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Hr. 66. 23*5. Z f filflJC dtg fj Ditkstllg, 20. MiirzlM. Die pSärz-Demonftratfon. Hn den Gräbern der IMärzgcfaUcnen. Nach tagelangen Stürmen und Regenschauern ein präch- tiger Dorfrühlingsmorgen. Kaum hatten die ersten Strahlen der aufgehenden Märzsounc die kahlen Bäume im Friedrichs- Hain mit goldigem Licht Übergossen, da kamen schon die ersten Besucher des stillen Friedhofes der gefallenen Märzkämpfer. um den Helden der Revolution, die dort unter dem Rasen ruhen. Grüße aus pietäterfiilltcn und freiheitdurchglühtcn Proletarierherzen darzubringen. Kranzträger kamen und einzelne Besucher. Noch konnte man ohne Aufenthalt die Ruhestätte der für die Freiheit Gefallenen betreten und die Runde um die Gräber machen. Aber nicht lange dauerte es. und der Strom der Proletarier und Proletarierinnen staute sich an der Fricdhofspforte. Die Polizei war zahlreich zur Stelle. Truppivcise kamen Schutzleute aus allen Richtungen und vereinigten sich im Böhnnschen Brau- Hause zu einem Heerlager, fedoch so, daß nach außen hin nicht allzuviel von dem großen Aufgebot an Beamten zu sehen war. Die Tätigkeit der Polizei bestand lediglich darin, für einen geregelten Verkehr des Publikums nach und vom Friedhof zu sorgen. Die Beamten benahmen sich dabei zurückhaltend und höflich, und so ging denn auch der Massenandrang, so lange wir ihn beobachten konnten, ohne jede Störung von statten Je mehr die Zeit vorrückte, desto stärker wurde der Am drang nach dem Friedhofe. Schon kurz nach acht Uhr hatte sich vor dem Eingange eine so große Menschenmenge ein- gefunden, daß jeder, der sich der Reihe der Wartenden an schloß, eine volle Stunde brauchte, che er. Schritt um Schritt vorrückend, die Fricdhofpforte erreicht hatte. Auch Deputattonen mit Kränzen langten, oft vier bis sechs gleichzeittg, ohne Unterbrechung an. Um 10 Uhr ließ der Andrang der Kranz träger nach und hörte gegen Mittag ganz auf. Inzwischen hatte sich der stille Ruheplatz der Freiheit� kämpfer mit zahlreichen, meist großen und schönen Kränzen bedeckt. Weithin leuchtete das glühende Rot der Schleifen und Blumen in der Märzsonne. Nicht wett vom Eingange hat der Verband der sozialdemokratischen Wahlvereine einen großen Kran» niedergelegt mit der Inschrift: ,DaS war der März. Glück auf I Proletanerherz. Wohl ist viel Blut geflossen, Mit Blut die Erde begossen, Doch was gedüngt mit unserm Blut. Kommt der Freiheit zu gut.-' Glück auf I Proletanerherz, Frei macht der März." Auf dem von der Redaktion desVorwärts" gespendeten Kranze befanden sich folgende Verse, die einer Dichtung Freiligraths, dem«Lied derAmnestierten"" ent- nommen sind: So schlaft denn wohl im kühlen Grab, Schlaft ewig unvergessen. Wir können Euch de» bleichen Mund, Die starre Hand nicht pressen. Wir können Euch zu Ehr' und Zier Mit Blumen nicht bewerfen. Doch können wir und wollen wir Die Schwerter für Euch schärfen." Der Kranz der Sozialdemokratinnen Berlins trägt diese Widmung: .Sie alle, die, getreu dem FreiheitSschwur Den FrühlingSmorgen sahen, den blutig roten., Die langst jetzt schlummern auf der Gräber Flur, Wir setern sie. wir feiern unsere Toten." Auch die Parteigenossinnen deS Wahlkreises Niederbarnim und des Wahlkreises Teltow -BeoSkow haben Kränze gespendet. Die Berliner Gewerkschaftskommission hat für die ihr angeschlossenen Gewerkschaften einen Kranz niedergelegt, der eine Widmung von Otto Erich Hartleben trägt: .Den Blick zum Staub gewendet, So hasten sie dahin, Verdüstert ihre Stirnen, Dumpf und gemein ihr Sinn. Doch seh ich Fäuste zittern Und Schläfen fühl ich glühn, Zornadern seh ich schwellen Und Augen trotzig sprühn." Ein vom Gewerkschaftskartell gespendeter Kranz /lägt die Inschrift: Nicht Wünsche» kann die Welt erlösen, Nein. Wollen nur und frische Tat, Denn Wurzel alles mächtig Bösen Ist feiger Wünsche faule Saat." Im ganzen mögen etwa 200 Kränze die Gräber der Freiheitshelden schmücken. Die meisten sind von Arbeitern und Arbeiterinnen einzelner Fabriken. Mehrere Kränze mit schwarzen Schleifen stammen von anarchistischen Vereinigungen und von Redaktionen anarchistischer Blätter. Einige frei- sinnige Vereine sowie Hirsch-Dunckersche Gewerkschaften haben ihre Kränze mit Schleifen in schivarz-rot-gold versehen. Die wenigen Zeichen der Pietät, die aus bürgerlich- liberalen Kreisen den Märzkämpfern anstandshalber noch gewidmet werden, verschwinden unter der Menge der rotbeschlciften Kränze proletarisch- revolutionärer Arbeiter. Von den Widmungen der Spenden auS den Reihen sozialdemokratischer Arbeiter seien hier noch einige an- geführt. Organisierte Arbeiter des Böhmischen Brau­hauses: Mut und Tatkraft kann nicht rosten, Vorwärts geht es ohne Ruh. Mag eS Blut und Leben kosten, Wie der Erdball stets nach Osten Drängt der Geist der Freiheit zu." Mehrfach finden wir Widmungen, die den Werken unserer bekannten Freiheitsdichter entnommen sind, wie diese: Einst wird doch hoch das Banner fliegen, Das Eurer Hand im Tod entfiel. Die Menschheit mutz doch einmal siegen, Sie stürmt voran nach ihrem Ziel. Mag jetzt auch höhnend triumphieren Die Knechtschaft und die Finsternis: ES kommt der Tag. das ist gewitz, Wo wir die Sammelttommel rühren." So atmen alle Widmungen den Durst nach Freiheit und die Entschlossenheit, alles einzusetzen, um dieses hohe Gut zu ernngen. Erwähnt mag noch sein, daß auch die Arbeiter Radfahrer der Provinz Brandenburg , der Arbeiter Abstinentenbund. die Freie Volksbühne. freie Turner und andere Arbeitervereine Kränze niedergelegt haben. Von mehreren Abtellungen der königlichen Gewehrfabrik in Spandau sowie von Arbeitern der Staats Werkstätten in Spandau sind ebenfalls Kränze gesandt worden. Die Uebcrbnnger der selben mußten sich dem Polizeileutnant gegenüber legittmieren, ein Verlangen, das sonst nicht an die Kranzträger gestellt wurde. Weshalb diese Ausnahmemaßrcgel den Staats- arbeitern gegenüber beliebt wurde, wird jedem Kenner preu- ßischer Verhältnisse klar sein. In richtiger Würdigung dieser Verhältnisie hatten die Arbeiter der Staatsbetriebe solche Deputierte gewählt, denen kein wirtschaftlicher Nachteil wegen der Betätigung ihrer Gesinnung bereitet werden kann, da sie außerhalb des Machtbereiches der Staatsbetriebe stehen. Die Schere des polizeilichen Zensors arbeitete diesmal nicht mit solchem Eifer, wie in früheren Jahren, wo sie bc- kannte Zitate unserer Klassiker, ja sogar Bibelsprüche alL staatSgefährlich erachtete und mit scharfem Schnitt von den Kranzschleifen trennte. Ganz ohne Konfiskation ging es aber auch diesmal nicht ab. jedoch waren es nur zwei Opfer, die der Hüter der preußischen Staatsordnung forderte. Dem Wahlverein Charlottenburg wurde dieser Vers konfisziert: Wohlan, eS naht die Stunde des Gerichts. Schon wanken eure Burgen, eure Throne Und zitternd lauscht d'as Ohr de » Bösewicht? Dem dumpfen Schritt der Massenbataillone." Die Arbeiter der Fabrik von Paul Meyer hatten eine Strophe aus Heines Wcberlied gewählt, die ebenfalls durch die Polizei abgetrennt wurde. Sie lautet: Ein Fluch dm König, dem König der Neichen, Den unser Elend nicht konnte erweichen, Der den letzten Groschen von uns erpreßt Und uns wie Hunde erschießen läßt. Wir weben, wir weben." Auch ein Zeichen der Zeit, daß diese Verse, welche die vormärzliche Zensur passieren ließ, heute von der Polizei als staatsgefährlich erachtet werden. Doch über so kleinliche und nutzlose Maßnahmen kann der verständige Mensch zur Tages- ordnung übergehen, eingedenk des Dichterwortcs, welches am Sonntag, unbehelligt durch die Polizei, auf der Ruhestätte der Märzkämpfer Platz finden konnte: Sie ist nicht tot, ihr habt sie nicht erschlage», Sie lacht ob eurem Wüten, eurem Drohn. Ob ihr sie hundertmal zu Grab getragen. Unsterblich lebt die Revolution." Daß die Ideale, für welche die Märzkämpfer ihr Leben in die Schanze schlugen, vergrößert und erweitert fortleben in den Proletariermassen, daS zeigte der überaus starke, trotz deS am Nachmittag eingetretenen ungünstigen WcttcrS bis zum Abend anhaltende Besuch des stillen Friedhofes. Kund Kerum in Berlin . Die Polizei zog wieder einmal mit altbewährtem Heldenmut. mörderisch bewaffnet gegen den Gedanlen des allgemeinen Wahl­recht? zu Felde, jeden Augenblick bereit, den Geist der Revolution zu erschießen, wenn er sich nur einmal in sterblicher Gestalt zeigen wollte. Aber die Träger deS Revolutionsgedankens waren auch diesmal nicht so töttcht, sich den Bewaffneten als Zielscheibe darzubieten. Daß sie da» nicht taten, war für sie selbstverständlich, für die Polizei offenbar nicht. Sie glaubte wohl noch immer, daß der berühmte preußische Staat allzu leicht in seinen Grundfesten erschüttert werden könnte, und ganz besonders schien ihr offenbar das Staatsoberhaupt des Schutzes zu bedürfen. In der Gegend des Schlosses war die größte Masse Bewaffneter aufgeboten gegen die Proletarier, die doch nichts anderes forderten als ihr Wahlrecht. Wer konnte auch vorauswissen, auf was für Ge- danken die vaterlandsloscn, weil wahlrechtslosen Gesellen dort drüben im Feenpalast kommen konnten! Lag auch ein Wasserarm zwischen ihnen und der Wohnung des Mannes, dessen schönen Wahlspruch Suuin omguv" sie zur Wahrheit machen wollten, so fühtten doch feste breite Brücken hinüber, keine Zugbrücken wie zu alten Zeiten. Darum wurden dies« Brücken von Schutzleuten bewacht. Im Schloß war natürlich Militär; ein starkes Aufgebot schützte das Allerhciligste deS preußischen Staates. In der ganzen Gegend um den Feenpalast sah man radfahrende Schutzleute hin- und Hereilen, um ihre.vielsagenden" Berichte über die Belvegungen deS Feindes schleunigst an die rechte Stelle zu befördern, nach derGoldenen GanS", wo der Kriegsrat versammelt war. An Berittenen fehlte eS beim Fcenpalast nicht: aber sie hielten sich im Hintergrund. Daß alle diese Vorbereitungen zu blutigem Kampf mit der Hydra der Revolution zwecklos waren, war vorauszusehen. Keinerlei Gelegenheit einzugreifen. Als die Versammlung begonnen hatte. war die Straße fast menschenleer, nur Schutzleute sah man und die unvermeidlichenGeheimen", die so leicht zu erlennen sind. Am KönigStor und im Scheunenviertcl sah eS diesmal nicht so kriegerisch aus, wie am 21. Januar. Di» Polizei hatte offenbar erkannt, daß es denn doch nicht zur Stärkung ihre» Ansehens dient, sich gegen unbewaffnete Staatsbürger, die sich friedlich versammeln, wie zu einem blutigen Kriege zu rüsten und das auch noch öffentlich zu zeigen. An Schlverbewaffneten fehlte es dessenungeachtet nicht, aber sie standen nicht, wenigstens am Vormittage nicht, reihenweise in den Straßen. Der große Saal bon Lipps war lange vor Eröffnung der Versammlung überfüllt. Große Mengen Zuspätgekommener bemerkt« man, jedoch nicht so zeitig wie bei der ersten großen Wahlrechts- demonstration. Die meisten hielten sich noch jenseits des Hains auf, wo der Kirchhof der Märzgefallenen liegt. Die aber dann vom Böhmischen Brauhause nach Lipps hinüberströmten, fanden selbst- verständlich keinen Einlaß mehr. Die Genoffen deS Schönhauser Viertels sind bekanntlich immer mit die ersten auf den Plan, wenn es gilt für Recht und Freiheit zu demonstrieren. So war es auch am Sonntag. Bald nach 10 Uhr stillten sich die Lokale. Scharenweise kamen sie aus den verschiedenen Bezirken herbei und wanderten, wenn sie an einer Stelle kernen Einlaß mehr fanden, zum nächsten Lokal oder hinaus nach Pankow . Es schien als ob die berühmteHenmg"-Polizei im Schönhauser Viertel den Ordnern nicht dasselbe Vertrauen entgegenbrachte, wie anderen OrteS. Unter anderen bemerkten wir den in letzter Zeit vielgenannten Kriminalbeamten Wölk, der sich auf diesem Gebiete glaubt mehr Lorbeeren erwerben zu können, als auf den deS Mörder- fangeS. Dieser Herr scheint sehr eigentümliche Nerven zu haben. Hat ihm die Hennigaffäre einen Nervenchoc eingetragen, so scheint der 18. März eine heilsame Wirkung auf ihn ausgeübt zu haben. Was doch eine sozialdemokratische Demonstration für sonderbar« Wirkungen auf Polizeinerven ausübt! Daß die Genossen vom Gesundbrunnen und Wedding , wie die von Moabit und drüben im zweiten Wahlkreise nicht minder zeitig zur Stelle waren, ist selbstverständlich, doch konnte man z. B. in den Germaniasälen und auch in der Patzenhofer Brauerei noch nach 12 Uhr Platz finden. Im Innern der Stadt, namentlich am GelvcrkschaftShause. war wiederum ein überflüssig starkes Interesse der Polizei auffallend. WaS noch am späten Nachmittage radfahrende Schutzleute für wichtige Nachrichten zu besorgen hatten, ist nicht leicht zu begreifen. Gewiß waren manche, sonst zur selben Zeit dienstfreie Leute dabei, die wohl lieber den Sonntagnachmittag im Kreise ihrer Familien zugebracht hätten, statt»vieder einmal als Retter des preußischen KlaffenstaateS tätig zu sein, dessen Ungerechtigkeiten ja auch ihnen nicht verborgen bleiben können. .' Die Versammlungen waren nicht s o maffenhaft besucht, wie an dem ersten Demo»- strationStage für die Beseitigung des DreiklaffenivahlsystemS, am 21. Januar. Teilweise ertlärt sich daS daraus, daß man in ein- zelnen Stadtgegenden, den gemachten Erfahrungen entsprechend, die Zahl der Lokale vermehrt hatte. Wo das nicht geschehen war, kam eS wieder zu den gelvohnten Absperrungen. Die größte Zahl derselben entfällt auf den vierten Wahlkreis, wo dieDrachenburg " u. a. wegen der Unmöglichkeit, noch Menschen unterzubringen, von den Genossen freiwillig ge­schloffen werden mußte. Polizeilich abgesperrt wurdenSiid-Ost" undSanssouci ", natürlich auch dieBrauerei FriedrichShain" letztere schon um 11 Uhr. In der Schönhauser Vor- stadt wurde das leider einzige Lokal von F r ö b e l ebenfalls zeitig abgesperrt, in der Rosenthaler Vorstadt H e n s e l und aus dem Wedding daSF e l d s ch l ö ß ch e n". Die Anarchisten suchten im trauten Verein mit den Christlichen die Gelegenheit auszunutzen, um auch ihre Ware an den Mann zu bringen. Die.Christlichen' forderten dieProletarier" auf wo­her haben sie den Mut, das Wort in den Mund zu nehmen 1 dem Kaiser zu geben, was deS Kaisers ist; sie forderten d i e Arbeiter dazu auf, denen man verweigert das zugeben, was ihnen zukommt: ihr Wahlrecht! Und die Anarchisten glaubten gleicher- weise die Berliner Arbeiterschaft zum Verzicht auf den Parlamen- tarismuS bewegen zu können! Ruhige Verachtung wurde beiden Versuchern entgegen- gebracht. Wie konnte eS ander? sein? Man war gekommen, ein Volksrecht zu fordern und so lvenig wie die kriegerische» vor» bereitunge» der Regierung vermögen Lamentationen voll christ­lichen Erbarmens oder radikal klingende Phrasen die Arbeiterschaft von dem einmal eingeschlagenen Wege abzulenken. In sämtlichen Versammlungen wurde folgende Resolutton an- genommen: Die Versammlung protestiert aufs neue gegen das in Preußen bestehende Dreillaffenwahlshstem. da? oie preußische Regierung am 30. Mai 1810 wider Recht und Gesetz oktroyierte, nachdem sie da» Wahlgesetz vom 8. April 1318, daS die allgemeine, gleiche und geheime Wahl für alle über LI Jahr« alten preußischen männlichen Staats- angehörigen festsetzte, schon früher beseitigt hatte, ein Gewaltalt. der nur dadurch möglich tvar. daß daS Bürger- tum seine revolutionäre Energie eingebüßt hatte und sich wider» standslos von der Reaktion unterdrücken ließ, wobei e» bis heute ei» Wahlgesetz duldete, da» cO einst selbst als eine Schmach und Schande für das Land empfunden und gebrandmarkt hat. Die Versammlung verlangt nachdrücklich die endliche Beseitigung deS rückständigsten und absurdesten aller bestehenden Wahlgesetz«: de» DreiklasseuwahlsystemS. und fordert die Einführung deS allgemeinen. gleichen, direkten und geheimen Wahlrechtes für alle über 20 Jahre alten Staatsangehörigen ohne Unterschied deS Geschlecht» und unter Zugrundelegung der Verhältniswahl." Ueber die Versammlungen selbst erhalten wir folgend« Einzel« berichte: Erster Wahlkreis. Die Versammlung im.Feenpalast' war von über 2000 Personen besucht. Da« vteferat hatte Genosse Bebel über- nomine», der in einem zweistündigen mit stürmischem Beifall auf- genommenen Vortrag, anknüpfend an daS Unglücksjahr für Preußen 1806. einen historischen Ueberblick über die soziale und politische Entivickelung in den letzten hundert Jahren in Preußen und Deutsch- land gab. Die Resolutton wurde ohne Widerspruch einsttmimg angenommen. Unter den Anwesenden waren namentlich die Frauen stark vertreten. Große Heiterkeit und Verwunderung erregte eS bei den Ber- sammlungSbesuchern, als diese nach dem Verlaffen de? Lokals kurz nach zwei Uhr die Entdeckung machte», daß das Vaterland in Gefahr war, da, ivie an anderer Stelle geschildert, alle Zugänge zum Schloß abgesperrt waren. Zweiter Wahlkreis. ImKönig shof" in der Bülowstraße referierte Stadt­verordneter Genosse Koblenzer vor etwa 1000 Personen, Das Lokal war bis auf den letzten Platz gefüllt und mußte lange vor Beginn der Versammlung gesperrt werden. Unter den versamm» lungSbesuchern befanden sich außerordentlich viel Frauen. Die AuS« 'ührungen des Referenten fanden jubelnden Beifall, die vo» dem» elben verlesene Resolution einstimmige Annahme. Eine Diskussion and nicht statt.