Nr. 180.
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Ericheint täglich außer Montags.
200
bh estima 21. Jahrg.
Vorwärts
Berliner Volksblatt.
Die Infertions- Gebühr
beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet.
Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutfchlands.
Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.
Das schweizerische Fabrikgeseh.
Mittwoch, den 3. August 1904.
Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984.
Sehr bemerkenswert ist aber eine Depesche, die Oberst Gaedtke aus Liaujang vom 2. August dem„ Berliner Tageblatt" hat zugehen laffen. Sie lautet: Lianjang, 2. Auguft, 4 Uhr 18 Min. morgens.
Hier ist die Nachricht eingetroffen, daß am 1. August den ganzen Tag über südlich der Stellung von Haitschöng ein schwerer Kampf stattfand. Die Russen hatten große Vers tuste, bie Japaner waren ihnen anscheinend an Streitkräften sehr überlegen.
Das Blatt bemerkt dazu mit Recht: Wenn ein Telegramm in dieser Fassung von der russischen Censur durchgelassen wurde, so muß die Lage der Russen nach dem Gefecht noch schlimmer sein, als dieses Telegramm sie darstellen darf, und die Bezeichnung Niederlage" für das Ergebnis der Gefechte dürfte taum ungerechtfertigt sein."
Oberst Gaedtte meldet ferner:
Am Liaoyan, 2. August, 4 Uhr 13 Minuten nachmittags. 31. Juli tam es östlich von Aupin zu einem schweren Gefecht gegen Kuroki, das noch ohne Entscheidung ist. Die Russen haben ansehnliche Verluste zu verzeichnen. Verstärkungen
sind unterwegs. Es geht das Gerücht, daß Großfürst Nikolai Nikolajewitsch eine neu zu bildende Armee übernehmen soll.
Politische Ueberficht.
Arbeitszeitverkürzungen um 2 Stunden und noch mehr oder Reduk tion der wöchentlichen Arbeitstage von 6 auf 5% oder 5 Tage vorgenommen. Für den Zehnstundentag ist dadurch wirksame Propaganda gemacht worden, allein mit Recht verlangt Dr. Wegmann seine Die schweizerischen Aufsichtsbeamten aller drei Kreise widmen gefeßliche Festlegung, denn andernfalls wird er z. B. in der Stickereiin ihren kürzlich für 1902 und 1903 erschienenen Amtsberichten dem industrie nur so lange eingehalten, als es konveniert. Bemerkensverstorbenen Fabrikinspektor Dr. Schuler pietätswert ist die neuerliche Feststellung der Unzweckmäßigkeit und Unerbolle und ehrende Worte der Erinnerung, einen giebigkeit der Ueberzeitarbeit, die einfach zur Folge hat, längeren Nachruf insbesondere sein Nachfolger Dr. Wegmann, der daß während der normalen Arbeitszeit entsprechend weniger geleistet 16 Jahre lang als Adjunkt dem Verstorbenen zur Seite stand und wird, mit der Ueberzeitarbeit also nicht mehr als ohne sie. der daher reiche Gelegenheit hatte, ihn als Beamten wie als Men Erfreuliche Fortschritte machte die gänzliche oder teilweise Fre is schen näher kennen zu lernen. Dr. Wegmann erklärt es schließlich gabe des Sonnabend- Nachmittags von Mittags 12, 1, als sein eifriges Bestreben, den Weg zu gehen, den der Verstorbene 3, 4 und 4%, Uhr ab und zwar in den verschiedenen Industrien, so borgezeichnet hat. in Textil-, Maschinen-, Metall-, Uhrenfabriken usw. Nach den Berichten hat in den letzten zwei Jahren in allen Ueberstunden wurden zwar in der Berichtsperiode wieder drei Kreisen eine industrielle Weiterentwidlung statt- in vielen Fällen bewilligt, aber immer mehr gehen die Behörden dazu gefunden. Die Vermehrung der dem Fabrikgesetz unterstellten Be- über, die Bewilligungen nur für fürzere Frist zu erteilen, so daß triebe ist auch auf das Vorgehen der Fabrikinspektoren zurückzu- bloß 4,5 Proz. derselben für eine mehr als einmonatige Dauer führen, nicht revisionspflichtige Betriebe zu besuchen, um festzustellen, galten. Kritik wird geübt an der geschäftlichen Konvenienz", mit ob sie nicht unter das Fabrikgesetz gehören. So besuchte Dr. Weg- der oft die Ueberzeitgesuche begründet werden und die die Behörden mann über 100 folcher Betriebe, von denen mehr als die Hälfte anerkennen und es wird die Aufstellung bezüglicher bestimmter Regeln dann dem Fabrikgeset unterstellt wurden. Speciell in Bezug auf das durch die Bundesbehörden verlangt. Die städtische Fleischhackerei in Buchdruckergewerbe sagt er, daß es eine Menge Kleiner Betriebe giebt, St. Gallen , welche unter dem Fabrikgesetz steht, verlangt von ihren die nicht unter dem Fabrikgesetz stehen, die aber zumeist die gleichen Kunden, welche das Fleisch erst so spät bringen, daß es nicht ohne Arbeitsbedingungen einhalten wie die größeren. Doch ist die Fach- Ueberstunden gehackt werden kann, eine Extrazahlung, wodurch sie presse immer voll Klagen über die Schmutzkonkurrenz. In zuneh- die Herren Meggermeister nach und nach an Ordnung gewöhnen wird. mendem Maße trifft man die Gehmaschine; es giebt Buchdruckereien, Ueber den Vollzug des Fabrifgefeß es im allgemeinen Die Zettelungen gegen das Reichstags- Wahlrecht. die auf einer fremden Maschine, ja sogar außer Landes, Satz her- berbreiten sich alle drei Berichte in ausführlicher Weise. Dr. Weg- Die, Germania" hat bisher nicht Gelegenheit gehabt, fich stellen lassen. Es ist übrigens überall die Tendenz deutlich erkenn- mann meint gegenüber den Klagen in der Presse über häufige Ver- durch Herrn Dr. Spahn über die Parteiführer- Konferenz gegen das bar, durch immer bollkommenere, mehr und mehr lekungen des Fabrikgesezes und schlechten Vollzug desselben durch Reichstags- Wahlrecht erleuchten zu lassen. Wir erwarten jedoch, daß automatisch arbeitende Maschinen, Leute zu die Behörden:„ Eine Umschau und Vergleichung mit dem Vollzug sie über diese wichtigste politische Angelegenheit bereits Erersparen. Eine Mühle, welche in der Woche 36 Waggons Ge- andrer Gefeße würde höchst wahrscheinlich das Gegenteil darthun." fundigungen eingezogen hat und daß sie bald in der Lage sein wird, treide bermahlen kann, braucht zum Bedienen ihrer Maschinen nur Das könnte sehr wohl der Fall sein, ohne daß dadurch indessen jene unsre Mitteilungen über die reaktionären Umtriebe zu bestätigen. noch 6 Mann; ein Gerber von Specialitäten hat eine Maschine auf- Slagen entfräftet würden. Zugegeben wird aber von ihm, daß die Daß die konservative Presse unsre Aufdeckung totzuschweigen gestellt, welche die Arbeit am Baum von 2 bis 3 Mann thut, es ist Kenntnis des Fabrikgesetzes in allen Streisen noch immer mangelhaft versucht, ist nur allzu begreiflich. Sie hat das größte Interesse ihm dadurch möglich gewesen, mehr zu produzieren mit weniger ist, bei den Arbeitern wie bei den Unternehmern und den Behörden. daran, daß die geheim gesponnenen Pläne geheim bleiben. Ist die Leuten und der Fabrikaufsicht zu entgehen. Bereits giebt es Schiffchen- Am schlimmsten wirkt die Unkenntnis bei den Behörden, die doch die Deffentlichkeit erst alarmiert, so ist das Unternehmen von Anbeginn an stickereien, welche das Einlegen der Bobinen in die Schiffchen auf Beobachtung und Innehaltung des Fabrikgesehes durch die Unter- gefährdet. maschinellem Wege besorgen. In einer Fabrik mechanischer Speciali nehmer kontrollieren sollen. Dr. Wegmann führt einige Musterchen täten bedienen 2 Mann 6 Automaten, die je nach Artikeln leisten, zur Illustrierung dieser behördlichen Rückständigkeit an. Dazu gefellt was sonst 10 bis 20 Mann. In Teigwarenfabriken kommen neu- sich dann auch noch der böse Wille, die dreiste Mißachtung des artige Maschinen auf, von denen weg der Transport des Produkts Gesetzes, um den Kapitalisten gefällig sein zu können. So bewilligte in die Trockenstuben auf pneumatischem Wege erfolgt. Solcher Bei eine Behörde im Kanton Graubünden , der freilich auf socialem spiele, sagt Dr. Wegmann, könnten noch viele angeführt werden. Gebiete unfäglich tief steht, einem Fabrikanten in zahlreichen Fällen Eine größere Seidenweberei hat eine Neuerung eingeführt, wonach Sonntagsarbeit, wobei fast regelmäßig vom Sonnabend zum Montag wie in England auf allen Webstühlen nur ein einziger Artikel her- in zwei 18stündigen Schichten gearbeitet wurde, ohne davon der Fabrikinspektion oder der vorgesetzten Behörde Mitteilung zu machen. gestellt wird. Den Protest des Fabrikinspektors gegen diese fabrikgesetzfeindliche Braris einer untergeordneten Behörde hatte die gleichwertige Kantonsregierung bis zum Schlusse der Berichtsperiode noch nicht ein
Berlin, den 2. Auguft.
Die Frankfurter Zeitung " erklärt heute, an diese Pläne gegen das Reichstags- Wahlrecht nicht glauben zu können. Sie schreibt:
,, An die übrigen Pläne aber, in deren Mittelpunkt eine Aenderung des Reichstags- Wahlrechts stehen würde, glauben wir nicht. Die mögen in den Köpfen mancher fonserbatiber Parlamentarier und der Specialisten für die Bekämpfung der Socialdemokratie eriſtieren. Das ist nichts Neues, und es ist auch begreiflich, daß diese nie die Hoffnung aufgebenden Politiker von einem nach Erledigung der Handelsberträge eintretenden parlamentarischen Gottesfrieden günstigere Aussichten für ihre Wünsche erwarten. Das ist aber auch alles und die oben erwähnten Gerüchte sind nur Versuchsballons und follen Eclaireurdienste leisten. Die Reichsregierung hat sich bisher den mehrfach hervorgetretenen Absichten auf eine Abänderung des Reichstags- Wahlrechts bersagt und nach unfrer Ansicht über die Psychologie der dabei in Betracht kommenden Personen wird sie sich ihnen auch in nächster Zeit ver sagen, wenn nicht irgendwelche besonderen zwischenfälle eintreten, die plöglich Stimmung für staatsretterische Projekte machen. Die Hauptsache aber ist, daß die jetzige Mehrheit des Reichstages, wenn nicht ganz unerwartete, alle bisherigen Anschauungen über den Haufen werfende Zwischenfälle fich ereignen, für eine Wenderung des Wahlrechts oder ähnliche Experimente nicht zu haben ist. Das Centrum wäre dazu unentbehrlich und diese Partei macht, wie die Dinge jett liegen, nicht mit."
Auf der andern Seite werden noch öfters, namentlich in der Textilindustrie und hier wieder in den Spinnereien so alte Maschinen angetroffen, daß an eine erfolgreiche Konkurrenz mit den modernen Einrichtungen nicht zu denken ist. Einzelne dieser alten Geschäfte mal beantwortet. halten sich auf der Höhe durch Herstellung ganz feiner Specialgarne, Einige geradezu skandalöse Fälle werden auch aus der Ge= allein es wird immer schwieriger, Handspinner zu bekommen und so richtspraxis mitgeteilt. So wurde ein rücksichtsloser Ausbeuter, wird sich auch da über furz oder lang geltend machen, was mir ein der Kinder bis über Mitternacht hinaus zur Arbeit zwang, zu einer Zürcherischer Baumwollspinner sagte: Stillstand ist Rückschritt." Geldbuße von 10 Franken verurteilt. Die gesetzwidrige Beschäftigung Diese rüdständigen Unternehmer, die aus lauter Habsucht keine von Arbeitern an zahlreichen Sonntagen wurde mit 20 Franken Ausgaben für die Anschaffung neuer Maschinen machen, sondern mit gefühnt". Die Inhaberin eines Damenkonfektionsgeschäftes in den alten ausgelaufenen, für das alte Eisen reifen Maschinen fort- Bern , eine konsequente Berächterin des Gesetzes und deswegen schon wursteln, leben von der maßlosen Ausbeutung der Arbeiter und vorbestraft, erhielt wegen neuerlicher Uebertretung des Fabrikgesezes ziehen dann italienische Arbeitskräfte heran, wenn ihnen die ein- eine" Buße" von 5 Fr. Ein Stickereifabrikant im Kanton Thurgau heimischen Arbeiter nicht mehr für die elenden Hungerlöhne die entzog sich mittels eines fiktiven Kaufvertrages zwei Jahre lang dem Arbeit verrichten. Diese rückständigen Elemente sind es auch in Fabritgesetz, er tam mit 50 Fr. davon. Eine Bezirksbehörde ließ erster Linie mit, die sich dem fortschrittlichen Ausbau der Arbeiter- den Arbeiter, der durch den Arbeiterverein eine Beschwerde über schutzgesetzgebung entgegenstellen, die nach hohen Zöllen schreien, damit gefeßwidrige Nacht- und Sonntagsarbeit in der Maschinenfabrik, in Die Frankfurter 8tg." ist also nicht unterrichtet und hegt reichsie vor der leistungsfähigen ausländischen Konkurrenz verschont der er arbeitete, hatte übermitteln lassen, durch einen Gendarmen liches Vertrauen in die Reichsregierung. Nach der Haltung des bleiben und in ihrem alten Schlendrian verharren können. Geht es von der Arbeit weg zur Einvernahme abholen. Die Beschwerde er- Reichskanzler während der letzten Reichstagsfession und insbesondere aber gar nicht mehr, dann sperren sie ihre Buden zu, werfen die wies sich als vollständig begründet, der Beschwerdeführer aber wurde nach seiner Stellungnahme zu den wahlrechtsfeindlichen AufArbeiter beschäftigungs- und existenzlos auf die Straße und sie selbst entlassen. Der verächtliche Handlanger des Geldsacks, der dieses forderungen der Herrenhäusler Mirbach und Manteuffel erscheint das sehen sich als reiche Sentiers zur Ruhe, derweil die armen Arbeiter Bubenstück ausgeführt, erwiderte auf den Protest des Fabrikinspektors Vertrauen der Frankfurter 8tg." allzu reichlich bemessen. Unihrem Schicksal überlassend. mit unglaublicher Frechheit:" Wenn die Arbeiterschaft Klage führen möglich aber ist selbst das geringste Maß von Vertrauen In Bezug auf die Beschaffenheit der Arbeits- wolle, sollte sie auch den Mut haben, dafür einzustehen." Erfreu- für denjenigen, der die Thatsachen kennt, welche hinter den räume, die Ventilation, Beleuchtung. Heizung, licherweise kann man nach Lage der Dinge sagen, daß solche behörd- Coulissen gespielt haben und noch spielen. Reinigung usw. werden immer Fortschritte gemacht, namentlich liche Perfidien doch nur seltene Ausnahmen sind. mit der Vermehrung der neuen und vorschriftsmäßig erstellten Fabrik- Fabrikinspektor Dr. Wegmann kommt zum Schluffe zu dem gebäude, allein trotzdem bestehen noch immer zahlreiche Weißstände Wunsche, daß die Revision des Fabrikgesebes bald aller Art. Als auffällige Erscheinung erwähnt Dr. Wegmann, daß in Angriff genommen werden möchte. die Arbeiter selbst auf schöne Räume und gute hygienische Einrichtungen durchaus nicht immer so großes Gewicht legen, wie man glauben möchte." In erster Linie steht für sie der Berdienst, dann Tegen sie großen Wert auf gute Behandlung; erst in dritter Linie tommen Maßregeln zum Schuhe von Gefundheit und Leben." So unnatürlich und unerklärlich ist diese Erscheinung nicht, fie erinnert vielmehr an das bekannte volkstümliche Sprichwort: Was nützt ein scheint in vollem Gange zu sein. Die Japaner scheinen nicht eher schöner Zeller, wenn nichts zum Effen darauf ist." Wenn der nachlaffen zu wollen, bis sie sturopatkin zu der entscheidenden Schlacht Arbeiter einen schlechten Lohn erhält, der auf feiner Seite langt und genötigt haben. Sie dürfen auch dem russischen Oberkommandierenden der nicht einmal die ärgfte Not von ihm fernzuhalten vermag, so unter feinen Umständen gestatten, der entscheidenden Schlacht ausEine weitere Jdee der Wahlrechtsfeinde geht dahin, daß, wenn hat er feinen Sinn für etwas Besseres und Schöneres in seiner zuweichen und sich mit dem Gros seiner Armee nach Mukden zurück- es gelänge, für Reichstag und preußischen Landtag das gleichartige Umgebung, das er vielleicht eher als eine blutige Verhöhnung feines zuziehen. Wahlrecht einzuführen, dann allmählich auch in den übrigen grauen Elends empfindet. Mit den schönen Arbeitsräumen follten Die Heute vorliegenden Nachrichten bezeugen, daß schon die deutschen Landtagen dasselbe Wahlrecht zur Geltung gebracht eben auch immer entsprechend gute Arbeits- und Lohnverhältnisse, bisherigen Stämpfe recht ernster Natur waren und möglicherweise den werden soll. Würde das geschehen, so könnte der alte Wunsch erfüllt ebenso befriedigende Behandlung verbunden sein. Anfang vom Ende der Kuropatkinschen Herrlichkeiten bildeten. So werden, daß besondere Reichstags- Abgeordneten überhaupt in Wegmeldet das„ Neutersche Bureau" aus Tokio vom 2. August: fall tommen und der Reichstag aus Delegationen der einzelnen Landtage zusammengesetzt wird.
Wir sind in der Lage, unfre bisherigen Ausführungen noch weiter zu bervollständigen. Der Plan, der unter den Parteiführern zur Erörterung gelangt ist, geht dahin, daß das Reichstags- Wahlrecht sehr bedeutend verschlechtert und andrerseits das preußische Landtags- Wahlrecht ein wenig verbessert werden soll, so daß für beibe Parlamente ein und dasselbe Wahlrecht besteht. Man hofft, durch Verbesserungen am preußischen Landtags Wahlrecht die fchlechterung beziehungsweise Beseitigung des bisherigen Reichstags Wahlrechts abzuschwächen. Die preußische Regierung steht diesen Verhandlungen nicht nur freundlich gegenüber, sie sind sogar unter ihrer Mitwirkung geführt worden.
Vom ostasiatischen Kriegsschauplatz. Opposition gegen die sehr erhebliche Ber
Die Schlacht bei Haitscheng
General Kuroti hat nach zweitägigem Stampfe die Russen am 1. August in zwei gesonderten Gefechten bei Jushulikhu und Danzuling( Janfelin- Baß) geschlagen.
Recht intereffante Mitteilungen werden wieder gemacht über die Erfahrungen mit der Arbeitszeitberkürzung. Unter dem Einflusse der Wirtschaftskrise wurde in der Berichtsperiode vielfach zum Zwede der Produktionseinschränkung die ArEin Telegramm Kuropatkins berichtet ferner, daß die russischen beitszeit verkürzt, derselbe dadurch aber zunächst nicht erreicht. Es Verluste bei Sanselin, wo Graf Keller fiel, 500 Tote und Berwurde während der 10ftündigen Arbeitszeit soviel geleistet, tie wundete betrugen. General Bilderling, bisher Chef des 17. Corps, vorher während der 11stündigen und es wurden daher tägliche hat das Kommando Kellers übernommen.
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