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In ben allerlebten Tagen war der Berliner Siz der Regina" thalerstraße bemerkte der Fahrer Sauer, welcher einen Wagen der dem Verstorbenen im Leben als Kampfgenossen zur Seite standen, noch von der Kleinen Frankfurterstraße 11 nach der Großen Frank- Linie 54 fuhr, gegen 8 Uhr, daß die Pferde eines mit Mörtel be- in seinem Sinne und Geiste weiter arbeiten würden. furterstraße 72 verlegt worden. Wer jest, nachdem über die Regina" ladenen Wagens, der neben dem Straßenbahnwagen in gleicher Ein Berg von Sänger weitere fich an der offenen Gruft auf,

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Konturs eröffnet worden ist, in der Großen Frankfurterstraße vor- Richtung sich bewegte, schen wurden und durchgingen. An der indes die Musikkapelle die Klänge des Liedes: Ein Sohn des spricht, findet nicht etwa verschlossene Thüren, sondern sieht sich ein- Ecke der Joachimsthalerstraße stand an der Bordschwelle ein Volkes" ertönen ließ. Jeder der Kranzträger ehrte durch wenige geladen, einer Krankenkasse Rheinlands Eiche" beizutreten. andres Gefährt, das die Fahrbahn für den Mörtelwagen Schon draußen empfängt ihn ein Plakat, das folgenden stolzen und beengte. Der Fahrer schaltete und dies war das einzige schlichte Worte den verstorbenen Kämpfer für die Klassenforderungen verlockenden Wortlaut hat:" Rheinlands Eiche, Kranken- und Sterbe- Mittel zur Rettung für sich und die zahlreichen Fahrgäste benen Kämpfer für die ant des Proletariats. faffe für ganz Deutschland , E. H. zu Hochheide, unter Staatsober dieser Stelle auf Kontakt 9", um den sonst unvermeidlichen Zu- Es war eine einfache und schlichte, aber würdige und gerade aufsicht. Staatlich genehmigt durch Reichsgesetz vom 7. April 1876 fammenstoß zu verhindern. Menschenleben waren durch die Geistes- durch ihre Einfachheit und den aus hunderten von Arbeiterherzen und 1. Juni 1884, gegeben durch Se. Majestät Staiser Wilhelm I. , gegenwart des Fahrers wohl gerettet, aber ein Zusammenstoßfommenden Worten der Ehrung ergreifende Leichenfeier. und vom 25. Mai 1903, gegeben durch Se. Majestät Kaiser freilich mit einem andren Gefährt wurde dadurch herbeigeführt. Wilhelm II. " Es konnte nicht vermieden werden, daß der Straßenbahnwagen Man sieht: es ist immer sofort für Ersak gesorgt. Feuerbericht. Viel Wärme, biele Brände. Jm Monat Juli leicht gegen den seine Fahrbahn kreuzenden gleichen Wagen Nr. 6 dieses Jahres ist die Berliner Feuerwehr nicht weniger als 352 Mal der Linie T( Steglitz ) stieß. Beide Waggons entgleisten und mußten alarmiert worden, gegen 231 Mal im Juli vorigen Jahres. Die durch Rettungswagen wieder eingegleiſt werden. Zwei in dem ersteren Zunahme von 121 oder 57 Proz. ist einem Monat ist ganz be­Sigen, haben aber nennenswerte Verlegungen nicht erlitten. Wagen befindliche Damen fielen infolge der Karambolage von den deutend und übertrifft der Monat Juli in dieser Beziehung sogar den Monat Januar, der infolge großer Kälte und vielen Heizens

Die Fremden Berlins kommen zum größten Teil aus den preußischen Provinzen und aus den übrigen deutschen Bundes­staaten, aber auch die Zahl der Ausländer, die Berlin auf­suchen, ist nicht gering. Angaben hierüber werden jezt zum ersten­mal vom Berliner Statistischen Amt mitgeteilt, zunächst für den Juni 1904. In diesem Monat wurden hier 78 276 Fremde gemeldet, und unter diesen waren 14 122, die aus dem Auslande kamen. Die außerdeutschen Staaten Europas waren allein mit 11 852 Fremden vertreten, und von diesen wieder kamen allein 5094 aus Rußland . Das benachbarte Desterreich schickte nur 1891 Fremde, Frankreich 597, England 935, Belgien und Holland 203 und 471, Dänemark , Schweden , Norwegen 844, 1023, 188. Aus der Schweiz famen 266 Gäste, aus Italien 165, aus Spanien und Portugal 35 und 28, aus der Türkei und den kleineren Baltanstaaten 31 und 81. Unter den andern Erdteilen stand an der Spize Amerika, das mit der stattlichen Zahl von 2096 Fremden vertreten war. Aus Asien und Afrika trafen nur 67 und 80, aus Australien 27 Fremde in Berlin ein.

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Ein schwerer Unglücksfall hat sich, wie uns von Berliner 346 Alarmierungen gebracht hat. Wie hieraus ersichtlich ist, be­Sommergästen aus Hubertusstock mitgeteilt wird, am Sonnabend rühren sich die Extreme. Am Sonntag hatte die Feuerwehr einen auf dem Werbellinsee ereignet. Die mit Mauersteinen beladene größeren Brand in der Kirchstr. 24 zu löschen. Dort brannten 3ille des Schiffers Zeit hatte sich, vom See kommend, nach dem Balken, der Fußboden u. a. und mußte die Feuerwehr mit mehreren Sanal durchschleusen lassen, geriet jedoch infolge des niedrigen Schlauchleitungen Wasser geben, um die Flammen zu löschen. Wasserstandes unmittelbar hinter der Schleusenmündung auf Sand. Kurz vorher mußte abends um 92 Uhr in der Dieffen­Alle Bemühungen, das Fahrzeug wieder flott zu machen, waren bachstraße 32 ein Kellerbrand gelöscht werden. Um Mitter­vergeblich, und um die Durchfahrt frei zu machen, wollte der nacht tam in der Dalldorferstr. 6 in einer Wohnung Feuer Schleusenmeister durch Oeffnen der Schleusenflügel den Wasserstand aus, das auf ein Zimmer beschränkt werden konnte. Küchengeräte, im Kanal heben. Das Steuer auf der Zille wurde festgelegt, aber Fußboden u. a. gingen in der Dranienstr. 174 in Flammen auf. das Wasser drang aus der Schleuse mit so elementarer Gewalt, Möbel, Kleider, Gardinen, Betten, Decken 2c. brannten in der Watt­daß das Tau zerriß und das Steuerruder mit furchtbarer Straft straße 76, Dranienstr. 5, Kirchbachstr. 9, und andren Stellen. In herumgerissen wurde. Die am Steuer stehende 72jährige Frau des der Manteuffelstr. 88 brannte das Dach, in der Pallisadenstr. 26 der Schiffseigners Zeit erhielt durch die Lenkstange einen heftigen Keller, in der Graunstr. 33 Teer, die Waschküche und andres auf dem stelle befindliche Sommergäste zogen die auf den Fluten treibende straße 16 brannte Teer. Kohlenbrände wurden aus der Swinemünder­Schlag und wurde über Bord geschleudert. In der Nähe der Unfall- Boden, und am Koppenplay 12 ein Bauzaun. Auch in der Brizer­Frau sofort aus dem Wasser, doch erwiesen sich die bei der Greisin straße 83, Marienburgerstr. 21, am Moabiter Güterbahnhof, aus durch die Lenkstange erhalten hatte, war so heftig gewesen, daß straße 26, Wrangelstr. 132 und andren Orten gemeldet. angestellten Wiederbelebungsversuche erfolglos. Der Stoß, den sie der Marienstr. 32, Invalidenstr. 157, Neuen Königstr. 56, Kolberger­anscheinend der Brustkasten zertrümmert worden war. dem Sturz ins Wasser hinzugetretener Herzschlag hatte ihrem Ein bei Leben ein jähes Ende gesetzt. Leben ein jähes Ende gesetzt.

Aus den Nachbarorten.

Das Begräbnis der Lucie Berlin, des Opfers aus der Ackerstraße, fand Sonntagnachmittag unter ungeheurer Teilnahme der Be­völkerung auf dem Elisabeth- Kirchhofe bei Bantom statt. Von 2 Uhr an begannen sich die Menschenmassen vor dem Leichenschau­hause zu sammeln. Gegen 3 Uhr erschienen die Angehörigen, die Mitbewohner des Hauses Aderstraße 130 und die Mitschülerinnen der Ermordeten mit prächtigen Kränzen und Blumenspenden. Die Polizei hatte Mühe, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Den Trauerzug eröffnete ein Musikchor, das die Stadt Berlin gestellt Selbstmord berübte Sonntagmittag Sonntagmittag der Druckereibefizer hatte. In den Straßen, durch die sich der Zug bewegte, bildete ein Andres, Inhaber der Firma Schmidt u. Andres in der Neuen Grün­Charlottenburg. Feuer im Rathaus wurde um 2 Uhr in vieltausendköpfiges Bublikum Spalier und schloß sich dann in langen straße 25. Er lebte in guten Verhältnissen, hatte aber vor einiger der Feuerwache am Lüzow gemeldet, und sofort rückte ein Zug mit Reihen an. Auf dem Friedhofe hatten sich schon von 1 Uhr an Beit eine Nervenheilanstalt aufsuchen müssen, ohne jedoch vollständige Dampfsprize und mechanischer Rettungsleiter nach dem nahen Rat­Tausende eingefunden, und es entwickelten sich später dort mancherlei Heilung zu erlangen. Um einer abermaligen Einlieferung in eine haus, Lüßowerstraße 11/12, wo aus zwei Kellerfenstern ein erstickender unerquickliche Scenen, als gegen 6 Uhr der Zug anlangte. Es solche Anstalt zu entgegen, vergiftete er sich mit Lysol. Qualm drang. Nachdem festgestellt war, daß es sich um einen entstand ein geradezu lebensgefährliches Drängen nach dem offenen Beim Baden den Tod gefunden hat der 27jährige Arbeiter konnten die Dampfsprize und die mechanische Leiter wieder abfahren. unbedeutenden Brand einiger alter Kisten im Keller handelte, Grabe hin, wobei andre Gräber rücksichtslos zertreten tourden. Es Böse aus Berlin , der in der Ziegelei Schrobsdorf beschäftigt war. Das Feuer wurde mit geringer Mühe abgelöscht. Das Rathaus, bedurfte eines energischen Einschreitens der Kirchhofsbeamten, um B. wollte im Ausstichteich baden, war jedoch kaum in das Wasser dessen Vorderfront in der Berlinerstraße der Vollendung entgegen­wenigstens einigermaßen Ordnung zu halten. Wurde doch die Zahl hineingegangen, als er in den Fluten verschwand und ertrank. Der geht, hat eine nennenswerte Beschädigung nicht erlitten. der auf und vor dem Friedhofe sich stauenden Menge auf dreißig- Arbeiter war anscheinend von einem Schlaganfall betroffen worden. tausend Personen geschätzt. Pastor Dirksen von der Versöhnungs­Pankow. Die Vorortgemeinden werden in der Forderung von firche hielt die Trauerrede im Anschluß an das Bibelwort Der Selbstmordversuch eines Waisenknaben beschäftigt gegen Entschädigungsansprüchen, welche sie anderen Gemeinden gegenüber Johannes 12, 35-36. Jn ergreifenden Worten kennzeichnete er wärtig die Aufsichtsbehörden. Der 15jährige Lehrling Alfred Schall- stellen können, immer unverschämter. Zu wiederholten Malen tonn­die Vorgänge, denen das Kind zum Opfer fiel, und betonte dabei mann, dessen Vater vor etwa acht Tagen durch einen Blitzschlag ge- ten wir berichten, welchen Schwierigkeiten die Gemeinde Pankow mit besonders, daß ein Schauer des Entseßens uns überkomme, wenn tötet wurde, war in dem jüdischen Waisenhause in Pankow erzogen der Legung ihres Druckrohrs nach ihren Rieselfeldern begegnet, troh­man sich ausmale, welche seelischen Leiden das unschuldige Opfer zu worden und nach Beendigung seiner Schutzeit in einer Tapisserie- dem das Rohr in den Schuhstreifen der Eisenbahn verlegt wird. Die durchkämpfen gehabt habe. In scharfen Worten geißelte er das warenfabrik in der Neuen Friedrichstraße als Lehrling für Muster- Gemeinde Rosenthal schießt nun mit ihrer Forderung den Vogel ab, Ueberhandnehmen der Unzucht und machte dafür besonders die zeichnungen untergebracht worden. In dieser Stellung verblieb der junge indem sie 60 000 m. Entschädigung verlangt und zwar aus dem Vermieter und die Gesetzgebung verantwortlich. Choralgesang schloß Sch. 7 Monate, wiewohl der Direktor des Waisenhauses den Chefs ein Grunde, weil auf einer Strecke von 1400 Metern die ausgehobene die Feier, von der sich die Prostituierten des Hauses Ackerstraße 130 wenig günstiges Charakterbild von dem Knaben entworfen hatte. Vor Erde während der Legung des Rohres auf einem parallel der Bahn sämtlich ferngehalten hatten. einigen Wochen jedoch wurde Sch. plößlich entlassen, weil er mit andren liegenden Feldweg zu lagern kommt, ohne daß irgendwie der der Zum Ermittelungsverfahren gegen den Zuhälter Berger. Kameraden die Wahrheit eingestanden hatte. Er kehrte nach dem wird! Verschiedene Verhandlungen haben dazu geführt, daß die gegen den Zuhälter Berger. Lehrlingen zusammen Unfug verübt und ebenso wenig wie seine Gemeinde gehörige Feldweg selbst zur Legung des Rohres benutzt Das chemische und das gerichtsärztliche Gutachten ist nunmehr Waisenhause zurück und wurde von dem Anstaltsdirektor mit heftigen Forderung auf 20 000 m. herabgesetzt wurde, Pankow bot 7500 abgeschlossen. Die verschiedenartigen Untersuchungen, die in einem Vorwürfen empfangen, der sich dahin äußerte, daß aus dem Bögling vergebens! Als vor einigen Tagen die genannte Strede in Angriff umfangreichen Aftenstück zusammengestellt sind, haben zu einem ficheren, positiven Urteil geführt. Sowohl in den Zeilen der weiter nichts werde als ein Mörder Berger. Hierdurch wurde der genommen werden sollte, schwärmte ganz Rosenthal nach dem Ge­Kleidungsstüde, die bei der Leiche gefunden wurden, als auch in junge Mensch in hochgradige Aufregung bersetzt, so daß er nach dem lände. Der stellvertretende Gemeinde- Vorsteher Schmidt, unterſtüßt Boden eilte und sich durch ein Dachfenster in den Garten hinab- von der Ortspolizei, inhibierte die Arbeiten. Man soll den Bogen den Körben, wurde Menschenblut mit Sicherheit festgestellt. Ja noch mehr! In dem kleinen Korbe wurden noch Stoffreste des kandidaten wurde von der Waisenhausverwaltung durch Post- wehmütig ihren Trok bedauern. stürzte. Die in Berlin wohnende Mutter des Selbstmord- bekanntlich nicht zu straff spannen! Auch die Rosenthaler werden Kleides gefunden, das Lucie Berlin am Tage ihres Verschwindens karte von der That ihres Sohnes benachrichtigt und sollte, 5000 m. bewilligt, weil nunmehr sogenannte Arbeiterzüge auf dem Pankow hat dem Unternehmer getragen hat. An dem Messer, das in der Liebetruthschen Wohnung da der Knabe nicht lebensgefährlich verlegt war, ihn mit nach Hause Geleise aufgestellt werden, welche die ausgehobene Erde aufnehmen. gefunden wurde, konnte die chemische Untersuchung ebenfalls Teilchen von Blut und winzige Stoffreste feststellen, obgleich das nehmen. Dies lehnte die Mutter jedoch ab, und nunmehr wurde Nach Legung des Rohres wird die Erde direkt vom Wagen in die Sch. auf Grund eines ärztlichen Attestes nach der Neuen Charité" Baugrube befördert. Die Arbeiten können nur des Nachts vorge= Meffer abgewaschen worden war. Auch ergaben die Untersuchungen übergeführt. Dort erkannten die Aerzte aber bald, daß der Knabe nommen werden und werden etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen. der Schnittflächen der abgetrennten Teile und des Rumpfes von diesem wurden Abgüsse hergestellt flar die Benuzung des be- nicht geisteskrank sei, und ließen ihn bis zu seiner jetzt erfolgten stimmten Messers aus der Liebetruthschen Wohnung. In dem völligen Wiederherstellung nach der Abteilung für Krampffranke Heinen Korb fand Dr. Jeserich auch einen Nagel ungewöhnlicher bringen. Die Mutter des Lehrlings, die uns die oben gegebene Darstellung bestätigt, hat den eigenartigen Vorfall, der jedenfalls Art, wie solche bei der Liebetruth vorhanden waren. Reste von Papier wurden in der Wohnung nicht mehr gefunden, so daß an- noch ein gerichtliches Nachspiel haben dürfte, zur Anzeige gebracht. zunehmen ist, daß das Packpapier zum Einschlagen und Fortschaffen der einzelnen Gliedmaßen gedient hat. Vernehmungen von Zeugen finden noch fast täglich vor dem Untersuchungsrichter Dr. Maßmann statt. Die Liebetruth hat einen Teil ihrer Hab­seligkeiten aus der geschlossenen Wohnung erhalten. Auch ihr Ver­lobter, Berger, hat aus dem Untersuchungsgefängnis ein Schreiben an fie gerichtet. Er beruft sich auf seine Unschuld und bittet sie, nicht irre an ihm und seiner Liebe zu werden. Ob er damit auf

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die Liebetruth wegen Verweigerung ihres Zeugnisses einzuwirken bestrebt ist, muß dahingestellt bleiben.

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Am Sonnabend, den 30. Juli, verlor ein Tischler auf dem Wege zum Bahnhof Stralau- Rummelsburg- Schlesischer Bahnhof ein blaues Heft mit Zeichnungen( Treppengeländer). Der selbe ist ersatzpflichtig und bittet den ehrlichen Finder, Engel- Ufer 16 bei Richter den Fund abzuliefern oder dort den Fund zu melden.

Ein gerichtliches Nachspiel wird voraussichtlich der Tod des Kunstfahrers Maurice Muze erfahren, der bei einer Probe im Balast- Theater infolge mangelhafter Herstellung der Schleife zu Fall fam und starb. Muze, der der deutschen Sprache nur un- Centralmarkthalle dem Arbeiter Wilhelm Stab. Bankow, Kaiser Gestohlen wurde in der Nacht zum Montag auf der Straße zur vollkommen mächtig war, hatte dem Sachverständigen aus Rirdorf, Friedrichstr. 45, ein neues Fahrrad, Marke Eisvogel. Da das Rad der die Konstruktion der Schleife vornahm, schon vor dem Versuch auf Abzahlung entnommen und erst zum kleinen Teil bezahlt war, angedeutet, daß er die Bahn nicht start genug gebaut habe. Der so wäre der Betreffende sehr dankbar, wenn ihm jemand zur Er­Sachverständige schaffte insofern Abhilfe, als er Eisenschienen unter mittelung des Rades behilflich sein könnte. das Holzwerk legte. Aber gerade an der Stelle, die den größten Druck auszuhalten hat, fehlten die Eisenteile. Die Staatsanwalt­schaft hat sich des Falles angenommen und vorläufig eine genaue Feststellung des Thatbestandes angeordnet.

Die Beerdigung Keßlers.

Der

Friedrichsfelde . In ihrer letzten Sigung hatte sich die Gemeinde­bertretung mit einer außerordentlich großen Tagesordnung zu be= Einnahme von 367 432,13 W., dem stand eine Ausgabe von schäftigen. Die Prüfung der Jahresrechnung pro 1903 ergab eine 361 075,44 M. gegenüber; mithin ein Ueberschuß von 6356,69 M. Aufgefundene Kindesleichen. In einem öffentlichen Raum Verschiedene Vertceter machten Ausstellungen an einzelnen Bofi­des Rummelsburger Friedhofes wurde am Sonnabendvormittag die tionen. Genosse inseler erbat Auskunft über 386 M., die bereits in Verwefung befindliche Leiche eines neugeborenen Kindes angeblich für Reinigung der Düngergrube im Armenhause verausgabt aufgefunden. In der Nähe des Zingergrabens in der Schön- wurden. Die Antwort ergab, daß auf dem Armenhausgrundstück die holzer Heide wurde die Leiche eines neugeborenen Mädchens auf- Dunggrube bei Regen als Sammelbassin benutzt werden muß. gefunden, welches anscheinend erwürgt worden ist. Die Leiche war Hoffentlich wird dies bald geändert. Herr Vertreter Bube stellte die in grauem Backpapier und rotem Tuch eingewickelt. Frage, ob es wahr sei, daß der Verein für Hindernisrennen für die Verloren. Konzerte auf der Rennbahn keine Luftbarkeitssteuer zahle. Gemeinde- Borsteher mußte dies zugeben; will aber nun das weitere beranlassen. Eine für Extraarbeiten an Bureaubeamte berausgabte Summe fand seine Erklärung in den Worten des Gemeinde- Bor­stehers:" Die Regierung verlangte die Fertigste I= lung der Reichstagswählerlisten innerhalb fünf erst im Juni stattfand." Tagen. Später hatten diese Listen keinen Wert mehr, da die Wahl Die Besizer des Oberfeldes hatten eine Abänderung des Bebauungsplanes für dieses Terrain nachgesucht, weil die geforderte Entwässerung zu viel Kosten verursacht. Zu bemerken ist, daß der Entwässerungsplan schon verschiedene Projekte zeitigte. Das erste Projekt wurde vom Landrat b. Treskom be­anstandet. Das zweite scheiterte, weil der Rittergutsbesizer von Treskow, dessen Ländereien berührt werden mußten, unentgeltliche Mitbenutzung der Entwässerung bei späterer Bebauung seines ziemlich Auf dem Schöneberger Gemeindefriedhof hatte sich gestern nach zu teuer, weil große Rohre erforderlich waren.( Cementrohre von großen Terrains verlangte. Das dritte Projekt war den Interessenten Eine Schreckensscene ereignete sich gestern, Sonntagabend, auf dem Bahnhof Grunewald. Auf dem Bahnsteig für die Züge der mittag ein zahlreiches Trauergefolge versammelt, um dem ver- 1,20 Meter.) Beim jezigen Projekt sollen die Rohre mit einem Berliner Richtung hatten sich gegen 10 Uhr etiva 1000 Aus- storbenen Genossen Keßler das letzte Geleit zu geben. Die Mehrheit Durchmesser von 1 Meter direkt vom Oberfeld durch die Treskow­flügler angesammelt, welche die einlaufenden Züge stürmten. Da der Leidtragenden bildeten die Vertreter der gewerkschaftlichen wiesen nach dem Bruchgraben geleitet werden. Nach längerer Dis­immer noch neue Passagiere hinzukamen, so entstanden um die Richtung, die in dem Verblichenen ihren geistigen Führer betrauert. tussion wurde dem zugestimmt. Falls der Herr v. Trestow in seiner Plätze in den Wagen förmliche Kämpfe. As der kurz nach 10 Uhr Außer diesen hatte sich eine nicht geringe Bahl von Parteigenossen Eigenschaft als Kreis- Landrat wieder die Genehmigung verweigert, fällige Vorortszug von Potsdam auf dem Bahnsteig einlief, drängte eingefunden, die den Verstorbenen als Kämpfer für die Social- wollen die Intereſſenten den Klageweg beschreiten. Bei der das Publikum trotz der Warnungsrufe seitens des Bahnpersonals demokratie ehrten. Unter andern waren Mitglieder des Partei- Beschlußfassung über Erbauung eines Gebäudes für Fleischbeschau, auf den noch in ziemlich scharfer Fahrt befindlichen Train. Der Arbeiter vorstandes, der Reichstags- und der Stadtverordneten- Graftion bant, Desinfektionsanstalt usw. schlug die Kommission bedeutende Freibant, Desinfektionsanstalt usw. schlug die Kommission bedeutende Beder sprang auf das Trittbrett eines Wagens dritter Klasse. Von Kurz nach 15 Uhr wurde der reich mit Aenderungen vor. den Nachstürmenden wurde B. jedoch wieder heruntergerissen, stürzte anwesend. Die Desinfektionseinrichtung sollte gänzlich fort­auf den Bahnkörper und fiel zwischen die Schienen, jedoch so glücklich. Blumen geschmüdte Sarg unter den Klängen eines Trauer- fallen. Bergebens betonte Genosse Pinseler, daß bei Eintritt einer daß er von den Rädern der nachfolgenden Wagen nicht berührt wurde. marsches zur Gruft getragen. Ihm folgten zunächst Familien- Epidemie die Berliner Desinfektionsanstalten überfüllt feien, es zur Die Mehrheit Als der Train gleich darauf zum Stehen kam, kroch der Arbeiter angehörige des Verstorbenen, denen in langer Reihe die Deputationen, Erbauung einer eignen dann aber zu spät wäre. unter dem Zuge hervor. Er war allerdings von dem Kasten eines welche mit Kränzen gekommen waren, sich anschlossen. Die Gewerk- schloß sich dem Kommiſſionsantrage an. Die freiwillige Feuer­Wagens gestreift worden, wodurch ihm das rechte Ohr leicht verletzt schaften der sogenannten lokalen Richtung, soweit sie in Berlin und wehr im Ortsteil Karlshorst verlangt ein Dienstgebäude mit Ber­und die Kleidung zerrissen worden war. Nach Feststellung seiner den Vororten domizilieren, waren vollzählig vertreten. fammlungsraum, Kommandozimmer, Dienstwohnungen, Pferdeställen Bersonalien durch den Stationsvorsteher konnte er seine Fahrt nach waren Vertreter dieser Richtung aus Königsberg i. P. und aus prüfung überwiesen werden soll, beantragt Genosse Pinseler eine für 6-8 Pferde usw. Da die Sache einer Kommission zur Vor­Hannover erschienen. Die Geschäftskommission der Freien Ver- ständige Baukommission zu wählen. Dieses wird abgelehnt, die Sache Eisenbahnbrand Eine zweistündige Verkehrsstörung gab es einigung deutscher Gewerkschaften sowie das Gewerkschaftskartell felbst aber der Kommission für das Weglassen der Desinfektions­Sonntagnachmittag auf der elektrisch betriebenen Bahnstrecke für Berlin spendeten je einen schönen Kranz. Von politischen anstalt überwiesen. Unsere Genossen sind in dieser Kommission nicht Berlin - Südende. Kurz vor 26 Uhr geriet zwischen General Papestraße und Südende auf freier Strede ein Wagen zweiter Klasse Organisationen hatten die Wahlkreise Teltow Beestow und vertreten. Sollte im Plenum die Kritik schärfer werden, so hat die infolge von Kurzschluß in Brand. Die Fahrgäste fonnten zwar Niederbarnim , denen der Verstorbene als socialdemokratischer bürgerliche Mehrheit die Schuld. unbeschädigt den Zug verlassen, doch mußte die Feuerwehr von Südende requiriert werden, um das Feuer zu löschen. Dieses blieb auf den einen Wagen beschränkt, der dann mit einer besonderen Lokomotive nach Lichterfelde geschleppt wurde. Erst nach 7 Uhr konnte der volle Betrieb wieder aufgenommen werden.

Berlin antreten.

Ein schwerer Zusammenstoß ist am Sonnabendabend durch die Geistesgegenwart eines Straßenbahnfahrers im letzten Augenblick vermieden worden. An der Ecke der Augsburger - und Joachims­

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Ferner

Agitator nahe gestanden hatte, sowie die Parteigenossen von Belten Deputationen mit Kranzspenden entsandt. Die Redaktion und Er­pedition des Vorwärts" hatte ebenfalls einen Kranz gespendet.

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Rigdorf. In der von uns am Sonntag erwähnten Waisen= ha usaffäre veröffentlicht der Magistrat jetzt die versprochene Darstellung des Falles. Es heißt in dem Bericht:" Das von der Als der Sarg in die Gruft hinabgesenkt wurde, ließ ein Gesang Anhalt für die Anschuldigungen ergeben und ist eingestellt worden. Staatsanwaltschaft eingeleitete Ermittelungsverfahren hat keinen verein stimmungsvolle Weisen ertönen. Kleinlein, der den Kranz Nach dem Einstellungsbescheide der königlichen Staatsanwaltschaft ist der Geschäftskommission niederlegte, widmete dem Verstorbenen einen folgender Sachverhalt ermittelt worden: Der jüngere Sohn des furzen Nachruf. Er gedachte des Wirkens Keßlers als eines Kämpfers Storbmachers Nentwig hat an Lungenschwindsucht gelitten und ist für die Befreiung des Proletariats und versicherte, daß alle, welche infolge einer hinzugetretenen Lungenentzündung gestorben. Zeichen