-
Zur Abschüttelung Hohenlohes.
Wort
"
für die deutsche Landwirtschaft getan haben. Gegenüber Als bekannt wurde, daß diefe Hinrichtungen geschehen seien, Es sind Abgeordnete, die ihre Stellung mißbraucht haben( Große einem Ansturm der gesamten Feinde der deutschen Landwirt- da erst wurde Peters zur Berichterstattung aufgefordert. In dem Unruhe und Unterbrechung rechts), um einen hohen Beamten zur schaft von einer felbst in unseren Tagen ungewöhnlichen Gehäffig- Urteil des Disziplinargerichtshofes heißt es nach den Brez Strede zu bringen, und es beweift eine unverzeibliche Schwäche der keit und Gemeinheit, haben Euere Erzellenz unerschüttert fest- berichten: Der Disziplinargerichtshof hat den Angeklagten im Regierung, daß diefer hohe Beamte den Abgeordneten zum Opfer gehalten an denjenigen Maßnahmen, welche Sie im Interesse der vollen Umfange der Anklage für schuldig erklärt und deshalb mit gefallen ist.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Wir deutschen Landwirtschaft und des gesamten deutschen Volkes für der Dienstentlassung unter Auferlegung sämtlicher Kosten bestraft. lernen aus diesem Fall kennen, wer in Wahrheit in Deutschland regiert. richtig erachtet haben. Euere Exzellenz haben sich so das Ver- Der Gerichtshof hat als erwiesen betrachtet, daß der Angeschuldigte Wie war doch das Wort von Mary: Die Herren von der Retrauen und die Dankbarkeit der deutschen Landwirtschaft erworben, den Mabruk hat hinrichten lassen, weil er ihn im Verdacht hatte, gierung sind nichts weiter als die Verwaltungsräte der herrschenden und wir können nur hoffen und wünschen, daß das glänzende Bei- daß er mit seinen Weibern seruellen Verkehr gehabt habe. Der Klassen" und die Vertreter der herrschenden Klassen sind in diesem ſpiel von Ueberzeugungstreue und Festigkeit, welches Euere Exzellenz Angeschuldigte hatte dazu kein Recht. Der Angeschuldigte ist sich Falle die Herren Graf Arnim, Arendt, v. Kardorff, diefe großen gegeben haben, auch bei Ihren Herren Nachfolgern Nachahmung bewußt gewesen, daß die Vollstreckung der Todesstrafe für ihn un- Batrioten.( Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Die Leute ers finden möge. angenehme Folgen haben könne. Deshalb hat er zivei Strohmänner flären dies bei uns bei aller und jeder Gelegenheit.( Burufe rechts.) Also nur durch widrige Gesundheitsverhältnisse ist die dice als Beisitzer zum Kriegsgericht zugezogen, und deshalb unterlies Ach, meine Herren! Sie sollen in Zukunft wieder einmal ein derExzellenz gezwungen worden, um seinen Abschied zu bitten. Die er die Berichterstattung an den Gouverneur von Deutsch - Ostafrita. artiges in den Mund nehmen, dann wird Ihnen Herren von Wangenheim, Roesicke, Hahn beweisen, daß sie trotz ihrer Der Gerichtshof ist der Ansicht, daß dem Angeschuldigten ein Recht von unserer Seite eine entsprechende Antwort zu teil werden. platonischen Vorliebe für ländliche Ursprünglichkeit und Stallgerüche auf die ihm geschenkten Weiber in feiner Weise zustand, und daß ist in Wahrheit ein feines Verständnis für die„ konventionellen Lügen der Kultur- er ohne deren Willen dieselben nicht behalten durfte. Deshalb hatte unser Staat: eine große Versicherung der Herren zur Unterstützung menschheit" befizen. er kein Recht, die Herausgabe der entflohenen Weiber zu verlangen der Privatinteressen der herrschenden Klassen. noch dieselben durchpeitschen zu lassen. Der Gerichtshof hält die( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Nicht für Christentum, Auspeitschung für eine besondere Grausamkeit. Auch die Hin- nicht für Humanität, nicht für Kulturinteressen wird die Kolonial richtung der Jagodjo hält der Gerichtshof für vollständig un- politit gemacht, nein, nur im Interesse der herrschenden Klassen, um beretteschah, hat im übrigen der Angeklagte selbst nicht be- begreifen baber, daß wir weniger ben je bereit sind, folgen der berechtigt. Daß die Hinrichtung im Interesse der Sicherheit der beren Sucht nach Macht, Neichtum und Einfluß zu befriedigen. Sie hauptet. Ueber alle diese Vorgänge hat der Reichstag lange, un- ständen unsere Unterstützung zu leihen.( Wiederholter, stürmischer Kolonialamts, Dr. Kayser, hat in der Sizung vom 14. März 1896 gemein aufregende Sizungen gehabt. Der damalige Direktor des Beifall bei den Sozialdemokraten.) die Vorgänge geschildert nach dem ihm zugänglichen amtlichen Material. Danach sagte der verstorbene Abgeordnete Lenzmann: Abg. Dr. Arendt( Rp.[ zur Geschäftsordnung]): op „ Eine besondere Heldentat ist es wahrlich nicht, ein armes Neger- geordneten Bebel gegen mich bitte ich den Herrn Präsidenten, mir Nach dem außerordentlich Heftigen Angriff des Herrn Abmädchen aufzufnüpfen unter dem Titel: es habe Desertion be- fegt gleich das Wort zur Erividerung zu geben. gangen, es habe konspiriert, sie, die machtlose Luftdirne, die ja A sis do Präsident Graf Ballestrem: hat. Er hat in keinem feindlichen Verhältnis zu gestanden; auch dem Herrn Dr. Peters zur Befriedigung seiner Lüste gedient benn er hat im Verhältnis per potenzierten grundschaft, der an mich gewandt. Da ich nicht darüber entscheiden kann, muß ich Riebe, zu ihr gestanden, und diese Austdirne soll auf einmal eine Ihnen zu meinem Bedauern das Wort verweigern. hochverräterische Person sein, die man an den Galgen schickt! Nein, p.): ihn vorgebracht hat, auf Wahrheit beruht entweder Peters ist, wenn das, was Herr Direktor Kayser gegen Wenn man sich gegen Vorwürfe verteidigt, die niemand erhoben und ich habe das hat, und darauf mit schweren Angriffen antwortet, so spricht man Vertrauen zur Reichsregierung, daß sie nicht mit unwahrheit hier gewöhnlich von Klopffechterei".( Sehr wahr! links.) Eine solche kommt entweder der Mann ist
Seit Fürst Chlodwig Hohenlohes Denkwürdigkeiten erschienen find, ist es der nationalliberalen Partei, die einst nicht ungern hörte, wenn vom Nationalliberalismus des dritten Kanzlers ge= sprochen wurde, höchst unbequem, wenn ihr dieser an die Rockschöße gehängt wird. Die Köln . 3tg." meint zwar in einer Spigen Notiz ihrer heutigen Morgen- Ausgabe, daß keine Partei sich zu schämen brauche, einen Mann, der im politischen Leben unseres Vaterlandes eine solche Rolle gespielt hat, wie der Fürst HohenLohe, zu den Ihrigen zu zählen"; hintennach ist sie aber um so eifriger bemüht, unter Aufwand aller möglichen Zitate den Beweis zu liefern, daß der unvor teilhafte Eindruck", den die Denkwürdigkeiten hervorgerufen haben, gegen den Nationalliberalismus nicht ausgeschlachtet werden könne, da die„ liberale Reichspartei", der einst der Fürst Hohenlohe angehört hätte, eine Mittelstellung zwischen freifonservativ und nationalliberal ein genommen hätte.
"
Wir müssen gestehen, daß wir ebenfalls der Ansicht sind, der Fürst Hohenlohe ist nie im eigentlichen Sinne des Wortes national liberal gewesen. Dazu war er, wie vieles man ihm auch vorwerfen kann, immerhin zu anständig, zu vertraut mit dem po= litischen Getriebe Deutschlands und nicht genügend rücgratlos. Ausland.
-
-
verrückt oder ein Scheufal,
Henkernatur,
Ich kann eine solche Ausnahme nicht machen. Sie haben sich
Abg. Dr. Ablaß( frs.
Klopffechterei war die Behauptung, wir hätten das ganze deutsche Beamtentum beleidigt. Das haben wir nie getan, wir haben eines von beiden." Darauf sprach der verstorbene Abgeordnete uns stets darauf beschränkt, einzelne Berfehlungen von Bes Dr. Lieber, der sich ebenfalls auf den Kolonialdirektor Dr. Kayser amten zu kritisieren. Der Herr Reichskanzler hat es für nötig berief, und er sagte, daß die von ihm angegebenen Tatsachen noch befunden, gegen Herrn Pöplau besonders scharf vorzugehen. Man hat weit schlimmer seien als die Bebelsche Darstellung:„ Wenn Dr. diesem Manne zum Teil schiveres Unrecht getan, wie ich als fein Peters ein junges Negermädchen, mit dem er ein intimes Liebes- Berteidiger auf Grund der Aften feststellen tann. Der Herr Neichsverhältnis unterhalten hat, in der Weise vom Leben zum Tod hat fanzler hat die Tatsachen zum Teil falsch dargestellt.( Hört! hört! Der Züricher Kantonsrat hat gestern und heute die Beratung so hat er ungefähr die schimpflichste Gemeinheit begangen, die man Reichskanzler gewandt bringen lassen, wie es beide Herren hier von ihm behauptet haben, links.) Schon am 15. Januar 1904 hat sich Böplau an den Herrn mit der Mitteilung, daß sich der des Ruhetagsgesetzes fortgesetzt und zunächst auf Antrag unseres Ge- überhaupt einem Manne nachreden kann. noffen Pfarrer Reichen- Winterthur den in der früheren Sigung ge- Beters nicht persönlich mit jenem unglüdlichen Mädchen in solchen Verfehlungen Aber auch wenn Dr. Gouverneur v. Buttkamer und Hauptmann Brandeis schwere hätten zuschulden fomen Taffen. Darstrichenen§ 2, der auch den öffentlichen Beamten die Ruhetage sichern Beziehungen gestanden hatte, so muß ich doch sagen: eine blut- uf erhielt er vom Staatssekretär, Freiherrn v. Richthofen will und die Lohnzahlung an solchen verbietet, wieder aufgenommen. junge Negerin, ein halbes Kind, das kaum erst einen Schatten von den Bescheid, daß ihm ausdrücklich verboten werde, die Schriftstücke Der§ 5 verbietet an den öffentlichen. Ruhetagen die Arbeit in den industriellen, gewerblichen und handwerksmäßigen Betrieben, Begriff von Spionage und Verrat haben konnte, auffnüpfen zu zur Kenntnisnahme irgend eines anderen zu bringen. Hierauf jede Beschäftigung oder Betätigung anderer Art, welche Lärm ver- laffen, weil sie sich des Ueberlaufs zu einer friedlichen oder wandte sich am 27. März 1904 Herr Pöplau an den Reichskanzler, urfacht oder andere im Genusse der Sonntagsruhe zu stören geeignet wenigstens noch nicht befeindeten Stammesgenossenschaft schuldig indem er ihm eine Reihe grauenhafter Berbrechen von Kolonialbeamten ist, und die Betätigung von Angestellten in öffentlichen und privaten gemacht, das zeugt doch von einer so entwidelten mitteilte. Er erhielt darauf Bureaus. Diese Bestimmungen veranlaßten eine lange lebhafte feine Antwort! Debatte, wurden aber schließlich mit 117 gegen 63 Stimmen an- daß ich auch von diesem Standpunkte aus den Dr. Peters für einen genommen und noch erweitert durch Ausdehnung auf die kauf- vollständig verlorenen Mann halten muß." Nun tommt Herr Am 21. November 1904 fuchte er eine Audienz beim Herrn Reichsmännischen Betriebe. Der§6 normiert die zulässigen Ausnahmen, die Peters und sagt, daß ich, um mein damaliges Verhalten zu recht- fangler nach, um mit ihm das Material durchzusprechen. Falls er für ununterbrochene Betriebe, Bäckereien, Metzgereien usw., für fertigen, mich auf Abgeordnete berufe, die verstorben seien, und wiederum feinen Bescheid erhalte, bitte er zu gestatten, daß er die Jahresabschlüsse und Inventuren, für Notfälle, außerordentliche An- heute ganz anders urteile! Ich konstatiere, daß Herr Dr. Lieber Vorstellung beim Herrn Reichskanzler durch einen Reichstagslässe usw. gelten. Für Gewerbe, welche dem täglichen Bedürfnis im Anfange dieses Jahrhunderts, im Jahre 1901, gestorben ist. abgeordneten oder durch die Preffe vorbringen könne. Nachdem er dienen, wird nach§ 7 die Sonntagsarbeit durch regierungsrätliche Herr Lenzmann ist erst in diesem Jahre gestorben. Das Urteil am 22. November Verordnung nach Anhörung der beteiligten Gewerbetreibenden, des Disziklinachofes ist im Jahre 1897 ergangen. Beiden Herren eine Reihe neuer Greueltaten Arbeiter oder Angestellten, aber immerhin im Sinne möglichster war also bekannt, was in der Untersuchung gespielt hat. Beide zur Kenntnis des Herrn Reichstanzlers gebracht hatte, erhielt er Einschräntung reguliert. Bezüglich der Ladengeschäfte wurde der haben niemals etwas von dieser Aeußerung zurückgenommen, beide folgenden Bescheid: gänzliche Schluß an den fünf Festtagen: Karfreitag, Dfter- und Pfingst haben in ihren scharfen Urteilen über Dr. Peters fich nicht auf fonntage, eidgenössischer Bettag und erster Weihnachtstag beschlossen. mich, sondern auf den Kolonialdirektor Dr. Kayser berufen. Der An den übrigen Sonn- und Festtagen dürfen sie von 10%, Uhr vor- Herr Dr. Peters hat es nur dem Umstande, daß das Deutsche mittags bis 12 Uhr mittags, an den öffentlichen Ruhetagen im Strafgesetzbuch damals für die Kolonien noch nicht existierte, zu Dezember mit Ausnahme des ersten Weihnachtsfeiertages von verdanten, daß er für den furchtbaren Mord zweier Neger nicht 10% Uhr vormittags bis abends 7 Uhr offen gehalten werden. Das zum mindesten zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist. Ihm Offenhalten der Schaufenster( bei geschlossenem Lokal) ist auch am ist der allerschwerste Amtsmißbrauch nachgewiesen, der denkbar ist: Sonntag gestattet. Bei der Behandlung dieser Paragraphen wurde daß er ohne Berechtigung Menschen hat hinrichten lassen, und dieser mitgeteilt, daß eine Enquete bei den 2900 städtischen Ladenbesizern Mann, dieser Mörder wird begnadigt,( Hört! hört! links) und das Zürichs betreffend den Schluß der Geschäfte am Sonntag die Zu- zu derselben Zeit, wo der Abgeordnete Erzberger seine Anklagen stimmung von 80 Broz. derselben ergeben hat! Für den völligen hier vorgebracht hat! Er wird nicht nur begnadigt, sondern erhält Ladenschluß fielen im Kantonsrat 79 Stimmen, während mit auch wieder den Titel eines Reichskommissars". 85 Stimmen das 1%, stündige Offenhalten beschlossen wurde. Das Wie hat der Reichskanzler zustimmen können, daß dieser Mann Offenhalten der Verkaufslokale für alltägliche Bedürfnisartikel an den Sonntagen wird bis 9 Uhr vormittags, von 10% bis 12 Uhr mittags und von 7 bis 8 Uhr abends gestattet, und während dieser Zeit ist auch das Austragen und Zuführen von Waren aus folchen Geschäften erlaubt.
Die Weiterberatung des Gesetzes wurde auf den 3. Dezember vertagt.
-O
England.
-
Der Reichskangler sieht sich nicht in der Lage, Ihnen die erbetene Audienz zu gewähren. Ihre an ihn gerichteten Vorstellungen über angebliche Rechtsverlegungen find zu seiner Kennt nis gelangt und in seinem Auftrage beantwortet worden; soweit eine Antwort bisher nicht erfolgt ist und nach Lage der Unistände erforderlich erscheint, wird Ihnen Bescheid noch zugehen. Der von Ihnen in Aussicht genommene Weg der Deffentlichkeit ist, sowohl aus Gründen der Beamtendisziplin wie des Amtsgeheimnisses un zufäffig."
-
Wundern muß man sich dabei darüber, daß der Reichskanzler Herrn Böplau teine Auskunft über die Frage gibt, ob er fein Material ihm durch einen Reichstagsabgeordneten vorlegen dürfe. Herr Böplau wandte sich darauf nochmals an den Reichskanzler trotz allem, was gegen ihn vorlag, zur Begnadigung empfohlen mit dem Hinweise darauf: wenn er auch nur ein unbedeutender wurde. Dieser Peters, gegen den schon aus der Emin Bascha- kleiner Beamter sei, so sei er doch gleichzeitig Reichsangehöriger Expedition Dinge vorlagen, die ihn unmöglich hätten machen müssen und habe als solcher neben Pflichten auch Rechte! Daraufhin erDie Herren Arnim, Arendt, von Kardorff und andere Abgeordnete hielt er keinen Bescheid und übergab nun zunächst sein Material den haben die Petition an den Herrn Reichskanzler unterschrieben, damit Abgg. Roeren und Müller- Sagan. Der letztere ging damit zum die Begnadigung ausgesprochen werde.( Buiruf bei den Sozial- Reichskanzler, und dieser gab die wahrhaft phthische Antwort eine demokraten.) Diese Herren begnügen sich aber nicht damit, ihren Untersuchung werde eingeleitet werden. Die Untersuchung ist in Freund Peters begnadigen zu lassen, auch der Mann, der Tat eingeleitet worden, und zwar gegen Herrn Pöplau. das gebietet ja die christliche Bruderliebe der als An-( Hört! hört! links.) So kam ich als Verteidiger Böplaus in Die parlamentarische Nachwahl in Huddersfield. tläger in amtlicher Eigenschaft gegen Peters aufgetreten ist, den Besitz des Materials. Es war mir klar, daß man die Absicht London , 29. November.( Eig. Ber.) Infolge der Ernennung der Geheime Legationsrat Hellwig, auch der mußte als Opfer fallen! hatte, des liberalen Barlamentsabgeordneten von Huddersfield zu einem Bei dem verstorbenen Staatssekretär von Richthofen wirkte man be die graufigen Zustände, von denen eben Herr Bebel sehr richtig geRegierungsposten wurde in jenem Wahlkreise eine Nachwahl not ständig ein; die fortgesetzten Anrempelungen des Herrn Arendt mit wendig, die gestern stattfand. Es tandidierten Sherwell( ein dem Fall Peters haben ihm das Leben schwer gemacht. Eines sprochen hat, bekannter Temperenzler und Sozialpolitiker) für die Liberalen, Tages ließ er den Herrn Hellwig, seinen Untergebenen, zu sich Genosse T. Russell Williams für die Arbeiterpartei, fommen und sagte zu ihm:" Hören Sie, ich habe Ihnen Fraser für die Konservativen. Es erhielten Stimmen: Sherwell doch zu erklären: Sie haben sich viele Feinde gemacht. 5762; Russel Williams 5422; Fraser 4844. Der erstere ist somit n dem Fall Peters find Sie zu scharf scharf vorgegangen! gewählt. Der Wahlkampf war ein heftiger, und der Sozia- Das verzeiht man Ihnen nicht.( Langandauernde Bewegung.) Wenn lismus war der Puntt, um den der Kampf tobte. Unser ich Ihnen einen guten Rat geben darf, so kommen Sie um Ihre Ich bitte, zu berücksichtigen, daß alles, was Böblau unter Beweis Kandidat, dem Keir Hardie in eifrigſter Weise zur Seite stand, Benfionierung ein! Wenn Sie das tun, dann bin ich bereit, Ihnen gestellt hat, in den wesentlichen Bunkten als richtig erwiesen worden sprach stets und überall als Sozialist. Die auf ihn entfallenen eine Aufsichtsratsstelle bei einer Gesellschaft in Kamerun zu verrüstung hat der Reichskanzler fich dagegen gewandt, daß er sich doch ist.( Sört! hört! links.) Mit welchem Aufwand sittlicher EntStimmen sind sozialistische Stimmen. Nichtsdestoweniger schaffen!"( Langanhaltende Bewegung.) ( Langanhaltende Bewegung.) Das ist Korruption im blieb er nur um wenige hundert Stimmen hinter dem liberalen höchsten Maße!( Stürmische Zustimmung links.) Herr Hellwig hat nicht mit einer Standidaten zurück, dem der Unterstaatssekretär Winsten dem Drängen nachgegeben und um seine Pensionierung nach Churchill in der Wahlagitation dadurch zu helfen glaubte, gesucht. Er ist am 1. März aus dem Reichsdienste ent- fobiel befaffen könne! So deutlich läßt man es nach außen erdaß er auf Deutschland hinwies, wo trok der Stärke der Sozial- lassen mit einer Pension von 10 000 Mart. Eines Tages fennen, daß die Justiz nicht überall gleiches Recht für alle gibt, demokratie die Reaktion herrsche. aber tommt er zu einem Mitgliede des Reichstages, fondern daß das Gewicht der Anklagen danach geprüft wird, ob sie nicht zu mir, auch nicht zu einem meiner Parteifreunde, sondern es war ein anderer Herr, und sagt zu ihm: Herr Abgeordneter! Ich bin gesund und start. Ich kann arbeiten und will arbeiten. Ich mußte aber infolge meines Berhaltens im Falle Peters gehen. Ich bin
-
( Schluß aus der 1. Beilage.) Abgeordneter Bebel( fortfahrend):
Der Zeuge Bezirksamtssekretär Jancke, der als Beisitzer im sogenannten„ Kriegsgericht" gegen den Mabruk und die Jagodjo fungierte, sagte unter anderem aus, die Auspeitschung der Weiber habe er zum Teil mit angesehen, auch Dr. Peters, der in der Beranda saß, habe die Auspeitschung sehen können. Die Jagodjo sei nach geschehener Auspeitschung in Ketten gelegt und
ein Opfer der Herren Arnim, Arendt und Kardorff geworden."( Stürmische Bewegung.) Dieſe Herren sind es, die ihre Stellung als Abgeordnete mißbraucht haben.( Langanhaltender Bei fall links.)
Reichstages vorwerfen, daß es seine Stellung als Abgeordneter Vizepräsident Graf Stolberg: Sie dürfen keinen Mitgliede des
mißbraucht habe.( Große Unruhe links.)
drückung hat sich damals die gesamte Solonialverwaltung beteiligt, zu unterdrücken.( Sehr wahr! links.) An dieser Unter und der Reichskanzler selber hat seinen Siegel draufgedrückt.( Hört! hört! links.) Es ist sehr richtig, was Herr Bebel eben gesagt hat: Die kleinen Diebe hängt man, die großen läßt man laufen.
Eingabe eines Subalternbeamten"
von einem fubalternen oder von einem höheren Beamten ausgeht. ( Sehr wahr! links.) Dagegen muß Sturm gelaufen werden. ( Lebhafte Zustimmung links.) Ginen Böplau zu beseitigen, ist freilich nicht schwer; aber Herrn Boblielsti zu beseitigen, ist schon schwieriger!( Sehr gut links.) Die zahlreichen Eingaben des Herrn Böplau sind von allen Beamten bis hinauf zum Reichskanzler nicht beachtet worden. Nachdem dann der Instanzenweg erschöpft war, war es Pflicht des Abgeordneten, an den sich Herr Böplau gewandt hatte, die Sache der Oeffentlichkeit zu übergeben. Gewissen mit der ihm auferlegten Amisverschwiegenheit beruhigt, Ein Beamter, der von grauenhaften Vorgängen erfährt und sein würde nach meiner Auffassung pflichtvergessen und ehrlos handeln. ( Sehr wahrl links.) Bei der Beratung der Frage der Amtsverschwiegenheit haben sich die Redner aller Parteien, auch der konservative Herr v. Zedlik, dahin geäußert, daß im Gegensatz zum absoluten Staate in einem Verfassungsstaat es durchaus nicht unbedingte Pflicht der Beamten sei, allen Anordnungen ihrer Vorgefekten zu folgen. Auch Fürst Bismarck erklärte damals:„ Ich schätze an dem ganzen Regime der neueren Zeit nichts so sehr als die absoluteste Oeffentlichkeit. Es soll tein Winkel des öffentlichen Flug der hohen Meinung, womit die beste Verwaltung und Bureaufratie sich so leicht täuscht, einige Minderung erfahre."( Hört! hört! links.) Ich stimme dem vollständig zu und freue mich, daß bei dem hohen Flug, den der Reichskanzler und die Kolonialverwaltung genommen, die Ikarusflügel so schnell zum Schmelzen gekommen find.( Sehr gut! links.) Man könnte nun einwenden, daß wir
Abg. Adolf Hoffmann ruft: Und wahr ist's doch! Abg. Bebel( fortfahrend): Ich nehme fein Wort zurüd. Bizepräsident Graf Stolberg schwingt fortwährend die Glocke. Abg. Bebel( fortfahrend): Rufen Sie mich zur Ordnung! Das schaffen alle Ordnungsrufe nicht aus der Welt, daß diese Herren Mißbrauch mit ihrer Stellung getrieben haben.( Große anhaltende Unruhe, stürmische Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Abg. Zubcil ruft: Da fizzen die Verbrecher! Vizepräsident Graf Stolberg: Jch rufe den Herrn, von dem der Lebens dunkel bleiben, und hätte es auch nur zur Folge, daß der Buruf ausging, zur Ordnung!
in zweitägigen Zwischenräumen von neuem ausgepeitscht worden. Bei dem Todesurteil der Jagodjo habe er, Jande, mitgewirkt und deshalb auch unterschrieben. In der Anklagerede des Geh. Legationsrats Hellwig hieß es weiter mit Bezug auf die Hinrichtung des Mabruf: Der Angeschuldigte Dr. Peters habe selbst bei seiner Vernehmung im August 1895 zugegeben, die feruellen Beziehungen des Mabruk zu den Weibern auf der europäischen Station feien bei dem Todesurteil erschwerend ins Gewicht gefallen. Damit habe sich der Angeschuldigte des Mißbrauchs der Amtsgewalt schuldig gemacht. Die Hinrichtung der Jagodjo war nicht berechtigt und durch nichts begründet. Wenn der Angefchuldigte fage, er habe diese Sinrichtung vollziehen müssen, um feine Autorität zu wahren, so widerspricht dieser Behauptung die Tatsache, daß daß er den Befehl gab, die Hinrichtung die furchtbare Tatsache der int Hofe der Station vor Tagesanbruch zu vollziehen,
Abg. Zubeil: ruft: Ich war es! Vizepräsident Graf Stolberg: Dann rufe ich Sie zur Ordming! Abg. Bebel( fortfahrend): Alle Ordnungsrufe der Welt können Korruption