Ur. 258.
21. Jahrgang.
Ergebnisse der hessischen Wohnungs
inspektion.
Gemeinde
1 Raum
3 Räume
2 Räume in alten in neuen in alten in neuen in alten in neuen Stadtteil Stadtteil. Stadtteil. Stadtteil. Stadtteil. Stadtteil.
MI.
wer.
Mr.
60
96
132
168
Mr. 180
120
130
180
70
90
140
200 180
Mr. 240.
250-300 320-360 240
320
100-120 140-160 160-180 190-200 250-300 320-380
62
94
104
153
156
120
120
180
180
240
78
120
132
144
160
242 240 220
städtchen). 30-40
-
60-80 90-120 90-120 120-200
Das Großherzogtum Hessen genießt den Ruhm, in Deutschland Darmstadt . auf dem Gebiete der staatlichen Wohnungsaufsicht und Wohnungs- Mainz.. fürsorge vorangegangen zu sein. Nachdem im Jahre 1893 mit Offenbach . einem Wohnungsaufsichts- Gesez, das sich auf die Mietswohnungen Worms mit drei und weniger Räumen( einschließlich Küche), auf alle Gießen. Keller- und Dachwohnungen sowie auf die Schlafstellen, Lehrlings- Vingen. räume 2c. erstreckte, der Anfang gemacht worden war, folgte im August Friedberg 1903 ein 28ohnungsfürsorge- Gesez". Letzteres war die Alzey ( LandFrucht der Erkenntnis, daß mit der bloßen polizeilichen Beaufsich tigung und eventuellen Schließung ungeeigneter Wohnungen allein nichts auszurichten sei. Was sollten diese Maßregeln nüßen, wenn Der Landes- Wohnungsinspektor ist der Ansicht, daß man drei nicht zugleich für eine genügende Anzahl gesunder Kleinwohnungen Räume( Stube, Stammer und Küche) als den mindest wohn Sorge getragen wurde, die den Ausgewiesenen zu billigen Preisen raum für eine Familie anzusehen habe. Zweifellos muß sich auch zugänglich waren. Daran aber fehlte es an allen Orten. Kein dabei eine Familie mit mehreren Kindern noch außerordentlich einWunder, daß die Durchführung des Gefeßes von 1893, das übrigens schränken, und von einem irgendwie sozial und ästhetisch befriedigenden nur für die Gemeinden von über 5000 Einwohnern obligatorisch heim fann noch lange nicht die Rede sein. Betrachtet man nu war, auf unüberwindliche Schwierigkeiten stieß und es daher nur aber die Einkommensverhältnisse, so ergibt sich, daß die allermeisten sehr mangelhaft durchgeführt wurde. Es galt also die positive gamen, wollen sie den auf die Behausung normalerweise anzu Seite der Frage, die Wohnungs fürsorge staatlicherseits in An- fetzenden Prozentteil= 20 Proz. nicht weit überschreiten, sich nicht griff zu nehmen. einmal den„ Mindestwohnraum" leisten können. Zaur
=
Bar Beurteilung dieser Sachlage teilt Herr Gretschel folgende Zahlen aus dem Steuerjahr 1902/03( für Offenbach 1901/02) mit: Von der Gesamtzahl der Steuerpflichtigen haben % ein Einkommen von: 500-900 92.900-1300 m. 1300-1700 2 500-1700 m.
Gemeinden
wollen:
"
32,0
23,5
10,8
63,3
33,0
30,5
10,4
73,9
25,3
47,4
8,2
34,6
19,5
10,9
80,9 65,0
familienhäuschens durch allerlei Schädlichkeiten der nächsten Um gebung( schlecht angelegte Aborte, Düngerhaufen und Jauchegruben, Aus mangelnder Schmutzwasserabfluß 2c.) vielfach wettgemacht. diefen Gründen erscheint es dem Landeswohnungsinspektor sehr zweifelhaft, ob bei der Beanstandung ländlicher Wohnräume mit milderem Maßstab gemessen werden dürfe als in den Städten. Trotzdem dies geschehen ist, war das Ergebnis der Inspektion folgendes:
Jn allen Gemeinden, wo Besichtigungen vorgenommen wurden, fanden sich auch bei einer solchen milden Beurteilung Mißstände in den kleinen Wohnungen in allen Erscheinungsformen: leberfüllung, Feuchtigkeit, Mangci an Luft und Licht, bauliche Mängel, wie reparaturbedürftige Wände, Deden und Treppen, schlechtschließende Fenster, ungenügende Abortverhältnisse."
-
-
Besonders schlimm sieht es in alten Landstädtchen, zum Teil ehemaligen Festungen", aus. Greifen wir einiges aus den„ Stichproben des Berichtes heraus: minderwertiger und schlechter Wohnungen. So fanden sich z. B. in Dieburg ( 4702 Einwohner). Es gibt eine größere Anzahl ein alter Ban einem Hause meist finderreichen Familien. Bis unters Dach ist alles vermietet. elf fleine Hinterwohnungen mit Die Wohnungen bestehen alle aus 1 bis 2 Stäumen( einschließlich Süche!), sie sind zum Teil feucht, die Fenster sind sehr reparaturbedürftig, an Treppen fehlen Geländer, die Wände sind zum Teil schmutzig und bedürfen dringend neuen Borpuzes. Keller sind nicht bedeckter Grube dienen für alle Einwohner des Hauses. Die Mieten vorhanden, 2 Aborte von schlechter Beschaffenheit und mit ungenügend betragen 60-90 M. pro Jahr."
"
Grünberg ( 1992 Einwohner). Wohnung bestehend aus. 1 großen Stube und 1 fleinen Raum. Letzterer dient als Schlaf raum für einen alten Großvater, aber auch als Aufbewahrungsort für Gemüse. In der Stube schlafen die Eltern mit drei Kindern. Die Wände sind schlecht, die Umfassungswände sind durchlöchert. Miete 70 M."
Das hessische Wohnungsfürsorge- Gesez soll eine planmäßige Förderung des Baues gesunder, billiger Kleinwohnungen in die Wege leiten. Einmal werden den Gemeinden und den Baugenossenschaften auf gemeinnüßiger Grundlage billige Baugelder aus der Landeskreditkasse, der Landeshypothekenbank und der Invalidenbersicherungsanstalt zur Verfügung gestellt. Sodann sollen alle an der Wohnungsfrage interessierten Körperschaften und Privaten in der neu errichteten, Landes Wohnungsinspektion" in Darm stadt eine Zentralstelle haben, wo sie in jeder Hinsicht Auskunft, Darmstadt Anregung und Förderung finden können. An der Spize diefer Mainz Hirschhorn( 1994 Einwohner). Verschiedene enge, dirrch Drganisation steht der Landes- Wohnungsinspektor", dem die Lokal- Offenbach Jauche, die aus den zahlreichen Düngerhaufen hervorquillt, berWohnungsinspektoren unterstellt sind. Letztere find nur in den Gießen schmutzte Gaffen bieten minderwertige Wohnungsverhältnisse, teilgrößeren Orten befoldete Spezialbeamte; in fleineren Gemeinden weise fehlen Keller unter den Häusern. Die Bevölkerung besteht find es ehrenamtlich bestellte Personen( Bürgermeister, Geistliche, Frommen aller sozialen Schönfärber hier unverkürzt wiedergeben Löhne schwanken in der Regel zwischen 2 bis 3,50 M. pro Tag. Dazu macht der Bericht Ausführungen, die wir zu Nutz und zum großen Teil aus Steinbrechern, Schifferit, Fabrikarbeitern. Die Aerzte, Technifer 2c.). Eine wirklich gute Wohnung, bestehend aus Stube, Kammer und Der soeben erschienene erstmalige Jahresbericht des LandesWohnungsinspektors Gretsche I") gibt mit seinen Tabellen und Die Familienbäter mit einem Einkommen Küche, ist nicht unter 100 bis 160 m. zu haben; drei gute Nämme Anlagen nicht nur ein sehr eingehendes Bild über die Wohnungs- bis 900 Mart wären in den in obiger Tabelle bezeichneten nebst Küche fosten bis 230 M." " In einem Haufe findet sich am Ende des Hausganges ein verhältnisse der hessischen Orte, er hat auch eine allgemeine Be- Städten, mit Ausnahme von Gießen , Friedberg und Alzey , bei deutung, insofern als er einen Einblick eröffnet in die Mannigfaltig- Festhaltung jenes Grundsatzes überhaupt nicht in der Düngerhaufen. An beiden Seiten des Hausflures liegen kleine Lage, ihrer Familie den Mindest wohnraum zu Wohnungen, deren das ganze Haus 6 enthält. feit und die Schwierigkeiten der Aufgabe, die hier zu lösen ist. Die Jauche läuft " Vor den Herr Gretschel hat es als seine erste Pflicht erachtet, die bieten. Es fann aber gar feinem Zweifel unterliegen, daß in durch den Hausflur auf die Straße, es riecht abscheulich. Deffentlichkeit und alle in Betracht kommenden Interessenten über den oben mitgeteilten hohen Zahlen von Einkommen von Wohnungen bestehen 2 aus je 1 Raum. In einem davon haust ein Mart eine große Anzahl Anzahl Familienbäter fich Elternpaar mit 2 Kindern. Zwei weitere Wohnungen, aus Stube die Notwendigkeit der sozialen Wohnungsfürsorge und die ein- 500-900 nur auf dieses Einkommen und Küche bestehend, beherbergen 5 Erwachsene und 2 Kinder. Die zuschlagenden Wege aufzuklären. Er hat dies durch zahlreiche Mit- befindet, deren Familien eben un fünfte Wohnung, bestehend aus Stube, Abschlag und Küche, ist von teilungen an die Presse aller politischen Richtungen", durch Vor- angewiesen sind und deren Wohnungsverhältnisse mithin träge auf den Konferenzen der Landbürgermeister, in den Gewerbe- befriedigende sein müssen, wenn sie nicht einen höheren Teil als einer Familie mit drei Kindern besetzt, wovon eines 16 Jahre alt ist. In der sechsten, die aus Stube, Kammer und Küche besteht, wohnt vereinen 2c. sowie durch einen ausgedehnten schriftlichen und münd- ihres Einkommens für Wohnungszwecke ausgeben wollen. lichen Verkehr mit Behörden, Vereinen und privaten Bauunternehmern Aber auch viele Familienbäter in der Einkommenstufe der Besitzer mit Frau und 4 Kindern. In einem größeren Nebenzu erreichen gesucht. Dabei stieß er auf große Untenntnis infonder- bon 900-1300 m. können sich bei Anwendung vernünftiger wirt- raum find noch 3 Schlafgänger untergebracht. Für das ganze heit bei den lokalen Verwaltungsbehörden, zahlreichen kleineren Ge- haftlicher Grundsäge nur schwer den Mindest wohnraum Haus ist ein Abort da; derfelbe liegt etwa in Dachhöhe am Berge, meinden, die im allgemeinen geneigt sind, die Wohnungsverhältnisse von guter Qualität beschaffen; dazu gehört zwar in Darmstadt nur für die im Unterhaus wohnenden Leute ist der Abort natürlich schwer in rofigem Lichte zu betrachten". Grund: Die Drgane der ein Mindesteinkommen von 9-1200 M. und in Gießen von 8 bis zu erreichen, da fie erst einen nicht unwesentlichen Aufstieg machen leineren Gemeinden insbesondere die Bürger- 1200 M., indessen auch innerhalb dieser Zahlen werden, eben die müffen." Oppenheim ( 3701 Einwohner). Ein Teil der Häufer ist an meister haben häufig gar teinen oder keinen wiederen Einkommen zahlreicher sein als die höheren; in Mainz , richtigen Einblick in die Verhältnisse." Offenbach , Worms aber liegen die Verhältnisse noch wesentlich un- den Berg angelehnt, so daß lekterer gewissermaßen die Hinterwand Häufig passierte es, daß die Bürgermeister die Schuld an günftiger und selbst ein großer Teil der Familienväter mit Ein- bildet und Fensteröffnungen in der Hinterwand nicht angebracht fönnen. Wieder ein anderer, ziemlich erheblicher etwa vorhandenen schlechten Wohnungsverhältnissen nur der Trunk fommen von 1300-1700 M. muß sich noch entweder mit dem werden der Häuser ift in gleicher Weise an Die alte sucht, Trägheit oder Händelsucht der Inhaber zuschrieben. Ein gutes Mindestwohnraum begnügen, oder einen verhältnismäßig zu großen Teil Stadtmauer angelehnt; in der Vorstadt bildet dieselbe Mittel, solche Herren zu besserer Einsicht zu bringen, fand der Teil des Einkommens für Wohnungszwecke ausgeben." Der hessische Beamte bestätigt damit die betrübende Thatsache, die Scheidemauer und Hinterfront von imd Hinterfront von zwei Straßenzügen. Landes- Wohnungsinspektor in ihrer Teilnahme an den Rundgängen und Besichtigungen innerhalb ihrer Gemeinde. daß, trotz aller glänzenden Fortschritte in der Technik des Bau- Dazu kommt, daß es sich um Reihenhäuser handelt, so daß Die Herren werden auch, bemerkt der Bericht, in ihrem all wesens, 60 bis 80 Proz, der städtischen Bevölkerung Licht und Luft nur von den Vorderfronten zuströmen tann. Die gemeinen Urteil über die kleinen Leute, die in nicht in der Lage sind, menschenwürdig zu wohnen an den Berg angelehnten Häuser sind ebenfalls zum Teil in der minderwertigen, überfüllten oder schlechten Wohnungen Hausen, Und das Wohnungselend ist feinestvegs eine bloß großstädtische Reihe aneinandergebaut. Auch bei Häusern in sonstigen Straßen milder gestimmt, wenn sie die Notlage oder das Elend, das Erscheinung. In den Kleinstädten und Landorten liegen find eigentlich höfe oftmals nicht vorhanden." Als Mietspreise fich dabei häufig genug zeigt und namentlich angesichts einer nicht die Verhältnisse nicht besser. Zwar sind die Mieten hier meist er- werden angeführt für 1 Staum 72-90 m.; für 2 Räume 108-132 m.; felten vorhandenen zahlreichen Kinderschar in den betreffenden heblich niedriger, dafür sind aber auch die Löhne niedriger oder dem für 3 Näume 102-176 M. Familien das Gefühl tiefen Mitleids weckt, mit eigenen Augen Berechnet werden. Auch wird der Vorteil des dort üblichen Ein- gibt die nachfolgende Tabelle ein zusammenfassendes Bild: Wohnungsbudget müssen Fahrkosten zum und vom Arbeitsort zu- Ueber die Ausdehnung der ganzen Misere in Stadt und Land fehen".
-
-
-
"
Gemeinden mit
Einwohnern
Als wichtig für die Aufstellung der Verhältnisse betrachtet Herr Gretschel auch die Mithilfe der Gewerbe Jnspettoren. ,, Recht wünschenswert ist es, wenn wie dies nach den von zwei Gewerbe- Aufsichtsbeamten dem Landeswohnungs- Inspektor gemachten Mitteilungen geschehen ist diese Beamten sich gelegentlic bei den Arbeitern nach ihren Wohnungs berhältnissen( z. B. Zustand der Wohnungen und Schlaf stellen, Höhe der Mieten, Zahl der Bewohner und der bewohnter Räume) erkundigen und von ihren feststellungen ben Landeswohnungsinspektor unterrichten. Der letztere über 5000. gewinnt dadurch weitere Anhaltspunkte dafür, wo sein Eingreifen mit 2-5000 erwünscht oder notwendig ist."
Zahl der der polizeilichen Kontrolle unters liegenden Mietwohnungen
mit
3 Räumen
mit
2 Räumen
mit
1 Raum
Keller
Hiervon
gefchoffe
unter
dem
Dach
unter
Die Bean
Bahl der Bahl der standungen bean betragen fuchten standeten der unterProzent
11
Schlafftellen
Schlafräume der
räume
Lehrlinge 2c.
Woh nungen
Woh nungen
fuchten
BeanBahr stan
Bean
Zahr
ftan
Wohnungen
dungen
dungen
5780
1404
502
51
4*
2255
120
5,3 Proz.
3009
510
3128
110
1331
2330
391
82
1036
1437
132
9,2
634
5
1549
33
unter 2000
D
738 7849 Summa
1968
1347
28
392
1117
210
19
377
15
4735
130
"
5702
2240
161
1432
530
9412
278
4809 462 9,6 Proz. 4020
wurden in dem Berichtsjahre neun gemeinnügige Baugenossenschaften gegründet, so daß Ende 1903 in Hessen siebzehn derartige Bereine in Tätigkeit waren. Diese haben insgesamt 281 Häuser hergestellt mit 644 Wohnungen, die von 624 Arbeiterfamilien und 20 Familien anderer Stände bewohnt wird. Die Mietspreise in den Vereinshäusern sind in der Regel 20-30 Proz. billiger als in den Privat häusern.
Noch bedeutsamere Mitarbeit aber fann von den Kranken tassen geleistet werden. Der Bericht sagt darüber:„ Eine Kranken Kaffe ließ dem Landes- Wohnungsinspektor diejenigen Berichte Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Kleinwohnungen, die des Heffischen Zentralvereins für Errichtung billiger Wohnungen" ihres Kranten Kontrollbeamten zugehen, die auf weder den gesundheitlichen noch sozialen Mindeftforderungen entfchlechte Wohnungsverhältnisse fchließen lassen. fprechen, aber als Eigenwohnungen der gesetzlichen Beaufsichtigung Es wäre erwünscht, wenn ein ähnliches Verfahren von möglichst nicht unterliegen. Es ist nicht zu vergessen, daß sich das Gefeß allen Krankenkassen beobachtet würde." Zweifellos wäre das eines lediglich auf iets wohnungen erstreckt. der wirksamsten Mittel, zahllofe Schäden, die der dringendsten Ab hilfe bedürfen, zur Kenntnis der verantwortlichen Behörden zu bringen. Außerdem empfiehlt Herr Gretschel den Krankenkassen, in ähnlicher Weise wie dies fürzlich in Berlin und Pforzheim mit bestem Erfolge geschehen, umfassende Erhebungen über die Wohnung berhältnisse ihrer Mitglieder anzustellen" und erklärt, zu entsprechenden Auskünften und Vorschlägen jederzeit gern bereit zu sein.
Wie aus der Tabelle ersichtlich, find die Mietswohnungen in den fleinen Orten vorwiegend ein oder zweiräumige. Während in den Städten mit über 5000 Einwohnern die dreiräumigen Wohnungen nahezu aller der Wohnungsaufsicht unterstellten Wohnungen ausmachen, betragen in den Orten mit unter 2000 Bewohnern die dreiräumigen Wohnungen nur 1½ der Mietswohnungen. Ein ganzes Drittel besteht aus dem allerjämmerlichsten Behausungstypus, aus einem einzigen Wohn-, Koch- und Schlafraum!
Zweifellos find das begrüßenswerte Anfänge. Aber man erwäge den derzeitigen Umfang der Wohnungsnot und man ziehe den 8uwachs der Bevölkerung in Betracht. Dann wird man sich der Einsicht nicht verschließen, daß die ganze Tätig Es berührt wohltuend zu sehen, wie der hessische Beamte, ganz feit der Bauvereine bis jetzt ein winziges Tröpflein auf den heißen im Gegensatz zu sächsischen und preußischen Gepflogenheiten, den Ben Interessant ist auch, daß der Prozentsak der Beanstandungen Stein war, und daß dieselbe, angesichts der wachsenden Schwierigkeit tehr mit Arbeitern sucht und für die Durchführung feiner bei den fleineren Gemeinden am höchsten ist. Bei den Gemeinden geeignetes billiges Gelände zu erhalten, auch in Zukunft kaum in Aufgabe zu schäzen weiß. Er begrüßt es mit besonderer Freude", mit über 5000 Einwohnern wurden nur 5,3 Proz. der besichtigten der Lage fein wird, auch nur die Verschärfung der Wohnungsnot wenn gerade aus den Kreisen der Arbeiter Bestrebungen zur Wohnungen beanstandet, während bei den Gemeinden von 2000 bis hintanzuhalten. Hebung der Wohmmgsverhältniffe hervorgehen. Es zeigt den Trieb 5000 Bewohnern 9,2 Proz. und bei den kleinsten Gemeinden sogar Gegen dieselbe Schranke stößt aber auch der von Gemeinden der Leute, ihre Lebenshaltung auf ein höheres Niveau zu bringen, 19 Broz. der Beanstandung berfielen. Der Landes- Wohnungs- oder staatlichen Behörden entfaltete Wohnungsund zwar auf dem Wege der Selbsthilfe, es gibt dem Landes- inspettor führt diese Erscheinung auf den Umstand zurüd, daß die bau, sobald er auch nur nennenswerten Umfang annehmen will. Wohnungsinspektor aber auch die günstigste Gelegenheit, vorhandenze, größeren Gemeinden schon seit zehn Jahren der Wohnungsinspektion Der Eigenbesitz der allermeisten Gemeinden an Bauland ist dafür mißliche Wohnungsverhältnisse fennen zu lernen und sich darüber zu unterliegen, während in den kleineren Orten die Jnipettion erst ganz unzureichend. Eine Enquete des Landes- Wohnungsinspektors unterrichten, wie die Arbeiterschaft selbst ihr Wohnungsbedürfnis malig stattgefunden hat. Ob das der alleinige Grund ist, werden über diesen Punkt ergab für 60 größere Gemeinden folgendes Resultat: beurteilt. Freilich bekommt man dabei manches bittere Wort zu die kommenden Jahre zeigen. hören, nichtsdestoweniger muß nach den bisher gemachten Cir- Was die Beaufsichtigung der Schlafstellen, Lehrlingsfahrungen gesagt werden, daß die Leute sich der Belehrung immer räume ac. betrifft, so ist sie, wie der Bericht angibt, borläufig zugänglich gezeigt, und daß sie die ihnen vom Landes- Wohnungs- zu fura gelommen, infolge der großen Inanspruchnahme des Beamten inspettor erteilten Ratschläge zur Besserung der Wohnungsverhältnisse durch Untersuchung der Mietswohnungen. Herr Gretschel beran der Hand der gesetzlichen Bestimmungen stets willig befolgt spricht, in der Folgezeit auch diesem Zweige größere Aufmerksamkeit haben." zuzuwenden. Wir fürchten, seine Zeit wird auch in den kommenden Ueber den Umfang des Wohnungselends bringt der Jahren nicht ausreichen, das ganze ihm zugewiesene Gebiet zu beBericht eine Reihe bemerkenswerter Daten. Besonders lehrreich ist arbeiten. Wie bei der Gewerbeaufsicht, so wird auch bei der eine Gegenüberstellung der Mietspreise und der Ein Wohnungsinspektion die Lofung lauten müssen: mehr Arbeitsfräfte tommens Berhältnisse. Die Mietspreise für Wohnungen Was ist nun an pofitiver Förderung des Wohnungswesens durch von ein bis drei Räumen( einschließlich Stüche!) stellten sich gemeinnütige Bautätigkeit bis jetzt erreicht worden? wie folgt: Auf Anregung der Landes- Wohnungsinspektion und unter Mithülfe
*) Jahresbericht des Großh. hessischen Landes- Wohnungsinspettors für das Jahr 1903." Herausgegeben im Auftrage des Großh. Ministeriums des Innern. Darmstadt , Buchdruderei 3. Grallein. 81 Seiten.
" Diese Sahl ist offenbar nicht richtig. Man ist sich bei der BZählung der Wohnungen zweifellos nicht darüber flar gewesen, was unter Dachwohnung zu verstehen ist, ihre Zahl wird in Wirklich feit bedeutend größer sein."
21 Gemeinden hatten überhaupt kein Bauland bis 1 Heftar auf 1000 Einwohner 1-5 über 5" fehlen die Angaben.
19
"
"
6
"
5
"
"
bei 9 Dieses Ergebnis so bemerkt der Bericht- muß als ein flägliches bezeichnet werden! Außer den 21 Gemeinden, die Bauland überhaupt nicht im Besiz haben, bleiben auch die 19 Gemeinden mit einem Baulandbefiz bis zu 1 Heftar pro 1000 Einwohner in der Bodenfrage für den Wohnungsbau so ziemlich ganz außer Betracht; denn diesen geringen Besiz müssen sie für öffentliche Bauten ze. reservieren. Es bleiben also nur 11 Gemeinden, deren Bauland groß genug erscheint, um damit den Grundstücsmartt in preisermäßigender Weise beeinfluffen zu können."
Ist dies mum auch geschehen?" fragt Herr Gretschel, und er antwortet auf Grund einer Reihe von Erhebungen über die Baulandpreise in den verschiedenen Gemeinden mit: Nein. Gemeinden tönnten dies auch gar nicht, fügen wir hinzu. Selbst
Die