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Mr. 176.

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Vorwärts

Berliner Volksblatt.

23. Jahrg.

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Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin ".

Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands .

Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69.

Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983.

Koloniale Korruption.

Abg. Paasche in der Reichstagssigung vom 16. Januar 1906.

Mittwoch, den 1. August 1906.

Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984.

der Vorstand der Bekleidungsabteilung beim Oberkommando gierung nahelegen müssen, das Verhalten des in der Schußtruppen, brachte es fertig, einer Firma, mit der er erster Linie in Frage kommenden Kolonialbeamten, des feit ihrer Gründung eng liiert war, Riesenaufträge für unsere Herrn Major Fischer, besonders unter die Lupe zu Kolonien zuzuschanzen. Er war es, der als Beauftragter der nehmen. Das geschah aber nicht! Major Fischer blieb " Ich möchte aber auch für unsere Beamten einige Regierung mit der im Jahre 1895 begründeten Firma Zippels- nach wie vor der ehrliche Matler zwischen der Regierung und warme Worte der Anerkennung sprechen. Ich bin firch einen Lieferungsvertrag auf die Dauer von fünf Jahren der Firma Tippelskirch und ihren Hintermännern. Denn nicht auch viel in fremden Kolonien herumgekommen und abschloß, der der Firma das Lieferungsmonopol etwa den von der Regierung eingeleiteten Recherchen ist die da muß ich doch sagen: unsere deutschen Beamten sicherte. Der Vertrag war noch nicht abgelaufen, Einleitung des Verfahrens gegen Major Fischer zuzuschreiben, stehen in einer Beziehung turmhoch über den Beamten als die Firma die Firma daran ging, ihre Lager- und Be- sondern einer Denunziation, die von der getrennt lebenden bieler anderer Kolonien, auch die benachbarte triebsräume zu bergrößern. Und ihr Vertrauen zu ihr Vertrauen in Gattin des Chefs der Firma Tippelskirch erstattet englische Kolonie nicht ausgenommen. Ich erinnere den Major Fischer täuschte sie auch nicht, denn flugs worden ist. Hätte in diesen Korruptionsstandal nicht auch daran, daß die Uganda bahn 120 millionen wurde ein neuer Vertrag abgeschlossen, der von 1899-1904 noch ein niedlicher Familienskandal hineingespielt, Mart gekostet hat und daß davon nicht weniger dauern sollte. Die massenhaften Lieferungen und die so würde bei künftigen Angriffen auf die Kolonialverwaltung als 40 Millionen unterschlagen sein sollen, brillanten Preise, die man der Firma bezahlte, setzten Major Fischer mit der gleichen Eleganz als Regierungs­wie jetzt die schwebenden Prozesse nachweisen sollen. sie in die Lage, ihre Räumlichkeiten abermals zu vergrößern. vertreter aufgetreten sein, wie bei der Tippelskirch- Debatte im In bielen französischen, englischen und Und wieder trat die Firma Tippelskirch an die Kolonial- März dieses Jahres! holländischen Kolonien werden von einzelnen Beamten verwaltung heran und erreichte auch wiederum auf die warme Aber die Situation wird für die Regierung noch schlimmer unrechtmäßige Gewinne gemacht, oder, um mit Fürsprache des Majors Fischer im Jahre 1903 eine Ver- dadurch, daß das Berliner Tageblatt", wie wir bereits mit­deutschen Worten zu sprechen, gestohlen. Selbst die ehrlichen längerung des Vertrages bis zum Jahre 1911! geteilt, auch über allerhand sonstige Affären des Majors Mynheers Hollands bilden da keine Ausnahme. Es Bereits im März 1906 gelangte diese eigenartige Mono- Fischer berichten konnte. Bereits im Jahre 1902 war das hat bekanntlich auch dort Beamte gegeben, die in kurzer polisierung der Firma Tippelskirch auf eine unabsehbare Reihe Auswärtige Amt durch den früheren Geheimsekretär Pöplau Zeit, obgleich ihr Gehalt nur nach Tausenden zählt, von Jahren hinaus im Reichstage zur Sprache. Das darauf hingewiesen worden, daß sich Major Fischer ber­Millionen erwarben. Wer die ehemals spani- Sentrum, das schon damals sehr genau über die bei dem Abschluß schiedene Amtsbergehenschwerster Art habe zu­fchen Kolonien einigermaßen fennt, weiß, wie da mit dem dieser Verträge spielenden Machenschaften unterrichtet gewesen zu schulden kommen lassen. Aber diese Anzeigen wurden ebenso Staatsgelde umgegangen wird. Dagegen hat ja unser sein scheint, brachte den Antrag ein, die Verträge sofort vertuscht und unterdrüdt, wie so manche andere Affefforismus seine großen Schwächen. Unsere Beamten zu kündigen. Der Zentrumsredner Abgeordneter Erz- Korruptions- und Skandalaffäre, die in der letzten Zeit an machen noch viel Fehler, aber nicht Fehler, die sich nicht berger erhob die schwersten Anklagen gegen die Kolonial- die Deffentlichkeit gezerrt worden ist. Es ist also kein Zweifel, bessern ließen. Vor allem haben sie das eine voraus, verwaltung. Allein für das Jahr 1906 habe die Firma daß man in einflußreichen Beamtenkreisen ganz gut davon daß jeder Pfennig, der ausgegeben wird, Tippelskirch Aufträge im Gesamtbetrage von 8 Millionen unterrichtet war, daß Major Fischer keineswegs eine Ber­ehrlich verrechnet wird, und daß fein Mart erhalten. Und das, trotzdem diese Firma viel fönlichkeit war, die man mit einem so verantwortungsvollen Pfennig hängen bleibt, hängen bleibt, und diesen Vor- höhere Preise vom Reiche verlange, als sie selbst aus Vertrauensposten bekleiden durfte; trotz alledem vermittelte zug wollen wir doch anerkennen. Für uns gebe, teilweise Zuschläge von 30, 47, ja fogar Fischer nach wie vor die Millionengeschäfte, die zwischen der Deutsche ist das ja etwas Selbstverständliches. Wenn wir von 100 Proz. Wenn man nur einen Durchschnitts- Regierung und der Firma Tippelskirch abgeschlossen wurden. aber hier fortwährend unseren Beamten Vorwürfe machen, zuschlag von 30 Broz. annehme, so bedeute das, daß das Es handelt sich also nicht um einen Fall Fischer, sondern um so könnte das den Anschein erweden, als ob unsere Beamten Reich der Firma Lippelskirch als Kommissionär fährlich eine Korruptionserscheinung, die das allerbedenklichste Licht schlechter wären als die anderer Länder. 2 Millionen Mart zu verdienen gebe. Bei der jämmerlichen auf unsere Kolonialverwaltung wirft! Finanzlage des Reiches liege doch wahrhaftig keine Not- Vor einem halben Jahr etwa wiesen wir in einem Zeit­wendigkeit vor, einer einzigen Berliner Firma für ihre artikel nach, daß die ganze deutsche Kolonialpolitik, die das Kommissions- und Vermittlerdienste zwei Millionen Mark in Volk in der unerträglichsten Weise belastet, nur dem Interesse Die obigen Auslassungen des Abgeordneten Paasche, die Tasche zu werfen! Man könne aber nicht umhin, auch enger Kreise von Kapitalisten und Beamten jenes Kolonialenthusiasten, der ja auch als Anwärter für den noch anderen Bedenten Ausdruck zu geben. Hinter diene. Die Fälle Tippelskirch und Fischer beweisen, wie recht Posten eines Staatssekretärs für das neu zu schaffende Kolonial - der Monopolfirma Tippelskirch stecke noch eine ganze Stom- wir mit unserer Charakterisierung hatten! Das deutsche reffort genannt war, sind ungemein charakteristisch für unsere pagnie". Und man wisse, daß an dieser Kompagnie und da- Volt, speziell seine nichtbefizenden Schichten, müssen die tapitalistische Heuchelei. Herr Paasche hat sich in dem Solonialwesen burch indirekt an den Gewinnen auch ein attiver preußi- Hunderte und Aberhunderte von Millionen, die die Kolonial­Lange genug umgesehen, um zu wissen, daß es keine schlimmereicher Minister beteiligt sei. Wenn man auch nicht ver- politiker fordern, in Gestalt von Steuern aufbringen. Die Brutstätte kapitalistischer Korruption gibt als die koloniale langen könne, daß dieser Minister seine Beteiligung an einem Vorteile der Kolonialpolitik aber fallen nur einigen Ausbeutungspolitik des internationalen Kapitalismus . Seine industriellen Unternehmen, die er als Privatmann eingegangen fapitalistischen Firmen in den Schoß, wie der Aeußerungen über die Korruption der ausländischen sei, nach seinem Eintritt in ein Staatsamt sofort lose, so Firma Tippelskirch, der Firma Woermann und anderen Kolonialpolitik find ihm im Reichstag von bürgerlicher Seite müsse man doch fordern, daß man selbst den Anschein folonialen Intereffenten und etwa noch parasitären Beamten teilweise sehr berargt worden. Jeder Kenner der Verhältnisse vermeide, als würde eine solche Firma auch vom Schlage des Majors Fischer, weiß freilich, daß Herr Paasche die Korruptionsfünden der nur indirett von hoher Stelle begünstigt. Der neueste Kolonialstandal beweist also nicht nur, wie Kolonialpolitik teineswegs allzu schwarz geschildert hat. Es ist durchaus richtig, daß die Kolonialpolitik aller Länder Diese Anträge des Zentrums wurden damals zurück- unrecht Herr Paasche hatte, die koloniale Korruption nur in die ekelhaftesten Korruptionserscheinungen hervorgebracht hat. gewiesen. Sie wurden abgelehnt, nachdem sich fein anderer außer deutschen Ländern zu suchen, sondern er bildet England, Frankreich , Holland , Spanien , Nordamerika fönnen als der Major Fischer, der Vater der Verträge mit der auch das vernichtendste Urteil über unsere ganze getrost um die Palme der Korruption streiten. Nur darin Firma Tippelskirch, lebhaft für diese Firma und die mit ihr skandalöse Kolonialpolitik. Von den Riesen­zollte Herr Paafche der nationalen kapitalistischen Heuchelei getroffenen Abkommen ins Zeug gelegt hatte. Und jetzt stellt fummen, die wir seit den 80er Jahren für unsere Kolonien den reichlichsten Tribut, daß er eine ähnliche Storruption in sich heraus, daß dieser Regierungsvertreter nur den Sa ch ausgegeben haben zirka 900 Millionen Mark-, hat das Deutschland emphathisch bestritt. Db er den Mut gefunden walter der Interessen der Firma Tippels deutsche Volt bis jetzt nicht den geringsten Vorteil gehabt, Hat doch Major Fischer trop eines wohl aber haben sich eine Reihe von fapitalistischen Beute­haben würde, auch noch nach den neuesten Enthüllungen über firch gespielt hatte. die Standalaffäre Fischer eine solche Lobeshymne auf die Jahreseinkommens, von mindestens 8000 Wart die Teil- politikern dadurch bereichert. Die Lehre des Falles Fischer haber der Firma Tippelskirch im Laufe der besteht deshalb nicht nur darin, schleunigst die Verträge mit Integrität der deutschen Kolonialbeamten anzustimmen, magahre um 100000 Mart angepumpt, um eine der Firma Tippelskirch zu lösen, sondern überhaupt dahingestellt sein. Für jeden objektiven Beurteiler unseres kapitalistischen Summe, an deren Rückzahlung er noch viel weniger glauben mit unserer Kolonialpolitik vollständig zu Systems lag es von vornherein auf der Hand, daß Deutsch- fonnte, als jener andere kürzlich verurteilte Schuldenmajor brechen! Die Lasten, die der arbeitenden Bevölkerung Deutschlands durch diefe Kolonialpolitik aufgebürdet worden land unmöglich eine Ausnahme auf dem Gebiete kolonialer 8 ander! sind, sind bereits ins ungeheuerliche gestiegen. Im Jahre Korruption bilden könnte. Selbst wenn für die Tatsache, daß sich Wie schlecht es um Major Fischer steht, ergibt sich schon 1885 gab das Reich für die Kolonien rund 348.000 m. aus, auch bei uns in Deutschland bereits bedenklichste Symptome daraus, daß er auch von dem halboffiziösen Scher Iblatt 1895 bereits rund 6,1 Millionen, 1904 rund 149,4 Millionen. tolonialkapitalistischer Storruption gezeigt haben, nichts vorgelegen vollständig fallen gelassen wird. Liest man doch in diesem Dabei lebten bis 1904 in den Kolonien kaum 6000 Deutsche . hätte, hätte es in der Natur der Dinge gelegen, das Vor- Blatte, daß die Darlehen von den Teilhabern der Firma und obendrein besteht ein erflecklicher Prozentjak dieser handensein einer solchen Korruption ohne weiteres anzunehmen. Tippelskirch gegeben worden seien, obwohl man auf Deutschen aus Kolonialbeamten von zum Zeil zweifelhaftem Denn wenn unsere Kolonialgeschichte in so kurzer Zeit bereits der en Riderstattung von vornherein gar Raliber und aus strupellosen Spekulanten, deren Treiben eine solche Fülle unerhörtester Standale auf dem Gebiete der nicht gerechnet habe. Bei einem Lieferungsgeschäfte uns auch in Zukunft unaufhörlich friegerische Verwickelungen Behandlung der Eingeborenen gezeitigt hat, so ge- von vielen Millionen hätten derartige Darlehnsgeschenke ia bescheren dürfte. Das Christentum, das den Einge­hörte ein wirklich beneidenswerter Optimismus dazu, zu auch gar keine Rolle gespielt, wenn nur der Firma borenen beigebracht wird, wird charakterisiert durch das glauben, daß nicht auch unser Solonialbeamtentum in die Lieferungen zu guten Breifen andauernd beispiellose Prügel system, durch die Aus­anderen Beziehungen moralisch bedenklich an- ficher gewesen seien, und das geschah eben": rottungskriege in Südwest- und Ostafrika und gefressen sei. Außerdem aber lagen bereits höchst be- Es sei zwar unzutreffend, daß die Firma schlecht geliefert durch die 3 a hllosen Bestialitäten, die sich die Peters, denkliche Symptome einer höchst eigenartigen habe, aber die Preise, die dafür bewilligt und aus der Leist, Wehlan, Schröder, Arenberg; Horn, Besser, Kannenberg, finanziellen Mißwirtschaft vor. Herr Paasche Staatskasse sofort bar bezahlt worden seien, feien zu hoch hätte seine Tonart als vorsichtiger Mann schon deshalb er bemessen gewesen. Werde jetzt nachgewiesen, daß diese Be- Tierry usw. haben zuschulden kommen lassen. Und wie es um die fittliche Hebung der Eingeborenen moral heblich herabstimmen sollen, er sich nur daran willigung zu hoher Preise durch Beste chung, also auf steht, das bewies drastisch ein Erlaß des verfloffenen Kolonial­erinnerte, daß beispielsweise bei der Erörterung eines Nachtrags- unlauterem Wege, erreicht worden sei, und das direktors Stübel aus dem Jahre 1904, der folgenden Wort­etats für Kamerun im Jahre 1905 das Kuriosum festgenagelt folle bereits geschehen sein so dürfte dem worden war, daß der Titel Bureaubedürfnisse" im Etat 1902 Staate das Recht zustehen, den noch laufenden Vertrag mit mit 5000 M. angesetzt, aber um 22 000 M. überschritten worden der Firma vor der Ablaufsfrist und ohne Schadenersatz zu lösen. war. Als sich die Rechnungskommission näheren Aufschluß Aber mehr noch, das Scherlblatt wundert sich sogar erbat, erhielt sie eine ganz wunderbare Spezialisierung der darüber, daß derartig intime Beziehungen, wie Ausgaben vorgelegt. Für Formulare der Kassen und Gerichte sie zwischen dem Major Fischer und dem Chef waren da nicht weniger als 6800 M. angefeßt worden, für resp. den Interessenten der Firma Tippets. Kanzlei- und Konzeptpapier 2850 M., für Briefumschläge firch jahrelang bestanden, den Vorgesezten 2500 M., für Löschpapier 400 M., für Schreibfedern und des Majors hätten unbekannt geblieben sein Federhalter 450 M., für Bureauleim 200 M. usw. Daß bei tönnen. Das ist in der Tat das Rätselhafteste und folchen Ausgabeposten die unerhörteste Mißwirtschaft getrieben Rompromittierendste an der ganzen unglaublichen Man sieht, nach welcher Richtung hin man auch unsere sein mußte, lag ohne weiteres auf der Hand. Affäre! Die Anschuldigungen, die seinerzeit in der Presse Kolonialbilanz durchmustert, nur das eine Ergebnis übrig Bot diese Etatüberschreitung ein Bild der Mißwirtschaft gegen den Kolonialdirektor Stübel erhoben worden waren, bleibt, daß unsere ganze Kolonialpolitik bisher nichts gewesen im Kleinen, so bietet der jezige Fall Fischer ein Bild ferner die Verhandlungen des Reichstages im März ist als die Quelle der beispiellosesten Kor­zur Rorruption allergrößten Stiles. Major Fischer. Lbiefes Jahres hätten es doch erst recht der Re- Iruption!

wenn

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=

laut hatte:

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Es wird das Gouvernement angewiesen, dafür Sorge zu tragen, daß, falls der Brauch eingerissen sein sollte, wonach von den Beamten auf Reisen von den Eingeborenen Weiber zum geschlechtlichen Verkehr gefordert werden, den Beamten ein solches Verhalten als mit ihrer Würde un­bereinbar verboten wird. Auch soll es unstatthaft sein, daß Soldaten, Dolmetscher und ähnliches farbiges Personal bon Beamten beauftragt werden, bie herbeischaffung von Weibern für den Gefchlechts. berkehr zu vermitteln."