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Nr. 40. 23. Jahrgang.

2. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt. Sonnabend, 17. Februar 1906.

Die Revolution in Rußland .

Das Schreckensregiment in den Ostsee - Provinzen wird uns noch von einem russischen Flüchtling wie folgt ge­schildert: Sämtliche esthnische und lettische sozialdemokratisch und radikal gesinnte Schriftsteller, Redakteure, Volksschullehrer und Arbeiter wurden verhaftet und erschossen oder flüchteten. Von mehr als 20 Redaktionen der esthnischen und lettischen Zeitungen und Zeitschriften sind nur zwei oder drei von den reaktionärsten noch am Leben geblieben. Der Redakteur Peet in Fellin, ein alter Mann von 70 Jahren, wurde auf den Vorschlag des Baron Ungern- Sternberg und auf den Befehl des russischen Generals unmenschlich so lange mit den Nagaifen geschlagen, bis er besinnungslos wurde. Ob er noch am Leben ist, ist unbekannt.

In Walk wurden die Schriftsteller und Buchhändler Karlson und Randsepp verhaftet und so lange mit den Knuten geschlagen, bis sie über und über blutig waren.

Gesetzliche Erpressung.

Gerichts- Zeitung.

So wenig wie Rußland bei seiner jezigen Lage das ausländische Publikum zur Hergabe von Mitteln zu begeistern vermag, kann die Regierung die eigenen Landesländer dazu bringen, ihre legten Rubel, Ein Silvesterult hat für den Schloffermeister Wilhelm Bofch die ihnen Kosaken und Hooligans ließen, auf dem Altar der Ne- sehr unangenehme Folgen gehabt. Wegen groben Unfugs und aktion zu opfern. Der russische Finanzminister befindet sich des- Schießens in der Nähe bewohnter Gebäude mußte sich P. gestern wegen auf der Suche nach einem Gesetz oder wenigstens einem vergangenen Jahres saß P. bergnügt und guter Dinge inmitten vor dem Schöffengericht I verantworten. Am Silvesterabend des Baragraphen, der die Bevölkerung zum Opferfinu zu zwingen vermag. seiner Familie beim Glase Punsch. Dieser schien wohl etwas zu Er hat nämlich gefunden, daß in den Forderungen des Publikums, start gebraut gewesen zu sein, denn der sonst ruhige Mann ver­feine Einlagen aus der Staatsbant zurüdzuerhalten übte allerlei Allotria und stand bald völlig im und die Annahme des Papiergeldes zu ver- des Alkohols. Der völlig im Banne Zufall wollte es, daß dent An­weigern, eine schwere Beleidigung für die russische Regierung geschuldigten eine alte berrostete Pistole in die Hand liege. Daher hat sich Finanzminister Shipow an den ruffischen fiel, mit der er sofort einen riesigen Spaß" machen wollte. Dieser Justizminister Ati mow mit der Bitte gewandt, ihm anzugeben, lichen Schießprügel mit einer gehörigen Pulverladung verfah und Akimoto" Spaß" bestand darin, daß er unter vielen Mühen den altertüm­welcher Baragraph des russischen Strafgesetzes auf die Handlungs- damit das Herannahen des neuen Jahres erwartete. Kurz vor weise eventuell bezogen werden könnte. Ist ein solcher nicht vor- 12 Uhr begab sich P. auf die Straße. Um das neue Jahr mit einem handen, so wird man natürlich das Volk durch ein neues Gesetz zur Freudenböller zu begrüßen, drückte P. ab und erzielte damit den petuniäreu Betätigung seines Patriotismus zu zwingen versuchen. Erfolg, daß es einerseits einen Krach gab, daß sämtliche Fenster der Umgegend erzitterten und schwachnervige Menschen vom Stuble fielen und Und weitere Finanznot. andererseits, daß ihn ein Schuhmann am Kragen packte und zur Polizei­diese empfindliche Strafe legte Bosch, der Familienvater ist, durch wache brachte. Die Folge war ein Strafmandat über eine Woche aft wegen groben Unfugs und unbefugten Schießens. Gegen diefe empfindliche Strafe legte Bosch, der Familienvater ist, durch gericht machte der Verteidiger geltend, daß mit dem Vorgehen mit den Rechtsanwalt. Grünspach Berufung ein. Vor dem Schöffen­

In Werro wurde der esthnische Schriftsteller un st a lu im Gefängnis mit dem Gewehrkolben geschlagen, weil er die die rückständigen Semstwosteuern mit allen ihnen zu Gebote stehenden Den Blättern zufolge hat Turnowo den Gouverneuren befohlen, Marseillaise ins Esthnische übersetzt und veröffentlicht hatte. Mitteln zwangsweise beizutreiben. Die Rückstände betrugen schon In Wesenberg wurde der Schriftsteller Neudorf auf im Jahre 1902 20 Millionen Rubel und find gegenwärtig dermaßen die Verordnung des Kreischefs erschossen, weil er ein Sozial- angewachsen, daß den Semstwos finanzielle Zerrüttung droht. demokrat sei!

Riga , 15. Febrnar. Die Polizei entdeckte in dem Keller eines Haufes im Zentrum der Stadt 14 Bomben, von denen acht gefüllt einmal einen bummen Streich verilben. und sechs leer waren. stehendes revolutionäres Komitee ist in einer Privatwohnung verhaftet Roftow a. Don, 15. Februar. Ein aus 14 Personen be­

exemplarischen Strafen gegen Leute, die in der Silvesternacht Unfug der Angeklagte in vom Alkohol angeregter farnevalistischer Stimmung stiften, doch wohl nicht Personen getroffen werden sollen, die wie Der Gerichtshof änderte den Strafbefehl in zehn Mart Geldstrafe um.

In Reval wollte man alle esthnische Schriftsteller hängen; sie konnten sich nur durch die Flucht retten. Das ganze Stadt­amt in Reval war radikal gesinnt und alle seine Mitglieder mußten flüchten. Die reaktionären Deutschen und Junker haben in Reval alles aufgeboten, um die Stadtamtsmitglieder worden. zu verhaften.

Wenn das russische Militär mit seinen Mordabsichten in die baltischen Provinzen einrüdte, so veranstalteten die deutschen Junker ihnen überall einen festlichen Empfang und ihre Güter verwandelten sich zu Saufanstalten, wo die Offiziere mit den Soldaten soffen und praßten, und dann nach den Vorschriften der Barone das schutzlose Volk aus­plünderten und beraubten.

Aus der Partei.

Wie eine Reminiszenz aus den Tagen des Sozialistengesetes liest sich ein Bericht, den unser Banter Parteiorgan aus

Delmenhorst bringt.

Wir lesen dort:

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Schließlich flagten sie gegen sämtliche Mit­

Schadenersatzklage gegen einen Gerichtshof. Der Pfarrer P. Herr­mann und der ehemalige Zahlmeisteraspirant W. Herrmann haben gemeinschaftlich Grundbejiz in Steglig. Wegen Ermäßigung der ihnen abverlangten Grundsteuern für die Jahre 1896 bis 1901 führten fie regelmäßig Prozesse im Verwaltungsstreitverfahren, die vom zweiten Senat des Oberverwaltungsgerichts in letzter Instanz erledigt wurden. Ihren Anträgen wurde nur teilweise stattgegeben. eine Der der Prozesse hatte im ersten Rechtsgange den ersten Senat des Oberverwaltungsgerichts beschäftigt. Es war Zurückverweisung in die Vorinstanz erfolgt. Infolge einer Genosse E. Vermeiren hat am gestrigen Tage unsere Stadt und anderweitigen Geschäftsverteilung kam er im zweiten Rechtsgange offizier Iwan of und der Besitzer Baron Nolten völlig Queken unfreiwillig verlassen. Bescheiden wie immer wollte unfer braver nun die Kläger , durch Klage im Wiederaufnahmeverfahren die rechts­Auf dem Gute Mosikak in Livland waren der Polizei- damit den Machtbereich der Herren Bürgermeister Koch und Syndikus an den zweiten Senat, der dann wie schon gesagt, in allen Pro­zessen der Kläger das letzte Wort sprach. Bergeblich versuchten betrunken, als sie den Soldaten Befehl gaben, auf das fried- Genosse in aller Stille von hier Abschied nehmen. Einige feiner fräftigen Urteile insoweit anzufechten, als sie zu ihren Ungunsten liche Volk zu schießen. Dieser selbe Baron hieß auch seine bisherigen Mitarbeiter, bekamen jedoch Kenntnis von dem Zeitpunkt ausgefallen waren. Viehställe anzünden, um das als Brandstiftung der Revolu der Abreise und bald lagen alle Bauten der Bauunternehmer glieder des zweiten Senats des Oberverwaltungsgerichts beim Ober­tionäre zu stempeln. Ein gewisser Baron Trausche hat G. Twisterling und G. Bosteen still. Fast alle Handwerker und verwaltungsgericht auf Schadenerfah, vertreten durch ihren Bater dasselbe mit seinem Gute gemacht. einen Herrn, der auf In Esthland haben die meisten von den Junkern ihre Arbeiter diefer benannten Firmen hatten fich eingefunden, als ihren Generalbevollmächtigten, dem Oberverwaltungsgericht häufiger Gast ist. Es wurde den allgemein beliebten und gerechten Mitarbeiter und Gutsgebäude, besonders die alten, anzünden lassen, um von der Versicherungsgesellschaft viel größere Summen zu be­Klaffengenossen ein vom Vertreter der Kläger behauptet, die Mitglieder des zweiten Stück Weges zu begleiten. Um 2 1hr Senats hätten nicht richtig gehandelt, indem sie nach Meinung kommen, als die Gebäude wert waren. So hat das nach Aus- nachmittags hatten sich etwa 200 Personen eingefunden, die des Herrn nicht die Grundsätze beachtet hätten, welche der erste durch Freunde und Bekannte des Ausgewiesenen immer mehr Senat seinerzeit bei der erwähnten Zurückverweisung der einen sage von Zeugen Baron Renne getan. Man hört auch, daß die deutschen Junker noch etliche berſtärkt wurden. Ein stattlicher Zng von Demonstranten holte den Sache an die Vorinstanz im ersten Rechtsgange aufgestellt habe. Millionen Schadenersatz von der russischen Regierung erhalten, Genoffen Bermeiren von seiner Wohnung ab und begab sich zunächst Natürlich mußte die Klage vom Oberberivaltungsgericht als weil ihre finanzielle Lage nicht allzu glänzend sei. Sie be- nach der Zentralhalle. Hier wurde vom Vorsitzenden des Bau- unzuläffig abgewiesen werden, weil das Oberverwaltungsgericht kamen schon vor einem Jahre für ihre Krüge und Sauflokale hülfsarbeiter- Verbandes, dem Genossen Joh. I a ch, eine ternige An- nicht zuständig ist dafür, daß ein Richter und der Staat von der Krone umsonst einige Millionen, obgleich ihnen für sprache gehalten. Auch der Genosse Vermeiren dankte in bewegten für wirkliche Versehen seiner Beamten verantwortlich gemacht werde, ihre Sauflotale jezt ebenso viel Pacht bezahlt wird als vor Worten für die ihm bewiesene Sympathie. Hierauf ordneten sich die und zwar von dem ordentlichen Gerichte, tritt demokratie ein. Derartige Klagen aber, wie die borss der Einführung des Branntweinmonopols. Nun sammelt Bersammelten wieder zu einem Demonstrationszuge und bewegten sich ftebenb beschriebene, machen den Eindruck als ob sie von man auch in Deutschland noch für sie und die baltischen Barone durch die Luisenstraße, Langenstraße, über den Marktplatz, durch die uten angestellt sind, die da glauben, ihre Rechtsansicht sei die Achie fönnen angenehm als politische Märtyrer" im Auslande Bismarckstraße und Bartstraße nach Mentens Hotel. In der Part- der Weltbegebenheiten: für solche Ansprüche fehlt jeder Boden. straße bor dem Hause des Bürgermeisters Roch und der Die Verfolgung solcher abstrusen Forderungen hat mit der sozial­Der lettische Redakteur Dr. Walter erzählte unserem Wohnung des Syndikns Lucken standen Polizeiposten, ohne Ge- demokratischen Forderung des Schadenersatzanspruches gegen Fistus zumt Einschreiten Gewährsmann, daß in Kurland die Barone und Junker den legenheit zu bekommen. In Menkens und Beamte nicht das geringste gemein.

leben.

um

die Sozila

Kosaken und Soldaten Verhaltungsvorschriften den Bauern Hotel hielt Genoffe Aug. Meher eine ergreifende Ansprache Preußische Richter können auch milde urteilen! Vor der Straf­und Volksschullehrern gegenüber gaben, die nach ihrer und geißelte das jämmerliche Verhalten unseres Magistrats fammer des Landgerichts in Duisburg hatte sich am 12. d. M. Meinung erschossen werden sollten. Wo der Betreffende nicht in betreff der Ausweisungspolitik. Durch die Deklamation der Gefangenen Aufseher Meyer vom Gerichtsgefängnis zu ergreifen wer, da erschoß man gewöhnlich seine ganze eines selbstverfaßten Prologs auf Vermeirens Ausweisung durch in Ruhrort wegen mehrfacher Verbrechen im Amte zu zu ergreifen war, da erschoß man gewöhnlich seine ganze den Genossen Minch fand die Zusammenkunft in Menkens verantworten, nämlich wegen 1. Gefangenenmißhandlung, 2. wegen Familie und verbrannte sein Hans! Dann gaben ein paar Hundert Teil- Bedrohung des ersten Gefangenen- Auffehers, 3. Unterschlagung im Die Frau unseres Gewährsmannes erfaufte sich und ihren Hotel ihren Abschluß. Vermeiren bas Geleit Amte, 4. Annahme von Geschenken und 5. wegen Diebstahls zum Kindern das Leben durch Hergabe von Geld und Branntwein. nehmer dem ausgewiesenen Genossen Ihr wurde gesagt, ihr Mann gehöre zu denen, welche die bis zum Bahnhof Heidkrug, unterwegs beim Wirt Birus, Nachteile des Fistus. Die Beugenvernehmung fiel derart belastend russische Regierung hängen wolle; 15 000 Rubel feien auf der halbmast geflaggt hatte, eine kurze Rast machend. seinen Kopf gesetzt, weil er früher- eine sozial- Heidkrug hielt Genosse A. Kerr die Abschiedsrede, schilderte die demokratische Zeitung herausgab(!) und Berfolgungen unserer Genossen in den letzten 40 Jahren und schloß politische Reden hielt! mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die Arbeiter Nach ungefähren Schätzungen sind vom Militär in den bewegung. Bald nahte der Zug und unser Genosse Vermeiren baltischen Provinzen 700 bis 800 unschuldige Menschen, fuhr mit demselben, seine Familie vorläufig zurücklaffend, aus dem meist Weiber und Kinder, erschossen oder gehängt worden. Streife seiner Freunde und Genoffen in die Welt, um fich abermals Fast in jedem Dorfe sieht man Ruinen von berbrannten eine Heimat zu suchen. Vergebens ruft sein fleines Kind das Wort Häufern. Ueberall haben die Kosaken und Soldaten mit ihren Bapa, er kehrt nicht, er darf nicht zurüdfehren. Offizieren das Volk geplündert. Der Schrecken war nur ge­mildert durch die unter dem gegenwärtigen Regiment unaus rottbare russische Korruption. Sogar die Generäle haben gegen gewisse Bezahlung den zum Tode Verurteilten Leben und Vermögen gelassen.

Die Reaktion an der Arbeit.

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..."

einer ihrer letzten Nummern auf der Vorderseite ein Bild des neu­Unser Chemniter Parteiorgan, die Vollsstimme", bringt in gewählten sozialdemokratischen Vertreters. Die Parteipresse sollte der bürgerlichen Presse diese Art von Personenfultus überlassen.

Polizeiliches, Gerichtliches ufw.

bon

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gegen den Angeklagten aus, daß der Staatsantvalt wegen In Ser Delikte unter 1, 2, 3 und 5 die Verurteilung be­antragte, nämlich wegen Mißhandlung in vier Fällen je drei Wochen Gefängnis, wegen Bedrohung 5 Tage Gefängnis, wegen der Unter­schlagung in drei Fällen je 3 Monate Gefängnis, wegen Betruges in givei Fällen je 3 Tage Gefängnis und wegen Diebstahls in atei Fällen je 3 Tage Gefängnis. Das überraschendste war mun, daß das Gericht zwar die Delitte unter 1, 2 und 3 als erwiesen annahm, die Gefangenenmißhandlung sogar in vier Fällen, daß es aber bennoch bei einer gelinden Geldstrafe von 70 Wt. blieb. Wegen des Diebstahls zum Nachteile des Fiskus gab es geklagten als einen ehrlichen, sehr zuverlässigen und ferner 8 Tage Gefängnis. Auffallend war, daß der Gefängnisinspektor Stahl den An­tüchtigen Beamten schilderte. Da weiß man wirklich nicht, worüber man sich mehr wundern soll, ob über das Urteil selbst oder über das Zeugnis des Gefängnisinspektors oder über den Mut des Die Aufreizungsklagen- Epidemie hat nun auch noch den Halleschen Meyer, der mit dem Urteile nicht zufrieden ist und Revision bean­Staatsanwalt gepadt. Er fehlte gerade noch in dem großen Auf- tragen will. Es scheint allerdings, als ob im Ruhrorter Gerichts­Die Nussische Korrespondenz" erhält aus Petersburg reizungskonzert. Neben feinem Staatsanwaltskollegen gefängnis etwas eigenartige Bustände herrschen. Möglich, daß von folgende Depesche vom 16. Februar: Täglich wächst die leber Torgan, der das Wahlrechtsflugblatt aufreizend" dort noch Verschiedenes an die Deffentlichkeit gezogen werden muß. findet, zeugung, daß die Regierungsreaktion keine vorübergehende Er hat er sich einen am 3. Februar im Voltsblatt" unter der Die auffallende Milde des Urteils muß geradezu verblüffen. scheinung ist. Die Regierung meint Herr der Lage geworden zu Spigmarke Hamburgs Fall" von dem Redakteur Genossen Däumig Ein eigentümlicher Mordprozeß. Vor dem oberbayerischen Schwur­fein, und verfolgt offen eine antitonstitutionelle Politit. veröffentlichten Leitartikel ausgesucht, der ihm nicht in den Kram paßt. gericht in München steht seit gestern das Ehepaar Schellhaas Das Grundgesez, das in furzer Zeit veröffentlicht wird, Wie könnte auch der Hallesche Staatsanwalt in diesem Wettbewerbe unter der Anklage des Raubmordes, der Oberschaffner Marder entzicht eine ganze Reihe von Fragen der Kompetenz der Duma. zurücstehen, wenn ein Torgauer Staatsanwalt seinen Arm nach unter der Anklage der Urkundenfälschung und Hehlerei. Der Prozeß Das Grundgesetz felbst wird ebenfalls nicht der Beratung dem Halleschen Flugblattzeichner ausstreckt. zeichnet sich dadurch aus, daß der vermeintlich Ermordete- ein im Jahre der Duma unterliegen. In der schwierigsten aller Fragen, Genoffe Däumig wurde vor den Untersuchungsrichter, den ver- 1881 in Hamburg geborener früherer Beamter Cramm trot biefer in der Agrarfrage, stellt sich die Regierung auf einen floffenen Reichstagskandidaten der Ordnungspartei, Amtsgerichtsrat Nachforschungen weder lebend noch als Leiche hat aufgefunden werten Standpunkt, der reaktionärer ist als der Standpunkt der konser Dr. Bindfeil, geladen, wo man ihm flarzumachen versuchte, daß es können. Die Angeklagten Schellhas lebten mit Gramm, einem wohl­vativen Großgrundbefizer. Der Vertreter der letzteren, Graf aufreizen 5 set, wenn in dem Artikel ausgeführt werde, daß die habenden alten Sonderling, zusammen. Damals waren sie noch Duvaroff, schlug die Enteignung des Güterbefizes über 1000 liberalen Krämer Hamburgs hätten ihren Wahl nicht verheiratet. Die jeßige Frau Schellhas soll beiden Männern Deßjatinen vor. Die Regierung lehnte aber jede Jdee einer Ent- rechtsraub deshalb ausführen tönnen, weil die gefällig gewesen sein. Als das frühere Dienstmädchen der AB eignung rundweg ab, und proklamierte das Prinzip absoluter Un- gepanzerte preußische Macht hinter ihnen erst nach dem Verschwinden Des Cramm standesamtlich antastbarkeit des Privateigentums. Damit ist jede Möglichkeit einer it and und weil sie sich zum letzten Ende verehelichten Schellhasschen Eheleute auf 14 Tage verreist friedlichen Lösung der Agrarfrage ausgeschloffen, und es ist ein neuer auf die preußischen Bajonette berlaffen war und nach ihrer Rückkehr nach dem alten Onkel", so wurde Ausbruch von Agrarunruhen im Frühjahr zu erwarten. Alle anderen konnten. Aufreizend wirke auch die Schlußfolgerung, daß Gramm genannt, fragte, wurde ihr als Antwort zuteil, Cramm sei vom Reichsrat in diesen Tagen formulierten und zu erwartenden unser Kampf gegen die preußische Reaktion im verschärften berreist. Das war vor zwei Jahren. Die eifrigsten Nachforschungen Gesetze über Presse, Versammlungen, Verbände berfolgen ganz Maße als Angriffstrieg geführt werden müffe, ehe er zum feiner Verwandten und der Behörden haben seitdem eine Spur des offen den Zwed, oppofitionellen Elementen die Tätigkeit unmöglich Verteidigungsfrieg werde. Aber am aufreizend sten Cramm nicht entdecken können. Nach dem Verschwinden haben die zu machen. Dieser Zweck wird in den Reden der Reichsratsmitglieder eine weitere Steigerung ist nicht mehr möglich ist nach der Schellhaasschen Eheleute Schulden bezahlt und vielerlei An­gar nicht verheimlicht. Im Reichsrat fist jetzt eine ungewöhnlich Meinung des Staatsanwalts das am Schlusse des Artikels stehende große Zahl von Mitgliedern. Die Hälfte find alte Generale, die Bitat aus dem Reiterliede Schillers aus Wallensteins Lager: in Wertpapieren beseffent. Diese Wertpapiere find dem früher nie erschienen; fie sprechen fein Wort, stimmen aber immer Und sezet Ihr nicht Euer Leben ein, dritten Mitangeklagten, Marder, von den Schelhaasichen Eheleuten mit Durnowo. Aus guter Quelle erfahre ich, es eriftiere augen- Nie wird Euch das Leben gewonnen fein. angeblich zur Aufbewahrung übergeben. Er hat dann versucht, die blicklich der Plan, die Duma Ende April zu berufen. Diese Duma Seit dem 21. Januar hat man hier schon viel erlebt. Wenn Wertpapiere in Geld umzusetzen. Durch diese mißglückten Versuche werde aber nur Fragen über Organisation ihrer Arbeiten besprechen diese Geneigtheit der Staatsanwaltschaft und Polizei so weiter wurde der Verdacht einer Ermordung des Cramm durch das und sich dann nach einigen Tagen bis Serbst vertagen. Die geht, dann wird man fragen müffen, was dann eigentlich nicht Schellhaassche Ehepaar so rege, daß sie in Untersuchungshaft ge­Regierung meint, ein nichtsfagender Schein einer Volksvertretung mehr aufreizt. Schließlich nimmt man unseren Schulbuben noch die nommen wurden. Die Anklage nimmt als wahrscheinlich an, daß tverde genügen, um Europa von der eingetretenen Beruhigung zu Selaffiter weg, und füttert die Jungens mit geistiger reizloser Kost" Schellhaas, der sich nach dem Verschwinden Craniums ein Automobil überzeugen und( das ist schließlich in Rußland immer die Haupt- aus dem Haufe des Staatsanwalts. Wenn man in gewiffen zugelegt hatte, die Leiche mittels des Automobils weiter befördert fache 1) eine Anleihe möglich zu machen. Streifen so aufgeregt ist, dann sollte man es einmal mit vegeta- habe. Ueber den Ausgang des Prozesses, dessen Dauer auf mehrere bilischer Koft versuchen. Tage berechnet ist, werden wir berichten.

schaffungen gemacht. Cramm Hatte etipa 80 000

Mark