Nr. 148. 22. Jahrgang.
1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt.
Mittwoch, 28. Juni 1905.
Es wir ben dann noch mehrere bemerkenswerte Aenderungen Die Quittungen erfolgen öffentlich im Vorwärts". Ge Fünfte Generalversammlung des Verbandes der deutschen des Statuts vorgenommen. So wurde die Einrichtung des Ehren- werkschaftslisten oder Sammlungen dürfen nur innerhalb des rates und der Ehrenmitgliedschaft durch einstimmigen eigenen Gewerbes zirkulieren. Buchdrucker. Beschluß beitigt.
In der heutigen Vormittags Sigung erstattete zunächst Seiz München den Bericht über den
Kölner Gewerkschafts- Kongreß. Er erörtert das Anwachsen der Gewerkschaften, wodurch sie felbständiger werden. Eine Neuregelung habe die Frage der Streitunterftigung gefunden, wobei in Zukunft bei Ausbruch von Lohnbewegungen, in denen man die Unterstützung der Allgemeinheit in Anspruch nimmt, die Allgemeinheit auch ein Wort mitzureden habe. Er weist auf den Ausspruch Bömelburgs bezüglich des Zusammenhangs der Gewerkschaften mit der allgemeinen Arbeiterbewegung hin und erörtert sodann die in Köln gepflogenen Debatten bezüglich der Maifeier fowie das Resultat derselben. Auch er stünde auf dem Standpunkt, daß die Maifeier abends abgehalten werden solle, da eine Arbeitsruhe in halbwegs nennenswertem Maße im Gewerbe sich nicht durchführen lasse. Aber das dürfe nicht mehr vorkommen, daß die Maifeier spurlos am Correspondent" vorübergehen könne. Dieser muß als Gewerkschaftsblatt seine Schuldigkeit auch nach dieser Richtung hin tun. Redner bespricht sodann die Stellung des Nongresses zur Genossenschaftsfrage und die Stellung der Gewerkschaftsfartelle in der Gewerkschaftsbewegung, sowie die Frage der Arbeits- oder Arbeiterkammern rein referierend. Nach Besprechung weiterer Vor tommnisse meint Referent, er stehe auf dem Standpunkt, daß der Kongreß mugbringend für die Gewerkschaftsbewegung gewesen sei. Den Ausspruch Bömelburgs teile er im wohlerwogenen Interesse der Gewerkschaftsbewegung nicht in der Form, wie er gefallen.
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Massini will fich auf eine Debatte nicht einlassen, doch müsse er aussprechen, daß die Buchdrucker als moderne Menschen alle Ursache hätten, der Frage der Maifeier etwas näher zu treten. Auch bezüglich der Literaten habe Redner eine andere Auffassung, als beispielsweise Leimpeters.
Auch Dominé Frankfurt wünscht eine prinzipielle Stellung nahme der Generalversammlung zur Maifeier, damit die alljährlich fich wiederholenden Debatten darüber, wie sie abzuhalten sei, einmal aufhören. Er persönlich vertrete eine Abendfeier und könne fich für Arbeitsruhe am 1. Mai nicht erwärmen.
Döblin meint, daß die Arbeitsruhe sich aus Gründen, die im Wesen unseres Gewerbes liegen, nicht empfehle, im übrigen aber die Abendfeier tunlichst zu fördern sei.
Bezüglich der Vertretung auf dem Gewerkschaftskongresse wird empfohlen, auch dem Redakteur Sig und Stimme zu geben.
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Dorfchu Frankfurt wünscht eine flare Direttive bezüglich der Maifeier, an welcher es bisher gänzlich gefehlt, so daß die Funktionäre nicht wußten, woran sie waren. Die nationalen und internationalen Beschlüsse müssen auch für uns maßgebend sein. Weber- Berlin bespricht die Frage des Generalstreiks, die gleichfalls zu erörtern sei, um Klarheit zu schaffen. terhäuser spricht der Maifeier mir dann einen parteipolitischen Wert zu, wenn sie durch Arbeitsruhe begangen wird. Nachdem der nächste internationale Kongreß in Stuttgart die Maifeierfrage gründlich erörtern wird, ist eine Festlegung des Verbandes auf der nächsten Generalversammlung am besten. Heute tönne man darüber zur Tagesordnung übergehen. Die Generalstreiffrage halte er nicht für brennend, da er nicht glaube, daß Koalitions- und Wahlrecht in Gefahr seien.
Es bleibt bei dem bisherigen Beschickungsmodus der Ge werkschaftskongresse laut Beschluß der Generalversammlung, nur er hält auch der Redakteur Rethäuser ein Mandat zu denselben. Außerdem hält die Bersammlung eine Vertretung auf internationalen Kongressen in Bufunft für geboten, was bisher nicht der Fall war. Die Stellungnahme zur Maifeier wird bis zur nächsten Generalbersammlung zurüdgestellt.
Bezüglich der internationalen Beziehungen ertvähnt Döblin furz das Verhältnis des Verbandes zu den Bruderorganisationen des Auslandes, das vor allem engere BerufsDas Abseitsstehen der elsaßund Verbandsinteressen betrifft. Lothringischen Stollegen in einer eigenen Organisation beweise, daß das Wort: Proletarier aller Länder, bereinigt Euch!" noch nicht einmal innerhalb der Reichsgrenzen vollzogen ist.
Schmoll- Straßburg erklärt die eigene Organisation bezw. das Nichtaufgehen derselben im Verbande mit gefeßlichen Hinderniffen des Reichslandes. Könne der Anschluß einmal erfolgen, fo würden es teine schlechten Kollegen sein, die dem Verbande dadurch gewonnen würden.
Es wird beschlossen:
Ferner wurde einstimmig der Artrag angenommen, daß Bechenbeamte und solche Personen, die auf der Zeche einen Vertrauens posten bekleiden, weder im Gewerkverein noch in der Knappschaft eine Stellung inne haben dürfen.
" Der Gewerkverein achtet in seiner Braris die religiöse Ueber zeugung seiner Mitglieder, schließt aber die Erörterung dieser Fragen aus. Er erstrebt die Fortführung einer gefunden Sozial reform zugunsten der Arbeiter. Im übrigen überläßt er jedem Mitglied Bewegungsfreiheit im politischen Leben und lehnt die Erörterung von Fragen der allgemeinen Politit, insbesondere parteipolitischer Streitfragen ab."
Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. Achtung, Kürschner! Auf die 60 versandten Forderungen inff. 3 freiwillig anerkannten find bis Sonnabend abend von 39 ArbeitSehr wichtig ist die Aenderung des bisherigen§ 4 des Statuts, gebern mit 66 männlichen und 140 weiblichen Personen Anerfennungen eingelaufen. Bei 15 Arbeitgebern fam es zur Arbeitswelcher. Tautete: Durch den Eintritt in den Gewerkverein bekennt sich jeder niederlegung, so daß bis jetzt 70 Arbeiter und 82 Arbeiterinnen ausals Gegner der sozialdemokratischen Grundsäke und Bestrebungen. ständig sind. In 2 Werkstätten sind zirka 8 Arbeiter und 15 ArEr verpflichtet sich, getreu nach den im Statut des Gewerkvereins beiterinnen geblieben, während in 6 Werkstätten mit 14 Arbeitern und 29 Arbeiterinnen gekündigt wurde. Somit tönnen die Kürschner niedergelegten Grundsäßen zu handeln." Auf Antrag des Vorstandes wurde dafür folgender neuer§ 4 mit dem Resultat der ersten Woche vollauf zufrieden sein. Jedenfalls werden die Arbeitgeber, die am Dienstag abend mit so großem einstimmig beschloffen: Tamtam die Gründung eines Arbeitgeber- Verbandes vollziehen wollten, von dem Resultat nicht erfreut sein. Die gestern erschienene „ Neue Pelzwaren- Zeitung" schreibt über die Kürschnerversammlung vom Mittwoch, den 21. Juni, in der bekannt gegeben wurde, daß bis dahin 14 Arbeitgeber die Forderungen anerkannt hätten: Die Namen dieser Arbeitgeber möchten wir gern tennen lernen. Nun, die Herren werden noch mehr Namen von Arbeitgebern, welche die Forderungen anerkannt haben, kennen lernen. Die Arbeitgeber glauben in der Gründung eines Arbeitgeber- Verbandes ein Mittel au finden, die Forderungen der Arbeiter abweisen zu lönnen, ver geffen aber, daß die Interessenten, die am Dienstag nach Krebs Hotel, Niederwallstr. 11, geladen find, sich wie Feuer und Wasser von einander scheiden. Welches gemeinsame Band soll die paar großen Konfektionsinhaber und Belzwarenfabrikanten mit den 300 Hausindustriellen die zum größten Teil geladen sind, verbinden? Auf der einen Seite ein paar Kommerzienräte, auf der anderen arme Proletarier, die nur zur Ausbeutung herhalten müssen! Dann ist die Belzbranche weder mit der Metallbranche, noch Holz branche zu vergleichen, wo sich die Unternehmer schon den Lurus leisten können, die Arbeit ein paar Wochen hinauszuschieben. Sollte der Streit eine längere Ausdehnung erhalten, so würden die Löhne ganz gewaltig steigen und die Waren noch mehr verteuert werden. Die Chancen der Arbeiter können mit jeder Woche nur steigen und brauchen sie selbst eine Aussperrung nicht zu fürchten. Sie richten an die Arbeiterschaft nur die Bitte, darauf zu achten, daß in jeder Werkstatt nur bis 6 Uhr abends gearbeitet wird. Auf Wunsch sendet die Streikkommission jede Woche das Verzeichnis der bewilligten und gesperrten Werkstätten zu. Alle Anfragen sind an das gemeinsame Streifbureau, Mendelssohnſtr. 9, zu richten.
Dann lag ein Antrag vor, Mitglieder auszuschließen, die Streitbrecherarbeiten berrichten. Der Antrag wurde für erledigt erklärt durch die Feststellung, daß er selbstverständlich sei und schon in der Vorschrift enthalten sei, daß das Anrecht auf die Mitgliedschaft verwirkt habe, wer den Interessen des Gewerkvereins zuwiderhandele. Der Vorstand ist nach der Neutvahl aus folgenden Personen zusammengesezt: Köster Frohnhausen) erster,& ihme( Hamme) atveiter Borfitender, Behrens( Essen ) Generalsekretär und außerdem Effert ( Altenessen ), Bernhard Jnkmann( Gelsenkirchen ), Tipp ( Notthausen), Opel( Dümpten) und Gedamsti( Carnapp).
Hus der Partei.
Eine Sihang bes Internationalen Sozialistischen Bureaus
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hält die Justice", das Organ der englischen Sozialistischen Föderationen, für notwendig. Die gegenwärtige internationale Situation( Marokkofrage usw.) erheischt eine Aussprache der Delegierten des internationalen Sozialismus oder aber das Brüsseler Sekretariat folle mindestens die Delegierten um ihre Meinung über die gegenwärtigen internationalen Differenzen befragen.
Totenliste der Partei. In Zürich ist unser Barteigenoffe Ludwig Witt, Schneider, im Alter von 58 Jahren nach langem, 16 wöchigem Krankenlager gestorben. Witt war 1881 als Leipziger Ausgewiefener nach Zürich gekommen, wo er sich eine neue Eristenz gründete und sofort in die Reihen der organisierten Arbeiterschaft eintrat. Nament lich im Arbeiter- Bildungsverein, dem er auch mehreremale während zirta zehn Jahren als Präsident vorstand, sodann in der Mitgliedfchaft deutscher Sozialisten und endlich im Landesausschuß der in der Schweiz organisierten deutschen Sozialisten war er bis in die legten Jahre hinein, früher neben dem 1896 verstorbenen Genossen Beck, tätig und er hat unserer Sache stets große Dienste geleistet. Am Montagnachmittag fand die Feuerbestattung unseres verstorbenen Genossen unter zahlreicher Beteiligung von Genossen und Genoffinnen statt. Genoffe Bebel, Genosse Lang und Vertreter der Sänger und Turner widmeten dem Toten ehrenvolle Nachrufe. Genoñe Bebel erinnerte daran, daß es gerade 24 Jahre her find, daß Witt mit ihm, Liebknecht und vielen anderen Genossen aus Leipzig ausgewiesen wurde, wo er im Arbeiterbildungsverein und in der Partei eine sehr eifrige und unermüdliche Tätigkeit entfaltete. Er würdigte dann seine Verdienste, die er fich in Zürich un die deutsche sozialdemokrattische Partei insbesondere, wie um die algemeine Arbeiterbewegung erworben. So lange wir denken und leben, schloß er, werden wir seiner gedenken.
Genoffe Lang würdigte die Tätigkeit Witts in der Züricher Arbeiterbewegung, wo er namentlich als Vermittler zwischen den ausländischen und schweizerischen Genossen immer friedlich und freundschaftlich wirkte und die Gegensäge milderte. So verstand er es, trop steter Sorge, seinem Leben einen reichen und idealen Inhalt zu geben und für das Beste seiner Zeit zu wirken.
Genosse Witt wird stets in gutem Andenken der organisierten Arbeiterschaft bleiben.
Die weitere Erörterung der internationalen Beziehungen wird Parteigenoffen in Kirchenämtern. In Grafrath bei nach weiteren Anregungen ohne weitere Beschlußfaffung gefchloffen. Solingen gehören einige Barteigenoffen dem Kirchenvorstande an. Sodann wird in der Statutenberatung fortgefalgcen. Aus diesem Anlaß waren Meinungsverschiedenheiten unter den GeFür die Zeit einer Inhaftierung wird keine der( im Statut) nessen entstanden und deshalb beschäftigte sich der sozialdemokratische aufgeführten Unterstügungen gezahlt. Die Weiterzahlung derselben Verein mit der Frage. Genofie May hielt einen Vortrag über fann erst dann wieder beginnen, wenn das Mitglied aus der Haft unfere Stellung zur Kirche und nach lebhafter Diskussion tam entlassen und sich erwiesen, daß das betreffende Vergeher nicht folgender Beschluß zustande: unter die Bestimmung des§ 5c des Statuts fällt."( Dieser handelt vom Ausschluß im Falle gemeiner Verbrechen und Vergehen.) Eine längere Debatte ruft der Berliner Antrag hervor, die Zahl der Beisitzer im Hauptvorstande auf sechs au erhöhen. Der Antrag wird mit 51 gegen 82 Stimmen abgelehnt.
In der Nachmittagssigung wird anläßlich eines Leipziger Antrages die Stellung Krahls in der Redaktion des" Correspondent " besprochen. Der Antrag wird durch eine Erklärung des Vorstandes erledigt, daß eine Aussprache mit den Redaktionsmitgliedern zweds Abstellung der auf der Generalversammlung zur Sprache gebrachten Beschwerden erfolgen soll, um den berechtigten Wünschen der Generalversammlung gerecht zu werden.
Nunmehr referiert Demuth Hamburg über die Vorschläge der Elferfommiffion bezüglich der ihr überwiesenen Anträge auf Statutenänderung. Sie behandeln eine anderweite Figierung bezw. eine Erhöhung der verschiedenen Unterſtüßungssäge im Rahmen der bisherigen Beiträge und werden einstimmig angenommen.
Weiter wird noch eine Resolution angenommen, welche sich gegen die Unterstügung zu militärischen lebungen eingezogener Mitglieder aus der Verbandskasse richtet.
Die heutige Versammlung des Volfsvereins ist der Auffassung, daß es taktisch unflug ist und zur Verwirrung der Genossen über unsere Stellung zur Stirche führt, wenn Parteigenoffen in der Kirche Vorstandsposten bekleiden und überhaupt der Kirche angehören. Die Genossen sollten wenigstens alle ihnen angetragenen Ehrenämter für die Stirche von vornherein ablehnen."
Ein Denungiant.
Das„ Voltsblatt für Halle" teilt mit:
Aus der Partei- Organisation ausgeschlossen wurde der Schneider Oskar Göpfert, geboren am 19. September 1875 zu Weißenborn. Er hat einem Goldaten einen ganz niederträchtigen Derunziantenstreich gespielt, indem er gegen besseres Wissen durch eine anonyme Anzeige Beschuldigungen erhob, die nach den Kriegsgesehen mit vielen Jahren Gefängnis bestraft worden wären. Der Soldat ist freigesprochen worden, weil sich die Saltlosigkeit der Denunziation ergab.
Göpfert ist am 24. Juni unter Mitnahme seines Verbandsbuches von hier abgereift. Da er sich immer an Parteigenoffen heranzumachen versucht, seien dieselben vor ihm gewarnt. Er ist Die Erhöhung der Bereinsbeiträge oder Erhebung von Extra- fleiner Figur, hat schwarzes Haar und stoßt beim Sprechen mit steuern( wie zur Beit des Crimmitschauer und Bergarbeiterstreits der Bunge an mehrfach geschehen) für andere als Verbandsgtvede ist in Zukunft nicht statthaft. Dadurch werden selbstverständlich die Verpflichtungen, die dem Verbande aus dem Anschluß an die Generalkommiffion erwachsen, nicht aufgehoben.
Für das in Leipzig errichtete Härtel- Denkmal trägt der Verband den Kostenrest von 4000 m.
Die Vorstandswahl ergibt die Wiederwahl der bisherigen Beamten Döblin , Eifler, Beyer, Rerhäuser. Als Ort der nächsten Generalversammlung wird Köln a. Rh. gewählt.
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Deutscher Kürschnerverband, Bahlstelle Berlin . Verband der Kürschner Berlins und Umgegend.
Achtung, Kleber! Infolge Nichtinnehaltung des Tarifs find folgende Firmen gesperrt und streng zu meiden: Haase, Bauschicht, Leibniz- und Mommsenstraßen- Ecke, Kurfürstendamm 146, Mur fürstendamm Ecke Kostniherstraße, Bau Sped; Käthner, Bau Pfalzburgerstr. 33a; Jeder, Bau Sparrstr. 19; Haubenreißer, Bau Rigdorf, Steinmetstr. 98, Malplaquetstr. 41. Die Verbandsleitung.
Die Tarifbewegung der Brauereihandwerker. Es find mehrere Monate verstrichen, seitdem die von den Brauereihandwerkern eingesetzte Kommiffion von Organisationsvertretern dem Verein der Brauereien Berlins und Umgegend die Vorschläge zu einer Vereinbarung übersandten. In der öffentlichen Versammlung der in Brauereien beschäftigten Handwerker, die im Gewerkschaftshaus tagte, Tonnte jedoch folgendes vom 24. Mai datiertes Antwortschreiben verlefen werden:
Auf Grund der in der letzten Vereinsfigung stattgehabten Beratung teile ich Ihnen ergebenst mit, daß der Verein in formeller Beziehung erhebliche Bedenken gegen die Legitimation der Ihrerseits als Vertreter der Brauereihandwerker bezeichneten Organisationen hat. Wenn darüber auch zunächst hintveggegangen werden soll, so kann doch zurzeit noch nicht übersehen werden, ob und in welcher Weife es möglich sein wird, im Falle einer späteren etwaigen Vereinbarung diese Bedenken zu beseitigen oder fallen zu lassen.
In fachlicher Beziehung herrscht diesseits Uebereinstimmung, daß der überreichte Tarifvertragsentwurf als Grundlage aussichts boller Verhandlungen nicht geeignet ist. Ein Teil der darin befindlichen Bestimmungen 3. 2.§ 6- ist hinfällig, weil mit bestehenden Verträgen unvereinbar; andere z. B.§ 1 sind unannehmbar, weil sie für die Brauereihandwerker günstigere Arbeitsbedingungen schaffen würden als für die Brauer; endlich find die vorgeschlagenen Lohnsäge durchweg nicht angemessen.
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Unter diesen Umständen erscheint ein Eingehen auf Einzel heiten des Entwurfs nicht angezeigt. Im übrigen ist der Verein nach wie vor bereit, geeignete Borschläge für eine Vereinbarung in Erwägung zu ziehen, obwohl ein Anlaß mindestens gegenwärtig nicht vorhanden ist, da durch die bis zum 31. Dezember 1906 geltenden Tarifverträge ausdrücklich bestimmt ist, daß die Fest fegung des Lohnes und der Arbeitsbedingungen der in den Brauereien beschäftigten Hands werter den einzelnen Betrieben überlassen bleibt, und, von diesem Rechtsstandpunkte abgesehen, bei dem großen Andrange zu den Stellen und der leichten Möglichkeit anderweitigen Ersatzes auch von einem praktischen Bedürfnis nach einer neuen Vereinbarung nicht die Rede sein fann.
Sollten Sie daher eine Fortsetzung der Verhandlungen wünschen, so stellen wir anheim, zunächst zur sachgemäßen Vorbereitung uns die von den einzelnen Verbänden mit ihren Arbeitgebern abgeschlossenen Tarifverträge zu übersenden. Hiermit foll natürlich nicht irgendwelche Bindung an die dort aufgestellten Bedingungen eingegangen sein, was schon dadurch ausgeschlossen ist, daß die Handwerker in den Brauereien im Gegenfage au anderen Betrieben den Vorteil dauernder Be schäftigung und die Bierleistung genießen.
Hochachtungsvoll Meyer, Shudikus.
Der Referent Giering bemerkte zu dem Schreiben, daß die formellen Bedenten über die Legitimation der Drganisationen wohl hinfällig wären, nachdem ungefähr 7/8 der Handwerker organisiert seien. Als ebenso unberechtigt erklärte der Redner die übrigen Einwände, wie den, daß der§ 6, der den Handwerkern je einen Sitz im Arbeitsnachweis- Kuratorium und im Einigungsamt verschaffen will, unannehmbar sein sollte und unvereinbar mit bestehenden Verträgen. Als ob es eine Vertragsverlegung wäre, An die Arbeiterschaft von Berlin und Umgegend! wenn sich die Parteien über eine Verstärkung der Vertretung au Gemäß der Aufforderung der Generalkommission der diesen Körperschaften einigten! Die im§ 1 vorgeschlagene neunGewerkschaften Deutschlands sowie in Verfolg der am stündige Arbeitszeit milfse mit Rücksicht auf die gesundheitsschädliche Arbeit der meisten Brauereihandwerker in ben feuchten, 5. Juni in der Berliner Gewerkschaftskommission gefaßten falten Kellern als etwas Selbstverständliches angefehen werden. Die Resolution hat der Ausschuß derselben in seiner legten Sigung verlangten Löhne feien, namentlich wenn man bedente, daß doch nur beschlossen, für die um Anerkennung des Koalitionsrechts ältere mud tüchtige, in ihrem Fach selbständig arbeitende Handwerker tämpfenden Zigarettenarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands in den Brauereien gebraucht werden können, sehr niedrig bemessen, Sammellisten herauszugeben. Dieselben sind für Vertrauens- teilweise sogar, wie z. B. bei den Bauhandwerkern mit 32 Mart personen der Gewerkschaften und Partei in der Zeit von wöchentlich, niedriger als die in den betreffenden Berufen tariflich 11 bis 1 Uhr und 6 bis 8 Uhr in unserem Bureau vereinbarten. Sich hinter dem Rechtsstandpuntt" zu verschanzen, die tarifliche Regelung wäre ausgeschlossen durch die bestehenden Engel- Ufer 15 zu haben. Listen, welche von der Berliner Gewerkschaftskommiffion Berträge, sei ebenso unberechtigt. Gerade mit Rücksicht auf die Verherausgegeben werden, sind nur mit derselben abzurechnen. träge werde ja vorgeschlagen, die Bereinbarungen mit den HandEbenso sind alle Gelder, welche in Berlin und Umgegend gefei der Andrang zu werfern mir bis zum 31. Dezember 1906 gelten zu laffen. Auch den Stellen feineswegs so erheblich, fammelt und für die streifenden Zigarettenarbeiter und daß dadurch der Tarifbetvegung Hindernisse bereitet werden Der Redner trat schließlich dafür ein, an den ") Der gestrige Bericht sprach von 246 Delegierten. Wir können Arbeiterinnen bestimmt sind, an A. Körsten, Engel- Ufer 15, fönnten. diefe Differenz jest nicht aufklären. zu senden. aufgestellten Forderungen festzuhalten. Ueber strittige Punkte könnte
Generalversammlung des Gewerkvereins
dhriftlicher Bergarbeiter Deutschlands .
Aus den Verhandlungen am Montag, mit denen die General versammlung zu Ende ging, find noch einige Vorgänge erwähnens wert. Der gefstern bereits telegraphisch mitgeteilte Beschluß, die Beiträge auf 40 Bf. per Woche zu erhöhen, wurde in namentlicher Abstimmung mit 78 gegen 53 Stimmen") gefaßt. Von den 53 stimmten 52 für 30 Pf. und einer für 50 Pf. wöchentlich.