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Deutfches Reich. Podbielski- Tippelskirch.

Deutschland die schwersten Schläge zu versehen. Deutschland Eine Polizeitat à la Breslau . könnte dann höchstens versuchen, Gleiches mit Gleichem zu Am Montag meldete der Kölner Polizeibericht, daß in der ver­bergelten. Denn ein Vorgehen gegen die englischen Häfen flossenen Nacht in dem Vororte Köln Bidendorf bei einem würde ja durch die Torpedo- und Unterseeboote vereitelt Zu der gestrigen Darstellung des Scherl- Blattes über Buſammenstoße zwischen zwei Schußmännern und einer größeren werden. Und daß es mit der Blockade dieser Häfen eine das Verhältnis zwischen dem preußischen Landwirtschafts- Menschenmenge der Tagelöhner Berndgen durch einen im sehr schwierige Sache wäre, das bewies ja die lange Zeit so minister und der Firma Tippelskirch bemerkt die Handgemenge losgegangenen Schuß aus dem Revolver wenig erfolgreiche Blockade Port Arthurs und Wladiwostoke Germania" zunächst, daß diese Darstellung aus dem eines Schutzmannes, der im Gebrauche seines Säbels ge­durch die japanische Flotte. Die Schlachtflotte würde hannoverschen Bad Neuendorf stamme, wo zurzeit hindert wurde, verletzt worden und in seiner Wohnung gestorben also für den schließlichen Entscheid eines deutsch - englischen Podbielski weile. Es könne demnach kein Zweifel darüber sei. In dieser Form hat die Darstellung auch Eingang in die Krieges völlig belanglos sein! bestehen, daß die Darstellung von Podbielski felbst bürgerliche Presse Deutschlands gefunden. Sie rührt offenbar von stamme. Ueber die langen Darlegungen selbst sagt die den beiden an der Sache beteiligten Schußleuten her. Von einem Germania ": losgegangenen" Schuß kann aber schon deshalb nicht die Rede sein, Diese Darlegung des Herrn Ministers v. Podbielski erscheint weil der Schuhmann drei Schüsse auf den Getöteten abgegeben uns weder erschöpfend, noch auch geeignet zu sein, hat, die sämtlich getroffen haben. Auch die Behauptung von als eine volle Rechtfertigung zu dienen..

Trotzdem wird man natürlich fortfahren, Linienschiffe und Panzerfreuzer von riesigen Dimensionen zu bauen. Auch die Marine braucht ja ihre Paradewaffe. Wie sollten auch die Herren Kapitäne und Admirale auf ihre stolzen Prunk­schiffe verzichten mögen! Vor allen Dingen aber besitzt das im Kriegsschiffbau angelegte Kapital einen so gewaltigen Einfluß, daß es jede Reform im Marinewesen, die ihm materielle Nachteile bringen würde, erfolgreich zu be­kämpfen in der Lage ist!

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Russischer Argwohn gegen die deutsche Regierung. Ein Petersburger Korrespondent schreibt uns über die Stimmung des russischen Volfes gegenüber dem offiziellen Deutschland :

Die Presse und die öffentliche Meinung hören nicht auf, bon der Einmischung Deutschlands und Desterreich Ungarns in die russischen Angelegenheiten zu sprechen. Man darf sich aber wirklich nicht darüber wundern. Es ist schon kein Geheimnis in Rußland , daß, als sich die kaiserliche Jacht Standart" 15 Tage vor der Auflösung der Reichsduma in die finnländischen Scheren be­gab, sie den Zaren und Trepow zu einer Zusammen­lunft mit Wilhelm II. führte, der aufs entschiedenste empfahl, die revolutionäre Duma aufzulösen, und darauf hinwies, daß in der Politik Unentschlossenheit das schlimmste sei. Es wird in ein­geweihten Kreisen bestimmt versichert, daß die Regierung sich erst nach der Ermunterung und nach Versprechungen Wilhelms II. ent­schloß, die Duma aufzulösen. Ebenso bestimmt wird behauptet, daß in Peterhof keine wichtige Bestimmung ohne Rat aus Berlin ge­troffen wird und daß es unter anderem in der Stille der baltischen Gewässer empfohlen worden sei, den Belagerungszustand in Polen einzuführen. Der Bar hat auch bereits einen den Belagerungs­zustand in Polen einführenden Utas unterzeichnet. Dieser Ulas wird streng geheim gehalten, und es ist jetzt dem Warschauer General­Gouverneur Stalon das Recht verliehen, nach seinem Gutdünken den Belagerungszustand zu verhängen. Kürzlich ist einem nahen Ver­wandten Stalons von diesem ein Brief zugegangen, in welchem Stalon schreibt, daß, wenn sich noch 15 Tage in Polen Anfälle auf Züge und dergleichen ereigneten, er den Belagerungszustand verhängen müsse. Der Warschauer Satrap beklagt sich darüber, daß er diese Sünde( sic!) nicht auf sich nehmen möchte", daß er aber dazu ge zwungen wäre.

Es ist ferner beschlossen, ganz Rußland in acht Bezirke einzu­teilen, und an die Spitze eines jeden Bezirkes einen General mit unbegrenzter Vollmacht zu stellen. Es sind auch für diesen Zwed ganz bekannte Scharfrichter, wie Minn, Orloff( der Baltische), Meller- Salomelsky, Rennenkampf, Mischtenko u. a. in Aussicht ge­

nommen.

Es ist nicht schwer zu sagen, wohin diese Politik des Ver­wüstens und der Unterdrückung des Landes führt, und die Ruhe", mit welcher sich die Regierung tröstete, beginnt schon zu schwinden. Wir halten es hier für nötig, die Leser des Vorwärts" mit der Meinung des Retsch"- Drgan der Kadetten über die Verhältnisse zwischen der russischen und deutschen Reaktion bekannt zu machen.

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Wir lesen unter dem Titel: Die äußere Politik und der Aft bom 22. Juli":

Die deutschen Blätter bestreiten heftig die Nachricht von einer Einmischung deutscher Streise in die russischen Angelegen heiten.. Aber selbst die borsichtigsten unter den progressiven Organen bestätigen, daß man beim Berliner Hofe mit der neuen Richtung der russischen inneren Politit sehr zufrieden sei. Man

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er fingen und

Wir haben früher bereits auf jetzt noch bestehende dem Zusammenstoß" mit einer Menschenmenge" wird von den Verbindungen des Herrn v. Podbielsti zu der Beugen des Vorfalls aufs entschiedenste bestrittten. Die Menge Firma Tippelstirch hingewiesen, z. B. auch auf das habe sich erst eingefunden, als Berndgen bereits er Immobilien- Syndikat; aber darüber erhalten wir in schossen war, und die Angriffe der Menge auf die Schutz­der Darlegung" des Berl. Lot.- Anz." nicht den geringsten leute seien der Ausfluß der Empörung über die Bluttat gewesen. Aufschluß, nicht einmal eine Andeutung von dem Bestehen Gegenüber der Darstellung der beiden Polizeibeamten erklärt die dieses Syndikats. Frau des Erschossenen, eines etwa vierzig Jahre alten, allgemein Daß ihre Erzellenz die Frau v. Podbielsti eine fo geachteten Mannes und Waters von neun Kindern: Wir waren von tüchtige Geschäftsfrau" ist, um ihre Teilnahme an einem so einer Versammlung des Kriegervereins heimgekehrt und im großen Unternehmen ohne jede Beihilfe ihres Herrn Gemahls so Begriff, au Bett zu gehen. Da hörte mein Mann draußen geschickt kaufmännisch und mit so gutem finanziellen Erfolge zu verierten, gereicht der Exzellenz gewiß zu großem- Nuzen. Herr Säbel hinter zwei jungen Leuten feldeinwärts liefen. Aus Neugier sah, wie zwei Schußleute mit gezogenem b. Podbielski hat auch wohl allerdings erst im Jahre 1900 und nicht schon zu der Zeit, wo er im Jahre 1897 begaben wir uns auf die Straße. Dort schlugen die inzwischen Minister wurde-- die Gütertrennung nicht zurüdgekehrten Schußleute ohne jede Veranlassung auf meinen deshalb eintreten lassen, weil er etwa befürchtete, die ge- Mann ein. Den ersten Schlag erhielt er mit einem Revolver gegen schäftlichen Verbindungen seiner Frau könnten vielleicht zu einem bie Stirn. Troß seiner flehenden Bitten schlugen die Schutzleute dann auf Vermögensverfall führen. Es ist ja auch dafür gesorgt, daß die meinen Mann, mich und unsere beiden 14-15jährigen Söhne. Der Schutz­Frau v. Podbielsti ihre Verbindlichkeiten im Jahre 1908 Löfen mann Weiß schoß jest zwei Revolverfugeln auf meinen Mann ab. Dieser fann und bis dahin läuft ja doch der Monopol bertrag mit der Firma Tippelstirch, der sicheren und schrie: Ich bin getroffen, ich sterbe! Aber der Schußmann ließ großen Gewinn liefert. Diese Gütertrennung", auf welche nicht von ihm los, sondern kniete sich auf ihn und schoß ihm eine Herr v. Podbielsti sich beruft, wird in weiten Kreisen des Voltes dritte Kugel in den Leib. Eine Kugel sitt über den Schamteilen, doch nicht die günstige Deutung finden, die Herr v. Podbielsti eine unterhalb der Brust und eine dritte streifte das Nasenbein und fich davon zu versprechen scheint. Man wird schließlich wohl auch versengte das Gesicht. Ferner hat die Leiche schwere Hieb- oder fragen, wie hoch fich denn jetzt der Anteil bezw. der Gewinn der Stichwunden und blutunterlaufene Striemen. Mein Mann ist Frau v. Podbielsti aus ihrer Verbindung mit der Firma Tippels in der ganzen Bürgerschaft als ehrenhaft und charakter­firch beläuft? voll bekannt. Der Schußmann warf nach der Tat den Revolver weg und suchte das Weite. Auf meinen Hülferuf erschienen erst Leute, die meinem Manne beistanden. Die beiden Schuyleute fümmerten sich nicht um ihr Opfer.

Auch die ,, National Zeitung" tann nicht umhin, den Podbielskischen Rechtfertigungsversuch mit folgenden An­merkungen zu versehen:

Die Gütertrennung allein tuts nicht. Herr b. Podbielski hätte als Minister besser getan, wenn er seinen ehe­herrlichen Einfluß dahin aufgeboten hätte, daß auch seine Ges mahlin in Rücksicht auf die Stellung ihres Mannes ihre Ge­schäftsverbindungen mit einer Hauptlieferungsfirma des Reiches rechtzeitig und vollständig vollständig abgebrochen hätte. Das allein wäre forreft gewesen. Herr v. Podbielski wird ja, seiner glaubhaften Versicherung nach, auch die neueste Tippelskirch- Affäre in aller Ruhe" an sich vorbeigehen lassen. Aber schließlich gibt es für einen Staatsminister doch noch andere Rück fichten, als diejenigen, welche die größere oder ge ringere Stärte seiner eigenen Rerben ihm zu nehmen gebietet.

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Die Germania " fündigt an, daß sie sich nochmals eingehend mit dem Fall Tippelskirch beschäftigen werde.-

Zur Immunität der Reichstagsabgeordneten.

Die Darstellung der unglücklichen Frau wird durch sämtliche Begleitumstände und durch den Befund der entjeßlich zugerichteten Leiche in allen Teilen bestätigt. Die Frau felber hat bei der Affäre einen Säbelhieb über die sand erhalten.- Ausland. Schweiz .

Zürich , 6. Auguft.( Eig. Ber.) Der erste Versuch der Ob­struktionspolitit unserer Partei in der neuen Aera der Realtion ist mißlungen. Die Schüßenstraßen- Vorlage ist gestern in der Volksabstimmung der Stadt Zürich bei schwacher Beteiligung worden. Das Arbeiterquartier Außersihl brachte zwar eine Mehr­der Stimmberechtigten mit 8419 gegen 8013 Stimmen angenomment heit von 4117 gegen 3003 Stimmen dagegen auf, allein da die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen in diesem Stadtteil zirka 7000 beträgt, find 3000 zu Hause geblieben, so daß die Bürgerlichen In der Untersuchungsfache wegen Verlegung der Amtsverschwiegen- politische Gleichgültigkeit der schweizerischen Arbeiter ist geradezu ein mit der fleinen Mehrheit von 400 Stimmen siegen konnten. Die heit, die gegen einige Beamte des Kolonialamtes angestrengt wurde, unglüd. ist jetzt auch dem Genossen Ledebour eine Vorladung zur Ver­nehmung als Zeuge zugegangen. Da Ledebour sich zur Erholung in der Schweiz aufhält, konnte er der Vorladung nicht Folge leisten, hat aber, wie er uns mitteilt, dem Untersuchungsrichter angegeben, an welchen Tagen im September oder im Oktober er zur Verden Schwärmern und Illusionären den Staar zu stechen, die an die nehmung disponibel sein würde. Anknüpfend daran hat unser Ge­noffe dem Untersuchungsrichter dann noch folgendes geschrieben: Gleichzeitig gestatte ich mir aber die folgenden Bemerkungen Ihrer Erwägung anheimzustellen:

Mir würde es an fich völlig unerklärlich sein, worin der Anlaß

Italien .

Der Papst gegen die Christlichsozialen. Rom , 4. Auguſt. ( Eig. Ber.) Wieder einmal hat sich der heilige Stuhl bemüßigt gefühlt, Möglichkeit einer Durchdringung der Kirche mit modernem Geiste, an eine Anpassung des Katholizismus an die Forderungen der Neuzeit glauben. In seiner soeben erlassenen Enzyklika gegen die Christlichsozialen hat der Papst mit aller wünschenswerten Deutlichkeit gesagt, daß die Kirche nicht gewillt ist, ihren Priestern irgend welche Dent- und

braucht bloß die Stimmen der deutschen offiziösen Blätter zu zu meiner Vorladung als Beuge in einer Straffache gegen Goeb Sein Schreiben fordert die Bischöfe auf, den Geist der Unabhängig hören, bloß die Stellung der der deutschen Regierung naheftehenden und Genossen wegen Verlegung des Amtsgeheimnisses" zu suchen ist. teit und Insubordination auszurotten, der sich besonders im jüngeren Finanzkreise zu russischen Werten zu betrachten, um zu verstehen, aus den Zeitungen habe ich jedoch ersehen, daß in dieser Sache der Klerus geltend macht. Um diesem Uebel zu steuern, sollen die baß das offizielle Deutschland sehr tätig und mit allen Herr Reichstagsabgeordnete Erzberger als Zeuge vorgeladen und Bischöfe den Unterricht in den Seminaren auf das strengste über­Mitteln die Interessen desjenigen der kämpfenden Teiie zu ver dabei einem Verfahren unterworfen wurde, das auch ich als eine wachen und das Eindringen moderner Theorien verhüten. fechten sucht, zu dem ihre Neigung auch früher schon zweifellos war. Verletzung der Abgeordneten- Immunität auffaffe. Es liegt daher die Die Bischöfe sollen die allergenaueste Ueberwachung Was können aber die Reſultate einer solchen Annäherung Vermutung nahe, daß es sich bei der an mich ergangenen Vorladung über die Lehrer und ihre Lehren ausüben und diejenigen der russischen und deutschen Regierung sein? Eine kürzlich ge- um einen Versuch handelt, jenes Verfahren auf's Geratewohl auch zu ihrer Pflicht hinrufen, die hinter gefährlichen neuen Theorien machte Erfahrung belehrt uns darüber. Deutschland hat Graf Witte während des russisch- japanischen auf andere Reichstagsabgeordnete auszudehnen, die koloniale An- herlaufen und sollen alle ohne Rücksicht von dem Unterricht aus­Krieges mittels eines für unsere Feldwirtschaft und Industrie gelegenheiten im Reichstag behandeln. schädlichen Handelsvertrages erkauft. Man ersieht daraus, wie Ich halte es deshalb für zweckmäßig, um Ihnen und mir selbst uneigennüßig die Freundschaft der deutschen Regierung ist. Es ist eine überflüssige Mühe zu ersparen, von vornherein zu erklären, daß sehr wahrscheinlich, daß diesmal die Freundschaft" auf ähnlichen ich es gründfäßlich ablehnen würde, mich überhaupt auf eine Ver­Bedingungen beruht, und daß hinter den Kulissen unsichtbare und nehmung einzulassen, die sich auf die Wahrnehmung meines Mandats verantwortungslose Personen eine entsprechende Abmachung ohne als Reichstagsabgeordneter bezieht, da ich durch jedwede Konnivenz Wissen des Landes vorbereiten. Andererseits muß man erwarten, daß eine solche russisch gegen eine solche Zumutung meine Pflicht gegenüber dem Reichstag , deutsche Annäherung zu einer weiteren Abschwächung des franto- dessen Immunität jeder einzelne Abgeordnete zu wahren hat, gröb- bireft das religiöse Leben angehende Fragen verbannt bleiben; russischen Bündnisses, dieser Stüße unserer ganzen äußeren Bolitit sich verlegen würde. der lezten Jahre, führen wird. In Berlin tann dieser Umstand nur Freude erwecken, aber sein Nuzen für unser Land ist zu be­zweifeln.

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Auch unser Versuch, uns Großbritannien zu nähern, ist nicht geglückt. Und Sir Edward Gray ist jetzt sicher im geheimen der englischen öffentlichen Meinung und dem Teile der russischen Presse dankbar, die zu so richtiger Zeit den Besuch der auf die Freiheit ihres Landes so stolzen englischen Flotte in einem Lande, wo die Auflösung der Reichsduma schon vorbereitet wurde, vereitelten. Mit einem Worte verrät unsere ganze äußere Politik eine immer größere Annäherung an die deutsche Diplomatie."

Die Stimmung im ganzen russischen Volke, so schreibt unser Korrespondent zum Schlusse, sei eine derartige, daß wenn aus ländische Heere zur Unterdrückung der russischen Revolution heran­rüden würden, ihnen Rußland ebenso zu antworten verstehen würde, wie seinerzeit das revolutionäre Frankreich den preußischen und österreichischen Invasionstruppen gegenüber. Das Vaterland ist in Gefahr" würde dann die Losung des gegen die fremden Schützer der zarischen Thrannei sich erhebenden Volkes sein. Wir glauben, daß auch das offizielle Deutschland sich der un­absehbaren Gefahren einer so frivolen Intervention bewußt ist. Es

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Hochachtungsvoll

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Georg Ledebour .

Ein Zentrumsurteil über die Rolonialpolitik. Das neueste Heft der Historischen pol. Blätter", eines einflußreichen bayerischen Zentrumsorgans, äußert sich über die deutsche Kolonial- und Weltpolitit folgendermaßen:

schließen, die den Ermahnungen nicht Folge leisten. Der Besuch der öffentlichen Universitäten soll den jungen Kelerifern nur aus den allerernstesten Gründen und unter strengster Aufsicht von seiten ber Bischöfe erlaubt werden. Es ist auf alle Fälle zu verhindern, daß die Böglinge der Seminarien irgendwie teilnehmen an den Agitationen der Außenwelt; deshalb verbieten wir ihnen das Lesen von Zeitungen und Beitschriften, mit Ausnahme solcher Blätter, die wegen der Festigkeit ihrer Grundsäge von den Bischöfen für die Studien der Höglinge nüßlich gehalten werden." Von der Kanzel sollen alle nicht besser als solche Fragen zu behandeln, beschränke sich der Pfarrer auf Homelien und Katechismus.

Dann kommt der Brief auf die Lega democratica nazionale, den Verband der Christlichsozialen zu sprechen und verbietet den Klerifern und Priestern, bei Strafe der Suspendierung a divinis ihm beizutreten.

" Jede Sprache, die dem Volke Abneigung gegen die oberen Klassen einflößen soll, muß als dem wahren Geiste christlicher Liebe " In den letzten zehn Jahren erzielte keine Diplomatie mehr ganz und gar entgegenstehend betrachtet werden. Auch ist in Mißerfolge als die deutsche. Wir können nur noch den Spaniern den katholischen Veröffentlichungen alles zu verwerfen, was halbverlorene Inseln um ein Heidengeld ablaufen und mit bon ungesunden modernen Theorien angesteckt, die Frömmigkeit der Chinesen Pachtverträge schließen, traft deren wir für die Gläubigen verlacht und von neuer Orientierung des christlichen Lebens, Japaner arbeiten dürfen; dato hat nämlich Japan von neuer Rüstung der Kirche, von neuen Aspirationen der modernen Seele, von neuen sozialen Aufgaben des Klerus, von neuer christ­licher Stultur und ähnlichem handelt."

allein den Vorzug aus den 100 Millionen Mart, die wir an Kiautfchou verbraucht haben. Der Handel Deutschlands in diesem Play an der Sonne ist verschwindend; er beträgt nicht einmal Vor allem also ist die Losung: nur nichts Neues. Diese eine Million Mart, und unser Handel mit China nimmt von Jahr Losung selbst ist uralt. Früher hatte sie den Scheiterhaufen zur zu Jahr ab ftatt zu.... Es gelingt nichts mehr!" Dieses Wort Verfügung, heute die harmlose Enzyklita, die der jungen christlich­Windthorsts in der Periode des Fürsten Bismard trifft auch für sozialen Partei, deren Seele Don Romolo Murri ist, die Diese Partei, die sich in die Auslandspolitik des vierten Reichskanzlers zu, und was in der Existenzmöglichkeit nehmen will. Inlandspolitik zustande kommt, das leisten die Arbeitspferde Bofa- geistlichen Dingen der Kirche unterwirft, in politischen aber dowsky, Einem, Studt, Stengel und wie sie alle heißen." frei sein will, hat ein soziales Programm, dem es nicht an Es ist nur logisch, daß Aehnlich so pflegt ja auch Herr Erzberger über die deutsche modernen Gesichtspunkten fehlt. genügt aber nicht, daß die deutsche Regierung solche Interventions- Solonialpolitik herzuziehen. Dabei bewilligt das Zentrum der Pius X . diesen Schwärmern die Alternative ſtellt: laßt Eure absichten einfach bestreitet, sondern die offiziellen und offiziöfen Organe Regierung ftrupellos die Mittel für diese aberwigige Kolonial- ozialen und demokratischen Aspirationen fallen oder tretet aus der Kirche aus. In der Tat kann es feinen größeren Anachronismus sollten sich hüten, auch nur ihrer platonischen Liebe zur russischen Reaktion und Weltmachtpolitik! allzu unverhohlen Ausdruck zu geben. Bedeutet doch jede solche Das genannte bayerische Zentrumsorgan verlangt ferner vom geben, als den, eine demokratische, auf die Hebung der Massen ge­Aeußerung eine Kränkung und Herausforderung der großen Masse Bentrum, im preußischen Landtage im kommenden Herbst einen richtete Aktion zu wollen und dabei in Frieden mit der Kirchlichen Obrigkeit zu leben. Wer bliebe denn noch der heutigen Ordnung des russischen Volkes. Und daß die Voltsmasse- sei es auch nach Gejegentwurf über die Einführung des gleichen treu, wenn es die heilige römisch- katholische Kirche nicht täte?- jahrelangen blutigen Wehen 23 über den Abfolutismus den Sieg ahlrechts einzubringen. Auch dafür wird das Zentrum nicht treu, wenn es die heilige römisch- katholische Kirche nicht täte? Anarchistenfurcht. Die italienische Polizei sette die Polizei­dabontragen wird, daran wird ja selbst in der deutschen konservativen zu haben sein; erklärte doch der Abg. Dr. Borsch am 28. März d. J. Presse laum noch gezweifelt. Gs gäbe aber nichts Thürichteres, als namens der Bentrumsfraktion im preußischen Abgeordnetenhause: behörden sämtlicher Staaten in Stenntnis, daß verschiebene als Presse laum noch gezweifelt. Es gäbe aber nichts Thörichteres, als" Wir müssen dafür der Regierung die Initiative über- Anarchisten bekannte Agitatoren in legter Beit aus wenn unser ohnehin so isoliertes und unbeliebtes offizielles Deutsch- Bir über- naristen lassen." Nordamerika eingetroffen seien oder noch eintreffen werden. land sich auch noch seinen gewaltigen östlichen Nachbarn zum Feind Diese verlogene, volfsverräterische Haltung des Zentrums sowohl notwendigen Maßregeln sind getroffen worden. Unzufriedene Polizei. Jn Mailand herrscht unter den Karas binieri große Erregung. Am Dienstag fanden zahlreiche Bersamm­

machen wollte!-

in der Reichs wie in der preußischen Politik verdient immer von neuem gebrandmarkt zu werden!

Die