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Redaktion und Expedition: Berlin , Lindenitr. 69. Ferniprecher: Amt IV, 1983.

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Partei- Angelegenheiten.

Vorort

Beilage des ,, Vorwärts " Berliner Volksblatt

Nr. 295. Sonntag, den 17. Dezember 1905.

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Jnferate Sechsgefpaltene Kolonelzelle 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechenden Rabatt. heutige Bildungswesen auf vollkommen falscher Grundlage auf die Kirchensteuer erhöht werden; bisher wurden aber schon 16 Proz. Wir verlangen Beseitigung des gesamten Vorschul- der Einkommensteuer erhoben. Wer nicht zahlen will, muß eben wesens und die Einführung einer allgemeinen Volksschule, auf der rechtzeitig der teuren" Kirche den Rücken kehren. sich die höheren Bildungsstufen aufzubauen haben. Heute sind nur Das vorläufige Resultat der Volkszählung ergab für die Kinder der begüterten lassen in der Lage, sich die nötige Friedrichsfelde mit Karlshorst 14072 Seelen gegen 9600 im Jahre Bildung aneignen zu können, und das geschieht vielfach noch in der 1900. Zunahme also 4072 Seelen. Die Zunahme ist mindestens Weise, daß für die höheren Schulen von Staats und Gemeinde mit 90 Proz. der Kolonie Karlshorst zuzuschreiben, denn dort ist wegen erheblich höhere Mittel verwendet werden als für die Volks- eine rege Bautätigkeit entfaltet worden. Nach Fertigstellung der schulen. Kanalisation wird auch im alten Ortsteil die Bautätigkeit rege ein­setzen. Der Schaaffhausener Bankverein hat von Rittergutsbesizer Tegel. v. Tresckow ein Terrain für 12 Millionen erworben( zwischen Berlinerstraße und Ostbahn), der Bebauungsplan liegt schon vor. Bis zur nächsten Bolkszählung wird sich, was bald mit Gewißheit zu be­haupten ist, die Einwohnerzahl verdoppeln. Tempelhof .

Wilmersdorf . Am Montagabend 81%, Uhr finden die Bezirks­fizungen aller Bezirke in den bekannten Lokalen statt. In denselben werden die Delegierten Bericht erstatten von der konstituierenden Ver­sammlung Groß- Berlins am 17. Dezember. Der wichtigen Tages­ordnung wegen werden die Genossen ersucht, in ihren Bezirken voll­zählig zu erscheinen. Beiträge werden entgegen genommen. Treptow - Baumschulenweg. Dienstag, den 19. d. M., abends 82 Uhr, hält der Wahlverein in Speers Festsälen, Baumschulen Den Mitgliedern des sozialdemokratischen Wahlvereins zur Nach­Straße 78, seine Mitgliederversammlung ab, in welcher unter anderem richt, daß die Beerdigung des verstorbenen Genossen Friedrich Berichte aus der Gemeindevertretung, von der Kreisgeneralversamm- Meier heute Sonntag nicht stattfindet. lung und von der ersten Generalversammlung des Verbandes der sozialdemokratischen Wahlvereine Groß- Berlins, gegeben wird. Um Pankow. zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Parteigenossen bittet Der Vorstand.

Ertner. Die nächste Monatsversammlung findet am Dienstag abends 19 Uhr, im Degebrodtschen Lokale statt.

Tempelhof . Der am vorigen Mittwoch der Volksversammlung wegen ausgefallene Zahlabend findet am tommenden Mittwoch, abends 8 Uhr, bei Müller, Berlinerstr. 41/42, statt. Rege Beteiligung

erwartet

Der Vorstand.

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Der Vorstand.

In einer außerordentlichen Sigung beschloß die Gemeinde­vertretung nach monatelangen Vorverhandlungen, das sogenannte Köpenick . Dienstag, den 19. d. M., abends 8 Uhr Versamm Pfulhaus" und das Langesche Grundstück anzukaufen. Beide lung des Wahlvereins im Kaiserhof"; Grünstraße. Referent Genosse Grundstücke, welche den Marktplatz flantieren, liegen mitten im Franz Kozte. Die Genossen werden ersucht, recht zahlreich zu er- Straßenzuge und bilden einen gefährlichen Engpaß, welcher nun­scheinen. Der Vorstand. mehr beseitigt wird. Der Kaufpreis für beide Grundstücke beträgt 260 000 m., wozu die angrenzenden Grundbesitzer aus eigenem ( spekulativem) Interesse zirka 20 000 m. aufgebracht haben. An­schließend an das Langesche Grundstück liegt die in letter Zeit rühmlichst" bekannt gewordene alte Schule, welche vom Bankower Schularzt mit Recht als zu Unterrichtszweden nicht brauchbar welche auf Grund eines im Borwärts" erschienenen Artikels über erachtet wurde. Eine von der Regierung bestimmte Kommission, " Schulelend in den Vororten Berlins " die Schulräume unter­fuchte, kam zu dem Ergebnis, daß die Schule allen Anforderungen entspräche; der Schularzt Dr. Schäfer gab flein bei und erklärte der Untersuchungskommission gegenüber, er habe sein Gutachten nicht so gemeint, wie es ausgelegt worden sei. Daraufhin erklärten bürgerliche Vertreter durch den Mund des Professor Mendel, daß unsere Genossen durch ihre Nörgelei die Pankower Schulverhältnisse ohne Grund schlecht gemacht und die Gemeinde blamiert hätten. Um nun den Ankauf der obengenannten Grundstücke schmack= haft zu machen, sprachen sich dieselben bürgerlichen Vertreter, welche vor acht Tagen dem Professor Mendel Beifall spendeten, dahin aus, daß die Schule unter allen Umständen fallen müßte, nur einem besonderen Glücksumstand sei es zu verdanken, daß durch den starken Verkehr und die enge Straße noch kein Unglück ges fchehen sei, außerdem sei die Schule nicht den heutigen Verhältnissen angepast. Es wird nunmehr auch die Schule fallen, was wir nur im Interesse der die Schule besuchenden Kinder mit Freuden be­grüßen.

Zehlendorf . Am Dienstag, den 19. Dezember, abends 8 Uhr, findet bei Benno Rickley, Potsdamerstr. 25, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Berichterstattung von der Streis- Generalversammlung sowie von der Verbandsversammlung des Wahlvereins Groß- Berlin. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand.

Steglit. Die Parteigenoffen treffen sich zur Beerdigung des Gen. Diering um 2 Uhr heut nachmittag bei Schellhase, Ahornstraße. Vollzähliges Erscheinen wird erwartet. Der Vorstand.

Friedenau . Dienstag, 1/9 Uhr Mitgliederversammlung bei Grube. Tagesordnung: Bericht von der Generalversammlung des Kreises. Bericht von der Generalversammlung Groß- Berlin. Vereinsange­legenheiten. Verschiedenes. Zahlreichen und pünktlichen Besuch er­wartet Der Vorstand.

Vorort- Nachrichten.

Charlottenburg .

Mit dem Fallen der alten Baulichkeiten und der Freilegung der Kirche wird ein prächtiger Plaß und zugleich eine Promenaden­straße geschaffen, wie sie wohl fein anderer nördlicher Vorort auf­zuweisen hat. Eine zirka 4 Kilometer lange asphaltierte Straße wird vom Gesundbrunnen ab die Prinzen-, Wollant, Breite- und Dammeromstraße bis Pankow durchqueren bis zur Haltestelle

Die Charlottenburger Stadtverordneten- Versammlung wird sich am nächsten Mittwoch, in ihrer letzten diesjährigen Sigung, mit einer Reihe wichtiger Fragen beschäftigen. Auf der Tages­ordnung stehen unter anderem der Bericht des Ausschusses über Bankowo- Heinersdorf. die Vorlage betr. Verstaatlichung der Müllabfuhr, der Bericht des Ausschusses über die Vorlage betr. Nachtrags- Nieder- Schönhausen. vertrag mit den drei Straßenbahngesellschaften, ein

Die Berliner Rettungsgesellschaft schreibt uns: In der Bei lage Ihres Organs für Vororte Nr. 292 vom 14. d. Mts. findet sich eine Notiz aus der Tempelhofer Gemeindevertretung, nach welcher die Rettungsgesellschaft für Krankentransporte der Tempel­ hofer Gemeinde angeblich höhere Preise berechnet als die Privat­unternehmer. Wir bitten, dies dahin richtig zu stellen, daß unsererseits überhaupt Transporte nicht berechnet werden, und in folchen Fällen, wo Zahlung durch die Transport- Unternehmer nicht zu erlangen ist, unsererseits stets nur die wirklich an die Transport­Unternehmer von uns gezahlten Beträge eingezogen werden. In feinem Falle hat die Rettungsgesellschaft an einem Kranken­Ausfälle bei von ihr bestellten wagen, für welche Zahlung nicht zu er­transport irgend welchen Nußen. Sie muß im Gegenteil für alle reichen ist, ihrerseits Ersatz leisten.

Berliner Nachrichten.

Am 22.,

Zur Bewältigung des Weihnachts- und Neujahrs- Verkehrs wird die tgl. Eisenbahndirektion Stettin eine große Zahl von Personen­und Schnellzügen auf ihren Strecken verkehren lassen. Wir heben nur die folgenden hervor: Ein Vorzug zum Schnellzug 19, ab Berlin Stettiner Bahnhof 3.05 nachm., am 22. 23. und 24. d. M. bis Bel­ gard , ebenso ein Vorzug 597 um 4.18 nachm., am 23. d. M. außerdem noch ein Vorzug 591, ab 11.24 abends. 23., 24. und 28. d. M. und am Vorzüge bis Belgard um 11.29 abends. Nach Stargard werden 2. Januar t. J. gehen Vorzüge am 24. und 26. Dezember, vorm. 5.54, am 22. bis 25. d. M., vorm. 10.45 abgelassen, nach Pasewalt am 23. bis 25., vorm. 8.34, am 23. und 24. um 6.05 abends, nach 3 üsso tv am 22. bis 24. um 2.20 nachm., nach Neu- Strelitz am 22. bis 25., 27. De­zember und 1. bis 3. Januar 10.36 vorm., am 21., 22., 24. und 30. d. M. 3.28 nachm., am 23. außerdem um 3.33 nachm., sämtlich vom hiesigen Stettiner Bahnhof. Auch nach Eberswalde , Wriezen , Gransee und Fürstenberg gehen in den Tagen des Weihnachtsverkehrs Vorzüge, die sich in demselben Fahrplan be wegen, wie die zugehörigen Hauptzüge.

Noch reichhaltiger ist der Weihnachts- Fahrplan der königlichen Eisenbahndirektion Posen, welche u. a. verkehren läßt, ab Char­ lottenburg : Vorzug 3, vom 18. Dezember bis 3. Januar Antrag Mann und Genossen betreffend den Geldverkehr, der Antrag Kommission hat vorgeschlagen, eine öffentliche Ausschreibung zu ver- zember bis 4. Januar, 4.17 nachm. bis Breslau ( Stattowig), Bor Ein Rathaus soll unsere Gemeinde erhalten. Eine vorberatende 7.58 vorm. bis faudrain( Kattowiz), Vorzug 5, vom 19. Des Borchardt und Genossen betreffend Beratung darüber, auf welche anstalten, um ein geeignetes Grundstück zu erlangen. Das Grundstück zug 9, bom 22. bis 24. Dezember, 12.36 nachm. bis St attowiz; Weise das Terrain, welches die Stadt durch Kauf eines Teiles der foll 270 Quadratruten groß sein und mindestens 50 Meter Front ferner ab Schlesischer Bahnhof : am 23. und 24. Dezember, Jungfernheide sowie zur Ermöglichung des Bismarckstraßenprojektes haben. Der Bau selbst ist als einfaches Dienstgebäude gedacht, das 7.18 vorm. bis Breslau , am 21., 22. und 25. Dezember 10.35 vom Fistus erworben hat, gänzlich oder doch zu einem Teile durch spätere Ausbauten vergrößert werden kann. Die jeßigen vorm., sowie am 23. und 24. um 10.35 vorm. bis Liegnit; am für die Stadt nugbar gemacht werden kann, ohne daß es Amtsbureaus find in Mietsräumen untergebracht. Die Vergrößerung 23. und 24. Dezember, 3.13 nachm. bis Sagan( Breslau ), und am durch Verkauf aus städtischem in Privatbesitz übergeht. Endlich ist des Ortes bedingt die Erbauung eines eigenen Dienstgebäudes. 24. Dezember, 9.16 abends bis Breslau ( Brieg ). Der fahrplan­auch die sozialdemokratische Interpellation über die Beeinträchtigung Auf dem von der Gemeinde angekauften Schulgrundstück hat noch mäßige Zug 1 wird vom 20. bis 27. Dezember abends mit Wagen des Versammlungsrechts städtischer Arbeiter auf ein Bächter einen langjährigen Kontrakt, es wird beschloffen, den für attowitz und den Kurswagen Berlin - Herby und die Tagesordnung gefegt. Weiter erwähnen wir die Vorlagen be felben mit 2900 m. abzufinden. Durch die Neuregelung der Linden Berlin Budapest abgelassen; die Wagen für Oderberg und treffend Nachbewilligungen im Armenetat und betreffend straße, deren Kosten auf 16 000 m. veranschlagt werden, hat die der Kurswagen Berlin - Wien laufen an diesen Tagen in einem Maßregeln zur Bekämpfung der Säuglingssterblich Gemeinde gerade nicht den Befähigungsnachweis für Aufstellung Nachzug 1. An den Tagen, an welchen die Vorzüge 3, 5 und 8 feit. Der Bericht des Ausschusses über die Gültigkeit eines rechnerisch zuverlässigen Vorschlages erbracht, denn die Her-( legzterer ab Breslan 18. Dezember bis 3. Januar 8.59 abends bis der lezten Stadtverordnetenwahlen dürfte zu beftigen stellung foftet 55 000 m., also das Dreieinhalbfache der veranschlagten Charlottenburg ) abgelassen und nach bezw. von Kattowig durchgeführt Debatten führen, nachdem der Ausschuß über einen von unserer Die Ausgabe soll durch eine größere Anleihe gedeckt werden, kommen die sonst in den Hauptzügen 3, 5 und 8 laufen­Seite eingebrachten Protest zur Tagesordnung übergegangen ist. den Kurswagen nach und von Kattowizz in Fortfall. Die liberalen Wahlbeeinflussungen müssen einmal vor der breitesten Deffentlichkeit flargelegt werden. Die Sigung beginnt ausnahms­weise schon um 5 ühr, da abends ein Festessen zu Ehren des aus seinem Amte scheidenden Stadtbaurats Bratring stattfindet.

genommen werden.

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Summe. werden.

Weißensee . Kriegsgefangene Japaner, Die im Frühjahr stattfindenden Gemeindevertreterwahlen inter - die bisher in Rußland interniert gewesen waren und jetzt wieder effieren schon ganz außergewöhnlich sämtliche bisher Beteiligten. nach ihrer Heimat befördert werden sollten, passierten gestern in Freie Boltsbühne Charlottenburg. Die nächste Vorstellung des Die Parteigenoffen haben bereits ein Wahlkomitee zur Vorbereitung geschlossenem Eisenbahntransport Berlin . Sie tamen in drei Zügen Vereins findet Freitag, den 29. Dezember, abends 81/2 Uhr, im der Wahlen gewählt, die Haus- und Grundbesitzer find sich noch über Wirballen- Königsberg- Süstrin, hatten alsdann hier in Berlin Bollshause, Rosinenstr. 3, statt. Zur Aufführung gelangt: Die nicht schlüssig, ob sie gemeinsame Sache machen wollen. Nur die auf dem Moabiter Güterbahnhof, gegenüber dem Bahnhof Puttlitz­Erziehung zur Ehe", Lustspiel von Otto Erich Hart- Gewerbetreibenden haben eine Stommission gewählt, welche mit den straße, einen etwa einstündigen Aufenthalt und fuhren von hier leben. Für diese Vorstellung gültige Neuanmeldungen können nur einzelnen Vereinen Verbindung suchen soll; in Frage kommen fann aus nach Hamburg , wo ihrer bereits zwei Dampfer zum Weiter­bis Dienstag, den 26., von den untenstehenden Zahlstellen an- nur der Hausbesizer- oder Grundbefizerverein. Die Herren scheinen transport nach dem fernen Osten harrten. Der erste Zug langte gar nicht zu merken, wie sehr sie sich widersprechen. Kaum haben bereits furz nach 7 Uhr morgens hier an; es war ein Lazarettzug Zugleich wird auf den heutigen Fris Reuter- Abend" fie diesen Beschluß gefaßt, fordern sie das kaufende Publikum auf, mit Strüppeln, Kranken und Verwundeten, im ganzen etwa 290 mit nachfolgendem geselligen Beisammensein noch einmal hingewiesen. ihre Weihnachtseinkäufe im Ort zu besorgen. Das laufende Publikum Personen. Acht Schwerkranke blieben davon hier; sie sollten in der Gäste haben Zutritt. am Drte besteht aber in der Hauptsache aus Arbeitern und man Lungenheilstätte Grabowsee Aufnahme finden. Der zweite und Zahlstellen des Vereins: E. Müller, Rosinenstr. 3, Volkshaus; fönnte mindestens erwarten, daß die Gewerbetreibenden der Arbeiter- dritte Zug mit je 774 Personen tamen gegen 10 resp. 12 Uhr. Wilf, Kirchstr. 30; Bäsler, Schlüterstr. 8; Franz Schmidt , Wilmers- fchaft auch bei Wahlen nicht in den Rücken fallen, wenigstens nicht Besonders behaglich schien es den Kriegern des Mikado bei dem un­dorferstraße 130; Konsumverein I, Wilmersdorferstr . 27; Konsum- Parteien unterſtügen, welche die Gewerbetreibenden nur benach­verein II, Potsdamerstr. 12; Bigalfe, Schloßftr. 26a, und in teiligen. Wilmersdorf : Murrer, Eislebenerstr. 14, und Käsler, Lauen- Auch der Kampfgenossen- und Waffengefährten- Verein macht burgerstraße 20. schon mobil zur Wahl und fordert alle ehemaligen Soldaten auf, diesem Verein beizutreten, um so geschlossen gegen die Sozialdemo­fratie vorzugehen. Ein Unparteiischer dieser Garde läßt in einem hiesigen Blatte feine Untenrufe ertönen und schließt mit den Worten: will man etwas erreichen, so muß man auch den Mut haben, Farbe zu bekennen." Das meinen wir auch.

Schöneberg.

freundlichen Wetter auch nicht zu Mute zu sein. In ihre Mäntel gehüllt sahen die meisten ziemlich mißvergnügt aus den Eisenbahn­wagen in die eintönige graue Landschaft; nur wenige winkten hin und wieder mit Taschentüchern einen freundlichen Gruß den Passan­ten zu. Von Berlin haben die Leute herzlich wenig zu sehen. be. fommen, da sie den abgelegenen Bahnhof nicht verlassen durften. Das höhere Schulwesen soll in Schöneberg schon wieder eine Auffallend war der so wenig militärische Empfang der Japaner in Aenderung bezw. Erweiterung erfahren. Angeblich sollen, wie es Berlin . Nichts von wehenden Helmbüschen und präsentierenden in einer Magistratsvorlage heißt, die morgen den Stadtverordneten Ehrenfompagnien, wie man es hier sonst bei jedweder Gelegenheit vorliegt, die vorhandenen Anstalten dem steigenden Bedürfnisse gewohnt ist Nur zur Begrüßung des Lazarettzuges waren außer nicht mehr genügen. In Betracht kommen zunächst das Helmholz- Friedrichsfelde. der Roten Kreuz- Kolonne mit ihren Liebesgaben und der japanischen und das Siemens- Realgymnasium, wo neben den Oster- auch noch Die Mitglieder der evangelischen Landeskirche werden in den Gesandtschaft einige Hofschranzen erschienen, die von Lakaien Schoko­Michaeliscöten eingerichtet werden sollen. Außerdem soll nächsten Jahren mehr wie bisher für ihre Frömmigkeit büßen refp. lade und Zigaretten verteilen ließen. Für die Mannschaften des zum 1. April 1906 ein Reformgymnasium mit der Serta gefordert zahlen müssen. Die Kolonie Karlshorst will selbständig werden, leßten Zuges war auf einem freien Blaze neben dem Bahnhof werden, welches später mit dem nach dem Berliner Ortsteil zu ver- wenigstens in firchlicher Hinsicht. Wir hatten seinerzeit berichtet, echt fommißmäßig zum Mittagsmahl serviert". Naß geregnete legenden Reformgymnasium der Hohenzollernschule zu einer Doppel- welch' heftiger Kampf um die Kirchenvertretung zwischen Friedrichs Bänke, Liebesgabentarren und ein Haufen der obligalen militäri. anstalt vereinigt wird. Borläufig wird das neue Reform- Real- felde und der Kolonie Karlshorst tobte. Die Arbeiter hatten an schen" Freßtöppe" aus irgend einer Staserne deuteten schon von Der für diesem Streit feinerlei Interesse, der schließlich damit endete, daß weitem darauf hin, daß hier eine Art Biwats- Fütterung abgehalten das sogenannte Inselviertel zu errichtenden Realschule, die die Startshorster den Sieg errangen und somit auch die Mehrheit werden sollte. Ob's den kleinen Japanern geschmeckt hat, läßt sich ben Wünschen" der dortigen Bevölkerung entsprechen soll, werden in der Kirchenvertretung. Diese Mehrheit muzte Itun ihre mit Bestimmtheit nicht sagen. Es schien aber, als hatten sie gegen­die zweiten Ostercöten spätestens am 1. April 1907 zugeführt werden. Macht aus, 11111 die firchlichen Interessen in Karlshorst zu wärtig auch mehr Hunger als Waterlandsliebe". Wenn sie nach Ein recht reichlicher Wunschzettel wird uns hier vom Magistrat verbessern. In legter Zeit ist beschlossen worden, wochenlanger Seefahrt glücklich ihr Heimatland erreicht haben vorgelegt, und es will scheinen, als ob das Bedürfnis" viel leichter der zu errichtenden Kirchengemeinde Karlshorst den dortigen Kirchhof werden, dürfte auch mancher von ihnen stille Betrachtungen darüber und schneller beim Magistrat Verständnis findet, als wenn es sich nebst Leichenhalle schuldenfrei zu überlassen, außerdem die Summe anstellen, für was und für wen eigentlich die Völker auf dem um die Volksschule handelt. Wenden wir uns auch nicht gegen die von 40 000 m. bar als Grundſtock zu überweisen. Sollte dieser Schlachtfelde oder in der Gefangenschaft bluten und leiden müssen Bildungsanstalten an sich, so meinen wir doch, daß das gesamte Beschluß von der Aufsichtsbehörde sanktioniert werden, so wird wohl Ja für wen?!