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Nr. 1. 24. Jahrgang.

4. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt

Dienstag, 1. Jaunar 1907.

Die Wählerlisten liegen nur noch bis 4. Januar aus!

Benutzt die kurze Zeit zur Einsichtnahme!

Der Wahlkampf in Groß- Berlin.

Am heutigen Neujahrstage

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I

Sichert Euch Ener Wahlrecht!

Wir

fassung ist nunmehr der Krieg in Südwestafrika beendet. Für die Grenzen desselben hinaus, wo er Freunde und Angehörige hat, daß Beurteilung des Verhaltens der Regierung gibt es zwei Möglich er auch diese für die Sozialdemokratie zu gewinnen sucht. Unser fciten. Entweder sie hat am 13. Dezember von der bevorstehenden Kampf richtet sich gegen die Lebensmittelverteuerung, gegen Fleisch­Kapitulation der Bondelzwarts nichts gewußt, dann hat sie damit wucher, gegen Klassenjustiz, gegen Weltmachtskibelpolitik. liegen die Wählerlisten in Berlin in der Zeit von mittags und trotzdem den Reichstag glauben gemacht, der Hottentottenfrieg des Kapitalismus. -( Stürmischer Beifall.) ihre Unfähigkeit bewiesen; oder sie hat das Ereignis vorausgesehen kämpfen für die Befreiung vom Joche der Junker, der Pfaffen und 12 Uhr bis nachmittags 5Uhr in den in unserer Sonntagsnummer tönne noch jahrelang dauern, dann hat die Regierung den Reichstag Mit Begeisterung stimmte die imposante Versammlung in das näher bezeichneten Räumlichkeiten aus. Auch in den zu den und das deutsche Volt beschwindelt.( Lebhafter Beifall.) Ich- Hoch auf die Sozialdemokratie ein, womit der Vorsitzende Genosse Kreisen Nieder- Barnim und Teltow Beeskow sagte der Redner glaube, daß die Regierung unfähig ist. Unter Oppel die Versammlung schloß. gehörigen Ortschaften mit wenigen Ausnahmen sind diesen Umständen müßfe die Firma Bülow, Dernburg u. Co. die Listen heute einzusehen. Diese Einsichtnahme in die liquidieren.( Großer Beifall.) Genosse Ledebour legte nun dar, Wählerliste ist um so notwendiger, als uns tagtäglich zahl- daß unsere Partei sich von Anfang an dem südafrikanischen Aben teuer gegenüber ablehnend verhalten hat, daß auch die Frei­reiche Zuſchriften zugehen, aus denen die Mangelhaftigkeit der sinnigen bis vor kurzem diesen Standpunkt teilten, jest aber eine Wählerlisten ersichtlich ist, wir heben zur Charakteriſtik nur Schwenkung ins Regierungslager gemacht haben. Jetzt winseln einige Zuſchriften hervor. Genosse St. wohnt sechs Jahre die Freisinnigen die Regierung an, daß sie ihnen eine Wahlparole im 36. Stadtbezirk, steht aber nicht in der Liste. Genosse L. gebe. Dieses jammervolle Verhalten des Freisinns ist ein untrüg­schreibt: Habe heute die Liste nachgesehen für meinen licher Beweis für die Schwäche des liberalen Bürgertums. Wenn Kollegen und für mich. Mein Kollege ist als Schmied ein- mir ein starkes, selbstbewußtes Bürgertum hätten, es müßte sich an getragen, ist aber Schlosser; mein Name ist ganz ver- die Seite des Proletariats stellen, um gemeinsam mit demselben für die Freiheit und für demokratische Einrichtungen zu kämpfen ftümmelt." und gegen die Regierung und das ganze herrschende System einen Kampf bis zur Vernichtung desselben führen.( Lebhafter Beifall.) Wir schaffen uns unsere Wahlparole selbst. Unser Stampf gilt zunächst natürlich den im Vordergrund stehenden Augenblicsfragen. Aber es fällt uns gar nicht ein, unsere weiteren Ziele zu ber­schleiern. Der Redner ging nun des näheren auf unsere grund­fäßlichen Forderungen ein. In dem Kampfe um die Verwirk­lichung unserer Ziele haven wir alle bürgerlichen Parteien gegen Bibelwort: unsere Hand ist gegen jedermann und jedermanns uns, eine Situation, die treffend gekennzeichnet wird durch das Sand ist gegen uns!" Die Demokratisierung des Staatswesens ist unser nächtes Ziel. Des Volkes Wille soll das höchste Gesetz sein. ( Großer Beifall.) Ledebour schloß mit der an die Wähler gerich­teten Aufforderung, in diesem Wahlkreise des Schlosses und der Börse gegen Schloß und Börse, für den Kandidaten der Sozial­demokratie, den Genossen Arons, zu stimmen.( Stürmischer Beifall.)

Wir möchten unsere Genossen besonders darauf hinweisen, genau darauf zu achten, ob der Name und Beruf auch richtig eingetragen ist. Auch derjenige kann um sein Wahl recht kommen, dessen Name und Beruf nicht genau stimmt. Man wolle in solchen Fällen Anträge auf Berichtigungen stellen. Daß die Listen mangelhaft sind, geht auch aus dem Erlaß des Ministers des Innern hervor, in dem zum Ausdruck ge­bracht wird, daß die Beamten von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen sollten und in welchem es heißt:

" Zu dem Zwede werden sie sich zunächst darüber zu ver­gewissern haben, daß sie in die Wählerlisten eingetragen sind. Die Frist für deren Herstellung hat im Hinblick auf den frühen Wahl­termin diesmal besonders furz bemessen werden müssen. Deshalb ist nicht ausgeschlossen, daß die Listen Unvollständigkeiten aufweisen, deren Beseitigung, wirksam für die bevorstehende Wahl, nur durch rechtzeitige Einsprüche während der vom 28. Dezember cr. bis zum 4. Januar t. J.( einschließlich) dauernden Auslegung der Listen herbeigeführt werden kann."

Ausdrücklich sei für die Berliner Wähler bemerkt, daß im Wahlbureau, Poststr. 16, keine Listen ausliegen und deshalb dort teine Einsichtnahme erfolgen fann. Man wende sich an die für die einzelnen Stadtbezirke dafür bestimmten Stellen.

Unsere Gegner

find mit der Kandidatenfrage noch nicht ganz im Reinen. Im ersten Wahlkreise ist außer dem Stadtrat a. D. Herrn Kampf der Bodenreformer Damaschte aufgestellt, der sich auch des Wohlwollens der Chriftlichsozialen erfreut. In einer am Freitag stattgefundenen Versammlung des Chriftlichsozialen Vereins wurde die Kandidatur Damaschte mit allen gegen eine Stimme angenommen und die Ver­pflichtung übernommen, für denselben zu arbeiten.

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M

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Ein verkappter Sozialdemokrat" als Freisinnskandidat. Jm Reichstagswahlkreis Berlin III waren am Sonntag die liberalen Wähler bersammelt, um zu beschließen über die Aufstellung eines Kandidaten, mit dem sie diesen Streis zurückerobern könnten. Die Führer des Liberalismus in Berlin III geben sich nämlich der zuversichtlichen Hoffnung hin, daß es ihnen gelingen werde, der Sozialdemokratie den Kreis tat­sächlich wieder abzunehmen. Zweifel sind nur darüber entstanden, wer der geeignetste Mann sei, auch die tonservativ- anti­je nitischen Wähler dem Freifinn zuzuführen. Denn das haben selbst die hoffnungsseligsten Optimisten im Freisinnslager begriffen, daß sie sich in Berlin III noch weniger als anderwärts den Lurus leisten können, auf die Handlangerdienste der sonst von ihnen als reaktionär" bezeichneten Wählergruppe zu verzichten. Der Vorstand des Wahlvereins der freisinnigen Volkspartei hatte fich dafür entschieden, den Stadtverordneten Rosenow als Kandi­daten vorzuschlagen, aber in der liberalen Wählerschaft hatte das nicht überall den erwarteten Beifall gefunden. Um nun in der be zu kriegen, wurden seine Getreuen zusammengetrommelt durch eine schließenden Wählerversammlung eine Mehrheit für Herrn Rosenow in liberalen Blättern veröffentlichte Notiz, die von ihm rühmte, daß er wieder, wie bei der Stadtverordneten - und Landtagswahl, die Aufgabe übernimmt, die Sozialdemokratie zu bekämpfen".

Warum dieser Hinweis auf Herrn Rosenowe Eifer im Kampf gegen die Sozialdemokratie nötig gewesen war, das wurde dem Un­eingeweihten erst in der Versammlung klar. Verschiedene Redner, hinter denen ein nicht geringer Teil der Versammelten stand, In der Diskussion nahmen zwei Vertreter gegnerischer Parteien machten allerlei Einwendungen gegen die Kandidatur Rosenow. Als das Wort. Ein Herr Langner, der sich als christlich- organisierter gewichtigstes Bedenken wurde das vorgebracht, daß mancher ihn Arbeiter bezeichnete und Herr Kluge, ein bekannter christlich für einen bertappten Sozialdemokraten halte. Die sozialer Versammlungsredner. Beide Redner mißbilligten zwar liberalen Wähler antworteten auf diesen drollig- komischen Vorwurf die Koloniaandale, berherrlichten aber die Kolonialpolitit an ich nicht etwa mit einer Lachsalve, sondern diskutierten über ihn ganz mit den von den Kolonialschwärmern geltend gemachten, längst ernsthaft. Rechtsanwalt Roßbach, Vorsitzender eines freisinnigen widerlegten Gründen". Besonders war es Herr Kluge, der in Bezirksvereins in Berlin - Südost, machte sich zum Sprecher jener Dieser Hinsicht ein Erkledliches leistete. Er fand auch die Tippels. Aengstlichen, die keinem bertappten Sozialdemokraten" ihre Stimme fircherei zwar nicht schön, aber auch nicht so schlimm, wie sie von geben möchten. Natürlich hat nicht er selber den braben Rosenow der Sozialdemokratie gemacht werde. Ein Flugblatt des Bundes in diesem schrecklichen Verdacht dazu tennt er ihn ja zu genau. der Landwirte hat Herrn Kluge belehrt, da es auch keine Fleischnot Aber diese Meinung sei verbreitef bei vielen der rechtsstehen und keinen Fleischwumer gibt. Dieser Herr konnte sich auch nicht den Wähler, deren Stimmen man doch nicht entbehren könne. enthalten, eine alte, schon vor vielen Jahren als Berleumdung und ihm selber, dem Herrn Roßbach, sei von mehreren Wählern erwiesene Klatscherei über den Genossen Singer aufs neue bor - gesagt worden: Bieber einen offenen Sozialdemo zutragen, was die allgemeine Entrüstung der Versammlung erregte.raten wählen als einen bertappten!" Uebrigens Das Auftreten Kluges maate übrigens den Eindrud, als habe er fci, so warnte der Redner, Herr Rosenow obenein Jude, was ihn es auf eine Störung der Versammlung abgesehen. Er trieb offen­baren Mißbrauch mit der Redefreiheit, die jedem Gegner in sozial­demokratischen Versammlungen gewährt wird. Langner sowohl wie Kluge empfahlen die Wahl des Bodenreformers Damaschte.

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Als man des Streitens müde war, beschloß die Versammlung, Herrn Rosenow selber reden zu lassen. Die fomischen Stäuze, die etwa wirklich an der Echtheit seiner Gesinnung gezweifelt haben, fonnten es nun aus seinem eigenen Munde hören, du er fein bera fappter Sozialdemokrat", sondern ein waschechterfreisinns mann ist. Mit einer Kritik des von unseren Genossen verbreiteten lugblattes begann er, aber bald ging er über zu einem wütenden über die fozialdemokratischen Geschimpfe

den rechtsstehenden Wählern auch nicht besonders empfehlen werde. Diesem Nörgler und anderen seinesgleichen wurde von den Freunden des Herrn Rosenow erwidert, gerade das werde viele Mitläufer" Im zweiten Wahlkreise ist man noch auf der Suche. Der der Sozialdemokratie in das Freisinnslager zurückführen, daß geeignete" Kandidat scheint sich schwer zu finden. Es wird viel Genosse Arons, mit stürmischem Beifall begrüßt, erteilte Rosenow so weit lints" stehe. Aber auch auf die rechtsstehenden auf die Auswahl des freisinnigen Kandidaten ankommen, über die zunächst dem Herrn Kluge wegen der Verleumdung Singers eine Wähler dürfe man zählen. Ein Redner versicherte, ihm sei bon noch nichts Sicheres bekannt ist," schreibt das Berl. Tageblatt", um Burechtweisung so scharf und treffend, wie dieser christlich- Antisemiten gesagt worden, sie würden diesmal sicher für den Frei­soziale Klopffechter verdiente. Dann widerlegte Arons die sinnskandidaten stimmen, sogar für einen Juden. Ein anderer, der den verhaßten Genossen Fischer aus dem Felde zu schlagen. Genosse Solonialschwärmereien der Borrebner, und zu ihrer Empfehlung Gemeindeschullehrer Borchardt, auch Leiter eines freisinnigen Be Fischer, so schreibt das Mosseblatt, sei im Reichstage eine Null und Damaschkes, den sie besonders als Spezialisten auf dem Gebiete airksvereins, erinnerte daran, in wie großer Zahl die Beamten der deshalb sei es Zeit, ihn zu eliminieren. Man darf gespannt sein, der Bodenreform priesen, sagte er: Wa 3 tann den Arbeitern Bost, der Polizei usw. bei der lezten Stadtverordnetenwahl für welchen Geisteshelden unsere Gegner dem Genossen Fischer entgegen die Wohnungspolitit Damaschtes nüßen, wenn Rosenow eingetreten seien. Er fügte mit starter Betonung hinzu: stellen werden. ihnen die Magenpolitit Damaschtes Schläge ver- Und das bei einer öffentlichen Wahl!" Doch der Zwischenruf Im übrigen braucht es das Berl. Tageblatt" nicht mehr zu fest. Wer Wohnungsreform will, der tut am besten, wenn er eines Nachdenklichen fragte: Aber bei einer geheimen Wahl?" wissen, wie gerade die liberale Bresse anläßlich der vom Genossen einen Sozialdemokraten wählt, der außer für die Wohnungsreform Fischer im Reichstage an unserer so gepriesenen Sozialreform noch für viele andere Berbesserungen eintritt, von denen Herr Damaschte nichts wissen will. Nachdem Genosse Arons die Ein­geübten scharfen und schneidenden Kritik Zeter und Mordio schrie. wände der Vorredner erledigt hatte, wandte er sich als Kandidat Jm dritten Wahlkreise scheint man es sich an der des Kreises an die Wähler. Zunächst an die Indifferenten und an Nominierung des Arbeiterfreundes" Rosenow genügen zu laffen, die, welche bisher dem Freifinn nachgelaufen sind. Es heißt, die während es im vierten Wahlkreise noch fraglich ist, ob zu Thronrede, mit der am 8. Januar der preußische Landtag eröffnet dem freisinnigen Herrn Träger noch eine weitere Zähltandidatur wird, soll das Versprechen einer Aenderung des preußischen Wahl. hinzufommt. Den fünften Wahlfreis haben unsere Gegner gang rechts enthalten, Das jezige Wahlrecht ist unhaltbar geworden, eber", durch die es den Arbeitgebern so schwer gemacht werde, besonders aufs Korn genommen. Das Berl. Tageblatt" schrieb seitdem die Sozialdemokratie den Kampf gegen dasselbe führt. mit ihren Arbeitern in Frieden zu leben. Er zeigte hiermit, daß Indem nun Fürst Bülow eine Aenderung desselben in Aussicht er die Sozialdemokratie vor allem deshalb haßt. gestern über die Wahlaussichten der Liberalen in diesem Kreise: 1903 Wenn damals Schmidt gleich im ersten Wahl- stellt, will er die Liberalen für sich gewinnen. Wenn die Frei- weil die Arbeiterklasse in Lohnkämpfen auf fie gange fiegte, so war daran mur die sträfliche Nachlässigkeit der finnigen noch wirklich liberal wären, dann müßten sie sagen: wir rechnen tann. Von den Arbeitern selber werde, so behauptete Bürgerlichen Barteien schuld. Setzt der Liberalismus berlangen, daß für Preußen das allgemeine, gleiche, dirette Wahl- er, feine Lohnerhöhung gefordert. Das werde nur von außen" recht geben wird. Diese Forderung müßte der Freifinn umso hineingetragen, nur bon den Organisationen" werde diese Fordea feine ganze Kraft ein, dann kann der fünfte mehr erheben, als er sich ja im preußischen Landtage auf diese rung gestellt. Ein auskömmlicher Lohn solle dem Arbeiter werden, Wahlkreis von der Sozialdemokratie nicht geforderung festgelegt hat. Aber wenn die Freifinnigen jezt ein aber das müsse doch eine Grenze haben. Herr Rosenow machte hier wahrhaft demokratisches Wahlrecht für Preußen verlangen würden, den Zusak:" Ich betone das, gerade weil man mir nachsagt, ich sei dann lassen ihn seine fonservativen Bundesbrüder im Stich. Wo zu arbeiterfreundlich, sei ein berkappter Sozialdemokrat." Nachher würden wohl die Freisinnigen bleiben, wo würde wohl in diesem prahlte er, er sei der bestgehaßte Mann der Sozialdemokratie" und Wahlkreise Herr Kämpf bleiben, wenn ihnen ihre fonservativen gerade deshalb werde der Freisinn mit ihm fiegen. Er habe doch Bundesbrüder nicht helfen. Nun, mit oder ohne fonservativer Sülfe. Broben gegeben, nicht nur bei der Stadtverordnetenwahl, sondern Herr Kämpf kommt hoffentlich nicht wieder in den Reichstag.( Leb- auch bei der Landtagswahl, wo er sogar gegen den Parteiführer hafter Beifall.) Wenn die Forderungen, welche die National- Bebel" gewählt worden sei. Herr Rosenow, der Freisinnsmann, liberalen für Aenderung des preußischen Wahlrechts aufgestellt rühmte fich ohne Scheu dieses Sieges", den er lediglich dem Drei haben, die Forderungen des liberalen Blocks find, dann ist es der Klassenwahlrecht verdankt. Und kein zorniger Protestruf antwortete Regierung sehr leicht gemacht, eine liberale Aera" herbeizuführen. ihm aus der Versammlung freisinniger Reichstagswähler. Auch Angesichts des Bündnisses der Liberalen mit den Konservativen den Reichstagswahlkreis Berlin III, fo bersicherte er, werde er Im Wahlkreise Niederbarnim soll es au einer ist es Pflicht eines jeden wirklich demokratisch gesinnten Mannes, holen", er fühle sich sehr sicher". Er hofft, in die Stichwahl zu Einigung jämtlicher bürgerlichen Parteien gegen für die Partei einzutreten, welche allein die fonsequente Demo fommen und dann mit den Stimmen der rechtsstehenden Wähler über der Sozialdemokratie gekommen sein. Als gemeinsamer Kan- tratie vertritt, für die Sozialdemokratie.( Lebhafter Beifall.) In zu fiegen. Ich möchte auch", rief er, die Partei sehen, die sich didat ist Herr Bürgermeister Biethen Lichtenberg der liberalen Presse wird uns zum Vorwurf gemacht, daß wir uns national und königstreu nennt und es fertigtriegt, einen, die liberalen Forderungen zu eigen gemacht haben. Das haben Wahlkreis in der Stichwahl an die Sozialdemokratie auszuliefern!" aufgestellt worden. wir getan und das mußten wir tun, weil der Liberalismus die Da fällt uns ein, was der konservativ- antisemitische Rechtsanwalt liberalen Forderungen verraten hat.( Beifall.) Man macht uns Ulrich in Versammlungen zu erzählen pflegt. Ein Freisinnsführer, Die Genossen des ersten Wahlkreises ferner den Vorwurf, daß wir unser Programm verschleiert hätten. mit dem er einmal über gegenseitige Wahlhülfe verhandelte, ant Jeder wortete ihm kaltlächelnd: Sie als staatserhaltende Männer veranstalteten am Sonntag eine öffentliche Wählerbersammlung. Mit Lachen fönnen wir diesen Vorwurf zurüdweisen. Eie tagte unter außerordentlich starker Teilnahme im Palast- Besucher dieser Versammlung hat unser Programm erhalten. Wenn müssen ja für uns eintreten. Da werden wir doch nicht so Theater. Saal und Galerien waren von einer nach Tausenden die Bossische Zeitung", die" Post" usw. meinen, wir verheimlichen Summ sein, Ihnen die Wahlhülfe auch noch zu vergüten." Die Versammlung endete damit, daß die Kandidatur zählenden Menge dicht besetzt. Eine treffliche Widerlegung der unser Programm, nun, dann sollen sie es doch abdrucken. Uns bon der bürgerlichen Presse aufgestellten Behauptung, daß wir in würden sie einen großen Gefallen tun, wenn sie durch die weiteste Rosenow schließlich doch ohne Widerspruch genehmigt wurde. diesem Wahlkampf unser Programm verschleiern, war es, daß jedem Verbreitung unseres Programms den Drachen Sozialdemokratie Dem nunmehrigen Freisinnskandidaten für Berlin III wollen wir Versammlungsbefucher ein Gremplar des sozialdemokratischen totzuschlagen versuchen, der seine lüfterne Bunge jezt auch nach dem gern bestätigen, daß er tein berkappter Sozialdemokrat" ist, sondern Parteiprogramms eingehändigt wurde. letten Berliner Wahlkreise ausstredt.( Bravo !)- Nun noch ein zu den verbisfensten Feinden der Arbeiterklasse Wort an die Parteigenossen. Für Euch ist der Wahltag ein Tag gehört. Uebrigens vermuten wir, daß nicht die Furcht vor dem des Jubels. Beigt sich doch bei der Wahl, welche Früchte Gure Verlust der Stimmen rechtsstehender Wähler, sondern die Hoffnung jahrelange stille und aufopfernde Arbeit getragen hat. Wir er auf den Gewinn von Stimmen linksitehender Wähler den Blödsinn warten deshalb von Euch, daß im Wahlkampf jeder seine Schuldig aufgebracht hat, daß Herr Rosenow zu arbeiterfreundlich sei und teit tut, nicht nur in diesem Wahlkreise, sondern auch über die als bertappter Sozialdemokrat" gelte. Die Wählerschaft von

halten werden." Lassen wir dem Liberalismus fein Bergnügen, fich an Sieges Hoffnungen zu berauschen, wir halten es vielmehr mit der Tat. Unablässig für unsere Sache zu arbeiten und immer größere Streise für die Sozialdemokratie und ihre Vertreter zu interessieren, muß unsere vornehmste Aufgabe sein. Am Tage der Wahl sprechen wir über das Ergebnis der ganzen Kraftentfaltung" wieder. Aus dem sechsten Wahltreise wird berichtet, daß die Freisinnigen den Rektor Kähler, Gothenburgerstraße, zum Reichstags­

kandidaten erkürt haben.

Genosse Ledebour , der als Referent auftrat, Inüpfte an die unmittelbare Ursache der Reichstagsauflösung an. Wenn sich die Bondelzwarts vierzehn Tage früher ergeben hätten, dann wäre der Regierung selbst der Schein ihres Vorwandes zur Auflösung ge­nommen gewesen. Nach unserer sowie auch nach gegnerischer Auf­