Einzelbild herunterladen
 

"

Nr. 209.

Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. Post­Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs­Preisliste für 1903 unter Nr. 8203. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn z Mart, für das übrige Ausland 2 Mart pro Monat

Ericheint täglich außer Montags.

Vorwürts

Berliner Volksblatt.

20. Jahrg.

Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 fg. ( nur das erste Wort fett). Infecate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen­tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormitttags geöffnet.

Telegramm Noreffe: ,, Socialdemokrat Berlin".

Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.

Kaninchenrecht.

-

-

"

er­

Dienstag, den 8. September 1903.

-

-

"

Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984.

"

-

Ich stehe nicht an zu erklären: einen großen Der Verteidiger der Angeklagten konnte aber ausführen: Teil der moralischen Verantwortung für die Vorgänge schreibe ich den Gendarmen zu."

weiter:

Und

Das also find die großen Zaubermittel, mit deren Hilfe polnisches fällt zu Boden, um am dritten Tage im Krantens Land zu deutschem Lande gemacht werden soll. Das Versammlungs- haus zu sterben. Die Menge wird wütend, begeht Aus­recht soll den Polen genommen werden, sofern sie deutsch nicht ge- schreitungen der Aufruhr" ist fertig! Ein Toter, sechs Schwers Der Königliche Regierungsassessor Dr. jur. E. Serr er läufig reden und verstehen, russische Censurverhältnisse sollen ein- verwundete 55 Angeklagtel Vor dem Beuthener Schwurgericht geführt werden! - Oftober 1894 erklären einige der Angeklagten, sie hätten sich laubt sich ganz ergebenst, über die Polenpolitik, die dem Königreiche einem der Hauptangeklagten als Beugen angeboten und das Zwar hat man die Erfahrung gemacht, daß die Unterdrückung sei wohl der Grund, daß fie auf der Anklagebant feien! Ein als Preußen frommt, andrer Meinung zu sein als die hohe Staats- des Versammlungsrechtes in einem Lande, welches das Bedürfnis Beuge vernommener Gendarm erzählt unter anderm:" Wir machten regierung. Im preußischen Beamtenstande schäßt man nun die nach einem solchen Rechte empfindet, zur Geheimbündelei führt und die Revolver schußbereit, gingen noch drei Schritt bortvärts, Freiheit der Person und der Meinung besonders hoch man denke die Agitation, die sich sonst unter den Augen der Behörde zielten mitten in den dichtesten Mensgentnäuel an Löhning!- und so konnte der Assessor ohne Bedenken um Hals und was mehr wiegt unter der Kontrolle der und drückten ab. Einen Augenblick war es cubig, ein Mann und Kragen ein kleines Buch veröffentlichen, in dem er der Bolen- Deffentlichkeit vollzieht, sich rasch unterirdische und darum doppelt trat an uns heran und sagte:" Sie haben meine Frau totgeschoffen." politik Neue Bahnen" vorzeichnet und eine Stizze entwirft von" staatsgefährliche" Gänge gräbt; zwar pflegen verbotene Zeitungen Derselbe Gendarm erzählte weiter: Wir müssen scharf schießen, einer zu schaffenden Bolengesetzgebung" aus der die Regierung das am Tage nach dem Verbote mit verändertem Kopf aber unveränderter das ist Instruktion. Wir müssen entweder einen totschießen oder Gemälde gestalten" soll. Herr Dr. Herr denkt sehr hoch von nationalen Bestrebungen. schreit dennoch nach solchen Mitteln, deren Blamage feststeht, noch Gesinnung zu erscheinen- aber Herrn Dr. Herr' Boltsbewußtsein" gar nicht. Ueber die Köpfe weg schießen dürfen wir nicht, sonst werden wir bestraft.' Wer wahrhaft voltsbewußt denkt und empfindet," so schreibt er, der ehe sie angewendet worden sind. Nebenbei will er die Schule, die wird es auch dem Mann, der durch Abstammung, Sprache und Kultur doch den Polen gegenüber zu nichts andrem gut ist, zu einer Zucht­einer fremden Nation angehört, nicht verargen, wenn er wie anstalt für ein widerspenstiges Volt machen. Ein Jahr länger der Pole bei uns- sich gegen die Herrschaft eines ihm prügeln" ist seiner voltsbewußten Weisheit tiefster Kern. fremden Woltes auflehnt und die Herstellung eines Daß es schon unter den gegebenen Umständen und schon Nationalstaates erstrebt. Von den Polen verlangen, daß sie gar im polnischen Zukunftsstaate des Herrn Dr. Herz eigentlich loyale" Staatsbürger sein sollen, heißt nichts andres, als von ihnen feiner besonderen Förderung" des Auswanderungswesens bedarf, die Verleugnung ihres Boltstums fordern." liegt auf der Hand. Die Polen leben ganz gewiß nicht zu ihrem Vergnügen in Preußen! Aber Millionen von Menschen, die durch die Notwendigkeit ihres Erwerbs an die heimische Scholle gefesselt Die Geschwornen sprachen damals 31 Personen frei, 24 für find, durch Zwangsgesetze aus dem Lande drangfalieren zu wollen- schuldig. Die Belegung wurde eingeengt und für den Augenblick diese Idee ist mindestens so geistreich und logisch durchdacht wie niedergehalten. Für die Dauer aber läßt sich die Arbeiterbewegung jene, die die Polen aus der reichsdeutschen Welt durch Ansiedelungs- nicht niederhalten. 1898 zählten wir im Streise Kattowitz - Zabrze fonds hinausverkaufen will. fast 10 000 focialdemokratische Stimmen Als die vielgefeierten Eroberungszüge des Deutschtums in das der größte Teil davon stammte aus Babrze und umgegend, aus jenen Orten, denen die Ans ostelbische Land unternommen wurden, feierte die Schule der Bismarckschen Realpolitit ihre höchsten Triumphe. Damals in prozesses von Antonienhütte angehörten.... getlagten und Verurteilten des Krawall­jenen rauhen Zeiten trante man sich noch konsequent au sein- wurde einfach jeder Mensch, der die Sprache der Pruzzen oder Seitdem ist es nicht besser geworden. Die Verbindung bon der Obotriten sprach, auf den nächsten Baum gehangen. Kapital, Kirche und Behörde wurde immer enger. Nach der Reichs­So handelte die gepanzerte Fauft, als als sie wirklich noch tagswahl von 1898 verloren einige Hundert oberschlesische Arbeiter Panzer trug und noch nicht zu einer romantischen ihr Brot. Phrase verschrumpft war. Gegenüber den Polen hat man die An­wendung dieser einzig folgerichtigen und wirkungsvollen Germani­fierungs- Politik versäumt leider! hören wir Herrn Herz fagen. Sie hatten nämlich dazumal auch gepanzerte Fäuste.

So spricht Herr Dr. Herz, der Regierungsaffessor, und eine Flut von Empfindungen stürmt auf den Leser ein. Welche Ungeheuer­lichkeit, ein Bolt unter die Herrschaft eines fremden Volkes zu zwingen, es in einen Zustand zu versetzen, in dem die Geburt eines ehrlichen Mannes gleichzeitig die Geburt eines Hochberräters be­deutet. Was bleibt uns übrig als die sofortige Wiederherstellung Bolens, die ja auch die Kölnische Zeitung " in den feligen Tagen des März gefordert hat.

Aber vielleicht sieht der Königliche Regierungsaffeffor doch zu schwarz. Denn so sehr sich der Verwaltungsmechanismus in einem einsprachigen Nationalstaat vereinfacht, tann doch nicht so ohne weiteres angenommen werden, daß es für einen Polen ein Unglück sei, in einem Staate leben zu müssen, der kein polnischer Nationalstaat ist. Man denke doch nur daran, daß weder die Deutschen , noch die Franzosen , noch auch die Italiener der Schweiz ein besonders stürmi­sches Verlangen danach empfinden, in den Mutterschoß des deutschen , französischen, italienischen Nationalstaates zurückzukehren. Wer wahr haft boltsbewußt" empfindet, wird sich wohl sagen müssen, daß es zwar eine gar nicht unwichtige Sache sei, in welcher Sprache regiert wird, daß es aber noch viel wichtiger sei, wie überhaupt regiert wird. Ein Staat, der fleinere Nationen, die auf seinem Ge­biete wohnen, gut regiert und die bürgerliche Freiheit des Einznelen ebenso respektiert wie das nationale Daseinsrecht der Masse, wird nicht fürchten müssen, Hochverräter zu erziehen!

Herr Dr. Herr denkt aber anders; denn er fährt unmittelbar

-

Nationale Politit ohne Todschlag ist Unsinn: zwedlose Quälerei der einen und überflüssige Blamage der andern. Herr Dr. Herz mag sein strebendes Affefforenköpfchen noch so sehr anstrengen, er wird kein Mittel finden, wie man sociale oder nationale Volks­strömungen in der Paragraphenschlinge erwürgen kann.

fort: Je weniger wir aber von den Polen das Unmögliche ver- Der Laurahütter Krawall vor Gericht.

langen... umſomehr ist es unsre heilige Pflicht, als Deutsche solche Bestrebungen mit gepangerter Faust niederzuhalten und die fremden Völkersplitter entweder aufzufaugen oder aus dem Lande zu treiben."

Man fällt aus den Wolken!

Wenn die Regierungen uns, die Socialdemokraten, mit ge­panzerter Fauft niederzuhalten versuchen, so thun sie das doch nur, weil wir moralisch verkommene Subjekte sind, die die fürchterlichsten Unfittlichkeiten vorhaben. Wenn der Staat die Socialdemokratie zu Inechten und zu terrorisieren versucht, so erfüllt er damit so sagt man uns doch eine sittliche Pflicht.

-

Den braven nationalgesinnten Bolen aber sagt der töniglich preußische Regierungsassessor, daß sie Schurken wären, wenn sie schwarz- weiß gefinnt wären; da er aber liebenswürdig genug ist, ihre Ehrlichkeit vorauszusetzen, verspricht er ihnen die gepanzerte Fauft und die Austreibung aus dem Lande.

Wahrhaftig, es giebt königlich preußische Staatsbeamte, die von dem sittlichen Zwed des Staates eine merkwürdige Vorstellung haben. Was ein großer deutscher Dichter dem Staate in heiligem Borne zugerufen hat, wiederholt er so mit fühler Gelassenheit: Du hast das Amt zu rauben und zu töten!

"

Der strebsame Regierungsaffeffor will mit einem Worte die Polen unter ein besonderes Polenrecht stellen. Aber die Ver­fassung!" wird der liberale Bürger erschrocken sagen. Herr Dr. Herz stolpert nicht über solche Zwirnsfäden. Sehr richtig bemerkt er, daß man sich weder im Stulturkampf noch beim großen gefeßlichen Socialistentotschlag viel um die Verfassung gekümmert habe. Nach dem er das für das Eratriierungsgesetz angeführt hat, fährt er

Beuthen D.-S., den 6. September 1903. fammer der Riesenprozeß gegen die Laurahütter Arbeiter. Am Dienstag, den 8. b. Mts. beginnt vor der hiesigen Straf­

Mit hämischer Freude erwarten die oberschlesischen Reaktionäre den Tag des Gerichtsden Tag, der ihren Nachegelüften Be­friedigung und Genugthuung bringen soll.

-

-

...

-

,, Bedenken Sie doch den unglückseligen Feuerlärm, der so viele Leute erst auf den Platz hingelockt und dann hier auf die Anklagebank gebracht hat. Der Feuerlärm war in der That eine recht unglückselige Maßnahme. Man wollte die Menge aus­einanderbringen und bläst Feuerlärm und holt damit erst noch mehr Menschen heran."

und

Die Gesinnungsriecherei auf den Gruben und Hütten wurde immer energischer betrieben. Die Zeit des wirtschaftlichen Aufschwunges brachte den oberschlesischen Arbeitern keine bedeutende ungemein größere Schädigung der Gesundheit. In der Zeit des Lohnerhöhung, dafür aber eine ungemein stärkere Anstrengung und Niederganges fielen die Löhne rapid. Feierschichten traten immer öfter ein. Maßregelungen waren auf der Tagesordnung. Das polis tische Leben ist in Oberschlesien unterbunden. Versammlungen oppo­fitioneller Parteien giebt es nicht socialdemokratische und polnische Redakteure wandern auf lange Monate, ja Jahre ins Gefängnis. Die zwangsweise Germanisation seßt an allen Ecken und Enden ener­gisch ein. Die Geistlichkeit aber ist in jedem Fall auf seiten der Feinde des Volkes.

voltes in Oberschlesien . Immer flarer wird dem Arbeiter der Bund

-

Lawinenartig wächst die Erbitterung des polnischen Arbeiter­der drei Gewalten: Kapital Kirche Bolizei. Der Hüttendirektor, welcher zugleich Amtsvorsteher ist, wird für Oberschlesien zu einer symptomatischen Erscheinung.

*

-

Die Erbitterung wächst ständig. Die Reichstagswahlen von 1903 nahen. Das Volk rüstet sich zum Kampfe. Abrechnen will man Das arme oberschlesische Volk! Schon manchmal hat es ver- mit den Brotverteuerern vom Centrum, abrechnen mit dem Centrum sucht, seine Lage zu bessern, sich zum Licht hervorzuarbeiten. Und als Vertreter der volksfeindlichen Mächte. Die entschiedene Wahl­immer und immer wieder endete jede Voltsregung vor Gericht, im parole der Arbeitermassen ist: Fort mit dem Centrum!" Und nun begann eine tolle Hehe in unserm Industrierevier. Woche Gefängnis oder vor blizenden Gewehrläufen. Die hochentwickelte oberschlesische Industrie ist bis heute zu für Woche wurde von den Centrumsgeistlichen die Kanzel mißbraucht, einem großen Teil im Besize der feudalen Magnaten. Und wahrlich um gegen die socialdemokratischen und polnischen Kandidaten sie hat es berstanden, ihre" Arbeiter in feudalen Fesseln zu Stimmung zu machen man scheute sich nicht, die kirchlichen Räume erhalten. Die Tausende, die auf einem Bergwerk fronen, die durch rohes Schimpfen zu entheiligen, man schrat selbst davor nicht Tausende, welche Tag für Tag oder Nacht für Nacht vor dem Hoch- zurück, die Beichte zu Wahlzwecken au mißbrauchen. Wochenlang ofen der Hütten stehen, sind noch keine freie Menschen. Das Groß- trieben dann die Centrumsgeistlichen die Kirchenbesucher direkt aus fapital läßt kein Mittel unversucht, den Arbeiter in größter Ab- der Kirche zu Versammlungen. Wahrlich, diese Versammlungen, sie hängigkeit von sich zu belassen. Denkende Arbeiter werden rücksichts- waren denen würdig, welche die Wahlpredigten hielten. Man be= los entlassen und sie können sicher sein, daß sie auf keinem andren schimpfte die Gegner, man sagte ihnen die größten Schlechtigkeiten die Unternehmer- Organi- nach- und man ließ keinen zur Antwort das Wort ergreifen. Ins oberschlesischen Werke Arbeit finden sation bleibt nicht müssig. Selbst der Arbeiter, der durch ein zwischen konnten die Gegenparteien nicht eine einzige Versamm­Grubenunglück zum Strüppel wird befürchtet, man werde die lung abhalten. Die Versammlungen empfanden diese Rechtsgleich­Entscheidung der Genossenschaft zu seinen Ungunsten beeinflussen. heit. Die Empörung wuchs. Es tam dazu, daß Centrumsgeistliche Der Hüttenarbeiter ist in Werffassen versichert wird er entlassen, an einzelnen Orten die Einwohner direkt zu Gewaltthätigkeiten gegen so verliert er Hunderte von Mart , die er lange Jahre hindurch ein- die Bettelverteiler von polnischer oder socialdemokratischer Seite auf­gezahlt hat. So fät man Furcht aber auch Haß. Schlecht ist wiegelten, an einzelnen Orten dagegen direkt und eigenhändig zu die Entlohnung, schlecht und unwürdig die Behandlung, schlecht die Gewaltthätigkeiten übergingen. Die besonnenen Streise waren bon Ernährung des oberschlesischen Arbeiters. Die Wohnungen, die vornherein der Ueberzeugung, daß es die Absicht der Centrumsgeist­lichen war, durch ihre Brutalität Unruhen und Krawalle hervorzu­ihnen die Arbeitgeber zur Verfügung stellen, sind recht schlecht alle aber geeignet, die Abhängigkeit des Arbeiters von der Herr rufen, um dann das Militär und den Gerichtsapparat zur Silfe schaft" zu erhöhen. gegen die vordringende Opposition zu erhalten, um die Opposition So begann der Kampf. 1889 hatten wir wilde, unorganisierte gegen die weltliche Macht der katholischen Kirche und gegen das Gen­ Und ebenso sette das Socialistengesetz doch auch breite Streits. Anfang der 1890er Jahre fezte die socialdemokratische Agitation trum im Blut und im Zuchthaus zu ersticken. Als endlich der Kar­Schichten der Bevölkerung im Staatsinteresse schließlich ein. Zum erstenmal hörte der polnische Arbeiter in Oberschlesien dinal Stopp mit seinem Hirtenschreiben in den Wahlkampf eintrat, zurück und griff aufs allertieffte ein in die Ausübung den socialistischen Gedanken, zum erstenmal wurde ihm gefagt, daß er konnte ein Zweifel hierüber nicht mehr obliegen. der Nechte der Preußen". Und nach solchen Vorgängen ein freier Mann sei, er die Ketten selbst abschütteln könne. Mit un Am Hauptwahltage wurde nun von den Centrumsagitatoren sollten wir, die wir doch etwas Realpolitik in der Bismardschen heimlichem Eifer eilte die katholische Geistlichkeit dem Stapital zujan Brutalität geradezu Unglaubliches geleistet. Die Centrums Schule gelernt haben könnten, uns scheuen, gegenüber bolts- Hilfe, und es war ein sehr bekannter katholischer Geistlicher, welcher geistlichen standen vor manchen Lokalen und rissen den Arbeitern die fremden, dem Staatsgedanken widerstrebenden Gliedern unsres 1893 bor Beginn einer bereitelten Versammlung in Königs- ihnen nicht genehmen Stimmzettel aus der Hand. Vor den Lokalen Staatskörpers die geschliffene Waffe zu führen, die wir bereits bütte O.-S. die Menge aufhette: Steinigt doch diesen richteten sie Schleppbureaus ein, welche von den untundigen Wählern Berliner !" So ging es weiter. Bald waren alle die als Wahlbureaus angesehen wurden. An diesen Tischen wurden zum Kampfe gegen die eignen Volksgenossen geführt haben." polnischen Socialisten, welche die Agitation begonnen hatten, im zahlreiche Nicht- Centrumswähler um ihre Stimmen betrogen. Man In seinem Eifer bergißt der getreue Affeffor freilich, wie arge Beuthener Gefängnis.... Doch hatte das Leben begonnen. fagte ihnen, fie seien nicht eingetragen. An andren Orten wurden Scharten sich die geschliffene Waffe" bei der träftig gesunden 1893 fehren zwei schlichte Bergleute vom Bergarbeiter- Kongreß nach amtliche Couverts mit Centrums- Stimmzettel ausgegeben. An andren ihrer Heimat zurück und werden aus der Arbeit entlassen. wieder haben hervorragende Centrumsagitatoren Lehrer, Net­Gegenwehr der Angegriffenen schon geholt hat. Herr verlangt u. a. die Einschränkung des ohnehin fläglich be- Die beiden Arbeiter entfalten nun eine fieberhafte Agitation zweds toren die Schulkinder aufgefordert, die socialdemokratischen schränkten Selbstverwaltungsrechts für polnische Gemeinden, das Ver- Gründung einer Bergarbeiter- Organisation. Die Wirte müssen Stimmzettelverteiler mit Steinen zu bewerfen, was auch geschah. nachgeben in die Versammlungen strömen Sonntag für Sonn- Die Erbitterung stieg auf das höchste. Fort mit dem Centrum!" bot polnischer Versammlungen, die Unterdrückung polnischer Zeitungen, tag Tausende, um die erlösenden Worte des Arbeiterkampfes zu das war die Losung der Arbeiter. Trotzdem machten die Centrums die binnen drei Jahren zweimal auf Grund der§§ 41 und 42 des hören. Nur furze Zeit und die Versammlungsverhinderungen leute noch immer ihre Versammlungen. Die Absicht hierbei war, Strafgefeges verurteilt worden sind, Verlängerung der Schulpflicht und Auflösungen beginnen. In Antonienhütte wird vor einem wieder tüchtig auf den gegnerischen Kandidaten zu schimpfen und- in Posen und Westpreußen bis zum 15. Lebensjahre und Förderung Lokale von den Gendarmen mitten in die aufgeregte Menge unter dem Schuße der Polizei- teine Antwort und keinen der polnischen Auswanderung geschossen- eine unschuldige schwangere Frau Protest zuzulassen.

fort:

-

-

-

-

"

-

-

"

-