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.94. 23. Jahrgang.

2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt.

Dienstag, 24. April 1906.

Arbeiter, Parteigenossen!

Partei- Angelegenheiten.

Die Arbeitsruhe ist die würdigste

Form der Maifeier!

die größten Schwierigkeiten. Und dabei werden die Ergeb- Berlin , Bimmerstraße 90/91 III Treppen, Zimmer 30, anberaumt. niffe dieser Sammlungen unverkürzt ihrem Zwecke zugeführt. Zu diesem Termin wird der Beklagte hiermit vorgeladen." Es ist eben ein großer Unterschied zwischen den Sammlungen, Die Untersuchungen wegen des Verkaufes alter Militärgewehre Schöneberg . Parteigenossen! Heute abend 8 Uhr findet bei die Arbeiter veranstalten, und denen, die von Wohltätigkeits - ziehen immer weitere Kreise. Beteiligte, die bereits verhaftet sind, E. Obst, Meiningerstr. 8, die Generalversammlung des sozialdemo- vereinen veranlaßt werden. Hier die größte Opferwilligkeit fangen an, auch ihre Hintermänner zu nennen. Neuerdings wurde fratischen Wahlvereins statt. Die Tagesordnung lautet: Die Tagesordnung lautet:" Der um der Sache willen, dort schöne Rebensarten, ohne sich daraufhin auch ein Zeugleutnant in Spandau in Untersuchungshaft politische Massenstreit". Referent: Genosse W. Düwell. Vereins- persönlich bemühen zu brauchen. genommen. In der Chausseestraße wurden vor einigen Tagen ganze angelegenheiten. Verschiedenes. Der Antrag Steuermann. Die Stiften voll Gewehrschlösser gefunden. Ein Arbeiter D., der in den Mitgliedsbücher sind vorzuzeigen. Der Vorstand. Der Ausschuß zur Vorberatung der Magistratsvorlage betreffend Militärwerkstätten in Spandau beschäftigt war, sich hier aber Rigdorf. Heute, Dienstag, 8%, Uhr, im Lokale von Thiel, Berg- die Erörterung der Beamtengehälter segte gestern seine Beratungen Büchsenmacher nannte und in der Scharnhorststraße wohnte, hatte straße 151/52, ordentliche Generalversammlung. In Anbetracht der fort. Die Verhandlungen nahmen infolge der vielen Petitionen furz vor seiner Verhaftung die alten Schlösser vom Gewehr wichtigen Tagesordnung ist zahlreiches und pünktliches Erscheinen einen schleppenden Verlauf. Aenderungen an der Magistratsvorlage Arbeitern nach einem eigens dazu gemieteten Keller in der Chaussee­Modell 71 in Kisten verpackt und durch einen Fuhrmann mit sechs geboten. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. wurden nur auf Antrag Singer und Genossen bei den Straßen­reinigungsauffebern beschlossen, und zwar das Anfangsgehalt auf 1800 M. und in sechs Steigerungen nach 15 Jahren auf 2500 M. festzuseßen; außerdem den Magistrat zu ersuchen, diesen Beamten, periodisch wiederkehrend, einen ganzen freien Tag zu gewähren.

Charlottenburg . Heute Dienstag, abends 8 Uhr, findet im Boltshause, Rosinenſtr. 3, die Generalversammlung des Wahl­vereins statt. Der Wichtigkeit der Tagesordnung halber( siehe Sonntagsnummer des Vorwärts") erwarten wir ein volles Haus. Der Vorstand.

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Zu Beginn des neuen Schuljahres 1906 07, der für die höheren Schulen auf den 24. April gelegt worden ist, eröffnet die Stadt­Zehlendorf. Heute abend 8 Uhr findet im Lokale von Benno gemeinde Berlin drei neue höhere Schulen, in der Midley, Botsdamerstr. 25, die Mitgliederversammlung des Wahl- Chorinerstraße eine Oberrealschule, in der Fürbringerstraße ein vereins statt. Da die Tagesordnung eine sehr richhaltige ist, werden Mädchen- Realgymnasium und in der Pantstraße eine höhere die Genossen ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Gäste Mädchenschule. Hierdurch steigt die Zahl der Oberrealschulen der find willkommen. Der Vorstand. Stadt auf drei und die der städtischen höheren Mädchenschulen auf fieben, während das Mädchen- Realgymnasium das erste für Berlin ist. Die Zahl aller von der Stadtgemeinde errichteten und unter haltenen höheren Lehranstalten für Böglinge beider Geschlechter, also der Gymnasien, Realgymnasien und Oberrealschulen, sowie der höheren Mädchenschulen, stellt sich nun auf 29( darunter 11 Gym­najien, 7 Realgymnasien usw.), wozu noch 14 Realschulen kommen. Der Staat hat in Berlin 7 höhere Schulen für Böglinge beider Ge­schlechter( 4 Gymnasien, 1 Realgymnasium und 2 höhere Mädchen­schulen).

Friedrichsfelde . Heute abend 8 Uhr findet im Lokale des Herrn F. Haberland, Wilhelmstr. 38, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Schriftstellers Gerhard Hildebrand über: Sozialdemokratie und Kirche". 2. Mai­feierfrage. Frauen und Gäste willkommen. Mitglieder werden auf­

genommen.

Boffen. Am Mittwoch, den 25. April, abends 9 Uhr, findet bei Schimte unsere Generalversammlung statt. Der wichtigen Tages­ordnung wegen ist es unbedingte Pflicht jedes Genossen, pünktlich zu erscheinen.

Berliner Nachrichten.

Wohltätigkeitssammlungen.

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straße bringen lassen. Die ganze Wagenladung wurde hier be schlagnahmt. Auch Munition und alte Säbel wurden im Keller gefunden und mit Beschlag belegt. In dem Hause, wo der ver­haftete D. wohnte, fand man vorgestern noch 40 vollständige Ges wehre. Die alten Gewehre wurden vor langer Zeit ohne die Schlösser verkauft. Diese sollten vernichtet werden, gelangten aber auf Um wegen durch ungetreue Arbeiter und Angestellte der Militär­verwaltung doch in den Handel und wurden in die Gewehre wieder eingefügt. Seine Niederlage in der Chausseestraße hatte D., der schon seit acht Wochen in Untersuchungshaft sibt, immer noch ber heimlicht. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei führten aber zur Ermittelung eines Fuhrmannes, der die Ueberführung von der Scharnhorststraße nach der Chauffeestraße besorgt hatte. Bur Ver padung hatte D. Kisten in Spielwarengeschäften getauft, um den Fuhrherrn und seine Leute und den Hauswirt über den Inhalt zu täuschen. Die Kriminalpolizei beließ die beschlagnahmten Sachen am Fundorte, versiegelte aber den Keller. Es ist festgestellt, daß andere Besitzer unredlich erworbener alter Gewehre jezt versuchen, den sie belastenden Besitz nach dem Auslande abzuschieben. Auch Pankow . Laut Beschluß der Versammlung vom 28. b. Mts. mit Erfolg. So erhielten die Behörden erst fürzlich Kenntnis von finden die Mitgliederversammlungen des Wahlvereins nicht mehr einem solchen Transport nach der belgischen Grenze zu. Man ber­am Mittwoch, sondern am letzten Dienstag im Monat statt. Nächste Versammlung heute abend 8 Uhr bei Roczycki, Kreuz­Plösliche Eile im Waisenhause. Unser Artikel Waisen suchte noch, ihn anzuhalten. Die telegraphische Weisung tam aber straße 3/4. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Paul John Pflege und Familienzugehörigkeit"( in Nr. 90 vom schon zu spät, die Sendung hatte die Grenze bereits überschritten. über:" Die Mai- Jdee". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten 19. April) hat eine fonderbare Wirkung gehabt. Was in dem von Ein schwerer Automobilunfall hat sich Sonntagabend an der und Verschiedenes. Unter Hinweis auf die Wichtigkeit der Tages- uns geschilderten Fall an schuldiger Rücksicht auf die Familie der Corneliusbrüde ereignet. As der 19 jährige Arbeiter Franz Werner, ordnung fordern wir die Genossen, auch die aus den entfernteren zeitweilig in Waiſenpflege gekommenen Kinder versäumt worden war, Spenerstr. 19 wohnhaft, an der genannten Stelle den Fahrdamm Bezirken, auf, fich sämtlich einzufinden und Nachbarn und Be- das ist nun ganz unerwartet nachgeholt worden. Dem Vater des des Ufers überschritt, wurde er von hinten von dem Droschken­fannte als Gäste mitzubringen. Der Vorstand. Kindes, das aus dem Waisenhause an der Alten Jakobstraße wegen automobil Nr. 9131 angefahren, zu Boden gerissen und etwa dreißig schwerer Erkrankung nach dem Waisenlazarett in Rummelsburg ge- Meter weit mitgeschleppt. 2. hatte schwere Unterschenkelquetschungen schafft worden und dann dort gestorben war, ist jetzt erst jetzt!- und andere erhebliche Verlegungen erlitten. Er wurde nach der Unfall­ein Brief der Verwaltungsdirektion des Waisenhauses zugegangen, station am Zoologischen Garten gebracht. der die unterbliebene Benachrichtigung, daß das Kind erkrankt und nach Rummelsburg gebracht worden sei, noch nachliefert. Die Die Tragödie einer Zwölfjährigen. Die Chronik der Kindes­Nachricht ist natürlich jetzt ohne Wert, da das Kind ja längst im morbe ist um ein tragisches Beispiel reicher. Die 12% jährige Lazarett gestorben und der Erde übergeben ist. Der Brief ist datiert Schülerin Elisabeth B., deren Eltern in der Gitschinerstr. 17 wohnen, vom 3. April und meldet, daß das Kind heute"( also am 3. April) hatte ihren Angehörigen schon viel Kummer bereitet. Trotz ihrer an das Lazarett in Rummelsburg überwiesen worden sei. Der großen Jugend verkehrte die B. bereits mit einem 21 jährigen Menschen. Boststempel dagegen, den das Suvert trägt, zeigt das Datum Natürlich wollten die Eltern davon nichts wissen und sie verbaten Sammlungen für wohltätige Zwecke sind bei uns etwas 20. April". Wie erklärt sich dieser Widerspruch? Ist da am Ende ihrem Kinde auf das strengste, jemals wieder mit dem jungen Alltägliches und sie beziehen sich auf die verschiedensten Unter der Brief auf der Post verbummelt worden und hat siebzehn plöglich. Bergeblich forschten die Eltern nach ihrem Kinde. Gestern Mann zusammenzutreffen. Vor acht Tagen verschwand das Mädchen nehmungen. Und weil seit Eröffnung der Ausstellung für Tage in irgend einem Winkel gelegen, ehe er weiterbefördert und abend traf die Mutter zufällig ihre Tochter in der Nähe des neuen dem Adressaten zugestellt wurde? Säuglingspflege in den befizenden Streifen bekannt geworden wir auf Zunächst tamen auch die Vermutung. Aber bet ist, daß die Kaiserin dem Säuglings- und Kinderschutz ein er entdeckten wir, daß da, wo die Briefmarke Klebte, ursprünglich ber erblidt hatte, lief es davon genauerem Bufehen faiserlichen Batentamtes. In der Begleitung des Mädchens befand sich auch der junge Mann. Ata das Kind die Mutter höhtes Interesse entgegenbringe, so wollen auch diese Streife Stempel des Zentralbureaus" des Magistrats aufgedrückt worden und eilte nach dem Eltern­ein gleiches Interesse bekunden. Nicht etwa, daß Staat oder war. An das Bentralbureau gelangen die Sendungen, die durch lief nach dem Boden hinauf. Sie wußte, daß dort Chankali, das Haufe. Sie betrat jedoch nicht die Wohnung, sondern Gemeinde diese gesellschaftlichen Pflichten erfüllten, nein, das eigene Boten ausgetragen werden sollen. Auch dieser Brief war lief nach dem Boden hinauf. Sie wußte, daß dort Chankali, das überläßt man der Privatwohltätigkeit. Es find infolge dessen zunächst an das Zentralbureau gelangt, und dann erst hatte man ein ehemaliger Mieter zurüdlassen hatte, lagerte. Ehe die Mutter hinzukommen konnte, hatte die Kleine das Gift genommen, war auch in letzter Zeit Stiftungen zu diesem Zweck geradezu aus ihn der Post zur Beförderung übergeben. der Erde gewachsen, man hatte auf einmal sein wohltätiges gierig, einmal zu sehen, an welchem Tage denn der vom damit nach der Wohnung hinuntergeeilt und nahm es dort zu sich. Herz wieder entdeckt, mancher vermutlich deshalb, weil es ihm 3. April datierte Brief durch das Zentralbureau gewandert Bewußtlos fand dann Frau B8. ihre Tochter auf dem Fußboden fei. Vorsichtig lösten wir die Briefmarke ab, und liegend vor. Es wurde sofort ein Arzt hinzugerufen, doch vermochte nach einem Bändchen im Knopfloch gelüftete. Mag aber bei siehe da!- auch der darunter zum Vorschein tommende er nur den eingetretenen Tod festzustellen. Die Leiche wurde nach dem Wohltun eine Absicht obwalten, welche da wolle, an sich Stempel des Zentralbureaus zeigte das Datum 20. April". Mert dem Schauhaufe gebracht. Der junge Mann, welcher angeblich mit ist gegen die Sache nichts einzuwenden. würdig, nicht wahr?! Also am 3. April brachte man das Kind nach dem Mädchen unlauteren Umgang gepflogen haben soll, war früher Da hat sich beispielsweise ein Deutscher Verein für dem Lazarett in Rummelsburg , ohne daß die Eltern, die in Berlin bei der B.schen Familie als Schlafbursche gewesen. Kinderasyle aufgetan. Seit vier Jahren gehört ihm das wohnen und deren Adresse dem Waisenhause bekannt war, eine Nach Aus der Selbstmordchronik. Einen traurigen Abschluß hat das in Schöneberg, Martin Lutherstraße 55, belegene Kinderasyl. richt erhielten. Am 10. April starb das Kind in Rummelsburg , ohne Verlöbnis zwischen einer hiesigen Oberschwester und einen Zahn­Dieser Verein sucht nun ebenfalls auf dem Wege der öffent- daß die ahnungslosen Eltern es noch einmal besucht und gesehen hatten. techniker aus der Provinz gefunden. Die in einer Privatklinik in lichen Sammlungen Mittel zur Erweiterung seiner Anstalt zu auch richtig anlam. Am 14. April wurde das Kind beerdigt in Gegenwart sich in den Bahntechniker D., dessen Schwester gleichfalls Kranken­Am 11. April fandte das Waisenhaus den Eltern die Todesnachricht, die der Potsdamerstraße tätig gewesene Oberschwester Emmy B. Hatte erlangen.. Eine sogenannte Haustollette wird veranstaltet und der Eltern, die über den Zeitpunkt der Beerdigung fich persönlich in pflegerin ist, verliebt und aus dem Verhältnis zwischen den Beiden auch alle nötigen Vorbereitungen werden dazu getroffen. Der Rummelsburg hatten Auskunft holen müssen. Hinterher teilten die entstand schließlich ein Verlöbnis. Gestern traf unerwartet bon D. Oberpräsident genehmigte dieselbe, der Polizeipräsident Eltern den Sachverhalt uns mit, worauf wir am 19. April unseren ein Schreiben ein, in welchem er der Oberschwester mitteilte, daß unterstempelt sie, und nachdem alles in Ordnung gebracht ist, Artikel veröffentlichten, der die hier zutage getretene tudjichts- er das Verlöbnis aufgeben müsse. Frl. B. geriet über diese Nach­fann das Sammeln beginnen. Das machen sich aber die losigkeit rügte. Und zum Schluß gelangt am 20. April richt in solch verzweifelte Stimmung, daß sie aus dem Leben zu Wohltäter recht einfach und geschäftsmäßig mit dieser wohlgemerkt am 20. April! an bas Bentralbureau des scheiden beschloß. Sie sprigte sich ein großes Quantum Morphium Sammeltätigkeit wird die Paketfahrtgesellschaft beauftragt, die Magistrats die bis dahin ausgebliebene Nachricht über die Er ein und wollte dann noch die in der Nähe wohnende Schwester des wiederum die Hausbesiker in Anspruch nimmt. Und damit frantung, ausgestattet mit dem Datum des 8. April wohlgemerkt: Bahntechnikers aufsuchen. Staum hatte sie jedoch die Straße be­treten, so brach sie bewußtlos zusammen und wurde von einem fich Hauswirte, Verwalter oder Portiers Mühe geben, recht des 3. April! Da ist wirklich jeder Kommentar überflüffig". viel zu sammeln, liegt bei jeder Sammelliste ein Bettel Schutzmann nach der Unfallstation XX und von dort in äußerst be. denklichem Zustande nach dem Krankenhause Moabit gebracht. folgenden Inhalts: Ebenfalls wegen Liebeskummer hat sich die 27jährige Emma St. das Leben genommen. Das junge Mädchen, welches in der York­straße 40 wohnte, vergiftete sich in der vergangenen Nacht mit Lysol.­

P. P.

Wir bitten, sich von dem Erlös 10 Proz. für Ihre Be­mühungen abzuziehen. Berliner Paketfahrt- Gesellschaft Starte u. Co. M..... Pf.

Provision erhalten

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Wir waren neu­

Die Lieferung von Pflanzen für den Unterricht in der Botanik beginnt in den Schulen der Stadt Berlin mit dieser Woche. Die Pflanzen der ersten Woche sind die bekannten Frühlingserzeugnisse, für alle Schulen Spikahorn, Birke, Birnbaum, Hyacinthe, Tulpe, Gänsekresse, für die höheren Schulen außerdem noch Aderschachtel halm, Mahonie, gemeine Marbel.

Auch die in der Fruchtstraße 29 wohnhafte Bertha P. nahm in der Verzweiflung ihre Zuflucht zu dem Modegift. Die Leichen der beiden lettgenannten Lebensmüden wurden nach dem Schauhauſe gebracht.

Auf einen Kindesmord läßt ein Leichenfund schließen, welcher in der Dderstr. 2 gemacht würde. Arbeiter entdeckten dort auf einem Bauplatz die Leiche eines männlichen Säuglings. Das tote Kind ist vermutlich von der Straße aus über den Zaun nach dem Bauplaz geworfen worden. Ob der Knabe eines gewaltsamen Todes gestorben ist, dürfte die gerichtliche Obduktion ergeben.

Der Hauptblütenfonntag in Werder . Das Blütenstädtchen Werder , die Obstkammer Berlins", stand unter dem Zeichen seines goldenen Sonntags. Wenn auch am Nachmittage düstere Wolfen Name den Himmel trübten, so war der Besuch dadurch keineswegs so sehr Verwalter, Portier beeinträchtigt, als die Werderaner befürchtet hatten. Am Vor­Straße und Nr. mittage bestanden die Besucher hauptsächlich aus Radfahrern und Die Provisionsgewährung soll jedenfalls die Sammler Automobilisten. In der frühen Vormittagsstunde bildeten sich auf der Potsdamer Chaussee förmliche Ketten von Radlern, auch die anregen, in ihrem Hause recht eifrig zu sammeln, denn je fahrplanmäßigen sowie die Ertrazüge brachten bereits vormittags reichlicher das Ergebnis, desto höher ist auch der Prozentsaß, viele Tausende nach der Blütenstadt. Nachmittags erhöhte sich der den der betreffende Verwalter oder Portier erhält. Finden Verkehr von Stunde zu Stunde. Die Besucher famen auch voll auf Ein seltsamer Todesfall beschäftigt feit Sonntagnacht die Polizeis sich in dem betreffenden Hause einige Wohltäter, die einmal ihre Kosten. Die Baumblüte stand am Sonntag in herrlichster behörde. Sonnabendabend gegen 10 Uhr lieferten zwei Männer etwas tiefer in den Beutel greifen und eine namhafte Summe Bracht. Sämtliche Kirschbäume, welche in überwiegender Mehr auf der Unfallstation VIII am Grünen Weg einen Toten ein, dessen zeichnen, so dürfte in diesen Fällen die Provision eine ganz zahl vorhanden sind, wiesen ihre schneeweißen Blüten auf. Die rote Personalien bis heute noch nicht festgestellt werden konnten. Seitens respektable Höhe erreichen. Vielfach liegt aber die Sache so, Blüte der Pfirsiche gab gleichfalls einen prächtigen Anblick. Die des Arztes konnte eine bestimmte Todesursache nicht konstatiert daß diejenigen, die eine größere Summe hergeben, dies dirett Blüte der Aepfel- und Birnbäume wird sich erst im Laufe diefer werden, doch hat es den Anschein, als ob sie auf einen Schädelbruch an die Vereinsstelle senden, schon deshalb, um ihren Namen Woche entwickeln. Nach Ansicht der Obstzüchter steht in diesem Jahre zurückzuführen sei. Kaum hatten die beiden Männer den Fremden eine äußerst günstige Obsternte bevor. Der füffige Obstwein hatte in dem gedruckt herausgegebenen Jahresbericht glänzen zu auch am Sonntag wieder seine Wirkung getan. Die meisten Rad- abgeliefert, so entfernten sie sich wieder eiligst. Es wurde nun die Polizei benachrichtigt, welche die Leiche beschlagnahmte und zur Db­sehen. Immerhin aber bleiben noch genug Leute übrig, die fahrer zogen es vor, samt ihrer Maschine auf dem weit sichereren duktion nach dem Schauhauſe bringen ließ. Die beiden Männer für solche Zwecke Gelder auf die Hauslisten zeichnen. Ob sie Wege der Eisenbahn heimzufahren. Der kommende Sonntag ist der wurden in den Personen des Konrad K. aus der Koppenstraße 97 aber dies tun würden, wenn ihnen bekannt wäre, daß die letzte Blütensonntag für dieses Jahr. und des Julius J. aus der Langestraße 87 festgestellt. Nach ihren Gelder nicht unverkürzt ihrem Zwecke zufließen, ist noch eine Ein nobler Arbeitgeber. Im Gemeindeblatt" wird folgende Angaben fanden sie den unbekannten Mann, jedenfalls einen Bettler, große Frage. Natürlich ist diese Art der Wohltätigkeits - öffentliche Bustellung beröffentlicht:" Der Reisende Gustav auf dem Boden des Hauses Koppenstraße 97 schlafend vor und als sammlung für die Veranstalter recht mühelos; fie unter Brombeck zu Rigdorf, Elbestraße 31, flagt gegen den Kaufmann sie ihn entfernen wollten, zeigte er sich widerspenstig. Der Fremde, zeichnen einfach die großen Aufrufe, brauchen sich im übrigen Edmund Großmann, zulet in Rigdorf, Weichselstraße 62 wohnhaft, welcher angetrunken schien, schlug, als er sich erheben wollte, mit um nichts zu kümmern und gelten doch als große Wohltäter. zurzeit unbekanten Aufenthalts, wegen rückständigen Gehalts für dem Kopfe auf den Treppenabsag, wodurch der Schädelbruch an Arbeitern gegenüber verfährt man bei Sammlungen bie Monate Januar, Februar und März 1906 mit dem Antrage, ben geblich herbeigeführt wurde. Die polizeilichen Ermittelungen dürften anders. eines Vorschusses von 40 M., also 260 m. zu zahlen und das Urteil Wenn es da gilt, für im Stampf stehende Kollegen Beklagten kostenpflichtig zu verurteilen, an ihn 300 m. abzüglich ergeben, ob der Tod durch dritte Hand herbeigeführt worden ist. zu sammeln, so verweigert man ihnen nicht nur ständig eine für vorläufig vollstreckbar zu erflären. 3ur mündlichen Berhand- Zwei Boote mit neun Personen fenterten Sonntagnachmittag Genehmigung zu einer Haustollefte, sondern macht ihnen mit lung des Rechtsstreites ist ein Termin auf den 9. Juni 1906, vor- auf dem Müggelsee in der Nähe von Rahnsdorf . Die beiden Fahr den Sammlungen für ihre notleidenden Kameraden auch sonst mittags 9% Uhr, bor der Kammer II des Kaufmannsgerichts zu zeuge durchfreuzten, von der Spreemündung kommend, die Kleine