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1. Beilage zum, Vorwärts" Berliner Volksblatt.

Nr. 274.

Parteikag

der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands .

Sechster Verhandlungstag.

Berlin , 21. November 1892.

Dienstag, den 22. November 1892.

Der Vorsigende Singer eröffnet die Sigung um 91/2 Uhr mit der Mittheilung eines Begrüßungsschreibens der Prager Ge­noffen, die aber gegen den Beschluß des Parteitages in Sachen der Maifeier protestiren und an der Arbeitsruhe sestzuhalten er­tlären.

Es wird in die Tagesordnung eingetreten. Mit großer Majorität wird zunächst ein Antrag Emmel­Saarbrücken angenommen, wonach das Gehalt des fünftigen Saffirers gleichgestellt werden soll mit dem der Parteisekretäre; der Kassirer soll dafür die Ordnung und Verwaltung des Partei Archive übernehmen.

Die übrigen Gehälter der Vorstandsmitglieder bleiben unver ändert. In die Parteileitung gewählt find: Bebel und Singer zu Vorfizenden mit je 217 Stimmen ( 7 Stimmen zersplittert). Auer uno Fischer zu Sefretären mit 217 refp. 182 Stimmen( 20 Stiminen zersplittert, auf Stadthagen fielen 23 Stimmen) und Gerisch mit 205 Stimmen zum Raffirer( 7 Stimmen zersplittert).

Zu Kontrolleuren werden gewählt:

M

Kaden Dresden( 177 St.), Meister Hannover ( 170 St.), Ewald Brandenburg( 172 St.), Herbert- Stettin( 169 St.), Dubber: Hamburg ( 151 St.), Jacobey Berlin( 136 St.), G. Schulz- Berlin ( 125 St.), die übrigen Stimmen zersplittern sich auf 13 andere Kandidaten.

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Der Antrag: Der Parteitag bestimmt das Gehalt des Chefredakteurs des" Borwärts" ist von neuem eingebracht worden.

Singer erklärt die Wiederaufnahme eines bereits einmal abgelehnten Antrages an sich für unzulässig, läßt aber dem Parteitag tie Entscheidung darüber, ob dieser Antrag überhaupt zur Berathung gestellt werden dürfe.

Die Majorität lehnt die Berathung ab.

Als Orte für den nächsten Parteitag werden Röln, Halberstadt , Stuttgart und Leipzig vorgeschlagen. Röln wird mit Rücksicht auf die Bekämpfung des Zentrums ( von den 38 Wahlkreisen der Rheinprovinz gehören 27 dem Zentrum),

Halberstadt mit Rücksicht auf die Agitation unter der Landbevölkerung,

Stuttgart mit Hinweis auf die agitatorische Wirkung für Süddeutschland empfohlen.

Strafen von 3 oder 5 M. handele, den Prozeß bis zur letzten Instanz zu treiben. Ganz horrende Summen müßte die Partei­taffe für die Kosten aufbringen.

Die Parteigenoffen in Köln beantragen:" Zur Hebung und Belebung der Parteiagitation in Rheinland und Westfalen , wo das Zentrum dominirt, hat der Vorstand von Zeit zu Zeit in Verbindung mit den Agitationskomitees der einzelnen Bro­vinzen größere Agitationstouren zu veranlassen und für geeignete Agitatoren zu sorgen." Wird abgelehnt, nachdem

Auer darauf aufmerksam gemacht, daß schon jetzt alles ge­fchehe, was überhaupt geschehen könne. Solche allgemein gefaßte Anträge hülfen zu gar nichts. Wohl in feiner Provinz gebe es eine größere Zahl rednerisch begabter Agitatoren, als gerade im Rheinland . Der Wein, der die Zunge löst, erweise auch in Rheinland seine Kraft.( Heiterkeit.)

leber den Antrag des Parteigenoffen Dallens in St. Ingbert , der Pflege des internationalen Gedankens und Bestrebens in der Partei mehr Aufmerksamkeit schenken zu wollen, wird zur Tagesordnung übergegangen, da die Partei es hieran niemals hat fehlen lassen.

Der Antrag des Genoffen Stablow in Gallen: Kapital­befigende Genossen. zu ersuchen, in den kändlichen Bezirken Lofale zu erwerben und dieselben an parteigenössische Wirthe zu verpachten, um so den 2ofalmangel zu heben," wird mit einiger Heiterfeit aufgenommen und findet feine Unterſtügung.

9. Jahrg.

daß ich in den Interviews feit meiner amerikanischen Reise ein Haar gefunden hätte. Diese Reise liegt mehrere Jahre zurück und ich habe mich in dieser Zeit nicht mehr intervieren lassen. Das kann ich freilich nicht verhindern, daß aus ein paar Worten, die ich im Gespräch fallen laffe, ein Interview von mehreren Seiten gemacht wird. Ich meine, jeder von uns, der des Wortes und der Schrift mächtig ist, thut besser daran, wenn er etwas zu sagen hat, es selbst und nicht durch irgend einen Mittelsmann zu thun. Das ist meine Praxis. So komme ich in keine Verlegenheiten. Jedesmal, wenn ein Interview von mir in der gegnerischen Presse erscheint, ist es erftunten und erlogen. Das bitte ich für die Zukunft zu beachten und wünsche nur, daß jeder Parteigenosse sich meiner Braris an schließen möge; das ist für den Betreffenden angenehm und die Partei hat wahrlich keinen Verlust dabei.

Antrick zieht nach dieser Debatte den Antrag zurück. Ueber den Antrag: Der Parteitag protestirt gegen die Maßs regelung der Krupp'schen Arbeiter, wird zur Tagesordnung über­gegangen, weil es sich um einen einzelnen Fall handelt, zu dessen Beurtheilung dem Parteitag das thatsächliche Material nicht vorliegt.

Der Antrag: Die Fraktion hat in der nächsten Session den achtständigen Normal- Arbeitstag zu beantragen, wird für bereits erledigt erklärt, da der Parteitag alle Anträge zur parlamen­tarifchen Thätigkeit der Fraktion zur Erwägung überwiesen hat. Augustin beantragt:" In Erwägung, daß die Ver Die Parteigenoffen des 2. Berliner Wahlfreifes beantragen: stärkung der sozialen Gegenfäße, die zunehmende Arbeitslosigkeit, Die Parteigenossen erwarten, sobald der Parteitag gesprochen, die wachsende Ausbeutung des Proletariats durch die be­von einem jeden Genossen die Respektirung der Beschlüsse des stehende fapitalistische Herrschaft bewirkt wird, daß felben, damit es in Zukunft vermieden wird, daß Streitigkeiten der Kampf zwischen Rapital und Arbeit fich immer innerhalb der Partei, hervorgerufen einerseits durch Erörterungen mehr verschärft, die Interessen der Arbeiter Don parteipolitischer Fragen in Bourgeois- Blättern, andererseits der einen reaktionären Masse", die alle bürgerlichen Parteien durch Interviews gegnerischer Beitungsvertreter, stattfinden, bilden, immer mehr unterdrückt werden, weist die Sozialdemokratie die nur geeignet sind, die Presse der Gegner mit jeden Kompromiß mit anderen Parteien gleichviel ob direkt Sensationsstoff zu versehen, der Partei selbst aber leicht schaden oder indirekt zurück und empfiehlt den Genossen, bei Stich wahlen zwischen bürgerlichen Kandidaten sich stets der Stimm­abgabe zu enthalten.

tönnen."

Antric Berlin spricht sich gegen die Interviews aus und wendet sich besonders gegen das Interview eines amerikanischen Berichterstatters mit Vollmar, in dem dieser gesagt haben solle, wir würden nie die Landbevölkerung gewinnen und die Majorität im Reichstag erlangen.

Durch derartige Interviews werde weiter nichts bezweckt, als daß der Landagitation ein Knippel zwischen die Beine geworfen werde. Wer was auf dem Herzen habe, der möge doch die Partei­preffe event. die Neue Zeit" benußen.

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Er stimme ganz mit Liebknecht überein, der gesagt habe, nur eine Balleteuse oder ein abgetafelter Staatsmann habe es nöthig, sich interviewen zu lassen.

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Zu Gunsten dieses Antrages wird der Antrag der Partei­genossen des 6. Berliner Wahlkreises zurückgezogen: Den im 5. Berliner Wahlkreise angenommenen Antrag Dr. Lütgenau's, Kompromisse mit den bürgerlichen Parteien bei Stichwahlen ab= zuschließen, sobald sich dieselben verpflichten, für den Achtstunden­tag einzutreten, zu verwerfen.

Augustin Berlin empfiehlt seinen Antrag: wir wollen teinerlei Kompromiß.

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Jacobey Berlin befürwortet den Antrag der Genossen im 6. Berliner Wahlkreise. Der Gegner würde die gewünschten. Versprechen nicht geben, oder, wenn er fie gäbe, nicht halten. Er Bebel: Ich lege der ganzen Frage keinerlei Bedeutung erinnert an den Fall des Abg. Müllensiefen, der auch das Ver­bei. Zudem ist die Resolution im ersten Theil ganz unklar gesprochene nicht hielt. Wir wollen aussprechen, daß fein bürger­Gegen Leipzig wird das sächsische Versammlungs, recht" faßt; es müsse dort bewiesen werden, ob Genossen die Partei- licher Kandidat jemals unsere Stimmen bekommen darf. geltend gemacht. grundsäge nicht respektirt hätten; dann gehörten sie nicht mehr Vogtherr spricht für die Resolution Augustin. Er tadelt Der Parteitag bestimmt mit großer Majorität RöIn. zur Partei. Auf die Frage der Interviews übergehend, meint den Beschluß, den der 5. Wahlkreis auf Antrag Lütgenau's ge­In der Berathung der aus der Mitte der Parteigenoffen Redner, daß alles, was von hervorragenden Genoffen gefagt faßt habe. E3 habe keinen Zweck, den Gegnern unfere gestellten Anträge wird fortgefahren. wird, von der gegnerischen Presse entstellt wird. Sehen Sie sich Forderungen im voraus mitzutheilen. Die bürgerlichen Klassen Eine Reihe von Anträgen findet nicht die nöthige Unter- doch heute oder morgen die Blätter an, wie unsere Ver- würden sich ins eigene Fleisch schneiden, wenn fie ftützung. handlungen zum Theil entstellt werden. Dagegen können den Achtstundentag bewilligten. Es liege eine Ver Der Antrag der Genossen in Friedberg in Heffen: Der wir nichts machen, wir müssen uns eben endlich einmal fennung des Wesens der bürgerlichen Parteien darin, wenn man Parteitag möge befchließen, daß der Parteivorstand aufgefordert eine Rhinoceros haut dagegen anschaffen. Ich habe früher ein- es für möglich halte, daß sie fauf eine derartige Forderung ein­wird, für die Agitation in dem Wahlkreis Friedberg - Büdingen mal berichtigt, jest thue ich es nicht mehr, weil es doch nichts gehen. Wir hätten die Verkürzung der Arbeitszeit aus eigenen einige tüchtige Agitatoren zur Verfügung zu stellen wird von nüht. Redner ist davon überzeugt, daß feiner der interviewten Kräften durchzusetzen. Schon recht oft sei beschlossen worden: Schmidt- Friedberg zurückgezogen, weil der Antragsteller der An- Genossen etwas gesagt habe, was die Partei schädigt. Stimmenthaltung bei Stichwahlen zwischen bürgerlichen Kandi­ficht ist, daß der Vorstand aus eigener Initiative die Agitation daten, und wir könnten nichts anderes thun, als dasselbe noch­gegen den Antisemitismus in Hessen und zur Aufklärung der mals zu beschließen. Landbevölkerung unterstützen werde.

Eine andere Frage tst die, ob das was gesagt wird, richtig wiedergegeben wird. So ist fürzlich ein Interview von mir im " Figaro" enthalten gewesen, das so richtig wiedergegeben ist, daß ich mich geradezu gefreut habe.

Aber am Schluß tam eine eigene Bemerkung, des Interviewers, die Verwirrung anrichten mußte und auch an­gerichtet hat. In England find Singer und ich über wichtige Fragen interviewt worden.

Fräßdorf Dresden plädirt gleichfalls für Stimmenthal­tung und theilt mit, es habe in Sachsen Staunen hervorgerufen, daß der fünfte Berliner Wahlkreis auf Antrag des Genossen Lütgenau eine Taktik der Kompromisse gebilligt habe.

Liebknecht: Darüber ist in der Partei fein Zweifel und tann teine Meinungsverschiedenheit bestehen, daß Kompromisse mit gegnerischen Parteien nicht abgeschlossen werden dürfen. Wir könnten in den preußischen Landtag einige der Unfrigen bringen, wenn wir die Fortschrittspartei die einzige Partei, die dabei in Betracht kommen fönnte unterstützten und sie uns dafür

Der von H.& dwarth und den Genossen des 3. Ham­burger Wahlkreises gestellte Antrag: Der Parteitag möge zur Krantentaffenfrage, speziell zu den freien Hilfskaffen Stellung nehmen," findet nicht die nöthige Unterstüßung. Die Genossen in Apolda beantragen: Die Ver trauensmänner derjenigen Orte, an welchen wichtige Ge­richtsentscheidungen gefällt werden, sind verpflichtet, die felben mit Begründung des Urtheilspruches schnellstens an den Parteivorstand zur Veröffentlichung im Vorwärts" einzusenden," wird abgelehnt, nachdem Bebel und Stadthagen darauf auf- Liebknecht : Mein Urtheil über die Interviews, das ich einige Sige überlassen würde. Derartige Anträge sind unter der merksam gemacht, daß der Borwärts" hierzu feinen Raum habe. Nur in der Versammlung im Eisfeller gefällt, habe ich in keiner Rich- Hand nicht offiziell schon einige Male an uns gestellt manche Urtheile seien von Wichtigkeit, Redner warnt bei dieser tung einzuschränken oder zu modifiziren. Ich sagte dort nicht, worden. Wir haben sie stets abgelehnt, denn einen größeren Gelegenheit davor, bei ganz gleichgiltigen Dingen, wo es sich um daß ich mich überhaupt niemals habe interviewven lassen, sondern, taktischen Fehler könnten wir nicht begehen, als heute Arm in

Freie Volksbühne.

Die gesammte englische Presse gab unsere Ausführungen richtig wieder, in Deutschland war dies natürlich nicht der Fall. Man muß festhalten, daß es Prinzip der Gegner ist, unsere Partei auf alle nur mögliche Weise herabzusetzen.

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schildert und zum Kaufe der Aktien animirt, ohne eigene Prüfung bleibt mir übrig? und, wie weit man damit kommen kann, beweist der Lage in das Blatt aufnehmen. Er weigert sich und fordert, da Thiele, der nur eine Pflicht kennt: die Pflicht, sich zu er Die zweite Vorstellung im dritten Spieljahe brachte am Wendorf auf Ausnahme besteht, seine Entlassung. Nach schwerem halten, wenn es sein muß, durch den Huin anderer. Aber Sonntag für die 1. Abtheilung: Der freie Wille ", Schau- Kampfe läßt er sich jedoch durch die Rücksicht auf seine Familie das Auzengruber'sche Wort: Armuth demoralisirt", ist eben nur spiel in 3 Aufzügen von Hermann Faber. Der Verfasser und die Angehörigen seiner Fran bestimmen, einen ihm von Wen zu wahr, wenngleich es erst dadurch vollständig wird, daß man hat sein Stück nicht, wie das seit einiger Zeit Mode geworden dorf angebotenen Kontrakt, der ihm die Stellung auf fünf Jahre hinzufügt: Reichthum auch, und vielleicht noch mehr." ist, soziales Drama" genannt. G3 verdient diese Bezeichnung sichert, anzunehmen und den Artikel zu bringen. Seine An­Am Ende ist es wohl gar ein bedenkliches, gefährliches aber viel eher als zwei oder drei Dutzend anderer Etücke, die gehörigen genießen die ihnen durch dieses Opfer verschaffte sorgen: Wagniß, zu zeigen, daß der wirthschaftlich Abhängige, der fich damit schmücken. Von einem Stück, das diese Bezeichnung lose Behaglichkeit, ohne zu ahnen, wie er darunter leidet, daß er Besiylose, feinen freien Willen hat, also auch für seine Hand­mit Recht tragen soll, muß man verlangen, daß es uns die Ge- nicht den Muth der Ueberzeugung besessen hat, nicht befihen lungen, wenigstens für die Gesammtrichtung seines Handelns sellschaft in ihren charakteristischen Zügen vorführt und ihre durfte. Seine Frau Marianne durchschaut endlich den nicht verantwortlich gemacht werden kann? So bedenk­treibenden Motive aufweist. Das Faber'sche Echauspiel zeigt Sachverhalt, den er selber bestätigen muß. Sie, die einst dem lich und gefährlich, wie der einem Gärtner ertheilte Rath, uns die moderne Gesellschaft in ihrem ch a ratteristischsten Wunsche der Eltern, einem reichen, aber ungeliebten Manne zu nicht an den Blättern und Blüthen eines kranken Baumes herum­Motiv, in ihrer Unterwerfung unter die Allgewalt des Besizes, Haller heirathete, weicht entsetzt zurück bei der Erkenntniß, Der andere Theil derjenigen, welche die Schaubühne als eine in der uneingeschränkten Herrschaft des wirthschaftlich Starten daß Haller um ihrer Ruhe und Sorgenfreiheit Sorgenfreiheit willen moralische Anstalt betrachtet wissen wollen, wird die Moral" über Leib und Seele des wirthschaftlich Schwachen, in der ohn- feine Gesinnung verleugnet und feine Ehre verkauft des Stückes gerade darin, erblicken, daß es zeigt, daß der wirth­mächtigen Abhängigkeit des wirthschaftlich Schwachen von der hat. Da fordert Haller noch einmal feine Entlassung und besteht schaftlich Schwache, wenn er nicht seine Gristenz vernichten will, Gorge um das liebe Brot, die kein Wollen gestattet, sondern auch darauf, als er erfährt, daß der Patentprozeß inzwischen geteinen freien Willen hat, daß die wirthschaftliche Unfreiheit nur ein müssen fennt. wonnen ist, und der Artikel jetzt der Wahrheit entspricht. Die wahre Unfreiheit ist. Theodor Haller hat sein akademisches Studium wegen Wendorf entläßt Saller, dessen geachteten Namen er jetzt nach Die Aufführung, die im Nationaltheater" stattfand und Mittellosigkeit vorzeitig abbrechen müssen und ist Journalist ge- bem glüdlichen Belingen seiner Finanzoperationen nicht mehr von dem bis in die letzten Winkel gefüllten Hause mit stürmischem worden. Es hat dann ein armes Mädchen geheirathet und ist braucht, mit den Worten:" Zwingen will ich Sie nicht. Bei mir Beifall aufgenommen wurde, war höchst gelungen. Herr jezt Vater eines sietenjährigen Knaben. Aber in seinem neuen hat jeder feinen freien Willen. Wesselsty brachte für den eigensinnigen Dickkopf, der die Beruf will es ihm, trotz glänzender Begabung, ebenso wenig ge-| Ein Theil derjenigen, welche die Schaubühne als moralische Welt so heben möchte, wie sie sich in seinem gegen die thatsäch lingen, sich eine Existenz zu schaffen. Er hält es bei feiner Anstalt oder, wie man heutzutage sagt, als Bollsbildungs- und lichen Verhältnisse hartnäckig verschlossenen Schädel malt, nicht Beitung lange aus; denn, wie seine Schwiegermutter von ihm Boitsveredelungs- Institut betrachten, wird von diesem Schluß nur ein tüchtiges Können, sondern auch eine passende Figur und fagt, er fann sich mit niemand vertragen." Nachdem er wieder sehr erbaut sein, weil er den wenn auch etwas verspäteten Muth Maske mit. Er gab den Haller recht als großes Kind". eine Redakteurstelle aufgegeben hat, weil er die Schwenkung der Ueberzeugung zu predigen scheint. Der Mensch ist frei Fräulein Marie Ernst( vom Lessingtheater) spielte die Stolle feines Blattes in der Politit nicht mitmachen wollte, muß er sich geschaffen, ist frei, und würd er in Ketten geboren!" Aber der Marianne in schlichter und zu Herzen gehender Weise. In vier Monate lang mit Weib und Kind mühsam durchschlagen, der Dichter läßt Mariannes Schwester Paula die Rückkehr der Rolle des alten Wendorf bewährte sich Herr Haath indem er wieder, wie früher, gegen elende Bezahlung Privat- zum freien Willen" nicht mitmachen. Sie hat, um sich zur als guter Charakterspieler. Herr Jürgas( vom Lessing­Stunden giebt. Da wird ihm an einem anderen Blatte feiner Sängerin ausbilden zu können, dem Liebeswerben von Wendorf's theater) gab den jungen Wendorf, Haller's ehemaligen Richtung der Posten des Chefredakteurs angeboten, und ihm völlige Sohn Dr. Richard Wendorf nachgeben müssen und für Schüler, in packender Lebensivahrheit als den eleganten Unabhängigkeit der Meinung zugesichert. Er muß jedoch bald er- den Preis ihrer Ehre sich seine und seiner Freunde einflußreiche Lümmet, dem man es anmerkt, daß er seine Bildung" fennen, daß der Besitzer der Zeitung, Julius Wendorf, ihm Protektion und damit ein erstes Engagement verschafft. Daß sie schlecht bezahlten Hauslehrern, und feinen gesellschafts diefe Unabhängigkeit nur für den politischen Theil einräumen will. auf Haller jetzt vollends nicht mehr rechnen fann, das wird sie in lichen Schliff gut bezahlten Maitressen verdankt. Frl. Griep Der finanzielle Theil soll Wendorf's eigenen Interessen dienen. Die der einmal eingeschlagenen Karriere nicht aufhalten, sondern stattete die Paula mit dem naiven Leichtsinn fittfam erzogener, ihm geleitete Maschinenfabrit Bictoria" ist in eine Attien gerade vorwärts bringen. Sie wird immer höher hinauf, weil mit des Lebens Freuden nur durch Hörensagen bekannt ge= Sellschaft umgewandelt worden, und fast die Hälfte der Aktien immer tiefer hinab steigen. Was bleibt uns denn anderes wordener Töchter des Kleinbürgerthums aus, der vor einem ist in seinem Besitz. Die Fabrit ist im letzten Jahre sehr zurück übrig?" entschuldigt sie sich. Was bleibt mir übrig?" jagt blöden Stutzer mit Glaceehandschuhen, Lacstiefeln, Monocle und gegangen. Ueberdies wird ein Patent, von dessen Ausbeutung ihre schließlich auch Theodor Haller. Und so denken Tausende, Zehn- gefüllter Börse sofort zu heller Flanime auflodert. Dem Thiele Gristenz abhängt, bestritten. Wendorf, der den Verlust des Prozesses tausende, müssen Zehntausende denken. wußte Herr Insel jenes ungewiffe Helldunkel, die eigenthüm für ziemlich sicher hält, will noch vor der Entscheidung die Aftien Es giebt allerdings auch Querköpfe, die wider den Stachel liche Zwielichtstimmung zu verleihen, die über solchen zweifel­unter das Publikum bringen, um sich selber vor finanziellem löken und, wie das zuletzt auch Haller thut, ihre Eristenz hin- haften Existenzen zu schweben pflegt. Gelungene Leistungen boten Schaden zu sichern. Haller soll einen nach Wendorf's Angaben geben, um sich selber wieder zu gewinnen". Als ob der wirth auch Herr Stieht und Frau Brehm als Marianne's Gltern. von dem Mitarbeiter Thiele, einer Kreatur Wendorf's, verschaftlich Schwächere jemals sich selber gehören könnte! Herröcker( vom, Leffingtheater"), welcher das Stück wirkungs­faßten Auffah, der die Verhältnisse der Victoria " als glänzend| Freilich, es scheint eine loge Morat zu sein, diefes Was voll inszenirt hatte, wurde nach dem 2. und 3 Aft gerufen. Br.

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