Aus Induftrie und Handel.
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Daß die Verhandlungen gescheitert find, liegt einzig und allein an dem Verhalten der Vertreter der Verbände, die eine Unterwerfung verlangten. Die Konferenz erklärt sich mit der Haltung ihrer Vertreter einverstanden und empfiehlt den Ortsbereinen: Sollte man von irgend einer Seite an sie herantreten, um Einigungsbestrebungen in die Wege zu leiten, sie dieselben ohne Einverständnis der Geschäftsleitung rundweg abzulehnen haben."
Um die
Theem legten Rongreß zu Florena befchloffen, diejenigen Mitglieder, Bom internationalen Arbeitsmarkt. In Frankreich und England die zu gleicher Zeit Freimaurer sind, aus den Listen zu streichen. hat sich während des Novembers der Arbeitsmarkt wesentlich verDaraufhin tritt nunmehr der Vorstand der italienischen Gesamt- schlechtert. Vor allem hat in England die Arbeitslosigkeit einen partei der Prüfung dieser wichtigen Prinzipien- Frage näher. Es umfang erreicht, der zu außerordentlichen Maßnahmen Veranlassung wird höchstwahrscheinlich eine Urabstimmung über ganz Jtalien ver- gibt. Die Zahl der Armen in 35 städtischen Distrikten belief sich im anstaltet werden in dem Sinne: Darf ein Sozialdemo= November auf 390 822; auf 10 000 Personen der Bevölkerung famen frat eingeschriebenes Mitglied des Freimaurer = 228 Arbeitslose. Im Vormonat betrug die entsprechende Ziffer 219 ordens fein?" Die endgültige Lösung dieser schon lange und im November 1903 212. Jn London allein schätzt man die ventilierten Frage wird von den italienischen Parteigenossen und Zahl der Arbeitslosen auf mindestens 200 000. Die Arbeitslosigkeit Diese Resolution wurde einstimmig angenommen. von deren Gegnern mit außerordentlicher Spannung erwartet. unter den gelernten Arbeitern betrug nach den Angaben der Hierauf referierte Gehl über Agitation und Organisation. Trades- Unions im November 7 Prozent gegen 6 Prozent im Er betonte die Notwendigkeit einer planmäßigen Agitation, die das November des Vorjahres. Die starke Arbeitslosigkeit ist die Folge Ziel haben müsse: Zusammenschluß der Arbeiter zum Widerstande der weiteren Verschlechterung des gewerblichen Beschäftigungs- gegen ihren schärfsten Gegner, das Unternehmertum. grades. Im Bergbau war die Förderung weniger lebhaft als im Agitation planmäßig und erfolgreich zu betreiben, müsse eine November vorigen Jahres. Die Bergleute waren durchschnittlich Person damit betraut werden, die sich ganz dieser Arbeit widmen In den Eisen- und Stahlwerken hat die Zahl der Beschäftigten dahin zu wirken, daß jede einzelne Organisation ihre volle nur 5,14 Tage pro Woche beschäftigt gegen 5,24, im Vorjahr. fönne. Hinsichtlich der Organisation bemerkte der Redner, es sei abgenommen. In 194 Werfen betrug sie im November 73 505 gegen Selbständigkeit habe. 74 637 im Parallelmonat des Vorjahres. Im Maschinengewerbe stieg Zu diesem Punkt lagen mehrere Anträge vor, welche sich auf die die Zahl der Unbeschäftigten bis auf 7,8 Proz. gegen 6,0 im Vor- Anstellung eines befoldeten Geschäftsleiters beziehen, der unter jahre. Nur im Schiffbau trat in einer Reihe von Bezirken eine kleine anderem auch die Agitation zu betreiben hat. Die Diskussion Abnahme der Beschäftigungslosigkeit ein. Der Jahreszeit entsprechend drehte sich hauptsächlich um diese Anträge. hat auch die Bautätigkeit nachgelassen, aber die Abnahme ist so start, Angenommen wurde eine schon von der vorigen Konferenz daß gegenüber dem Stande vom Vorjahr die Zahl der Unbeschäftigten beschlossene Resolution, welche in der Hauptsache besagt: Alle Die Bewegung der bilden, welche die Agitation innerhalb und außerhalb ihres Ortes Ueber 156 000 Arbeiter zu betreiben und dem Vertrauensmann vierteljährlich Bericht zu erstatten haben.
Als nach dem Abschluß des deutsch - russischen Handelsvertrages das Gerücht auftauchte, die deutsche Regierung hätte der russischen zugesichert, bei der deutschen Großfinanz ihren Einfluß zugunsten der Aufnahme einer russischen Kriegsanleihe geltend zu machen, wurde diese Meldung alsbald von dienstwilligen Blättern dementiert; und dann folgten allerlei Artikel, in denen mit sogenannten wissenschaftlichen Gründen nachzuweisen versucht wurde, daß die russische Staatstasse im Golde schwimmt und des russischen Zaren Finanzminister gar nicht daran dächte, die westeuropäische Finanz anzupumpen. Selbst noch vor wenigen Wochen hieß es, an die Aufnahme einer russischen Anleihe in Deutschland und Frankreich sei vorläufig nicht zu denken. Was dieses Geschwätz wert war, zeigt folgende Petersburger telegraphische Meldung des offiziösen Wolfffchen Telegraphenbureaus:
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erwarten ist."
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Industrien das Tertilgewerbe beschäftigt. sich verdoppelt hat. Relativ befriedigend war von den großen selbständigen Organisationen haben Agitationskommissionen zu
Löhne geht noch immer stark nach unten. mußten im Monat November eine Lohnkürzung über sich ergehen lassen, denen nur 2668 Arbeiter mit einer Lohnsteigerung gegenüberstehen.
,, Aus zuverlässiger Quelle verlautet, daß seit den letzten Tagen Auch in Frankreich ist die Arbeitslosigkeit in diesem Jahre, hier Verhandlungen wegen Ausgabe einer neuen russischen An- namentlich seit Oftober, wieder viel stärker als 1903. Eine Juterleihe geführt werden. Die Verhandlungen sollen einen glatten pellation über die gegenwärtige Arbeitslosigkeit, die in der franBerlauf nehmen und man glaubt, daß ein baldiger Abschluß zu Schägungen über die Höhe der gegenwärtigen Arbeitslosigkeit. Für zösischen Kammer besprochen wurde, brachte einige bemerkenswerte das Jahr 1904 wird der Prozentsaz auf mindestens 10 Proz. der Wie hoch sich die Anleihe belaufen wird, verschweigt das Tele- industriell beschäftigten Arbeiter angenommen. Bei etwa 5%, Millionen gramm. Wenig wird es nicht sein, denn die russische Regierung gewerblich beschäftigter Arbeiter ergäbe dies weit über eine halbe braucht viel und schnell Geld. Würde ihr das Feuer nicht auf die Million Arbeitslose. Zur Unterstüßung der Arbeitslosenkassen, die Nägel brennen, sie hätte sicherlich noch gezögert; aber die Noten- von den Arbeiterorganisationen eingerichtet sind, wurde ein Kredit presse läßt sich nicht immer wieder von neuem in Bewegung segen, von 100,000 Mark in das Budget des Handelsministeriums eindie Masse der offen und geheim ausgegebenen Kreditrubel wird all- gestellt. gemach zu groß. Vielleicht noch einige Tage und wir werden wieder in manchen Zeitungen lesen, wie prächtig es um Rußlands Finanzlage bestellt ist, welche enormen natürlichen Reichtümer es befizzt usw. Jedenfalls. kann man sich darauf gefaßt machen, daß der in drei Wochen fällige Finanzbericht des russischen Finanzministers in schönster Tünche prangen wird.
Soziales.
Vom Schadenersah.
Er
Der Arbeiter S. verlangte durch Klage beim Gewerbegericht eine Lohnentschädigung wegen unberechtigter Entlassung. Die Sonneberger Spielwaren- Industrie hat im Jahre 1904, machte geltend, er sei entlassen worden, weil er auf die Bezahlung ivie der Bericht der Sonneberger Handelstammer konstatiert, einen der wegen einer Kontrollversammlung versäumten Zeit bestanden Rückschlag erlitten. Zum erstenmal seit langer Zeit ist ein Stillstand babe. Der als Zeuge vernommene Werkmeister der beklagten Firma in der Produktion und dem Absatz des Sonneberger Bezirks ein- Ernst u. Ko. gab auch zu, gesagt zu haben:„ Wer uns so die getreten, der sich daraus erklärt, daß Großbritannien seine alte Pistole auf die Brust seßt, den fönnen wir nicht gebrauchen, das sind Es wurde Beweis erhoben über die BeStauftraft noch nicht wiedererlangt hat. Das zeige eindringlich, wir nicht gewöhnt." welche Perspektive sich eröffnen würde, wenn nicht nur vorübergehende hauptung des Firmeninhabers, daß der Kläger nach der Entlassung Geschäftsunlust, sondern ein handelspolitischer Systemwechsel sich alsbald aufgefordert worden sei, 14 Tage, die Zeit der Kündigungsdort vollziehen würde. frist, weiter zu arbeiten. Ein Zeuge bestätigte dies und bekundete, Was den Absatz in Deutschland anbetrifft, so wird hervor- Kläger habe darauf gesagt, er sei ja schon entlassen und sei gegangen. Der Gerichtshof wies die Klage mit folgender Begründung ab: gehoben, daß das Geschäft mit den großen Warenhäusern immer beträchtlicher wird; aber der Einfluß dieses Geschäfts auf die Gs sei als erwiesen anzunehmen, daß Kläger die Aufforderung, Fabrikation in den Geschäftskreisen des Bezirks nicht ausnahmslos 14 Tage noch zu arbeiten, gehört habe. Wenn er trotzdem nicht günstige Beurteilung findet. Zugegeben werde, daß seit dem Auf- blieb, so habe er den Schaden selber verschuldet und deshalb könne kommen der Warenhäuser und unter deren Einflusse die Umsätze sich er eine Entschädigung für die 14 Tage nicht beanspruchen. Unter entschieden erhöht haben und daß die Abwickelung im ganzen weniger diesen Umständen brauche auf die Frage, ob die Entlassung an sich Kläger unter der Schwerfälligkeit und den Umständlichkeiten zu leiden hat, berechtigt war oder nicht, nicht erst eingegangen werden. die dem Verkehr mit Detailgeschäften vielfach anzuhaften pflegt; habe den Begriff des Schadenersatzes offenbar verkannt. andererseits aber wird berichtet, daß, da von den Bazaren vorzugsweise geringere und Mittelware geführt werde, der Begehr nach den besseren Qualitäten gelitten habe. Jedenfalls seien, wie der Bericht bemerkt, die Warenhäuser heute im geschäftlichen Verkehr eine so wichtig gewordene Betriebsform, daß die an sie abgesetzten Warenmengen für das jeweilige Geschäftsbild, insbesondere das deutsche, von geradezu ausschlaggebender Bedeutung sind.
Die Produktion der deutschen Bierbrauereien hat im Steuerjahre 1903/04 sich zwar gegenüber dem Jahre 1902/03 etwas ge= hoben, aber doch nicht wieder die Höhe erreicht, wie in den diesem voraufgegangenen drei Steuerjahren. Es wurden nämlich im deutschen Zollgebiete während des Jahres 1903/04, nach der Köln . Volkszeitung", 68 952 000 hektoliter Bier hergestellt, gegen 67 699 000 Hektoliter im Jahre 1902/03, 71 157 000 hektoliter im Jahre 1901/02, 70 857 000 Settoliter im Jahre 1900/01 und 69 500 000 Settoliter im Jahre 1899/1900. Der Rückgang wurde durch Abnahme des Verbrauchs bewirkt. Berechnet man den Bierverbrauch auf den Kopf der Bevölkerung, so war der Verbrauch im Jahre 1903/04 zwar ein wenig größer, als im Vorjahre, aber doch nicht mehr so groß, wie in den fünf Jahren 1897/ 98-1901/ 02. Entfielen doch im Zollgebiete auf den Kopf der Bevölkerung durchschnittlich
im Jahre
1895/1896 115,8 Liter
1896/1897 116,0
1897/1898 123,0
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im Jahre
1900/1901 125,1 Liter 1901/1902 124,1
1902/1903 116,0 1903/1904 116,5
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der Maler, Lackierer usw. zu dem Entwurf von Bestimmungen zur Zur Bleifrage. Die Petition des Vorstandes der Vereinigung Verhütung von Bleierkrankungen ist jetzt dem Bundesrat mit 20 562 Unterschriften aus 311 Orten zugegangen. Eine Anzahl Verbandsfilialen hat die Sammlung von Unterschriften verbummelt. 200 000 Arbeitslose sind in der vorigen Woche in London fonstatiert worden! Auf Ersuchen des Königs läßt der Lordmayor von Sammelliste zirkulieren!
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Ferner wurde der folgende, von der Berliner Organisation gestellte Antrag angenommen:
Zur Leitung sowie zur Regelung der Geschäfte wird eine Geschäftskommission gewählt, bestehend aus fünf Personen, und zwar einem Geschäftsleiter, dessen Stellvertreter, einem Kassierer und wählt, als besoldeter von der Zentralisation angestellt. Aufgabe zwei Revisoren. Der Geschäftsleiter wird auf der Konferenz gedes Geschäftsleiters ist, die Organisationen im ganzen zu über= wachen, auszubauen und zu stärken, die ihm übrig bleibende freie Zeit als Mitarbeiter am Fachorgan„ Die Einigkeit" und zur Agitation für die Freie Vereinigung deutscher Gewerkschaften zur Verfügung zu stellen. Die anderen Mitglieder der Geschäftsleitung wählt die Berliner Organisation. Der erste. Vorsitzende ist zu gleicher Zeit stellvertretender Geschäftsleiter, der erste Kassierer Die übernimmt zugleich die Kassengeschäfte der Zentralisation. Amtstätigkeit reicht von Konferenz zu Konferenz, dieselbe soll in der Regel am Jahresschluß berufen werden.
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Gewerkschaftliches.
Sicherheitsbehörde oder Unternehmer- Bureau?
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Die Bauunternehmer in Pyrit streben, wie der Stett. „ Volksbote" mitteilt, mit allen Mitteln danach, den Zentralverband der Maurer am Drte unmöglich zu machen; sie beschränken sich dabei nicht nur auf erlaubte Mittel, sondern üben den schlimmsten Terror gegen die Verbandsmitglieder aus. Und behülflich ist ihnen dabei die Polizei! Wer Verbandsmitglied ist, bekommt nicht eher Arbeit, als bis er von der Polizeibehörde eine Bescheinigung etwa in folgender Form vorlegen kann: Die Polizei- Verwaltung. Journ.- Nr. Phrizz, den 12. Septbr. 1904. Der Maurer K. R. zeigte heute an, daß er den Austritt aus dem Verbande der zentralisierten Maurer noch heute anmelden werde. Dies wird hiermit bescheinigt. J. A. ( Stempel.) gez. Mielte. Wie kommt die Polizei dazu, solche Bescheinigung nicht völlig private Absicht zu erteilen? über irgend eine vollzogene amtliche Handlung, sondern eine
Uebrigens ist auch dafür gesorgt, daß jeder Maurer es nicht bei der bloßen Absicht zum Austritt beläßt oder aber nach erfolgtem Austritt etwa der Organisation wieder beitreten kann. Am Abend des 12. November wurde ein Maurer von einem Unternehmer entlassen. Bei der Entlassung wurde ihm gesagt, daß er zwar am 5. September aus der Organisation ausgetreten sei, am 12. September sich aber wieder- angemeldet habe. Wie der Unternehmer das erfuhr? Nun, organisierter Arbeiter auf dem Bureau der Phrizer Polizei zu tun, da trat ein bei dem in Betracht kommenden BauUnternehmer beschäftigter Technifer ein und sagte dem Polizeisekretär:
Die Vertrauensmänner- Zentralisation der Maurer an demselben Tage, an dem die Entlassung erfolgte, hatte ein
hält gegenwärtig in Wiltes Saal in der Brunnenstraße ihre 14. Jahreskonferenz ab. Dieselbe wurde am Mittwoch vormittag eröffnet. Anwesend waren 24 Delegierte aus 15 Orten, außerdem die Fünferkommission sowie je ein Vertreter der gleichen Organifation der Zimmerer, der Bauarbeiter und der Geschäftsleitung der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften .
„ Die Leute sagen, sie sind alle aus dem Verbande ausgetreten. Das glaube ich nicht und möchte ich mich hiervon überführen.
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Der Herr Techniker wurde nicht hinausgeworfen. Die Auskunfterteilung erlitt nur eine kleine Verzögerung dadurch,
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das
Mette erstattete den Bericht der Geschäftsleitung der Vertrauensmänner- Zentralisation der Maurer. Aus demselben ist folgendes hervorzuheben: Dem Wunsche einzelner Organisationen daß der Herr Polizeisekretär erst das Mitgliederverzeichnis entsprechend, veranstaltete die Kommission in einer Reihe von Orten hervorsuchen mußte; er beeilte sich aber, dies zu tun. insgesamt 60 Agitationsversammlungen. Einem Beschlusse der Diesem Zwecke also dienen die der Polizei eingereichten 1898/1899 124,2 borigen Konferenz entsprechend, ist den einzelnen Organisationen Mitgliederverzeichnisse in Pyrit! Sie sind nicht über1899/1900 125,0 durch Rundschreiben der Verlauf der vom Parteivorstande ein- flüssig, wie der eine oder andere wohl denken mag; sie modern Der Rückgang des Verbrauchs ist nicht nur im Brausteuergebiete geleiteten Ginigungsverhandlungen zwischen den gewerkschaftlichen nicht still in verschwiegenen Aftenschränken. Nein, sie liegen wahrnehmbar, sondern auch in Bayern , Württemberg und Baden, so Verbänden und den Vertrauensmänner- Zentralisationen bekannt jederzeit bereit, den Interessen des Unternehmertums dienstbar daß es fast den Anschein gewinnt, als habe der Bierverbrauch überall gegeben worden. Die Antwort war, daß sämtliche Organisationen gemacht zu werden! in Deutschland seinen Höhepunkt überschritten. Im Jahre 1903/04 die Einigungsverhandlungen nunmehr als erledigt betrachten. Wie Die Pyrizer Maurer haben Beschwerde geführt gegen iamen im Brausteuergebiete auf den Stopf der Bevölkerung durch im vergangenen Jahre, so blieben der Zentralisation auch in dieser diese Preisgabe des polizeilichen Amtsgeheimnisses an schnittlich 97,7 Liter, in Bayern 231,9, in Württemberg 168,9, in Geschäftsperiode Kämpfe nicht erspart. An Lohnbewegungen waren Baden 157,2, in Elsaß- Lothringen 88,1 Liter, an Bierabgaben im die Vereine in Haffelfelde, Jüterbog , Schönwalde, Stralsund , Unternehmertum; sie weigern sich auch, der Behörde weiterhin Brausteuergebiete 0,84 M., in Bayern 5,29 M., in Württemberg Spandau, Königsberg i. Pr. beteiligt. In Berlin und den Vor- noch Auskunft über ihren Mitgliederstand zu geben, so lange 3,84 M., in Baden 3,94 m., in Elsaß- Lothringen 2,20 M. Im orten kam es öfter zu Aussperrungen seitens einzelner Unter- ihnen keine Verschwiegenheit der Polizei für die Zukunft ganzen lieferte die Besteuerung des Bieres rund 93 Millionen Mark; nehmer. Auch mußten die Kollegen, um den Drangsalierungen ein- garantiert ist. Die Pyrizer Maurer haben recht. Aber eine dazu trugen bei das Brausteuergebiet 39 Millionen Mart, Bayern zelner Unternehmer und Boliere Halt zu gebieten, zur Sperre Byrizer Polizei ist nur möglich bei der preußischen Vereins33,9 Millionen Mart. schreiten. Dieselben sind teils zugunsten, teils zuungunsten der Die Einfuhr ausländischen Bieres hat im Steuerjahre 1903/04 Stollegen ausgefallen. Ein Streit der Badofenmaurer, der nur bei gefeggebung, und ist nur möglich, so lange bei uns die Polizeibureaus gleichzeitig Unternehmerbureaus sind. eine bisher nie gekannte Höhe erreicht, nämlich 693 000 hektoliter; Tage dauerte, hatte den Erfolg, daß mit den Unternehmern ein Veraber auch die Ausfuhr hob sich auf 819'000 Bettoliter. Welche Ver- trag abgeschlossen wurde, der eine Lohnaufbefferung von 7% Pf. Ob die Unternehmer sich auf der Polizeiwache Auskünfte schiebung im Auslandshandel mit Bier sich seit zwei Jahrzehnten pro Stunde gewährt. Auch für die Kanalisationsmaurer trat eine oder billige uniformierte Streitposten holen; beides ist den vollzogen hat, zeigt die Tatsache, daß vor 20 Jahren unsere Bier- Erhöhung des Stundenlohnes um 2½ Pf. ein. Der bedeutendste der Arbeitern im Lohnkampfe und im Kampfe für ihre Organieinfuhr nur 112 000 hektoliter umfaßte, dagegen unsere Bierausfuhr Lohnkämpfe ist der, welcher sich in Königsberg i. Pr. abspielte und fation gleich unangenehm und eins wie das andere charakterisiert 1,2 Millionen Hektoliter; also ist in dem angegebenen Zeitraum die Erringung des den Arbeitern schon vor zwei Jahren ver- sich als Stellungnahme gegen die Arbeiter und für das Untererstere um 519 Proz. gewachsen, lettere um 32 Proz. zurück- sprochenen Stundenlohnes von 55 Pf. zum Ziel hatte. Dieser nehmertum. Dieser nehmertum. In dieser Parteinahme leistet die Polizei auch Kampf währte 25 Wochen und foftete der Organisation 28 900 M. außerhalb Pyrit Vortreffliches. Interessant ist, daß die Einfuhr süddeutscher, speziell bayerischer Die Gesamtorganisation zählte am Schluß des dritten Quartals Biere in das Gebiet der Brausteuer- Gemeinschaft seit einigen Jahren 1903 3388, am Schluß des dritten Quartals 1904 3432 Mitglieder. in der Abnahme begriffen ist, d. h. der Genuß bayerischen Bieres in Davon kommen auf Berlin 2467( 1903) 2531( 1904), Königsberg Norddeutschland zurückgeht. Einen Beweis dafür liefert die Höhe i. Pr. 304 bezt. 232, Wernigerode 110 beztv. 150, die übrigen der erhobenen Uebergangssteuer. Dieselbe ergab im Jahre 1893/94 14 Orte weisen geringere Mitgliederzahlen( 14-67) auf. 3 678 000 m., fieben Jahre später 4 144 000 m.; von da an aber trat ein Rüdgang ein: im Jahre 1901/02 auf 3 805 000 M., 1902/03 auf 3 625 000 20., 1903/04 auf 3 599 000.
gegangen.
Noch beachtenswerter erscheint die zunehmende Betriebskonzentration im Brauereigewerbe, die stetige Abnahme der Zahl der Brauereien im Brausteuergebiet. Dort zählte man im Jahre 1903/04 6405 Brauereien gegen 6582 im Jahre 1902/03, und zwar find es wieder ausschließlich mittlere und kleine Brauereien, welche eingegangen sind. Im Jahre 1902/03 hatte man noch 5540 Brauereien mit einem Malzverbrauch von nicht mehr als 150 Doppel- Zentner im Jahr, gezählt, im Jahre 1903/04 aber nur noch 5331, während die Zahl der Brauereien, die mehr als 1500 Doppel- gentner Malz berarbeiteten, von 1042 auf 1074 stieg. Trotzdem scheint wenig Aussicht auf eine Staffelung" der Biersteuer zu bestehen. Daher ist anzunehmen, daß die soeben geschilderte Bewegung im Brauereigewerbe auch weiterhin andauern wird.
Die Einigungsverhandlungen der Tischler wurden gestern fortgefeßt, sie sind aber noch nicht zum Abschluß ge= Der Kassenbericht, den der Kassierer Kaufmann erstattete, tommen. Von seiten der Arbeiter sind bei den Verhandlungen weist eine Einnahme von 42 240,13 M., eine Ausgabe von 37 049,71 folgende Organisationen vertreten: Holzarbeiter- Verband, FachMark und einen Bestand von 5190,42 M. auf. berein der Tischler, Gewerkverein der Tischler, Verband der HolzDer nächste Punkt der Tagesordnung betraf die schon im Ge- bearbeitungsmaschinen- Arbeiter, Zentralverein der Bildhauer.--schäftsbericht erwähnten Einigungsverhandungen. 3 scho ch, welcher Die gestrigen Verhandlungen drehten sich zunächst um die Geschäftsüber diese Angelegenheit referierte, empfahl folgende Resolution: ordnung der Schlichtungskommission. Diese hat unter Vorsitz des „ Die 14. Konferenz der Vertrauensmänner- Zentralisation der Gewerbegerichts- Direktors v. Schulz unter anderem die StreitigMaurer Deutschlands nimmt Kenntnis von dem Abschluß der feiten zu entscheiden, welche bei Vergebung neuer Affordarbeiten Einigungsverhandlungen beziehungsweise Bestrebungen des Partei- entstehen. Die Beilegung der Differenzen, die in verschiedenen vorstandes, zwischen der Generalfommission und der Gewert- Betrieben schon vor der Aussperrung bestanden und damals zum schaftskommission einerseits und der Geschäftskommission der Streik führten, gehört zu den Voraussetzungen einer endgültigen Freien Gewerkschaften Deutschlands und dem Gewerkschaftskartell Einigung. Es ist Aussicht vorhanden, daß diese Differenzen in andererseits. Die Konferenz ist der Meinung, daß eine Ginigung nächster Zeit zwischen den Inhabern und den Arbeitern der be auf der Grundlage, wie sie die Geschäftskommission auf dem treffenden Betriebe geregelt werden. Wo das nicht der Fall sein 6. Kongreß geschaffen hat, wohl möglich wäre, was jedenfalls nicht sollte, tritt die Schlichtungskommission in Tätigkeit. Lange und oft zum Schaden der gesamten Arbeiterbewegung gewesen wäre. sehr lebhafte Erörterungen entstanden bei den Verhandlungen über