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Nr. 183. 23. Jahrgang.

1. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt. Donnerstag, 9. Auguf 1906.

8. Generalversammlung des Verbandes der Fabrik-, Gründe nicht als stichhaltig anzusehen. Ganz unangebracht ist in

Land- und Hülfsarbeiter Deutschlands .

H

Vormittagssigung.

Leipzig , 7. Auguft.

und entgegenbringen muß, die gegen die Veröffentlichung angeführten diesem Falle der angezogene Bergleich von den Abwehrmaßregeln gegen Uebergriffe der Scharfmacherorganisationen.

Die Mitteilung des Vorwärts" hat das Hamburger Partei­organ ohne einen Zusaz veröffentlicht..

Bugleich untersagen wir dem Vorstande auf Grund des§ 45, Abs. 1 des Krankenversicherungsgefezes die Ausführung des gegen § 29, Abs. 2 Krankenversicherungsgesezes verstoßenden Beschlusses bom 20. Juni d. J. auf Anschaffung von 500 Exemplaren der Broschüre Altohol und Gesundheit" bei Vermeidung einer Drdnungsstrafe von 5 Mart, an deren Stelle im Unvermögens­falle ein Tag Haft tritt. Dr. Pape.

erquickliche Angelegenheit ein Ende erreicht habe. Nach diesem Bescheide konnte man annehmen, daß die un Jedoch es sollte anders kommen. Die Geschäfte wurden nicht übergeben, die Vorstandsmitglieder wurden durch folgende neue Ver­fügung überrascht: Weißensee, 6. August 1906. Der Vorstand erhält hierdurch die Mitteilung, daß wegen erneuter Feststellung die Uebergabe der Kassenverwaltung zunächst noch hinausgeschoben werden muß. Woeld. Dr. Pape.

Die Debatte über den Vorstandsbericht wird fortgesetzt. Die Magdeburger Volksstimme" schreibt: Neuring- Dresden führte aus, wenn man auch auf dem Gewerkschaftsvorstände, das Protokoll veröffentlichen, und wir werden Der Parteivorstand wird also, trop der ablehnenden Haltung der Standpunkt stehe, daß die sogenannten wilden Streits eingedämmt dann selbstverständlich nicht unterlassen, auch unseren Lefern davon werden müßten, so könne man sich doch der Tatsache nicht ver­schließen, daß ohne diese Streits der große Mitgliederzuwachs nicht mitteilung zu machen. Wir verstehen übrigens, offen gestanden, nicht zu verzeichnen wäre. Weiter forderte der Redner, daß sobald als recht, weshalb sich die Gewerkschaftsvorstände gegen die Veröffent­möglich italienisches Agitationsmaterial beschafft werde, da es fast müßten sie doch ihren Widerspruch aufgeben, nachdem die Einigkeit" lichung sträuben. Selbst wenn sie die Geheimhaltung für nötig hielten, feine größere Fabrit mehr gebe, wo nicht mit Vorliebe Italiener begonnen hat, das Protokoll stückweise zu veröffentlichen. Wenn die beschäftigt würden. Knöchel- Offenbach wünscht eine bessere Regelung der Parteipresse das Dokument ihren Lesern unterbreitet, begeht sie durchaus Kassenkontrolle. Es sei notwendig, daß die Belege über die Aus- nachdem die Anarchosozialisten Kenntnis davon erhalten haben. Den feine Indiskretion, denn ein geheimes Brotokoll existiert nicht mehr, gaben der Lokalkassen an die Hauptkasse eingesandt würden. Greif Gotha bedauert, daß der Vorstand sich weigere, bei Protokoll bekannt wird, weil dadurch ihren Widersachern das Lügen Gewerkschaftsvorständen müßte es sogar erwünscht sein, daß das Einstellung von Gaubeamten Gelder zu bewilligen. Durch die unmöglich gemacht wird. Mehranstellung würden die Gelder, die für die Beamten aus einer Versammlung Stellen aus dem Protokoll mitgeteilt, die auch So hat nämlich der Anarchist Lange in gegeben werden, doppelt und dreifach an den Ausgaben für Streits bei uns Aufnahme fanden, sie waren aber in der Fassung, in der gespart. Von verschiedenen Rednern wurde darüber geklagt, daß der fie uns übermittelt wurden, vollkommen falsch, wie wir uns nach- taffe zugeführt habe. Bevor jedoch seitens der Aufsichtsbehörde Vorstand nicht genügend Aufschluß gegeben habe über die Not- träglich durch Einsichtnahme in das Protokoll überzeugen konnten. wendigkeit der Einführung einer Extrasteuer, was um so not- Die Generalversammlung des Wahlvereins im Wahlkreise Mül­wendiger gewesen wäre, weil die Steuer zu einer ganz ungünstigen heim- Duisburg fand vor kurzem statt. Er zählt jezt 2284 Genossen, Zeit erhoben worden sei. 151 Genossen leisten freiwillige Beiträge. Gegen das 1. Vierteljahr ist ein Zuwachs von 256 Mitgliedern zu verzeichnen. Die Fluktuation ist sehr start. Die Einnahmen inkl. Kassenbestand von Schluß des ersten Quartals beziffern sich auf 3292,89 M., denen eine Gesamt­ausgabe von 1369,05 M. gegenübersteht. Ju das dritte Rechnungs­vierteljahr tritt die Kasse mit 1923,84 M. ein. Die Bilanz des Wahlfonds schließt mit 218,95 M. Sassenbestand ab.

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Blume Olvenstedt plädierte für eine Erhöhung der Streit unterstützung. Unterstützungen von 8 und 10 M. wöchentlich seien nicht ausreichend.

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Stille Bergedorf wünschte, daß die Anstellung von Hülfs­fräften nicht vom Vorstande allein vorgenommen würden, sondern daß in jedem Falle die Zustimmung des Ausschusses eingeholt werden soll.

Totenliste.

1903 Genosse Trilje 1498 Stimmen.

Am

Es folgten eine Reihe persönlicher Bemerkungen. Die Forster Zwistigkeiten sollen noch nicht zur Ruhe kommen. Hierauf wurden die Anträge angenommen. Gegen das Schiedsgerichtsurteil soll Berufung an die Der Kölner Antrag wegen der jährlichen Herausgabe eines Kontrolltommission eingelegt werden. So beschloffen in Handbuchs wurde dem Vorstande überwiesen. Der Magdeburger einer Versammlung des Forster Ortsvereins 56 Genossen, denen Antrag: Der Vorstand hat jedes Jahr Bericht über seine Tätigkeit eine Minderheit von 36 gegenüberstand. Der Gesamtverein zählt zu erstatten. Die Berichterstattung erfolgt im Proletarier". etwa 1000 Mitglieder. Vorstand und Ausschuß werden verpflichtet, zu erwägen, ob Polizeiliches, Gerichtliches ufw.

Die mündlichen Verhandlungen mit dem Gemeindevorsteher die Kaffenangelegenheiten, vorläufig übernehmen sollte, die endgültige ergaben, daß der Vorstand die Führung der Geschäfte, ausgenommen Juli vorigen Jahres der Vorstand 16 M. der Kasse rechts­Regelung follte später erfolgen. Es sollte festgestellt sein, daß im widrig entnommen und einer für den Vorstand bestehenden Privat­eine Aufklärung erfolgte, erhielten sämtliche Vorstandsmitglieder wiederum eine neue Verfügung. Sie lautet: Weißensee, den 8. August 1906. Da Tatsachen ermittelt worden sind, welche sich als grobe Verlegung der Amtspflichten in bezug auf die Kassenführung dar stellen, so wird der Vorstand der Ortskrankenkasse hiermit bis zur Entscheidung der Angelegenheit durch die Strafgerichte vorläufig feines Amites enthoben. Dr. Pape.

lehnt.

machen müssen.

Ferner tommt in Be­

Aus der obigen Verfügung könnte man den Schluß ziehen, der jetzige Vorstand hätte ein Kapitalverbrechen verübt. Die Kasse ist Der Antrag, die Gauversammlungen nur alle zwei Jahre, und ältesten Kölner Genossen, aus dem Leben geschieden. Im Jahre 1842 revidiert und in Ordnung befunden worden. Zu Köln ist Genosse Jean Kröger, einer der von der Aufsichtsbehörde im Beisein des Herrn Dr. Pape mehrfach zwar nach dem Verbandstage abzuhalten, wurde allgemein als wurde er in Köln geboren, lernte das Schreinerhandwerk und trat bereits tracht, daß seit dem Januar d. J. die Vorstandsmitglieder, bis auf awedmäßig bezeichnet. 1862 dem von dem ehemaligen Redakteur der Neuen Rheinisch. Ztg." den Vorsitzenden und einen bürgerlichen Arbeitgeber, sämtlich neu In seinem Schlußwort bemerkte der Verbandsvorsitzende Heinrich Bürgers , geleiteten Arbeiter- Bildungsverein bei. Beim Auf- Amte find, also mit einer Pflichtverletzung im Juli v. J. Brey, es seien in der Debatte sehr viele Dinge vorgebracht wor- treten Laffalles schloß sich Kröger mit den meisten Mitgliedern nichts gemein haben können. Die beantragte Vernehmung der alten den, die man sich hätte schenken können, ohne bei seinen Mandat- des Arbeiter- Bildungsvereines dem Allgemeinen Deutschen Arbeiter- Vorstandsmitglieder in dieser Angelegenheit wurde rundweg abge­gebern in den Verdacht zu kommen, die Interessen der Mitglieder verein an. Die Feldzüge von 1866 und 1870/71 sahen ihn unter hier nicht genügend vertreten zu haben. An den vorgetragenen den Fahnen. Nach den Kriegen war er eifrig in der Fachvereins- Herr Dr. Pape scheint unumschränkter Herrscher von Weißenfee Mängeln trage nicht allein der Hauptvorstand die Schuld. Allen bewegung seines Berufes tätig. Unter dem Sozialistengesetz bat au sein. Die Einwohnerschaft wird sich auf neue Taten gefaßt aufein. Wünschen wegen Lieferung von Agitationsmaterial könne der Vor- wacker er und unerschrocken gearbeitet. Später errichtete stand auch in Zukunft nicht nachkommen. Wenn es, wie zur Haus- Kröger, nachdem er selbst harte erfolgreiche Stämpfe mit der agitation, notwendig sei, werde der Vorstand nicht mit Material staatlichen Unfallversicherung durchgefochten hatte, eine Auskunfts­Arbeitssklaverei im freien Amerika . fargen. Wenn die Extrasteuer zu einem ungünstigen Zeitpunkt ftelle in Sachen der Unfall, Alters- und Invalidenversicherung. nischen Regersflaven die Entrüstung der gesamten gebildeten Welt Ein halbes Jahrhundert ist es her, daß die Leiden der amerikas ausgeschrieben worden sei, liege dies daran, daß die Aussperrungen m Jahre 1894 wurde unter Mitwirkung der Partei und der erregten, und eine Bewegung ihren Ursprung nahm, die in letter eben zu dieser Zeit gekommen seien, wo man sie nicht erwarten gewertschaftlichen Organisationen die unentgeltliche Auskunftsstelle konnte. Es sei nicht möglich gewesen, im September vorauszusehen, der Rheinischen Zeitung " gegründet und Jean Kröger übernahm Daß ähnliche Zustände heute noch in den Vereinigten Staaten Linie zu dem Sezessionskriege und der Negeremanzipation führte. was im Oktober geschehe. Die Kritik über das Verhalten des Vor- die Raterteilung gegen eine überaus geringe Entschädigung. standes bei Streits fönne er nicht für berechtigt anerkennen. Es 1. Januar 1901 fand die Eröffnung des Kölner Arbeiter- existieren, beweist eine Gerichtsverhandlung, die vor wenigen fei wohl angebracht, aussichtslose Streits beizeiten abzubrechen, um fefretariats statt. Als Sefretäre hatte man Genoffen Adolf Hof- Tagen vor dem New Yorker Bundesgericht geführt wurde. Wie den Zweck dann bei gelegenerer Zeit zu erreichen. Ein verlorener richter und den alten Jean Kröger gewählt; und bis vor wenigen bor 50 Jahren ist es eine Frau, die mutig den Kampf gegen die Streit bringe durchaus nicht immer die angeführten Vorteile. Er Monaten, bis zu seiner Erkrankung, ist der nunmehr Gestorbene flavenhalter aufnimmt. Wählte Harriet Beecher- Stowe die Form könne sich mit dem Verlangen, den Gauleitern mehr Spielraum zu dort als zweiter Sekretär tätig gewesen. Seine Auskunfterteilung, des Romans, um Sympathie für die gequälten Opfer zu eriveden, laffen, nicht einverstanden erklären. Das entscheidende Wort müsse die, wo es angebracht war, in plattkölnischer Mundart vor sich ging, so haben sich jetzt die Zeiten geändert. In der Robe des Anwalts der Vorstand haben, der ja auch die Verantwortung zu tragen habe. war flar und bündig. Das Vertrauen zu Jean Kröger war ins- wirft Frau Quakenbos, eine tapfere deutsche Frau, den Fronherren Wenn gesagt worden sei, die Extrabeiträge könnten teilweise nicht besondere in den Kreisen der Allerärmsten und nicht zum mindesten den Fehdehandschuh hin. Ihr ist es gelungen, einen flaren Fall getragen werden, so sei das unzutreffend. In Frankfurt hätten bei den Frauen dieser Kreise ein unbegrenztes. Es hat ihm den zur Kenntnis der Behörden zu bringen, der deutlich beweist, daß Die leitenden Kollegen die Gegnerschaft gegen die Extrasteuer ge- Ehrennamen Armenvater" eingetragen. Das Andenken Jean große Holzgesellschaften in Florida zur Ausbeute ihrer Holzmoore nährt und fruttifiziert. Wenn man den Kollegen ein halbes Jahr Krögers wird von der Kölner Arbeiterschaft für immer in Ehren ge- weiße Sklaven verwenden, die sie von bewaffneten Negern be­lang sage, ihr könnt nicht zahlen, sei es kein Wunder, wenn diese halten werden. wachen lassen. Es handelt sich um einen 50jährigen Russen, Ben­es schließlich auch glauben. In Wirklichkeit sei nicht das. wirtschaft­Reichstagskandidatur. Im Wahlkreise Mörs- Rees( Nieder- agentur nebst 50 anderen Arbeitern anfang Juni nach den Holz­jamin Wilenski mit Namen, der durch Vermittelung einer Arbeits­liche Unvermögen, sondern weil es eine Maßregel des Vorstandes war, der Grund gewesen, die Beiträge nicht zu leisten. Weiter rhein ) wurde der Genosse Rudolf Bühler, Parteisekretär in Eſſen, lagern in Florida gesandt wurde. Den Leuten wurde freie Be­weist der Redner verschiedene von einzelnen Bahlstellen erhobene aufgestellt. Im Jahre 1898 erhielt Genosse Bebel 214 Stimmen, föftigung und Ginquartierung, sowie ein und ein halber Dollar Vorwürfe zurück und empfahl, die Anträge, soweit sie sich auf die mehrere industrielle Anlagen aufweist, hoffen unsere Genossen auf jeder Mann 13 Dollar bezahlen; an dem Bestimmungsort Buffula Vermehrung der Gaubeamten beziehen, einer Kommission zu über- mehrere einen bedeutenden Stimmenzuwachs. weisen, dem auch stattgegeben wurde. Bluff, etwa 12 Stunden von Jacksonville entfernt, wurden ihnen jedoch 18 Dollar abgenommen. Die Leute wurden in die Sümpfe geschickt, wo sie knietief im Wasser stehend von den Bäumen das zur Terpentinbereitung verwendete Harz einzufammeln hatten. Die Arbeitsstelle wurde von stämmigen, mit Flinten bewaffneten Megern bewacht, die Anweisung hatten, jeden, der etwa entfliehen wollte, ohne weiteres niederzuknallen. Außerdem war über je 10 Arbeiter ein Aufseher gesetzt, der die Leute mit der Heppeitsche nicht die vorhandene Buchführung im Kassenwesen noch übersicht- Straffonto der Preffe. Wegen Beleidigung eines Fabrikanten in bearbeitete, falls sie nicht schnell genug beim Einsammeln des Harzes waren. Wilenskis Körper war über und über mit Narben Der Verbandstag erklärt sich mit den ausgeschriebenen Extra- Flöha wurde der Genosse Wendel von der bedeckt, die von der grausamen Behandlung durch die Aufseher her­beiträgen einverstanden und verpflichtet die Bahlstellenleiter, ba- 3 Chemnis vor einiger Zeit vom Chemnizer Schöffengericht zu rührten. Die Kost, welche den Arbeitern gereicht wurde, war un­100 W. Geldstrafe verurteilt. Vor der Berufungsinstanz wurde ers für Sorge zu tragen, daß die noch restierenden Extrabeiträge bis wiesen, daß es in dem Betriebe, troßdem die Gewerbeinspektion genügend und mußte noch obendrein auf den von Ungeziefern spätestens zum 1. Oktober d. J. entrichtet werden. wimmelnden Schlafmatraßen eingenommen werden. Die Holz­Lokalfaffe, einerlei ob Lotalbeiträge oder sonstige Einnahmen, in Dampfheizung die Heizung fehr mangelhaft war, daß der Stunden- die Arbeiter ständig in der Gewalt zu haben, wurde nicht bar be Lokaltasse, einerlei ob Lotalbeiträge oder sonstige Einnahmen, in und der Speisesaal voll Schmink waren, daß vor Anlage einer gesellschaft, die Hodges Milling Co. zwang ihre Leute, in einem Die Zahlstellen sind verpflichtet, sämtliche Einnahmen für die nichts auszusetzen hatte, nicht zum Besten aussah, daß die Aborte Stunden- Baden, den sie selbst betrieb, alle ihre Einfäufe zu machen. Um der Abrechnung für die Lokalkaffe einzustellen. Damit schloß die Vormittagssizung. lohn von 21 Pfennig auf 18 Pfennig herabgesetzt worden war. Das Landgericht ließ trotzdem die Strafe bestehen, weil die Tatsachen zahlt, sondern der Betrag für die gelieferten Waren wurde auf übertrieben und entstellt seien und die Notiz der Boltsstimme" nur heraus, daß der Arbeiter am Löhnungstage der Gesellschaft noch den Lohn in Abzug gebracht. Selbstverständlich kam es stets so die Tendenz gehabt habe, das gute Verhältnis zwischen Unternehmer Geld schuldete. Nach den in Florida geltenden Gefeßen durften die und Arbeiter zu zerstören. Arbeiter den Dienst bei der Gesellschaft nicht verlassen, bevor ihre Schuld getilgt war. Noch schlimmer als im Buffalo Bluff lagen die Verhältnisse in einem anderen Lager der Gesellschaft, in May­town, wo Wilensti auch einige Tage arbeitete; dort wurden die Leute beim Morgengrauen von den Aufsehern aus dem Schlafe ge= peitscht und an die schwere Arbeit getrieben. Wilensti erhielt Wir haben kein anderes Ergebnis der Rundfrage erwartet, als es nun vorliegt. Die Vorstände der Gewerkschaften haben in der Tat Sturm" betitelt, hatte die Staatsanwaltschaft zu Bochum den bei dem Gesellschaftsladen einbehalten wurde. Der Besitzer der Wegen Veröffentlichung eines Gedichts 3um durch New Yorker Freunde 30 Dollar gesandt, von denen ihm jedoch nur 10 Dollar ausgefolgt wurden, während der Rest für Schulden" allen Anlaß, die für sie höchft kompromittierenden Verhandlungen Genossen Lingweiler vom Bochumer , Voltsblatt" in hoch Arbeitsagentur, ein gewisser Schwarz, wurde vom Bundesgericht nach wie vor mit dem Schleier des Geheimnisses zu bedecken. notpeinliche Untersuchung, gezogen. Eine andere Frage ist aber, wie sich die breiten Massen Beitrag zur Stichwahlagitation in Hagen - Schwelm war, ein Artikel von 3000 Dollar jedoch auf freiem Fuße gelassen. Schwarz legte Da auf das Gedicht, das ein in vorläufige Untersuchungshaft genommen, gegen eine Bürgschaft der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter zu über die russische Revolution folgte, so witterte die Staatsanwalt die Aufträge der Firmen vor, die von ihm Arbeiter bezogen hatten dieser Fortsetzung der Geheimnisträmerei stellen. Sie haben das schaft Aufreizung zu Gewalttätigkeiten. Sie hat sich aber inzwischen und es ergab sich, daß einer seiner Auftraggeber fogar ein Bischof Recht nicht nur, sondern geradezu die Pflicht, zu verlangen, daß überzeugt, daß sie sich geirrt hat. Dem Genossen Lingweiler wurde war. Außerdem hatte er noch an mehrere Landgesellschaften italie­ihnen endlich reiner Wein eingefchenkt wird über den Kurs, den ihre mitgeteilt, daß das Verfahren eingestellt sei. Führer steuern. An den Gewerkschafts mitgliedern, die doch nische und deutsche Arbeiter geliefert. Die Bundesregierung hat schließlich die entscheidende Instanz sind, ist es daher, jetzt in ihren Es erscheint möglich zu sein, daß man dies erwarten kann" sofort eine Anzahl gewiegter Geheimagenten nach Florida entsandt. Versammlungen die Angelegenheit zu erörtern und gebieterisch die Ueber die Frau in der Arbeiterbewegung sollte Genossin Luise die an Ort und Stelle die schweren Anklagen prüfen sollen, die Freigabe des kompromittierenden Protokollteils zu verlangen. Bieg Hamburg in Lengsfeld Rhön reden. Der Bürger- Frau Rechtsanwalt Quakenbos im Namen ihres Mandanten er­Im übrigen ist es wohl nicht nötig, den auf beiden Beinen meister verbot jedoch mit folgender Begründung die Versammlung: heben hat. hintenden Vergleich der Generalfommission zurückzuweisen, daß die Nach der diesseitigen( Brr!) Gesetzgebung ist die Abhaltung einer Massenstreiterörterung in Berlin auf eine Stufe zu stellen sei mit Bersammlung zu unterfagen, wenn durch diese eine Gefahr für die gewiß unter Umständen nötigen internen Besprechungen über An- öffentliche Ordnung zu befürchten ist. Es erscheint möglich zu sein, fchläge der Scharfmacher. Der Vergleich ist schlechterdings unsinnig daß man dies erwarten fann." Auf eingelegte Beschwerde bei der Es erscheint nicht trotz des Pathos, mit dem die Generalfommission ihn vorträgt. Bezirksdirektion wurde das Verbot bestätigt. Der später eingetroffenen Mitteilung des Vorwärts" setzt sie bloß möglich, sondern sogar gewiß zu sein, daß man von Weimar­hinzu: schen Behörden in Punkto Sozialistenbekämpfung mancherlei er­Auch die Leipziger Boltszeitung" wird nummehr in den warten kann. nächsten Tagen mit dem Abdruck des fraglichen Protokollteiles be­ginnen.

licher zu gestalten ist.

Aus der Partei.

Der Beschluß des Parteivorstandes auf Veröffentlichung des Protokolls der Gewerkschaftskonferenz ist bisher von drei Partei­blättern vermerkt worden.

Die Leipziger Volkszeitung" hatte zu dem ablehnenden Beschlusse der Generalfommission bemerkt:

Das Hamburger Echo" hatte zu der Ablehnung der General­tommission geschrieben:

"

,, Voltsstimme

"

"

Aus Leipzig wird uns vom. 8. Auguft telegraphiert: Genosse Seger von der Leipz. Volkszeitung" wurde heute von der Leipziger Straffammer wegen Beleidigung eines Insterburger Nichters zu drei Monaten Ge fängnis berurteilt.

Verpufft.

Soziales.

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Zum zweitenmal ihres Auntes enthoben.

Weißensee, den 4. August 1906.

Die Generalfommission fühlte sich ja veranlaßt, die Zentral- find die Vorstandsmitglieder der Weißenseer Ortsfrankenkasse. Wie borstände dahin zu beeinflussen, die Freigabe des Brotokolls nicht wir schon berichteten, sollte der Vorstand seine Tätigkeit am Montag zu empfehlen. Ob sie in ihrem Schreiben an die Bentralvorstände wieder aufnehmen. Es war ihnen folgender Bescheid zugegangen: auch die Gründe angeführt hat, die vom Parteivorstand und in der Parteipresse für die Veröffentlichung geltend gemacht worden sind, geht aus obiger Antwort nicht hervor. Wie dem nun auch fei: Wir vermögen bei dem großen und allgemeinen Interesse, das man den auf der Konferenz erörterten Fragen in der Partei Forpobl als in den Gewerkschaften nach wie vor entgegenbringt

Da die Vorstandsmitglieder die Erklärung der Amtsnieder­legung zurückgezogen haben, so werden die Geschäfte der Kasse dem Vorsitzenden des Vorstandes am Montag, den 6. d. M., nach Schluß der Dienststunden durch den kommissarischen Verwalter wieder übergeben werden.

Lungenheilanstalt Görbersdorf. Herr Dr. M. Krisowski sendet uns eine Buschrift, der wir nachfolgend unter Fortlassung ver­schiedener Beleidigungen Raum geben. Der Herr schreibt:

Es haben mehr Entlassungen als im angeführten Falle statt­gefunden und würden noch ein paar stattgefunden haben, wenn die Betreffenden nicht im Vorgefühl des Kommenden ihren Aufenthalt hierselbst freiwillig abgekürzt hätten. Speziell die in den Klagen" angeführte Entlassung hat stattgefunden, weil die Patienten" früh 51/2 Uhr beim Einklettern durchs Fenster ertappt wurden, ohne nach­weisen zu können, wo sie die Nacht zubrachten. Ist dies ja an sich Grund zur Entlassung, so war auch der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, daß die häufigen Beschädigungen der Gartenanlagen von derartigen Morgenspaziergängen" herrührten."

Aus Induftrie und Handel.

Wandlungen in der Eisenindustrie.

Was die Hüttenzechen für das Kohlensyndikat, das scheinen die Werkseisenhandlungen für den Stahlwertsverband werden au wollen.