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Nr. 178.

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Vorwärts

Berliner Volksblaff.

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Telegramm- Noresse: ,, Socialdemokrat Berlin".

Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.

von neuem Wir

der Aera

Sonntag, den 2. August 1903.

Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69.

Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984.

Politifche Ueberlicht.

Berlin , den 1. Auguft.

Die Minierer des Wahlrechts.

unmündig; von einem Klassenbewußtsein konnte bei der ver- verzeihe den hier kaum anwendbaren Ausdruck Schönheitsfehlern Die Entehrung der Arbeiterklasse in hältnismäßig dünnen Bevölkerung des Landes, den schlechten dieser Mißgeburt gilt es, keine bloße Ausrottung von Auswüchsen. Verkehrsmitteln und der daraus sich ergebenden Isolierung Das ganze System ist ein großer Auswuchs, den es auszuroden gilt. Preußen. der Dörfer noch gar keine Rede sein. Der Knecht hatte weder Lust In diesem Sinne muß der bevorstehende Wahlkampf in Preußen Ueber die Nichtswürdigkeiten des preußischen Landtags- noch irgend welches Verständnis für das wählen, und wenn er von der Arbeiterklasse geführt werden, mit der ganzen Energie, deren Wahlsystems ist so vieles schon geschrieben worden, daß jedes weitere wählte, wählte er ohne jeden Zwang wie sein Bauer. Aber selbst fie fähig ist, muß fie darauf hinwirken, das Fortbestehen dieses Wahlsystems ist so vieles schon geschrieben worden, daß jedes weitere in den Städten sah es nicht viel anders aus. Von großer Industrie Schandgesetzes unmöglich zu machen. Der Stein ist ins Rollen ge­Wort darüber fast überflüssig erscheint. Dennoch ist es notwendig, den wahren Charakter gewisser Seiten dieses Systems immer wieder war alles in allem noch wenig vorhanden; sie beschäftigte höchstens raten; je fräftiger der Stoß geführt wird, um so cher wird das dem öffentlichen Bewußtsein scharf einzuprägen. einige hunderttausend Arbeiter. Im übrigen herrschte das Hand- Produkt einer übermütigen Reaktion endlich von seinem verdienten werk vor, und zwar noch in ziemlich primitiver Gestalt, so daß wir Schicksal erreicht werden! Preußen, wie in Sachsen , in stehen in fast in allen Gewerben mehr Meister wie Arbeiter resp. Gefellen" der" Verbesserung" des Landtags- Wahlsystems. Die erste Probe von Verbesserung, welche die preußische Regierung in Form und rechneten darauf, selbst einmal Meister zu werden. Demgemäß finden. Und die übergroße Masse der Gesellen lebten beim Meister der Abänderung des Wahlreglements geliefert hat, beseitigt nur solche formale Ungeheuerlichkeiten, die das System sogar den von war auch bei ihnen das Klasseninteresse und Klassenbewußtsein außer­ordentlich schwach entwidelt. Was wir von Arbeiterbewegung im Jahre ihm begünstigten Reaktionsparteien unhandlich machen. Das schreiende politische Unrecht desselben wird durch sie in keiner Weise viel kleiner waren, als sie dem Uneingeweihten oder den Enthusiasten arbeit gegen das Reichs- Wahlrecht verhält sich heute die größere 1848 erblicken, find Dafen in einer großen Wüste, Dasen, die in Wirklichkeit Bu unfrer gestrigen Aufdeckung der großkapitalistischen Geheim­gemildert. Es gilt aber, nun der Stein ins Rollen gekommen ist, der Bewegung erschienen. Ein Beispiel dafür liefert die Thatsache, Anzahl der reaktionären Presse noch schweigend. Dieser Preſſe iſt mit aller Wucht auf die Beseitigung der politischen Entrechtung zu daß in Berlin , welches doch 1848/49 schon mehr als 400 000 Ein- es recht unangenehm, daß wieder einmal ein Anschlag, der so recht bringen, die dieses Wahlsystem für die Volksmasse bedeutet. Die hervorstechendste Charaktereigenschaft des preußischen Wahl- wohner zählte und wo das politische Leben start pulsierte, das von nach ihren Wünschen, vorzeitig aufgedeckt wird und dadurch der systems ist seine spitbübische Unehrlichkeit, seine Heimtüde. Ihm der socialistischen Arbeiterverbrüderung ins Leben gerufene Arbeiter Wirkung von vornherein berluſtig geht. gegenüber sind die alten Census- Wahlsysteme, welche ganze Klassen der organ, die ,, Berbrüderung", nach den in diesem Blatt veröffentlichten Nur die Post" behandelt unter den Blättern dieser Richtung Bevölkerung völlig außer dem Wahlrecht stellten und damit für un Abrechnungen die ganze Zeit über niemals mehr als achtzig die Angelegenheit. Es versteht sich, daß das erste was ihr dabei einfällt, Bevölkerung völlig außer dem Wahlrecht stellten und damit für un- Abonnenten hatte! Die Masse der Arbeiter empfanden die Berufs - die übliche Entdeckung ist, daß der Vorwärts" wiederum von Doku­mündig erklärten, so nerwerflich sie waren oder sind, noch Muster von Ehrlichkeit. Als die sächsische Reaktion im Winter 1895/96 durch Klassenscheidung von ihren Meistern. Sie nannten sich und fühlten erhalten habe. Das ist natürlich auch in diesem Fall nicht richtig. scheidung von Getverbe zu Gewerbe immer noch stärker als die menten Gebrauch mache, die er durch irgend einen Vertrauensbruch" Einführung des Preußen entlehnten Wahlsystems die Arbeiterklasse Sachsens politisch entrechtete, brachte sie es fertig, ihrem empörenden sich noch stark als Gesellen". Ein Klassisches Zeugnis dafür legen Im übrigen versucht die Post" sich möglichst leicht über diese Sache Gewaltstreich die verlogene Nedensart auf den Weg zu geben, daß das die, dem heutigen Arbeiter unfaßbaren Raufereien von Handwerks- hinwegzufezen. Was ist da weiter los? Eine Kleinigkeit! Die neue Wahlsystem den bisher vom Wahlrecht ausgeschlossenen Wermsten gesellen bestimmter Berufe mit solchen andrer Berufe ab, die sich noch" Post" meint: der Armen dieses Recht nunmehr zuerteile. In der That erhielten in den fünfziger Jahren auf Tanzböden in der Hasenheide in Berlin Es handelt sich um nichts weiter, als daß eine Anzahl von ca. 150 000 Personen jest das Wahlrecht, die es beim alten Dreimart abspielten. Sturz, nur erst eine kleine Minderheit der Lohnarbeiter­deutschen Bürgern, welche sich nicht dazu bequemen können, das Census nicht gehabt hatten. Nur war es für sie und die übrige durch das Dreiklassen- Wahlsystem nicht härter getroffen, als ihre schaft war zu focialer Bolljährigkeit gelangt. Die Masse wurde allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht für ein un antastbares Ideal zu halten, sich entschlossen haben, auf dem Wege Arbeiterschaft keine drei Heller wert. einer öffentlichen Agitation für ihre Anschauungen Propaganda zu Formell stellt das Dreillassen- Wahlsystem die drei Wählerklassen, Meister, die in ihrer großen Mehrheit in Bezug auf Lebens­machen. Sie wollen zu diesem Zwed zwei Abhandlungen in die es schafft, als Klassen einander gleich. So sehr die einzelnen bedingungen noch durchaus dem arbeitenden Volt angehörten. So­Millionen von Exemplaren im Bolle verbreiten." Wähler der ersten und zweiten Klasse gegenüber denen der britten large diese Klassengliederung bestand, fonnte es, wenn nicht beborrechtet sind, so erscheinen doch die Klaffen, als Ganzes socialiſtiſche, so doch bürgerlich- demokratische Mehrheiten in den lose, verlegende Sprache" des Giesebrechtschen Cirkulars und sagt: betrachtet, in der Wahlkraft einander gleichgestellt. Aber das ist eben Landtag bringen. Zwischen der zweiten und dritten Wählerklasse thatsächlich nur Schein. Je mehr die wirtschaftlich- sociale Entwid- bestand noch kein tiefgehender Unterschied im socialen Fühlen und Lung gesetzgeberische Maßnahmen nötig macht, die neue Einnahme­quellen für den Staat erheischen, um so mehr werden sich Ganz anders heute, wo die Lohnarbeiterschaft in der Industrie die Klaffen des Eigentums, d. 5. die beiden ersten Wähler gewaltig an Zahl gewachsen ist und mit verschwindenden Ausnahmen flassen, in mehr oder weniger offener Konspiration gegen die fociale Volljährigkeit erlangt hat, d. h. außer durch den Arbeits­dritte Wählerklasse überall da zusammenfinden, wo in dieser bertrag, der Geldlohn für Leistung normiert, in nichts an den das Interesse der besiglosen Erwerbsklassen, d. h. der Kopf- und Prinzipal gebunden, außerhalb der Werkstatt völlig auf sich selbst Handarbeiter, entschieden zum Ausdruck tommt. Die Furcht vorgestellt ist. Heute, wo der erwachsene Lohnarbeiter in der Erhöhung der direkten Steuern, die Sonderinteressen des Eigentums Regel auch Familienvater ist, was beim Gesellen nur aus- Bolt der Steuerzahlenden liefert- die Tägi. Rundschau" dürfte namentlich des Bodenbefizes gegenüber dem Staat bei Entnahmsweise der Fall war, kehrt das Dreiklassen- Wahlsystem um schon deutlicher aussprechen, ob sie nur die ungefchickte Bolts­eignungsfragen und dergleichen wirken hier mit magnetischer Gewalt dieselbe Entwicklung, die den alten Mittelstand zerfetzt, oder ob die Verbesserung des Wahlrechts, von der sie spricht, eine mehr seine Spitze gegen ihn und feine Klasse, als beschimpfung in der Agitation der Giesebrecht- Gruppe mißbilligt auf den Zusammenschluß hin. Im Einzelfall, im Angesicht eines bestimmten Gefeßentwurfs unter anderm eine neue Mittelklasse von Besitzenden geschaffen wirkliche Verbesserung im Sinne der Durchführung des gleichen Rechts oder Steuervorschlages kommt es wohl vor, daß sich die Interessen hat, die sich nur in der Einkommenshöhe von der Klasse der ganz bedeuten soll. der Eigentumsklassen spalten und die einen oder andern von ihnen Steichen unterscheidet, sonst aber mit ihr alle wesentlichen Interessen Das Berliner Tageblatt" weist mit Recht auf die Rolle hin, sich mit der Arbeiterklasse im Widerstand gegen bestimmte Gruppen des gegen die Arbeiterklasse gemein hat, gleich ihr vor allem St echte die das" Cirkular die Regierung in diesen geheimbündlerischen Besizes zusammenfinden. Bei der Landtagswahl aber handelt es sich um des Besizes und der bevorzugten focialen Stellung Bettelungen spielen läßt: fünf Jahre unvoraussehbarer Gesetzgebung, und da wird das Arbeiter zu berteidigen sucht, und so die zweite Wählerklasse, in der sie Will man nicht annehmen, daß Herr Giesebrecht geflunkert hat, so müßte die Regierung selbst als die geheime element, soweit dies nicht schon bei der Wahl der Wahlmänner möglich immer mehr den Ton angiebt, zur geschworenen Schildträgerin der Urheberin dieser gleichheitsfeindlichen Bestrebungen angesehen war, bei der Wahl der Abgeordneten durch die ein für allemal gegebene ersten Wählerklaffe macht. werden. Sie würde dann ein doppeltes Spiel spielen, indem sie selbst schiebt, während sie vor der Deffentlichkeit als die Geschobene zu erscheinen sucht. Es wird ihr jedenfalls kaum etwas andres übrig bleiben, als jezt Herrn Giesebrecht so schnell und so deutlich wie möglich von sich abzuschütteln, wenn sie sich dem neuen Reichstage gegenüber nicht von vornherein in eine fchiefe Lage bringen will."

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Streben.

Angesichts dieser socialen Umwälzung ist das bißchen Vermunft, Zweibrittel- Mehrheit der beiden ersten Wählerklassen in der Regel das neben einem wust von Widerfinn einst im Dreiklassen- Wahlsystem ohne Gnade beiseite geschoben. Eine Ausnahme wäre nur da mög­lich, wo es im Bürgertum noch eine größere Anzahl wirklich demo- stecken mochte, vollständig ausgelöscht und es zu einem Klaffen­tratisch- liberal gesinnter Elemente gäbe, die den Willen und die gefeß geworden, das sich mit Notwendigkeit gegen eine bestimmte Kraft hätten, vom Anfang bis zum Schluß des Wahlaktes mit den lasse richtet: die Arbeiterklasse. Und da gerade die Arbeiter­Arbeitern zusammenzugehen. Ob solche Ausnahmen sich bei der flaffe heute die Trägerin und stärkste treibende Kraft des socialen Fort­bevorstehenden Wahl in genügender Bahl finden werden, um schritts ist, ist das Dreiflassen- Wahlsystem num erst im vollen Sinne wenigstens in einigen Wahlkreisen einen Sieg der Arbeit und des des Wortes ein Reaktionsgefeß, das es so lange nur formell sonstigen werkthätigen Erwerbs gegenüber dem bevorrechtigten Klasse noch die vorwärtsstrebende Intelligenz der Nation den Ton war, als in der von ihm begünstigten zweiten Wähler­Besitz zu ermöglichen, bleibt abzuwarten. Nach Lage der Dinge,

insbesondere in Angesicht der haarsträubenden ungerechtigkeiten der angab. Es ist ein Gesetz der ständigen Reaktion, der ständigen Wahlkreis Emmzeilung, würde dies immer nur in ganz vereinzelten Hemmung des socialen Fortschritts, ein Gesetz, das sein Fällen von Erfolg begleitet sein. An eine Vertretung der Arbeiter Unrecht von Jahr zu Jahr steigert, anstatt es zu mindern. Es ist Klasse im Landtage selbst nur im Verhältnis der Stärke, die die feinem innersten Wesen nach ein Ausnahmegesetz gegen die Klasseneinteilung der Wähler ihr formell zuerkennt, ist ganz und gar Arbeiterklasse, das seine ganze kulturfeindliche Wirkung nur deshalb nicht zu denken. Das Dreitlaffen- Wahlsystem be- nicht entfalten kann, weil neben und teilweise über ihm das Reichs­deutet nicht eine proportionelle Bertretung der brei laffen, in die es die Bevölkerung einteilt, sondern die Erdrüdung bezw. politische Erbroffe lung der Arbeiterklasse.

tagswahlrecht steht, dessen wuchtiger Sprache sich selbst der reaktionäre andtag nicht ganz entziehen kann, das aber dem Privilegium und allen sonstigen tulturhemmenden Gewalten Hinterthüren über Hinter thüren darbietet, bermöge deren die Herrschenden sich zum Schaden der Damit stellt es sich in den schärfsten Widerspruch gegen die arbeitenden Klassen immer wieder neue Rechte sichern, neue Lösegelder focialen Anforderungen der Neuzeit, bedeutet es von Jahr erpressen können. Alle die sonstigen Ungeheuerlichkeiten des Dreiklassen­zu Jahr mehr ein Gesetz der Realtion, ein Ausnahmegesetz gegen die Wahlsystems, die vielen Widersprüche, die es in der Praxis gegen Arbeiterklasse. In der That war es bei seiner Schaffung lange nicht sein eignes Brincip mit sich bringt, find, so sehr sie zu scharfer Be­in dem Maße reaktionär, als es dies heute ist. Von der siegenden leuchtung herausforden, doch noch unbedeutend gegenüber der einen großen Ungeheuerlichkeit, daß ea Realtion am Tage nach einer niedergeschlagenen Revolution gegen die social mündig ge Gesetz und Recht gewaltsam eingeführt, hatte es bei seiner Schaffung wordene Arbeiterklasse wieder politisch entmündigt; daß es den immer noch einen Schimmer von socialer Rechtfertigung. Bergegen Unmündigkeit des alten Handwerts Gefellen, dessen modernen Industrie Arbeiter zurückdrängt in die politische wärtige man sich die Klassengliederung in Preußen im Jahre 1849. fociale Bedürfnisse so durchaus andre, geringere waren, und ebenso Nahezu drei Viertel der Bevölkerung lebten auf dem Lande"), wo ben immer mehr dem Industrie- Arbeiter fich focial uähernden Land­der Arbeiter, der Gutsknecht social noch vollständig unmündig war. Wie der Knecht wirtschaftlich durchaus unselbständig war, wie er zum Hofe des Bauern als ein quafi Familienmitglied gehörte und nicht viel anders als der Bauer lebte, so war er auch geistig durchaus *) Noch nach dem Census von 1861 lebten in Preußen 12 800 000 Menschen auf dem Lande und nur 5600 000 Menschen in den Städten, von denen die meisten noch start unter dem Einfluß des nlatten Landes standen.

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arbeiter politisch auf den Standpunkt des feudalen Gesindes herabdrückt. Es ist ein Gesetz der politischen Degradierung der Arbeiter, der socialen Entwürdigung.

Als ein solches, als nicht nur ihren Interessen feindlich fondern auch als eine ihnen zugefügte Schmach, als ein sie ent­ehrendes Ausnahmegesetz ist das Dreiklassen- Wahlsystem von der Arbeiterklasse mit der größten Energie zu bekämpfen. Kein bloßes Herumturieren an ihm, teine bloße Beseitigung von etlichen- man

Die Tägliche Rundschau" wendet sich gegen die so zucht­

" Zu den Sakramenten gehört das geltende Reichstags- Wahl­recht ja wohl nich und auch der Vorwärts" wird kaum zu be­streiten wagen, daß ihm mancherlei Fehler und Schlacken anhaften. An sich wäre also gar nichts dagegen einzuwenden, wenn man das Wahlrecht einmal abzuändern und zu verbessern suchen würde. Nur daß man sich dabei sicher nicht auf die Anregungen von Leuten stüßen wird, die den traurigen Mut haben, unsre handarbeitenden Brüder, die gleich uns des Königs Rock trugen und das Water­land zu verteidigen haben werden, gemeines Bolt" zu schelten." Wie es auch mit des Königs Rock sich verhalten mag, den bas

Die Berliner Zeitung " sagt:

" Die im geheimen betriebene Verschwörung zum Umsturz des Reichstags- Wahlrechts ist jetzt in ihrer ganzen Schönheit enthüllt... Hervorzuheben ist die Behauptung: man sei bon fompetenter Seite informiert, daß die verbündeten Regierungen ben willkommenen Anstoß zu der unvermeidlich gewordenen Revision des Reichstags- Wahlrechts nüzen wollen" und daß sie nur noch auf die nötige Vorbearbeitung der öffentlichen Meinung warten. Ueber diesen Punkt wird jedenfalls sofort nach Einberufung des Reichstages volle Klarheit geschaffen werden." Die Berliner Bolts- Zeitung" führt aus:

" Die Herren Wahlrechts- Reformer und Ungleichheits- Apostel, beren langgehegte Herzenswünsche hier wieder einmal zum Ausdruc kommen, haben zu ihrem Sprecher einen recht ungeschickten Mann erforen. Der Hinweis auf das Wort des Reichskanzlers von der stärkeren Macht des Monarchismus" findet eine be= sonders anmutige Illustration durch den inzwischen er­folgten Wahlausfall in dem monarchischen Sachsen , und die Behauptung, daß die Jdee von einer Aenderung des gleichen Wahlrechts in der demokratischen Presse Berbreitung und gu ftimmung gefunden habe, ist soweit die" Bolts- Beitung" in Frage fommt, eine aus der Luft gegriffene plumpe unwahrheit, die die Kampfesweise dieser Wahlrechts- Attentäter aufs beste kennzeichnet. Wir erwarten, daß diese Anschuldigung bei der übrigen demokrati­schen Preffe im weitesten Sinne dieselbe scharfe Zurüc weisung findet, wie es unsrerseits geschehen ist.

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Unter den Inspiratoren des Herrn Dr. Giesebrecht befindet fich ein Parlamentarier, der freifonfervative Landtags- Abgeordnete eherbusch, bei dem derartige Bläne nicht weiter verwunderlich sind, aber wir fragen: Bertritt Herr Weherbusch allein die kompetente Seite", die Herrn Dr. Giese brecht von der Absicht der verbündeten Regierungen in Kenntnis gesetzt hat, oder reichen die Gewährsmänner dieses Herrn höher Hinauf"? Die Regierung hat, obwohl der Reichskanzler in Norderney der Erholung pflegt, die Pflicht, eine runde und nette Erklärung abzugeben, ob sie mit diesen Plänen in Verbindung steht oder nicht."

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