Br. 27. 23. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts " Berliner Volksblatt. Sonnabend, 29. September 1906,
Bohl Nürnberg ist zunächst gegen eine plöbliche Erhöhung
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Magdeburger Landfriedensbruchprozeß. der Unterstübungen, wie sie in verschiedenen Anträgen gewünscht worauf Knoll- Berlin die Beamten- und Gehaltsfrage vom
( Telegraphischer Bericht.)
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Bethke Berlin präzisiert seinen Standpunkt nochmals, werde. Wir sollten das Augenmerk mehr auf Erhöhung der Lohn- Standpunkt der Ansichten der Generalfommission schildert und verund Arbeitsbedingungen richten. Er empfiehlt die Anstellung von schiedene Ausführungen einiger Redner nach der Richtung wieder Magdeburg , den 28. September. zwei weiteren Beamten in der Zentrale speziell für die Agitation. auf die Füße stellt. Gegen 23 Angeklagte, die des Landfriedensbruchs und Aufruhrs Die Stojten würden durch ihre Tätigkeit reichlich gedeckt. Frizze Hamburg bekennt sich als Befürworter einer Regelung beschuldigt sind, verhandelt am Freitag und Sonnabend das MagdeBethke Berlin erklärt sich gegen eine Erhöhung der Bei- der Beamtenfrage, wünscht auch mehr System in das Kassiererwesen burger Schwurgericht. Achtzehn der Angeklagten sind Kutscher, je träge, auch gegen Staffelbeiträge und Staffelunterſtüßung. Er gebracht und will ebenfalls schlecht bezahlte Orte weniger Beiträge zwei Bauarbeiter und Arbeiter und einer Malergehülfe. Die beiden bittet auch jede weitere Erhöhung und Vermehrung der Unter- zahlen lassen. Hauptangeklagten, die als Rädelsführer bezeichnet werden, sind stüßungssäße, ausschließlich Streif und Arbeitslosen- Langner- Breslau verbreitet sich über die Massenartikelder Bauarbeiter Heinrich Buhl und der Kutscher Paul Bayer. unterstützung, die erhöht werden muß, abzulehnen. Im übrigen frage, Verkürzung der Karenzzeit, Beibehaltung der jetzigen UnterDie Angeklagten sollen die Straftaten gelegentlich des Magde- ist Redner gegen Anstellung weiterer Beamten und Erhöhung der stüßungsfäße usw. burger Kutscherstreiks, der Ende März d. J. ausbrach, begangen Gehälter, zugunsten der Bezirkskommiſſionen. Miesbach - Berlin gibt eine Darstellung von der Gehaltshaben. Der Fuhrherr Kraus haar hatte vier arbeitswillige Azmann- Berlin tritt warm für eine Verbesserung der frage des Verwalters der Berliner Filiale und gibt Aufklärung Polen eingestellt, die er am 12. April auf seinem im Stadtteil Agitationsmittel und Einführung der Umzugsunterstützung ein. über verschiedene Berliner Anträge. Er wünscht mehr finanzielle Neustadt belegenen Acker beschäftigte. Als sich die Arbeitswilligen Keine Verschlechterung der Unterstützungssäße, lieber erhebliche Er- Unterstützung der Bezirkskommissionen. nachmittags gegen 2 Uhr mit zwei Fuhrwerken an ihre Arbeit be- höhung der Beiträge! Izschorn- Dresden tritt für Erhöhung der Beiträge und gaben, folgten etwa 20 bis 30 streikende Kutscher den beiden Wagen über die Notwendigkeit von Umzugskosten an und wünscht Staffe- der jetzigen Unterstüßungsfäße in Staffelform. Königstedt Magdeburg schließt sich den Ausführungen besseren Ausbau der Organisation ein. Weiter für Beibehaltung bis an die Grenze des am Fahrdamm liegenden Ackerstücks. Den Streifenden gefellten sich allgemach mehr Menschen zu, besonders Jung der Unterſtüßungssäße, dagegen bekämpft er den StaffelFrauen und Kinder, so daß die Menge etwa 150 Stöpfe zählen beitrag. Die Streitunterſtüßung muß ausgebaut werden, ebenso mochte. Gegen die Polen und gegen Kraushaar und seinem erwach- ist die Verstärkung unserer Zentrale eine Notwendigkeit, dasselbe senen Sohn, die sich mittlerweile auch auf dem Acker eingefunden gilt für die Bezirkskommissionen, die mindestens entschädigt werden hatten, sollen nun aus der Menge heraus Drohungen und müssen. Aus alledem ergibt sich Erhöhung der Beiträge. Schimpfworte laut geworden sein. Auf Anstiftung von Bayer follen dann Schulkinder die auf dem Acker befindlichen Personen mit Steinen beworfen haben. Buhl soll die Kinder zum Werfen weiter ermutigt haben, indem er Bonbons an sie verteilte. Daß die Angeflagten sich selbst an den Steinwürfen beteiligten, hat nicht festgestellt werden können. Die Angeklagten sollen sich aber nebeneinander am Rande des Grundstücks aufgestellt haben, damit die werfenden Kinder hinter ihnen Deckung fanden. Auf Veranlassung des zum Schuße der polnischen Arbeiter bei dem Ader aufgestellten Schußmannsdoppelpost en wurde gegen 3 Uhr ein großes Schuhmannsaufgebot herbeigerufen, das die Menge„ auseinandertrieb". Die 23 Angeklagten wurden bald als Teilnehmer an der Zusammenrottung" ermittelt. Sie bestritten alle, sich schuldig gemacht zu haben und wollten größtenteils aus Neugierde sich bei der Menge aufgehalten haben. Die Angeklagten werden von den Rechtsanwälten Otto Lands berg- Magdeburg und Wolfgang Heine Berlin verteidigt. Es sind etwa 20 Zeugen geladen, darunter ein halbes Dußend Schuyleute und ebensoviel Schulkinder.
4. Generalversammlung des Zentralvereins der Bildhauer.
Dritter Verhandlungstag. Vormittags- Sizung.
Drake Berlin ist ebenfalls für Erhöhung der Beiträge, schon aus verschiedenen Berliner Vorgängen. Bisher hatten wir einen Zuschuß zu gewähren. Weiter ist Drake für die Umzugsdas„ Bergnügen", dem ersten Vorsitzenden und den drei Obleuten unterstübung und Erhöhung der Gehälter.
Dorn Leipzig hat den Auftrag, für Erhöhung der Beiträge zu stimmen, und bittet auch die Streikunterſtüßung zu erhöhen. Königstedt- Magdeburg begründet nochmals seine Ans regungen bezüglich Anstellung von agitatorischen Kräften. Fladung- Frankfurt a. M. hat inzwischen eine genaue Uebersicht über die Mehrausgaben festgestellt, welche durch die Neuanstellungen und neuen Konferenzen bedingt sind und stellt fest, daß höhung der Streifunterſtüßung von 7500 M. pro Jahr, dazu 1000 hier etwa 12 000 M. in Betracht kommen, außerdem eine Er= Marf für Mehrausgaben für Unterstützungen in Notfällen. So Schlaucher- München ist entgegengesetter Ansicht. Er ver- dürften wir etwa 21 600 m. pro Jahr mehr ausgeben, oder pro spricht sich von einem Ausbau des Unterstützungswesens erhebliche Stopf und Woche 9 Pf. Deshalb ersucht er, den Beitrag auf 80 Pf. nach der Richtung geregelt wissen, daß Beamte für die Provinz an- richtig. So furchtbar hoch sind die Mehrausgaben nicht. Man foll Fortschritte in der Agitation. Die Anstellung von Beamten will er festzusehen. Bohl- Nürnberg hält die Rechnung des Vorredners nicht für gestellt werden und daß der Reservefonds nicht vergessen wird. Pläne, die von einzelnen vorgetragen werden. Auch das Unter- aus betrachten. Man muß hier kaufmännisch kalkulieren und be= Schmidt- Mühlhausen erklärt sich gegen die großzügigen auch alle Neuerungen nicht immer bloß vom Ausgabenstandpunkt stüßungswesen will er so belassen, wie es ist; nur mit einer Herab- denken, daß z. B. durch Anstellung eines Einkassierers das Gehalt lezung der Karenzzeit ist er einverstanden, im übrigen erklärt er durch die erhofften Einnahmen gedeckt wird. Das Beispiel trifft sich gegen die Erhöhung der Beiträge. auch auf alle anderen Beamten zu, die im Dienste der Arbeiterstüßungssäßen zu belassen. Die Umzugsunterstützung formell einFladung- Frankfurt a. M. bittet, es bei den jeßigen Unter- bewegung stehen. Tamit ist die Vormittagssizung erledigt. Da die General zuführen, bitte er abzulehnen; dagegen hält er dafür, daß mehr versammlung heute nachmittag einen Ausflug plant, fällt die Nachbei Streits getan werden kann. Ueber das Beitragssystem ent- mittagssitung aus. Die Generaldiskussion wird morgen früh fortscheidet sich dieser Redner in der Weise, daß er eine wesentliche Er- gesetzt. höhung des Einheitsbeitrages wünscht, mit dem jezigen Beitrag tönnen wir nichts leisten.
Zu den vielen vorliegenden Anträgen ist ein neuer, genügend Witterungsübersicht vom 28. September 1906, morgens 8 lor. unterstützter Antrag gefommen, den Beitrag auf 80 Pf. festzusehen, der mit zur Diskussion gestellt wird.
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Dupont - Berlin betont, daß die Verbesserungsvorschläge Die heutige Tagung beschäftigte sich mit der Beitragsbezüglich der Unterstüßungssäge und Erhöhung der Beiträge aus den festsetzung. Eng damit verbunden ist die Frage: An- Reihen der Kollegen gefommen sind. Er weist einige falsche Anstellung von weiteren Beamten in der Zentrale. Die fichten zurück. Ueber die Notwendigkeit einer Vermehrung der ArAnträge, die zu diesem Punkt eingegangen sind, belaufen sich auf beitskräfte in der Zentrale gibt er ausführliche Unterlagen, betont Swinemde. 764 N über 100. Es handelt sich vor allem um eine Klärung darüber, aber gleichzeitig, daß er die Anstellung von Bezirksleitern nicht für Hamburg 773 S statt des bisherigen einheitlichen Beitrages von 65 Pf. pro Woche notwendig hält. Sie ist auch ohne erhebliche Erhöhung der Beiträge Berlin in Zukunft Staffelbeiträge einzuführen. Auch das Unterstützungs- ausgeschlossen. Hinzu kommt, daß auch die Bureaufrage geregelt Franki.a. M. 776 NW wesen spielt bei der ganzen Debatte naturgemäß eine große Rolle. werden muß. München 776 S Die Generalversammlung will zunächst eine Generaldiskussion darWien Behrends- Berlin gibt zur Beamtenfrage rechnerische über stattfinden lassen, um dann die in derselben vorgetragenen Unterlagen, die ergeben, daß die neuen Vorschläge jedes Mitglied Gesichtspunkte als Material einer Kommission zu überweisen, die mit 2 Pf. pro Woche belasten. den Berg von Anträgen zu praktischen Vorschlägen ummodeln soll. Die Redezeit beträgt bei der Generaldiskussion 10 Minuten.
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Wetter Prognose für Sonnabend, den 29. September 1906. Zeitweise heiter, aber sehr veränderlich mit leichten Regenschauern und ziemlich frischen westlichen Winden; Temperatur wenig verändert.
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