Das Unglück der Könige...
gebraucht wird, durch den Abgeordneten ty dh e I. Als der] Das Vereins- und Versammlungsrecht ist Bietät auszuführen. Man sieht, wie rüdsichtslos die Sozial Ariegsminister erwidert hatte, daß es der Militärverwaltung zurzeit für die Arbeiterschaft böllig auf- demokratie die heiligsten Bande der Familie zerreißt!- fernliege, die religiösen Bedürfnisse der polnisch sprechenden Mann- gehoben; nicht allein öffentliche, sondern auch schaften zu beeinträchtigen, beruhigten sich die Interpellanten. Vereins- und Gewerkschaftsversammlungen Sie beantragten auffallenderweise teine Besprechung ihrer werden von der Polizei verboten! Die Berliner Freisinnspresse gefällt sich in journa Interpellation. Es schien den Agrar- Polen daran zu liegen, Anläßlich der preußischen Wahlrechtsdemonstrationen hatte listischen Clownsprüngen, um die Berliner Wahlrechtsdemonstration der- germanisierenden Regierung keinerlei Schwierigkeiten zu die Hamburger Polizei umfassende" Sicherheitsvorkehrungen wie anders urteilt demgegenüber ein bayerisches Freisinnsblatt, als eine ebenso überflüssige wie harmlose" Spielerei darzustellen. bereiten. Anders ist die Unterlassung eines Antrages auf Be- getroffen, um einer Invasion der Krämerrepublik durch die Münchner Neuesten Na chr.". Dies freisinnige Blatt sprechung der Interpellation nicht zu verstehen. Wer in allem, preußische Umstürzler" entgegentreten zu können. Ueber schließt seinen dem roten Sonntag gewidmeten Leitartikel mit den was die Belastung des Volkes anlangt, mit der Regierung diese„ ftarken" Maßnahmen ist nicht allein in sozialdemo- Säßen: durch Dick und Dünn geht, muß eine wenig beneidenswerte tratischen Streifen geulft worden. Die liberale" Hamburger Ein trüber Tag zog heute herauf, Regenschauer und schwere Rolle spielen, wenn er sich anschickt, als verteidige er das Polizei ist nervös, sehr nervös geworden, hat sie doch in Wolfen lagen über der Stadt. Aber im alten Königsschloß an Recht des Volkes auf anderen Gebieten. Herbergen nach Revolvern suchen lassen, weil ihr mit- der Spree wird der Prunk des Ordensfestes durch das graue Die weitere, gestern vertagte Beratung über den Gesez- geteilt worden war, es sollten Waffenverteilungen an Wetter ebensowenig gestört worden sein wie durch die sozialdemoentwurf betreffend den Versicherungsvertrag zog sich bis um| Demonstranten" stattfinden oder stattgefunden haben. kratischen Versammlungen. Und doch, wie notwendig wäre es, wenn bis in den Weißen Saal der Ruf 6 Uhr hin. Sie bewegte sich wesentlich in juristischen und Die im tosakischen Sinne redigierten„ Hamb. Nachrichten" bon Millionen dränge: Fort mit dem Wahlfachtechnischen Gleisen. machen auch in Judenheze, sonst hätten sie wohl feinem„ Einunrecht in Preußen!" Die Mittwochsitung ist für Initiativanträge bestimmt. gesandt" Aufnahme gewährt, in welchem den schwerreichen Das klingt wie ein förmliches Bedauern, daß keine An erster Stelle der Tagesordnung steht die dritte Lesung Juden des Millionenviertels Roterbaum- Havestehude der Sturm Straßendemonstration stattfand! Das erinnert geradezu über den Diätenantrag. Ihr folgt der vom Zentrum ein auf ihre Geldschränke durch- Wahlrechtsdemonftranten an- an das Wort Johann Jacobys:" Das ist das Unglück der Könige,
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gebrachte Toleranzantrag, diefem die Beratung des sozial- gedroht wird! burd Bahlrechtsdemonftranten daß fie die Wahrheit nicht hören wollen!"-
demokratischen Initiativantrages auf Ein= führung einer auf Grund des allgemeinen, gleichen, diretten und geheimen Wahlrechtes ausammengesezten Voltsvertretung für jeden Bundesstaat und für Elsaß- Lothringen .
Eine Fleischnotdebatte im Dreiklaffenparlament. Jm preußischen Abgeordnetenhause begann am Dienstag bie zweite Beratung des Etats der landwirtschaftlichen Verwaltung. Die Agrarier, die sonst diesen Etat zum Anlaß nahmen, um in bewegten Tönen über ihre Notlage zu jammern und die Regierung um neue Liebesgaben anzuschnorren, berhielten sich ungewöhnlich ruhig. Stein Wunder, Herr v. Podbielski hat ihnen den Mund so vollgestopft, daß sie beim besten Willen nicht mehr schreien fönnen. Nur ab und zu vernahm man noch ein leises Wimmern irgend eines Nimmersatten, der dadurch andeuten wollte, daß er sich immer noch nicht ganz befriedigt fühlt und bei nächster Gelegenheit wieder Ios brüllen wird.
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Im wesentlichen drehte sich die Debatte um die Frage der Fleischnot. Viel Neues wurde weder von den Agrariern noch von ihren Gegnern gesagt, aber den Eindruck erweckte die Debatte doch, daß die Agrarier sich nicht mehr mit so wohlfeilen Redensarten wie bisher über die Fleischnot hinwegzusetzen wagen. Selbst Herr v. Podbielsti fonnte die Frage nicht mehr mit ein paar scherzhaften Redensarten abfun, er mußte die Fleischteuerung zugeben. Freilich führt er sie auf die Fleischbeschau zurück und will dafür sorgen, daß in Zukunft wenigstens das Fleisch der sogenannten einfinnigen Rinder nach 21tägiger Kühlraumlagerung unbeschränkt freigegeben und daß auch bei geringfügiger Aber von einer Tuberkulose die Freigabe gestattet wird. Deffnung der Grenzen will er er nach wie vor nichts wissen! Das Fleisch tranfer einheimischer Tiere schadet nach Ansicht des Ministers der Bevölkerung offenbar weniger als der Genuß gesunden Fleisches aus dem Auslande. Fürwahr! Die Agrarier können mit diesem ihren Schirmherrn, der das einseitige agrarische Interesse über das der Gesamtheit stellt, wohl zufrieden sein. Daß auch das„ Gerede" in der Presse und ganz besonders die Sozialdemokratie für die Fleischnot verantwortlich gemacht wurde, ist selbstredend. Woran ist die Presse und die Sozialdemokratie nicht schuld?
Am Mittwoch wird die Beratung des Landwirtschaftsetats fortgesetzt.
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Deutfches Reich.
Herrn Mosses Gladiatoren.
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Nachwehen vom roten Sonntag.
In Breslau haben die Kriegszustande am Montag abend ihre sonderbarsten Blüten gezeitigt. Wie bereits gemeldet, war Herr Mosse läßt in seinem Zeitungsverlag förmliche die auf Montag abend nach dem Gewerkschaftshause einberufene Gedächtnisversammlung für die Opfer der russischen Revolution Gladiatorenfämpfe zwischen Börsenfreisinn und freisinniger aus Gründen der öffentlichen Ruhe und Sicherheit bekanntlich verDemokratie aufführen, alles zu Nutz und Frommen seines boten worden. Trotzdem die„ Volkswacht" durch unentgeltliche Ver Annoncengeschäfts. teilung einer Extraausgabe dafür gesorgt hatte, daß die neuefte Das Wossesche Berliner Tageblatt" schrieb Polizeimaßregel den Arbeitern rechtzeitig bekannt wurde, hatte die Polizei es für nötig gehalten, das Gewerkschaftshaus und die ganze gestern: Umgebung der Margarethenstraße der schärssten Absperrung schon von den Nachmittagsstunden an zu unterwerfen. Die Schuhmannschaft hatte ihr Hauptquartier in dem in der Nähe befindlichen Lachmuthschen Balletablissement, die berittene Polizei in einem Der Polizeiaufgeschlagen. gegenüberliegenden Gasthofstalle präsident hatte sich der Mühe unterzogen, in höchst eigener Person die Wirkung der angeordneten Maßregeln zu kontrollieren. Die Absperrung war eine so scharfe, daß es nur einem fleinen Teile derer, die im Gewerkschaftshause an Kassenstunden oder sonstigen Sizungen teilzunehmen hatten, gelang, durch die dichten Postentetten hindurchzukommen. Der Defonom des Gewerkschaftshauses wird gegen diese Absperrung, durch die ihm ein schwerer Schaden erwachsen ist, Beschwerde führen, ebenso soll gegen das Versammlungsverbot, das flaren Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichts widerspricht, Protest erhoben werden.
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Die Sozialdemokratie hatte es durch ihre töridhte Taftit glücklich fertig bekommen, daß sie sich in der Wahlrechtsfrage einer Frage, die das liberale Bürgertum seit Jahrzehnten immer wieder aufgeworfen hatte, aber gerade wegen der Indolenz der Arbeiter nicht löfen fonnte fast isoliert sah. Nun suchte sie ihre Schwäche nach dem Grundsatz zu verdecken: Die Masse muß es bringen. So brachte sie denn alles auf die Beine, was nur friechen fann, um möglichst„ wuchtig" gegen die Dreiklassenwahl zu demonstrieren. Die innere Hohlheit dieses Massenaufgebots konnte feinem Einsichtigen verborgen sein."
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Der Tat soll die Strafe auf dem Fuße folgen."
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Und heute schreibt die Mossesche Volts- Zeitung": Außerdem hat bisher noch stets und das ist die ernste Mehrseite der Medaille jedes Blatt der Weltgeschichte gelehrt, daß das Rezept Nun gerade nicht!" den Keim der unerbittlichen Niederlage derjenigen Regierung in sich schließt, die mit diesem spaßhaften Trußwort ihre schwache Position verteidigen zu können meint. Eine Agitationswaffe von unividerDen obigen Ausspruch tat befanntlich der neue Justizminister stehlichem Reiz auf die Gemüter aller unter dem Wahlunrecht Leidender ist dieses unbezahlbare Nun gerade nicht!" Denn das Beseler. Nach den bisherigen Erfahrungen trifft der Ausspruch zu, Wahlunrechi des preußischen Treiflassenwahlsystems bringt nicht wenn es sich um„ Sünder" aus der Arbeiterklasse handelt, auch mur die riesigen Massen der Lohnarbeiter, es bringt auch die trifft er zu, wenn Anflage erhoben wird gegen die Verfasser eines breitesten Schichter des Bürgertums um das ihnen von rechts- Flugblattes, gegen Flugblattverbreiter oder gegen Demonstranten. wegen zustehende Maß des Einflusses auf die gefeßgebenden Wenn es sich aber um Sünder aus der besitzenden Klasse, um Körperschaften des Landes. Durch das famose Nun gerade Unternehmer handelt, eilt es gar nicht so sehr mit nicht!" wird also dem Austurm durch das vollsfeindliche Drei- der Strafe. Um nur einen ganz eklatanten Fall zu erwähnen, tlassenwahlgesetz ein neuer Anstoß von größter Kraft gegeben. Uebrigens müssen einem Volfe, das um ein ihm vorent- erinnern wir an das große Grubenunglück auf Zech e haltenes Recht kämpft, alle Dinge zum Besten dienen. Die von Borussia" bei Dortmund ", das mehr als ein halbes Jahr der Regierung geplanten, jekt zu den reponierten Aften ge- zurüdliegt. Etwa 40 Menschen mußten damals auf so entsegliche Weise ihr schriebenen Veränderungen des Dreiflassenwahlrechts wären un- Leben lassen, mehr als zwanzig liegen noch jetzt dort unten in der zweifelhaft über die Bedeutung armseliger Schönheitspflästerchen Tiefe. Die Bergarbeiter- Zeitung" und die Dortmunder Arbeiternicht hinausgegangen. Wiederholt aber hat man mit allerlei ge- zeitung" haben damals schonungslos die Wißstände erörtert und fünftelten lidereien die schauerlichsten Blößen dieses wider die Verwaltung auf das schwerste belastet. Sogar ein Unternehmer sinnigen Wahlgesetzes zu bedecken versucht. Für die Wirksamkeit blatt, die„ Rheinisch Westfälische Zeitung", forderte das der Agitation gegen das herrliche Gesetz ist es daher vorteilhafter, Einschreiten der Staatsanwaltschaft gegen die Vordas System bleibt in der ganzen erschreckenden Troftlosigkeit seiner Verbesserungsunfähigkeit und Verbesserungsunwürdigkeit waltung. Lange Zeit hörte man nichts. Aber die Arbeiterpresse bestehen, als daß man durch eine nichtssagende Reformpfuscherei des Ruhrieviers bohrte weiter, bis endlich die ultramontane Pref den Anschein erweckt, als fönne aus dieser gesetzgeberischen Weiß- zuerst die Nachricht brachte, die Staatsanwaltschaft habe ein Ver geburt überhaupt noch ein gesundes Wesen gedeichselt werden." fahren gegen die Verwaltung eingeleitet. Tatsächlich haben dan Hamburg im Zeichen der Polizeidiktatur. Diese Ausführungen der freisinnigen Volts- 3tg." einige Zeugenvernehmungen vor dem Untersuchungsrichter stattgefunder Obwohl von allen anständigen Leuten anerkannt wird, sind übrigens gleichzeitig eine der freisinnigen Freien Aber das war vor Monaten. Seitdem hörte ma daß das Verhalten der gegen die völlige politische Entrechtung Deutschen Preise" applizierte schallende Ohrfeige. Bringt nichts mehr von der Sache, und die Annahme ge demonstrierenden Arbeiterschaft am Abend des 17. Januar es doch Herr Müller- Sagan fertig, in feinem Blatte über winnt an Boden, daß man sie einschlafen lassen ein geradezu musterhaftes, der von vielen Organen der die beabsichtigte Zurückziehung der preußischen Wahlrechts- will. Daß aber auf Zeche Boruffia" auf gröblichste Weise gegen Sicherheitspolizei entwickelte Schneid" dagegen recht über- novelle" also zu lamentieren: die geltenden Bestimmungen gesündigt worden ist, steht fest. Soll flüssig war, ja in Verbindung mit der taktischen UnSo bewährt sich die Sozialdemokratie immer nun das entsegliche Unglüd ungefühnt bleiben? geschicklichkeit der Polizeistrafegen die Unruhen im wieder als die beste Stüße und Selfershelferin Daß bisher nichts gegen die Verwaltung der Behe Borussio Stafchemmenviertel provoziert hat, versucht das elende unternommen worden ist, wollen wir dem neuen Justizministe Scharfmachergesindel im Bunde mit den„ Hamburger nicht zur Last legen. Wir erwarten aber von ihm, daß Nachrichten", die täglich zu Gewalttätigkeiten gegen die SozialDas offiziöse Depeschenbureau verbreitet zur Veröffent- äumt hat. Wie soll soust das Volk noch Vertrauen zur Rechte baldigst nach bolt, was sein Vorgänger ber demokratie auffordern, ohne daran behindert zu werden, die Wahlrechtsdemonstranten nicht nur moralisch, sondern auch folgende Kundgebung: finanziell für die den Geschäftsleuten durch die Erzesse entpflege haben, wenn das fahrlässige Hinopfern so vieler Menschenleber straflos hingehen soll?! standenen, auf 100 000 m. veranschlagten Schäden verant wortlich zu machen. Allen Ernstes wird in der Presse der Vorschlag gemacht, die Parteileitung und unser Parteigeschäft, wo die Flugblätter zur Teilnahme an den Versammlungen gedruckt worden sind, auf Schadenersatz zu verklagen. Auch die von den Rowdies verlegten Polizisten sollen sozialdemokratische Schmerzensgelder erhalten, so verlangen die Ueberscharfmacher, deren Geistesverfassung reif für Friedrichsberg( Landesirrenanstalt) ist. Die geschädigten Geschäftsleute, wohl die besten Bekanntlich hatte der Leiter der politischen Polizei in und einwandfreiesten Beobachter der Erzesse, haben sich an die Berlin , Dr. Henninger, dem Vertreter eines Berliner richtige Adresse gewandt, denn sie fordern, wie der senats- Blattes gegenüber Aeußerungen über den voraussichtlichen Friedrichstadt . Letterer erwiderte darauf, er wollte nur ein Glas offiziöfe Hamb . Sorresp." berichtet, durch Rechtsanwalt Verlauf der Wahlrechtsdemonstration getan, nach denen man Vier trinken und entfernte sich, wurde aber schon nach kurzer Zeit Dr. Brumm die Deckung des Gesamtschadens aus Staats die von den Militärbehörden ausgehenden beispiel- am Eingang der ebenfalls polizeilich abgesperrten Wilsdruffermitteln. Eine diesbezügliche Eingabe ist dem Senat bereits losen Striegsrüstungen für mindestens überflüssig straße gesehen. Nach der Anklage soll M. mit Gewalt den Durchzugestellt worden. Das Blatt fügt hinzu: Wie bereits mit ansehen mußte. Auch das, wie vom Vorwärts" anerkannt gang zu erzwingen versucht und zu diesem Zwecke Schuhleute bei seite gestoßen haben. Er erreichte indessen seine Absicht nicht, da geteilt, stützt sich das Gesuch darauf, daß der Schopenstehl in wurde, durchaus konziliante Benehmen der Berliner Polizei er von einem Schutzmann zurückgeschoben wurde. M. bestritt ent der kritischen Zeit etwa eine Stunde lang ohne genügenden am roten Sonntag stand, wie auch von der bürgerlichen Preise schieden jede Gewaltanwendung; er hat sich nur durch eine Lüde polizeilichen Schutz gewesen sei, trotzdem die Polizei Kenntnis nicht unbemerkt blieb, in einem auffälligen Kontrast der Postenkette hindurchzwängen wollen. Die Zeugenvernehmung von der Zusammeurottung des Gesindels hatte, das bald darauf zu den drohend aufgefahrenen Batterien und den lanzen - nahm einen überraschenden Verlauf, so daß man sich wundern muß, die Gewalttätigkeiten in den Parterrelokalitäten verübte." bewehrten Reitergeschwadern, die man am Sonntag durch die wie in diesem Falle überhaupt Anklage erhoben werden konnte. Der bekannte sozialliberale Dr. S. Hedscher äußert Straßen ziehen jah. Nach dem Lobe, das Wilhelm II . dem fich über das gemeingefährliche Treiben des Scharfmacher- Verhalten der Berliner Polizei spendet, könnte man fast vergesindels u. a. wie folgt: muten, daß dem Kaiser der militärische Schutz von gewisser Seite förmlich aufgedrängt worden sei!-
ber Reaktion"
lichung
Ich habe mit Befriedigung erfahren, daß der gestrige Tag ohne Störung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit in meiner Haupt- und Residensstadt Berlin verlaufen ist. An diesem er freulichen Refultat haben die umsichtigen polizeilichen Maßnahmen wie das tattvolle und angemeffene, Verhalten der Schumanniche einen welenden steht. Ich fann es mir nicht berjagen, De braben Berliner Schußmannschaft hierfür meinen föniglichen Dan und meine ameriennung auszusprechen, und beauftrage Sie, de Schutzmannjajat Dies belannt zu geben. Wilhelm R."
Komisches Mißgeschick.
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vor dem Dresdener Landgericht zur Verhandlung. Angeklagt war Ein Straßendemonstranten- Prozeß kam am Montag abermals der 40 Jahre alte Tiefbauarbeiter Gustav Mar Otto Müller , schuldig gemacht haben sollte. M. fam am genannten Tage gegen der sich am Sonntag, den 3. Dezember, des Widerstandes 2 Uhr über den Postplatz und wollte nach der Großen Brüdergasse, fand diese jedoch bei der Sophienkirche durch einen dichten Polizeis fordon abgesperrt. Er wollte durch die Postenkette hindurch, wurde aber von dem Gendarmen Meßner, der den Angeklagten persönlich tannte, zurückgewiesen mit den Worten, er( M.) wohne doch in der
Reiner der drei Schußleute( andere Beugen tamen nicht in Be tracht) konnte die Anklage bestätigen. M. habe gestikuliert und zu sagen wußten. Von irgendwelchen Tätlichkeiten des Angeklagten mit den Händen herumgefuchtelt, das war alles, was diese Zeugen gegen den einen oder anderen Schuhmann wußten sie nichts. Der Staatsanwalt suchte in seiner Verlegenheit die Schuld an der An flage - Erhebung dem Schußmann Meßner in die Schuhe zu schieben, nur, daß der Angeklagte in ungebührlicher Weise versucht habe, der in seiner Anzeige von Gewalt gesprochen habe. Erwiesen sei sich Durchgang zu verschaffen, nicht aber, daß er dabei Gewalt an gewendet habe. Er stelle anheim, den Angeklagten frei.
Südwestafrika.
. Die Hamburger Arbeiterschaft hat mit dem Verbrechergesindel in der Niedernstraßengegend fo wenig etwas gemein wie die Väter des unheilvollen Gefeßentwurfes. Wenn man schon einmal von Schuld reden will, so fönnte man mit größerem Rechte argumentieren: Ihr, die nierenden Truppen verboten worden, die Kaserne zu verlassen, Zum roten Sonntag war es nicht nur den in Berlin garnisoIhr die Wahlrechtsvorlage eingebracht, die Ihr dadurch Erbitterung und unfrieden hervorgerufen, sondern auch den von auswärts nach Berlin be urlaubten Soldaten war die Weisung zugegangen, sich während des 21. Januars Ihr, die Ihr pochend auf Gure gegenwärtige Stuben arreft aufzuerlegen. Der den betreffenden Urlaubern zusprechen. Dies geschah natürlich denn auch. Macht, versucht, die Verfassung zu ändern, Ihr seid die wahren Schuldigen. Wer Wind säet, wird Sturm Bugegangene Befehl hatte folgenden Wortlaut: ernten. Herunter einmal mit all dem Flitter- und Flatterkram, den Ihr der Vorlage angehängt habt, herunter vor allem mit jenem liberalen Narrenkleid, das der neue Ausschußbericht dem gräulichen Gebilde umgeworfen hat, und heraus mit der nadten Wahrheit! Ihr wollt den Hamburger Arbeitern staatsbürger- die Nacht vom 21. zum 22. d. M. keine Gültigkeit. liche Rechte nehmen, die Ihr vor wenigen Jahren ihnen eingeräumt habt. Sagt's doch offen und frei: Ma cht geht vor Recht! Nun hat der Hamburger Arbeiter würdig und friedlich demonstriert. Hätte er's nicht getan, er wäre wert, seine Rechte zu verlieren. Merkt's Euch! Der Arbeiter ist fein Spielzeug!"
Sie haben vom 21. d. M. früh bis zum 22. b. M. 9 Uhr bormittags sich in Ihrer Wohnung aufzuhalten und die Straße nicht zu betreten. Der auf Ihrem Urlaubspaß bescheinigte Nachturlaub hat für
Der Kommandant. gez. Graf v. Moltke."
Einer der Beurlaubten hatte nun deshalb um Urlaub nachgesucht, um der am Sonntag stattfindenden Beerdigung eines Vaters beiwohnen zu können. Infolge der obigen Order war der Zeidtragende jedoch verhindert, diesen Akt findlicher
Berlin , 23. Januar. Oberst Dame meldet, daß die Annahme, Morenga fei nach Springpüts gezogen, sich nicht bestätigt hat. Die zu seiner Verfolgung angesezte Abteilung des Hauptmanns Siebert fand nur Spuren einer schwächeren Bande und kehrte daher in die Gegend von Duurdrift- Ondermaitje zurüd. Morenga stand am 8. Januar noch bei Hartebeestmund am Oranjes fluß.
Gegen Cornelius, der sich seit dem Dezember in dem Tirasgebirge aufhält, war eine Streifabteilung von 70 Gewehren unter dem Befehl des Leutnants von Crailsheim in Marsch gesetzt