordneten- Abg. Geisler( C.) betont die Notwendigkeit konfessioneller Schulen. hause getrieben wird! Ein solches Verlangen ist geradezu grotest. Redner wünscht weiter, daß die Schulferien auf dem Lande stets so Die Stadt Berlin hat von diesen Reichs- und Staatsgebäuden gar gelegt werden, daß die Kinder an den Ernte- Arbeiten teilnehmen feine Vorteile, denn die Reichs- und Staatsbeamten wohnen meist tönnen. außerhalb in den Vororten( Sehr richtig! links.) und bezahlen ihre Abg. Kopsch( frs. Vp.): Wir wünschen die baldmöglichste Vor­Steuern gar nicht in Berlin . Und da verlangt man, daß die Stadt lage eines Schulunterhaltungs- Gesezes. Die hämischen Angriffe der des und Staat geben foll! Gegenüber der Zumutung, die Stadt Berlin der konservativen Interpellation auf Vorlegung eines Schuldotations­Berlin aus den Mitteln der übrigen Steuerzahler Zuschüsse an Reich Ostpreußischen 3tg.", welche unfrer Fraktion vorwirft, daß sie gegenüber folle die Differenz des Preises in der Bellevuestraße und gesetzes eine zweifelhafte Haltung eingenommen habe, muß ich auf das Abg. Dr. Müller- Sagan( fr. Bp.): In der Denkschrift über des Erlöses für die Grundstücke am Leipziger Platz und der entschiedenste als grobe Univahrheit zurückweisen.( Bravo ! links.)- Kiautschon wird betont, daß dies Gebiet durchaus allen Erwartungen Voßstraße aus eignen Mitteln zuschießen, weil die Stadt dann eine Redner erörtert des weiteren die Ueberfüllung der Klaffen in den entsprochen habe. Nach authentischen Mitteilungen aber birgt Untergrundbahn bekäme, möchte ich auf das Folgende hinweisen. Volksschulen. In einer fatholifchen Schule im Kreis Inowrazlaw Kiautschou alle Gefahren, die man von einem derartigen Die Stadt Berlin hätte eine Untergrundbahn vom Potsdamer Bahnhof hat ein Lehrer über 230 Kinder zu unterrichten.( Hört! hört! links.) Gebiet überhaupt nur vorausseßen kann. Die Marine nach der inneren Stadt und dem Alexanderplat längst in Angriff Aehnliche Zustände finden sich besonders in Posen nicht selten. Im verwaltung sollte endlich davon abgehen, das Bülowsche Wort genommen, wenn nicht der Stadt Berlin durch eine kaiserliche Order Jahre 1901 haben in Preußen 2700 Kinder wegen Raummangels vom Platz an der Sonne" immer noch aufrecht zu erhalten. Die Konzession dazu verweigert worden wäre( Hört! hört! bei den nicht Aufnahme finden können. Im Vordergrunde stehen in dieser Kiantschon bildet ein Einfallsthor für alle diejenigen Krankheiten, Socialdemokraten!) mit der ausdrücklichen Bemerkung, diese Linie be- Beziehung die östlichen Provinzen, vor allem wieder Posen. die von Osten her nach uns verschleppt werden. Angesichts der fäme nicht die Stadt Berlin , sondern die müsse der Aktiengesellschaft Was mußt alle Ostmarken Politik, wenn derartige Schul­großen hygienischen Aufwendungen mag der Gesundheitszustand in Siemens u. Halste vorbehalten bleiben, damit deren Hochbahn zustände in jenen Provinzen vorhanden sind.( Sehr richtig! links.) Siautschou besser geworden sein; man kann sich dabei aber eines rentabel wäre.( Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) In solcher Ein Regierungskommiffar giebt zu, daß die Ueberfüllung der gewissen Gefühls des Neides nicht erwehren darüber, daß in unsren Weise werden die Interessen der Stadt Berlin seitens des Staates Volksschulen besonders in den östlichen Provinzen noch sehr groß ist, eigenen östlichen Provinzen soviel weniger für und des Neiches gewahrt und dabei verlangt man von ihr die aber es sei gegen frühere Jahre eine erhebliche Besserung in dieser hygienische Zwecke geschieht als dort in Ostasien . Es muß Leiſtung von Zuschüssen! Für eine folche Kommunalpolitik wird Beziehung eingetreten. Sehr erschwert werde die Aufgabe der fonstatiert werden, daß der heutige erträgliche gesundheitliche sich die Stadt Berlin bedanken! Schulverwaltung durch die große Fluktuation der Arbeiterbevölkerung. Zustand in Kiautschon nicht den natürlichen Verhältnissen, sondern Die Mängel des Terrains an der Bellevuestraße sollten das Abg. Ernst( frs. Bg.) tritt für Besserstellung der Seminarlehrer dem deutschen Kapital und der deutschen Energie zu verdanken ist. Reichs- Marine- Amt selbst veranlassen, von diesem Blaze abzulaffen. ein, und fragt an, ob eine Verstaatlichung der Präparandenanstalten Abg. Frhr. v. Hertling( C.) befürwortet die von der Kommission Es sind genug andre Pläge in Berlin zu haben. Wir haben eine geplant sei. einstimmig beantragte Resolution: den Reichskanzler zu ganze Reihe reichsfistalischer oder preußisch fiskalischer ersuchen, mit der preußischen Unterrichtsverwaltung in Verbindung Grundstücke, die im Austausch für das Reichs- marine- Amt meldung beruhe auf einem Irrtum. Es sei nur beabsichtigt, dahin Ein Regierungsfommissar erwidert, die diesbezügliche Presses zu treten, damit dem Kolonialrecht im Rahmen der juristischen erworben werden könnten. Es ist z. B. hingewiesen worden auf die zu wirken, daß die staatlichen und privaten Präparanden- Anstalten Vorlesungen an den Universitäten, insbesondere an der Universität Bläge an der Königgrägerstraße. Diesem Gedanken ist der nach einem einheitlichen Lehrplan arbeiteten. Die Statistik, die Berlin , die seiner Bedeutung entsprechende Stellung eingeräumt Staatssekretär mit einer Schroffheit entgegengetreten, die geradezu der Abg. Kopsch für die Ueberfüllung der Volksschulen angeführt verwunderlich wirken mußte. Als gesagt wurde, man könne doch habe, sei übrigens beraltet, nenester Zeit hätten sich Staatssekretär v. Tirpit: Die Marineverwaltung ist der Ueber vielleicht einen Teil der Gärten, die die Minister, Staatssekretäre die Verhältnisse auch im Osten wesentlich gebessert. zeugung, daß es außerordentlich wichtig ist, den Kolonialbeamten eine und der Reichskanzler dort haben, verwenden, ist erwidert worden: Abg. Stychel( Pole) führt Klage, daß die Lehrer im Osten den entsprechende Vorbildung zu geben, auch hinsichtlich des Kolonialrechtes. Von ihren Gärten geben die Minister nichts her." Das hört polnischen Kindern gegenüber häufig ungerecht und zu hart vers Seitens der Marineverwaltung ist auch der Beamte bestellt, der jetzt sich gerade so an, als ob den Ministern diese Grund-( fahren. Die Vorschriften über die Einschränkung des Büchtigungss am orientalischen Seminar der Universität Berlin koloniale Vor- stücke gehörten und als ob sie nicht Reichs- und Staatsrechtes müssen verschärft werden. Ich bedauere es lebhaft, daß Lesungen hält. Die Marineverwaltung wird alles tun, um das Ziel eigentum wären. Gerade diejenigen Parteien, die immer die Millionen ein Erlaß des Ministers Bosse in dieser Richtung zurückgenommen der Resolution zu erreichen. für die Marine mit vollen Händen hergeben, sollten doch wenigsteus ist. Redner verlangt weiter, daß der Religionsunterricht in den Auf eine Anfrage des Abg. Eidhoff( frf. Bp.) erklärt hier jede unnötige Ausgabe vermeiden. Wir haben es, wiederholt gemischt- sprachlichen Provinzen in polnischer Sprache erteilt werde. Staatssekretär v. Tirpik: Die in der Denkschrift enthaltenen erlebt, daß Grundstücke, deren Erwerb der Reichstag zunächst ab- Stultusminister Studt: Wir werden an unfrem System des Angaben über die Einfuhr nach Kiautschou stammen von dem chine- gelehnt hatte, später zu erheblich billigeren Preisen erworben wurden, Unterrichts in den gemischt- sprachlichen Provinzen festhalten, das fischen Zollamt. Selbst dieses wird aber sehr schwer in der Lage die Herren von der Regierung sollten sich also die Mitwirkung der sich dort durchaus bewährt hat, to nicht ein systematischer Widerstand sein, festzustellen, welche von den eingeführten Waren aus Deutsch - Budgetkommission ruhig gefallen lassen. Das liegt im Interesse des der Eltern oder politischer Streise dem Schulunterricht entgegenarbeitet. land kommen. Zum Beispiel wird alles, was über Hongkong ein Reiches. Was die Ueberschreitungen des Büchtigungsrechts anlangt, so werde geht, als indische Einfuhr bezeichnet, während ein sehr großer Teil ich in jedem Falle, der nachgewiesen wird, Nemedur eintreten laffen. dieser Waren deutschen Ursprungs ist. Es entspricht absolut nicht unfrem Wunsche, daß die Lehrer den polnischen Kindern gegenüber mit besonderer Härte verfahren, am allerwenigsten im Religionsunterricht. Den Lehrern wird aber ihre Aufgabe durch das Verhalten vieler polnischer Eltern außers ordentlich erschwert, die unter dem Einfluß der großpolnischen Agitation stehen. Diese Agitation geht außerordentlich terroristisch vor, manche Eltern haben schon ihren Wohnort wechseln müssen, um diesem Terrorismus zu entgehen. Die Breschener Vor­gänge hat diese Agitation durch tendenziös gefälschte Darstellungen in unglaublichster Weise ausgenutzt. Der Minister zeigt dem Hause zum Beweise ein Riesenplakat, das in 200 000 Exemplaren verbreitet worden ist.

werde."

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Ich hätte meine ganzen Ausführungen nicht gemacht, weil ich glaubte, die Sache sei durch den Beschluß der Budgetkommission er­Der Etat wird nach den Beschlüssen der Kommission ge- ledigt. Da aber der Herr Staatssekretär heute noch einmal die nehmigt, die Rsolution wird angenommen. Vorlage verteidigt hat, so mußte doch wenigstens im Namen der Hierauf wird die zweite Beratung des Marine- Etats Budgetfommission nachgewiesen werden, daß ihr Beschluß durchaus fortgefest. begründet und wohl erwogen war und im Interesse des Reiches liegt.( Lebhafter Beifall links.)

Die gestern zweifelhaft gebliebene Abstimmung über die Forderung für Reparaturen der Kreuzer Kaiserin Augusta " und Irene" wird auf Vorschlag des Präsidenten Grafen Ballestrem ausgesetzt.

Damit schließt die Diskussion.

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Beim Kapitel Höhere Mädchenschulen" wünscht Abg. v. Knapp ( natl.), daß die höheren Mädchenschulen bald unter die Aufsicht der Provinzial- Schulkollegien gestellt werden mögen.

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Aber

Staatssekretär v. Tirpis: Ich habe die Forderung nicht mit Rücksicht auf den Kriegsfall begründet, sondern von dem täglichen normalen Verkehr gesprochen und nur hervorgehoben, daß im Kriegs­Zum Ankauf von Grundstücken für den Bau eines neuen falle die Umstände besonders erschwerend wirken würden. An der Dienstgebäudes für das Reichs Marine Amt werden Bellevuestraße selbst hat die Marineverwaltung gar fein Interesse. 6 020 000 M. und als erste Nate zum Bau eines solchen Gebäudes Wenn in entsprechender andrer Lage ein Platz geschaffen würde, so 80 000 M. gefordert. Die Kommission hat beide Titel gestrichen. wäre es uns durchaus recht. Das wird aber sehr schwierig sein. Staatssekretär v. Tirpit: Die Marineverwaltung ist in der Mir lag nur daran, zu konstatieren, daß der Plaz an der Bellevue­Presse mehrfach angegriffen worden, indem man es so dargestellt straße nicht besonders teuer ist. Was die mangelnde Erweiterungs­hat, als ob bei dieser Forderung mit einer gewissen Opulenz verfahren fähigkeit anlangt, so giebt es auf der gegenüber liegenden Seite in Abg. Dasbach( C.) wünscht specialisierte Rechnungslegung der wäre, welche mit der allgemeinen Finanzlage im Widerspruch stände. der Bellevuestraße ein Grundstück, das später benutzt werden Beihilfen zur Unterhaltung höherer Mädchenschulen. Heute wird Ich will daher kurz das Bernünftige der Forderung darlegen. Das tönnte. der größere Teil der geforderten Summe paritätischen Anstalten zus Bedürfnis ist ja in der Kommission nicht bezweifelt worden. Welche Lage Abg. Liebermann v. Sonnenberg( Antis.): Der Herr Staats- gewendet. Redner kommt nochmals auf die Petition um Errichtung am zweckmäßigsten für das neue Amt ist, müssen wir schließlich am sekretär stellte es so dar, als sei der Beschluß der Kommission un- eines katholischen Lehrerinnenseminars in Trier zurück und erklärt, besten beurteilen können. Es ist nicht angängig, daß man ein ein verständig. Das ist nicht der Fall. Verständig wäre es gerade, er wolle durchaus nicht die evangelischen Mädchen an dem Unterricht zelnes Amt herausgreift und es weitab von der ganzen Reichs- wenn man fistalische Grundstücke bevorzugte, statt Privatleuten in ihrer Konfession verhindern. regierung verlegt. Etwas andres wäre es, wenn man etwa alle Grundstücke zu hohen Preisen abzukaufen, die ihre Abg. Dr. Jrmer( f.): Die Regierung hat vor kurzem den Ges Reichsämter nach Potsdam verlegte. Man hat gemeint, es könnte Agenten hier ins Haus schicken, damit sie Stimmung für den meinden Charlottenburg und Schöneberg die Erlaubnis zur Er­Telephonverbindung zwischen den Aemtern hergestellt werden. Eine Ankauf machen bei den Abgeordneten.( hört! hört! rechts.) richtung von öffentlichen höheren Mädchenschulen erteilt und zwar solche Verbindung ist aber für eine Reihe von Materien nicht Der Striegsfall fann hier nicht maßgebend fein. Heute mit dem Ziele des Realgymnasiums. Die Folge davon ist, daß die brauchbar. Bei wichtigen Angelegenheiten müssen werden nicht mehr Kriege von Berlin aus dirigiert, wie das Mädchen nach der Ablegung der Reifeprüfung die Universität besuchen die Chefs der Behörden in ständigem mündlichen Gambetta 1870 von Paris aus that. Vom preußischen Fiskus fönnte wollen.( Buruf links: Soll auch sein!) Wenn Sie( nach links) das Verkehr stehen, besonders im Falle eines Krieges, das sogenannte Nasse Dreied am Lehrter Bahnhof an- wollen, dann müssen Sie der Frau auch sämtliche gelehrte Berufe zus wie sich das ja in fleinem Maße bei der China Expedition gekauft werden, das für den Zwed sehr geeignet ist, schon deshalb, gänglich machen. Das ist einfach konsequent. Und wenn Sie der herausgestellt hat. Es ist gefagt worden, die Gegend sei besonders weil es an der Wasserkante liegt.( Heiterkeit.) Auf jeden Fall Frau alle Berufe zugänglich machen, weiß ich nicht, weshalb Sie ihr teuer. Daß das nicht zutrifft, dafür ist ein Beweis, daß wir einen wäre das besser, als wenn man die Juden in der Bellevuestraße dann die politischen Rechte noch vorenthalten. Wir bekämpfen diese Vertrag haben schließen können, nach welchem der Quadratmeter bereicherte. Entwicklung, weil dadurch unsre gesamten socialen Verhältnisse um­unfres jegigen Gebäudes nur doppelt so hoch bezahlt werden soll gestaltet würden. Es wird nicht mehr heißen, daß der Mann im als der Quadratmeter in der Bellevuestraße. Der Platz in der Das Haus beschließt dem Antrage der Kommission gemäß die stande ist, Frau und Kinder zu ernähren, sondern es wird Belletuestraße ist der geeignetste, der nach langem Suchen gefunden Streichung der Titel. heißen, Mann und Frau ernähren die Kinder. ist werden konnte. Der Rest des Marine Etats wird debattelos genehmigt. zuzugeben, daß das weibliche Geschlecht sich heute int Abg. Singer( Soc.): Es folgen Berichte der Wahlprüfungs- Sommission. einer gewissen Notlage gewissen Notlage befindet. Die Berufe, die ihm Wenn diesen Ausführungen des Staatssekretärs im Plenum gar Ueber die Wahlen der Abgg. v. Rautter( f.) und Boltz( natt.) heute offenstehen, sind ja gerade nicht sehr mannigfaltig. nicht widersprochen würde, könnte es den Anschein gewinnen, als werden gemäß dem Antrage der Kommission Beweiserhebungen es läßt sich hier Wandel schaffen ohne Frauenstudium und ohne hätte die Budgetfommission gar keine Gründe für ihr Votum gehabt. beschlossen. Mädchengymnasium, vielleicht dadurch, daß man das Unterrichtsfach Der Staatssekretär flagte darüber, daß man die Marineverwaltung Die Wahl des Abg. Sieg( natt) beantragt die Kommission für der Frau noch mehr als heute zugänglich macht. Leider bestehen hirdern wolle, ihr Amtsgebäude in einer centralen Lage zu errichten. ungültig zu erklären. heute die Vorschriften, daß auf einer höheren Lehranstalt nur Der in der Kommission mehrfach empfohlene Bauplatz am Rollen Abg. Baffermann( natt., zur Geschäftsordnung) beantragt, den akademisch gebildete Lehrer unterrichten dürfen. Durch diese Bestimmung dorfplatz liegt aber in mindestens ebenso günstiger Gegenstand von der Tagesordnung abzuseßen. Der Beschluß der wird die Frau geradezu gezwungen zum Universitätsbesuch, wenn sie age, wie der Platz an der Bellevuestraße, er ist in unmittel- Kommiffion ist mit 7 gegen 6 Stimmen erfolgt und wir wünschen Lehrerin auf einer höheren Mädchenschule werden will.( Sehr richtig! barer Nähe der Hochbahn gelegen, hat elektrische Bahn- nicht, daß ein so schwach besetztes Haus die Entscheidung fällt. Sollte rechts.) Ein weiteres Gebiet, auf dem sich die Frau auch heute schon verbindung nach allen Richtungen usw. Der Staatssekretär ist um Widerspruch gegen meinen Antrag erhoben werden, so muß ich die bethätigen kami, ist das der Heilkunde. Es wird heute von vielen alle Gründe gegen den Plazz an der Bellevuestraße vorsichtig herum- Beschlußfähigkeit des aufes bezweifeln. Frauen und Mädchen unangenehm empfunden, wenn sie von einem gegangen. Der Platz an der Bellevuestraße ist erstens zu teuer. Abg. Singer( Soc.): Ich möchte trotz dieser Drohung das Haus männlichen Arzt törperlich untersucht werden.( Sehr richtig! rechts.) Sticht an sich nach dem Preise des einzelnen Quadratmeters, sondern doch bitten, den Antrag Bassermann abzulehnen. Es ist bezeichnend, Damit will ich nicht etwa fordern, der Frau den ärztlichen Beruf infolge mehrerer Begleiterscheinungen. Die Budgetkommission daß Herr Bassermann, wenn es sich um das Mandat eines Fraktions- in seiner vollen Ausdehnung zu öffnen, denn in der höchsten Not Aneinte, daß es nicht notwendig sei, daß das Neichs- Marine- genossen handelt, von einem Mittel Gebrauch macht, gegen wird man doch immer zum männlichen Arzt gehen. Amt gerade in dieser teuersten Gegend baue. das sonst kein Ton der Entrüstung seinerseits hoch genug ist. Dagegen ließen sich einzelne Zweige auf dem Gebiete der Heilkunde Das Terrain an der Bellevuestraße besteht zum großen( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Das festzustellen, ist sehr von Frauen sehr wohl ausfüllen. Der Mann wird immer eine andre Teil aus Hinterland, außerdem dürfen 1500 Quadratmeter interefiant. Das Mandat, um das es sich hier handelt, hat bereits Stellung einnehmen als die Frau. Er muß auf Befehl des Staates Vorgärten nicht bebaut werden. Die beiden Gebäude, die auf dem jahrelang den Reichstag beschäftigt, immmer wieder sind Er- seinen Körper in den Dienst des Vaterlandes stellen.( Buruf links: Blaze jetzt stehen, repräsentieren einen Feuerkassenivert von einer hebungen angestellt. Im vorigen Jahre wurde die Cache, wie Die Frau auch!) Haben Sie schon einmal eine Frau geschen, die ( Hört hört! bei den Socialdemokraten.) Diese ich mich erinnere, in ganz ähnlicher Weise wie heute abgefeht, und auf Befehl des Staates für Nachwuchs forgt?( Große Heiterkeit.) Million muß das Reich bezahlen, während es die beiden Häuser auf dann wurden nochmals Erhebungen beschlossen. Einmal muß doch Ich möchte den Kultusminister bitten, meine Ausführungen, die ich Abbruch verkauft und so gut wie nichts heraus- diese Wahl zur Erledigung kommen. Wir haben sonst eventuell aus dem Gefühl der Beängstigung heraus hier vorgetragen habe, be bekommt. Die Budgetkommission hat deshalb empfohlen, lieber mit der Thatsache zu rechnen, daß ein Abgeordneter fein Mandat berzigen zu wollen.( Lebhafter Beifall rechts.) ein unbebautes Grundstück für diese Zwede zu eriverben. fünf Jahre ausgeübt hat, während die Wahlprüfungs- Kommission Kultusminister Dr. Studt: Der Herr Vorredner hat eine Kette Der Einwand des Staatssekretärs, daß im Falle eines das Mandat für ungültig erklärt hat. Im Interesse aller von Schlußfolgerungen konstruiert, die aber von einer falschen Krieges das Reichs- Marineamt in unmittelbarer Nähe der Parteien läge es, die Entscheidung in diesem Falle nicht zu verzögern. Voraussetzung ausgingen. Ich möchte ausdrücklich betonen, daß es übrigen Aemter gelegen sein müsse, Klingt geradezu fomisch.( Bravo ! bei den Socialdemokraten.) nicht in der Absicht der Unterrichtsverwaltung liegt, Mädchen­Unfre Verwaltung wäre zu bedauern, wenn eine Schlacht deswegen Abg. Dasbach( C.) bittet den Abg. Baffermann, feinen Antrag gymnafien mit Realgymnasialzielen zu crrichten. Es ist verloren würde, weil der Staatssekretär zehn Minuten länger zu zurüdzuziehen. Der vorliegende Bericht der Kommission ist nicht zutreffend, daß mit den Schritten der Unterrichts­einer Konferenz zu fahren hat.( Heiterkeit.) Daß zufällig eine Ge- bereits der fünfte, die Sache muß endlich entschieden werden. verwaltung, die der Vorredner erwähnt hat, die bisherigen sellschaft die Grundstüde am Leipziger Platz und der Voßstraße für Abg. Baffermann( natl.): Bevor wir zur Abstimmung kommen, Bahnen in der Frage der Frauenbildung verlassen wären. Die Ge ihre Zwede gebrauchen fann, und daß die Grundstüce infolgedessen bezweifle ith die Beschlußfähigkeit des Hauses. nehmigung zur Errichtung von öffentlichen Mädchengymnasien ist unter sehr günstigen Bedingungen verkauft werden können, kann doch Präs. Graf Ballestrem: Das Bureau schließt sich diesem Zweifel nur versuchsweise erteilt worden. Diese neue Einrichtung bewegt fein Grund sein, um ein andres zu teueres Terrain zu erwerben. an, wir müssen unsre Verhandlungen für heute abbrechen. fich wirklich in den bescheidensten Grenzen, so daß die Befürchtungen Das Terrain an der Bellevuestraße ist auch nicht erweiterungs- Ich beraume die nächste Sigung an auf Montag 1 Uhr des Vorredners unbegründet find. Der Besuch des Gymnasiums beginnt fähig, es müßte später eventuell ein Grundstück an der Pots- mit der Tagesordnung: Eisenbahnvertrag mit Luxemburg , Novelle erst mit dem vollendeten 13. Lebensjahre, so daß die Eltern wohl damerstraße hinzugekauft werden, was die Sache noch weiter ver- zur Seemannsordnung, Petitionen. unterscheiden können, ob ihre Töchter förperlich und geistig den teuern würde. Ansprüchen des Mädchengymnasiums gewachsen sind. Ich bestreite, daß die Errichtung von öffentlichen höheren Mädchenschulen völligen Umgestaltung unfrer socialen Verhältnisse führen wird. Es besteht nicht die Absicht, der Frau das unbeschränkte Recht der Immatrikulation an den Universitäten zu geben. Damit werden Der Vorwurf, die radikale Frauenbewegung gefördert zu haben, Die zweite Beratung des Kultusetats wird beim Kapitel fann gegen die Unterrichtsverwaltung nicht erhoben werden. Im Gegenteil, das Verhalten der Unterrichtsverwaltung ist ein vor­

Million Mart.

Ferner darf an der Bellevuestraße nicht über 22 Meter hoch gebaut werden( Hört! hört! bei den Socialdemokraten), es fei Senn, daß die Marineverwaltung einen Dispens von der Bau­polizei erwirkt.

Schluß 3 Uhr.

Abgeordnetenbaus.

einer

Sibung vom Sonnabend, den 14. März, 11 Uhr eine ganze Reihe Befürchtungen des Vorrebners gegenstandslos.

Am Ministertische: Studt.

Man hat in der Budgetkommission auch darauf hingewiesen, daß 44. es eigentlich im Interesse der Stadt Berlin liege, solche Gebäude in der Stadt zu bekommen, und daß infolgedessen Berlin eigentlich Zuschüsse geben müßte, wenn derartige Gebäude errichtet| Elementar- Unterrichtswesen fortgesett