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Bereits genehmigten Arbeiten verwendet werden würde und daß er[ errungen werden konnte. Das haben wir nur ungern- offen aus nicht entsprechend dem Wachstum der Partei gewachsen ist. Diefe späterhin dem Hause nod, weiteres mitteilen werde. Er bemerkt, gesprochen, weil wir es im Parteiinteresse für unumgänglich hielten. Erscheinung hat verschiedene Ursachen, aber unter anderem ist auch daß die Gesamtkosten für die gegenwärtigen Vorschläge der Admi- Wenn Kautsky auf Punkt 4 der Dresdener   Tagesordnung ver- der Umstand nicht zu verkennen, daß in der Arbeiterschaft die ralität, den Hafen von Rosyth betreffend, auf 2% Millionen Pfund weist, so hat eben gerade diese Anordnung der Tagesordnung Fiasto Neigung, in die Schwierigkeiten der sozialistischen   Wissenschaft einzu Sterling veranschlagt seien und daß ein Teil dieser Summe in dem gemacht. Die Reichstagswahlen ihre Ergebnisse, ihre Lehren, die dringen, mindestens nicht gestärkt werden konnte, wenn die Betrage der Anleihe von 5 835 000 Pfund Sterling mit enthalten Aufgaben, die sie stellten sind völlig vergraben worden unter den führenden Köpfe der Theorie durch die Polemik der persönlichen fei. Fowler( lib.) nahm Bezug auf eine fürzlich von Lord Curzon   taktischen Auseinandersetzungen, wie jeder sofort sieht, der das Herabsetzung den Respekt vor der Wissenschaft selbst herabseßen. gehaltene Rede, in welcher dieser die Entscheidung der britischen Dresdener Protokoll zur Hand nimmt. Die Polemit Kautskys, mit der wir uns gestern beschäftigen mußten, Regierung bezüglich der Verwaltung der indischen Armee scharf fritisierte. Er bezeichnete diese Rede als eine außergewöhnliche und fragte, welche Schritte die Regierung in dieser Angelegenheit zu tun gedente. Staatssekretär für Indien  , Brodrick, erwiderte, er habe Lord Curzon   ersucht, den genauen Wortlaut seiner Rede zu telegra­phieren. Ehe der genaue Text in den Händen der Regierung sei, tönne er über ihre Ansicht nichts sagen,

Ein Haufen Unrichtigkeiten.

Zur Tagesordnung des Parteitages. In dem gestern behandelten Artikel der Neuen Zeit" fommt Kautsky   auch auf die Erscheinung des sozialdemokratischen Stimmen rückganges bei einigen Reichstags- Ersatzwahlen zu sprechen. Kautsky  wendet sich gegen diejenigen, welche diesen Stimmenrückgang auf das Konto des Dresdener Parteitages segen, weil die Partei damals es versäumt habe, den Dreimillionensieg zu positiven" Erfolgen auszunuzen". Dies, sagt Kautsky  , werde von manchen Kritikern be­hauptet, und er polemisiert in diesem Zusammenhang gegen den Vorwärts" wie folgt:

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Weiter führt Kautsky   aus, daß taktische Diskussionen nötig sind ist ein Musterbeispiel dafür, wie man es machen muß, um die und zur Weiterentwickelung der Partei dienen. Das ist selbst- Arbeiter vom ernſten theoretischen Studium abzuschrecken. verständlich, und es ist eine neue bösartige unrichtigkeit, Die letzte, aber nicht geringste Unrichtigkeit Kautskys ist die Be­wenn Kautsky sagt, daß der Vorwärts" die Parteitage mehr nach hauptung, daß dem Vorwärts" die Frage des Massenstreits gerings bürgerlichem Muster zu agitatorischen Schaustellungen" gestalten will. fügig zu fein erscheine, und die Andeutung, als sei der Vorivärts" Zunächst nebenbei: Echaustellungen"; aber Stautsky will selbst gegen den betreffenden Punkt der Jenaer   Tagesordnung. Beides allgemein politische Fragen bloß der propagandistischen Wirkungen trifft nicht zu. Wir haben im Gegenteil ausgeführt, daß unter wegen nicht gänzlich von der Tagesordnung verstoßen, also etwas diesem Thema jedenfalls dasjenige besprochen werden wird, Schaustellung" will auch er! Er sollte also vorsichtiger in der Auswahl was wir bereits für die Tagesordnung des vorjährigen Parteitages verdächtigender Worte sein, die auf ihn selbst zurückfallen. Ist es vorgeschlagen hatten: Die Wahlrechtskämpfe in Deutschland  . Wir aber noch eine loyale Polemit, uns zu denunzieren, daß wir die haben außerdem den Wunsch ausgesprochen, daß die Beratung dieses Parteitage mehr nach bürgerlichem Muster zu agitatorischen Schau- Gegenstandes so vorbereitet und so gestaltet werden müsse, daß der stellungen" gestalten wollen, wenn wir in Wahrheit dagegen uns einheitliche Wille der Arbeiterbewegung, der politischen und der gewandt haben, daß die Parteitage einer nach dem andern die Be- gewerkschaftlichen, sich nachdrücklich bekundet, im Falle des reaktionären handlung allgemein politischer Fragen vollkommen aus Attentats auf. Boltsrechte jedes mögliche Mittel der schließen? Abwehr in Anwendung zu bringen. Gerade weil die Frage der Abwehr reaktionärer Drohungen von sehr großer Wichtig­keit ist, darum muß unbedingt ausgeschlossen werden, daß auch hier wieder die Diskussion auf das tiefe Niveau der persönlichen Unsere Parteitage werden vollständig ausgefüllt durch die Reibereien herabgedrückt wird, wozu Kautsky   bedauerlicherweise den Erledigung der Verwaltungsangelegenheiten und die Anfang macht; wir wünschen dringend, daß es bei den Anfang Beratung über innere Parteifragen. Dagegen ist die bleibt! politische Stellungnahme der Partei zu den Ereignissen der Zeit zurückgedrängt worden und geradezu gänzlich entschwunden. Es bedarf keines Wortes über die entscheidende Wichtigkeit jener

Es ist mir nötig, einen Bassus des Artikels vom 6. Juli zu zitieren, um die unwahrheit des Kautskyschen Vorwurfes ohne weiteres aufzuzeigen:

Der Vorwärts" scheint ebenfalls dieser Ansicht zu huldigen oder vielmehr, genau gesagt, die Mehrheit seiner Redaktion, von der allein das in diesem Artikel über den Vorwärts" Gesagte gilt. Vorliegende Ausführungen waren schon geschrieben, als der Beitartikel des Vorwärts" über die Tagesordnung des Partei- ersibezeichneten Aufgaben der Parteitage, aber so wichtig sie sind, tags" erschien( 6. Juli), in dem dieselbe Melodie angeſtimmt wird, die Herr v. Gerlach vorgesungen. Es wird dort darauf hin­gewiesen, daß wir( die Redaktion) vor zwei Jahren eindringlich bedauert haben, daß der Parteitag schon durch seine Tagesordnung fich gehindert hat, der großen politischen Situation gerecht zu werden, welche damals infolge des überwältigenden Wahlsieges vom 16. Juni gegeben war." Er habe sich dadurch der unmittel­baren Einwirkung auf das politische Leben Deutschlands   in nicht unerheblichem Maße entschlagen."

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Der Semstwokongreß.

An diesem Mittwoch sollte der Kongreß der Sem st wo­alleinherrschend dürfen sie nicht sein, sie dürfen nicht dermaßen und Städtevertreter in Moskau   zusammentreten. überwuchern, daß die andere beträchtliche Aufgabe erstickt wird." Wir haben also auch nicht in den taftischen Erörterungen allein die Die Regierung hat ihn verboten und die Behörden ließen Ursache des bedauerlichen völligen Ausschlusses solcher Angelegenheiten fein Mittel unversucht, die Zusammenkunft zu hintertreiben. gesehen, wir haben ebenso den Parteigenossen die Frage unter- Verhaftungen sind vorgenommen und man hat sich auf jede breitet, ob es nötig ist, daß auf jedem Parteitage die Beratung Weise bemüht, die Deputierten einzuschüchtern. Die Semstivo­über den Vorstandsbericht und den parlamentarischen Bericht schon partei aber hat versichert, nicht nachgeben zu wollen, der etwa die Hälfte der zur Verfügung stehenden Zeit einnehmen Seongreß werde stattfinden, toste es was müsse. Darf man solche Meinung nicht aussprechen, ohne es wolle. Auf den Ausgang darf man gespannt sein, so Diese Auffassung hätte absolut feinen Sinn, wenn der Vor- von Kautsky denunziert zu werden, daß man nach viel allerdings scheint schon jetzt festzustehen, daß die Semstivo­wärts" nicht der Meinung wäre, durch eine andere, mehr positive" bürgerlichem Muster" Schaustellungen" wünsche? Nicht ein Gestaltung der Tagesordnung hätten sich praktische Erfolge aus bürgerliches Muster hat uns geleitet, sondern das sozial- männer die Machtmittel der Regierung doch unterschätzt haben. dem Wahlfieg ziehen lassen. Denn er fann nicht sagen, daß der demokratische Muster der früheren Parteitage. Sie sind sorglos zu Werke gegangen und haben den Macht­Dresdener Parteitag die Reichstagswahlen ignoriert hätte. Der Die Partei hat behandelt: auf dem Parteitage zu Köln   1893 Das habern ihre Starten zu früh aufgedeckt. Daß die Tagung in Punkt 4 der Tagesordnung lautete: Taktik der Partei Reichs- allgemeine Wahlrecht und die Wahlrechte zu den Landtagen"; zu irgend einer Form stattfindet, wollen wir nicht in Zweifel tagswahlen, Vizepräsidialfrage, die revisionistischen Bestrebungen. Frankfurt   a. M. 1894 Die Bedeutung der Trusts, Ringe, Startelle 2c. ziehen, nur ist es mehr als fraglich, ob sie instande ist, die Freilich solche taktische Diskussionen passen dem Vorwärts" in unserer wirtschaftlichen Entwickelung"; zu Breslau   1895 Schwitz- Rolle in der russischen Politik zu übernehmen, die man ihr nicht. Sein Artikel hat die Tendenz, die Parteitage mehr nach system, Hausindustrie und Arbeiterschuß"; zu Gotha   1896 Frauen zugedacht hatte. Am Ende muß sie sich darauf beschränken, bürgerlichem Muster zu agitatorischen Schaustellungen zu gestalten, agitation"; zu Hamburg   1897 Die bevorstehenden Reichstags- theoretisch noch einmal eingehend das Bulyginsche in denen nicht über jene Fragen diskutiert wird, über die wir unwahlen"; zu Stuttgart   1898 Das Koalitionsrecht"( Zuchthaus  - theoretisch noch einmal einig, sondern über jene, über die wir einig sind, wie Zehn vorlage),"" Bergarbeiterschutz"," Die deutsche Zoll- und Handels- Duma projekt zu beraten und zu ihm Stellung zu stundentag, Kampf gegen Marinismus und Militarismus. politit"; zu Mainz   1900 Die Weltpolitit"," Die Verkehrs- und nehmen. Die große Majorität wird die Bulyginsche Handelspolitik"; zu Lübeck   1901 8Bolltarif und Handelsverträge", Karikatur verwerfen. Die Wohnungsfrage"; zu München   1902 Arbeiterversicherung", Kommunalpolitit".

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Ein Kongreß der Kapitalisten.

Die propagandistische Behandlung solcher Fragen fällt jedoch in erster Linie der Reichstagsfraktion zu. Die legtere wäre ein ebenso kostspieliges wie überflüssiges Lurusmöbel, würde sie diese Vom Mittwoch liegt zunächst nur die folgende Meldung Aufgabe nicht genügend lösen. Der Parteitag aber soll das So verfuhren die Parteitage, obschon wohl auch damals bereits des W. T. B." vor: fräftigste Mittel der Weiterentwickelung der Partei sein, die propagandistische Behandlung solcher Fragen in erster Linie der Moskau  , 19. Juli. Der Semstivokongreß ist in der foll alle jene Fragen zur Entscheidung bringen, die innerhalb der Reichstagsfraktion" zugefallen war. Diese Bemerkung Kautskys über Partei selbst auftauchen und in ihr geteilte Anschauungen hervor die Aufgabe der Fraktion ist wieder eine Selbstverständlichkeit. Wohnung des Fürsten Dolgorudi eröffnet worden. Zur Er­rufen. Der geistige Fortschritt der Partei wäre völlig gehemmt, Rautsty unterschätzt andererseits die Bedeutung der Parteitage örterung gelangen der Entwurf Bulygins, die wenn nicht solche neue Streitfragen von Zeit zu Zeit auftauchten, für die Propaganda. Sobald im politischen Leben große Fragen Stellungnahme der öffentlich wirkenden Männer zu dem er­aber sie würden zur Zersetzung der Partei führen, würden sie aufbrechen, welche die ganze Arbeiterklasse oder sogar die ganze warteten Voltsvertretungsgesetz und Maßnahmen endlos debattiert. Die Parteitage haben die Aufgabe, ebenso die Nation erregen, dann ist es nichts Unwesentliches, sondern etwas zur Verwirklichung der von den Vertretern der Semstwos und freie Diskussion solcher Fragen zu entfeffeln, wie auch, nachdem überaus Wichtiges, daß das sozialdemokratische Bolt der Städte ausgearbeiteten Vorschläge. alle Argumente erschöpft, erkennen zu lassen, wie die Mehrheit der selbst das Wort nimmt. Dies geschieht schon in Versammlungen Partei darüber denkt, und der Diskussion dadurch einen Abschluß und in der Presse, aber die wirksamiste Form der Stellung­zu geben. nahme geschieht in der einheitlichen Rundgebung Moskau  , 18. Juli. Die Behörden haben dem von Kowa­Wie weit ein Parteitag die Möglichkeit hat, daneben noch auf dem Parteitage, wo die Vertreter der Sozial- le w sty geleiteten Kongreß der Börsenvertreter und Jndustriellen Fragen zu behandeln, über die wir im wesentlichen einig sind, demokratie des ganzen Landes vereint find. Es ist für eine die bloß der propagandistischen Wirkung wegen auf die Tages- demokratische Partei ungemein wertvoll, ja unbedingt nötig, daß verboten, die Verfassungsfrage zu berühren, und ihn angewiesen, die ordnung kommen, hängt davon ab, wie zahlreich und wichtig die die Masse der Genossen selbst ihre Stellungnahme zu bedeutsamen Erörterungen auf das festgestellte Programm zu beschränken. Da Meinungsverschiedenheiten in unserer Mitte. politischen Geschehnissen zum Ausdruck bringt. Da zeigt sich ein Stowalewsky gleichwohl die Verfassungsfrage be­drucksvoller, als es sonst möglich ist, daß hinter unseren Rednern im sprach. wurde der Kongreß heute aufgefordert, seine Arbeiten ein­Parlament die Ueberzeugung und der Wille der großen geschlossenen zustellen. Der Kongreß sette nichtsdestoweniger heute früh seine Partei steht. Wozu sonst auch hätten wir die Kundgebungen gegen Beratungen fort. Es nehmen fünfzig Personen, die 38 Körper­die Zuchthausvorlage und gegen den Wuchertarif veranstaltet? schaften vertreten, teil. Unter ihnen gaben sich tiefgehende Meinungs­Das eine tun und das andere nicht lassen ist unsere Meinung. verschiedenheiten fund. Einige Vertreter erklärten sich abgeneigt, im Berwaltungsfragen, taktische Probleme, Propagandaarbeit- jede dieser Betätigungen hat ihr Recht und feine soll die andere unter- Schlepptau der Semstwos zu marschieren, und verlangten die Auf­stellung eines eigenen Programms. Es wurde indessen doch der Stautsky meint dann: Freilich solche taktische Diskussionen erste Punkt des von Kowalewsky erstatteten Berichtes mit großer passen dem Vorwärts" nicht" und: dem Vorwärts"" mag die Mehrheit angenommen; er handelt von einer auf Grund des allge­wie minim erscheinen, Frage des Massenstreits ebenso alle meinen Stimmrechts gewählten Volksvertretung mit zwei Kammern. in großen Streitfragen der letzten Zeit, denen anderen Der Richter Schuwalows. nur fleine Reibereien persönliche zu erblicken ber= mochte; der Parteivorstand hat ficher dem Empfinden

Gerade in der heutigen revolutionären Situation gibt es aber teine Frage, die für uns größere Wichtigkeit hätte als die des Massenstreits. Demi Vorwärts" mag sie ebenso minim erscheinen wie alle anderen großen Streitfragen der letzten Zeit, in denen er nur fleine persönliche Reibereien zu entdecken vermochte; der Parteivorstand hat sicher dem Empfinden des Masse der Parteis genossen Ausdruck gegeben, als er den Massenstreit auf die Tages­ordnung setzte."

Jeder Saz ist eine Unrichtigkeit und das Ganze zeigt, daß Kautsky   die Fähigkeit verloren hat, die Ansicht des anderen objektiv aufzufassen und sachgemäß wiederzugeben. Teils unterstellt Kautsky Anschauungen, die wir niemals geäußert haben, teils spricht er An­schauungen aus, als seien wir ihnen gegnerisch, die wir niemals bestritten, sondern selbst befürwortet haben.

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Moskau  , 18. Juli. Die gerichtliche Untersuchung gegen den Der Bortvärts" scheint, sagt Kautsky  , der Ansicht zu sein, der Masse der Parteigenossen Ausdruck gegeben, als er den Massen- Verüber des Attentats auf den Grafen Schuwalow Kulikowsky ist daß der Sieg am 16. Juni au positiven" Erfolgen hätte führen streit auf die Tagesordnung setzte." In Wahrheit haben wir beendet. Kulikowsky, der im Jahre 1901 wegen Beteiligung an müssen, und im Text seines Artikels erläutert er diese positiven taktische Diskussionen in einer Kampfpartei wie der unsrigen stets einer Geheimdruckerei auf sechs Jahre nach der Provinz Jakutst Erfolge also: als unausbleiblich erachtet, aber wir haben in den legten deportiert worden, von dort aber entwichen war, wird zur Ab­Und wodurch hätten diese pofitiven" Erfolge errungen werden Jahren oft nicht dieselbe Ansicht wie Kautsky   darüber gehabt, urteilung vor ein Kriegsgericht gestellt werden. follen? Durch ein Entgegenkommen gegen die Reichsregierung, welche Fragen als große Streitfragen" anzusehen waren, und des­durch den Versuch, Konzessionen gegen Konzessionen einzutauschen? gleichen darüber, wie diese Fragen seitens einiger Parteigenossen, Die Uuruhen in der Marine! Jeder derartige Wunsch, wenn er gehegt worden sein sollte, wurde auch von Kautsky  , behandelt worden sind. Die großen Diskussionen Aus Kronstadt   laufen, wie dem L.-A." vom 19. d. M. ge allerdings in Dresden   im Keime erstickt." über die Parteitaftit in den 90er Jahren hatten außerordentliche meldet wird, neuerdings beunruhigende Nachrichten" ein. Unsere Meinung über den Dresdener   Parteitag hätte absolut keinen Bedeutung für die Partei und wirkten befruchtend auf die Entwicklung Mannschaften mehrerer Kriegsschiffe sollen den Gehorsam verweigert Sinn, fagt Kautsky, wenn der Vorwärts" nicht der Meinung wäre", der Partei. Was vor, auf und nach dem Dresdener   Parteitag vor­die Sozialdemokratie müßte der Regierung entgegenkommen, müßte fam, schätzen wir anders ein. Wir sind allerdings der Ueberzeugung, haben. Die Schiffe mit unzuverlässiger Besatzung werden unter den versuchen, Konzessionen gegen Konzessionen einzutauschen, Besessen daß das, was in Dresden   geschah, in der Sache wesentlich eine Kanonen des Forts gehalten, um allen Eventualitäten vorzubeugen. Eine Petersburger Meldung der B. 3." sagt:" Durch Unter­von der Furcht des Kompromißgespenstes, vermag Kautsky   den flaren Wiederholung früher erreichter und feststehender Ergebnisse war, Sinn unserer Ausführungen nicht zu erfassen. Wie fann Stautety wozu es des gewaltig aufgebotenen polemischen Apparates nicht fuchung ist nunmehr festgestellt worden, daß die Marinesaldaten in uns zumuten, auf das auszugehen, was er uns unterstellt? Nicht bedurft hätte. Der trefflichste Zeuge für die Richtigkeit dieser An- allen Kriegshäfen vom Geist der Menterei angesteckt sind. Die ein Wort unseres Artikels kann Anlaß zu solchen groben Miß- schauung ist übrigens Kautsky   selbst geworden. Er sagt in demselben Odessa   er Vorgänge haben auf die Matrofen eine begeisternde deutungen geben. Ganz abgesehen davon, daß das, was Kautsky Artitel, der hier in Frage steht: uns zumutet, allerdings eine Sinnlosigkeit wäre, nämlich durch Wenn je eine Situation dem sozialistischen   Ministerialismus irkung geübt. Dieser Erscheinung gegenüber ist das Marine­sozialistisch scharfe Stellungnahme der Parteitage zu politischen günstig war, so die Frankreichs   nach dem Dreyfus- Prozeß. Es ministerium gänzlich machtlos. Das einzige Mittel zur Vorbeugung Fragen eine Politit des Entgegenkommens zu betreiben. Kautsky   erforderte damals wirklich große Klarheit und Charakterstärke, sich von Meutereien wäre die Versetzung der Offiziere und Mannschaften bringt das Unglaubliche fertig, uns Entgegenkommen und Kom- dieser Lockung zu entziehen. Heute ist der sozialistische Ministerialismus und dieses soll auch versucht werden. Es wurde Order gegeben, promiffelei zu unterstellen, da wir den nachdrücklichsten Kampf gegen auch in Frankreich   tot und begraben. Aber in Deutschland   war die Marineoffiziere vom Schwarzen Meer an die Ostsee   zu versetzen, die Regierung gefordert haben! von vornherein nicht die mindeste Lebensbedingung für ihn ge- und umgekehrt werden Offiziere von der Ostsee   nach dem Schwarzen geben, vermochten nur politische Kinder oder politische Hanswurste Meere geschickt. Bezeichnend ist, daß auch Armeeoffiziere an ihn zu glauben. In Deutschland   können höchstens Differenzen zum Seedienst abkommandiert werden. Die Kronstädter Garde­über den Ton und die theoretische Begründung, nicht aber marine erscheint besonders verdächtig und daher ist schon die Ab­über die Pragis unserer Opposition aufkommen. Noch weniger als anderswo ist in Deutschland   von der Reichsregierung oder schiebung eines Teiles der Matrosen nach Nikolajew   angeordnet." der Mehrheit des Reichstages etwas für das Proletariat zu er­Revolte im Gefängnis. warten. An dieser Tatsache konnte auch der Dreimillionensieg nichts ändern."

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Warschau  , 19. Juli. Im Gefängnisse zu Dwinst brach eine Revolte aus, weil die dort internierten politischen Ge­fangenen zwei jüdische zum Tode verurteilte Gefangene befreien

Was wir über den Dresdener   Parteitag, nicht erst jetzi, sondern sogleich nach dem Parteitage fritisch geäußert haben, ist natürlich etwas total anderes. Wir haben einmal bedauert, daß untergeord­neten Angelegenheiten wie die, ob einige Parteigenossen einige Artikel in der Zukunft" geschrieben haben, eine weitaus zu große Bedeutung beigelegt worden ist. Wir haben weiter bedauert, daß nicht nach dem Wahlsieg vom 16. Juni die politischen und wirtschaftlichen Auf­gaben der Sozialdemokratie in umfassender Darstellung bekundet worden sind, welche Unterlassung an sich ein Mangel war und außer Was Kautsky hier über die Situation unferer Partei in Deutsch  dem dazu beitrung, daß der widerwärtige Personenstreit sich erst land sagt, ist durchaus richtig. Wenn dem aber so ist, dann ist wollten. Erst nachdem ein größeres Militäraufgebot herbeigerufen recht breit ausladen konnte. Die Wirkung des Parteitages, völlig unbegreiflich, wie man in etwaigen Neigungen einzelner wurde, konnte die Ruhe wieder hergestellt werden. Bei vielen Ge­die wir vermißt haben, besteht, wie jeder, der sehen Parteigenossen, gleichwohl in Deutschland   Ministerialismus zu be- fangenen wurden Nevolver beschlagnahmt. Zwei Mann wurden ge­will, ohne weiteres sehen kann, in der Gewinnung treiben, eine große Gefahr und in den ebenso langen wie tötet, sechs schwer verletzt. neuer weiter Kreise des Volkes für die Sozial- erbitterten Diskussionen darüber eine große Streitfrage" zu finden demokratie, in der Erfüllung der Arbeiterklasse vermag. Wenn dann Kautsky   weiter die Unterstellung macht, daß mitsozialistischem Denten, mit Begeisterung für wir in den großen Streitfragen mur fleine persönliche Reibereien" Im Kreise Czenstochan wird durch Proklamationen die Vers die Partei und ihr wirken. So sehr man den Wert des entdeckt hätten, so ist auch das eine gründliche Verkennung des einigung sämtlicher sozialistischen   Parteien bekanntgegeben. Täglich Dresdener Parteitages wegen seiner Beschlüsse über die Taktik der wirklichen Sachverhalts. Nichtig ist vielmehr, daß wir die Meinung kommt es zu Zusammenstößen zwischen Arbeitern und Gesindel. Partei einschätzen mag wir haben ihn auch in dieser Hinsicht vertraten, es seien die taktischen Meinungsverschiedenheiten durch Vorgestern wurde ein Anführer des Gesindels erschossen und weniger hoch eingeschägt, weil alles Wesentliche schon auf vorber persönliche Reibereien, die nicht klein, sondern mehrere Angehörige schwer verletzt. Die Läden sind geschlossen. Im gehenden Parteitagen geleistet war, darüber fant jetzt bei nie- angenehm groß waren, verschlimmert, vertieft und ver Sosnowicer Revier erfolgen fortgesezt Verhaftungen von Arbeiter anführern. mand mehr ein Zweifel bestehen, daß jener positive Erfolg, den giftet worden. zu erstreben bisher immer in der Partei als Erstes galt, nicht Es wird mit nur zu viel Recht Klage geführt, daß das Interesse errungen worden ist und nach der Art, wie Dresden   verlief, nicht in der Arbeiterschaft für Fragen der sozialistischen   Theorie durchaus

In Czenstochan and Sosnowice.

Am Dienstag wurden, so wird telegraphisch gemeldet, auf den' Gruben Szeladz und Saturn" 70 Mann verhaftet.