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Mr. 153.

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Vorwärts

Berliner Volksblatt.

23. Jahrg.

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Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin".

Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands .

Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69.

Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.

Mehr in die Tiefe!

Donnerstag, den 5. Juli 1906.

Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984.

Zeit, sich theoretisch in ihre Aufgaben zu vertiefen. Vor allen Minister des Innern mit der Bitte um Ergreifung von Maßregeln, Dingen müsse den jüngeren Genossen die Bildungsmöglichkeit um dem Morden Einhalt zu tun, wandten, wurde dieses zugesagt; gegeben werden, weshalb Partei und Gewerkschaften mit den ein Erfolg ist aber, wenn solche Maßnahmen überhaupt angeordnet worden sind, nicht zutage getreten. Die Polizei unterließ vom An­In einem so überschriebenen Artikel bespricht die Fortbildungsvereinen in Verbindung treten und die nötigen beginn an nicht nur jede Maßnahme zur Unterdrückung des Bogroms, Mittel zur Verfügung stellen müßten. Leipz. Volkszeitung" die im Verlage der Vor­sondern entfesselte noch obendrein durch ihre niederen Organe wilde wärts- Buchhandlung erschienene Hohenzollern - Legende" des Debatte, in der von allen Rednern betont wurde, daß in der an, welche sie zu Revolutionären gestempelt; fie führte Bagabunden An diese Ausführungen knüpfte sich eine lebhafte Leidenschaften. Die Polizei ordnete die Erschießung von Personen Genossen Maurenbrecher. Sie lobt den großen Fleiß der von Lüth angedeuteten Richtung vorgegangen werden müsse. an, als diese plünderten und Juden mordeten. Schließlich ist zu be­Arbeit, die in allen tatsächlichen Angaben mit großer Sorg Die Debatte endete mit der Annahme eines Antrages, wo- merken, daß die Militärobrigkeiten die Gewalt in der Stadt vor Vers falt verfaßt sei und eine Unmasse des größten Schwindels nach die Kartellkommission mit den Parteivorständen und den hängung des Kriegszustandes an sich genommen und die Stadt anfdecke, der in den preußischen Schulen über die Geschichte Fortbildungsvereinen Fühlung nehmen soll, um etwas Positives der Hohenzollern gelehrt wird. Nicht völlig befriedigt ist da­gegen die Leipz. Volkszeitung" von der Handhabung der zu schaffen.

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weisung von Schußleuten und Vagabunden oder nach eigenem Gr­Schußleuten und bewaffneten Soldaten ausgeliefert haben, die auf messen unbewaffnete Juden, die keinen Widerstand leisteten, er= materialistischen Geschichtsmethode durch den Genossen Mauren - In gewissem Zusammenhange steht mit diesem Thema schossen. Von wem ist dem Gouverneur am 14. und 15. Juni die brecher. Sie zweifelt indes nicht daran, daß Genosse Mauren - auch die Jugendorganisation. Mit ihr befaßte sich ihm zustehende Gewalt entzogen und diese den Militärbehörden über­brecher ,,, wenn er sich einmal in die materialistische Geschichts- eine Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins in geben worden? Diese Frage muß der Kriegsminister aufklären." Frankfurt a. M. Der Referent, Genosse Dr. Frant- Mannheim, Dem Bericht der Abgeordneten liegen eine Reihe von Doku­auffassung vertieft hat, uns historische Arbeiten schenken wird, teilte unter dem lebhaften Beifall der Versammlung mit, daß menten als Beweismaterial bei. die nicht bloß plumpe Schullügen aufdecken, sondern das an den Parteitag in Mannheim der Antrag gestellt werden Männer, die im Auftrage der Duma ihre Untersuchungen an Ort Entgegen dieser mit Dokumenten belegten Darstellung geachteter wissenschaftliche Besitztum der Partei wirklich vermehren". Gerade die relative Tüchtigkeit seines Werkes", heißt es, frei werdenden 80-90 000. für den Ausbau der Jugend- Dreistigkeit, die Dinge dermaßen verlogen darzustellen, daß man solle, die durch die Einführung von Diäten für den Reichstag und Stelle führten, hat der Regierungsbote" die unverschämte .flößt uns den dringenden Wunsch ein: Mehr in die Tiefe, zeigt uns die Berechtigung der in der Partei immer dringender organisation auszuwerfen. auf den Verdacht geraten muß, irgend ein am Bialystoker Pogrom Der Eifer des Genossen Dr. Frank ist löblich, aber die beteiligter Bandit habe den Bericht des Regierungsboten" ge= sich erhebenden Forderung, durch die Einrichtung einer Schule Summe, die er fordert, ist denn doch wohl zu hoch gegriffen. schrieben. Allerdings darf dabei nicht übersehen werden, daß der den heranwachsenden Nachwuchs der Agitatoren und Schrift Mit übermäßigen Subventionen wird die Jugendorganisation Darstellung des Regierungsboten" die vom Herrn Stallmeister steller durch tüchtige Lehrkräfte zum Verständnis unserer großen nicht zu gesunder Blüte kommen. Treibhausentwickelung ist Frisch angestellten" Grmittelungen" zugrunde liegen. Und den Denker zu erziehen. Es sind darüber neuerdings manche vor- durchaus nicht wünschenswert. Die Jugendorganisation muß Herrn Stallmeister Frisch schließlich hat kein Geringerer als der Herr treffliche Artikel in der Parteipreffe erschienen, von denen wir aus sich selbst heraus werden. Daß die Partei fie unter- Miniſter des Innern zur Untersuchung" des Tatbestandes nach namentlich auf ein ausführliches Programm verweisen, das füßen muß, ist selbstverständlich, und dieser Verpflichtung Bialystok entfandt! Genoffe Heinrich Schulz in der Neuen Zeit veröffentlicht wird sie sich auch nicht entziehen. Aber von solchen Summen, hat. Man braucht nicht mit allen Einzelheiten einverstanden wie Genosse Dr. Frank sie genannt hat, kann unseres Er­zu sein, aber im Wesen der Sache wird man ihm und seinen achtens vorläufig nicht die Rede sein. Mitkämpfern zustimmen müssen. Außerdem erwachsen der Partei gerade jetzt noch andere, Bir an unserem Teile wünschen ihren Forderungen dringendere Verpflichtungen. Wir meinen die Schule, deren Plan schnelle Erfüllung!" Genosse Schulz entwickelt hat. Die Stosten der Verwirklichung Das Programm des Genossen Schulz, das die Leipziger dieses Werkes werden unseres Erachtens größer sein müssen, Bolkszeitung" hier erwähnt und dessen Verwirklichung in als Genosse Schulz sie veranschlagt hat. Wenn die Partei seinen Grundzügen wir für eine dringliche Aufgabe der Partei etwas derartiges schafft, dann hat sie die Pflicht, die Gelder, Agentur.) Das Stadthaupt erhielt folgende von vielen Vertretern halten, ist in Nr. 34 der Neuen Zeit" abgedruckt und lautet die sie daran wendet, wirklich nugbringend anzulegen, indem der Bialystoker Juden unterzeichnete Erklärung: Aus dem an deir im wesentlichen: Eine Bildungsschule von Partei wegen, wie ich sie mir denke, ie den Erfolg sichert, d. 5. sie soll sparen nicht am Gelde, Kriegsminister von Generalleutnant von Bader am 10. Juni ein­ Eine Bildungsschule von Partei wegen, wie ich sie mir denke, sondern, indem sie durch möglichst gute Einrichtungen dafür gereichten Berichte betreffend die Ursachen, die den Pogrom hervor­müßte anders( als die jetzige Arbeiterbildungsschule) organisiert sorgt, daß das Geld nicht weggeworfen wird, daß der Besuch sein. Ihre materielle Grundlage bildet der Säckel der Gesamt der Schule wirklich ein gediegenes Bildungsfundament legt. partei, und die Anstalt untersteht darum auch direkt dem Partei­vorstand und im weiteren der durch die Parteitage vertretenen Gesamtpartei. Finanzielle Schwierigkeiten dürfen bei ihrer Ein­richtung überhaupt nicht in Frage kommen, sobald ihre Zweck­mäßigkeit erst einmal anerkannt worden ist. Außerdem spielen derartige Ausgaben bei dem Etat der Partei keine Rolle, zumal erwartet werden darf, daß die Ausgaben durch die erzielten Er­folge mit hohen Zinsen wieder vollauf eingebracht werden.

Die Revolution in Rußland .

Die Wahrheit über Bialystok .

Die zur Prüfung der Vorgänge bei dem am 14. Juni stattge­habten Pogrom nach Bialystok entsandte Kommission von Dumas mitgliedern hat einen Bericht veröffentlicht, in dem es heißt:

selbst; denn am selben Tage( 4. Juli), da seine Darstellung in die Ülebrigens richten sich die dreisten Lügen des Regierungsboten" Welt telegraphiert wird, kommt die Meldung aus Petersburg : Auf direkten Befehl des Baren seien der Gouverneur von Bialystok , General Popewski sowie zwei Polizeikommissare und zwölf Poli­zisten wegen ihrer Haltung bei den Judenmassakres entlassen worden! Wie reimt sich das mit den Behauptungen des Regierungs­boten", daß die Revolutionäre die ganze Schuld tragen, Polizei, militär und Hooligans aber unschuldig seien? 1-

Bialystok, 4. Juli .( Meldung der Petersburger Telegraphen­

gerufen und begleitet haben, ersehen wir, daß die darin enthaltenen

Nachrichten von der Wahrheit abweichen, wie durch die offizielle Afte und die Dementierung des Gouverneurs von Grodno bom 3. Juni ersichtlich ist. Infolgedessen ersuchen wir darum, eine Extra­Dumajibung einzuberufen, um diese Frage zum Zwecke der offiziellen Klarstellung der Wahrheit zu beraten."

Die Glut im Heere.

Petersburg, 4. Juli. Wegen Verbotes des Zeitungslesens herrscht große Gärung unter den Gardekürassieren. Wie es heißt, sollen fämtliche Garderegimenter aus Petersburg entfernt und durch andere Truppen ersetzt werden.-

Nach Meldungen aus Wladiwofstok befindet sich die Stadt im Aufruhr. Soldaten durchziehen die Straßen unter Absingung revolutionärer Lieder. Die Lage ist sehr ernst.

Diese parteigenössische Kriegsschule denke ich mir als Seit der Ermordung des Bialystoker Polizeimeisters Derkat­eine dauernde Institution mit vierteljährlichen oder halbjährlichen schew waren Gerüchte über einen bevorstehenden Bogrom im Um­Abteilungen. Als Unterrichtsgegenstände fämen in Betracht: lauf. Die Polizeimannschaften waren durch die Ermordung mehrerer Nationalökonomie, Theorie des Sozialismus und Geschichte als Mitglieder ihrer Truppe, die sie den Juden zuschrieben, aufgebracht, und Agitatoren reizten die niederen Voltsschichten gegen die Juden obligatorische, sowie Literaturgeschichte, Naturwissenschaften, Rede- auf und suchten auch die Truppen durch Flugschriften aufzureizen, Militärbezirks und der Garde ordnet an, gegen den Kommandeur Ein Tagesbefehl des Oberkommandierenden des Petersburger übung, Rechtskunde, schriftlicher Gedankenausdruck( Abfassen von wobei Juden und Revolutionäre als identisch hingestellt wurden. sowie gegen den Bataillonskommandeur, die Kompagniechefs, sowie Berichten, Flugblättern, Notizen) usw. als fakultative Unterrichts- Bereits vor dem 14. Juni erhielten die Feldwebel eines Regiments gegen die übrigen Offiziere und Mannschaften des aufgelösten ersten gegenstände. Eine Reihe von Lehrern müßte mit auskömmlichen den Befehl, den Mannschaften mitzuteilen, daß am 14. Juni eine Bataillons des Preobraschensky- Regiments eine Untersuchung einzu­Gehältern fest angestellt werden, so daß sie sich ganz ihrer orthodoxe und eine katholische Prozession stattfinden werde, die leiten und die Schuldigen dem Gericht zu übergeben. Gleichzeitig Lehrtätigkeit mit der dazu gehörigen Weiterarbeit an sich selbst Juden würden eine Bombe werfen und ein Pogrom werde folgen. erhielt der Kommandeur der ersten Brigade der ersten Garde= durch Studium im Hause und in Bibliotheken widmen können. Als nun am 14. Juni die orthodore Prozession in die Institutsstraße Infanteriedivision, der Kommandeur der ersten Garde- Infanterie­Vielleicht würden vorläufig drei Lehrer genügen, von denen der einbog, wurde sie aus einem Hause derselben beschossen, und einige Division und der Kommandeur des Gardeforps einen Verweis. Teilnehmer bemerkten, daß etwas Zischendes geworfen wurde. So- Beim russischen Ministerium des Innern laufen zahlreiche Ge­eine ein sattelfester, nationalökonomisch geschulter Marrist, der fort erschienen Truppen, die in der benachbarten Reichsbantfiliale suche der Kubonischen Kosaken des dritten Aufgebots ein, zu ver­andere ein mit der materialistischen Geschichtsauffassung vertrauter bereit gehalten waren, und feuerten auf die Häuser. Dieselbe anlassen, daß sie in ihre Heimat entlassen werden, da in ihrer Ab­Historiker sein müßte. Der dritte müßte für den Unterricht im Szene wiederholte sich auf dem Bajar, wo die zweite Bombe geworfen wesenheit ihre Wirtschaften aus Mangel an Arbeitskräften vollständig schriftlichen und mündlichen Gedankenausdruck und in Literatur wurde. Es folgte dann ein Ueberfall von Vagabunden auf eine zugrunde gehen und überdies die Bauern mit dem roten Hahn geeignet sein, tönnte aber auch Naturwissenschaftler oder Jurist Apotheke, und der Pogrom begann. Vagabunden und Polizisten drohen. sein. Neben ihrem Hauptfach könnten sie alle drei noch das eine plünderten die Läden und raubten Waren, mud die Soldaten folgten Kriegszustand und Gärung. oder andere ihnen naheliegende Nebenfach mit versehen.... ihrem Beispiele. Es entwickelte sich eine Schjagd auf die Juden, die man aus ihren Häusern trieb, um sie draußen zu erschießen. Auch Petersburg, 4. Juli .( Meldung der Petersburger Telegraphen Wer aber soll diese Bildungsanstalt, von der ich vorläufig auf dem Bahnhofe sammelten sich Haufen von Bagabunden, um Agentur.) Im Kreise Odessa ist an Stelle des außerordentlichen nur ganz grobe Umrisse zeichnen konnte, besuchen? Nicht ein flüchtende oder ankommende Juden abzufangen, trotzdem der Bahn- Schutzes der Kriegszustand verhängt worden. Zufallspublikum, sondern eine Anzahl Genossen und Genoffinnen hof von Dragonern und Infanterie besetzt war und die Offiziere Petersburg, 4. Juli .( Von einem besonderen Korrespondenten.) aus allen Gegenden Deutschlands, die von ihren örtlichen Partei- der in Bialystok stehenden Regimenter Uglitsch, Kajan und Wladimir Auf den Eisenbahnlinien, besonders der Wladikawkas- Sibirischen organisationen dazu ausersehen worden sind. An allen Orten im Bahnhofsrestaurant saßen. Am 14. Juni traf auch der Gou- Bahn sowie auf der Südwestbahn, ist wiederum eine wachsende gibt es eine Reihe besonders jüngerer bildungseifriger und zu- berneur von Grodno auf dem Bahnhofe von Bialystok ein, ohne daß politische Gärung bemerkbar; ebenso unter den Hafenarbeitern, be­gleich charakterfester Genossen, die mit tausend Freuden die sich jedoch Polizei, Soldaten und Bagabunden durch seine Anwesen sonders start in Noworossist. günstige Gelegenheit ergreifen würden, die ihnen ihre Partei- heit stören ließen. Am 15. Juni dauerte das Morden fort. So wurden beispielsweise von zehn in einem Zuge eintreffenden Juden organisation in ihrem eigenen Interesse und zugleich im Interesse acht sofort getötet. Auch der auf dem Bahnhofe anwesende Staats­der Partei zur Befestigung und Vertiefung ihres Wissens böte. anwaltsgehülfe und die übrigen Amtspersonen, die dort anwesend Ich denke dabei feineswegs nur an die fest angestellten waren, rührten keinen Finger, um den Gewalttaten gegen die Juden Beamten und Agitatoren der Partei, sondern auch an beruflich ein Ende zu machen." tätige Arbeiter, die sich im Dienste der Partei bewährt haben und Nachdem noch eine Anzahl Aussagen von Augenzeugen die ihren Beruf ohne Schädigung auf ein Vierteljahr unterbrechen über jene blutigen Vorgänge aufgeführt sind, geht der Bericht zu können. Den Unterhalt dieser Genossen während ihrer Anwesen- folgenden Schlußfolgerungen über: heit in Berlin könnten nach dem Vorbild der gewerkschaftlichen der an die Straferpeditionen in den Ostseeprovinzen und Sibirien Vor allem ist die Planmäßigkeit des Pogroms hervorzuheben, Unterrichtsturse die Landes-, Bezirks- oder Wahlkreisorganisationen erinnert. Der Tag ist genau vorher bestimmt, ebenso auch die Ge­tragen, die die betreffenden Genossen nach Berlin entfenden. Die legenheit, bei der der Pogrom seinen Anfang nehmen soll, nämlich Kosten für einen einzelnen Teilnehmer dürfen etwa mit 500 bis der Umzug der Kirchenprozessionen, wo mit der religiösen Stimmung 600 Mark für ein. Vierteljahr anzusetzen sein. Die Kasse der der Menge gerechnet werden konnte. Doch wer war der Organisator? Gesamtpartei hätte also nur die Kosten der Schulunterhaltung Der Gouverneur von Grodno, Herr Küster, der noch vor dem Po­Man könnte diese Kombinationen beinahe ernst nehmen, wenn und Lehrerbesoldung zu tragen, die ich insgesamt auf 12-15 000 grem um Entfernung des Pristaws Scheremetoff aus Bialystok als nicht zu gleicher Zeit aus Paris wo man bekanntlich im allge­Mark jährlich veranschlage." des Haupthekers von einer jüdischen Abordnung gebeten worden meinen über Rußland sehr gut unterrichtet ist die Meldung fäme, Mit diesem Thema hat sich auch vor kurzem das Ham- war, berweigerte dies; er war auch am 15. Juni in Bialystok, als die Lage sei als äußerst ernst zu betrachten, da das Schicksal der der Pogrom im Gange war, ohne etwas zu tun, und fuhr von dort Duma auf dem Spiele steht und ein gegen sie gerichteter Staats­burger Gewerkschaftstarte II beschäftigt. Der Refe- nach Wilna zum Generalgouverneur. Entweder also wußte er von streich als unabwendbar bezeichnet werde!! rent Genosse Lüth betonte, daß es so wie jetzt nicht mehr dem Bogrom und ließ ihm seinen Lauf, oder er stand den Vorgängen Petersburg, 4. Juli .( Von einem besonderen Korrespondenten.) weiter gehe. Die gesuchten und beliebten Redner seien mit infolge einer geheimen Gewalt ohnmächtig gegenüber. Als die Aus der Tatsache, daß Ministerpräsident Goremykin nunmehr nach Aufträgen geradezu überschüttet und fänden nicht die genügende Dumaabgeordneten Jakubzon und Scheftel am 15. Juni sich an den dem der Regierung gehörigen Sommerhause des Ministers des

Petersburg, 4. Juli. Der Prozeß gegen die wegen Vor­bereitung eines bewaffneten Aufstandes angeklagten Arbeiterdeputierten mußte wegen Ausbleibens wichtiger Zeugen vertagt werden. Bei der Berhandlung kam es zu stürmischen Demonstrationen trotz großen Polizei- und Militäraufgebotes. Die Angeklagten riefen dem Auditorium zu: ,, Beschleunigt den Ausbruch der Revolution!" Staatsstreich?

Der Ministerpräsident Goremykin soll in einer Ministerrats. nahegelegt worden. fizung am Dienstag erklärt haben, dem Kabinett sei der Rücktritt Man spricht auch schon von den neuen Männern": Jermolow Premier, Urussoff Inneres, Nabokoff Aeußeres, Graf Heyden usw. Es soll nämlich, so heißt es, ein so­genanntes Kabinett der gemäßigten gesellschaftlichen Kreise" ge bildet werden. Also tein Kadetten"-Ministerium!

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