Einzelbild herunterladen
 
  

Achtung! Herren- Maß- und Maßkonfektions- Schneider. Für laffen. Die Börsenkurse der Elektrizitätsattien seien höher als in einem Jahr Gefängnis und 150 Mart Geldstrafe ver­Düsseldorf, wo die Firma Peek u. Cloppenburg , hier, den letzten Jahren feit Ausbruch der Strife. Im allgemeinen werde urteilt. Das Urteil wurde von dem Vorsitzenden der Straffammer Gertraudtenstr. 26/27, eine Filiale befigt, wird von dem hiesigen die Lage dieser Industrie sehr günstig beurteilt. Angesichts der folgendermaßen begründet:

9

Betrieb Streitarbeit angefertigt. Unsere Kollegen befinden deutschen Handelsvertragspolitik bedürfen die Arbeiter fünftig eines Als erwiesen erachtet ist, daß am 17. Januar der Angeklagte sich dort im Aus stand! Desgleichen fertigt die Firma Adalbert höheren Lohnes, wenn sie die gleiche Lebenshaltung wie bisher den Werner wiederholt geohrfeigt hat wegen der verlogenen Aus­Stier, Wallstr. 9-13, welche sonst nur Maßkonfektion für aus- aufrecht erhalten wollen. Die Industrie müsse die Zeit bis zum sagen betreffs des Verkehrs mit dem Mädchen. Der Werner hat, wärtige Pläge anfertigt, für die Firmen Munt wig Leipzig , Inkrafttreten der Tarife ausnügen, müsse bis dahin möglichst über diese Körperverlegung beunruhigt, zu allem Ja gesagt. Stamm- Gießen und Hettlage- Düsseldorf Maßarbeit, viel in das Ausland liefern. Diese Zeit sei die letzte günstige Zeit als erwiesen erachtet ist somit, daß der Angeklagte sich der das heißt Streifarbeit an, da sich die Kollegen in Leipzig und für die Arbeiter, sie müsse bald und gründlich ausgenügt werden, Körperverlegung des Zeugen schuldig gemacht, um ihn durch Gießen ebenfalls noch in der Lohnbewegung befinden. Diese Firmen sonst werde der Zeitpunkt verpaßt, um eine Verbesserung der Lohn Bwang zu einer Aussage zu nötigen. Nicht erwiesen ist( abgesehen find von unseren Kollegen streng zu meiden. Die organisierte und Arbeitsverhältnisse noch erzielen zu tönnen. Man müsse vor von der Gewalt), daß die Niederschrift unter Zwang erfolgt ist. Der Arbeiterschaft wird ersucht, von dem Treiben der Firma Peet u. bauen, um nicht später das Nachsehen zu haben. Damit solle nicht Angeklagte sei daher mit 100 m., im Unvermögensfalle mit zehn Cloppenburg besonders Notiz zu nehmen. gefagt sein, daß der Kampf provoziert werden soll; es müsse alles Tagen Gefängnis zu bestrafen. Verband der Schneider( Drtsverwaltung Berlin). baran gesetzt werden, auf dem Wege friedlicher Vereinbarung sowohl Die Mißhandlung der Zimmermann ist als erwiesen im Interesse der Firma als der Arbeiter das seit langem Erstrebte erachtet, und zwar ist der Angeklagte hier als Pfarrer handelnd zu erreichen. Als Forderungen der Arbeiter nannte Redner: Neun- angesehen worden. Daher fällt die Frage über Beamtenqualität tündige Arbeitszeit, die Berliner Stundenlöhne und Deffentlichkeit fort. Da ihm als Seelsorger feine Büchtigung erlaubt war, so sei der Affordsysteme, d. H. Herstellung einer Affordpreisliste, die allen er nach§ 223, mit Rücksicht des Verhaltens der Zimmermann, durch Arbeitern zugänglich ist. das er erregt war, mit 50 M. Geldstrafe eventuell fünf Tagen Ge­Arbeitern zugänglich ist. fängnis zu bestrafen.

Die Brunnenbauer( Verband der Bauarbeiter) beschlossen in einer gut besuchten Versammlung am Montag, ihren Arbeitgebern zweds einheitlicher Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse nächstens einen& ohntarif zur Anerkennung zu unterbreiten. Gefordert werden: eine neunstündige Arbeitszeit; ferner ein Stundenlohn bon 60 Pf. für Gesellen und solche Arbeiter, die länger wie vier Jahre als Brunnenbauer beschäftigt gewesen sind; für Junggesellen im ersten Gefellenjahre 50 Pf. und für Hülfsarbeiter während der ersten brei Monate 40 Pf. und nach drei Monaten 45 Bf. Außerdem Fahrgeldentschädigung und Zuschlag für Auswärtsarbeiten sowie für Ueberstunden, Sonntags- und Nachtarbeit. Die Arbeiter gedenten die Berhandlungen derartig zu beschleunigen, daß der Tarif bereits mit dem 1. Mai in Kraft treten kann.

Deutfches Reich.

Die Textilarbeiter in Herford sind in eine Bewegung getreten. Die Weber einer Firma weigerten sich, die bisherige lange Arbeits­zeit innezuhalten. Darauf erfolgte ihre Aussperrung. Geflagt wird allgemein über die niedrigen Alforde.

Ein Streit der Maurer und Bauarbeiter ist in Osnabrüd ausgebrochen. Zuzug ist fernzuhalten. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck gebeten.

Der Bevollmächtigte des Verbandes, verschiedene Ausschuß­Troz des Leugnens des Angeklagten ist als erwiesen anzusehen, mitglieder und eine Anzahl Arbeiter sprachen sich im gleichen Sinne aus und betonten, daß eine friedliche Einigung zu erstreben sei, daß die Kinder die reine Wahrheit gesagt haben. Es ist zweifellos werden solle. Die Forderungen wurden einstimmig zum Beschluß Male gefüßt und zum Lügen gegen die Mutter angehalten hat und aber auch vor ernsteren Maßnahmen nötigenfalls nicht zurückgeschreckt erwiesen, daß der Angeklagte 1904 die gimmermann verschiedene erhoben. Der Arbeiterausschuß wird veranlaßt, auf Grund der hier daß die Kinder die Erklärung, daß ihnen nichts geschehen sei, unter­gemachten Ausführungen mit Vorschlägen an die Fabrikleitung her- zeichnet haben. Diese Erklärung hatte nur Sinn, wenn etwas vor­anzutreten, damit in einem Tarifbeschluß die oben erwähnten Punkte gefallen war. Das Gericht ist der Meinung, daß eine objektiv un­festgelegt werden. Am ersten Arbeitstag nach Ostern findet eine züchtige Handlung vorliegt. Ferner ist auch das subjektive Moment zweite Versammlung statt, in der, wenn die Verhandlungen des als vorhanden erachtet worden. Demnach ist die Anklage erwiesen, Arbeiterausschusses mit der Firma zu feinem Ergebnis geführt es tritt Strafe nach§ 174 und nach§ 176 ein. Als Strafe ist er­haben sollten, über das weitere Verfahren Beschluß gefaßt fannt: im schwereren Falle Zimmermann: auf eine Gefängnisstrafe Die werden soll. von neun Monaten, im Falle Schmidt von sechs Monaten. Gesamtstrafe beträgt ein Jahr Gefängnis und 150 Mart Geldstrafe. Außerdem hat der Angeklagte die Kosten zu tragen.

Soziales.

Die Borschriften über die Beschäftigung von Arbeiterinnen und

Die Pappdecker und Asphalteure Leipzigs traten am Montag in jugendlichen Arbeitern in Zigarrenfabriken find vom Bundesrat durch Letzte Nachrichten und Depefchen.

worden.

den Ausstand. Ihre Forderungen bestehen nur in ein paar Pfennigen Bekanntmachung vom 9. April d. J. bis zum 1. Mai 1907 verlängert Lohnerhöhung. Die Unternehmer haben sich auf nichts eingelaffen. Sie schützen vor allen Dingen schlechten Geschäftsgang für das Nichtbewilligenkönnen vor. Der Zuzug nach Leipzig ist streng zu meiden. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck ge­beten.

Künstliches Mineralwasser.

Leipzig , 11. April. ( W. T. B.) In der Feststellungsklage des Magistrats von Berlin gegen die Große Berliner Straßenbahn­gesellschaft hat das Reichsgericht die Verhandlung über die von der Gesellschaft gegen das Urteil des Kammergerichts angemeldete Revision auf den 10. Juli festgesetzt.

Hamburg , 11. April. ( W. T. B.) An Bord des vom La Plata gestern eingetroffenen Dampfers" Desterro" wurden heute bei Löschung der Ladung eine Anzahl toter, pestverdächtiger Ratten gefunden. Die Behörde sistierte die Entlöschung; der Dampfer ist

Neuer Versuch zur Knebelung der Eisenbahner. Rom , 11. April. ( Privatdepesche des Vorwärts".) Die

"

Die Gültigkeit der Polizeiverordnung des Regierungspräsidenten zu Potsdam vom 15. Dezember 1898 tourde in einem Strafprozeß Lohnbewegungen und Streits in Hamburg . Die Schauer gegen den Selterwafferfabrikanten Grothe in Frage gestellt. Nach Leute haben an die in Betracht kommenden Arbeitgeber- Vereine der Verordnung darf fünftliches Mineralwasser aus nicht destilliertem einen neuen Lohntarif eingesandt, der in der Hauptsache einen Tage- Waffer nur dann hergestellt werden, wenn durch chemische und lohn von 5 M.( bisher 4,50 m., welcher Lohnjay infolge des batteriologische Untersuchung die Bakterienfreiheit sowie sonstige Hafenarbeiterstreits 1896/97 zugestanden wurde), für Nacht-, Sonn- bedentenfreie Beschaffenheit des fraglichen Wassers festgestellt im Jonashafen isoliert. Die Untersuchung der toten Ratten ist und Festtagarbeit 6,50 M. 2c. berlangt. Der Verein der ist. Grothe war wegen Uebertretung dieser Vorschrift angeflagt noch nicht abgeschlossen. Stauer will sich mit der Angelegenheit in der nächsten General- und verurteilt worden. Das Kammergericht verwarf am 10. April versammlung befassen, während die Amerika Linie nur mit seine Revision und erklärte im Gegensatz zu den Darlegungen des ihren eigenen Arbeitern verhandeln will. Der Verein Ham- Angeklagten jene entscheidende Bestimmung der Verordnung für burger Reeder äußerte: Der Verein der Stauer sei bisher noch rechtsgültig. Die Polizeibehörden seien berechtigt, dahin zu wirken, nicht an die Reeder herangetreten, und da die Stauer die Bunächst daß die fünftlich hergestellten Mineralwasser nicht aus gesundheits- heute eingereichten Eisenbahnentwürfe verleihen allen Eisen­beteiligten feien, habe er zurzeit noch keine Veranlassung, sich mit schädlichen Substanzen beständen. Solches Wasser müsse sich lange bahnern den Charakter von Staatsbeamten, wodurch die dieser Angelegenheit näher zu beschäftigen. Keine Antwort erhalten, und es werde auch franken, nicht widerstandsfähigen Leuten Eisenbahner den bestehenden strafgesetlichen Be­teilt haben die übrigen Verbände. Am Sonntag beschloß gegeben. Zweifellos fönne durch schlechtes schlechtes Mineralwasser ft i m mungen über Dienstverweigerung bon eine Versammlung der Sektion Schauerleute, die Durchführung des die Gesundheit gefährdet werden. Die erwähnte, Staatsbeamten unterstellt werden. Der Avanti" Lohntarifs weiter zu betreiben, ebenso erklärte fich am Montag hier angezogene Bestimmung fet auch für fich ganz bezeichnet diesen Versuch, den Eisenbahnern das Streif abend eine allgemeine Hafenarbeiter- Bersammlung mit den auf selbständig, so daß ihre Gültigkeit nicht dadurch beeinträchtigt würde, recht zu rauben, als ungefeßlich. Das Streifrecht sei gestellten Forderungen einverstanden. Die Möbeltischler, wenn etwa eine andere Bestimmung der Verordnung, die mit ersterer allen Kategorien beren es in Hamburg und Umgegend etwa 800 gibt, nahmen am nichts zu tum habe, ungültig wäre. Kategorien von Arbeitern durch das Geset Die entgegengesette Montag abend in einer zahlreich besuchten Versammlung Stellung Argumentation des Angeklagten sei falsch, so daß auf die Frage, ob garantiert und nicht durch hinterlistige Kuiffe auf­zu dem Schreiben der Arbeitgeber auf die eingereichten Forde eine der anderen Bestimmungen der Verordnung ungültig sei, hier zuheben. Die Erregung der Eisenbahner ist eine ungeheuere. rungen. Die Arbeitgeber sind bereit, in neue Verhandlungen ein- nicht eingegangen werden brauche. Die Lage ist erust. zutreten, wenn gewisse Punkte des Tarifs auch auf die anderen Paris , 11. April. ( W. T. B.) Senat. Jn der Nachmittags­Tischlerbranchen übertragen werden. Die Versammlung erteilte der situng wird die Beratung des Marine Etats fortgesetzt. Lohnkommission den Auftrag, die strittigen Buntte binnen acht Tagen Lecour Grandmaison verlangt Verstärkung der zum Abschluß zu bringen und behielt sich die weiteren Schritte vor. Bei der Allgemeinen Orts Krantentasse zu Stendal besteht die Rüstungen unter besserer Ausnutzung der Opferwilligkeit des Von den etwa 150 auf der Straßenbahn- Werkstatt be schäftigten Tischlern haben 140 die Arbeit eingestellt, weil die Generalversammlung aus Delegierten. Durch einen Statutennachtrag Landes. De Euberville fagt: Er glaube trotz der heute von Direktion im Interesse der notleidenden Aktionäre die Erhöhung des bom April 1904 wollte nun die Staffe ermöglichen, daß auch Stell D'Estournelles ausgesprochenen Hoffnungen, daß die Kriegswahr­die bei bertreter der Delegierten gewählt werden, Stundenlohnes auf 45 Pf. nicht bewilligen zu können glaubte. Bon tretenden Balanzen( Ausscheiden scheinlichkeit weiterbestehe und berlangt, daß Frankreich darauf vor= bon Delegierten während bereitet werde. Wehe dem Wolfe, so ruft der Redner, das sich heute den noch in Arbeit stehenden paar Mann find einige ältere Leute, in dreijährigen Wahlzeit) die der Rest steht in Kündigung. Außerdent befinden sich im Streitber Generalversammlungen Friedensillusionen hingäbe. Das Erwachen aus diesem Traume eintreten sollen. Die Genehmigung hierzu wurde die Landschaftsgärtner, zirka 250, die die Erhöhung ihres bom fönnte schredlich sein. Redner betont schließlich, die Herrschaft zur jest praeter propter 40 Bf. betragenden Stundenlohnes auf 45 Bf. Bezirksausschuß bersagt, der dabei auch nach der von der Kaffe See hänge einzig und allein von den Banzerschiffen ab, und verlangt verlangen, und die Marmorsteinarbeiter, etwa 120 Mann. betonte, das Gesetz sehe solche Stellvertreter nicht vor und enthalte beantragten mündlichen Verhandlung blieb. beantragten mündlichen Verhandlung blieb. Der Bezirksausschus rasche Ausführung des Flottenprogramms von 1900. In beiden Arbeiterbranchen herrscht seltene Einmütigkeit. auch nirgends einen Hinweis auf ihre Buläffigkeit. Hieraus sei zu Paris , 11. April. ( W. T. B.) Deputiertentammer. Unternehmer- Wahnwis. Die Kölner Maler- und Anstreicher- folgern, daß das Gesetz solche Stellvertretung habe ausschließen Beratung des Gefebentwurfes betreffend Trennung von Staat und Inmung hat am Sonntag beschlossen, sich aus einer freien in eine wollen. Das Ober- Berwaltungsgericht hob aber am Stirche. Der erste Teil des ersten Artikels, welcher besagt, daß die Zwangsinnung zu verwandeln, mit der Begründung, daß man den 6. April dies Urteil auf und erkannte auf Erteilung der Genehmigung Republik die Freiheit des Gewissens gewährleiste, wird angenommen. Gehülfen gegenüber mächtiger dastehen wolle. Bu gleicher Zeit zu dem strittigen Statutennachtrag.

Ungerechtfertigte Berweigerung der Genehmigung des Statuten nachtrages einer Krankenkasse.

-

Gerichts- Zeitung.

er

ein­

=

Paris , 11. April. ( W. T. B.) Das Schwurgericht verurteilte den Franzosen Philipp, welcher an der im März 1904 in Lüttich er folgten Explosion einer Dynamitbombe beteiligt war, zu 15 Jahren Zuchthaus.

Gruben- Unglüd.

Mons , 11. April. ( W. T. B.) In der der belgischen Kohlen­eignete sich heute nachmittag eine Explosion schlagender Wetter, durch welche sieben Bergleute getötet und einer berlebt wurde.

Die Beerdigung der Opfer der Baukatastrophe. Madrid , 11. April, mittags.( 2. T. B.) Zahlreiche Arbeiter begeben sich nach dem Ostfriedhof, der vier Kilometer von der Stadt referborirs Berunglüdten beizuwohnen. Es sind sehr strenge Maß­entfernt liegt, um der Beerdigung der bei dem Einsturz des Wasser­nahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung getroffen. Bisher ist die Nuhe nicht gestört worden. Madrid , 11. April. ( W. T. B.) Die Beerdigung der bei dem Einsturz des Wasserreservoirs Berunglückten verlief ohne Zwischenfall.

Allrussischer Kongres.

aber hat die Jnnung einen Beschluß gefaßt, durch den sie die Organisation der Gehülfen, die bekanntlich im Streit um An­erkennung eines Lohntarifs stehen, vollständig machtlos machen, wenn nicht zerstören möchte. Die Innung hat nämlich beschlossen, alm Ein abgefeimter Heirats- und Rautionsschwindler wurde gestern 1. September dieses Jahres( warum nicht am 1. April 1906?) der 4. Hülfsstraftammer des Landgerichts I aus dem Moabiter Unter­sämtliche Gehülfen auszufperren, die irgend einer fuchungsgefängnis vorgeführt. Wegen wiederholten vollendeten und bergwerks- Gesellschaft gehörigen Grube Noirchain" bei Mons er Organisation angehören. Man hofft, so wurde erklärt, versuchten Betruges war der Kaufmann Gottfried Kossad durch diesen Beschluß die Organisation so zu schwächen, daß am angeflagt, welcher schon vielfach mit dem Strafgesetz in Konflitt ge­1. September nur noch die Hälfte der heutigen Zahl gewerkschaftlich kommen ist. Bulegt wurde der Angeklagte wegen einer großen An­organisierter Gehülfen vorhanden ist. Wer die Macher der Kölner zahl Kredit- und Rautionsschwindeleien zu 2 Jahren Ge­Malerinmung persönlich kennt, der wird sich über diesen tollen Befängnis verurteilt. Diese Strafe verbüßte er in Blögen­fee. Mit Unterstützungen von Verwandten richtete sich der schluß, der in seiner Art wohl einzig dasteht, nicht sonderlich Angeklagte in der Kanonierstraße ein fleines Bigarren wundern. Die Leitung der Innung liegt nämlich in den Händen geschäft ein, und legte fich wieder auf den Kautionsschwindel. Er bewährter Kölner Karnevalisten. Weiter beschloß die Innung, der inserierte in verschiedenen Zeitungen, daß ein Inhaber eines gut Einladung des Gewerbegerichts- Borfizenden, zur Beilegung des gehenden Bigarrenengrosgeschäfts eine Repräsentantin mit 1000 m. Malerausstandes am Einigungsamt zu erscheinen, nicht Folge zu Geschäftseinlage suche. Auf dieses Inserat hin meldete sich eine Frau St., welche glaubte ihr erspartes Kapital in dieser Weise gut geben. anlegen zu fönnen. Der Angeklagte machte sie mit den Die Arbeiter der Siemens- Schuckertwerke in Nürnberg find ent- glaublichsten Angaben sicher. Er erzählte, sein Geschäft, welches schlossen, in eine Bewegung einzutreten. Wie sehr ihre Lage einer mit einem Kapital von 10 000 m. begründet sei, gehe sehr gut; Verbesserung bedarf, wurde durch eine von der Organisation aufer selbst habe ein Bankkonto bon 80 000 M. und genommene Statistik der Lohn- und Arbeitsverhältnisse in den außerdem befize Petersburg, 11. April. ( W. T. B.) Gestern trat hier der noch auf einer Bank in England Schudertwerken Nürnberg, Berlin und Wien , deren Ergebnis von ein Vermögen bon 200 000 m. Durch diefe Angaben allrussische Advokatenfongreß zusammen, zu welchem fich 180 Rechts­Ad. Braun in einer Broschüre verarbeitet wurde, auf das Grellste ließ sich Frau N. verleiten, 1000 m. herzugeben. Mit biefem anwälte aus dem europäischen Rußland versammelten. Nachdem die beleuchtet. Die Broschüre wurde am Sonnabend und Sonntag an Gelde spielte der Angeklagte nun, mit dem Hintergedanken, noch Polizei gestern gedroht hatte, die Versammlung mit Gewalt auf­alle Schuckertarbeiter verteilt. Am Montag abend fand im Bürger- mehr Geld zu erschwindeln, den reichen Mann. Schließlich ließ der zulösen, tamen die Kongreßteilnehmer am Abend in der Wohnung faal" eine massenhaft besuchte Versammlung der Schuckertarbeiter Angeklagte auch noch durchblicken, daß er die Absicht habe, Frau N. eines hiesigen Rechtsanwalts zusammen und beschlossen, ein Bureau statt, um zur Frage einer Bewegung Stellung zu nehmen. Tische zu heiraten. Obwohl er schon verheiratet war, trat er zu seiner zu bilden, die politische Agitation in Petersburg zu überwachen und Stühle mußten aus dem Saale entfernt werden, Repräsentantin" in näheren Verkehr. Er gab u. a. auch ein schrift- und einen Entwurf einer demokratischen Verfaffung auszuarbeiten. allen Erschienenen Raum zu verschaffen. Es waren liches Eheversprechen, nach welchem die Trauung in England statt- In der Nacht erschien ein Polizeitommiffar mit zwei Polizei­auch auffallend viele Frauen anwesend. Ad. Braun finden follte, ferner sollten die Kinder der Frau R. ein Kapital von Offizieren in der Versammlung. Die Advokaten weigerten sich, aus. referierte über die Lage und über die Ergebnisse der aufgenommenen 80 000 M. von ihm erhalten. Als lektere zu dem Angeklagten ziehen einanderzugehen, so lange Polizei anwesend sei. Die Polizei­Statistit, nach der sich für das Nürnberger Werk die Verhältnisse am wollte und zu dem Umzug 50 m. von ihm berlangte, hatte dieser bie 1000 m. beamten notierten die Namen der Anwesenden und zogen sich dann ungünstigsten gestalten. Wenn schon in Nürnberg unter Hinweis auf bis auf den letzten Pfennig verbraucht. Ein Konditor Figner zurück. Der Vorstand teilte nunmehr mit, General Trepow habe die angeblich billigere Produktion in den anderen Werken ein starker wurde von dem Angeklagten als Geschäftsführer engagiert.. befohlen, eine Liste der zum Kongreß nach Petersburg gekommenen Druck auf die Arbeiter ausgeübt wird, so dürfte dies in noch viel mußte 1600 M. Kaution stellen und hat von dieser Summe teinen Advokaten aufzustellen, damit diese ausgewiesen würden. höherem Maße mit Beziehung auf Nürnberg in Berlin und Wien der Pfennig wiedergesehen. Ein gewisser Berg, welcher von Kossack gegen In der heutigen Versammlung der Rechtsanwälte wurde be­Fall sein. Deshalb sei es nicht nur ein dringliches Interesse für die Stellung einer Raution von 300 M. engagiert wurde, beklagt eben- schlossen, zu erlären, es sei Aufgabe des jetzt gebildeten Nürnberger Schuckertarbeiter, ihre Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu falls den Verlust seiner Ersparnisse. Die übrigen Fälle der An- Verbandes der Advokaten, auf den Sturz des autokratischen verbessern, es sei auch eine Ehrenpflicht den Berliner und Wiener flage liegen ganz gleichartig. Staatsanwalt Musial bezeichnete Regimes und die Proklamierung einer demokratischen Ver­Kollegen gegenüber. Nun tomme es selbstverständlich im gewerkschaft den Angeklagten als einen gemeingefährlichen Schwindler, der fassuung auf der Grundlage des allgemeinen Stimmrechts und der lichen Kampfe nicht darauf an, ob etwas gut und empfehlenswert sei, möglichst lange unschädlich gemacht werden müsse. Dem Antrage geheimen Wahl der Volksvertreter hinzuarbeiten, Bropaganda fondern auch darauf, ob es durchführbar sei und ob das Erzielte bes Staatsanwalts gemäß lautete das Urteil auf 3 Jahre zu treiben zur politischen Erziehung der Nation und die Volks später den Opfern entspricht, die event. gebracht werden müssen. Es sei vor Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust. bewaffnung zu fördern, damit der administrativen Willtür entgegen­Einberufung der Versammlung diese Frage ernstlich geprüft worden. Schließlich heißt es in der Resolution: Der getreten werde. Viele Anzeichen sprechen dafür, daß die Siemens- Schudertwerte fich Verband müsse die zukünftige Revolution vorbereiten. Ferner wurde vieler Aufträge erfreuen, die auf eine längere Reihe von Monaten die Bildung eines Zentralbureaus zur Organisation der Bewegung eine dauernde Beschäftigung, ja fogar die stärkste Anspannung der Nach viertägiger Verhandlung wurde, wie wir gestern bereits unter Festsetzung der zu leistenden Beiträge sowie die Gründung Arbeiter und sehr viele Ueberstunden im nächsten Sommer erwarten telegraphisch meldeten, der Dompropft Malzi aus Worms zu eines eigenen Breßorgans des Advokatenstandes beschlossen.

um

Das Urteil im Prozeß Malzi.

Berantw. Red.: Paul Büttner , Berlin . Inferateverantw.( mit Ausnahme der NeueBelt"-Beilage): Th. Glode, Berlin . Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanst. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagenu.Unterhaltungsb