Nr. 224. 21. Jahrgang.
Parteitag
M
Ledebour:
gegenwärtigen Verhältnissen das einzige Mittel sind, um die Zölle gestellt wurde, organisiertes Parteimitglied war oder nicht. Die Herunterzudrücken.( Sehr richtig!) Auch hier wieder ist der erste Antwort war zweifelhaft. Auf telegraphisches Ersuchen um Schippelsche Standpunkt ganz oberflächlich. Wir kommen um die präcise Beantwortung liefen zwei Depeschen ein: Im ersten Thatsache nicht herum, daß Schippel auf einem für unsre gegen- Fall hatte Fendrich selbst angefragt, об es wahr sei ,. wärtige Aftion sehr wichtigen Gebiete mit der Partei in Differenz daß er seit April organisiert sei und im Juli Beiträge gekommen ist. Daraus folgt für mich: Da diese Frage gegen bezahlt habe. Darauf lief vom Vorsitzenden des Wahlwärtig und vielleicht auch noch auf lange Zeit für uns eine der wichtigsten vereins, Engler, eine bejahende Antwort ein. Inzwischen und entscheidendsten Aktionen bedingt, so ist Schippel allerdings gegen hatte sich die Kommission an den Kassierer des Wahlwärtig nicht fähig, ein Reichstags- Mandat für die Partei inne zu haben. vereins gewendet. Dieser antwortete, daß Fendrichs Name In diesem Sinne stimmie ich dem Amendement Freythaler zu. nicht in den Mitgliederlisten stehe und daß er keine Beiträge von Durch dieses Amendement soll Schippel nicht etwa ausgeschlossen ihm erhalten habe, daß aber Engler behauptete, er habe im Auguft werden, wie Südekum meint. Soweit ich die Sachlage beurteilen von Fendrich Geld erhalten, und zwar die Beiträge von April ab. kann, denkt der Parteitag in seiner überwiegenden Mehrheit gar Die Referentin machte auf den Widerspruch in den beiden Ausnicht daran, Schippel direkt oder indirekt auszuschließen. Das führungen von Engler aufmerksam. Das zweite Telegramm laffe Amendement hätte allerdings bedeutend beffer gefaßt werden können, die Möglichkeit zu, daß Fendrich zur Zeit seiner am 28. August stattwie ich überhaupt keine auf irgend einem Parteitag angenommene gefundenen Wahl noch nicht organisiert gewesen sei. Da aber hier Resolution kenne, die nicht besser hätte gefaßt werden können. Der Satz gelten müsse: in dubio pro reo, habe die ( Heiterkeit.) Im Sinne der Debatte bedeutet das Amendement, glaube Kommission angenommen, daß Fendrich im August schon Mitglied ich, weiter nichts, als das: es kann Schippel nicht mehr dasjenige gewesen sei. Dasselbe habe er auf Ehrenwort erklärt. Vertrauen geschenkt werden, das für einen Abgeordneten notwendig ist. Die Kommission ist der Ansicht, daß es außerordentlich merkwürdig Es soll ihm da nur in höflicher Form ausgedrückt werden, daß er ist, daß jemand im Juli Beiträge vom April ab bezahlt und daß augenblicklich zur Ausübung eines Mandats nicht befähigt ist. Faßt weder seine Mitgliedschaft noch seine Beiträge registriert sind. Bei man das Amendement so auf, so hat es nichts persönlich Verlegendes. einer richtigen Handhabung der Parteigefchäfte müßte die FestDie Ehre Schippels wird nicht angetastet; ich bitte Sie, die Reso- stellung, ob Fendrich Mitglied war, sehr einfach sein. Die Kom lution Bebels mit dem Amendement anzunehmen, damit die Klar- mission schlägt vor, aus rein formalen Gründen das Mandat heit geschaffen werde, die nun einmal unbedingt notwendig ist. für gültig zu erklären, da wir keine Handhabe haben, es Fendrich ( Lebafter Beifall.) abzusprechen. Sie hält es aber nicht für opportun, daß in dieser Weise Mandate zu stande tommen und berurteilt es aufs schärfste, daß soeben erst organisierten Parteigenossen Mandate gegeben
Es folgen persönliche Bemerkungen.
werden.
Ich bedaure, daß verschiedene Rebner nicht das beherzigt haben, toorauf ich in meinen Einleitungsworten ganz besonderes Gewicht legte. Ich sagte, daß unsre Aufforderung an Schippel, in flarer und unzweideutiger Weije Stellung zu nehmen in der Agrarzollfrage, nicht so zu verstehen sei, daß er die Erklärung abgiebt: ich bin gegen Agrarzölle; auf eine solche Erklärung kam es uns nicht an, die lag ja unmittelbar vor( Sehr richtig!) und Schippel hat sie jezt selber wieder verlesen. Was haben wir aber im Laufe der Debatte erlebt? Eine ganze Anzahl von Genossen hat mit großem Gifer immer wieder gefordert: Schippel muß hier auftreten und erklären, daß er gegen Agrarzölle ist. Eine solche Erklärung haben wir damals nicht von ihm verlangt, und jetzt hat sie um so weniger zu bedeuten; nicht eine Erklärung, wie sie Schippel jetzt mit großem Pathos abgegeben hat, wollten wir, sondern wir verlangten, von ihm zu hören, wie er die logische Verbindung herstellen wolle zwischen der Thatsache, daß er in seinen Schriften und Reden Gedankengänge entwickelt hat, die notwendigerweise dazu führen müssen, daß Agrarzölle unvermeidlich seien und daß er dann diese Erklärung abgiebt, die er jest hier wiederholt hat, nachzuweisen, wie das logisch ver- Berichtigung eingesandt. Das habe ich vielmehr ausdrückCunow: Ich habe nicht behauptet, Schippel habe eine einbar jei. Das war der Grundgedante unsrer Aufforderung an ich mitgeteilt, aber hinzugefügt, daß Schippel ver Schippel. Jene 47 Spalten waren aber noch nicht die Antwort, Eichhorn: Die Genossen von Pforzheim werden mit dem Erfolg die wir verlangten. Das war eine historische Auseinandersetzung pflichtet gewesen wäre, in einem Artikel sofort seinen Standpunkt ihres Protestes zufrieden sein. Sie wollten nur zum Ausdruc über alles Mögliche, was dieser oder jener über Schutzölle gefagt flarzulegen. bringen, daß solche Gefälligkeitsmandate nicht erAntric: Schippel hat bestritten, daß ich über mein Buch mit teilt werden follten. Die Gerechtigkeit gebietet aber feft hat. Im Anschluß daran kam wieder die Aeußerung unvermittelt, die wir jest wiederholt gehört haben:„ lebrigens ist es mit ihm gesprochen habe. Demgegenüber stelle ich fest, daß Schippel zustellen, daß es nicht richtig ist, wenn Frau Biez sagt, Fendrich auch nicht im Traum eingefallen, Agrarschutzöllner zu sein." sogar schon lange, bevor das Buch erschien, über die darin be- sei ein soeben erst organisierter Parteigenosse. Fendrich war seit Daß es Schippel nicht im Traume eingefallen ist, Agrar- handelten Grundfragen eingehend mit mir gesprochen hat. Zum langer Zeit thätig. Seine Krankheit im Frühjahr 1902 läßt es schutzöllner zu sein, mag sein. Ich kann seine Träume nicht fon- Glück war ich dabei nicht allein; Hannover war begreiflich erscheinen, daß er seine Parteigenossenschaft eine Zeitlang trollieren. Es handelt sich hier aber nicht um seine Träume, sondern ein ihm sehr bekannter Herr dabei, als wir uns während vergessen hat. Es war aber nicht notwendig, so lange damit zu darum, daß er in wachem Zustande mit sehenden Augen jahrelang des dortigen Parteitages über diese Fragen unterhielten. warten. Weiter habe ich im Reichstage wiederholt mit Schippel Adolf Hoffmaun: Mit Gefälligteitsmanbaten haben darüber gesprochen und auch außerdem auf gemeinsamen Spazier wir sehr häufig zu thun. gängen mich über seine Grundrenten- Theorie mit ihm auseinander werden, jo lange der Parteitag nicht einen dicken Strich gesetzt. Ich habe weiter nicht nur das Buch gelesen und dann ein durch macht. Wie die Sache liegt, ist der Parteitag durchaus bedarunter Bebel, gefragt: Findet Ihr nicht auch, daß Schippel da doch recht fragwürdig. Fendrich hatte ja selber telegraphiert. Da Urteil darüber gefällt, sondern auch eine ganze Reihe von Genossen, rechtigt, das Mandat für ungültig zu erklären. Die eine Depesche ist hauptsächlich die Argumente der Agrarier vertritt? Wie Schippel tann er ja alles Mögliche telegraphiert haben. angesichts dieser Thatsachen sagen kann, ich hätte nicht mit ihm über Leinert- Hannover empfiehlt gleichfalls die Kassierung des Mandiese Dinge gesprochen, verstehe ich nicht. Das läßt nur zwei dats. Schon öfter sei festgestellt worden, daß Delegierte auf dem Deutungen zu, entweder sein Gedächtnis ist so schwach, daß er Parteitage erscheinen, die im Wahlkreise gar nicht bekannt seien und all das wieder vergessen hat oder er hat die Un- nur gefchickt wurden, weil der Kreis zu arm sei, einen eignen Delewahrheit gesagt. gierten zu entsenden. Ja, diese Delegierten erstatteten nicht einmal Borsigender Ebert: Das war nicht mehr persönlich. Bericht. Frau Zieh- Hamburg: Die Aeußerung, die Schippel von mir Fendrich erklärt, daß er sein Telegramm der Mandatsprüfungscitiert hat, ist in der That so gefallen. Ich meine aber, Schippel Kommission vorgelegt habe, um nicht in den Verdacht zu kommen, hätte aus meinen Ausführungen entnehmen müssen, daß mir vorhin als wolle er ein tendenziös oder suggestiv wirkendes Telegramm nur ein lapsus linguae passiert ist. Ich wollte Agrarzölle absenden. Seine Wahl sei im übrigen ordnungsgemäß zu stande fagen und nicht Schutzölle. Wenn er diesen falschen Zungen gekommen. schlag so gegen mich ausnutzt, muß es um seine Argumente doch ichlecht bestellt sein.
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v. Elm: Ich habe nicht behauptet, daß Schippel im Reichstag gegen Agrarzölle gesprochen habe, sondern mur gesagt, daß Schippel in seinem Buche und in seinen Artikeln sich vom Standpunkt der Socialdemokratie aus gegen Agrarzölle ausgesprochen hat.
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Leopold Zeit ist für Gültigkeit des Mandats, billigt aber die Art, wie es zu stande gekommen ist, nicht.
Frau zieh bestätigt, daß Fendrich der MandatsprüfungsKommission sein Telegramm vorgelegt hat; die Kommission habe beschlossen, sich selbst Informationen einzuholen. Daß das Mandat formell ordnungsgemäß zu stande gekommen sei, habe sie bereits am Montag zugestanden.
darauf hingearbeitet hat, die Notwendigkeit von Agrarzöllen zu be weisen, wodurch eine Anzahl von Parteigenossen von dieser Notwendigkeit überzeugt worden ist. Der Genosse Enders ist Chefredakteur unsres Organs in der großen Industriestadt Chemniz. Er ist ein Mann von Charakter, den ich deshalb hochschätze, ivenn ich auch mit seinen Ansichten vielfach nicht übereinStimme. Dieser Mann steht seit Jahren mit Schippel in so enger politischer Verbindung wie vielleicht kein andrer Parteigenosse. Auch Enders war durch die Aeußerungen Schippels zu der lleberzeugung gekommen, daß Schippel Agrarschußzöllner sei. Jetzt fagt Schippel:„ Enders, ja, der, na ja, der kann das ja nicht beurteilen, der kennt meinen Standpunkt ja gar nicht." Ja, wenn Schippel das Unglück hat, daß ein solcher Mann nicht im stande ist, seinen Standpunkt flar zu erfassen, wenn Schippel gezwungen ist, diesen Mann in dieser Weise zu desavonieren, so können wir schon daraus Schlüsse ziehen. Und wir fönnten es, wenn wir nichts wüßten als diese Thatsache, daß dieser unglückliche Mann nicht in der Lage ist, eine Vertrauensstellung, wie es die eines Abgeordneten unsrer Partei ist, zu befleiden, deren Träger volle Klarheit über seine Auffassung in wichtigen Fragen schaffen muß, die das Kampfobjekt für unsre Partei bilden. Auch jetzt wieder hat Dreesbach: Wir haben kein Recht, Fendrich das Mandat abzuSchippel über alles mögliche gesprochen und fich gegen alle mögerkennen, denn noch auf jedem Parteitage waren Delegierte an lichen Genossen gewendet, die ihn angeblich nicht verstanden haben. wesend, die auf ähnliche Weise zu ihrem Mandat gekommen sind. Selbst wenn das alles richtig wäre, was er gegen Cunow, Kautsky 2c. Wir werden dafür sorgen müssen, daß in Zukunft borgebracht hat, so wäre das nebenfächlich, weil das mit der Frage, Schippel: Wenn der Genossin Zietz ein falscher Zungenschlag solche Mandate nicht mehr anerkanntwerden, aber so die uns beschäftigt, nichts zu thun hat, das alles ist bloß Beit- paffiert ist, so ist die Sache erledigt. Aber ihre Bunge ist doch sonst lange teine entsprechende Bestimmung im Organisationsstatut steht, verschwendung. Bis zu diesem Zeitpunkt ist er uns die Antwort sehr gewandt, und warum will sie denn bei mir nie einen falschen tönnen wir derartige Mandate nicht für ungültig erklären. Uebrigens hat fchuldig geblieben auf die Frage, die die Fraktion an ihn gestellt Sungenschlag anerkennen? Da sollte sie doch Nächstenliebe Fendrich Durlach im Landtage bertreten, er ist also im Streise sehr hat, auf die Frage: Wie erklären Sie diese für unser Denten un- üben und auch mir einmal einen falschen 3ungen- gut bekannt. Wir müssen weiter berücksichtigen, daß Fendrich lange vereinbare Thatsache, daß Sie auf der einen Seite für Agrarschutz ich lag verstatten.( Seiterfeit.) Daß Antric nie mit mir über Beit nerventrant war und infolgedessen sehr leicht vergessen konnte, zölle schriftstellerisch arbeiten und sich dann hinstellen und sagen:" Im Bollfragen gesprochen hat, habe ich nicht behauptet. Ich sage mur: für seine Organisationszugehörigkeit zu sorgen. Sobald er wieder übrigen ist es mir nicht im Traum eingefallen, Agrarschutzöllner zu fein". Er hat nie in einem Sinne mit mir gesprochen, daß ich hätte schaffen konnte, hat er seine Pflichten als Parteigenosse erfüllt. Im Darin, daß er diese Antwort noch nicht gegeben hat, liegt das, was annehmen können, er mißbillige mein Buch, weil es übrigen muß man auf die Auskunft von Engler, dem Vertrauensich als Verhöhnung der Fraktion bezeichnet habe. Nicht auf den in Widerspruch mit dem Grundgebanken der Partei stände. mann des Wahlkreises und Vorsitzenden des Wahlvereins, großes Ton, den Schippel angeschlagen hat, tommt es mir an das ist In Hannover fann ich mich gar nicht mit ihm über das Gewicht legen. Wenn er erklärt, daß Fendrich feine Beiträge be Nebenfachesondern darauf, daß er nicht die Antwort gegeben hat, Buch unterhalten haben, aus dem dem einfachen Grunde, weil zahlt hat, steht das für mich fest! die wir verlangt haben, daß er in 47 Spalten diese Antwort nicht es noch nicht erschienen war.( Burufe: Ueber die Grundfragen! gegeben hat. Mit einer kurzen Erklärung fönnen wir uns nicht Ueber die Grundrententheorie!) Ich wüßte nicht, weshalb ich mit begnügen, sondern müssen auch eine Entwicklung der Gründe ver- Antrick über Grundrententheorie hätte sprechen sollen. langen. Wenn er die von uns verlangte Aufklärung nicht gegeben Antrick: In Hannover hat Schippel natürlich nicht über sein hat, so lag das daran, daß er sie nicht geben fonnte, Buch, sondern über die darin behandelten Grundfragen mit mir geweil diese beiden Thatsachen eben unvereinbar sind. Schippel hat sprochen. Ich bin bereit, ihm den Namen des Mannes, der dabei Auf Antrag Arons- Berlin wird die Debatte geschlossen. die Schlußfäße seines Buches verlesen, um zu beweisen, daß er nicht war und den er sogar zu seiner Ansicht bekehrte, in einem kleineren Entsprechend dem Antrage der Kommission erklärt der Parteitag Agrarschuzzöllner sei. Er hat dabei aber die einleitenden Worte Kreise zu nennen. Ich habe Schippel schon damals in Hannover das Mandat von Fendrich für gültig und spricht den weggelassen, die zeigen, daß diese Säße nicht feinen auf wissenschaft gefagt: Wenn ich zu derselben Ueberzeugung gekommen wäre wie Wunsch aus, daß in Zukunft Mandate auf solche Weise licher Ueberzeugung gegründeten Standpunkt ausdrücken, sondern Sie, so würde ich als ehrlicher Mann sagen, meine wissenschaftliche nicht mehr zu stande fommen mögen. allerhöchstens feinen Opportunitätsstandpunkt: Weil eben die Arbeiter Ueberzeugung hat mich dahin geführt, daß ich mit Euch nicht mehr die Geschichte nicht begreifen fönnen, deshalb mache ich die weiter zusammenarbeiten kann. Antiagrarierei mit. Die einleitenden Worte hat Schippel wegDer Vorsigende Ebert macht hierauf Vorschläge für die Abe gelaffen, und das fann gar nicht auf einem Versehen beruhen. Stimmung. Es soll abgestimmt werden zunächst über die Resolution Denn Kautsky hat ihn auf diese Unterlassungssünde schon bei einer Bernstein , dann über die Resolution Päplow, weiter über die Nefrüheren Gelegenheit aufmerksam gemacht. Aber mit der Ausrede, solution Bebel mit der von Bebel acceptierten Abänderung und zudaß er es nicht gelesen habe, wird er wohl nicht mehr kommen. Er legt über das Amendement Frehthaler. Es wird beantragt, über Der französische Gewerkschaftskongreß. hat uns ja heute die abgelebtesten Citate vorgelesen, die er alle den dritten Absatz der Resolution Webel gesondert abzustimmen. Die gelesen hätte. Diese Einleitung lautet: erst seit den Agrarzöllen ist Ser reine Konsumentenstandpunkt wieder zum Siege gelangt.( Bei den Arbeitern, wie aus dem Zusammenhang hervorgeht.) Wie sollten auch die Lohnarbeiter der Städte in Brotzöllen etwas andres sehen als Stockprügel auf den Magen usw. Wenn die Worte einen Sinn Ledebour vor, nach allgemeinem parlamentarischen Brauch die haben, dann kann das im ganzen Zusammenhang nur folgendes Abstimmung über das Amendement Freythaler vor der Abstimmung bedeuten: Früher verhielten sich die Arbeiter verhältnismäßig über die Resolution Bebel vorzunehmen. indifferent gegen gölle. Erst seit die Agrarzölle die Oberhand Bebel erklärt, gegen die Tremmung der Abstimmung über seine gewonnen haben, ist der reine Konsumentenstandpunkt bei den Resolution teinen Widerspruch zu erheben. Arbeitern Durchbruch zum gekommen und deshalb, weil Richard Fischer bittet, es bei dem Vorschlage des Vorsitzenden zu die Arbeiter nicht die nötige Objektivität haben, um die belassen. Eine große Anzahl Delegierten wünschen zwar gegen das Notwendigkeit der Agrarzölle begreifen zu können.( Sehr richtig 1) Amendement, aber für die Resolution Bebel zu stimmen, wozu fie Das ist der Sinn. Schippel verhöhnt eben diesen Konsumenten- nicht in der Lage wären, wenn das Amendement vorher etwa anstandpunkt. Dieser Konsumentenstandpunkt steht für ihn noch unter genommen würde und dann die Abstimmung über die Resolution dem Standpunkt des Freihandels- Hausierburschen. Schon in dem mit dem Amendement folgte. Gegensatz, den er zwischen Konsumenten- und Produzentenstandpunkt fonstruiert, liegt es, daß er den Konsumentenstandpunt nicht billigt. Dieser Gegensatz eriſtiert nach meiner Auffassung für die Partei gar nicht, sowie man nur den Produktionsprozeß in seiner Totalität ins Auge faßt. Für uns handelt es sich nicht um einen Kampf zwischen Konsumtion und Produktion, sondern zwischen den Mitgliedern des Produktionsprozesses und feinen Ausbeutern.( Sehr gut!) In dieser ganzen Frage hat Schippel den wissenschaftlichen Standpunkt verlaffen und ist in einen ganz oberflächlichen Gedankengang hineingekommen. Ich weiß mich persönlich von aller Animosität gegen Schippel frei, es thut mir außerordentlich leid, daß der Mann in diese Position Es wird mimehr zur namentlichen Abstimmung über die Refogeraten ist. Es ist nun einmal so. Er sagt jetzt, ja, er sei wohl lution Bebel geschritten. Schußzöllner aber nicht Agrargöllner. Das ist wieder ein Widers Dabei wird festgestellt, daß für diese Abstimmungen auch die spruch. Denn wer für Industriezölle ist, muß auch für Agrarzölle Abgeordneten Stimmrecht haben, da es sich nicht um eine fein. Wenn man den Produktionsprozeß im Interesse der Ausbeuter Frage der Thätigkeit der Fraktion" handelt. durch Industriezölle erschwert, erfchwert man den Agrariern Das Resultat der Abstimmung ist bereits in der gestrigen thren Betrieb, und dann sind diese allerdings von ihrem Nummer des" Bortvärts" mitgeteilt worden. Standpunkte aus auch berechtigt, Agrarzölle zu fordern. Während die Schriftführer das Ergebnis ermitteln, wird über So gelangt die Partei mit Notwendigkeit zur Ablehnung aller Schuß- Fendrichs Mandat entschieden. Für die Mandatsprüfungskommission zölle. Schippel fagt:„ Wer für Handelsverträge ist, muß auch für berichtet Zölle fein, unter Umständen für Agrarzölle". Aber weshalb find Frau Zick über die Bemühungen der Kommission, Informationen wir denn für Handelsverträge? Nur deshalb, weil sie bei den darüber zu erhalten, ob Fendrich zur Seit, als das Mandat aus
Abstimmung über die Resolution Bebel sowie über das Amendement Freythaler soll eine namentliche sein. Die Anträge 12 und 13 werden durch die Vorlegung der Refolutionen für erledigt erklärt. Zur Geschäftsordnung fchlägt
Vors. Ebert: Das Bureau war sich wohl bewußt, daß in der Regel zuerst über das Amendement und dann über den Hauptantrag abgestimmt wird. Unser Vorschlag aber wird die Meinung des Parteitages besser zum Ausdruck kommen lassen.
Der Widerspruch gegen den Vorschlag des Vorsitzenden wird zurückgezogen. Die Anträge werden also in der vom Vorstand vorgeschlagenen Reihenfolge zur Abstimmung gebracht.
Die Resolutionen Bernstein und Päplow werden abgelehnt. Ebenso wird die Trennung der Abstimmung über die Resolution Bebel abgelehnt.
Nach Verlesung eines Glückwunsch- Telegramms bom Sekretär des internationalen socialistischen Bureaus in Brüssel wird die Sigung geschlossen. Schluß 7 Uhr.
Bourges , 16. September. ( Eig. Ber.) Fünfter Verhandlungstag.
Siebente Sigung. Vormittags 81 Uhr.
fünfzehn Punkte der Tagesordnung erledigt und auch jenen nicht In den ersten vier Tagen hat der Kongreß bloß den ersten ber vollständig: es bleibt noch der Kaffenbericht unerledigt. Es ist flar, Fragen verhandelt werden können, vor allem die Statutenänderung daß in den letzten zwei Kongreßtagen nur noch die allernotwendigsten ( Proporzantrag der Reformisten) und der Achtstundentag. Kongreß beschließt daher, in der Diskussion über den Proporzantrag nur zehn Redner zu Worte kommen zu lassen, fünf für und fünf wider, und zweitens eine Kommission zur Ausarbeitung eines Berichts über den Achtstundentag zu wählen.
Der
Die Redner der Rechten( für den Proporz) sind: Maroug Buchdrucker und Guérard Eisenbahner. Die Redner der Linken Buchdrucker, Coupot- Mechaniker, Lucas- Angestellte, se üffere ( gegen den Propora) find: Vibert Arsenalarbeiter, HenriotZündhölzchenarbeiter, Niel, Arbeitsbörse Montpellier , 2uquetund Bille vol- Korrektoren. Die Redner für und wider werden jedesmal abwechseln. Durch Los wird entschieden, daß der erste Redner für den Proporz sprechen wird.
Debatte über die Proportionalvertretung. Marour verliest einen Bericht der Buchdrucker: Der bestehende Zustand führt dazu, daß der Vorstand Beschlüsse faßt, die der wahren Meinung der Drganisationsmehrheit nicht entsprechen. Ferner werden in den Vorstand Delegierte gewählt, die den Wählern unbekannt sind.( Pariser Vertreter der Provinzorganisationen.) Man faßt Des schlüffe, ohne sich um die Meinungen der vertretenen Arbeiter zu fümmern und dann spricht man im Namen des organisierten Proletariats". Der Proporz ist nötig, um die Aktion der Regierenden zu regeln. Sind diese, wie sie behaupten, wirklich die Vertreter der Mehr heit, so haben sie ja nichts zu befürchten. Die Gegner des Proporz suchen dem Ehrgeiz der fleinen Gewerkschaften zu schmeicheln. Es giebt ja Getvertschaften, die nur ein paar Mitglieder zählen, oder gar nur aus dem Sekretär bestehen. Unter dem Proporz würden Generalstreits mur dann dekretiert, wenn sie wirklich von der