Belche Genugthuung für den Monarchismus, daß der alte Mann nun für seine trunkene Aeußerung auf acht Monate unschädlich gemacht wird. Warum ist der Mann nicht auch Offizier geworden und beschäftigt sich lieber mit Soldatenmißhandlungen!-
Millerands Ausschluß aus der Seine- Föderation Behandelt Gérault Richard in einem Leitartikel der„ Petite République". Er mißbilligt den Ausschluß. Einige Zeit, schreibt er, habe es geschienen, als ob die Ausschlußmanie nicht mehr in der Partei tüte, diese Annahme sei nun durch Millerands Ausschluß widerlegt. Wolle man vernünftig über den Ausschluß urteilen, so müsse man sich den Sachverhalt vergegenwärtigen.
Der Ausschluß sei erfolgt, weil Millerand bei der Abstimmung über den Abrüstungsantrag des Deputierten Hubbard gegen diesen und für die Tagesordnung des Ministers Delcassé gestimmt habe. Hubbard habe verlangt, daß die Regierung den Mächten einen Vorschlag unterbreite, wonach eine allgemeine Herabsetzung der Rüstung einzutreten hätte. Darauf hatte Delcassé erklärt, daß die französische Regierung, sofern eine andre europäische Nation die Initiative hierzu ergreife, sich dieser gern anschließen werde, aber daß es ihm unmöglich scheine, daß Frankreich , die besiegte Ration, mit dem Vorschlage herbortreten könne. Für diese ministerielle Erklärung hatte Millerand gestimmt, während, so schreibt Gérault Richard , wir, wie ich glaube, unser 61 waren, die diese( Delcassés) Erklärung ablehnten, indem wir uns borbehielten, für den Antrag Hubbard zu stimmen, da toir auch erbittert waren über die Schauspielerei des Farceurs de Leygues, der wieder einmal das Baterland gerettet hatte..."
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Auf Grund dieser Abstimmung sei die Gruppe, der er angehörte, aufgefordert worden, der Seine- Föderation Erklärungen abzugeben. Diese Gruppe habe sich geschlossen mit ihm solidarisch erklärt, worauf der Ausschluß erfolgt sei.
ihn damals
gemeinde, und daß sie dieses Ziel zu erlangen fuchen im Rahmen eußerungen zurüd, die die Stadtvb. Dr. Freudenberg der Landesverfassung, auf den von der gegenwärtigen Gesetzgebung und Hoffmann( Soc.) gelegentlich der Debatte über die Anträge gewiesenen Wegen und mit den von ihr bezeichneten Mitteln, und Nathan- Landau, betreffend die Errichtung einer Station 3tvar trotz aller Verschiedenheit und trotz aller geistigen Kämpfe in für Syphilitische im Krankenhause Moabit am bürgerlicher Eintracht und bürgerlichem Frieden.( Beifall.) Lassen bember vorigen Jahres gethan haben. Stadtrat Weigert hatte die Sie bei allen Ihren Entschließungen sich nicht leiten von irgend welchen Zahl der im Obdach verfügbaren Betten für GeschlechtsLehrmeinungen oder irgend welchen Autoritäten, lassen Sie sich franke auf 411, nämlich 278 für prostituierte Frauen und 133 für nicht bestimmen von irgend welchen Zielen oder irgend welchen Männer angegeben, wovon am 4. November 197 bezw. 133 belegt Zwecken, welche außerhalb der städtischen Verwaltung und ihrer Inter - gewesen wären. Stadtv. Hoffmann hatte sich unmittelbar nach dieser eſſen fallen; suchen Sie sich Ihr Urteil zu bilden nur auf Grund Angabe telephonisch bei der Obdachsverwaltung erkundigt und eignen, durch fremde Interessen nicht geschwächten Pflichtbewußtsein. 130 Betten für Männer und 120 für Frauen, zusammen 250 vereigner Anschauungen und eigner Wahrnehmungen, heraus aus dem den Bescheid erhalten, daß an jenem Abend, 5. November, ( Beifall.) Dann wird es in Zukunft wohl bestellt sein um unsre fügbar wären. Auf nochmalige Anfrage war ihm dies mit dem Stadtgemeinde und, soweit Sie dazu mitzuwirken haben, wohlbestellt Hinzufügen bestätigt worden, daß zwei Männer und zwei Frauen um Staat und Reich.( Lebhafter Beifall.) tvegen Ueberfüllung hätten abgewiesen werden müssen. Diese Mitteilungen trug Stadtv. Hoffmann sodann in der Versammlung vor und schloß feine Bemerkungen mit dem Sage:
Die Eingeführten werden hierauf vom Oberbürgermeister einzeln aufgerufen und durch Handschlag in Pflicht genommen.
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Nun überlasse ich es der Deffentlichkeit, zu beurteilen, wo die Zahlenjongleure figen."
Der bisherige Vorsteher Dr. Langerhans richtet auch seinerseits an die Wieder- und Neugewählten einige begrüßende Worte. Er Parlamenten das Recht haben, in der Stadtverwaltung ihre Vor- vor Schluß der Sigung gemacht wurden, in derselben nicht weist darauf hin, daß die Stadtverordneten im Gegensatz zu den Der Magistrat teilt nunmehr, da diese Angaben, welche kurz schläge auch durchzusehen und in die Praris überzuführen; er be- mehr widerlegt tonte unter anderm die gesteigerten Anforderungen an die Leistungs- daß nach dem am folgenden Tage eingeforderten Berichte des werden fonnten", der Versammlung mit, fähigkeit der Stadt auf hygienischem Gebiete und redet der Eintracht Inspektors des Städtischen Obdachs die dortige Station für Geschlechtsund dem Streben nach Verständigung das Wort. Damn fährt er frante 133 Betten für Männer, 278 Betten für Frauen, in Summa fort: Um eins aber bitte ich Sie: Lassen Sie uns in Ruhe fechten 411 Betten zählt, davon belegt am 5. November früh 133 und ( Heiterkeit), lassen Sie die persönlichen Anfechtungen, wenn einer 197, so daß diese Zahlen sich mit den vom Stadtrat Weigert geoch was so Dummes fagt.( Stürmische Heiterfeit.) Angriffe machten Angaben decken. önnen Sie widerlegen, Sie dürfen aber nie beleidigen.( Lebhafter Stadtv. Bernstein ( Soc.): Daß gewisse Vorlagen einen sehr Beifall.)
Stadtv. Dr. Neumann nimmt als Senior der Versammlung das Wort, um dem abtretenden Vorstand den Dank für seine Thätigteit auszusprechen.
Hierauf schreitet die Versammlung zur
Wahl des Vorstehers,
die unter der Leitung des bisherigen Vorstcher- Stellvertreters vor sich geht. angerhans durch Acclamation wiederzuwählen. Stadtv. Kämpf( A. 2.) beantragt, den bisherigen Vorsteher erfolgt einstimmig. Gegen diesen Vorschlag erhebt sich kein Widerspruch; die Wahl
pikanten Beigeschmack haben, zeigt dieser Gegenstand der Tagesordnung. Nach der Lektüre hatte ich das Gefühl:" Die Berge kreisen und es tommt eine lächerliche Maus heraus." Es ist mir eine bes sondere Freude, den Hebel hier anzusehen an den Zuständen, wie fie im Städtischen Obdach auf der syphilitischen Station herrschen. Diefe Station stelt feinen Ruhmestitel für die Ver= waltung dar. Das Wärterpersonal springt ganz unglaub lich mit den Patienten um. Die Männer, die dort auf genommen werden, hält man für Zuhälter, die Frauen für Straßendirnen. Es darf nicht der Gedanke auftreten, daß die VerGérault Richard sucht nun klar zu machen, daß Miller and sammlung stillschweigend solche Zustände sanktioniert. Ich fordere sie weber gegen das Programm, noch die socialistische auf, dagegen einzuschreiten. Die Verantwortung für das, was Stadtv. Dr. Langerhans: Ich nehme die Wahl mit Dant an. geschehen ist, was den Unmut des Magistrats erregt, wird zum Dottrin verstoßen habe, denn die socialistische Partei erstrebe Ich hoffe, daß Sie in mir wenigstens das Bestreben gefunden haben, größeren Teil von mir getragen. Ich war es, der sagte: 411 Beiten? wohl die Aufrichtung des internationalen Friedens, stets Gerechtigkeit zu üben. Es kommen ja Momente in der Unmöglich! Und Kollege Hoffmann echote: Unmöglich! Wir fragten aber durch eine gleichzeitige Abrüstung. Der Artikelschreiber Debatte vor, wo der Vorsitzende eingreifen muß; ich glaube. Sie telephonisch an, und die Auskunft ist Ihnen bekannt. Wer führt weiter an, daß Millerand schon im Jahre 1893 in einem haben wohl erkannt, daß ich, wenn ich auch nicht immer das Richtige hat nun recht, Herr Weigert oder tvir? Wir haben Vortrag und im Jahre 1895 in der Kammer diese seine Auf- brungen gewesen bin und danach meine Entscheidungen getroffen und getroffen habe, doch immer von inniger Wahrheitsliebe durch noch am Abend des Sigungstages die Station zu revidieren fassung geäußert habe, ohne daß man die Zahl der Betten festzustellen Der aus- habe. Ich denke, meinem Charakter treu zu bleiben.( Lebhafter Magistrat hat seine Stellung durch diese Vorlage nicht verbessert. gesucht. geschlossen habe. Er selbst( Gérault Richard ) stimme in diesem Beifall.) Buntte mit Millerand nicht überein, Der Stadtrat ist eben falsch informiert gewesen und wir er sei der Meinung, Dr. Langerhans übernimmt darauf den Vorsiz. Man geht zur appellieren von dem schlecht unterrichteten Magistrat an den daß Frankreich auch als die besiegte Nation bei diesem groß- Wahl des Vorsteher- Stellvertreters über. besser zu unterrichtenden. Es find im Obdach 132 Betten herzigen Schritt den Vortritt nehmen könne, aber an einen Ausschluß des Stadtb. Kämpf beantragt, auch den bisherigen bewährten In- für Männer, 178 für Frauen, außerdem je 1 zum Unibetten; dann wegen habe er nicht gedacht. Gerade eine Partei, die sich schmeichle, den haber dieses Amtes, Herrn Michelet , durch Acclamation wieder- existiert dort noch eine sogenannte Fürsorge- Abteilung für die andren in der Entwicklung und dem Fortschritt voranzugehen, be- zuwählen. Mädchen, welche gar nicht für die andre Abteilung in Betracht dürfe der Mannigfaltigkeit der Anschauungen. Sie verknöchere, Singer vor. Stadtv. Borgmann( Soz.) widerspricht und schlägt den Stadtv. fommt. Da waren 43 Betten belegt. In einem andern Saale waren wenn sie die Geister in eine engherzige Disciplin einschnüre. nicht einmal Strohsäcke vorhanden. Die Zahlen des Herrn Weigert Etwas dunkel ist der Schluß des Artikels von Gérault Richard , der Raum zwischen den einzelnen Betten war viel zu gering. In tönnen also nicht richtig sein. Der Saal war aufs äußerste belegt, in welchem es heißt: spektor und Wärter, die uns bei der Zählung unterstützten, haben betont, daß 2 Frauen abgewiesen worden waren an dem Tage wegen Plazmangels.( hört! hört!) Herr Weigert zählt 278 Betten für Frauen, auf lumpige 100 Betten scheint es gar nicht anzukommen, es varen nur 178. Es hätten ja sonst noch 81 Betten zur freien Verfügung dagewesen sein müssen! Dann ist der Knalleffekt: 81 stehen zur freien Verfügung, und dabei sind zwei Frauen Nun sitzt der Herr in der Klemme, fucht sich heraus zu bringen, unternimmt mißglückte taktische Vers legenheits- Manöver, welche ich ihm nicht übelnehme, aber die nur erheiternd wirken durch ihre forcierte Harmlosigkeit. Der Verfaffer der Vorlage sollte sich doch mit Adam Riese und den vier Species mehr vertraut machen.( Unruhe.) Mit der Station ist durchaus kein Staat zu machen; auch der Inspektor sagte, daß die Verkuppelung von zwei heterogenen Funktionen nicht angebracht sei, das Obdach großen Kampfe gegen die Syphilis brauchen wir Ihre Unterstützung, wir fei für wohnungslose Leute, nicht für Geschlechtskrante. In dem wollen die hauptstädtische Bevölkerung vor Verseuchung bewahren; ftimmen Sie uns bei, forgen Sie für die Errichtung eines großen Krankenhauses für diese Kranken!( Beifall.)
Millerand giebt bekannt, daß er bei dem Partei- Stongreß teine Berufung einlegen werde. Ich bedauere das, denn diese ein wenig leichte Hinnahme eines ungerechten Beschlusses läßt befürchten, daß er sich vielleicht im Geheimen darüber freut, daß er die Fesseln, die ihn bedrückten, losgeworden. Er hatte ohne Zweifel den socialistischen Familiengeist( l'esprit de famille socialiste) berloren. Sein Name blieb unter uns, sein Herz und seine Gedanken waren anderswo. Ich glaube dies wenigstens und ich glaube mich nicht zu irren."
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ordnung der Namensaufruf unterlassen und erfolgt lediglich das In der nun folgenden Zettelwahl wird entgegen der GeschäftsEinsammeln der Zettel. Die Versammlung genehmigt jedoch nach träglich einstimmig das eingeschlagene Verfahren.
Es find 128 Stimmzettel eingekommen. 92 lauten auf Michelet, 31 auf Singer, 1 auf Mominsen, 1 auf Frid; 3 sind unbeschrieben. Stadtv. Michelet ist wiedergewählt. sollen in je einem Wahlgange gewählt werden. Die drei Beisiger und die drei Stellvertreter Stadtv. Gaffel schlägt die Wiederivahl der drei Beifiber abgewiesen worden! Gericke, Frick und Friederici vor. Stadtv. Singer schlägt Borgmann für einen der drei Posten vor.
Aus der somit notwendig gewordenen Zettelwahl gehen als geivählt hervor: Gericke mit 109,& rid mit 97, Friederici Liebenom je 1 Stimme. Die Gewählten nehmen die Wahl an. mit 91 Stimmen. Borgmann erhält 40, Fritsch 5, Plischke und Liebenow und Törmer wieder- und für Herrn Plischte, Bu Stellvertretern schlägt Stadtv. Cassel vor, die Herren der bedauerlicherweise die Wiederwahl ablehne, Herrn Fritsch neuzuwählen. Stadtverordneter Singer schlägt auch hier den Kollegen Borg mit 95, 95, 77 Stimmen; Borgmann erhält 42 Stimmen, ToltsEs werden gewählt Liebenow, Törmer und Fritsch dorf 1.
Die Beweisführung Gérault Richards vermag uns nicht einzuTeuchten. Man mag den Wert des Antrags Hubbard so hoch oder so niedrig einschäßen, wie man will und wir deutschen Socialdemokraten halten ja bekanntlich nicht viel von den AbrüstungsKonferenzen der Regierungen er war jedenfalls ein Vorstoß gegen den Chauvinismus und mußte als solcher von jedem Socialisten unterstüßt werden. Millerand unterstützte durch sein Botum aber gerade die chauvinistisch motivierte Erklärung Delcassés, die sich gegen den Antrag Hubbard richtete. Ebensowenig Verständnis besißt die deutsche Socialdemokratie mann vor. für die Schwärmerei Gérault Richards für eine Disciplinlosigkeit ,, unabhängiger" Geister, die die socialistischen Principien für fie nicht für bindend erachten. Es wäre im Gegenteil sehr wünschenswert, wenn auch der jaurèsistische Parteiflügel endlich einmal eine geschlossene und einheitliche parlamentarische Aktion in wahrhaft focialistischem Sinne durchzusetzen vermöchte.-
Kommunales.
Stadtverordneten- Bersammlung.
1. Sigung vom Donnerstag, den 7. Januar 1904, nachmittags 5 Uhr. In der heutigen ersten Sigung des neuen Jahres hat sich die Bersammlung neu zu tonstituieren. Zuvor findet die Einführung der neu bezw. wiedergewählten Mitglieder durch den Ober Bürgermeister Kirschner statt.
Es sind in den Ergänzungswahlen wiedergewählt worden: in der III. Abteilung die Stadtv. Singer, Stadthagen , Bruns, Borgmahn, Ewald, Augustin( Soc.); Frid, Marggraff( R. 2.); Geride( Fr. Fr.)
Neugewählt wurden in der dritten Abteilung die Stadtvv. Cigarrenhändler Antrid, Buchbinder Schneider, Cigarrenhändler Koke, Sekretär Schubert, Eigentümer Grün del ( Soc.), Hotelier Leis( A. L.).
Heute sind 51 Stadtverordnete einzuführen.
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Damit ist der Vorstand konstituiert. Der Vorsteher bringt beim Eintritt in die Geschäfte des neuen Jahres das übliche Kaiserhoch aus, in welches die Mitglieder der bürgerlichen Parteien stehend ein stimmen.
Stadtrat Weigert: lleber die Zustände im Obdach habe ich sind da. Darauf hat Herr Hoffmann als Souffleur von Bernstein fein Wort gesprochen. Ich habe nur gefagt, 133 und 278 Bettent oder umgekehrt, gesagt, es feien nur 130 resp. 120 Betten da. Der Inspektor, amtlich sofort um Auskunft ersucht, hat dieselben Zahlen gemeldet, welche ich Ihnen angegeben hatte. Ich glaubte, die Herren würden nun erklären, sie hätten sich geirrt. Ich habe, als ich in der vorigen Sitzung hörte, man würde doch vers Auch im Jahre 1904 sollen die ordentlichen Sizungen suchen, sich weiß zu waschen, aufs neue Auskunft gefordert; diefelbe der Versammlung Donnerstag 3, nachmittags 5 Uhr, stattfinden. bejagt, daß ein Bureaugehilfe, der damals noch Neuling war, die Die Beschlußfassung über die Neuwahl der ständigen irrtümliche Angabe gemacht habe. Der Inspektor hat beAusschüsse, über die Abordnung von Mitgliedern in die stätigt, daß diese irrtümliche Angabe gemacht sei. Der der Stadtbezirke an die Mitglieder behufs der Ausführung von der Betten an. Deputationen und Kuratorien sowie über die Zuteilung Inspektor giebt heute, wie vor 8 Wochen, 278 Betten als die Zahl Da unternimmt es Herr Bernstein, mich heute zum Recherchen wird auf Vorschlag des Vorstehers durch einen zweitenmal Lügen zu strafen! Ich muß das mit Entrüstung zurück Ausschuß von 15 Personen vorbereitet werden, der vor Beginn weisen. Welches Interesse follte die Inspektion haben, mehr Betten der nächsten Sigung gewählt werden soll. anzugeben, als wirklich da sind? Ich bedauere, daß heute noch mit dieser Stirn dem Magistrat unwahrheit vorgeworfen wird.
es
Diejenigen Ausschüsse und gemischten De putationen, die den ihnen 1903 erteilten Auftrag zur Vorberatung einzelner Stadtv. Hoffmann: Zu der letzten sittlichen Entrüstung des Gegenstände noch nicht erledigt haben, sollen fortbestehen; für die Herrn Stadtrats liegt gar keine Veranlassung vor.( Unruhe und Zus Ausgeschiedenen soll durch die korrespondierenden Abteilungen Erfaß ſtimmung.) Wenn Sie sich entrüsten wollen, bitte genieren Sie sich gar nicht. gewählt werden, welche im vorigen Jahre die betreffenden gewählt Der Stadtrat sagte, ich hätte von den Zahlenjongleuren gesprochen. hatten. Ich habe nicht gesagt, daß der Stadtrat der Zahlenjongleur Um 8 Uhr tritt die Versammlung in die Erledigung der ist, ich bin überzeugt, daß er unrichtig unterrichtet ist, und sachlichen Geschäfte ein. diese Ueberzeugung habe ich heute noch. Wenn solche Die Verdoppelung der Umsatzsteuer für bebaute Behauptungen aufgestellt werden, kann auch sehr leicht bis Grundstücke und für Baustellen ist von dem niedergesetzten Ausschusse zum andern Tage Wandel geschaffen werden, daß dann die genügende mit 8 gegen 4 Stimmen an genommen worden. Zahl von Betten da ist.( Vorsteher Stellvertreter Michelet : Auf Vorschlag des Stadtv. Mommsen wird dieser Gegen- Sie dürfen einem Magistratsmitgliede nichts Derartiges unter stand angesichts der vorgerückten Stunde von der Tages- Ordnung stellen!) Ich habe nur gesagt, seine Zahlen stimmen nicht mit abgesezt, aus demselben Grunde der Ausschußbericht über die denen überein, die wir vorgefunden haben. Es sind 81 Betten mehr auf die Strantenpflege für Kinder und Syphilitische bezüglichen An- angegeben worden, als da waren; es war ein Saal da, da träge Nathan und Landau . sollten schon Bettstellen drin sein; aber waren noch Dem auf Antrag Singer gefaßten Versammlungsbeschlusse, teine Strohsäcke da. Wenn 81 wirkliche Betten vorhanden in gemischter Deputation über Maßregeln zur Herabminderung der waren, wie fann man dann zwei Frauen Säuglingssterblichkeit zu beraten, hat der Magistrat sich angeschlossen. Man hätte sie ja dann zu Unrecht abgewiesen. abweisen? Nach seiner Absicht soll die Deputation auch die statistischen Er- nicht ein für ein u machen; ich bedauere, daß man angesichts mittelungen betreffs der Sterblichkeit der städtischen dieser Zustände noch die Stirn hat, zu behaupten, es wären Waisen pfleglinge überhaupt einer Prüfung und Be- 81 Betten mehr da. Dort draußen sind so standalöse Zustände, daß es arbeitung unterziehen. Hierzu wird die Zustimmung der Versamm- so nicht mehr weitergeht; vielleicht wird einmal die Polizei darauf lung nachgesucht. aufmerksam, daß auf der Station die Frauen und die Kinder der Die Zustimmung wird ohne Debatte erteilt. Obdachlosen dazwischen geklemmt sind. Diese Zustände sind der Stadt Der Magistrat überreicht das Verzeichnis derjenigen Berlin unwürdig. Bauten, deren Errichtung auf den städtischen Riefel- Stadtrat Fischbeck: Ich bestätige, daß an jenem Abend gütern im Jahre 1904 beabsichtigt wird, und sucht das Ein- 278 Betten vorhanden gewesen sind und die Möglichkeit vors verständnis der Versammlung mit der Errichtung derselben unter handen war, diese zu benutzen. Wir haben heute 173 geschlechts. dem Vorbehalt der Vorlegung specieller Projekte und Kostenanschläge franke Weiber da. 278 Stellen sind zu belegen, also ca. 105 freie nach. Auch soll die Versammlung sich damit einverstanden erklären, Stellen. Wenn ich so großen Ueberfluß habe an freien daß mit der Anfuhr von Baumaterialien im Laufe des Winters Betten, dann ist es nicht nötig, daß diese Betten fir und begonnen wird, wenn dadurch vor dem 1. April 1904 teine Soften fertig gemacht dastehen, sondern es kommt nur darauf an, in Rechnung gestellt werden. daß die Materialien vorhanden sind.( Aha! und Bewegung.) Wenn
Der bisherige Vorsteher Dr. Langerhans entbietet den Antvefenden einen Neujahrsgruß und veranlaßt darauf die Kollegen Alt, Giese, Bernstein , Buzzle, Heimann und Ladewig, die Einführung zu bewirken. Oberbürgermeister Kirschner: Hochverehrte Herren! Ein neues Jahr ruft zu neuer Arbeit. Sie sind bereit, diese Arbeit zu leisten, und find deshalb heute hier erschienen, um sich nach der Städte Ordnung als Stadtverordnete der königl. Haupt- und Residenzstadt Berlin durch Handschlag an Eidesstatt verpflichten zu lassen. Die Arbeit, die Ihrer wartet, ist groß an Umfang, groß an Inhalt. Nicht nur, daß die laufenden und bisher schon von der städtischen Verwaltung besorgten Geschäfte infolge des Anwachsens der Bevölkerung dauernd sich steigern durch unsre Zeit geht ein mächtiger Zug, den städtischen Verwaltungen das Arbeitsfeld zu erweitern und ihnen neue bedeutungsvolle Aufgaben zuzuweisen. Da gilt es, in unsrem großen Gemeinwesen und insbesondere in diesem Saale den Beweis zu führen, daß der alte Bürgerfinn, durch den die Städte und insbesondere die großen Städte zu ihrer Bedeutung emporgewachsen sind, noch fortlebt; da gilt es, zu zeigen, daß die Selbstverwaltung, die sich nunmehr nahezu durch hundert Jahre in den städtischen Berwaltungen bewährt hat, im stande ist, auch dieses größte deutsche Gemeinwesen sachgemäß und gut zu verwalten und die neuen Aufgaben, die an dasselbe herantreten, gründlich zu lösen. Wie soll das erreicht werden? erreicht durch die Mitwirkung so vieler nach ihrer Bildung und ihrem Entwicklungsgange, nach ihren Berufen und Interessen, nach ihrem religiösen Bekenntnis und ihrem politischen Parteistandpunkt verschiedener Arbeitskräfte? Nur dadurch, daß alle nach ihren Fähigkeiten und Anlagen einem Ziele zustreben, Nach kurzer Debatte wird nach dem Magistratsantrage bedaß alle bei ihren Handlungen und Beschlußfassungen nur ein schlossen. Interesse ohne jede Nebenrücksicht verfolgen: das Wohl der Stadt
Man soll uns doch
Stadtv. Esmann( Fr. Fr.) bemängelt die Dürftigkeit der 30 bis 40 Betten dastehen, die jeden Augenblick Kranke aufnehmen Motivierung dieser Forderungen und die verspätete Einbringung können, dann liegt es sogar im Interesse der Verwaltung, diese der Vorlage, und bittet den Magistrat eindringlich, sich in lepterer Materialien vernünftig aufzubewahren und nicht herums Beziehung zu bessern. Angesichts der Dringlichkeit will er indessen liegen zu Lassen. Was die beiden abgewiefenen Männer der Genehmigung nicht widersprechen. betrifft, so leugnen wir nicht, daß solche Fälle vorfommen können. Wenn Herr Hoffmann in der legten Sigung der Deputation gewesen wäre, würde er wissen, daß wir beschlossen haben, Baracken im Freien aufzustellen. Was die beiden Frauen an
In einer besonderen Vorlage kommt der Magistrat auf die