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Nr. 241. 20. Jahrgang.
Berliner Partei- Angelegenbeiten.
Dritter Wahlkreis. Heute, Donnerstagabend, 3ahlabend bes Wahlvereins in den bekannten Lokalen. Die Genossen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand.
Der focialdemokratische Frauenverein hält heute abend 81%, Uhr im Hofjäger- Balast, Hasenheide 52/53, eine Versammlung ab, in der Genosse Grunwaldt referiert. Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen.
im Ausstande befindliche Arbeiter haben nun, so lange der Greifswalderstraße wohnender Kaufmann hatte gelegentlich des Ausstand dauert, von Rechts wegen feinen Anspruch auf die Ver- Wohnungswechsels eine neue Gaseinrichtung anbringen lassen und abfolgung von Wochenkarten. Sie sind ja gar nicht mehr ge- mit der Durchführung der Arbeiten einen Angestellten der städtischen nötigt, täglich zu ihrer Arbeitsstätte zu fahren. Wenn sie zum Gasanstalt in der Danzigerstraße betraut, der Privatarbeiten Vergnügen oder wegen persönlicher Zwecke nach der Stadt hinein- nebenbei übernahm. Als der Wohnungsinhaber mit feiner Familie fahren wollen, mögen sie den angemessenen Fahrpreis dafür ent- in das neue Logis einzog, fand er es völlig mit Gas gefüllt. Es Für den zu Tempelhof gehörenden Ortsteil Hasenheide( Nr. 61 richten. Es wäre geradezu widerfinnig, wenn die Eisenbahn- stellte sich heraus, daß der Rohrleger alte defekte Leitungen bei der bis 95) findet heute, Donnerstagabend 81%, Uhr, bei Küßner, Hafenverwaltung ihnen durch erhebliche Preisvergünstigung noch die Anlage benutzt hatte. Zum Ueberfluß waren die Leitungen auch heide 89, eine Wahlvereins- Versammlung statt, in der die Aufstellung Möglichkeit erleichtern sollte, als Streitposten aufzuziehen noch an den Verschlußstellen undicht, sodaß das Leuchtgas in großen der Wahlmänner erfolgt. Das Erscheinen der Parteigenossen ist und an eventuellen Ausschreitungen gegen Arbeitswillige Mengen herausströmte. Die Angelegenheit, die unter Umständen dringend notwendig. Parteigenossen von Tempelhof und Hasenheide, teilzunehmen." eine furchtbare Katastrophe hätte nach sich ziehen können, ist zweds bergewissert Euch, zu welcher Wählerklasse Ihr gehört. Die Es fehlt nur noch, daß die" Post" verlangt, es sollen aus weiterer Verfolgung der städtischen Beleuchtungs- Deputation überAbteilungslisten der Bezirke 1-6 liegen heute, morgen und über- ständige und ausgesperrte Arbeiter überhaupt von der Beförderung wiesen. morgen im Gemeindebureau, Dorfstraße, zur Einsicht aus; für den gehörigkeit der von der" Post" im Unternehmer- Intereffe geäußerten auf der Eisenbahn ausgeschlossen werden. Ernsthaft über die UnUnheimlichen Atelierbesuch hatte in der letzten Zeit zweimal die Bezirk Hasenheide liegen diese Listen im Gemeinde- Zweigbureau, Ansicht zu reden, verlohnt sich nicht; aber fennzeichnend ist es immer Malerin Stüler- Walde in der Dorfstr. 80. Als die Künstlerin, die Hasenheide Nr. 93, aus. Folgende Genossen sind bereit, für andre hin, daß nach dem Scharfmacher- Moniteur einem von der Unter- wieder in ihr Atelier kam, sah sie, daß sie unterdessen Besuch gehabt die Listen einzusehen: Martin Müller, Gastwirt, Berlinerstr. 41/42, nehmertvillfür am Arbeiten verhinderten Mann auch das Aufsuchen hatte. Ein Kunstliebhaber war es nicht gewesen. Denn alles, was nach dreitägiger Abwesenheit M. Schmidt, Berlinerstr. 47, J. Flieg, Berlinerstr. 33, Gastwirt neuer Arbeit oder die Uebernahme von Gelegenheitsarbeiten, wie fie bie Stunft betrifft, hatte er unbeachtet gelaffen, dagegen einige Küßner, Hasenheide 89. sich auch ausständigen Arbeitern immerhin in Berlin bietet, von profane Dinge, 50 m. bares Geld, einen filbernen Löffel mit dem amtswegen erschwert werden soll. Man begreift übrigens, daß der" Post" gegen ausgesperrte Beichen M. S. und eine Bluse mitgenommen. Bald darauf kam Arbeiter fein Mittel barbarisch genug erscheint, wenn man sich die der ungebetene Gaft schon wieder. Von der Kleinen Treppe, die in dem Betriebe dieses Blattes herrschenden Praktiken einmal näher ein Fenster übersehen. Als nun die Malerin am Hellen Mittag die vom vierten Stock zum Atelier hinaufführt, kann man dieses durch ansieht. Das folgende uns von einer Arbeiterin zugesandte Schreiben Treppe hinaufstieg, gewahrte sie einen Menschen, der sich entwirft da ein niedliches Bild: in ihren Räumen angelegentlich umsah. Vor einigen Tagen besuchte ich eine franke Kollegin, die in dem früheren Waisenhause Stralauerstr. 58 eine Stube oder richtiger Thür rührte, schwang sich der unheimliche Besuch durch das Fenster auf das Dach hinaus und war verschwunden. Verfolgen konnte ihn eine Remise bewohnt. Meine Freundin ist herz- und lungenleidend. Die Künstlerin schon deshalb nicht, weil er so vorsichtig gewesen war, Als ich meiner Verwunderung darüber Ausdruck gab, daß die die Thür von innen zu verriegeln. Die Künstlerin mußte erſt ihr Wohnstätte durchaus nicht einladend war, erzählte mir die Kranke, Atelier durch einen Schlosser öffnen lassen. Inzwischen ging der daß sie früher eine bessere Stube bewohnt habe, doch sei es ihr Flüchtling über alle Dächer und ward nicht mehr gesehen. Der nicht möglich gewesen, noch weiter die Miete zu erschwingen. Spaziergang fiel ihm um so leichter, als die Nachbarhäuser in der Denn sie habe eine schlimme Enttäuschung erlebt. Fünfundzwanzig Großbeerenstraße alle flache Dächer haben. Der Entlommene ist Jahre lang fei fie in der" Post" zur vollen Zufriedenheit wahrscheinlich der Einbrecher, der in verschiedenen Stadtvierteln schon beschäftigt gewesen, wenigstens hätten ihre Arbeitgeber ihr diese Versicherung gegeben, und da sei sie, zwei Monate länger fein Unwesen treibt, indem er durch offene Dachfenster einsteigt vor ihrem Jubiläum, und überall stiehlt, was ihm gerade zur Hand liegt. entlaffen worden. Eine folche Rücksichtslosigkeit habe fie nie für möglich gehalten. Der nene Stadtbahnhof Warschauerstraße ist am heutigen Morgen Freilich habe sie bei der Entlassung eine Prämie von 50 Mark zunächst allerdings nur eingleisig in Betrieb genommen worden. erhalten, aber was wolle das bedeuten? Es wäre doch wahrlich Nachdem in der verflossenen Nacht der Anschluß des alten Bahnangebracht gewesen, wenn man sie in ihrer Stellung belassen förpers an die neue Bahnstrecke bewirkt worden, werden die Züge hätte Einmal, weil sie doch mit ihrer Arbeit vertraut sei, und in der Richtung A( Schlesischer Bahnhof ) über diese geleitet. In dann, weil sie mit 58 Jahren troß ihrer Tüchtigkeit im Beruf der Richtung nach Stralau- Rummelsburg wird die Verbindung erst doch so leicht keine Arbeit wieder bekomme. Abermals ein nettes in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag hergestellt und am Beispiel wie es mit der Lebensstellung" einer Arbeiterin aus- Sonntag früh die Betriebseröffnung der Station Warschauerstraße fieht. Es wäre gut, wenn die" Post" sich auch einmal um ihre in vollem Umfange stattfinden, An diesem Tage wird dann auch eignen Angelegenheiten bekümmern wollte." der 150 Meter lange Stadtbahn- Tunnel in Betrieb genommen.
Weißensee . Heute abend 8% Uhr findet im Vereinshaus, Charlottenburgerstr. 150 eine öffentliche Versammlung statt. Genosse Arthur Stadthagen spricht über das Thema:" Auf zur Landtagswahl." Diese Versammlung ist die erste, die sich mit der Landtagswahl beschäftigt; es wird erwartet, daß die Parteigenossen durch zah ichen Besuch ein ebenso lebhaftes Interesse für die Landtagswahl bekunden als für die Reichstabswahl.
3offen. Reichstags- Abgeordneter Zubeil referiert Sonntag nachmittag 31 Uhr bei Rüsfer, Barutherstraße über die 2 andtags wahlen. Die Parteigenossen werden ersucht, für zahlreichen Besuch dieser Versammlung zu forgen.
Röpenid. Die 14 Abteilungslisten zur Urwahl liegen nur noch heute und morgen im Rathause, Zimmer Nr. 12, in der Zeit von 8 bis 12 und 3 bis 6 Uhr öffentlich aus. Ein jeder überzeuge sich, ob sein Name auch in dieser Liste richtig eingetragen ist. Diejenigen Parteigenossen, welche selbst keine Zeit dazu haben, wollen sich wieder an die bekannten Genossen wenden.
Lokales.
Behörde und Unternehmer im gemeinsamen Kampfe gegen die Arbeiterschaft
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Resertreise wollen wir, um Weißverständnisse zu verhüten, darauf aufZur Dippold- Affaire. Auf verschiedene Anfragen aus unsrem merksam machen, daß der Vater des zu Tode geprügelten Knaben nicht der Reichsbant- Präsident Dr. Koch ist, sondern der Direktor der Deutschen Bank Rudolf Koch .
Sobald sie aber an der
dies in Deutschland alltägliche Bild wurde auch in einer BerDiese an einer 58 Jahre alten Arbeiterin nach 25 jähriger Aushandlung vorgeführt, die gestern vor der fünften Straffammer am nußung verübte Handlung ist des Scharfmachertums würdig. Aber Das Polizeipräsidium erläßt folgende Bekanntmachung: Eine Landgericht stattfand. Wegen angeblichen Vergehens gegen das sie zeugt von Konsequenz. Wenn man, wie die" Post", seinen zuführen, daß das Stroh, mit welchem die Kellerlichtschächte in oder Wenn man, wie die" Post", seinen große Anzahl von Kellerbränden im letzten Winter war darauf zurückVereinsgesetz waren die Buchbinder Hermann Spießgart und Lebenszweck darin sieht, anständige Arbeiter unausgesezt zu be- zuführen, daß das Stroh, mit welchem die Kellerlichtschächte in oder Robert Gerber angeklagt, vom Schöffengericht aber freigesprochen schimpfen, muß man im eignen Hause ebenfalls brutal und herzlos Anschlüsse gegen Frost verstopft zu werden pflegen, von der Straße vor den Hausdurchfahrten zum Schutze der Gas- und Wasserleitungsworden. Die Photographische Gesellschaft" in Steglig berfahren. stand seit langer Zeit mit ihren Arbeitern im Konflikt. Vor mehr als aus abfichtlich und unabsichtlich durch Hineinwerfen von brennenden zwei Jahren war zwischen der Gesellschaft und ihren Arbeitern abschließenden Gitter in Brand gesetzt wurde. Angesichts der heranStreichhölzern, Cigarren und dergleichen in die die Kellerlichtschächte beziehungsweise dem Buchbinderverbande Deutschlands eine Tarif nahenden kalten Jahreszeit wird deshalb den Hausbefizern dringend gemeinschaft zu stande gekommen, die aber von der Direktion der empfohlen, die Kellerlichtschächte unterhalb der Gitter mit eng Gesellschaft nicht eingehalten wurde. Es wurde daher von seiten des Personals eine Kommiffion gewählt, die bei der Direktion vorstellig maschigen Drahtneßen oder mit Eisenklappen, die werden sollte. Die Kommission wurde nicht vorgelassen, statt dessen das Hindurchfallen brennender Gegenstände verhindern, versehen zu Die elektrischen Schnellfahrten der Studiengesellschaft haben eine laffen, um Kellerbrände zu verhüten. wurden elf Arbeiter entlassen, angeblich wegen Arbeitsmangels, dabei turze Unterbrechung erfahren müssen, weil im Straftwerk zu Oberfuchte die Direktion durch Inserate neue Arbeitskräfte. Am Schöneweide eine Maschine defekt geworden ist, ohne welche der Unglücksfall im Cirkus Busch. Dienstagabend hat sich bei der 16. Februar dieses Jahres wurde nun eine Werkstatt- Ver- hochgespannte Arbeitsstrom auf die weite Entfernung nicht geliefert Borführung der Löwennummer im Cirkus Busch ein Unglück fammlung einberufen, in welcher eine neue Kommission gewählt werden kann. Aus diesem Grunde mußte die letzte Fahrt des ereignet. Ein störrischer Löwe langte mit der Tage nach Miß Heliot wurde, um mit der Direktion der Gesellschaft über die schwebenden Siemens- Wagens unterbleiben, der schon zur Abfahrt bereit stand. aus und riß ihr die Ader am Handgelenk auf. Obgleich die Wunde Differenzen zu unterhandeln. Auch diese Kommiffion wurde ab- Man hoffte bis zur letzten Viertelstunde, den Strom in aus- heftig blutete, wollte die Tierbändigerin doch die Nummer zu Ende gelehnt. Nun beriefen die Arbeiter zum 19. Februar eine Fabrit reichender Stärke zu erhalten, Leider vergeblich: gegen führen; man veranlaßte fie aber, sich aus dem Käfig zu entfernen. bersammlung ein, zu der ein Delegierter des Buchbinder- 1084 Uhr mußte den Stationen das Glockenfignal mit- Infolge des Blutverlustes wurde Miß Heliot bald darauf ohnmächtig; Verbandes geladen wurde. Da es sich um interne Fabrikangelegen geteilt werden, daß die Fahrt unterbleiben müßte. Daß sie tam jedoch, nachdem sie verbunden worden war, binnen kurzem heiten handelte, wurde die Versammlung nicht polizeilich an- dies Schluß Signal", wie es scherzhaft genannt wurde, wieder zu sich und erklärt dann, daß sie ihre Vorstellungen am gemeldet. Die Fabrikleitung hatte aber einen den auf Station Dahlwig versammelten In- und Ausländern, etwa nächsten Tage fortsetzen wolle. An dem Unfall trage sie selbst die Gendarmen benachrichtigt, dieser erschien in der 150 an der Zahl, recht unwillkommen war, versteht sich von selbst. Schuld, da sie nicht genügend aufgepaßt habe. Versammlung, fragte nach der Versammlungsbescheinigung Viele von ihnen fuhren nach Marienfelde und besichtigten dort die und löste- als eine solche Bescheinigung nicht vorgelegt beiden Schnellwagen, von denen der Motor der Allgemeinen werden konnte die Versammlung auf. Von den Angeklagten Glettricitäts- Gesellschaft es inzwischen auch schon auf hatte der eine den Vorsiz geführt, der andre war als Redner auf- 150 Kilometer pro Stunde gebracht hat. Man hatte gehofft, die getreten. Das Schöffengericht hatte beide freigesprochen, weil nur Maschinenreparatur bis heute fertigstellen zu können; diese Erwartung interne Fabrikangelegenheiten- also nicht öffentliche verhandelt hat sich leider nicht erfüllt; wie wir hören, dürfte die nächste Fahrt worden seien. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein, die Straf - frühestens erst am Sonnabend stattfinden können. tammer stellte sich aber auf den Standpunkt des ersten Richters. Es feien nur interne Angelegenheiten in geschlossener Gesellschaft ver- Hochbahn beschäftigt noch immer die Aufsichtsbehörden. Wie er Die Dämpfung des Betriebsgeräusches auf der Oststrecke der handelt worden. Dazu bedürfe es keiner polizeilichen Genehmigung. innerlich, wurden im Sommer dieses Jahres auf der Strecke Die Angeklagten wurden nicht allein freigesprochen, auch die Kosten Hallesches Thor- Möckernbrücke hölzerne Langschwellen unter die der Verteidigung wurden auf die Staatstasse übernommen. Man betrachte sich dies wie gesagt alltägliche Bild. Ein arbeiterfeindlicher Unternehmer fühlt sein Brivatinteresse durch eine Besprechung der in seinem Betriebe ausgenugten Arbeiter verlegt. Der Mann ruft die Polizei heran und ein herbeigeeilter Gendarm löst nun auch richtig die Versammlung der Arbeiter Doch
auf.
Die Kunst für das Volk!
Bescheid in Sachen der Ueberlassung der Schulaulen für Kunstabende Der Freien Voltsbühne ist nunmehr der ablehnende zugegangen. Er lautet: Magistrat
hiesiger königl. Haupt- und Residenzstadt. Journal- Nr. 3172 Arsch 03.
Schienen gelegt, um zu erproben, ob dadurch sich eine Verminderung des rollenden Geräusches werde erzielen lassen. Gestern besichtigten Vertreter der kgl. Eisenbahndirektion und des Polizeipräsidiums die Strecke, um sich wiederholt über die Wirkung dieser Einrichtung zu informieren; zugleich sollte auch festgestellt werden, wie die Langschwellen bezw. Geleise sich im Betriebe verhalten und ob der ganze An Stabilität behalte. Allzuviel schien man sich von der Versuchsstrecke Oberbau troß der nachträglichen Aenderungen die erforderliche nicht zu versprechen, wenn auch mehrfach behauptet wird, daß durch Die Aenderung der Holzschwellen eine merkliche Schalldämpfung erzielt werde. Das Eifersuchtsbrama
Berlin C., den 12./X. 03. Ihrem Antrage auf Ueberlassung der Hörsäle des Askanischen, Humboldt, Leibniz- und Luisenstädtischen Gymnasiums zwecks Veranstaltung von Kunstabenden für die Mitglieder der Freien Voltsbühne bedauern wir nicht entsprechen zu können, nachdem fich die Direttoren der genannten Anstalten übereinstimmend gegen Gewährung des Antrags erklärt haben. Kirschner.
den Verein Freie Voltsbühne, Geschäftsstelle Rigdorf.
Das ist alles. Die Direktoren haben es nicht für notwendig gehalten, auch nur einen Grund für ihre Ablehnung anzugeben. Und der Berliner Magistrat hat sich auch seinerseits um feinen Grund
mit diesem den Arbeitern behördlich zugefügten Unrecht ist es noch nicht abgethan. Leiter und Redner der auf gelösten Zusammenkunft werden nunmehr noch von Amts wegen prozeſſiert, weil sie angeblich das Vereinsgesetz übertreten haben sollen. Es braucht wohl nicht hervorgehoben zu werden, welche Scherereien, Kosten und Sorgen ein Prozeßverfahren gerade einem besiglosen Arbeiter selbst dann bereitet, wenn die Freisprechung selbst- Das Eifersuchtsdrama in der Steinmetzstraße, dem am 25. Mai bemüht. So erleichtert man die Bestrebungen edelster künstlerischer verständlich ist. Diese Freisprechung erfolgt dann auch. Nun meint der Major a. D. August Reisch zum Opfer gefallen ist, wird am Boltsbildung! Offenbar ist man der Meinung, daß die Proletarier der Arbeiter Ruhe zu haben, wenn ihm auch jegliche Genugthuung Freitag das Schwurgericht des Landgerichts I beschäftigen. Vor fein Anrecht auf fünstlerisches Genießen haben. Auch dieses Gebiet gegenüber dem denunzierenden Unternehmer und dem auf dessen diesem hat sich die Wirtschafterin Marie Gleditsch zu ver- der Kultur soll ein Monopol der Befizenden sein. Insbesondere Anruf in der Versammlung erschienenen Gendarmen versagt bleibt. antworten. Sie war bei dem Major längere Zeit Wirtschafterin ges scheint es anstößig, wenn sich die Arbeiter aus eigner Kraft, nach Aber der Arbeiter irrt sich. Dem Staatsanwalt erscheint die Sache wesen, nachdem diefer in Pension gegangen war, und scheint sich eigner Wahl den Weg zur Kunst suchen, anstatt sich von hoch bedeutsam genug, um noch einmal die eben glücklich über mit der Hoffnung getragen zu haben, daß sie einst dessen Ehefrau mögenden Gönnern mit sogenannten populären Darbietungen bestandene Prozedur gegen den Arbeiter einzuleiten. Abermals werden könnte. Sie hat in intimeren Beziehungen zu ihm gestanden vormunden zu lassen. Scherereien, Kosten und Sorgen und abermals endlich die und konnte es nicht verwinden, daß sie, als der Major mit seiner wohl selbstverständliche Freisprechung. Nicht allein die Leute, die Mutter nach Berlin übersiedelte und hier in der Frobenstraße unter diesen Handlungen der Vertreter des Staates persönlich zu Wohnung nahm, für dessen Haushalt überflüssig wurde. Hier in leiden haben, sondern auch die Arbeiter in ihrer großen Masse legen Berlin war der Major fast täglicher Gast bei dem in der Steinmetz sich bei Betrachtung eines solchen alles natürlich manche Fragen straße 40a wohnenden Rentier Pudor , in dessen Haushalt eine bor, unter anderm auch
Inzwischen hat, wie bekannt, die Freie Voltsbühne sich die Singakademie für ihre Kunst- Abende gesichert, deren erster mit einem ausgewählten Brogramm bereits am nächsten Sonntag stattfindet. Das Beethoven- Konzert und die Teilnahme Gymnasial- Direktoren geht.
sich bei Betrachtung eines solchen Falles in Deutschland wohl Wirtschafterin beschäftigt ist. Auf lettere wurde die Gleditsch mehr der Arbeiterschaft an ihm wird zeigen, daß es auch ohne die
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jemals schon eine Versammlung, die von Unternehmern in Aus- und mehr eifersüchtig und ließ sich in ihrem Groll schließlich zu der stands- Angelegenheiten unangemeldet abgehalten wurde, mit blutigen That hinreißen, die sie am 25. Mai ausführte. Als an Auflösung und andren Scherereien bedacht wurde. Im jenem Tage der Major, aus der Wohnung des Herrn Pudor Im Untersuchungsgefängnis ist der Tischler Otto Rehbaum ber Staate der Socialreform find sie aber gewohnt, schließlich zu kommend, die Treppe himunterging, wurde er von der Gleditsch unglückt, der sich seit einiger Zeit in Haft befindet. Er wurde beim refignieren. Sie legen's zu dem Uebrigen. Eines reigt sie bei Be- überfallen, die ihm ein großes Meffer in die Brust stieß. Der Plazen eines Rohres der Dampfheizung so schwer verbrüht, daß trachtung der Dinge sogar herzhaft zum Lachen. Nämlich das von Major, der eine große, flaffende Wunde davongetragen hatte, war man ihn in ein Krankenhaus bringen mußte. An dem Aufkommen den Interessenten der heutigen Ordnung oft an fie gerichtete Verlangen, zusammengefunken und in furzer Zeit eine Leiche. Sie hat bisher des Verunglückten wird gezweifelt. daß sie dem Staate, der sie derart behandelt, Bertrauen behauptet, nicht die Absicht gehabt zu haben, den Major zu töten. schenken und die von ihm geschützte Ordnung der Dinge nicht, Sie habe ihm, von Rachsucht getrieben, nur einen gehörigen Dent aus Neu- Weißensee, der am Montag früh, als er mit seinem Freunde Seinen Berlegungen erlegen ist der Schlächtermeister Paul Aust wie sie es gewohnt geworden sind, mit aller Energie bezettel geben wollen. Für die Verhandlung sind zwei Sigungstage und Berufsgenossen Franz Will auf dem Wege nach der Centraltämpfen sollen! angesetzt. Markthalle durch die Prenzlauer Allee ging, an der Ecke der WörtherDie Arbeiterfreundlichkeit der" Post". Unfre Freundin, die ftrege wird jetzt abgebrochen und gleichzeitig die Alte Jakobstraße, drei Messerstiche in den Kopf erhielt. „ Bost". Die alte Küraffier- Kaserne in der Gitschiner- und Alexandrinen- straße von drei Männern und zwei Frauen angerempelt wurde und Bost" tämpft auch heute wader den Kampf für Ordnung, Religion bie an der Neuenburgerstraße durch eine alte Scheme gefchloffen ist, auf die Nase und einem Stich über dem linken Auge davon und Will tam mit einem Schlag und Scharfmacher- Interessen. Diesmal hat die Unziemlichkeit der Schalterdame am Görliger Bahnhof, über die wir vor einigen griffene Reichs- Patentamt erhält Front nach der Alten Jakobstraße. gehen, während Aust nach der Charité gebracht werden mußte. nach der Gitschinerstraße durchgebrochen. Das im Bau be- konnte von der Unfallstation in der Schönhauser Allee nach Hause meintlichen Interesse des Unternehmertums liegt, fällt die" Post" baß in Kürze eine neue Verbindung mit dem Halleschen Thore durch Bruno Hohlfelder aus der Tiedstraße 34 zu vergiften. Hohlfelder Mit dem Abbruch der alten Stallungen ist begonnen worden, so ein bischen aus der Rolle und reist die Billetverkäuferin, die Alte Jakobstraße geschaffen ist. Nach einem Zwist mit seiner Geliebten versuchte sich der Kellner 84 die dem ausständigen Gürtler die Arbeiter- Wochenkarte verweigerte, wohnte mit dem Mädchen seit vier Wochen in einem Pensionat. Die gegen ihren Vorgesezten auf. Die Verkäuferin erhält Durch die Leichtfertigkeit eines Gasanstaltsarbeiters ist eine Nachbarn hörten in dem gemeinsamen Zimmer oft heftigen Zant. das Zeugnis, daß sie durchaus im Recht war, denn ganze Familie in ernste Lebensgefahr gebracht worden. Ein in der So auch in der Nacht zum Mittwoch wieder. Als nun der Haus