Diese Erfolge find vor allem von den melinistischen Republi- Ueber spiritistisches Treiben am Zarenhofe kanern im Bunde mit den Klerikal- Monarchisten oder Nationalisten wird einem Londoner Blatte aus Petersburg berichtet:
dürfnis nach solchem Blatte bestände, führt er an, daß gegenwärtig in Berlin außer seinem Blatte fünf Montagszeitungen mit zusammen errungen worden, und zwar zum Nachteile der vereinigten Jaurèsisten Die neueste Wendung in der Entwicklung der spiritistischen mindestens 300 000 Auflage beständen, die doch sicher auch von und Radikalen in Bordeaux und Le Havre ( ministerielle Ver- Neigungen des Baren bildet den Hauptgesprächsgegenstand in allen Socialdemokraten gekauft würden. Die Behauptung des mangelnden lufte) und in Marseille ( von den Antiministeriellen behauptet), Streifen der Petersburger Gesellschaft. Vor etwa vier Wochen machte Bedürfnisses würde also den betreffenden Genossen unterstellen, daß zum Nachteil der P. S. de F.( Guesdisten und Blanquisten) in der Bar die Bekanntschaft einer gewissen Zenobia Galaczky, einer sie zwar ein Bedürfnis nach einem Montagsblatte, nur nicht nach Lille , Montluçon und Bourges ( socialistische Verluste), schönen einem socialdemokratischen hätten. und hochgebildeten jungen ruthenischen Dame, die sowie in Roubaix ( vom Ordnungskartell behauptet). Demgegen- im im stande zu fein behauptet, Die zur Herstellung des Blattes erforderliche Nachtarbeit sei die Zukunft vorherzusagen, und zwar mit Hilfe eines neuen Metalls, das nicht groß höchstens 1 bis 11/2 Stunden, und da sie für die schon radio=
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Zu dem Worte von der„ Aushungerung" sagt Bernstein : " Noch will ich bemerken, daß der Parteivorstand, weit entfernt,
Der Bäckerstreik.
Die Situation des Streiks.
über können die Jaurèsisten und Radikalen als Gewinne aufführen: attive Eigenschaften besitzt und Bilder der kommenden Er- vorhandenen Montagsblätter geleistet werde, so sei sie als bestehend Brest , Toulon , Dijon und Alais. Die P. S. de F. kann eignisse auf einen Projektionsschirm wirft. Fräulein Galaczky, die und von der Buchdruckerorganisation anerkannt zu betrachten. ihren großstädtischen Verlusten keine ebenbürtigen Gewinne gegenüber in den letzten 14 Tagen fünfmal im Palast empfangen wurde, stellen. soll den Zaren überzeugt haben, daß Rußland noch ein furchtbares Eine besondere zusammenstellung der sonstigen Ergebnisse fehlt unglück nach dem andern ertragen müssen wird, bis es schließlich sich an einer Politik der„ Aushungerung" meiner Person zu beteiligen noch immer. Sie allein wird ein Gesamturteil in socialistischer Be- die Japaner besiegen wird. Unter andern Bildern ließ Fräulein ſeinige versucht hat, mich für die etwaige Benachteiligung in Eineine Politit, die ich übrigens niemand unterstelle- vielmehr das ziehung ermöglichen. Bis dahin ist es für die freilich von Galaczky auf dem Projektionsschirm eine unbestimmte Dar- kommen schadlos zu halten. Es lag nicht an ihm, wenn sich diese vornherein klar gewesene Ungunst der socialistischen Wahlsituation stellung erscheinen, aus deren leuchtenden Umrissen der Zar charakteristisch, daß die amtliche Statistik es nicht für nötig bezw. Port Arthur in Trümmern liegend und seine Flotte in die Luft Absicht nicht verwirklichte." nicht für möglich hält, die socialistischen Wahlergebnisse gesondert für die Russen traten noch auf dem Schirm in die Erscheinung, gesprengt erkannte. Eine Reihe weiterer unglücklicher Ereignisse anzugeben. Erst dann könnte man auf zahlenmäßiger Grundlage aber schließlich sah man die Japaner sich aus Korea zurückauch prüfen, inwiefern der Versuch von Jaurès , seine Tattit ziehen, während die siegreiche russische Armee die Höhen durch die Wahlergebnisse zu rechtfertigen, mindestens quantitativ hinter ihnen besetzte. Fräulein Galaczky behauptet ferner, berechtigt ist. Qualitativ ist jener Versuch gewiß nicht stich- sie unterrichte den Zaren über alles, was zwischen seinen Auch am Sonntag und Montag erfolgten wieder mehrere hundert haltig, da es sich ganz vorwiegend( bei den ministeriellen Socialisten) Ministern vorgehe. In nüchtern denkenden Kreisen versichert man, feststellen, daß bis dahin 1792 Bäckereien mit 3098 Gesellen die neue Bewilligungen. Am Sonntagabend konnte die Streifleitung um bürgerlich- socialistische se arte II ergebnisse handelt, bei denen daß die Dame von der altrussischen Partei als Instrument zur Forderungen anerkannt hatten. Die Zahl der am Montag einman nie wissen kann, wo der socialistische Erfolg anfängt und der Förderung ihrer besonderen Zwecke benutzt wird. Im Zusammen- gelaufenen Unterschriften konnte noch nicht genau festgestellt werden. hang mit diesen Aufklärungen über den Gemütszustand des Zaren Etwa 70 bis 80 Bäckereien mit 200 bis 250 Gesellen haben im Laufe bürgerliche aufhört. dürften nähere Mitteilungen über dessen beabsichtigte Reise zum Kriegsschauplatz interessant sein. Marseille , 15. Mai. Wie verlautet, sollen die Gemeindewahlen Ausbruch des Krieges gab der Zar dem Entschluß Ausdruck, sich Sofort des gestrigen Tages bewilligt, so daß bis jetzt etwa 1870 Bäckereien dem nach mit 4200 Gesellen bewilligt haben. anulliert werden. Es soll festgestellt worden sein, daß bei dem Die Bäckermeister behaupten bekanntlich, nicht der Streit, sondern ersten Wahlgange ein Irrtum unterlaufen ist, wodurch der zweite follten, und einen Teil seiner Funktionen zeitweilig dem Groß- willigung veranlaßt. Gegen diese Behauptung spricht die Thatsache, zur Front zu begeben, sobald die Landoperationen beginnen nur der Boykott habe ihre Kollegen in den Arbeitervierteln zur Befürsten Michael Alexandrowitsch zu zu übertragen. Die Zarin Nancy , 15. Mai. Das hiesige Schwurgericht verurteilte sprach fich start diesen Gedanken aus, aber General daß Hunderte von Bewilligungen auch aus solchen Stadtgegenden den der Spionage angeklagten Dine zu drei Jahren Gefängnis, Kuropatkin , Witte und Pobjedonoszew waren aus Gründen der inneren vorliegen, wo Arbeiterkundschaft gar nicht in Frage kommt. Unter 3000 Fr. Geldbuße, zehn Jahren Ehrverlust und zehn Jahren Landes- Politik entschieden dagegen, da sie bei Abwesenheit des Zaren Un- den Bäckermeistern, die bewilligt haben, sind 186, die mit Rücksicht berweisung. ruhen im Innern befürchteten, die ihrer Meinung nach Miß- bandes aushängen und auch die Veröffentlichung ihrer Namen nicht auf ihre Kundschaft aus„ besseren Kreisen" fein Plakat des VerBelgien. erfolgen im Felde bestimmt folgen würden. General Kuropatkin Brüssel, 15. Mai. Der socialdemokratische Abgeordnete Dafnet erklärte überdies dem Zaren offen, seine Anwesenheit an wünschen. Diese Meister und viele andere sind sicher nur unter dent Druck der Arbeitsniederlegung zur Bewilligung veranlaßt worden. die Front würde ift gestern infolge Schlaganfall gestorben. Operationen ernstlich stören. Der Zar gab daraufhin gab daraufhin auch seine Absicht auf, 2282 derselben wurden Streiffarten ausgegeben, 1193 traten an den Am Streit beteiligt haben sich insgesamt 4088 Gefellen. An wird aber seitdem unablässig von der Kriegspartei, Alexejew, Besobrasow und gewissen Hofbeamten, bearbeitet, sich doch noch beiden ersten Tagen, ohne Streiffarten erhalten zu haben, in Arbeit, zu den Truppen zu begeben. Sie sind der Ansicht, daß sein Er- 613 streikende Nichtmitglieder des Verbandes erhielten feine Streitfarten. Gegenwärtig befinden sich noch etwa scheinen im Felde große Begeisterung im Volke hervorrufen würde, 750 Streifende im Ausstand. die dann der namentlich unter den arbeitenden Klassen thätigen Agitation gegen diesen Krieg entgegenwirken würde.
Wahlgang ungültig geworden sei.
Sevilla , 16. Mai. Zwischen Studenten der monarchistischen Partei und solchen der republikanischen kam es zu Streitigkeiten, in deren Verlauf zwei Personen verwundet und einige leicht verletzt wurden. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen.
der
„ Unfre japanischen Befreier."
So betitelt sich ein Artikel, welcher dieser Tage in der Moskauer Kaum ist die Schuld des Ministers Nafi unzweifelhaft festgestellt„ Bosstanie"( Die Revolte) erschien. Es wird dort ganz offen ausworden, und hat der Minister, der das Schulwesen unter sich hatte, einandergesezt, daß das russische Volk nur einen Sieg der Japaner die Flucht ergriffen, so werden neue Unregelmäßigkeiten ruchbar. über das russische Heer wünschen könne.„ Ein Sieg Rußlands beSo soll der Erminister Galimberti 25 000 Fr. aus Staats- deutet die Verewigung der Sklaverei und Unterdrückung, währendmitteln für seine Hochzeitsreise verwendet haben. Ferner dem ein Sieg Japans eine neue Aera bedeutet, denn er würde unsre soll die Kommission, welche mit der Prüfung des Deficits der Herrscher belehren, daß selbst räuberische Anschläge nicht durch unAlters- und Hilfskassen der italienischen Bahn wissende und verskflavte Werkzeuge ausgeführt werden können. beauftragt war, eine Unterbilang von nicht weniger als 20 Millionen unsre Wünsche sind deswegen mit Japan ; sein Sieg ist der Frant festgestellt haben. Endlich sollen sich bei der Generaldirektion unsre!"- der öffentlichen Schuld Unregelmäßigkeiten ergeben haben.
Foggia , 16. Mai. ( W. T. B.) Infolge einer gestern in Cerignola( Apulien ) wegen der Forderung des Achtstundentages entstandenen Boltsbewegung rotteten sich heute in der Frühe einige hundert Landleute an den Thoren der Stadt zusammen und verHinderten die Arbeiter, diese zu verlassen. Eine Abteilung von 20 Soldaten, die einschritt, wurde mit Steinwürfen und Schüssen empfangen. Ein Offizier der Sicherheitswache wurde von einem Stein am Kopfe getroffen und fiel zu Boden. Darauf gab die bewaffnete Macht, die einige Verwundete hatte und sich umringt sah, Feuer. Zwei Landleute wurden getötet, acht verwundet. Man erwartet in Cerignola zahlreiche Verstärkungen.-
Schweden.
Partei- Nachrichten.
In mehreren, nicht zum Streifgebiet gehörenden Vororten, die Brot nach Berlin liefern, haben sich die Meister zur Bewilligung der Berliner Forderungen bereit erklärt, und sie auch bewilligt, ohne daß es zur Arbeitsniederlegung fam.
Die Berliner Zahlstelle des Bäckerverbandes hat während des Streits mehr als 1000 neue Mitglieder aufgenommen. Augenblicklich sind über 4200 Bädergesellen in Berlin organisiert. Der Obermeister der Bäcker- Innung in Brit hat an die Streifleitung ein Schreiben gerichtet, welches sich nach Ton und Inhalt vorteilhaft unterscheidet von dem Verhalten, das Die Berliner Bäcker- Jmmungen der Lohnbewegung gegenüber einnehmen. Der Brizer Obermeister schreibt, daß die von ihm ver tretene Innung in Bezug auf Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Gesellen gern mit sich reden lasse. Ueber die Lohnverhältnisse in Brizz schreibt der Obermeister:
Die von den Streifenden geforderten Löhne würden in Brizz gezahlt, Genosse Wolfgang Heine bittet uns um Aufnahme folgender zum Teil sogar noch mehr. Die Forderung, daß alle Gesellen außer Zeilen: dem Hause des Meisters schlafen sollen, ließe sich augenblicklich in Der Wortlaut der im heutigen Vorwärts" veröffentlichten Brig nicht durchführen, da sämtliche Schlafstellen durch die am Kanalschiedsgerichtlichen Entscheidung war mir bis heute noch nicht mit- bau beschäftigten Arbeiter besetzt seien. Im übrigen würde es allen geteilt worden und wird mir erst durch die Zeitung bekannt. Die Brizer Bäckermeistern lieb sein, wenn die Gesellen sich Kost und Begründung giebt bei ihrer Kürze die Erklärungen, die ich in den Logis selbst besorgten. Schließlich wünscht der Obermeister, daß Verhandlungen abgegeben habe, nach verschiedenen Richtungen nicht der Streit, soweit Briz in Frage kommt, aufgehoben werde, vollständig wieder, und ich sehe mich deshalb, um Mißdeutungen eine Verständigung zwischen den Briger Meistern und den Gesellen und er erklärt sich bereit, auf Antrag der Streitleitung vorzubeugen, zu folgender Ergänzung genötigt:
Ich habe auf das nachdrücklichste betont, daß ich eine öffentliche in die Wege zu leiten. Kennzeichnung des Charakters Mehrings, wie er sich in seinen früheren Selbstverständlich wird die Streifleitung auf dies Anerbieten Ein neuer Pfuschvorschlag zur Wahlrechtsreform. Der Konstitu- Schriften gegen die Socialdemokratie und seinem Verhalten in der eingehen, und so wird ohne Schwierigkeit eine Vereinbarung, wie tions- Ausschuß des schwedischen Reichstags hat nun sein Gutachten Partei gegen Parteigenossen offenbart hat, für durchaus berechtigt sie die organisierten Bäckergesellen von vornherein erstrebten, für den über die Regierungsvorlage zur Wahlrechtsreform veröffentlicht. Die halte, und daß ich nur aus 3wed mäßigkeitsgründen Vorort Brizz zu stande kommen. Arbeit, die der Ausschuß geliefert hat, wird ziemlich allgemein, auch davon abgeredet habe. Verdächtige Freigebigkeit. von konservativer Seite, als unbrauchbar bezeichnet. Die Ich habe ferner hervorgehoben, daß der Genosse Heinrich Am Montagvormittag tauchten im„ Rosenthaler Hof", wo sich Ausschußmehrheit, der die Regierungsvorlage hinsichtlich der Aus- Braun mir in Dresden vor Beginn des Parteitags mitgeteilt das Streiftbureau befindet, einige Bäckermeister auf, welche die im dehnung des Wahlrechts noch zu weit geht, schlägt vor, daß nur die habe, er wollte nicht gegen Mehring vorgehen, und daß er erst am Lokal anwesenden Streifenden in der freigebigsten Weise mit Bier jenigen, die zur Zahlung direkter Steuer verpflichtet sind, Vormittag des 14. September, einige Stunden vor seiner Rede, mir traftierten. Ein Faß nach dem andern wurde aufgelegt und die Wahlrecht erhalten. Wahlkreise sollen 60 städtische und 170 ländliche erklärt hat, er fühle sich durch den auf dem Parteitage verteilten umstehenden immer erneut zum Trinken genötigt. Als die Streifgebildet werden. Die vorgeschlagene Wahlkreiseinteilung ist so Mehringschen Artikel in Nr. 211 der„ Leipziger Volkszeitung", der leinung von dieser auffallenden Freigebigkeit der Bäckermeister Kenntnis sonderbar, daß sie zu nichts andrem als zu einem willkommenen ihn direkt herausforderte, genötigt, seinen Entschluß zu ändern. erhielt, schritt sie dagegen ein und machte der Fortsetzung des GeStoff für die Witblätter dienen wird. So sind z. B. in einem Auch bezüglich des Genoffen Bernhard habe ich nicht nur lages ein Ende. Die auffallende Freigebigkeit schien nämlich sehr 12 Städte umfassenden Kreis das füdlich von Blekinge gelegene erklärt, daß ich auf dem Parteitage unter dem Eindruck ge- verdächtig. Wie leicht steigen nicht einige Glas Bier dem einen Kristiansstad und das am Eingang des Kristianiafjord gelegene standen hätte, Bernhard wäre auss schwerste angegriffen, sondern oder andern zu Kopf, und wie leicht ist es nicht möglich, Strömstad vereinigt.- Außerdem wird die Anwendung des Pro- habe dies auch noch als meine jezige Ueberzeugung portionalsystems empfohlen, aber nur für die Zweite Kammer. bezeichnet und hinzugefügt, daß sich Bernhard meines Erachtens in Es erscheint von vornherein ausgeschlossen, daß auf Grund dieser einer Lage befunden habe, in der auch die schärfsten Mittel der AbVorschläge irgend etwas Brauchbares zu stande kommt. wehr berechtigt seien.
Rußland.
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Warschau , 12. Mai. ( Eig. Ber.) Die Wut der Gendarmerie und der Polizei seit dem bewaffneten Widerstand in der Druckerei und der Polizei seit dem bewaffneten Widerstand in der Druckerei der Socialdemokratie scheint sich gar nicht legen zu wollen. Die Verhafteten werden äußerst streng behandelt und die nach ihren Schicksalen in der Warschauer Citadelle sich erkundigenden Familienangehörigen in brutalster Weise angefahren.
Inzwischen ist auch der vierte von den fünf getroffenen Gendarmerie- und Polizeileuten verstorben. Von dem fünften berichtet das Amtsblatt, daß sein Zustand ein schwerer sei.- Hier wird behauptet, daß der hiesige Polizeihauptmann Lichatschew von Petersburg im Gefolge des Zwischenfalls in der Druckerei seinen Abschied bekommen habe, doch läßt sich noch nicht feststellen, in
wiefern das Gerücht zutreffend ist.
Marokko. Aus Lalla Marina( Marokko ) wird über Paris gemeldet: Die Anhänger des marokkanischen Prätendenten unter dem Kommando des Tajeb Bou Amama haben die Regierungstruppen bei Onidja angegriffen; sie wurden nach einem lebhaften Kampfe zurüdgeworfen. Ungefähr 50 Soldaten des Sultans wurden getötet, die Verluste der Rebellen werden höher geschätzt. Die Bevölkerung von Onidja bezeugte Freude über den Erfolg des Sultans.
Zuverlässige Nachrichten über die See- und Landoperationen liegen heute nicht vor. Ein Telegramm, daß die Japaner einen nenen Angriff auf Port Arthur unternommen hätten und in den Hafen eingedrungen seien, ist inzwischen wieder bestritten worden. Dagegen wird dem„ Reuterschen Bureau" aus Tschifu vom Montag gemeldet, daß ein kombinierter Land- und See- Angriff
Zur Angelegenheit des ,, Neuen Montagsblattes" veröffentlicht Genosse Bernstein in seinem Blatte die bereits angekündigte Erlärung. In Beziehung auf sein Verhältnis zum„ Vorwärts" heißt
es darin:
daß einige Streifende in solcher Stimmung sich zu Dummheiten verleiten lassen, welche die stets im Streiflokal anwesende Polizei zum Einschreiten veranlassen. Wenn das geschähe, dann hätte man ja Gelegenheit, dem Publikum Geschichten von Ausschreitungen Streifender zu erzählen und dadurch Stimmung gegen die Ausständigen zu machen. Die Streilleitung hält streng darauf, daß die Streifenden sich der größten Mäßigkeit befleißigen und alles vermeiden, was gegen sie ausgenutzt werden könnte. Deshalb sette die Streifleitung auch der auffallenden Freigebigkeit der Meister Schranken.
Kriegsrat der Innungen.
Kontordia" hatten gestern nachmittag ihre Mitglieder zu außerDie beiden hiesigen Bäcker- Inmungen, die„ Germania" und die ordentlichen Versammlungen zusammenberufen, um sich über ihre Maßnahmen gegenüber dem Streit zu beraten.
vorigen Jahres in der eines festangestellten Mitarbeiters. Meine Thätigkeit am Vorwärts" bestand bis zum Herbst Sie kündigt, die sich in einigen Bunften mit der jetzt vom Genossen wurde mir im Herbst vorigen Jahres mit einer Begründung geBuchner gegebenen Begründung deckt. Ich habe aber genügend Gründe anzunehmen, daß nicht irgend eine sonstige Eigenart meiner Artikel, sondern Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf Parteifragen bei der Kündigung entscheidend waren. Die Kündigung erfolgte, ohne daß ihr auch nur die leiseste Spur eines Zwistes vorangegangen wäre, aber auch ohne daß man es für nötig hielt, sich mit mir vorher in irgend einer Weise auseinanderzusetzen. Ich glaube, ich darf dies offen aussprechen. Die Berliner Parteigenossen, bezw. die von ihnen erwählte Preßkommission Es sei jetzt darüber zu beraten, wie sich die Meister aus den Händen der Parteivorstand hat sich in dieser Sache durchaus neutral verhaltent haben das Recht, die Redaktion ihres Organs so zu belegen, wie sie es für richtig halten. Ich bin der lezte, dieses Recht in Abrede zu stellen. Aber wenn man es in der Weise, wie hier geschehen, geltend macht, muß man auch die sich aus ihm ergebenden Konsequenzen ziehen.
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In der Versammlung der„ Konkordia"-Innung sagte Obermeister Vogler: Der Streit habe den Meistern wenig Abbruch gethan. Jest tomme aber das schlimmere, der Boykott. Die Macht desselben hätten die Meister unterschätzt. Viele Kollegen seien gar zu leicht umgefallen, weniger aus Not wie ihres geschäftlichen Vorteils wegen, und diesen Umgefallenen hätten dann andre folgen müssen. der Streikleitung befreien und dem Terrorismus derselben begegnen können. Er, der Redner, wünsche, daß seinen zuerst umgefallenen Kollegen der Strick so fest um den Hals gedreht werde, daß sie sehen, welche Dummheit sie mit der Bewilligung gemacht haben.
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Ein andrer Redner vom Jnnungsvorstand teilte mit, die Char lottenburger Jnnung habe foeben beschlossen, daß ihre Mitglieder Es liegt auf der Hand, daß die mir gelassene Mitarbeiterschaft die Plakate aus ihren Geschäften entfernen müssen, und daß die bon Fall zu Fall" in feiner Weise mir eine genügende litterarische Nichtbeachtung dieses Beschlusses mit einer Konventionalstrafe von Existenz ermöglichen konnte. Die Gründe, weshalb nur selten Artikel 300 M. belegt werde. Diese Mitteilung nahm die Versammlung von mir im Vorwärts" erschienen, mußten sich ja nun mit verstärkter mit lebhaftem Beifall auf. Kraft geltend machen. Dies, obwohl zwischen mir und den hier in Nach dieser Einleitung folgten zwei Referate. Das eine hielt Betracht kommenden Redakteuren des Vorwärts" stets das der Hamburger Obermeister Brinkmann, der seinen Berliner Kollegen kollegialischste persönliche Verhältnis bestanden hat und noch besteht. zur Hilfe geeilt war. Die Referate waren darauf berechnet, die welche unsichere materielle Griſtenz die freie Schriftstellerei" ge- Versammelten, die wohl ohne Ausnahme die Forderungen bewilligt wärt, ist zur Genüge bekannt. Bekannt ist auch, welche engen haben, zum Widerstande gegen dieselben scharf zu machen. Die Grenzen in dieser Hinsicht den socialdemokratischen Schriftstellern ge- Referenten malten die Folgen, welche die Bewilligung der zogen sind. Forderungen für die Bäckermeister haben würde, in den Dazu kommt das ideelle Moment, das Bedürfnis nach einer schwärzesten Farben, sie machten ihre Zuhörer vor weiteren Folgen auf Port Arthur zwischen dem 20. und 23. Mai erwartet wird. Die litterarischen Heimstätte für jemand, der glaubt, als politischer Schrift des Boykotts gruselig und stellten in Aussicht, daß die Innung in Japaner hoffen, Dalny in einigen Tagen zu besetzen und nach ſteller wirken zu können. Schließlich ist auch zu bemerken, daß ich einer nachfolgenden vertraulichen Besprechung Maßnahmen beraten Zerstörung der Minen in der Talienwan- Bucht dort weitere zwar im bollen Schaffensalter stehe, aber nicht mehr den Alters- werde, welche vielleicht morgen bekannt gegeben werden würden. Truppen zu landen, und mit dem Angriffe auf Port Arthur zu fahren angehöre, wo man Ort und Art seines Schaffens mit Leichtig erste Diskussionsredner, Bädermeister Fischer, schlug einen aus objektiver feit wechselt." Würdigung der thatsächlichen Verhältnisse entstandenen friedfertigen beginnen. Ein japanischer Offizier erklärt, sie wären bereit, 2000 Genosse Bernstein führt dann aus, daß er in der Gründung Ton an. Er sagte, der Beschluß, den die Innung vor dem Streit Mann beim Angriff zu verlieren. des Montagsblattes die Möglichkeit sah, sich eine solche Heimstätte faßte, sei ein unglücklicher, den er, der Redner, nicht gebilligt habe. zu schaffen, ohne bestehenden parteigenössischen Unternehmungen Im Kampf gegen die Gefellen seien die Soldaten zuerst gewichen, Konkurrenz zu machen. Gegenüber der Behauptung, daß kein Be- dann seien ihnen die Generale gefolgt. So wie die Situation jest
Unterrichtete Chinesen sagen, die Einfahrt in Port Arthur sei nicht gesperrt.
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