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Daß die Eisenbahn- Verwaltung bei den Arbeiterfahrtarten zusest, sollte der Kölnischen Volkszeitung" doch auch bekannt sein, die doch wohl kaum eine ausgleichende Gerechtigkeit darin erblicken wird, daß der Mittelstand die Kosten für die Eisenbahnen allein aufbringen foll."
Alliance erinnere und jede Macht verpflichte, einen Die Regierung bestand bisher auf ihrem Willen. Zu diesem Konflikt| Anarchisten der Polizei seiner Heimat auszuliefern, bisher kommt noch der Interessenstreit zwischen den genannten großen hause eine standesgemäße Grübelei zum Besten gegeben. Die EisenAuch ein Grund! Der Edle Herr v. Klizing hatte im Herren von Deutschland , Destreich, der Türkei , Dänemart, Schweden , Parteien; in der Verteilung der Mandate zwischen Stadt und Land bahnverwaltung sollte die Arbeiterfahrkarten einschränken, weil die Rumänien , Bulgarien , Serbien nnd der Schweiz (?) unter- sieht das Centrum eine Benachteiligung seines Anhanges. Arbeiter doch nur aus Lüderlichkeit in die Stadt gingen. zeichnet worden sei, ohne daß die Parlamente der be- ist der nationalliberale Abg. bkircher; er hat sich in seinem„ Socialpolitiker" von der Art Klikings doch froh ſein ſollten, die Der Verlauf der Beratung zeigt folgendes Bild: Berichterstatter Dazu hatte die„ Kölnische Volkszeitung" bemerkt, daß dann die treffenden Länder mitteilung davon erhalten hätten. Dagegen hätten schriftlichen Bericht alle erdenkliche Mühe gegeben, die früheren liederlichen Arbeiter los zu werden. Frankreich und England es bisher abgelehnt, die Konvention Sünden der Nationalliberalen auf dem Gebiete der Wahlzu unterzeichnen, die gegen das bisher politischen Flüchtlingen in rechts- Reform zu verschleiern. Die Deutsche Tageszeitung" des Bundes der Landwirte meint, Auch in seinen mündlichen mit dieser Bemerkung sei dem in wirtschaftlichen Fragen so verdiesen Ländern gewährte Asylrecht verstoße. Darlegungen giebt er sich als warmer Freund des direkten ständigen Blatt" ein böses Kududsei" ins Nest gelegt worden. Die Einleitung der Konvention lautet also: Wahlrechts. Der einzige Stein des Anstoßes bei der Reform Aus eignem giebt sie dann einen neuen Grund für die Beseitigung " Durchdrungen von der Notwendigkeit, der Ausbreitung der sei die von der Regierung geplante Rechtsverschiebung zu Gunsten der Arbeiterfahrkarten: anarchistischen Bewegung energischen Widerstand entgegenzusetzen, der Ersten Kammer. Selbstverständlich verschweigt er, daß in früherer haben die unterzeichneten Mächte beschlossen: Jeder aus einem Beit gerade die Nationalliberalen den Ausbau der Ersten Kammer Vertragsstaat ausgewiesene Anarchist wird auf türzestem Wege den Verschlechterungen des Wahlrechts zur Zweiten Kammer; es sei berlangt haben. Abg. 8 ehnter( C.) erklärt sich einverstanden mit feinem Herkunftslande zugeführt und der dortigen Polizei übergeben. ein durchaus berechtigter Standpunkt, zu verlangen, daß derjenige, Ist das Herkunftsland kein Grenznachbar des ausweisenden der wählen wolle, auch vorher längere Zeit im Lande gewohnt Staates, so wird der Ausgewiesene von der Polizei des Zwischen habe und feit längerer Zeit die Staatsangehörigkeit besitzt. landes weitergeleitet." Es ist sicher unwahr, daß die Eisenbahn- Verwaltung an ArEbenso berechtigt fei es, zu verlangen, daß derjenige, beiterfahrkarten zusezt; sie rentieren sich zweifellos. Dagegen steht der ein politisches Recht beanspruche, feine Steuern be- es fest, daß die erste Wagenklasse und auch die zweite viel zahlt habe, also feine Staatsbürgerpflicht erfülle. Heftig mehr die Eisenbahn- Verwaltung fostet als sie einbringt. Die greift der Redner die beabsichtigte Verteilung der Mandate- Deutsche Tageszeitung" wird also die Beseitigung der ersten und 25 Städte, 48 Land an; das platte Land werde dadurch entrechtet. zweiten Wagentlasse fordern müssen, da der Mittelstand" die Daß Vereinbarungen solcher Art zwischen Deutschland und Ruß- Das land getroffen worden sind, ist bereits bei Gelegenheit der Russen- portionalwahlrecht für das ganze Land bekämpft er mit Kapitalisten aufbringen muß. Socialdemokraten verlangte verlangte Pro- Kosten für die Eisenbahnfahrten der Großgrundbesizer und sonstiger debatten im Reichstag von den Vertretern der Reichsregierung zu- äußerst fadenscheinigen Gründen, dafür tritt er für den Proporz in gestanden worden. Es ist nicht zu erkennen, ob das Projekt vom den großen Städten, wo heute Socialdemokraten und National- Ein Brotkrieg ist in Marburg , wie uns von dort geschrieben 4. März nur dasjenige international durchführen will, was die liberale dominieren, ein. Der Ersten Kammer will Redner eine wird, zwischen dem Arbeiter- Konsumverein und den Bäckermeistern deutsche Bedientenhaftigkeit schon zuvor der russischen Knute be- Reihe Zugeständnisse machen, u. a. das Stellvertretungsrecht für die ausgebrochen, der für die gesamte Einwohnerschaft, mit Ausnahme willigt hatte, oder ob dies Projekt noch über jene Bereinbarungen Standesherren und geistlichen Würdenträger, dagegen erklärt auch der Bäcker natürlich, von Nußen ist. Die Bäcker beabsichtigten, wie hinausgeht. er, daß seine Partei nicht von dem Vorrecht der Zweiten Kammer versichert wird, eine Erhöhung der Brotpreise einzuführen. Seither Es wäre ein überaus erfreuliches Zeichen erstarkender Selbst- beabsichtigte Rechtsverschiebung zwischen Zweiter und Erster Kammer am der Konsumverein, der eine Bäckerei errichtet hatte, und machte in Budgetfragen abgehe. Abg. Wildens( natl.) bemerkt, daß die fosteten bei ihnen 4 Pfund Weißbrot oder Schwarzbrot 46 Pf. Da besinnung, wenn Frankreich die Zustimmung zu solcher der Kardinalpunkt der ganzen Reform für seine Partei sei. Die bekannt, daß er Weißbrot für 42, Schwarzbrot für 40 Pf. auch an Konvention verweigert. Frankreich , der intime Verbündete Rußlands , Nationalliberalen geben das Vorrecht der Zweiten Kammer nicht nichtmitglieder liefern werde. Darob große Entrüstung bei den weist die Schande der internationalen Polizei- Alliance zurück, preis, selbst wenn dadurch das direkte Wahlrecht nicht erlangt werde. Bäckermeistern, die nun das Brot für 40 und 36 Pf. anboten, alſo den während Deutschland in ihr versinkt! Unter dem Vorwand,( Es hat den Nationalliberalen noch nie viel am direkten Wahlrecht blatt an die Einwohnerschaft und weist darauf hin, daß die von den Konsumverein unterboten. Dieser wendet sich nun in einem Flug,, Anarchisten" treffen zu wollen, geben sich Deutschland und andre gelegen! Die Red.) Ueber die andren Fragen lasse sich eine Bädern offerierten Preise Kampfpreise seien, darauf berechnet, den Staaten dazu her, zur Unterdrückung der freiheitlichen Bewegungen Einigung erzielen. fich gegenseitig Henkersdienste zu leisten.
Nach dem zweiten Vertragsartikel errichtet jeder Vertragsstaat ein Polizeiamt, das allen andren ähnlichen Aemtern Auskunft über die Bewegungen aller Ausländer erteilt.
Zunächst iſt jetzt zu fordern, daß die Konvention in ihrem ganzen Umfange der Deffentlichkeit mitgeteilt werde. Und vor allem aber ist die Frage auf das ernsthafteste aufzuwerfen: Wie durfte die Neichscegierung einer solchen Konvention zustimmen, ohne den Reichstag zu befragen?-
Gegen den Mugdan- Freifinn.
In dem jüngsten Auftreten des Dr. Mugdan hat sich der " Freisimm", den dieser Herr vertritt und der in der Deutschen Freien Presse" vertreten wird, in all seiner Widerwärtigkeit offenbart. Kein unverfälschter Reaktionsmann tönnte eine ernste Sache durch niedrige Verdächtigung denen, die sie zu führen als Pflicht erachten, so herabwürdigen wie jener Freisinnsarzt, der sich den Beruf erwählt hat, den Freifinn, so weit an ihm liegt, vollends tot zu
furieren.
Unser Parteigenosse, der im Reichstage die Kampfesmethode des Dr. Mugdan tennzeichnete, faßte seine Meinung dahin zusammen, daß er ob solcher Wortführer das Bürgertum bedauere. Da ist es erfreulich, daß sich wenigstens an einer Stelle das freisinnige Bürgertum rührt, um sich von der Mugdanerei loszusagen.
In der„ Breslauer geitung", dem Blatt der Freifinnigen Bollspartei, das oft gegen die Socialdemokratie heftigst polemisiert, wird über eine vom Breslauer Fortschrittsverein anberaumte„ Versammlung der berbündeten freisinnigen Vereine" berichtet, in der Rechtsanwalt Dr. Mamroth- das freifinnige Parteiblatt nennt ihn einen unsrer beliebtesten Redner" - über die Reform der Strafrechtspflege sprach. Der Redner besprach nun auch die im Reichstage behandelten Fragen des Strafvollzuges und er führte aus:
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Konsumberein zu unterdrücken, daß aber, wenn dies gelänge, die würden. Der Verein ſezt dann den Preis für Weißbrot abermals iezt von den Bäckern nachgelassenen Preise schon wieder eingeholt
um 2 Pf. Herunter.
Abg. Benedeh( Demokr.) ist gegen des Budgetrechtes der Ersten Kammer. Er redet der Einigkeit das verschlechterungen, hält aber für das allerschlimmste die Ausdehnung Wort; die Kammer müsse sich zu einem einmütigen Votum gegen die Erste Kammer zusammen finden.( Die Erste Kammer hat noch gar nichts mit der Sache zu thun, es handelt sich vorerst um die Hermann Hoferichter von der Görliger Straffammer zu zwei Wegen Majestätsbeleidigung wurde der Gewohnheitsbettler Regierungsvorlage.) Abg. Lehmann( Soc.) ist selbst- Jahren Gefängnis und Ueberweisung an die Landespolizei ververständlich auch der Meinung, daß Rechte der Zweiten Rammer urteilt. Der vierzig Mal vorbestrafte Mensch hat anscheinend für nicht preisgegeben werden; im übrigen aber geht er scharf gegen längere Zeit im Gefängnis Unterkunft finden wollen und dies ist die Parteien vor, welche die Rechte der Wähler so leichtfertig ihm gelungen vermittelst des Majestätsbeleidigungs- Paragraphen. preisgeben wollen. Er begründet eingehend sechs, von der social- Der Baragraph hat also doch auch einen Wert; nur nicht für die zu demokratischen Fraktion eingebrachte Anträge. Diese Anträge schützende Majestät!- bezwecken, das Proportional- Wahlrecht für das ganze Land einzuführen und, falls dies abgelehnt wird, durchgehends Einerwahlbezirke zu bilden, ferner die Verschlechterungen des Wahlrechts zur Zweiten Kammer zu beseitigen.
der zunächst scharf gegen die Socialdemokratie polemisierte, die HauptIn der Nachmittags- Sigung erklärte Minister Schenkel, fache sei, daß die Erste Rammer ein materielles Mitbeschließungsrecht in Budget- und Finanzfragen erhalte. Ueber alle andren Fragen sei eine Einigung sicher. Von den Kautelen, die das Wahl- auch recht zur Zweiten Kammer verschlechtern, könne allerdings die Regierung nichts mehr ablassen. Im allgemeinen machte die Rede des Ministers den Eindruck, als ob der Regierung sehr viel daran liege, etwas Positives zu ſtande zu bringen. Die Debatte wird fortgesetzt.
Eine heute abend eingegangene Wolfffche Depesche meldet folgendes über den Ausfall der heutigen Abstimmung:
Karlsruhe , 20. Mai. Die Zweite Kammer hat heute den Gesetzentwurf, betr. die Revision der Verfassung, nach den Kommissionsbeschlüssen mit allen Stimmen gegen die Stimmen der Socialdemokraten in dritter Lesung angenommen.
Ein furchtbares Kasernenbild.
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Aus einem wilden Lande.
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Man schreibt uns aus Stuttgart vom 19. Mai: Je reaktionärer Preußen und Sachsen werden, desto billiger ist natürlich für die südWürttemberg z. B. gilt jenseits der schwarz- weißen Grenzpfähle deutschen Staaten der Ruhm besonderer Freiheit zu erwerben. geradezu als ein wildes Land. Freilich der Schein trägt. Es iſt ganz falsch, aus dem süddeutschen Zuge von„ Gemütlichkeit", wie er im politischen Leben 811 Tage tritt, den Schluß zu ziehen, als sei Württemberg ent Dorado der Freiheit und des socialen Fortschritts. Die Landtagssession, welche gestern eröffnet wurde, wird in der Schulfrage und in der Frage der Arbeitsbedingungen für die Staatsarbeiten wiederum die ganze Rückständigkeit der württembergischen Landesparlamente- sowohl der Kammer der Standesherren als der Kammer der Abgeordneten zum Ausdruck bringen. Wenn die jedem wirklichen Fortschritt abholde Struktur der Zweiten Rammer nicht so offen zu Tage tritt, als die der„ Ersten", so liegt dies daran, daß die sechs socialdemokratischen Hechte die idyllische Ruhe in diesen Starpfenteichen störend beeinflussen, und die„ demokratischen" Parteien( füddeutsche Volkspartei und Centrum) aus Rücksicht auf den Wählerfang wenigstens in nebensächlichen Fragen Konzessionen an den Geist der Zeit zu machen gezwungen find. Bezeichnend ist, Wie wir schon turz gemeldet haben, wurden mehr als fünf- daß von den großen gesetzgeberischen Reformwerken, welche seit „ Die Strafrechtspflege setze sich aus drei Faktoren zusammen, 11. Kompagnie des Infanterie- Regiments„ b. Horn" in Trier vor Schulwesen, Verfassungsreform und Gemeindereform, nur hundert Soldatenmißhandlungen dem Unteroffizier Edert von der Jahren als politische Notwendigkeit anerkannt sind: Steuerreform, dem Strafgesetzbuch, der Strafprozeßordnung und dem Straf dem Kriegsgericht der 16. Division zur Last gelegt. Wir erfahren Steuerreform im Vorjahre endlich durchgeführt wurde, aber dank vollzugsrecht. Bei dem Strafvollzugsrecht sei zuerst ein- darüber jetzt näheres. Es waren mehr als 150 Zeugen, darunter dem feigherzigen Umfall der Süddeutschen Volkspartei eher eine zusetzen, da wir für diese Frage noch gar fein Gesez 31 Angehörige des Beurlaubtenstandes geladen. Die Mißhandlungen Verschlechterung als eine Verbesserung des früheren Zustandes bedeutet. eine Reihe verschiedener Ministerial- und Menschenschindereien spotten zum Teil jeder Beschreibung. Sie Aehnlich bringt auch die Schulreform, die voraussichtlich in dieser berfügungen. Die Klagen über das Strafvollzugsrecht bestanden in Fußtritten, Schlägen mit dem Seitengewehr und andren Seffion beraten werden wird, statt einer Abschwächung eine Verstärkung würden von Tag zu Zag lauter. Der Redner ers härtete jeine Behauptung durch eine Reihe von Beispielen; er und Quälereien. So ließ der Unteroffizier Rekruten sich flach hinlegen, sehr fraglich, als dieses Reform"-Werk die Klippe der Ersten gefährlichen Gegenständen und all den andren bekannten Teufeleien der geistlichen Vormundschaft über die Volksschule. Uebrigens ist es noch erwähnte das bekannte Buch von Leuß, welcher 3 Jahre im um mit seinen schweren Stiefeln über den Rücken der Leute zu gehen; Kammer ungefährdet passieren wird. Denn selbst die wenigen Zuchthause hat zubringen müssen, das Gutachten des berühmten mehrere erlitten dadurch erhebliche Verlegungen im Gesicht. Weil sie Scheinkonzessionen, die es dem modernen Geiste macht, find dieser Strafrechtslehrers Liszt über diese Broschüre und eine Anzahl von zum Reinigen der Ererzierhalle etwas zu spät tamen, mußten sich urreaktionären Köperschaft, in welcher die katholischen Standesherren Berichten aus dem Vorwärts". Die Interpellation der Social- einige Soldaten in den bereits zusammengefegten Dreck legen und und die vier katholischen Prinzen aus dem Königshause den Ausdemokraten im Reichstage sei mit Rücksicht auf diese Fälle viel zu so lange darin umherwälzen, bis er auf dem Boden wieder verteilt schlaggeben, ein Stein des Anstoßes. Dhne diese zahm gewesen.( Buſtimmung.) Auch die Debatte über die Inter - war. Ein Rekrut mußte sich bei andrer Gelegenheit hundert- Scheinkonzessionen dürfen aber die" Demokraten " der pellation habe auf ihn einen wenig befriedigenden Eindruck ge- mal hinter einander flach Boden auf den macht. So habe z. B. der Nedner der Freifinnigen Voltspartei, hinlegen und geordnetenkammer nicht wagen, den Wechselbalg aus der Taufe Dr. Mugdan, die Frage von einem ganz falschen Standpunkte aus mußte auf einem Schemel Kniebeuge machen, dann in der zum Schluß erhielt auch noch Schläge. Ein Soldat zu heben. Ein Vorspiel bot gestern in der ersten Sizung behandelt, wenn er vom Aerzte- Standpunkte aus der Kniebeuge einen andern Schemel strecken, und als Abgeordnetenkammer die Beratung der Eingabe der gegangen sei. Er sei bei seiner mangelnden Sachkenntnis ermattete, stieß ihn das Scheusal hinunter, daß er eine schwere Kopf- die Anstellung von Schulärzten durch den Staat. Nach er Allgemeinen deutschen Vereine für Schulgesundheitspflege betreffend nicht geeignet gewesen, darüber zu sprechen.( Zustimmung.) Daß verlegung erlitt. Der Soldat desertierte bald nachher und ist noch einem langen Geplätscher die Aerzte keine Schuld an den traurigen Verhältnissen treffe, das im Auslande. von Redensarten wurde der Kommissionsbeschluß, der möge zutreffen; an den Behörden liege die Schuld, es müßten Frage der Regierung zur eben mehr Gefängnisärzte angestellt werden. von der Mehrheit Unter den Zeugen befanden sich zwei andre Deserteure, die wegen Erwägung" überweist, Dann habe der Mißhandlungen geflüchtet waren. angenommen. Dr. Mugdan über die Veröffentlichungen im Vorwärts" gescholten. Einem andern schlug Eckert Die Socialdemokraten versuchten vergeblich, an Stelle dieses„ BeOb es aber erlaubt sei, amtliche Aftenstücke zu einem guten Zwede wegen mangelhaften Schießens das Koppel und die Tasche mit gräbnisses erster Klasse" eine würdigere Behandlung der Frage herbei. zu benutzen, darüber könne man verschiedener Meinung sein. bluteten. Verschiedentlich machte er bei den Mißhandlungen auch schulärztlicher Untersuchung in der Stuttgarter Altstadt hin, wo Batronen ins Gesicht, daß Mund und Nase start zuführen. Genosse Reil insbesondere wies auf die Ergebnisse Einer Meinung könne man aber nur darüber sein, daß derjenige, dem solch ein Material geliefert werde, ein verdienstvolles Werk 29 Proz. der Kinder als unterernährt bezeichnet wurden, blieb aber vom Seitengewehr Gebrauch. begehe, wenn er durch die Veröffentlichung der Allgemeinheit einen eines Soldatenschinders, der seine Untergebenen in der unDer Vertreter der Anklage nannte den Unteroffizier den Typus mit seinem weitergehenden Antrag in der Minorität. großen Ruten erweise. Die Gesundheitsverhältnisse in den Ge- menschlichsten Weise mißhandelte; er beantragte zwei Jahre fängnissen feien furchtbar. Von 7000 in einem Jahre entlassenen Gefängnis und Degradation. Das Urteil lautete auf ein Jahr und Gefangenen sei nach einer Statistik die Hälfte schwindsüchtig ge- neun Monate und Degradation. Strafmildernd rechnete ihm das Nach einer andren Statistik seien im Jahre 1886 Gericht das Verhalten seines Feldwebels an, das auf den 251 172 Freiheitsstrafen verhängt worden von einer Gesamtdauer Unteroffizier von schädlichem Einfluß gewesen sei. von 66 084 Jahren.( Bewegung.) Die Bestrebungen nach einem Strafvollzugsrecht seien daher die berechtigtsten, hätten aber am wenigsten Aussicht auf Erfüllung; die Forderung nach einem sochen Gesetze aber werde nicht schweigen."
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So denken über das socialdemokratische Vorgehen und über den Dr. Mugdan Freisinnige, die ihren Namen nicht gänzlich zum Gespött bei allen anständigen Menschen herabgewürdigt wünschen. Uns, die Gegner des Freisinns, freut es, daß wenigstens in dieser Partei noch ein Wort gegen diese Selbstschändung laut wird. Wir sind begierig, ob die Deutsche Freie Presse" den Verſammlungsbericht ihres befreundeten Blattes citieren wird! Bisher unterschlägt sie den geduldigen Berliner Freisinnsmannen das Urteil ihrer Breslauer Parteigenossen.
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Das Blutbad von Cerignola vor der Kammer. Rom , 17. Mai. ( Eig. Ber.) Die Interpellation Turatis in Unterberger, die Vorgesetzten Eckerts, gleichfalls wegen fort- Der Unterstaatssekretär Di Gent- Onafrio stellte die Sache Am Donnerstag wurde gegen die Feldwebel Stalte und der heutigen Kammerfizung ist ruhiger verlaufen, als man annahm. gefester Soldatenmißhandlungen und wegen Unterdrückung von allen Thatsachen entgegen Beschwerden sowie Fälschung der Dienstbücher verhandelt. Auch sie Angriff der Landarbeiter abwehren müssen. Die Menge wäre beso dar, als hätten die Soldaten einen hatten ihre Untergebenen jahrelang in der schlimmsten Art miß- waffnet gewesen mit Schuß- und Stichwaffen. Der Aufruhr in Handelt. Wenn sich einer beschwerte, warf der Feldwebel Stalke die Cerignola dauere noch heute fort und nehme die Formen der Anzeigen, statt fie an den Compagniechef weiterzugeben, in den größten Gewaltthätigkeit an. Papierkorb. Auch jetzt wäre das Treiben der drei Scheusale un- Turati antwortete, er sei zu sehr konservativ, um sich mit gefühnt und ungestört geblieben, wenn nicht der wegen Sittlichkeits- dieser Antwort zufrieden zu geben. Wenn wirklich heute die Stadt verbrechens und Verleitung zum Meineid zu Zuchthaus verurteilte in Aufruhr wäre, so könnte das das Vorgehen der Polizei auf Sergeant Bienefeld, ein Kollege der drei, die Anzeigen aus Rache erstattet feinen Fall rechtfertigen. Der Aufruhr wäre ja nach dem Bluthätte. Solchen Menschen sind die Söhne des Volkes ausgeliefert! bad, nicht vorher gekommen. Beklagenswert sei die Unfähigkeit der In dem Prozeß gegen den Unteroffizier Eckert wurden hundert Polizei, aus der Erfahrung zu lernen. Die Ereignisse von undsechzig, in dem Prozeß gegen die Feldwebel hundert- Cerignola seien fast eine photographische Wiedergabe des undacht Zeugen vernommen. Danach kann man sich einen Blutbades bon Berra, Candela, Giarratano usw. Leute Begriff von dem Umfang der Soldatenschindereien machen. Und die so nervös und fopflos sind, daß sie um einen Steinwurf außer dennoch konnten sie jahrelang getrieben werden, ohne daß sie von den sich geraten und in blinder Wut nach Rache verlangen, taugen nicht Vorgesehten wahrgenommen wurden und ohne daß die Soldaten ge- zu Polizisten. Die Polizei muß eine Regel über alle andren stellen: wagt hätten, sich dagegen ernstlich zu schüßen. auf das Bolt darf nicht geschossen werden. Daß die
Am Donnerstag begann im badischen Landtag die Plenarberatung der Wahlrechtsvorlage. Es handelt sich dabei um den alten Kampf um das direkte Wahlrecht. Die Regierung will jetzt das Wahlmännersystem fallen lassen, aber sie möchte mit diesem Der Vertreter der Anklage beantragte gegen den Feldwebel Menge bewaffnet war, ist die übliche Erfindung. Wie kommt es Fortschritt eine Reihe schwerer Verschlechterungen mit durchschmuggeln. Stalte ein Jahr und vier Monate Gefängnis, Degradation und denn, daß die berühmten Revolver der Menge nie jemand verlegen? Diese bewegen sich in zwei Richtungen: Verschlechterung des Wahl- Versegung in die zweite Klasse des Soldatenstandes, gegen den sind sie vielleicht aus Pappe und von der Polizei selbst rechts zur Zweiten Kammer und Erweiterung der Machtbefugnisse Feldwebel Unterberger ein Jahr und eine Woche Gefängnis und geliefert? der Ersten Kammer. Die Wahlrechtsverschlechterungen werden von Degradation. Das Kriegsgericht verurteilte Stalte zu zehn In Cerignola wird einstweilen der übliche Prozeß instruiert. Nationalliberalen und Centrum in den Kauf genommen, aber das Monaten, Unterberger zu neun Monaten und einer Woche Solche Prozesse sind schlimmer und grausamer als die Mezelei, von budgetäre Vorrecht der Zweiten Kammer soll festgehalten werden. Gefängnis und beide zur Degradation. - der fie ausgehen. Seit dem Blutbad von Giarratano, also feit
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