Bierter Wahlkreis.
Niederbarnim.
erfehnte Bläßchen an der Regierungssonne Befchieden werden möge. Die Generalversammlung des vierten Berliner Reichstags- Die Gegensäge zwischen den Freisinnigen und Jm Saale des Prälaten" in Weißensee hatten sich Mits wahlkreises, die nach Kellers Riesensaal einberufen war, nahm Konservativen feien mit einemmal vollständig glieder der Wahlvereine aus allen größeren Orten des auseinen imposanten Verlauf. Hunderte und Aberhunderte der Ge- berwischt. Daher könne es uns Sozialdemokraten voll gedehnten Kreises eingefunden. Frohe zuversichtliche Stimmung, noffen mußten, nachdem der Saal gefüllt, wieder unverrichteter ständig gleichgültig sein, ob hier im Kreise einer oder zwei die des Sieges unserer Sache sicher ist, war auf allen Gesichtern Sache nach Hause gehen. Stopf an opf standen die bürgerliche Kandidaten aufgestellt werden. Der eine sei des zu lesen und klang als Grundton aus den Unterhaltungen, welche Tausende, und immer neue Scharen strömten heran. anderen würdig. Für die Sozialdemokratie sei die die Gruppen der Versammelten vor Beginn der Versammlung Alle Tische mußten entfernt werden, obgleich die Marschroute flar vorgezeichnet: Kampf im im Vertrauen führten.
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Galerie freigegeben worden war. Und welche Stimmung herrschte auf die eigene raft. Zur Frage der Kolonialpolitik Der Kreisvorsitzende Genosse Freiwaldt Bankow eröffnete in den Massen. Diese sturmerprobten, begeisterten Proletarier übergehend, präzisierte Redner sodann kurz den prinzipiellen Stand die Versammlung und erteilte dem bisherigen Abgeordneten des können die Zeit des Kampfes kaum erwarten. Wer sich diese Massen punkt unserer Partei und wandte sich darauf eingehend Kreises, Genossen Stadthagen , das Wort. Der Redner be und die Ursache dieser Versammlung vor Augen führt, der wird den Bestialitäten und Greueltaten zu, die von den beamteten gann mit dem Hinweis auf die Auflösung des Reichstages. Der die Wahrheit des Orenstiernaschen Wortes, daß es wunderbar sei, und unbeamteten„ Kolonisatoren" Deutschlands an den um Reichstag ist aufgelöst, damit das Volk zu Gericht size über die mit wie wenig Weisheit die Welt regiert werde, begreifen. glücklichen Eingeborenen verübt worden sind. Gewaltigen Ein- Politik der Regierung. Zwar ist das nicht als Auflösungsgrund Hätte sich die Regierung die Stimmung in den sozialistischen druck machte es auf die Anwesenden, als der Redner die angegeben, aber wir werden dafür sorgen, daß der Weg der Wahl Arbeiterkreisen und die Genugtuung, mit der diese die Auflösung vollständige Gefühllosigkeit und die sittliche Verrohung der ein Tag des Volksgerichts wird. Nunmehr besprach der Redner des Reichstages begrüßte, vorhergesagt, so würde sie wohl begriffen Abgeordneten der Rechten und der Tribünenbesucher aus den die unmittelbaren Ursachen der Reichstagsauflösung und im Anhaben, wie sehr sie dem bekannten Schweineglück der Sozial- Kreisen der oberen Zehntausend schilderte, wie sie sich in schluß daran kennzeichnete er die deutsche Kolonialpolitik und die demokratie Vorschub geleistet hat. Wenn es wahr ist, daß die Be- zynischem Lachen und wüsten Zwischenrufen offenbarte, als jene schamlose Kolonialforrruption, die in letzter Zeit vor der Deffentgeisterung notwendig ist, um große Dinge zu vollbringen, so dürfen Scheußlichkeiten im Reichstage zur Sprache gebracht wurden. Die lichkeit an den Pranger gestellt worden ist. Unter Darlegung wir bei dieser Wahlbewegung auf eine ganz außerordentliche stürmischen Pfuirufe aus der Versammlung bewiesen zur Genüge, der bekannten Einzelheiten zeigte der Referent, daß das Zentrum Niederlage der bürgerlichen Parteien rechnen. Denn wie die Genossen über das Benehmen jener Herrschaften urteilen, bei der Abstimmung über die Nachtragsforderung für Südwestdie Begeisterung der Kopf an Kopf eingeteilt in drangboll fürchter- die dem Wolfe weis machen wollen, daß sie die Hüter der„ Ehre" afrika nur Komödie gespielt hat, denn es waren so viele Zentrums= licher Enge" gedrängten Masse läßt darauf schließen, daß dieser Deutschlands seien. Nach weiterer Grörterung der ganzen deutschen mitglieder abfommandiert, daß trob der zum Schein markierten echte Schwabenstreich nicht nur der Regierung, sondern auch den Welt- wie auch Steuerpolitik der Reichsregierung schloß der Redner Opposition des Zentrums auf Annahme der Regierungsforderung bürgerlichen Parteien noch manche qualvolle Stunde bereiten wird. mit dem flammenden Appell an die Genossen, jetzt mit gewohnter gerechnet wurde. Aber es tam anders, die Rechnung erwies sich Selbst das stattliche Polizeiaufgebot, zirka 50 Mann, die aber nach Energie in die Wahlagitation einzutreten. Jeder müsse seine Ehre als nicht richtig und der Reichstag wurde aufgelöst. Angeblich soll zirfa einer Stunde nach Anfang der Versammlung zurückgezogen darin suchen, gegenwärtig ein Agitator für die Sache des Volkes zu Deutschlands nationale Ehre auf dem Spiele stehen, wenn der wurden, vermochte nicht die kampfesfreudige Stimmung zu be- fein. Die kurze Spanne Zeit bis zum Wahltage müsse in einer Krieg gegen die wenigen Eingeborenen, die noch im Felde stehen, einträchtigen, sondern konnte höchstens die Stimmung erhöhen. Weise ausgenußt werden, daß dieser Wahlkampf mit einem glänzen nicht mit der großen Truppenmacht, welche die militärischen SachLange vor Eröffnung der Versammlung wurde der Saal polizei- den Siege der Sozialdemokratie und mit einer vernichtenden Nieder- verständigen fordern, weitergeführt wird. Im Interesse der lage der bürgerlichen Parteien sowie der Regierung endet. lich geschlossen. nationalen Ehre soll die Kolonialpolitik fortgeführt werden. Wir Der bisherige Reichstagsabgeordnete des Kreises, Genosse und nicht anders wird die Ehre Deutschlands am müssen es als eine Schmach und Schande erklären, daß die Paul Singer , hielt den einleitenden Vortrag. Mit brausendem, besten gewahrt. Am 25. Januar muß es heißen: Berlin gehört Kolonialpolitik mit all den Gräueln und Schandtaten, die zum nicht enden wollendem Jubel und Hochrufen wurde Genosse der Sozialdemokratie.( Stürmischer Beifall.) Himmel stinken, weitergeführt, daß die Macht und die Gewalt des Singer von der Versammlung begrüßt. Mit kräftigen, eindrucksEine Diskussion wurde nicht beliebt. vollen Worten beleuchtete der Redner die durch die Auflösung des Funktionäre des Kreises, den bisherigen Abgeordneten Genossen sind. Mögen die herrschenden Klassen diese verwerfliche Politik Genosse Wels empfahl hierauf im Namen der gesamten die, welche in letter Zeit nur zum kleinen Teil bekannt geworden Staates dazu mißbraucht wird, um Bestialitäten zu verüben, wie Reichstages hervorgerufene politische Situation. Helles Gelächter entfesselte die Konstatierung der Tatsache, daß fünften Berliner Reichstagswahlkreis aufzuber Allgemeinheit gegen die Kolonialpolitik aufzutreten. Doch Robert Schmidt wieder als Kandidaten für den schüßen und stützen, wir halten es für unsere Pflicht, im Interesse das starke Deutsche Reich zur Niederwerfung der 300 Hottentotten te II en.( Beifall.) nicht weniger als 8000 Mann im Felde bedarf. Es habe den Anschein, als befürchte die Regierung eine Invasion der Hottentotten mit allen gegen zwei Stimmen die Kandidatur übertragen. Mit mit ihren Bestialitäten und ihrer Korruption entsprungen ist. Ohne Debatte wurde darauf dem Genossen Robert Schmidt uns, sondern gegen das ganze System, aus dem die Kolonialpolitik nicht nur gegen die volksschädigende Kolonialpolitik wenden wir in Deutschland . Eine Kolonisation mit solchen Greueltaten, wie kurzen Dantesworten für das ihm bewiesene Vertrauen ermahnte Unsere Losung ist: Fort mit diesem System, unter dessen Herr= sie vorgekommen sind, ist eines Kulturvoltes unwürdig. Wir der Kandidat nochmals die Anwesenden, sich ihrer Verantwortung schaft die große Masse des Volkes zugunsten der Besitzenden auswürden besser tun, unsere Sandwüsten zu verschenken, vorausgesetzt, der Partei gegenüber bewußt zu sein und das ihrige zu tun, um den gebeutet wird. Fort mit dem System, das uns einen Zolltarif daß sie uns jemand abnimmt, was nicht zu erwarten ist. Genosse Sieg im Kreise auch diesmal an die Fahne der Sozialdemokratie gebracht hat, welcher das Volk zum Hunger verurteilt, damit sich Singer zählt die gesamten Sünden des aufgelösten Reichstages Genosse Liepmann schloß sich diesen Ausführungen eine kleine Zahl aus den herrschenden Klassen die Taschen füllen und der bürgerlichen Parteien, von denen die Fleischnot nicht die zu heften. fleinste iſt, auf. Auch mit dem Freiſinn geht er ins Gericht. Mit an und erinnerte die Genossen noch eindringlich an die Pflicht, auch kann. Die Sozialpolitik, so wenig sie den Arbeitern erst gebracht dem Antigewerkschaftsgesez brauche man sich nicht zu befassen, da zu der notwendigen agitatorischen Kleinarbeit zur Verfügung zu Arbeiter wird durch Polizei und Gerichte derart beeinträchtigt, daß für die nötige Wahlmunition zu sorgen und sich Mann für Mann hat, ist völlig zum Stillstand gekommen. Das Koalitionsrecht der durch die Auflösung des Reichstages das Gesez in die Versenkung stellen. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen wurde darauf die den Gewerkschaften die Bewegungsfreiheit fast unmöglich gemacht verschwunden ist, sollte aber je ein Minister mit diesem Gefeß an- Versammlung mit einem begeisternden Hoch auf die Partei ge- wird. Die Vorgänge in Nürnberg und Breslau sind einzelne Beikommen, so würde er von Partei und Gewerkschaften so empfangen schlossen. werden, daß er das Wiederkommen bergessen dürfte. Die Klassenspiele dafür. Auch in unserem Wahlkreise ist Genosse Herrmann justiz ist der beste Beweis dafür, daß wir unter einem Ausnahmehinterrücks durch die Kugel eines Gendarmen getötet worden und recht stehen. Die Wahl muß eine Generalabrechnung mit den die Justiz hat diese Tat noch nicht gefühnt. Auch hier sehen wir bürgerlichen Parteien werden. Wir müssen aber ständig das Evangelium des Sozialismus predigen und eine Vertiefung der ge- treises gestern abend nach den Germania - Sälen in der reiche Beispiele zur Kennzeichnung des herrschenden Systems an In hellen Haufen strömten die Genoffen des sechsten Wahl- einen Ausfluß des herrschenden Systems, gegen das wir am Wahltage unser Urteil abzugeben haben. Der Redner führte noch zahlsamten Bewegung in Presse und wissenschaftlicher Erkenntnis her- Chausseestraße. Stampfesfreude auf allen Gesichtern! Man winkte und übte eine vernichtende Kritik an demselben. Keine Zeit ist beiführen. Es kann aber kommen, daß aus dem Kampf um die sich verständnisinnig zu, man drückte sich die Hände, man fühlte so geeignet wie die Wahlzeit, um Protest zu erheben gegen BlutWahl ein Kampf um das Wahlrecht wird. Wenn aber die sich einig in dem Gedanken, daß der sechste Berliner Reichstags- justiz, Polizeigewalt, Kolonialschmach und Ausbeutung auf allen herrschenden Klassen Staatsstreichgelüfte haben, so möge ihnen ge- ipahitreis seinem alten guten Rufe neue Ehre machen muß und als Gebieten. Keine Zeit ist auch besser geeignet, für die Grundsäße jagt sein, daß sie in der Arbeiterklasse den ehernen Fels finden, uneinnehmbare Hochburg der Partei sich wiederum er- der Sozialdemokratie Propaganda zu machen und Aufklärung in an dem alle diese Gelüfte zerschellen werden, daß wir nicht ein weisen wird. Die Gegner wagen hier auf keinen Sieg zu hoffen, die Massen zu tragen. Wenn in diesem Sinne jeder seine SchulTippelchen unserer Rechte aufzugeben gewillt find. Was den digkeit tut, dann werden wir mit einer Stimmenzahl von über Fürsten ihr Thron, das ist der Arbeiterklasse das Wahlrecht. Berlin 4 Millionen aus der Wahl hervorgehen, und so werden wir dem muß aber am 25. Januar ausnahmslos der Sozialdemokratie geSiege der Sozialdemokratie entgegengehen. Fort mit dem herrhören. Auch die jüngeren Genossen, die noch nicht Wähler sein schenden System, auf zum Siege der Sozialdemokratie. fönnen, müssen mindestens Wühler" sein. Nicht nur die Majorität der abgegebenen Stimmen müssen wir in Berlin erobern, sondern eine übermächtige Majorität der Wahlberechtigten über haupt. Die Genossen müssen dafür sorgen, daß die rote Fahne von den Palästen und Kirchen herabwehe.
Braufender Beifall lohnt den Redner.
Sechster Wahlkreis.
das weiß man wohl, aber man konnte es überall hören, daß die Genofsen fest entschlossen sind, den Gegnern auch nicht den Triumph zu gönnen, mit einer Stimmenzahl aufzumarschieren, die ber schwinden müßte gegenüber den Massen, welche die Partei im sechsten Kreise aufbieten kann. Jeder Genosse ist bereit mitzuwirken, jeder freut sich, seine Kraft einsehen zu können, um diesen unerwarteten Waffengang mit Ehren für die Partei zu bestehen. Jeder weiß den großen moralischen Wert einer wuchtigen Stimmenzahl ganz abgesehen vom Siege zu schäßen, und daß nossen selbstverständlich. der„ Sechste" in der ersten Reihe marschieren muß, ist für die Ge
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vollen Vortrag entgegen. Eine kurze Diskussion im Sinne des Mit stürmischem Beifall nahm die Versammlung den wirkungsReferenten folgte dem Vortrage.
Namens der am vergangenen Sonntag abgehaltenen Kreiskonferenz schlug Freiwaldt vor, dem Genossen Stadthagen auch diesmal wieder die Kandidatur zu übertragen. Einstimmig und unter lebhaftem Beifall erklärte sich die Versammlung mit dem Vorschlage einverstanden.
Welcher Ernst und welche Entschlossenheit alle beseelt, das ließ die imponierende Versammlung in den Germania - Sälen deutlich erkennen. Schon um 7 Uhr füllte sich der Saal und eine halbe zur regen Beteiligung an den Wahlarbeiten an die Anwesenden. Genosse Freiwaldt wandte sich nun mit der Aufforderung Stunde später war fein Sipplab mehr zu haben. Die Polizei war Stadthagen dankte für das Vertrauen, das ihm durch die natürlich auch zahlreich vertreten, denn man weiß, daß die Massen Uebertragung der Kandidatur wieder bewiesen wurde und beranmarschieren, wenn die sozialdemokratische Partei ruft. Es sicherte, er werde die Arbeit auf sich nehmen nicht als eine Ehre dauerte nicht lange, und alle Tische mußten aus dem für seine Person, sondern im Interesse der Partei, die hoffentlich sa ale entfernt werden. Aber immer neue Scharen drängten den Kreis mit einer erheblich gesteigerten Stimmenzahl behaupten nach. Man mußte die Stühle fortschaffen und Kopf an Kopf stand die dicht gedrängte Menge. Schon vor acht Uhr wurde der Gaal abgesperrt.
werde.
In der Diskussion meldet sich niemand zum Wort. Genosse Singer wird sodann aus der Mitte der Versammlung heraus einstimmig zum Kandidaten vorgeschlagen. Unter brausendem Jubel der Versammlung nimmt Genosse Singer die Kandidatur wieder an. In martigen, wirkungsvollen Worten dankt der Redner für das Vertrauen seiner Wähler. Er bittet aber gleich zeitig um Urlaub, da er im Interesse der Partei im Lande seine Pflicht zu erfüllen habe und der IV. Berliner Kreis so gestellt sei, den Kandidaten entbehren zu können. Pflicht der Kandidaten sei es, treu zu seinen Wählern zu stehen und ihre Interessen zu vertreten; aber es sei auch Pflicht der Genossen, dafür zu sorgen, daß wir nicht nur den Wahlkreis erobern, sondern mindensts 85 Tausend Stimmen auf den Kandidaten bereinigen. Freilich, mehr dürften Als Genosse Ledebour aufs Podium stieg, wurde er mit es auch sein. Zum Schluß bringt Redner noch ein Hoch auf die lautem Beifall begrüßt. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgte die bölferbefreiende Internationale Sozialdemokratie aus, das in der Versammlung den Worten des Redners. Ein Beifallssturm brach Theodor Siebert . 344 Seiten mit 76 Abbildungen. Eleg. fart. 3 M., gcDer Kraftsport. 2. Auflage des Katechismus der Atheletik von Versammlung ein vieltausendstimmiges Echo weckte und dem sich los, als der Referent von dem ausgesperrten Reichstag bunden 4 M. Verlag von Artur Kade in Leipzig . ein dreifaches Hoch auf Singer anschloß. Auf Antrag des Genoffen sprach und hoffte, daß sich die Kreise, die die Aussperrung" bor- Monatshefte für graphisches Kunstgewerbe. Herausgeber Pankow wird sodann der Vorstand als Wahlkomitee gewählt genommen haben, vor ihrer Dummheit entfehen werden, wenn das A. Knab und C. Matthies. Berlag von Karl Flemming A.-G., Glogauund der Vorsitzende, Genosse Paul Hoffmann , fordert die Resultat vom 25. Januar bekannt gegeben wird. Er erinnerte an Berlin , Heft 2. Genossen auf, schon am Sonntag bei der Flugblattverbreitung die Agrarpolitik des Reichstages, die nichts erwarten läßt zur Abihren unermüdlichen Eifer durch zahlreiches Erscheinen zu be- hülfe der Lebensmittelberteuerung, der Fleischnot. weisen.
Fünfter Wahlkreis.
Eingegangene Druckfchriften.
Das gibt ein großes Agitationsmittel und nicht minder wertvoll Letzte Nachrichten und Depeschen.
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zur Aufklärung wird der Gesetzentwurf zur Rechtlos machung der Gewerkschaften sein. Es muß jedem in Die Stichwahlen in Württemberg . Die Generalversammlung für den fünften reis fand in die Ohren geschrien werden, wie boltsfeindlich dieser Reichs= Stuttgart , 18. Dezember. ( Privatdepesche des„ Vorwärts".) den Musikersälen" in der Kaiser Wilhelmstraße statt. Sie war tag gehandelt hat! Der Bureaukratensippe, die bei uns am Nuder ungewöhnlich stark befucht; jedes Plätzchen des geräumigen Lotals ist, muß gezeigt werden, was das Volt will! Das dritte große Bei 27 Nachwahlen eroberten die Sozialdemokratie 6, die war besetzt, so daß teilweise die Tische und Stühle ent- Agitationsmittel, was uns in die sand gegeben ist, besteht in der Volkspartei 12, die Nationalliberalen 3, der Bauernbund 4 fernt werden mußten. Auf allen Gefichtern lag freudige Solonialpolitik und den großen Skandalen, die sie mit sich und das Zentrum 2 Mandate. Die zukünftige Fraktionsstärke Spannung. Ueberall waren die Genoffen vor Beginn der brachte! Als der Redner die Kolonialpolitik und ihre Schrecken unserer Partei beträgt bis jetzt 11 Abgeordnete. Versammlung in lebhaftester Unterhaltung begriffen, die sich für die armen Eingeborenen näher beleuchtete, brach verschiedene natürlich ausschließlich um die Reichstagsauflösung und den gegen Male ein Entrüstungssturm unter den Versammelten aus. Daß wärtigen Wahlkampf drehte.„ Eine bessere Wahlparole hätte uns die Genossen bereit sind, das Agitationsmaterial, von dem hier die Regierung gar nicht geben können, wie den Kolonialrummel," Ledebour sprach, auch mit vollem Eifer zur Anwendung zu Greifswald , 18. Dezember. ( W. T. B.) Der wegen vierfachen so hörte man vielfach die Genossen zu einander sagen. Jeder war bringen, war ersichtlich aus dem Interesse und Verständnis, welches Mordes und Mordversuches in einem Falle angeklagte Tischler überzeugt, daß dieser Wahlkampf nur zugunsten unserer Partei aus die Versammelten für die Ausführungen des Redners zeigten. Ob Ludwig Teßnow ist heute vom Schwurgericht zweimal zum Tode und fallen könne, denn Kampf sei das Lebenselement der Partei, und im gleich sich im Laufe des Abends im Saale eine fast unerträgliche zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Kampfe feien wir groß geworden. Freilich ermahnten auch andere Temperatur entwickelte, wich und wankte die Menge nicht. Unter wieder, der Siegeszuversicht von vornherein nicht schon gar zu viel donnerndem Beifall schloß Ledebour seine Rede. Raum zu geben, denn die höchste Befriedigung empfinde man erst nach dem erkämpften Siege.
Genosse Freythaler machte bekannt, daß die Kreiskonferenz den Genossen Ledebour als Kandidaten für den sechsten Ber liner Wahlkreis empfiehlt.
Zum Tode verurteilt.
Die Polizei will alles, alles wissen! Wiesbaden , 18. Dezember. ( B. H. ) Von einem neuen Polizeistückchen weiß das hiesige Tageblatt" zu berichten: Auf dem Bahnhof wurde eine hier wohnende Dame, welche öfters in Maing zu tun hatte, von einem im Bahnhof postierten Schußmann mit der in der auffälligsten Form vorgebrachten Frage belästigt, was sie denn immer in Mainz zu tun habe. Von anwesenden Bedienten wurde die förmlich zur Dirne gestempelte Dame auf das Polizeibureau verwiesen.
Solidarität.
Genosse Robert Schmidt, der bisherige Reichstagsabgeordnete des Kreises, nahm sodann nach Eröffnung der Ver- Einstimmig erklärt sich die Versammlung für diesen Vorschlag. sammlung das Wort. Eine größere Weihnachtsfreude, so leitete der Genosse Freythaler ermahnt noch mit ernsten Worten alle Redner seine Ausführungen ein, hätte uns die Regierung gar nicht Genossen zur tüchtigen Mitarbeit. bereiten fönnen, als durch diese Reichstagsauflösung. Wenn je eine Ledebour dankte für das Vertrauen, welches ihm die GeBartei Ursache habe, Befriedigung über diesen überraschenden Regie- noffen schenten und erklärt, daß er es rechtfertigen werde und hoffe, rungsaft zu äußern, so sei es die sozialdemokratische. Deshalb werde seinen Gegnern noch recht unbequem zu werden. Er machte in seinem die Sozialdemokratie auch nicht umhin fönnen, ihren Dank der Regierung Schlußwort darauf aufmerksam, daß der sechste Wahlkreis im Verdadurch auszudrücken, daß sie wieder verstärkt in den neuen Reichs- hältnis zu der Zahl der wahlberechtigten Arbeiter im Kreise noch tag einzieht. Denn daß unsere Partei die Zahl der Abgeordneten eine weit größere Stimmenzahl für die Sozialdemokratie mandate um verschiedene vermehren werde, sei so gut wie sicher. In aufbringen müßte. Falls die schwarzen Pläne der Reaktionäre scharfer Kritik würdigte der Redner hierauf die bekannten Ursachen zur Wirklichkeit werden und eine Wahlrechtsverschlechte der Reichstagsauflösung und ging dann auf die verschiedenen Partei- rung eintreten sollte, so müßte die Partei noch stärker gerüstet konstellationen in dem gegenwärtigen Wahlkampf ein. Hierbei sein, um der Regierung die Antwort geben zu können, die sie vergeißelte er mit beißender Satire das durch und durch würdelose biene. Verhalten des Freisinns. Dieser greisenhafte Freifinn, der sich ja Genosse Freythaler schließt die Versammlung mit dem auch wieder mit der stillen Hoffnung trage, den fünften Berliner Wunsche, daß der sechste Wahlkreis vor allen anderen zeigen möge, Gudart ist ein Dampfer einer russischen Gesellschaft in Noworoffist Reichstagswahlkreis möglicherweise noch einmal zurüdzuerobern, wie unsere Bewegung unaufhaltsam und alles mit sich fortreißend in Brand geraten und gestrandet. Militär ist zur Hülfe abgesandt. wittere jezt Morgenluft. Er fühle sich plötzlich regierungsreif und anschwillt.
Wien , 18. Dezember. ( B. H. ) Der Verband der österreichischen Eisenbahnbediensteten beschloß heute, falls die Postbediensteten in die passive Resistenz eintreten sollten, diese im Kampfe um Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage zu unterstüßen.
Brennender Dampfer.
frieche jetzt auf Vorder- und Hintertreppen der verschiedenen Staats- Mit Hochrufen auf den Kandidaten Ledebour gingen die Ver- Die Passagiere sind gerettet.
männer umber, in der Erwartung, daß ihm nun endlich das lang sammelten auseinander.