ständen.
Die Herren möchten also nicht mit dem Feuer spielen, fie fönnten sich sonst selbst arg bersengen. Würde es zu einem solchen Riesenstreit kommen, so falle die Verantwortung für die Folgen lediglich auf die Schultern des Unternehmertums, denn für die Arbeiterschaft handele es sich dann einzig und allein um einen Akt der Ehrennotwehr.( Lebhafter Beifall.)
Am Sonntag wird die gesamte Arbeiterschaft aller Werke der beiden Gesellschaften in 14 großen Versammlungen Stellung zu der Aussperrung nehmen.
Vielleicht würde sich diese Frage schon am kommenden Montag| kompromiß, das eine schlimme Gefahr für das Volksschulwesen und 1 tats nicht ausgeschlossen. Die Nationalliberalen werden wahrschein entscheiden, und dann sei es nicht ausgeschloffen, daß womöglich damit zugleich für jeden Kulturfortschritt in sich schließt, wird gleichlich um drei Mandate verstärkt in den Landtag einziehen, die Frei bereits am Mittwoch oder Donnerstag 60 000 Arbeiter im Streit falls entschiedenste Stellung zu nehmen sein. Weitere Anträge, die sinnigen um eins und ob wir schließlich doch im 37. ländlichen Wahlsich auf Fragen der Sozialpolitik, der Eisenbahntarife, der Wahl- freise durchdringen, ist noch immer ungewiß. Die Konservativen reform, der Rechtspflege, der Organisation und auf andere Gebiete büßen und dadurch ihre Zweidrittelmehrheit verlieren. Darüber erwerden zwei bis drei Mandate ihres bisherigen Vesihstandes eindes öffentlichen Lebens beziehen, sind zum Teil von nicht heben die Nationalliberalen ein großes Freudengeschrei. In Wirkgeringerer Tragweite. Alles in allem: an Arbeitsmaterial wird es lichkeit bedeutet die Verschiebung nicht viel. Die Konservativen be dem Wiesbadener Parteitag nicht fehlen. So sei ihm denn ein halten nach wie vor die Mehrheit. Wie bisher, werden sie auch in herzliches Glückauf zugerufen! Mögen die Verhandlungen des Zukunft den Landtag und dadurch die Regierung beherrschen. Das Wiesbadener Parteitages an ihrem Teil jene wahrhaft liberale agrarisch- konservative Regiment wird also beinahe unbeschränkt erUeberzeugung stärken und fördern helfen, die, jeder Begünstigung halten bleiben. Dennoch haben die Konservativen am allerwenigsten einseitiger Bestrebungen abhold, für alles politische Tun und Trachten Anlaß und Ursache, sich des Wahlergebniſſes zu rühmen. Ist auch keine andere Richtschnur gelten läßt, als das Interesse der Allgemein Kreisen abgewiesen worden, haben sie auch in Dresden , um das sie der nationalliberale Ansturm auf ihren Besitzstand in mehreren Für das Kabelwerk Oberspree hat sich bereits eine un- heit, feinen anderen Leitstern, als die Wohlfahrt des ganzen deutschen am meisten zitterten, die absolute Mehrheit der Wahlmänner erlangt, angenehme Folge der Aussperrung bemerkbar gemacht. Die Eisen- Wolfes, jene wahrhaft liberale Ueberzeugung, die maßgebend ist für so gehen sie doch nicht ungerupft aus dieser Wahl hervor. Vor allem bahnverwaltung in Ober- Schöneweide hat das genannte Wert auf die gesamte Freifinnige Volkspartei." gefordert, fünfzig Waggons, die für das Werk eingetroffen hat auch diese Landtagswahl bestätigt, daß selbst bei den erstklassigen Wählern und auch sonst im Bürgertum ein Abfall von den Konsind, unverzüglich entladen zu lassen. Das Kabelwerk, das ja die servativen zu bemerken ist. Sind auch die Nationalliberalen und eigenen Arbeiter ausgesperrt hat, übertrug die Entladung des Freifinnigen nur in einzelnen Kreisen durchgedrungen, so haben sie Eisenbahntransportes einem Spediteur, der dieselbe aber nicht doch in anderen Kreisen erhebliche Minoritäten zu verzeichnen, die ausführen konnte, weil seine Arbeiter sich weigerten, die Streifdeutlich bezeugen, daß die jetzige Landtagswahl im allgemeinen als arbeit auszuführen. eine Absage an die agrarisch- konservative Mehrheit betrachtet werden tann. Die Konservativen haben verhältnismäßig weit mehr Stimmen als Mandate verloren. Und das beweist, daß ihre Anhängerzahl zurückgegangen. Bisher konnte man mit Recht annehmen, daß jede bürgerliche Opposition im Landtage, vor allem die liberale und frühere fortschrittliche Gruppe, nur aus konservativen Gnaden bestehe. Das war auch durchaus zutreffend. Die Gesellschaft um Mehnert und Opis hat aber so gewirtschaftet, daß sie sogar den Nationalliberalen noch einmal Mut zu einem selbständigen Vorgehen gemacht und dadurch deren völlig geschwundenes Selbstbewußtsein wieder etwas gestärkt haben. Das ist gewiß nicht hoch anzuschlagen und wir sind die letzten, die etwas von der Fraktion Drehscheibe erwarten, aber den Konservativen muß diese Wendung sehr unangenehm sein. Ihre Gottähnlichkeit" hat einen argen Stoß erhalten.
malDent
Deutfches Reich.
Die russische Justiz und die deutsche Regierung. Die Antwort des Staatssekretärs des Auswärtigen Amts in Sachen Kasprzat ist von Jena aus telephonisch übermittelt worden, es haben sich dabei einige Hörfehler eingeschlichen, die wir richtig stellen müssen.
Der vierte Absah muß lauten:
Aus den Berichten des kaiserlichen Generalkonsulats in Warschau , das die Angelegenheit aufmerksam verfolgt hat, ergibt sich der nachstehende Tatbestand."
Jm 7. Absatz, Zeile 6 lies statt„ erkannte"„ bejahte". Abs. 8, Zeile 1: statt„ aufzuhalten"" hintanzuhalten"; Zeile 7 statt einer Entscheidung" dieser Entschließung" Beile 19 statt borerst vorher"; Beile 20 statt erblickt" erblickte". statt genauen" genaueren". Abs. 9, Zeile 3 statt Polizeipraris"" Rechtspragis"; Beile 13
Schmock und der Parteitag.
Dem ostelbischen Agrariertum, bekanntlich der feinsten Blüte germanisch- polnischer Edelrassenzüchtung, wäre es sehr unangenehm, wenn die Handelsvertrags- Verhandlungen mit der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika zum Abschluß eines neuen Vertrages führten und durch diesen der nordamerikanischen Union nicht nur die Zollermäßigungen auf landwirtschaftliche ErDas Erfreulichste der letzten Landtagswahlen ist das starke Anzeugnisse eingeräumt würden, die durch den neuen Vertragstarif Rußland , Oesterreich- Ungarn , Italien usw. zugestanden sind, wachsen der sozialdemokratischen Stimmen. Und diese erfreuliche Tatsache ist überall zu beobachten gewesen. Und wenn wir diese ersondern außerdem vielleicht noch einige Extra- Zollreduktionen auf Die bürgerliche Presse beschäftigt sich auch mit dem freuliche Tatsache beurteilen, darf vor allem nicht vergessen werden, amerikanische Bandprodukte, z. B. auf Mais und amerikanisches Parteitag in ena.- Natürlich! Man kann ja doch an daß auf der Seite unserer Partei diesmal die Agitation ebenso unObst. Viel lieber würden sie es sehen, wenn die deutsche Regierung dem wichtigsten politischen Ereignis des Augenblickes nicht still- zulänglich wie früher betrieben wurde, ja zum Teil die früher bedurch provokatorisches Verhalten gegenüber der Union diese zum schweigend vorübergehen! Aber wie man den Parteitag ver- obachtete Lässigkeit übertroffen worden ist. Schon die Tatsache, daß wir aus verschiedenen Kreisen, vor allem aus dem 37. ländlichen ,, Abbruch aller Vertragsverhandlungen und zum Zollfrieg treiben tat, das ist auch danach.- würde. Rußland hat bekanntlich in diesem Jahre eine Mizernte Die Sensationspresse behandelt die Sache in Bildern, wo wo ein Erfolg möglich war, noch heute kein flares Bild über das gehabt und wird deshalb im nächsten, wahrscheinlich auch noch im möglich mit recht pikanten Ueber- und Unterschriften. Da hat beiten sollen, viel zu wünschen geblieben ist. Hätten wir nur vor Resultat haben, zeigt, daß dort, wo man hätte am intensivsten arJahre 1907 sehr wenig Getreide ausführen können; wenn nun der Photograph unseren Bebel auf der Platte erwischt just den meisten Wahllokalen Stimmzettelverteiler gehabt, hätte das außerdem noch das amerikanische Getreide vom deutschen Markt in dem Moment, wo er das linke Bein emporhebt, und Resultat am Tage nach der Wahl doch zuverlässig von uns zusammendurch Inkraftsehung des allgemeinen Bolltarifs vom 25. Dezember Vollmar- wie pitant!- hebt gerade das rechte. gestellt werden können. hebt gerade das rechte. gestellt werden können. Offenbar ist aber diese notwendige Be1902, d. h. durch Erhöhung der Getreidezölle auf 7 mr. bezw. Bernstein sucht in den Taschen seines Rockes dingung jeder Wahlbeteiligung nicht prompt erfüllt worden. Trifft 7,50 M. pro Doppelzentner, ferngehalten wird, dann muß un- einerseits" und andererseits" vergeblich nach einem abhanden das, läßt diese Tatsache ein Urteil darüber zu, wie man in den bedingt in den nächsten beiden Jahren der Ge- gekommenen Manuskript. Das sind. Situationen, die entweder ländlichen Industrieorten agitiert hat. treidepreis auf dem deutschen Inlandsmarkt nichtssagend oder amüsant sein mögen, mit dem Wesen eines ganz beträchtlich steigen. Das sind für die Profitsucht sozialistischen Parteitages aber nicht das geringste zu tun der ostelbischen Getreideproduzenten höchst verlockende Aussichten, haben. Genau dieselben Menschlichkeiten hat dieselbe Presse und sie suchen deshalb ihr möglichstes dazu zu tun, daß die deutsche gestern an irgend einem berühmten Weltmarschall, wird Regierung sich auf ihre Verpflichtung zur Hochhaltung der sie morgen an einer beliebigen Majestät oder auch einem " nationalen Ehre" besinnt, d. h. die Union zum Zollfrieg provoziert. internationalen Hochstapler illustrieren, vielleicht mit dem Besonders läßt sich Graf Schwerin - Löwiß, der Präsident des einzigen Unterschiede, daß unser Bebel auf dem Bilde seinen Deutschen Landwirtschaftsrats, zur Erreichung dieses edlen Zwedes Stoffer selbst von der Bahn zum Hotel schleppt, während die feine Mühe verdrießen. Er veröffentlicht in der„ Deutschen genannten Herrschaften als Handgepäck nur die Last ihrer Monatsschrift" einen Artikel, der mit folgenden aufstachelnden Würde tragen. Säßen schließt:
-
schlossen, nach außen entschlossen" vertreten werden."-
Schwerer sind die Zeitungsschreiber dran, als die Beitungs photographen.
+
Täglich finden jetzt noch Nachwahlen statt. Soweit die dritte Klasse dabei in Betracht kommt, sind sie zumeist zu unseren Gunsten ausgefallen. Das gilt besonders von Riesa , Treuen und Mylau , wo wir überall mit starker Mehrheit siegten.' In Lengefeld drangen wir jedoch nur in einem Bezirke durch.
In Niederhaßlau wurde bei der Nachwahl die erste Klasse von uns erobert, wodurch sich die Zahl der für Goldstein jetzt festgestellten Wahlmänner um einen vermehrt, denn Niederhaßlau gehört mit zum 37. Tändlichen Wahlkreise. Es sind somit für Goldstein 50 Wahlmänner gezählt, so daß ihm nur noch einer an der absoluten Mehrheit fehlt. Eine Anzahl Nachwahlen stehen in diesem Kreise noch aus.
Zur Fleischnot. Etwas spät haben endlich auch die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin beschlossen, vom Standpunkte der Industrie und des Handels Berlins aus bei den Reichs- und Staatsbehörden darauf zu dringen, daß Maßnahmen ergriffen werden, welche die Fleischot zu beseitigen geeignet sind. Nach der Ueberzeugung des Aeltestenkollegiums fommen nicht
" Es liegt nicht nur im eigenen wirtschaftlichen Interesse Deutschlands , sondern zugleich auch im Interesse anderer europäischer Das bürgerliche Lesepublikum sett von ihnen als selbst Staaten und ihrer Unterstüßung gegen die Union , daß Deutsch verständlich voraus, daß sie den sozialdemokratischen ParteiTand jetzt volle Gegenseitigkeit verlangt und, falls sie nicht zu er- tag nicht als eine politische Veranstaltung, sondern als eine reichen ist, vor einer Differenzierung der Union Tagessensation zu behandeln haben. Dies Publikum hat seine ebenso wenig zurüdschredt wie andere Staaten.... avorits" und" tippt" auf die„ Champions" im Kampfe ums Ich schließe deshalb mit der zubersichtlichen Hoffnung, daß die ver- Goldene Rad" oder die Weltmeisterschaft im griechisch- römischen nur die Bestände an inländischem Vich für den Bedarf Deutschlands bündeten Regierungen und der deutsche Reichstag an dem vom Ringkampf" gerade so wie in dem Kampfe. Und da fehlt nun auf an Fleisch in Betracht, sondern auch die Mengen Reichskanzler in der Sizung vom 22. Januar 1903 proflamierten dem Parteitag jede Sensation, jede grobe Nüance, die dieser Sorte bon Fleisch, die früher aus dem Auslande ein. Standpunkt, daß die Neuregelung unserer Handelsbeziehungen von Politikern dafür gelten könnte. Die theoretischen Dis- geführt worden sind, durch die in den lekten Jahren ergangenen Verbote und Erschwerungen zur Union „ nur auf der Basis voller Gegenseitigkeit" erfolgen fussionen interessieren diese Art Deffentlichkeit" nicht, die be- aber jetzt vom deutschen Markte ferngehalten könne, unerschütterlich festhalten und denselben- um mit den wegenden Momente in einer Debatte über die Maifeier oder den werden. Bei dieser Einfuhr handelte es sich fast ausschließlich Massenstreit begreifen sie nicht, sie erwarten keinen Stampf der um Fleisch, das billiger als das im Inlande erzeugte war, da es jüngsten Worten unseres Kaisers zu sprechen nach innen ge- Geister, sondern einen Kampf der Stimmmittel. Weil es sein aus Ländern mit niedrigeren Produktionskosten kam. Würde dieses so geartetes Publikum nicht befriedigen kann, beschuldigt nun Fleisch, das in gesundheitlicher Hinsicht zu Bedenken feine VerDer Parteitag der Freifinnigen Volkspartei. das Preßgelichter den Parteitag des Vertuschens und Komödien- anlassung gibt und gegenwärtig z. B. in England in bedeutenden Still und wenig beachtet beginnt heute abend in Wiesbaden mit spieles. Er hat das Verbrechen begangen, die Erörterung über können, so würde die Preisverteuerung nicht eine solche Höhe erMengen verbraucht wird, noch auf den deutschen Markt kommen einer Vorbesprechung der Parteitag der Freisininigen Volkspartei, den Streit zwischen Leipziger Volkszeitung“ und„ Vorwärts" reicht haben, wie dies jetzt der Fall ist. Da die Arbeiterbebölferung des übrig gebliebenen fleinen Häufleins ehemaliger Fortschritte zuerst einer Kommission zu überweisen, die das umfangreiche von der Teuerung des Fleisches am schwersten betroffen wird, ist herrlichkeit, die einst unter Eugen Richters Führung im Reichs- und Material durcharbeiten und dem Parteitage vorlegen soll. Es damit eine Beeinträchtigung der Konkurrenzfähigkeit der deutschen Landtag stolze Triumphe feierte. Heute ist die Partei schwach und handelt sich dabei um einen Stoff, der seines Umfanges und Induſtrie auf dem Weltmarkte gegeben, während andererseits auch fräntlich, wie ihr erster Führer, der zum erstenmal dem Parteitage feiner Eigenart wegen in einer Versammlung von 300 Per- die Konsumfähigkeit des Arbeiters für andere Nahrungsmittel, fern bleiben wird. Mühsam schleppt sie sich vorwärts, nur noch von fonen zwar zu einer endlosen Debatte, aber zu keinem Kleidung, Haushaltungsgegenstände usw. herabgesetzt wird, was Deswegen war die Słommission auch für diese Industriezweige und die mit diesen Artikeln Handel der Erinnerung vergangener größerer Tage zehrend; denn längst hat Ergebnis führen würde. sie ihren Halt im politisch- kräftigen Erdreich verloren. Die intelligente technisch notwendig. Schmock aber jammert, daß man ihm treibende Kaufmannschaft eine schwere Schädigung bedeutet. Militärische China - Nachlese. Am 26. Juni d. J. wurde in Arbeiterschaft, die sich einst größtenteils zur Fortschrittspartei zählte die Sensation geraubt habe und schimpft auf Geheimniskrämerei. und aus deren vorwärtsdrängendem Kampfesmut fie immer wieder Die Staatsbürger- Zeitung", bei der man ja begreifen Halle- Saale der Abg. Kunert zu 3 Monaten Gefängnis wegen anneue Kräfte zog, hat dem traurigen Ueberbleibsel einer überlebten fann, daß sie eine Veranstaltung ledern findet, die nicht im geblicher Beleidigung verurteilt, wogegen von dem Angeklagten Zeit, das sich heute Freifinnige Boltspartei" nennt, völlig den Bücklerstile verläuft, vermißt auch sonst die Deffentlichkeit. Revision, die noch in der Schwebe ist, eingelegt wurde. Die Er bringung des Wahrheitsbeweises wurde von den Halleschen Rüden gekehrt und sich dem neuentstandenen Geistesriesen, der Sie verlangt Auskunft, wieviel Arbeitergroschen„ der Mäntel- Richtern abgelehnt. Allein, gestützt auf die Prozeßordnung septe Sozialdemokratie, angeschlossen; während andererseits die einſt zur der„ Ervillenbesitzer von Süßnacht" jährlich einstreichen. Sie einem Unteroffizier und 14 Mann, früheren Angehörigen des nicht fabrikant Paul Singer", der Schloßherr von Soyensaß" und der Angeklagte trotzdem wenigstens die eidliche Vernehmung von Fortschrittspartei gehörenden großbürgerlichen Elemente längst ihre hat nämlich entdeckt, daß die Abrechnung der Partei nur über mehr eriſtierenden Ostajiatischen Expeditionstorps, durch. Die Menge, politischen Ideale hinter sich geworfen und in allerlei wirtschaftlichen die Einnahmen, nicht aber über die Ausgaben Auskunft gebe. die Art und die Wucht der Aussagen dieser Zeugen wirkten im GeInteressengruppen Unterschlupf gefunden haben. So besteht denn heute die Freijinnige Boltspartei fast nur noch aus einigen bürger- Wenn wir nicht irren, macht das Blatt diese Entdeckung jeden richtssaal erschütternd, in der weiteren Deffentlichkeit verblüffend, ja lichen Gelehrten und Ideologen, strebsamen Geschäftspolitikern, sowie Herbst. Vielleicht prüft man aber in der Redaktion der im höchsten Grade überraschend. Kleinfaufleuten und Kleinfabrikanten, untergehenden Elementen, Staatsbürger- Zeitung" wirklich einmal die Abrechnung, dann deren Sinnen und Trachten völlig im Erwerbstampf aufgeht und wird man finden, daß unter den Einnahmen monatlich regelmit denen daher sich große politische Schlachten nicht schlagen lassen. mäßig unter A. B. und P. S. die Summen von je 50 m. Deutlich kommt dieses Siechtum in der Verschiedenheit der wiederkehren, die den Genossen Bebel und Singer formell Aufmerksamkeit zum Ausdruck, welche die Deffentlichkeit dem Jenaer für ihre Tätigkeit zustehen, aber nie von ihnen erParteitag der deutschen Sozialdemokratie und dem Wiesbadener hoben werden und deswegen wieder in Einnahme gestellt werden müssen. Parteitag der Freifinnigen Volkspartei schenkt. Während die Vorbereitungen zum Jenaer Parteitag seit Wochen, ja Monaten die Presse aller Parteien beschäftigen, während die ganze Welt mit gespannter Erwartung nach Jena blidt, nimmt außerhalb der freis finnigen Bresse kaum ein Blatt von der Wiesbadener Veranstaltung Notiz und selbst die wenigen Begrüßungsartikel, welche sich die eigene freifinnige Presse leistet, klingen kühl, matt und freudlos. Sogar die Nachfolgerin der Eugen Richterschen Freifinnigen Zeitung", die Freie Deutsche Preffe", bringt es nur zu einem falten Gruß", der in die Worte ausklingt:
" 1
"
"
Würde eine andere Partei ihre Kassenangelegenheiten so verschleiern, wie es auf sozialdemokratischer Seite geschieht, so wären diese Herren sicherlich mit dem Heine Zitat gar schnell bei der Hand:" Erfahren hat nie die rechte Hand, was hier die linke genommen."
So meint die Staatsbürger- Zeitung".
V
Nun, die Antisemiten haben ja weder über Einnahmen noch Ausgaben zu berichten und kommen deswegen für diese Frage nicht in Betracht. Aber wo um alles in der Welt ist außer diesen armen Besiglosen die Partei, die so offen wie die Sozialdemokratie gerade in Kassengeschäften verfährt? Und nun gar die, welche ankündigt:„ Wir haben Geld für diesen oder jenen politischen Zweck aufgewendet."
Die in Vorbereitung begriffene„ Reichsfinanzreform" greift nach neuen ungerechten indirekten Steuern, während sie die Quellen, die im Falle tatsächlichen Bedarfs für eine Aufbesserung der Reichsfinanzen zuerit in Betracht kämen, geflissentlich meidet: da heißt es, Der Rücktritt des Kolonialdirektors Dr. Stuebel dürfte bereits auf der Hut sein, damit dem Volte nicht unnötige neue Laften auf- Ende Oktober erfolgen. Jedenfalls wird der Kolonialdirektor zu gebürdet und hochentwickelte Gewerbszweige ohne Not dem Unter- Beginn der parlamentarischen Herbstlampagne nicht mehr im Amte gange geweiht werden. Die Fleischnot wird immer ärger und die Regierenden tun nichts, um den schweren Schädigungen der Wolfsernährung abzuhelfen: es wird Sache des Parteitages sein, wider die einseitige Begünstigung agrarischer Interessen auf das nachläßt sich zwar, wie die Sächs. Arbeiterzeitung" schreibt, im ganzen drücklichste zu protestieren. Gegen das ominöfe preußische Schul- I nun übersehen, doch sind Verschiebungen des zu erwartenden Resul.
sein.
Drei Monate find seitdem verstrichen, und endlich findet das preußische Kriegsministerium Gelegenheit, sich ebenfalls in der Sache auf seine Weise zu betätigen. preußische Kriegsministerium Gelegenheit, sich ebenfalls in der Sache
-
Eine größere Anzahl der Zeugen Kunerts- wahrscheinlich alle in Halle Bernommenen haben durch Militär- Telegramm oder durch eingeschriebenen Brief plötzlich eine Vorladung von dem Gericht der zweiten Garde- Divifion in Berlin erhalten, um in einer Untersuchungssache vernommen zu werden.
Die vor den Militär- Untersuchungsrichter Geladenen wurden zu Protokoll vernommen über ihre Wahrnehmungen in China auf den Gebieten der Zerstörung, Plünderung und Notzucht. Der richterlicherseits geäußerten Erwartung, daß bei den Aussagen Parteirücksichten ausgeschlossen sein sollten, entsprachen die Zeugen durch die Erklärung, daß es für sie nur eine Rüdsicht gäbe, und zwar die auf die Wahrheit.
Dem Anschein nach handelt es sich formell um ein Verfahren wider Unbekannt"; was sonst noch damit beabsichtigt wird, dürfte sich ja wohl bald zeigen.
Militärjustiz.
München , 21. September. Wegen Mißbrauchs der Dienstgewalt hatten sich der Unteroffizier des 3. Eisenbahnbataillons Adam Joa, im bürgerlichen Beruf Zimmermann, und wegen tätlichen Bergreifens an einem Vorgesetzten der Kanonier des 7. Feldartillerie- Regiments Martin Brunner vor dem Kriegsgericht der 1. Division zu verantworten. Der Unteroffizier Joa fehrte am Sonntag, den 2. April, in einer Wirtschaft in der Kasernenstraße ein und setzte sich, ohne zu fragen, ob noch Plaz vorhanden fei, an einen Tisch, 100 einige Soldaten As faßen. der Angeklagte Brunner, der auf einen Moment ausgetreten war, wieder an den Tisch zurüc