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1. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt.

Nr. 147.

Tokales:

Sonntag, den 26. Juni 1892.

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9. Jahrg.

In

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Bei einem Hehler, welcher Rollidieben das gestohlene Gut abnahm, wurden von der Kriminalpolizei mehrere Ballen Stoff gefunden, zu denen bis jetzt die Bestohlenen unbekannt sind. Der eine der Ballen, grauwollener rauher Diagonalstoff, trägt das Etiquett Nr. 19 003, Dessin 60 und die Firma J. C. und Theodor Windisch zu Kirchhain ; der andere Ballen ist schwarz- und weiß­gestreiftes Barchend zu Hemden. Die Eigenthümer wollen sich schleunigst im Polizeipräsidium, Zimmer 85, melden.

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gericht verhandelt wurde. Der an Seltsamkeiten so überreiche Der Schaden, den der Orkan am Freitag in Berlin und Mordprozeß, welcher ein so grelles Licht auf die Schleichgänge dessen Umgebung angerichtet, ist noch immer nicht ganz zu über­Bitte. Alle Parteigenossinnen, welche Einladungen des des Verbrecher- und Zuhälterthums warf und an verschiedenen sehen. Soweit wir in Erfahrung bringen konnten, sind Dächer amerikanischen Frauenkomitees zum Chicagoer Weltau 3 Punkten zeigte, bis zu welchem Grade der Verthiertheit der in der Rosenthaler, Brunnen, Oranienburger , sowie in der tellungs- Knngreß erhalten haben, werden gebeten, ihre Mensch unter Umständen herabsinken kann, fand nach viertägigen Friedrichstraße in je einem Falle, in der Müller- und Potsdamer Adressen zum Zweck gemeinsamer Besprechung einer der Unter- Berhandlungen am 1. Oftober v. 33. einen unerwarteten Ab- straße in je zwei Fällen durch den Sturm beschädigt resp. gänzlich zeichneten mitzutheilen: schluß. Nach unfäglichen Bemühungen aller am Prozeß abgedeckt worden. In zwei hiesigen Glasversicherungs- Gesell­Ottilie Baader, Weberstraße Nr. 24, Hof I. betheiligten Parteien war es gelungen, den Geschworenen schaften sind bis heute Morgen bereits 400 durch den Orkan zer­Emma Ihrer, Velten bei Berlin . das gesammte vorhandene Beweismaterial vorzuführen und die trümmerte Fensterscheiben zum Ersatz angemeldet worden. Groß Natalie Liebknecht, Kantstraße Nr. 160, Charlottenburg . Beweisführung war vollständig erschöpft, als Heinze das Wer ist der Schaden, den die Berliner Gärtnereien und solche der langen stellte, einen Mann Namens Just in Chicago zu umgegend erlitten haben; die blühenden Blumen sind zum Gegen die Freifinnige Zeitung" ist Anklage wegen vernehmen. Dieser hatte einmal der Polizei geschrieben, daß er größten Theil vernichtet, die Obstbäume haben die meisten Majestätsbeleidigung erhoben. In den War Dieselbe ist, wie das sich die Belohnung von 1000 M. gern verdienen möchte und der ziemlich entwickelten Früchte verloren. Blatt mittheilt, auf Folgendes gestützt. Im März dieses Jahres unter gewissen Vorbedingungen bereit sein würde, die ihm be- dungen um Berlin , namentlich aber im Grunewald , sah es brachte die" Post" eine Notiz, daß der Kaiser bei seinem Aufent- tannten Mörder des Nachtwächters Braun zu nennen. Bor - recht traurig aus; mächtige Tannen und Fichten sind durch den halt in der Schorshaide zwei Hirsche geschossen habe. Die Frei- figender und Wertheidiger wiesen den Angeklagten auf das Aus- Sturm entwurzelt worden und versperren allerwärts die Fuß wege finnige Zeitung" fügte der Wiedergabe dieser Nachricht die Be- fichtslose dieser Vernehmung hin; es nugte jedoch Nichts: Heinze Der jungen Brut der Waldvögel hat der kritische Tag den T merfung hinzu, daß das Schießen von Hirschen innerhalb der blieb bei seinem Puntte", wie sich einer der Zeugen auszudrücken gebracht, der Sturm schleuderte die Vogelnester von den Wipfe jezigen Schonzeit dem Schongesez von 1870 zuwiderlaufe. Hierbei pflegte und so blieb Nichts übrig, als die Verhandlung zu ver- der Bäume herab. Aus Friedrichshagen wird uns gemeld wurde ohne eine weitere Bemerkung hinzuzufügen der betreffende tagen. Das Heinze'sche Ehepaar hat abermals fast acht daß infolge des Orkans der Erdboden an vielen Stellen geborst Paragraph des Schongefeßes zitirt. Am folgenden Tage bemerkte Monate in der Untersuchungshaft zugebracht, der ominöse ist und daß die Wellen des Müggelsees, vom Wind gepeitscht, den ein anderes Berliner Blatt hierzu, daß die Schorfhaide einge Beuge Just in Chicago ist vernommen worden und so am Südufer belegenen Waldungen und Aecker weithin überie. friedigt sei und deshalb die Schonzeit für den dortigen Forst- fann denn morgen, Montag, und die folgenden Tage zum zweiten schwemmt haben. Das Getreide hat ebenfalls schwer gelitten bezirk teine Bedeutung habe. Die Freifinnige Beitung" druckte Male die Vorführung des sozialen Sumpfes beginnen. Daß die Auf weite Strecken hin liegt, wie wir übereinstinimend aus den auch diesen Artikel ab mit dem Hinzufügen, daß ihrer Redaktion Deffentlichkeit der Verhandlung mehr, als unabweisbar nothwendig Vororten hören, die Saat am Boden, um hier zu verfaulen.- von der Einfriedigung nichts bekannt sei. Erkundigungen, welche ist, beschränkt werden sollte, meint unser Berichterstatter, sei nicht Die Züge der Stettiner, Nord- und Lehrter Bahn trafen tro die Redaktion darauf einzog, führten erst nach längerer Zeit zur anzunehmen. Einerseits schon deshalb nicht, weil der gesammte vorgespannter zweier Lokomotiven, da sie nur mühsam gegen den Bestätigung der Nachricht von der Einfriedigung, da man auch Prozeß bis zum legten Tipfelchen über dem i schon einmal in Sturm ankämpfen konnten, mit großer Verspätung ein. felbst in Eberswalde über eine vollständige Einfriedigung der voller Deffentlichkeit verhandelt worden ist; sodann weil gerade Schorshaide nicht unterrichtet gewesen war. dieser sonderbare Straffall zu seiner Verhandlung der ganzen In unserer Gerichtszeitung in der Nr. 140 vom 18. Juni Natur der Sache nach die größte Deffentlichkeit er wurde eine Gerichtsverhandlung gegen den Wirth des Lokals, Unsere Mittheilung betreffs des Lorenz, der in Wien heifcht und endlich, weil der Vorsitzende des Schwurgerichts, in welchem der Leseklub Karl Mare" tagte, und die mit Frei oem Fürsten Bismarck einen höllischen Schreck einjagte, wird von welcher auch diesmal wieder die Verhandlungen leitet, sprechung endete, mitgetheilt. Diese Gerichtsverhand der National- Zeitung" für nicht zutreffend erklärt. Sie schreibt: gerade durch die unbeschränkte Deffentlichkeit erst die späteren Lung hat, wie uns mitgetheilt wird, gar nicht Mit der fürstlichen Verwaltung hat Lorenz nichts zu thun ge- verschärften Maßnahmen gegen das Zuhälterthum indireft ver- it attgefunden, demnach muß unser Berichterstatter einer habt, ihr auch kein derartiges Patent verkauft, denn er hat ein anlaßt hat. Diesmal soll die Absicht bestehen, an einzelnen Täuschung unterlegen sein. Wir werden das Nähere zu ers solches nach Ausweis der Patentliste nie gehabt. Der wahre Stellen der Verhandlung, an denen sich direkt die Erörterung mitteln suchen und den Urheber dieser Täuschung zur Rechen Sachverhalt ist der, daß Lorenz in der hiesigen Hamburg - Berliner unfittlicher Verhältnisse nicht vermeiden läßt, die Deffentlichkeit schaft ziehen. Jalousiefabrik Henr. Freese, welche Abnehmerin des Friedrichs- vorübergehend auszuschließen. Nun, wir wollen abwarten. ruher Solzpflasters ist, als Pflasterer gearbeitet und derselben Natürlich muß die ganze Verhandlung von Anfang an vollständig eine Verbesserung vorgeschlagen hat. Tie Fabrit hat den Lorenz wiederholt werden, als wenn der Straffall das Schwurgericht über mit den nöthigen Versuchen auf ihre Kosten beauftragt und ihm haupt noch nicht beschäftigt hätte. Es sei deshalb gestattet, zum Ver­nach Gutbefund eine beträchtliche Entschädigung gezahlt. ftändniß der kommenden Verhandlungen den Thatbestand wie folgt Das nachgesuchte Patent ist aber vom Patentamt nicht furz zusammenzufassen: Am Dienstag, den 27. Sept. 1887, Morgens gewährt worden. Auch bewährte sich die Sache im bald nach 6 Uhr wurde in den mit einem hohen Eisengitter um Straßenbau nicht nach Wunsch. Lorenz hat dann später ver- gebenen Anlagen der Elisabethkirche in der Invalidenstraße durch schiedene andere Erfindungen, von welchen in den Beitungen ben Bartwächter Schulz an einem Baum mittelst Niemens auf die Rede ist, darunter eine zerlegbare Lanze gemacht und auf gehängt die Leiche des städtischen Wächters Friedrich Braun vor­lettere ein Patent erhalten. Die Erfindung fand aber feinen An- gefunden. An dem Halse des Todten, der zuletzt um 8 Uhr Ein polizeiliches Strafmandat hat gestern den 25jährigen, flang, und das Patent ist später verfallen. Diese beiden Miß- Morgens in einem Schantlokale der nahegelegenen Bergstraße ge- Drehorgelspieler Hamann in der Wollinerstr. 14 zum Selbst= erfolge scheint Lorenz sich zu Herzen genommen zu haben." sehen worden war, wurden zwei Stichwunden wahrgenommen, mordversuch getrieben. H. hatte vor 14 Tagen auf dem Daß Fürst Bismarck so ganz außerm Spiele ist, müssen wir von denen die eine offenbar mittelst eines start mit Blut be- Hofe eines Hauses in der Brunnenstraße auf seinem Instrumente trotz dieser Berichtigung" bestreiten. Lorenz glaubte sich durch fudelten, in der Nähe des Einganges zur Safristei vor- gespielt und war trotz der Aufforderung des Vizewirthes, den die Bismarc'sche Familie nicht blos finanziell benachtheiligt, gefundenen Stemmeisens beigebracht war. Auf der Treppe zur of zu verlaffen, nicht fortgegangen. Ein hinzugeholter Schutz­sondern auch insofern, als ihm durch dieselbe wichtige Papiere Sakriftei waren mehrfache Blutspuren und an der Thür ein von mann schaffte den Widerspenstigen zur Revierwache, von wo H. vorenthalten worden seien. Und daß letteres tein unbegründeter einem Stemmeisen herrührender Eindruck wahrnehmbar. Auch nach Feststellung seiner Personalien wieder entlassen wurde. Vorwurf, erhellt aus einem Brief eines der Söhne Bismarcks an Schnupftabat fand sich vor und da auch das Gesicht des Wächters Vorgestern erhielt der Drehorgelspieler ein Strafmandat über Lorenz einen Brief, den der Empfänger in verschiedenen mit Schnupftabak bedeckt war, lag die Vermuthung nahe, daß ihm 3 M., und dies erregte den ohnehin sehr nervösen Menschen der­Zeitungsredaktionen vorgezeigt hat. in dem Augenblicke, als er Diebe, welche in die Kirche einbrechen artig, daß er nach seinem Revolver griff und sich zwei Kugeln wollten, überraschte, Schnupftabat in die Augen gestreut worden durch die Brust jagte. H. hat schwere, aber nicht lebensgefährliche Diejenigen Personen, welche Anspruch auf die den Fa- war. Es hat sich dann offenbar ein harter Kampf entſponnen, Verlegungen davongetragen und wurde nach der Charitee über­So lautet der trockene Bericht. Wegen solcher Lappalie milien der zu den Friedensübungen einberufenen Mannschaften auf Grund des Gesetzes von 10. Mai 1892 einer der Thäter hat den Wächter durch zwei Stiche in führt. den Hals mit einem Stemmeisen wehrlos gemacht, man sich zu erschießen, welch' ein Unsinn! wird der gebildete" und zustehenden Unterstützung erheben, werden gut thun, ihre und mürbe gemacht hat, für den ist oft gerade eine Bappalie" Anmeldungen schriftlich dem Magistrat( Vereinigtes Bureau, schleppte ihn dann in das Gebüsch und hängte ihn an fatte Bourgeois fagen. Wen aber das Elend niedergedrückt feinem eigenen Leibriemen um einen Selbstmord Rathhaus, Zimmer 42) zu übergeben, da sie sonst bei etwa als vorliegend zu fingiren. Die Gegenstände, welche am That- hinreichend, um den letzten Halt zu vernichten. mündlicher Geltendmachung ihrer Ansprüche unter Umständen, des orte selbst vorgefunden wurden, sind: ein Zentrumsbohrer, ein großen Andranges wegen, gezwungen sein können, oft stunden- Stechbeutel, ein Steinmeißel und die Quantität hellen Schnupf­Ueber den Selbstmord einer Tänzerin aus dem Zirkus lang auf ihre Abfertigung zu warten. Das gilt auch für die tabats. Außerdem wurde in der Nähe des Thatortes auf dem Renz wird berichtet: Fräulein Martha Chmelicke, genannt jenigen Wehrmänner, die seit dem April d. J. schon geübt haben. Flur eines Hauses ein mit Blut start besudelter hellbunter An- Herzog, welche am 25. Januar 1869 in Dresden geboren ist, tag des Eingezogenen, die Zeit der Uebung und das Regiment, die verschiedensten Momente der That oder doch wenigstens 15. Januar d. J. im Birkus Renz angestellt und ging auch nach Die Gesuche müssen enthalten: Vor- und Zunamen und Geburts inöpfeshlips vorgefunden. Das Ehepaar Heinze wird nun durch wurde, nachdem sie einige Zeit an dem Hoftheater ihres Heimaths­gewesen am bei welchem die Uebung stattgefunden, Namen und Geburtstag der Theilnahme an dem Morde verdächtigt. Aus der vorigen dem Tode des Altmeisters mit dem neuen Direktor nach Breslau. der Ehefrau, Namen und Geburtstag der Kinder, Namen und Berhandlung wird erinnerlich sein, daß die Beweisführung In der russischen Hauptstadt hatte die bildschöne Tänzerin den genaue Wohnung des Antragstellers. Vom 1. Juli d. I. ab ist sich zunächst in eingehendster Weise mit dem Berhalten Generalsekretär des Fürsten von Galigin, Namens Valentini die gefeßliche Frist für die Anmeldung des Anspruchs auf beider Angeklagten in der Mordnacht beschäftigte. Die vier Wochen nach abgeleisteter Uebung bestimmt, tennen gelernt. Valentini verlobte sich mit der Herzog öffentlich, widrigenfalls der Anspruch erlischt. Die Bahlung der Unter Anklagebehörde glaubte beweisen zu können, daß die Angeklagten stellte aber die Bedingung, daß sie ihrer Künstlerlaufbahn sofort ftügungen erfolgt nicht im Rathhause, sondern seitens der Vor- zur Zeit des Mordes nicht in ihrer Wohnung anwesend waren, für immer entfagen sollte. Der Vertrag mit Renz wurde ge gegen 5 Uhr Morgens aber zurückkehrten und zwar der An­figenden der Landwehr- Bezirks- Kommission. getlagte Heinze mit zerriffenem Rock und zerfetztem Hemde. Die fündigt, und die Zänzerin verließ am 13. b. M. den Zirkus in Breslau , um sich mit ihrer Pflegemutter, der Frau Herzog , nach Herr Ernst Pfeiffer, Bäcker, Roloniestr. 20, theilt uns Anklagebehörde führte auch eine Beugin Üthes vor, welche in Petersburg zu begeben. Raum hatte sie den Kontratt gelöst, da unter ausführlicher Begründung mit, daß der ihm gemachte Vor dem Bette der Angeklagten bald nach der That ein blutiges traf ein Brief von einer Freundin aus Petersburg bei ihr in wurf, er habe in seiner Eigenschaft als Aufsichtsrathsmitglied Hemd bemerkt haben will, welches die Angeklagte Heinze nächt Breslau ein, inhaltlich dessen Balentini ein verrätherisches Spiel den Mehlhändler Herrn Lachmann zu Privatzwecken anborgen licher Weile verbrannt haben soll. Die Angeklagebehörde führte mit ihr treibe. Er sei anderweitig gebunden, und es tönne wollen, unzutreffend ist. Die bezügliche Aeußerung sei eine ferner ins Feld, daß die Heinze schon zu einer Zeit aus der Heirath mit ihr nichts werden. Seit diesem Augenblicke scherzhafte Erwiderung auf ein paar von Herrn Lachmann ebenso von dem Morde gesprochen, als derselbe uneingeweihten überließ sich die Herzog der Verzweiflung und bat wiederholt gar nicht bekannt bekannt sein konnte, daß die An= scherzhaft hingeworfene Worte gewesen. Demgemäß sei auch nie noch wieder darauf zurückgekommen worden. geklagten in der Mordnacht in der Nähe des That ihre Pflegemutter, mit ihr gemeinsam in den Tod zu gehen. Frau, ortes gesehen worden seien und daß Heinze genau solchen Meißel Herzog wußte aber die Erregte zu beruhigen und veranlaßte fie, einen Brief an ihren Verlobten nach Petersburg zu richten und Zum Prozeß Heinze. Am Montag beginnen vor dem Schwur- beseffen haben soll, wie der am Thatort vorgefundene war. Ganz um Aufklärung zu bitten. Pflegemutter und Tochter begaben sich gericht des Landgerichts I zum zweiten Male die Verhandlungen in wesentlich stützt sich die Anklagebehörde aber auf das Verhalten nun zunächst nach Berlin , nahmen bei Verwandten Gartenstr. 174 jenem Mordprozesse, welcher, wie faum jemals ein zweiter, die der beiden Angeklagten nach dem Bekanntwerden der That. Frau Wohnung und erwarteten sehnsüchtig die Antwort, welche gestern Aufmerksamkeit der weitesten Kreise, bis hinauf zur höchsten Stelle, Heinze wird in dieser Beziehung die Komödie vorgeworfen, welche Vormittags spätestens hier eintreffen mußte. Da aber Valentini erregt und sogar zu gesetzgeberischen Maßregeln Veranlassung ge- fie der Polizei gegenüber zu spielen sich gestattete, um als bis gestern Nachmittag um 4 Uhr nichts hatte von sich hören geben hat. Der Prozeß an sich unterscheidet sich wenig von andern Vigilantin dieselbe irre zu leiten. Dazu kommen die wohl noch lassen, verfiel die Tänzerin vollständig mit sich selbst. Sie wußte. Mordprozessen. Er hob blos den Schleier hinweg von Zuständen, in der Erinnerung stehenden scheußlichen Ausbrüche der Wuth ihre Pflegemutter zu bewegen, sie im Bimmer allein zu laffen, die allgemein bekannt und die nur die Heuchelei der Bourgeois und der Rachsucht, in welchen sie ihren welchen sie ihren Ehemann da sie schlafen wolle. Diese Zeit benugte sie, um sich mittelst gesellschaft. wegzuleugnen suchte. Eine Eiterbeule aus dem faulen wiederholt Mörder, Nachtwächtermörder, Braun'scher Mörder" eines Strides, den sie von einem Reiseforbe gelöst hatte, an der Körper unserer Bourgeoisgesellschaft wurde blosgelegt, und diese u. dergl. nannte und drohte, dafür zu sorgen, daß er seinem Thürzarge zu erhängen. Die fünfjährige Tochter des gastgeberischen Giterbeule erregte Schrecken und Entsetzen, aber zugleich erschien Schicksale nicht entgehe. Ginen Schwerpunkt in der ersten Ver- Verwandten rief eine halbe Stunde später der Pflegemutter die, auch die ekelhajte Heuchelei, welche nicht gegen die Ursachen des handlung bildeten schließlich die Aussagen der zahlreichen Mit- Worte zu: Tante hat sich angebunden", und als Frau Herzog , Uebels, sondern gegen dessen Produkte und Opfer fich gefangenen des Angeklagten Heinze, denen gegenüber derfelbe hinzueilte, fand sie die unglückliche Tänzerin als Leiche vor. wandte. Am 27. Sept. 1887 wurde der Nachtwächter Braun ermordet. viele höchst verdächtige Aeußerungen gemacht haben soll. In Kaum hatte man die Todte auf das Sopha gebettet, als ein Trotzdem der gesammte polizeiliche Apparat in Bewegung gesezt diesem Rahmen bewegte sich damals die Beweisführung und in Brief von Valentini's Hand einlief, in welchem dieser erklärte, wurde und man bis in die ekelhaftesten Schlupfwinkel des Ver- demselben Rahmen dürfte sie sich jetzt im Großen und Ganzen daß er an seinem Gheversprechen festhalte und seine Braut in brecherthums hineinstieg, wollte es nicht gelingen, eine Spur der wiederholen. Bei der großen Zahl der zu vernehmenden Zeugen Petersburg erwarte! Thäter zu entdecken. Un sich aus dem Labyrinthe der Möglichkeiten und da eine Ortsbesichtigung durch den gesammten Schwurgerichts herauszufinden, suchte man die verschiedensten Fäden zu spinnen hof nicht ausgeschlossen erscheint, dürfte die Verhandlung etwa Beide Füße abgefahren wurden am Sonnabend kurz nach 7 Uhr auf dem Berlin - Anhalter Bahnhof einem anscheinend in und spürte allen nur denkbaren bösen Trieben, die in der 5 Tage in Anspruch nehmen. Menschenbrust schlummern, nach. Haß, Rachsucht, Eifersucht, Frhr. v. Köller und Fel. v. Quikow, welche vor einigen den zwanziger Jahren stehenden Arbeiter, der mit der Abfertigung Habsucht, Rauflust, ja selbst der Anarchismus wurden als Motive Wochen unter dem Verdachte verhaftet worden waren, die Mild- der ankommenden Gilgüter beauftragt war. Derselbe wollte dicht zum Morde in Erwägung gezogen und die Nachforschungen thätigkeit ihrer Mitmenschen in betrügerischer Weise systematisch vor der Maschine des eben einfahrenden Buges über das Geleife aus all diesen Gesichtspunkten Gesichtspunkten heraus aufs Eifrigste betrieben Buges bezw. auf den Perron zu gelangen, tam jedoch dabei zum fand lange Zeit feine ausgenutzt zu haben, sind dem Vernehmen nach, vor einigen Tagen auf die Bordschwelle springen, um auf die andere Seite des Spur. aus der Untersuchungshaft entlassen worden. der der Töpfer Heinze, sich Fall und gerieth mit den Füßen unter die Räder der Maschine. Zwar war ver­jetzt wegen dieser That zu mit seiner Ehefrau jetzt Ein unauffindbarer Prinz. Daß ein gewöhnliches Man legte dem Verunglückten einen Nothverband an und trans­antworten hat, schon einmal unter Denen, die als dringend Menschenkind oft nicht aufzufinden ist, das hat nichts Wunder portirte ihn dann nach dem Krankenhause. verdächtig eingezogen worden waren. Er mußte jedoch schließlich liches. Verwunderlich aber erscheint es, wenn ein durchlauchtiger wieder freigelassen werden und es wird erinnerlich sein, wie Prinz nicht zu ermitteln, und ein Schneidermeister, den er mit seine Ehefrau der Polizei ein Schnippchen zu schlagen wußte, in- feiner Rundschaft beehrte, ihm die Klage wegen 1781 m. 50 Pf. dem sie sich als Vigilantin in dieser Mordsache anbot und den für Anfertigung und Lieferung von Kleidungsstücken nur durch Verdacht auf fremde Personen zu lenten fuchte. Schließlich hat Deffentliche Zustellung" zukommen lassen kann. Eine Deffent sich der Verdacht, daß das Heinze'sche Ehepaar an dem Morde liche Zustellung" durch den Gerichtsschreiber des tgl. Landgerichts I hervorragend betheiligt sein muß, immer mehr verstärkt, so daß ladet Se. Durchlaucht den Prinzen Franz v. Haß Ende 1890 die Verhaftung der beiden Personen erfolgte und aus der feld Wildenbruch", früher in Berlin , jetzt unbekannten langen Voruntersuchung die Anklage hervorging, welche am 28. Sept. Aufenthalts, zum 29. Oftober vor die Zivilkammer des tgl. Land­1891, also genau 4Jahre nach der Mordthat, vor dem hiesigen Schwur- gerichts I zu Berlin zur mündlichen Verhandlung.

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Kindesmord. Gestern Vormittag wurde in einer Ecke des Stadtbahnbogens, aus welchem man auf dem Wege von der Stadtbahnbrücke über die Spree in den Bahnhof Bellevue ein­tritt, die Leiche eines neugeborenen Kindes mit fast ganz durchschnittenem Halse und fehlendem linkem Unterarm auf­gefunden. Die Leiche war eingewickelt in Zeitungsblätter vom 14. und 15. d. M. Das Ganze war in gelbbraunes Packpapier eingeschlagen. Die Nabelschnur war nicht unterbunden. handelt sich darum, die Frauensperson zu ermitteln, die heimlich

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