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auch bei den Stichwahlen jedenfalls dem entschiedenen Liberalis­mus mehr zugute als derartige wahltaktische Rücksichten mit Augenblidserfolgen."

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Deutfches Reich. Sozialdemokratische Doppelmoral.

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Der Abgeordnete Erzberger erklärt in der Germania " gegenüber einem Angriff des erst kürzlich aus der Kolonialverwaltung ausge schiedenen Dr. Helfferich, daß der Fall der Unterschleife bon Uniformen in Südwest afrika teineswegs längst er­ledigt sei, da ja der Reichskanzler selbst eine neue Untersuchung ans geordnet habe und zudem jetzt in den Leipziger Neuesten Nachrichten" eine ganz neue Lesart über diese Unterschleife verbreitet Im übrigen bemerke er, daß ihm in der Presse eine ganze

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Abermals die Liebesgaben.

Hierauf beschäftigte sich das Haus nochmals mit dem Schulunterhaltungsgesehentwurf. Das Resultat der Debatte war die Annahme des Entwurfs gemäß den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses unter Ablehnung einiger Abänderungs­anträge. Es ist also nunmehr eine Uebereinstimmung zwischen beiden Häusern erzielt. Die Annahme erfolgte mit großer Mehrheit. Zur Minderheit gehörten neben den Oberbürger­meistern Kirschner Berlin und Schuftehrus- Char- die Doppelmoral der Sozialdemokratie. Der Vorwärts" schimpfe da Die" Post" entrüftet sich unter den üblichen Kloakenergüssen über werde. lottenburg auch einige Konservative, die nichts davon wissen über, daß das Abgeordnetenhaus gegen zwei überfreche" Genossen Anzahl von Artikeln zugeschrieben werden, mit denen er nicht das wollen, daß auch die Gutsherren Lasten zu tragen haben wegen schamloser Schmutzartikel" Strafantrag gestellt habe, während mindeſte zu tun habe. Herr Erzberger hätte gut getan, zu erklären, sollen. er fürzlich selbst berichtet habe, daß mehrere Mülhauser Genossen für welche Artikel er mun eigentlich die Verantwortung zu über­Das Abgeordnetenhans begann seine Situng um 3 Uhr; gerichtliche Klage gegen bürgerliche Breßverleumder angestrengt hätten. nehmen gewillt ist. es erledigte nur Petitionen. Den noch auf der Tagesordnung Die Intelligenz der" Post" läßt es natürlich nicht zu, den in stehenden Bericht der Wahlprüfungskommission über die Wahl die Augen springenden Unterschied zwischen dem Vorgehen des Ab­des Abg. Jderhoff( ft.) brauchte es nicht erst entgegen- geordnetenhauses und dem der Mülhauser Genossen zu erkennen. Dementi gegenüber den Anschuldigungen, die von der Freifinnigen des Abg. Jderhoff( ft.) brauchte es nicht erst entgegen Bekanntlich verzichtet die Sozialdemokratie grundsätzlich darauf, wegen Beitung" im Anschluß an die Kritit des Abgeordneten Erzberger in Die Norddeutsche Allgemeine Beitung" bringt ein langes zunehmen, da Herr Jderhoff, um der Ungültigkeitserklärung formaler Beleidigungen zum Kadi zu laufen. Sie steht auf dem zuborzukommen, sein Mandat im letzten Augenblick nieder- Standpunkt, daß Personen wie Korporationen der Partei sogar Sachen des Liebesgabenfonds erhoben worden sind. So erklärt fie Gegnern vom Schlage der" Post" die ausgiebigste Schimpffreiheit 1. a., daß die Spender des Tippelskirch- und Woermann Um 4 Uhr wurde der Landtag in gemeinsamer Sigung zu konzedieren haben. Etwas anderes ist es natürlich, wenn es sich Fonds es dem Belieben des Oberkommandos überlassen hätten, beider Häuser geschlossen. um persönliche Ehrabschneidereien handelt, deren Weiter- die Liebesgaben ganz nach freiem Ermessen zu verwenden. Auch folportierung die Partei zu schädigen geeignet ist. In solchen Fällen ei über jede Spende amtlich quittiert worden. Ferner seien die hält es auch die Sozialdemokratie für erlaubt, ab und zu einmal Angaben der Freisinnigen Beitung" über die sonderbare Buch durch gerichtliche Feststellung gegnerischer Lügen und Nieder- führung über den füdwestafrikanischen Fonds unrichtig. Alle Ein­will aber Strafantrag stellen wegen der politischen Kritit, Namens des Empfängers in der für Kaſſenbücher üblichen Form trächtigkeiten ein Erempel zu statuieren. Das Abgeordnetenhaus tragungen seien unter boller Angabe der Zuwendungen und des die von verschiedenen Parteiblättern an seinen Handlungen geübt erfolgt. Auch feien die Bücher stets durch Intendanturbeamte ge worden ist!

gelegt hatte.

Altena - Iserlohn .

Die freifinnige Parteileitung des Wahlkreises Altena- Iserlohn hat mit Billigung der Berliner Parteileitung für die am 10. b. W. stattfindende Stichwahl die Parole:" Für den Zentrums­tandidaten" ausgegeben. Von vornherein haben wir nichts anderes erwartet. Selbst wenn die Freisinnigen nicht vom Zentrum bor die Alternative gestellt worden wären, entweder in Iserlohn für den ultramontanen Kandidaten einzutreten oder auf die Unter­stübung des Zentrums in Hagen zu verzichten, würde die freisinnige Parteileitung schwerlich eine andere Stellung eingenommen haben, denn die fähigeren politischen Köpfe, die einst in den besseren Jugendtagen der Fortschrittspartei" sich dieser angeschlossen hatten, find längst gestorben oder aus dem politischen Parteigemengsel, das an deren Stelle getreten ist, ausgeschieden; und was unter Eugen Richters Regime an neuen Kräften entstanden ist, das sind" Kapa­zitäten" von der Qualität der Herren Müller- Sagan- Mugdan: politische Eintagsfliegen, für die nur der Tageserfolg ohne Rücksicht auf Mittel, Zweck und Ziel gilt.

Wir haben deshalb für selbstverständlich gehalten, daß trotz der einstigen Kampfaufrufe des großen, Dichters Albert Träger und anderer kulturkämpferischer freisinniger Barden die freisinnige Volkspartei ihre Mannen für Klocke an die Wahlurne entbieten würde; und wir entrüsten uns deshalb auch über ihre Stichwahl­parole nicht im mindesten, denn man soll von Parteien wie von Individuen nichts fordern, was über ihre psychischen Kräfte hinaus­geht. Würde deshalb die freisinnige Presse einfach erklären: Wir treten für den Zentrumskandidaten ein, weil wir ihn für das fleinere Uebel halten und die Unterstützung der Zentrumswähler in Hagen nicht verlieren möchten", dann würden wir diese Stellung­nahme in Anbetracht der Entwickelung, die der einstige Fortschritt genommen hat, für durchaus natürlich halten. Die Freisinnigen, und zwar die Richtung Müller- Mugdan- Kopsch, wie die Richtung Pachnicke- Mosse, begnügen sich jedoch nicht mit dieser Begründung. Um sich vor dem kleinen Teil ihrer Anhänger zu rechtfertigen, der noch an den alten kulturkämpferischen Neigungen hängt, greifen sie allerlei gegen die Sozialdemokratie gerichtete niederträchtige Ver­dächtigungen der konservativen Blätter und des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie" auf, darunter auch die, die sozial­demokratische Parteileitung hätte im Wahl­treise Altena Iserlohn 1500 fozialdemo fratische Wähler zur Stimmabgabe für den Bentrum standidaten Klode abtommandiert, um dadurch zu erreichen, daß dieser und nicht der freisinnige mit dem sozialdemokratischen Kandidaten in die Stichwahl fäme. So schreibt 8. B. das Mossesche Tageblatt":

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Karl Schurz und Karl Marg.

das der jüngst verstorbene amerikanische Politiker Karl Schurz in Ein Teil der bürgerlichen Bresse geht mit einem Urteil trebsen, feinen jetzt auch in deutscher Ausgabe erschienenen, Lebenserinnerungen" ( Berlin , Georg Reimer ) über Karl Marx fällt. Es heißt dort:

prüft worden, feineswegs ausschließlich durch Offiziere.

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Die

Wollte die Sozialdemokratie freilich wegen der täglich gegen sie Statuten für den Südwestafrikafonds seien dem seinerzeit vom Kriegs­von der Post" berübten verbalen Beschimpfungen und ministerium für den Chinafonds gegebenen angepaßt worden. sonstigen undsföttereien den Gerichtsweg beschreiten, so flärungen der Norddeutschen Allgemeinen Beitung" insofern eine Die Freifinnige Zeitung" bemerkt demgegenüber, daß die Er­würde der verantwortliche Redakteur der Post" alle sechs Tage der flärungen der Norddeutschen Allgemeinen Beitung" insofern eine Lücke hätten, als nur von Geld spenden, nicht aber von Liebes­Woche auf der Anklagebank zuzubringen haben!- gaben in Gestalt von Naturalien die Rede sei. Im übrigen Halte sie die Ansicht aufrecht, daß die Remunerierung von Berliner gelegen haben könne. Und wenn auch die Buchungen der Spenden aktiv beteiligt gewesen seien, unmöglich in der Absicht der Spender Beamten und Militärs, die am südwestafrikanischen Aufstand niemals völlig forrett erfolgt seien worauf sie noch zurüdkommen werde so sei doch eine öffentliche Rechenschaftsablegung niemals Er( Mary) war damals 30 Jahre alt und bereits das an- erfolgt. Ferner räume die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" ein, erkannte Haupt einer sozialistischen Schule. Der unterſetzte kräftig daß auch die Statuten niemals veröffentlicht worden seien. Im gebaute Mann mit der breiten Stirn, dem pechschwarzen Haupt- ganzen sei also das offiziöse Dementi, das nur Nebensächliches haar und Vollbart und den dunkeln blizenden Augen zog richtigstelle, keineswegs geeignet, die Bedenken über die Verwendung fofort die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. Er besaß des Fonds zu zerstreuen. Namentlich sei auch dafür eine Begründung den Ruf eines in seinem Fache sehr bedeutenden Ge- nötig, weshalb noch nicht einmal die Hälfte des Fonds zur lehrten, und da ich von seinen sozialötonomischen Verteilung gelangt fei.- Entdeckungen und Theorien äußerst wenig wußte, fo war ich umso begieriger, von den Lippen

Eifer am unrechten Ort.

des berühmten Mannes Worte der Weisheit zu sammeln. Diese Die Justizbeamten, die mit der Ermittelung der Beamten der Erwartung wurde in einer eigentümlichen Weise enttäuscht. Was Kolonialabteilung, betraut sind, durch die vermeintlich die Nachrichten Marg sagte, war in der Tat gehaltreich, logisch und über die Korruption der Kolonialverwaltung an die Deffentlichkeit flar. Aber niemals habe ich einen Menschen gesehen von so gelangt sind, entwickeln einen außerordentlichen Eifer. So teilt die verlegender, unerträglicher Arroganz des Auftretens. Reiner Freifinnige Zeitung" mit, daß ihr verantwortlicher Redakteur als Meinung, die von der feinigen wesentlich abwich, gewährte er die Beuge vor dem Untersuchungsrichter vernommen worden sei. Der Ehre einer einigermaßen respektvollen Erwägung. Jeden, der Redakteur habe sich selbstverständlich geweigert, den Namen feines behandelte ihm widersprach, verhüllter Gewährsmannes zu nennen, sich aber bereit erklärt, zu beeidigen, Verachtung. Jedes ihm mißliebige Argument beantwortete daß er sein Material nicht von einem Beamten des Auswärtigen er entweder mit beißendem Spott über die bemitleidens- Amites erhalten habe. werte Unwissenheit, oder mit ehrenrühriger Verdächtigung der Auch bei einem in Oberschlesien wohnenden Privatmanne, der Motive dessen, der es vorgebracht. Ich erinnere mich noch wohl mit den Missionen in Verbindung steht, ist auf Grund eines bei des schneidend höhnischen, ich möchte sagen des ausspudenden einer Haussuchung gefundenen Briefes eine Haussuchung abgehalten Tones, mit welchem er das Wort Bourgeois" aussprach; und worden.

er mit faum

als Bourgeois", das heißt als ein unverkennbares Beispiel einer Es bleibt abzuwarten, ob es die Justizbehörde auch so eilig hat, tiefen geistigen und sittlichen Versumpfung, denunzierte er jeden, zu erfahren, welches Beweismaterial die an den Enthüllungen der seinen Meinungen zu widersprechen wagte". beteiligten Zentrumsblätter vorzubringeu in der Lage find!

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offer wurde nach Bomben und Sprengstoffen genau untersucht, doch hat man dabei Mordinstrumente nicht gefunden. Auf An regung des deutschen Konsuls in Seattle ( Amerika ) stellte die dortige Polizei eine Haussuchung in der Wohnung Rosenbergs an und fand eine fomplette Einrichtung zur Herstellung von Bomben und Höllen­maschinen sowie Borrat bon 200 Flaschen Säuren und Spreng­stoffen.

Die Tägliche Rundschau" knüpft daran die weise Bemerkung: Ge­Die Voruntersuchung gegen den in Altona verhafteten Anarchisten wiß ein vorzügliches Porträt des Unfehlbaren der Sozialdemokratie". Das Urteil des Herrn Karl Schurz gründet sich also nicht auf August Rosenberg nimmt, wie eine hiesige Korrespondenz zu berichten irgend welche nähere persönliche Bekanntschaft mit Marr, sondern weiß, ihren Fortgang. Gestern ist Rosenberg in das Untersuchungs­gefängnis in Altona gebracht worden. Die Untersuchung wird sehr auf den Eindruck, den Schurz im Jahre 1848 von dem Auftreten streng von dem Polizeichef Geheimrat Rosenhagen geführt. Bei der unferes Altmeisters auf einem Kongreß demokratischer Vereine in Kriminalpolizei soll der Verhaftete als einer der gefährlichsten Wir nehmen keinen Anstand, es unverblümt auszusprechen, Köln empfing, zu dem auch Schurz delegiert worden war. Daß Anarchisten der Tat" feit langer Zeit belannt sein. Die daß uns keine politische Partei in ihrer agitatorischen und dort dem erst neunzehnjährigen, mit den unreifsten politischen Jdeen gestern und heute stattgefundenen Vernehmungen haben, wie es politischen Betätigung so unsympathisch ist wie die der Genoffen". vollgestopften Schurz die sarkastische Art und Weise, mit der Marr heißt, die schweren Verdachtsgründe, daß Rosenberg ein Attentat auf Nichtsdestoweniger fönnte man im Bweifel sein, ob man es nicht die unflaren Anschauungen der demokratischen Spießbürger fritisierte, Wilhelm II. geplant habe, nicht beseitigen fönnen. Rosenbergs Reise lieber sähe, wenn die Liberalen in Altena - Iserlohn ihre Stimmen nicht gefallen hat, ist recht erklärlich. Das Entsetzen des späteren dem Roten gäben statt dem Schwarzen. Diese Zweifel werden amerikanischen Bolitikers über den schneidend- höhnischen Ton, mit jedoch beseitigt durch verschiedene Erwägungen. Zunächst ver­gegenwärtige man sich, welche Rolle die Sozialdemokratie bei der dem Marr das Wort Bourgeoisie" aussprach, beweist jedoch viel Hauptwahl in Altena - Iserlohn nach der bisher unwidersprochen weniger die Arroganz des" Unfehlbaren der Sozialdemokratie" als gebliebenen Mitteilung der Deutschen Tageszeitung" gespielt hat. die damalige Naivetät des Herrn Schurz. Danach hat die Sozialdemokratie, wie wir mitgeteilt haben, 1500 Mann zur Stimmabgabe für den Zentrumskandidaten ab­Die Verfassungsreform vor dem Abschluß. tommandiert, um so zu erreichen, daß statt des Freisinnigen der Stuttgart , 6. Juli. ( Eig. Ver.) Bentrumskandidat in die Stichwahl mit dem sozialdemokratischen Das Reformiert, um das in Württemberg zivei Menschenalter Kandidaten täme. Dies ist denn auch geschehen. Das war lang gerungen wurde und von dessen Gelingen man sich eine Wen­eine von der sozialdemokratischen Partei dung im staatlichen Leben des Schwabenlandes verspricht, kann so tattit bittierte Perfidie. Die Liberalen in Altena - gut als gesichert bezeichnet werden. Es müßte ganz eigenartig zu Iserlohn haben keine Veranlassung, dieser Perfidie, die gehen, wenn das Schifflein jetzt noch auf Slippen auffahren und fich gegen sie selbst richtete, zum Erfolge zu berhelfen. zerschellen sollte. Sie hatten es auch dann nicht, wenn nicht noch andere, allgemeine tie parteipolitische, Rücksichten gegen eine Unterstüßung des Sozialdemokraten in Altena - Iserlohn sprächen....

Wir meinen, in einer Lage, wie es die durch die Erfahwahlen in Altena - Iserlohn und Hagen - Schwelm geschaffene ist, in einer Lage, wo einmal durch eine unanständigkeit des fozialdemokratischen Parteitommandos und zum anderen durch das Stimmenberhältnis ein liberales Mandat berloren und ein anderes gefährdet ist, in einer solchen Lage hat der Liberalismus die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, sich seiner Haut gegen seine Widersacher zu wehren."

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Heute beriet die 8 weite Rammer über die Differenzpunkte, die zwischen den beiden Kammern noch bestanden und über die in Nr. 149 des Vorwärts" berichtet wurde. In einer Reihe wichtiger Sie Punkte hatte die Kammer der Standesherren nachgegeben. hatte vor allem zugestanden, daß die gweite Rammer in ihrer heutigen Stärke von 92 Mitgliedern bestehen bleiben und daß die als Ersatz für die ausscheidenden Privilegierten neu eintretenden bgeordneten auf Grund des allgemeinen Wahlrechtes und im Pro­portionalwahlverfahren gewählt werden sollen. Sie hatte des weiteren auf das königliche Ernennungsrecht weiterer erblicher Mitglieder der Ersten Kammer aus den Kreisen des Feudals Gine gemeine Verdächtigung, und zwar wider besseres Wissen; fünf und nicht acht Vertreter der Industrie, bestand adels verzichtet und nur noch darauf, daß nur Senn wie weit wir auch davon entfernt sind, die Geistestalglichte ber 2andwirtschaft und des Handwerks in die Erste des Mosseschen Redaktionsstabes zu überschätzen, für so gering ver- Stammer eintreten sollten, sowie daß in bezug auf das Budget­mögen wir sie doch nicht zu halten, daß wir anzunehmen vermöchten, recht der Ersten Kammer gewisse Bugeständnisse gemacht werden fie glaubten allen Ernstes an diese konservativ- antisemitische Mär. follten.

So verlangte sie die Streichung des von der Zweiten

Ober sollten wir vielleicht in dieser Hinsicht doch die Herren über- Rammer beanspruchten Rechtes, gewisse Steuern auf eine Finanz­schätzt haben?

Anerkannt muß übrigens werden, daß es immerhin einige wenige wirklich liberale Blätter gibt, die gegen die freisinnige Stichwahlparole protestieren. So erklärt z. B. die Nation":

Wären unsere speziellen Parteifreunde bei dieser Stichwahr im Spiel, so würden wir keinen Augenblick säumen, ihnen mit allem Nachdruck zu empfehlen, den Zentrumsmann durchfallen zu lassen. Bei unseren elenden Parteiverhältnissen tritt die Frage, ob durch irgendeine Schacherei ein einzelnes Mandat gerettet werden kann, völlig zurück hinter der politischen Erwägung, daß alles geschehen muß, um die Wähler an eine refolute Betätigung ihrer politischen Ueberzeugungen zu gewöhnen."

Und die Frantf. 8tg." schreibt:

Zwischen der Altonaer politischen Polizei und den amerikanischen Polizeibehörden findet ein lebhafter Depeschenwechsel statt. Die Mitteilungen lauten recht schaurig!-

Die Folgen der Meerfahrt. Die Korrespondenz des Reichs. verbandes gegen die Sozialdemokratie" leistet sich in ihrer legten Nummer folgende Anrempelung der Genoffin Lily Braun wegen ihrer Teilnahme an der Meerfahrt deutscher Journalisten:

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Die Sozialdemokratie hat bei der Fahrt nicht vertreten sein wollen, nichtsdestoweniger war Lily Braun so feinfühlig, fie doch zu vertreten, und ein Mandat auszuüben, das ihr nur von ihr selbst erteilt worden ist. Wir glauben nicht, daß es vorteilhaft von der Genossin" ist, wenn sie so viel Aufhebens von ihrer Meerfahrt macht, denn es läßt sich doch einmal nicht leugnen, daß in ihr der Egoismus, die Vergnügungs­sucht, stärker entwidelt war als das Parteiprinzip, und zwar so start, daß sie in einer Gesellschaft bürgerlicher Journalisten, denen fie noch dazu durchweg durchaus unwillkommen war, diese Fahrt in Begleitung ihres zehnjährigen Sohnes, der wie ein echter Flottenbereinler eine Matrosenmüße mit der Aufschrift: S. M. Itis" trug, mitmachte. Unbekümmert darum, daß sie doch die Grundlagen des gesellschaftlichen Bodens, auf denen die anderen Fahrtteilnehmer standen, völlig verwirft, drängte sie sich in diese Gesellschaft, der sie direkt zur 2a st war, um die Vorteile der Fahrt mit zu genießen.( Jm Driginal gesperrt.)

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periode außer Kraft sezen zu können, sowie die Eintragung des der Wir nehmen keinen Anstand, die Unverschämtheiten der reichs Ersten Kammer bei der Einkommensteuer zustehenden Mitwirkungs­verbändlerischen Korrespondenz" zu verurteilen. Die Behauptung, rechts in die Verfassungsurkunde. In den ersten beiden Differenz- daß Genossin Braun sich den bürgerlichen Journalisten aufgedrängt punkten wurde der Ersten Kammer heute entgegengekommen, im hat, ist selbstverständlich erfunden. Aber daß derartige Anschuldigungen dritten Punkt, Einkommensteuer, wurde ihr Verlangen abgelehnt. Gesprochen wurde heute nicht mehr viel. Das 8entrum folgen würden, haben wir vorausgesehen und schon deshalb abge suchte seine politische Niederlage dadurch zu verschleiern, daß es fehen von anderen Gründen von vornherein abgelehnt, uns an Zusammenstöße mit dem Ministerium und den Parteien provozierte, der Fahrt zu beteiligen.- ohne jedoch damit Erfolge erzielen zu fönnen. Die Annahme des gesamten Gesetzes erfolgte in der Schlußabstimmung mit 65 gegen 28 Stimmen. Die Vertündung dieses Resultats wurde mit großem Beifall aufgenommen.

Nun haben noch die Standesherren der heutigen Beschlußfaffung zuzustimmen, was in den nächsten Tagen erfolgen dürfte.-

Ans dem württembergischen Parlament.

Berichtigung. In dem Leitartikel der gestrigen Nummer( Wert zuwachssteuer) find in der zweiten Spalte, oben, bei der Korrektur einige Zeilen verschoben worden. Es muß dort heißen: dann zur Erhebung, wenn seit dem früheren bis zum jezigen Eigen Außerdem tommen für bebaute Grundstücke diese Säge nur tumswechsel höchstens 5 Jahre verflossen sind. Beträgt dagegen der Zeitraum mehr als 5 Jahre, aber höchstens 10 Jahre, so werden nur zwei Drittel, beträgt der Zeitraum mehr als 10 Jahre, so wird nur ein Drittel der vorgenannten Säge erhoben".-

Wir können diesen Stichwahlbeschluß nur bedauern. Die Klügelei betreffs ber fünftigen Wahl ist so geschraubt, daß man deutlich erkennt, daß sie nur als Hülfsargument für den Haupt­Die Kammer der Abgeordneten hat heute das Landtagswahl­grund, die Hoffnung auf die Zentrumswahlhülfe in Hagen , mit herangezogen ist. Wir sind aber der Meinung, man soll die gefeß, wie telegraphisch aus Stuttgart gemeldet wird, unter gu Wahltaktik nicht über grundsätzliche Fragen entscheiden lassen. Stimmung zu den Beschlüssen der Ersten Kammer mit 45 gegen Und von grundsätzlicher Bedeutung ist es doch, ob ein Anhänger 1 Stimme angenommen. In der dann folgenden Beratung der einer freiheitlichen Richtung oder ein Reaktionär gewählt wird; Gemeindeordnung hat das Haus mit 49 gegen 21 Stimmen bei Die reaktionäre Natur des Zentrums aber fann heute nicht mehr einer Stimmenthaltung die Bestimmung, daß die Abschaffung Abschaffung der Nachtarbeit der Bäcker. Der Große Nat des bestritten werden. Es ist übrigens noch sehr die Frage, ob auch rein wahltaktisch die Parole flug war. Denn zweifellos wird fie der Lebenslänglichkeit für die nach dem 1. Januar 05 gewählten Stantons Tessin hat mit 35 gegen 15 Stimmen die Abschaffung eine erhebliche Anzahl von Wählern abstoßen, und die Aussichten Ortsvorsteher als rückwirkend gelten soll, aufrechterhalten, im der Nachtarbeit in den Bäckereien, d. h. in der Zeit von 9 Uhr für die nächste Reichstagswahl schwerlich bessern. Auf die Dauer übrigen aber den Beschlüssen der Ersten Kammer zugestimmt und abends bis 4 Uhr morgens, beschlossen. Der erste derartige Forts tommt eine rückhaltlose Betonung des freiheitlichen Standpunktes hierauf die Gemeindeordnung einstimmig angenommen. schritt in der Schweiz.­

Ausland. Schweiz .