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Wahisours vergelegte Name Mahlsdorf- Süd auf die Postbestellung noch rückwärts konnte. Alle Versuche zur Befreiung scheiterten aber, haben würde. Da nun alle mit dieser Adresse versehenen Post- und so wurden zwei Feuerwehrleute gerufen, die das Tier mit vieler sendungen erst nach Mahlsdorf gelangen, die Kolonie aber postalisch Mühe befreiten. zu Friedrichshagen gehört, so konnten dieselben erst nach erfolgter Rückbeförderung über Berlin den Empfängern nur mit erheblicher Verspätung zugestellt werden. Und von Berlin wollen die Riefe­maler gegenwärtig nicht viel wissen, seitdem der allerneueſte Gaffen­hauer der Reichshauptstädter den Refrain trägt:" Geh'n wir nach Riekemal, da piept die Nachtigall".

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Zur Kreisgeneralversammlung am Sonntag, den 26. Auguf werden 17 Mitglieder delegiert.

Zur Aufnahme in den Wahlverein hatten sich 48 neue Mit glieder gemeldet; nach Berlesung wurden dieselben ohne Widerspruch aufgenommen. Hermsdorf.

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Das Winterhalbjahr der städtischen Kochschule in der Dunder straße 65/66 beginnt am Mittwoch, den 10. Oftober 1906 und schließt am Sonntag, den 24. März 1907. Der Unterricht findet wöchent lich an zwei Vormittagen von 8 bis Uhr statt. Die Ferien zeiten stimmen mit denen der städtischen Fortbildungsschulen über- Dr. Freund als Bertreter des Gutsbezirks Hermsdorf" sowie der In der letzten Gemeindevertretersizung wurde der Antrag ein. Das Schulgeld beträgt für das halbe Jahr 4 M. Nähere Hermsdorfer Boden- Aktiengesellschaft zu Berlin " auf Eingemeindung Das Gespenst des Hungers machte sich gestern vormittag in dem Auskunft wird ausschließlich der Ferien Montags , Mittwochs, in den Gemeindebezirk Hermsdorf gegen einzelne Stimmen be­großen Lesesaal der tönigl. Bibliothek in frasser Weise be- Donnerstags und Sonnabends von 2 bis 3 Uhr in der städtischen schlossen. Damit fällt auch die Hermsdorfer Heide der Bauspekulation merkbar. Der anscheinend obdachlose F. F., der selbst zum Bettel- Kochschule Dunderstr. 65/66 erteilt. Zu gleichen Zeiten werden dort zum Opfer; allerdings wäre dieses auch nach Ablehnung des An­verteilen greifen mußte, um sich durchzuschlagen und der den Be- Anmeldungen entgegengenommen. trags Dr. Freund geschehen. Die eingemeindete Fläche, welche eine suchern schon lange als ein Bild des Jammers aufgefallen war, Das Deutsch - Amerikanische Theater brachte am Donnerstag eine Größe von 163 Heftar, 8 Ar, 78 Quadratmeter hat, liegt rechts und taumelte schreiend von seinem Stuhl, mühsam von einem Nachbarn neue Schöpfung feines Leiters zur Aufführung. Im wilden links von der Bahn und es sind bereits die projektierten Straßen davor bewahrt, einen schweren Fall zu tun. Entsetzt und fassungs- e sten" betitelt sich das Stück, das vier Bilder mit Gefang und abgeholzt. Als Entgelt für die Eingemeindung erhält die Gemeinde los sprangen die Besucher von ihren Stühlen, als der Bedauerns- Tanz bringt und ein deutsch - amerikanisches Volksstück" sein soll. Grundstücke im Werte von 100 000 m. werte laut stöhnend und röchelnd sich am Boden wälzte, und es war Der erste Att spielt in Cillis( Nebraska ), wo der Cowboy Billy während der allgemeinen Kopflosigkeit einem unserer Grün die Nachricht erhält, daß sein Onkel in Berlin , Mulackstr. 4 Treptow - Baumschulenweg. dort arbeitenden Parteigenossen vorbehalten, nach einem Arzt zu ihm eine Millionenerbschaft vermacht habe. Kurz entschlossen geht Der fozialdemokratische Wahlverein hielt am 21. d. M. feine eilen, der zehn Minuten später zur Stelle war. In dem Befinden die Reise nach Berlin , um die Erbschaft zu heben. In der Mulack regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Genosse Ernst Rieger des Unglücklichen trat nach einiger Zeit Besserung ein. straße macht er die Bekanntschaft einer Familie, die miterbt und die sprach über den Parteitag in Mannheim ". Die rote er mit sich nach dem wilden Westen nimmt. Ein gefährlicher ,, Gruß" von oben. Durch eine herabstürzende Dort wird schließlich Woche", so führte der Redner etwa aus, errege nicht nur unsere Fensterscheibe ist heute morgen die 17jährige Frieda B. aus der festgestellt, daß das Papiergeld gefälscht ist, aber große Freude Kreise, auch die bürgerliche Welt beschäftige sich damit und nehme Unsere Genossen fehrt schließlich ein, als die Mitteilung der Regierung eintrifft, daß daran Anteil, allerdings in ihrem Sinne. Stargarderstr. 1 schwer verletzt worden. Das junge Mädchen über sie für jeden falschen Schein 10 Dollar eintauscht. Gespickt ist die müßten aber diesen wichtigen Verhandlungen, welche in diesem schritt den Zionskirchplatz und als es an die Kreuzung der Fehr­bellinerstraße fam, wurde es plöglich von Glasscherben überschüttet. Aufführung mit einer Reihe von Gesangsvorträgen, so daß das Jahre auf der Tagesordnung stehen, ein viel größeres Interesse In einer Wohnung der dritten Etage des Eckhauses hatte man das ganze Stück start an eine Operette erinnert. Großen Beifall beim entgegenbringen. Redner greift die einzelnen Punkte der proviso­Publikum fand unter anderem die Dde an Tippelskirch". Der rischen Tagesordnung des Parteitages heraus und verbreitet sich Fenster nicht geschloffen und bei einem Windstop wurde es nach Direktor Philipp, der neben seiner Eigenschaft als Theaterdirektor eingehend über die aktuelle Frage Politischer Massenstreik" und die außen aufgeschlagen und zertrümmert. Von den herabstürzenden sein eigener Autor sowie der Hauptdarsteller ist, wurde ein halbes Stellung der Partei und Gewerkschaft dazu. Er entwickelt, wie Scherben wurde die B. getroffen und am Rücken schwer verletzt. Dugend mal gerufen und war schließlich in einer Ansprache an das diese Idee in Deutschland endlich in die Reihe unserer Kampfmittel Die erste Hülfe erhielt das junge Mädchen auf der Rettungswache III. Publikum bescheiden genug, für das Stück keinen literarischen Wert aufgenommen wurde und wie nach dem Jenaer Parteitage die Sprung in die Freiheit. Zeugen eines aufregenden Vorfalles zu beanspruchen. Das hat es auch nicht, es unterhält aber ganz Gewerkschaftsführer auf ihrer Konferenz im Februar d. J. hier­gegen Sturm gelaufen sind und der Partei ein Bein stellen wollten. waren gestern vormittag die Jusaffen eines Straßenbahnwagens der hübsch. Referent bespricht das Geheimprotokoll", das er mit beißendem Linie 15( Moabit - Rigdorf). In Rigdorf bestieg diesen Wagen der Gesperrt. Die Charlottenstraße von der Leipzigerstraße( aus- Spott glossiert. Er verlangt, daß der Jenaer Beschluß eine schärfere Transporteur Kirste mit einem Gefangenen, dem fünfundzwanzig- schließlich des Kreuzdammes) bis zur Schüßenstraße( einschließlich des und präzisere Fassung erfahre. Auch müsse dahin gewirkt werden, jährigen Artisten Paul Bogan, der aus dem Rirdorfer Gerichts- Streuzdammes) ist behufs Asphaltierung vom 23. d. M. ab bis daß der Parteivorstand verjüngt werde. Pflicht aller Partei­gefängnis in das Moabiter Untersuchungsgefängnis übergeführt auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. genossen wäre es aber, in ihren Gewerkschaften streng darauf zu werden sollte. Bogan war wegen Zuhälterei eingeliefert worden und wurde auch von der Berliner Staatsanwaltschaft II zur Ver- Berliner Aquarium. Der Eintrittspreis beträgt heute am letzten achten, daß der sozialistische Geist mehr gepflegt werde und jenen Herrschaften mit ihrer Zweiseelentheorie" ordentlich auf die Finger büßung einer einjährigen Gefängnisstrafe gesucht, die ihm wegen Sonntag im Monat nur 25 Pf. pro Person. geflopft werde. Nach eingehender Kennzeichnung, wie brutal schwerer Körperverlegung zudiftiert worden war. Als der Transporteur Feuerwehrbericht. Gestern früh um 5 Uhr fam in der Stargarder- man die Arbeiterklaffe bei Streits usw. behandele und wie unsere mit dem Artisten, den er auf der Straße an der Kette führte, im straße 25 in einer Schuhfabrik Feuer aus. Regale, Papier u. a. Justiz beschaffen sei, meinte Redner, wäre es nicht zu verstehen, Straßenbahnwagen saß, riß sich Bogan in der Berlinerstraße zu brannten dort. Der Brand konnte durch kräftiges Waffergeben auf daß die Arbeiterschaft sich dies so ruhig gefallen lasse. Deshalb Rigdorf plöglich von dem Transporteur los und schwang sich, die Fabrikräume beschränkt werden. In der Köpenickerstraße 145 war müsse man unermüdlich die Idee des Massenstreiks diskutieren, da­während der Wagen in voller Fahrt war, blizschnell mit einem in einer Bilderrahmenfabrik Feuer ausgekommen, das bald gelöscht mit im gegebenen Moment auch große Kämpfer da wären. Die tollfühnen Hechtsprung durch ein offenes Fenster des Wagens auf werden konnte. Auf dem Ostbahnhof in der Brombergerstraße hatte Arbeiter mögen daran denten: sie haben nichts zu verlieren als die Straße hinab, wo er auf das Pflaster niederfiel. Schnell die Wehr längere Zeit mit der Löschung eines Preßfohlenbrandes ihre Ketten, aber eine Welt zu gewinnen. aber raffte der Springer sich wieder auf und floh zu tun, der einen Eisenbahnzug gefährdete. Der 16. Zug hatte in auf den alten Jakobi- Kirchhof, verfolgt von dem laut" Haltet ihn!" der Pantstraße 25 in einer Bäckerei zu tun, wo Fett in Brand ge­rufenden Transporteur und einer großen Menschenmenge. Der raten hat. Teer brannte in der Linienstraße 144; Möbel, Gardinen, Artist wäre aber trotz seiner Schnellfüßigkeit wohl kaum der Masse Betten usw. gingen in der Invalidenstraße 88, Friedrichstraße 106, der Verfolger entkommen, wenn er nicht, nachdem er den Kirchhof Sorauerstraße 2 und an anderen Stellen in Flammen auf. Ferner in seiner ganzen Ausdehnung durchmessen hatte, die drei Meter hohe wurde die Wehr noch nach der Kurfürstenstraße 34, Neue Hochstraße 40, Kirchhofsmauer erflommen und sich hinübergeschwungen hätte. Die Flensburgerstraße 10 und anderen Orten gerufen. unmittelbar darauf an der Mauer anlangenden Verfolger hatten, da niemand dem Artisten das Kunststück nachzumachen vermochte, das Nachsehen. Die Polizei fucht jetzt eifrig den Flüchtling.

Vorort- Nachrichten.

In Flammen. Ein schweres Brandunglück ist wieder durch das unvorsichtige Spielen mit Streichhölzern hervorgerufen worden. Hinter der Ringbahnbrücke an der Ebersstraße hatten Schulkinder Rixdorf. mit Zündhölzern herumhantiert, wobei plöglich eines der Hölzer in Feuer aufging und die Kleidung der vierjährigen Tochter des Gast­Die Rigdorfer Genossen legen Wert darauf, mitzuteilen, daß es wirts C. aus der Ebersstraße in Brand steckte. Im nächsten Augen- im dritten Antrag, der in der letzten Wahlvereinsversammlung zum blick stand die Kleine in hellen Flammen. Der Photograph Schmuchler Parteitag angenommen wurde, heißen muß: Diejenigen Genossen, aus Friedenau hatte vom Straßenbahnwagen aus den Vorfall be- welche trotz eines regelrecht gefaßten Gewerkschaftsbeschlusses, am merkt und eilte dem Kinde zu Hülfe. Die Kleine hatte aber so 1. Mai" arbeiten usw. schwere Brandwunden erlitten, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt Rummelsburg .

wird.

Ein trauriger Unglücksfall hat sich in der Zionskirchstraße er­eignet. Der Kutscher Hermann Krüger lenkte einen Wagen der Firma Syl und hatte neben sich auf dem Bock seinen neun Jahre alten Sohn figen. Beim Einbiegen in die Zionstirchstraße verlor der Knabe plötzlich das Gleichgewicht und stürzte vor den Augen des Vaters unter den Wagen. Die Räder gingen dem verunglückten Kinde über beide Unterschenkel hinweg, von denen der eine zer schmettert wurde. Der Vater brachte seinen schwerverletzten Sohn nach der Rettungswache in der Kastanien- Allee und von dort in das Krankenhaus am Friedrichshain .

Bon einem Hammer zerschmettert. Ein schrecklicher Unglücksfall hat sich gestern nachmittag in der königlichen Eisenbahnwerkstätte an der Anhalter Bahn ereignet. In der Eisenrichterei war der 25jährige Schlosser Gustav Bood, Möckernstraße 135 wohnhaft, am Fallhammer beschäftigt. In dem Augenblick, als er die rechte Hand auf den Block legte, wurde der Hammer plößlich abwärtsgelassen, und er traf mit solcher Gewalt die Hand, daß sie vollständig zer­schmettert wurde. Nachdem der Bahnarzt dem Verunglückten die ersten Notverbände angelegt hatte, wurde B. in das Krankenhaus am Urban eingeliefert.

Der Tod als Erlöser. Selbstmord verübt hat gestern der 26 jährige Postbote B. aus der Gleditschstr. 8. B. litt seit längerer Beit an einer schmerzvollen Krankheit, und da er kürzlich erfahren hatte, daß eine Heilung nicht mehr eintreten werde, zog er es vor, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Der Bedauernswerte jagte fich gestern eine Revolverfugel in die Brust und war auf der Stelle tot. Die Leiche ist polizeilich beschlagnahmt worden.

Durch Messerstiche tödlich verlegt wurde gestern abend auf offener Straße der 29jährige Arbeiter Paul März aus der Lange­straße 90 von dem Eisenbahnbeamten Johann Nowesti. M. hatte gestern seinen 29jährigen Geburtstag begangen. Als er abends gegen 8 Uhr von der Arbeit heimkehrte, begegnete ihm vor dem Hause Langestraße 87 die Ehefrau des Eisenbahnbeamten Nowesti. In ihrer Begleitung befanden sich ihre beiden Kinder. Zwischen diesen und den vier Kindern des März war es wiederholt zu Streitigkeiten gekommen. Die Ursache hierfür scheint auf frühere Vorfälle zurückzuführen zu sein. Als März an der Frau vorüber­ging, rief er ihr zu, daß die Zänkereien zwischen den Kindern in Bukunft aufhören möchten, und hier fam es zu einer Auseinander­setzung, in deren Verlauf die Frau N. dem Arbeiter eine Ohrfeige versette. Nun schlug der Mißhandelte mit der Kaffeekanne, die er von der Arbeit mitgebracht hatte, auf Frau N. los; diese rief darauf ihren Kindern zu: Ruft mal schnell den Water!" Nach wenigen Minuten erschien der Beamte auf der Bildfläche und schritt, ohne ein Wort zu sagen, auf März los. In diesem Augenblid hatte die Ehefrau des Noweski den Arbeiter oben am Rock festgehalten. Nun zog der Beamte ein großes Taschenmesser hervor und stieß es dem Arbeiter mit aller Kraft in das Genic. Außerdem brachte er ihm einen tiefen Stich in den Kopf bei. Getroffen brach März zusammen. Mit der größten Seelenruhe machte N. das Taschenmesser zu und zertre seine Frau mit nach Hause. März wurde nach der Unfall­station VIII am Grünen Weg gebracht und von dort in das Kranken­haus Am Friedrichshain . Er starb bereits auf dem Transport dort hin. Noweski wurde gleich darauf in seiner Wohnung Langestr. 92 durch die Polizei verhaftet.:

Das Mädchen für alles. Ein schwieriges Rettungswert voll­brachten gestern die beiden Feuermänner Mörchel und Schwabe in der Simeonstraße 22. Dort war eine Katze vor mehreren Tagen. unter das Dach des Vorderhauses geklettert und war dabei in einen Winkel gekrochen. Dieser war so klein, daß die Katze weder vor

Eine gut besuchte Wahlvereinsversammlung tagte am Dienstag im Saale de Ww. Weigel. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: " Der Mannheimer Parteitag" hatte Genosse Wilhelm Miethke das Referat übernommen. Redner verbreitete sich hauptsächlich über drei Punkte des Parteitages: Maifeier, Massenstreit und Volts erziehung. Daß der 1. Mai noch immer nicht genügend durch Arbeits­ruhe gefeiert werde, trotzdem die Arbeiterschaft selbst immer mehr zur Arbeitsruhe am 1. Mai dränge, sei hauptsächlich auf die Ab­geneigtheit der Gewerkschaftsführer für die Maifeier zurückzuführen. So ist es z. B. den Arbeitern in den größeren Betrieben in der Metallindustrie durch die Leipziger Resolution zur Unmöglichkeit gemacht worden, sich durch Arbeitsruhe an der Feier des 1. Mai beteiligen zu können. Die Vorkommnisse bei der diesjährigen Mai feier der Berliner Metallarbeiter haben hierfür einen schlagenden Beweis erbracht.

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Beim Punkt Massenstreit behandelt Redner eingehend die Frage Partei und Gewerkschaften". Von einer Verbesserung der Lage der Arbeiterklasse durch die Gewerkschaften könne nur sehr bedingt die Rede sein. Alle Lohnaufbesserungen in den letzten Jahrzehnten brachten gleichzeitig eine Preiserhöhung fast sämtlicher Bedarfs artifel mit sich, wodurch der Mehrverdienst wieder verloren ging. Auch in der Erziehung ihrer Mitglieder leisten die Gewerkschaften nicht das, was ihre Leiter so gern behaupten. Finden wir doch noch allgemein, daß der gelernte Arbeiter den ungelernten Arbeiter über die Schulter ansieht. Es bestehe gewissermaßen eine Kluft azwischen dem Handwerker und dem Hülfsarbeiter. In der Partei dagegen finden wir nichts von dieser Kluft, da haben wir nur Klassentämpfer, welche nach einem gemeinsamen Ziel streben. Die Ausführungen von Bömelburg, Bringmann und anderen Gewerk­schaftsführern auf der Vorständekonferenz zeigten deutlich, daß, wenn die Partei nicht ganz entschieden Stellung zu den dort ver­tretenen Anschauungen nehme, der Charakter des Klaffentampfes in den Gewerkschaften immer mehr verloren gehe.

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In der Diskussion nahm zuerst Genosse Karow das Wort. Auch er verstehe jene Gewerkschaftsführer nicht, denn die Mit­glieder stehen auf einem anderen Standpunkt. Es sei eine Utopie, zu glauben, wir könnten alle Arbeiter organisieren und erst dann den großen Kampf aufnehmen. Nach diesem Rezept kämen wir nie ans Ziel. In der Tat sei die Gewerkschaftsarbeit Sisyphus­arbeit, wenn nicht gleichzeitig auf die Abschaffung der Lohnknecht­schaft hingearbeitet werde. Genosse Julian Borchardt sagt, er hätte im voraus gesehen, daß anläßlich der Wahlrechtskampagne die Arbeiterschaft sich nicht in einen Massenstreit einlassen werde. Er halte auch ferner an seiner Auffassung fest, daß wir den Massenstreit eventuell nur anwenden, wenn wir dazu gezwungen find. Bezüglich des Protokolls sagte er, nach der Idee Bring­manns tann nur Zersplitterung in die Arbeiterbewegung kommen, das sei aber wohl Bringmanns Privatmeinung. Dagegen seien die Aeußerungen Bömelburgs die schlimmste Doppelzüngigkeit, die Genosse Hensel, welcher an der man sich denken könne. Geheimfonferenz" mit teilgenommen, sagt, man solle wegen der Aeußerungen einiger Genossen auf der Konferenz nun nicht alle angreifen. Er und eine ganze Anzahl sei gar nicht mehr zu Wort gekommen, auch seien die fünf Thesen bei vielen Stimm enthaltungen angenommen worden. Die Mitglieder hätten doch selbst schuld, wenn sie sich solch eführer wählten, sie sollten des­halb nachher nicht immer über sie herfallen. Er behaupte, fie alle werden das nächste Mal wiedergewählt. Genosse Bößelt greift in längeren Darlegungen die Gewerkschaftsführer und die Ge­werkschaften als solche an, bei denen von sozialistischem Geist feine Spur vorhanden sei und von einer sozialistischen Erziehung der Jugend keine Rede sein könne. Genosse Spieß findet die Reden auf der Vorständekonferenz ebenfalls unerhört. Genosse 2üdke erblickt in den Ausführungen Borchardts selbst einen Widerspruch. Da feine( Lüdkes) Stellung in dieser Frage schon bekannt, begründet Redner nur die Anträge des Vorstandes zum Parteitag betr. des Militärantrages vom vorigen Jahr, worin der Barteivorstand noch nichts getan habe, und einen Antrag, nach dem der Parteivorstand eine Broschüre zum Massenvertrieb über den Generalstreik herausgeben soll. Nach einer Richtigstellung des Genossen Borchardt nahm Genosse Rieger das Schlußwort. Er stimmte den Ausführungen Lüdkes zu, Borchardt hätte sich wider­sprochen.

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Fuchs und ersucht um Nichtaufnahme, wie der Vorstand bereits Genoffe König unterbreitet ein Aufnahmegesuch eines Herrn beschlossen habe. Die Versammlung stimmt zu. Die Anträge des Vorstandes zum Parteitag werden einstimmig angenommen. Zu Delegierten zur Kreisgeneralversammlung werden König. Lüdke und Mickley gewählt.

Nach Bekanntgabe, daß unser Stiftungsfest am 3. November stattfindet, wurde die Versammlung um 1 Uhr geschlossen. Weißenfee.

Der Verband der Friedhofsbeamten Deutschlands beschäftigte sich am giveiten Tage seiner Hauptversammlung in Dresden mit der Kündigung des hiesigen Friedhofsinspektors Kühn, indem er glaubt, daß Der politische Massenstreit sei nicht zu propagieren, sondern dieser zu unrecht vom Gemeindevorstand gekündigt sei. Als Vertreter nur zu diskutieren. Die Parteigenossen müßten darauf vorbereitet der Gemeinde Weißensee war der besoldete Schöffe Dr. Pape zu­werden, daß unter gegebenen Berhältnissen der Massenstreit un- gegen. Da die Gemeindevertretung die Kosten für die offizielle bedingt zur Anwendung tommen müsse. Der Erfolg des Massen- Bertretung nicht bewilligt, auch ein solcher Antrag nicht vorgelegen streits hänge ganz besonders von der Beteiligung der Verkehrs- hat, so kann die Anwesenheit Dr. Papes nur rein privater Natur fein. und Hafenarbeiter ab. Dieselben zu organisieren und für die Idee Die Aufklärung, die Herr Dr. Pape den anwesenden Vertretern des des Massenstreits zu gewinnen, müsse unsere Hauptaufgabe sein. Verbandes über die Kündigungsangelegenheit gab, ist nach einem Zu dem Punkt: Sozialdemokratie und Voltserziehung meint Bericht folgende:" Der Vertreter der Gemeinde Weißensee, Dr. Pape, Redner, daß die Erziehung ein wesentlicher Faktor sei, den wir an erklärte, daß für die Abänderung des Friedhofsbetriebes die Ansicht erste Stelle zu setzen haben, auch der Jugenderziehung müßte in der sozialdemokratischen Gemeindevertreter maßgebend gewesen ist, alle Gemeindebetriebe wirklich in den Betrieb der Gemeinde zu Bukunft größere Beachtung geschenkt werden. Die Gemeindevertreter In der sehr regen Diskussion tam beim Punkt Partei und nehmen. fozialdemokratischen hätten Gewerkschaften teilweise eine vom Referenten abweichende Meinung die bürgerlichen Gemeindevertreter überzeugt, daß die Ueber­zur Geltung. Die Genossen Kaßler und Ebert vertraten gegenübernahme des Friedhofsbetriebes durch die Gemeinde für dies dem Referenten den Standpunkt, daß eine Sebung der Lage der felbe vorteilhaft sein würde. Deshalb sei die Kündigung erfolgt. Arbeiterklasse durch die Gewerkschaften unbedingt erreicht werde, Es sei der Gemeinde sehr schwer gefallen, einem Mann zu fündigen, auch eine erzieherische Tätigkeit sei den Gewerkschaften nicht abzu der zweifellos früher schwere Beiten durchgemacht hat und dem es sprechen. Eine Kluft zwischen gelernten und ungelernten Arbeitern erst in neuerer Zeit mit feinen Einnahmen besser geht. Dienstliche bestehe nur noch zum geringen Teil. Ganz unzweifelhaft habe aber Vergehen oder persönliche Momente fämen bei den Kündigungs­durch die Erstarkung der Gewerkschaften auch die Verbrüderung gründen nicht in Frage. Um Härten zu vermeiden, sei es dem Be­der Arbeiterschaft in dieser Beziehung große Fortschritte gemacht. amten anheimgegeben worden, sich um die neue Stelle zu bewerben Genosse Ebert wies noch besonders darauf hin, daß man die Aus- und außerdem werde die Gemeinde alle von ihm geschaffenen Ein­sprüche einzelner Gewerkschaftsführer doch nicht als Prinzip der richtungen, unter denen sich eine große Bewässerungsanlage be­Gewerkschaften selbst ansehen könne, es sei deshalb auch unangebracht, findet. übernehmen. Der einschlagende Vertrag fei auf diese Art Gegenfäße zwischen Partei und Gewerkschaften zu solcher, der stillschweigend von Jahr zu Jahr berlängert Дав worden ist. konstruieren Genoffen Otto Schulz begründeter Antrag, welcher des Gesetzes ist, müsse die Gemeinde entschieden bestreiten; er ſei vom nur im zivilrechtlichen Dienstverhältnis angestellt. Die Gemeinde werde durch ein loyales Vorgehen einen Prozeß zu vermeiden suchen." Unseren Gemeindevertretern fann es zur Ehre gereichen, aus dem Munde ihres ärgsten Feindes zu hören, die bürgerlichen Bertreter überzeugt zu haben, daß die Regiearbeit nur zum Vorteil der Gemeinde sei; auch Dr. Pape hat sich überzeugen lassen, denn er hat weder in der Etatskommission noch in der Plenumjigung gegen

die Verbilligung des Vorwärts" erstrebt, wird abgelehnt. Dagegen wird der Antrag des Genossen Frenzel, welcher ber­langt, die Alkoholfrage auf die Tagesordnung des nächstjährigen Parteitages zu sehen, angenommen.

Einstimmige Annahme fand eine Resolution, welche besagt, daß die Mitglieder des hiesigen Wahlvereins nach wie vor an den Be­schlüssen des Jenaer Parteitages betreffa Maffenstreit festhalten.

ein der Mann ein Beamter im Sinne